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18 Jahresbericht 2010 Kindertagesstätten

Kindertagesstätten

Finanzierung und Personalschlüssel

Die Kindertagesstätten unseres Werkes haben eine lange

Tradition. Bereits 1876 wurde die erste „Kinderaufbewahrungsanstalt“

in der Löhrstraße als eine der ältesten Kindereinrichtung

in Leipzig eröffnet. Über 100 Kinder wurden von

einer Person betreut. Schnell wurde aber klar, dass eine

zweite Betreuerin eingestellt werden muss …

Zu unseren traditionellen drei Kitas: „Mosaik“, „Das Samenkorn“

und „Unter dem Regenbogen“ sind neu hinzugekommen:

2008 Kita „Kinderarche“ (Übernahme von der Genezareth-Kirchgemeinde),

2009 fanden umfangreiche Bauarbeiten

und die Erweiterung dieser Kita statt. 2008 Neubau Kita „St.

Moritz“ in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde St. Moritz

in Taucha. 2009/ 2010 Neubau Kita „Nathanael“ in Zusammenarbeit

mit der Nathanaelkirchgemeinde.

Insgesamt haben wir nun in den sechs evangelischen Kindertagesstätten

eine Gesamtplatzkapazität von 395 Kindern,

darunter 91 Krippenkinder (von 1 bzw. 2 Jahren bis Schuleintritt)

und 9 Kinder mit Integrationshintergrund. Diese Kinder

werden von derzeit insgesamt 50 Erzieherinnen und einem

Erzieher sowie vielen Praktikantinnen und Praktikanten in

ihrem Kinderalltag begleitet. Das erscheint immer wieder als

zu wenig Personal.

Warum ist nicht mehr Personal vorgesehen?

Der Personalschlüssel für Krippenkinder ist im Kindertagesstättengesetz

(SächsKitaG) bei 1:6, im Kindergarten bei 1:13

festgeschrieben. Aber hier werden nicht Kinder an sich

gezählt, sondern die vertraglich vereinbarten Betreuungsstunden.

Dies rechnet sich immer auf Neun-Stunden-Verträge auf.

Also: eine Erzieherin müsste 9 Stunden arbeiten, um 6

Krippenkinder zu betreuen, aber unsere Öffnungszeiten sind

länger als 9 Stunden, nämlich in der Regel von 6:30 bis 17:00

Uhr. Die Eltern können in dieser Zeit ihr Kind bringen und

holen, wie es familiär günstig ist. Somit erhöht sich bereits

durch die langen Öffnungszeiten der Schlüssel um ein

Wesentliches. Auch sind ganz vielfältige Tätigkeiten mit dem

Personalschlüssel abzudecken, wie Zeiten für Vor- und

buntes Treiben in der neuen Kindertagesstätte Nathanael

Nachbereitung von Angeboten und Projekten für die Kinder,

Erstellen von verschiedenen Dokumentationen wie z.B. den

Portfolios für jedes Kind, Aushänge für die Eltern zur Visualisierung

der Arbeit mit den Kindern, Dienstberatungen,

Elternabende, Fort- und Weiterbildungen etc. und natürlich

auch Arbeitsunfähigkeit, Urlaub, Mutterschutz. Die Interessengemeinschaft

Freier Träger der Kindertagesstätten in Leipzig

– ein Gremium von insgesamt vierzig Freien Trägern - hat

somit einen tatsächlichen Personalschlüssel von 1:26 im

Kindergartenbereich errechnet. Kein Wunder also, sondern

strukturell so vorgegeben. Übrigens haben Kinder auch nicht

den gleichen Urlaub wie die Eltern. Das Arbeitsgesetz geht

von einem Grundurlaub von mindestens 24 Tagen aus, unsere

Kinder fehlen im Durchschnitt aber nur 15 Tage wegen Urlaub.

Wie finanziert sich das Ganze, warum können wir nicht selbst

mehr Personal anstellen?

In Leipzig arbeiten wir mit dem Jugendamt in der Finanzierung

mit einem sehr modernen und wenig aufwendigen

System zusammen, nämlich der Finanzierung einer „Pro-

Kopf-Pauschale“. Alle Verträge werden in das 9-Stunden-

System aufgerechnet, dies ergibt eine Pauschale pro Kind.

Die Pauschalen hat die Stadt Leipzig für jede Einrichtung bzw.

für alle Einrichtungen eines Trägers auf der Basis der Betriebskostenabrechnung

des Jahres 2004 festgelegt. Hier

wurden alle anrechenbaren Kosten einer Kita berücksichtigt,

wie Gehälter, Nebenkosten (Telefon, Versicherungen usw.),

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