AK-Report herunterladen (pdf 1,4 mb) - Arbeiterkammer ...

arbeiterkammer.com

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www.arbeiterkammer.com

P.b.b., Erscheinungsort Linz, Verlagspostamt 4020. ZLN: GZ 02Z033936 M Dez. 2005 / Nr. 7 / 36. Jahrgang

M a g a z i n d e r K a m m e r f ü r A r b e i t e r & A n g e s t e l l t e f ü r O Ö

Seite 3: Seiten 6/7: Seite 9: Seite 10:

Neue Politik

in Europa

Pendlerland

Oberösterreich

Arbeiten als

Christkind

Dekorateurin Silvia Einfalt

hat eine ungewöhnliche

Advent-Beschäftigung

AK-Angebot:

Fit mit Nina


Z U R S A C H E

Nur eine Illusion:

Die Macht der Konsumenten

Dass Konsumenten/

-innen durch ihre

Kaufentscheidungen

bestimmen können,

was und wie produziert

wird, ist eine schöne

Vorstellung. Aber

entspricht sie der

Realität?

2

Leistungskarte online

Immer öfter

wird „der

mündige Konsument“

als

Idealbild beschworen.

Die

Konsumenten/

Walter Sturm

-innen, so lautet

die Theorie, seien die eigentlichen

Lenker/-innen der Wirtschaft,

denn sie bestimmten

durch die Kaufentscheidung,

welche Unternehmen erfolgreich

sind. Wenn sie bestimmte Produkte

nicht mehr kaufen, zum

Beispiel weil ihre Herstellung die

Umwelt vergiftet oder weil sie

unter menschenunwürdigen Bedingungen

in der Dritten Welt

erzeugt werden, dann würden

sie vom Markt verschwinden.

Service für Sie

AK-Mitglieder erhalten mit ihrer Leistungskarte nützliche

Ermäßigungen, zum Beispiel bei Kulturveranstaltungen

oder Weiterbildungskursen. Ist die Karte verloren gegangen,

kann eine neue telefonisch unter 050/6906-2197

und nun auch ganz einfach im Internet unter

www.arbeiterkammer.com angefordert werden. Haben

sich Name und Adresse geändert, lässt sich auch das sofort

online berichtigen.

● Rat und Hilfe für „Freie“

Die Zahl der freien Dienstverträge hat sich in den letzten fünf

Jahren fast verdreifacht. Der Druck auf diese Beschäftigten ist

enorm, gilt doch für sie weder ein Kollektivvertrag noch in vollem

Umfang das Arbeitsrecht. Umso wichtiger ist es, dass freie

Dienstnehmer/-innen mit der AK eine kompetente Partnerin haben,

die ihnen Rechtsschutz bietet. Die Telefonnummer zu Rat

und Hilfe: 050/6906-1.

Was auf den ersten Blick plausibel

klingt, erweist sich beim

zweiten Hinsehen als Strategie

der Unternehmen, von der Verantwortung

für das, was sie herstellen,

abzulenken.

Sicher, auch der Autor dieser

Zeilen kauft seinen Kaffee im

Welt-Laden, weil er weiß, dass

der höhere Preis armen Produzentenfamilien

in Mittelamerika

zugute kommt. Aber das gleiche

von Mindesteinkommensbezieherinnen

und -beziehern zu verlangen,

wäre zynisch. Und wie

sieht es mit anderen Produkten

aus? Haben Sie schon einmal

versucht, zu kontrollieren, wie

die Früchte angebaut werden,

die Sie essen, und unter welchen

Bedingungen die Kleider herge-

stellt werden, die Sie tragen? Das

geht vielleicht im Einzelfall, die

nötigen Informationen für alle

Produkte des täglichen Konsums

einzuholen, ist aber ein Ding der

Unmöglichkeit.

Natürlich soll sich jeder Konsument/jede

Konsumentin vor einer

Kaufentscheidung möglichst

gut über das Produkt informieren.

Um die Wirtschaft zu lenken,

reicht das aber nicht. Die

Politik muss den Unternehmen

auf nationaler und auf internationaler

Ebene gesetzliche Rahmenbedingungen

setzen, die verhindern,

dass sie die Umwelt zerstören

und Arbeitnehmer/-innen

zu Hungerlöhnen beschäftigen.

Alles andere ist Illusion.

walter.sturm@ak-ooe.at

● Urlaub mit Schulkindern

Viele Arbeitnehmer/-innen müssen ihren Urlaub mit den Ferien

ihrer Kinder abstimmen. Hier der Überblick über das laufende

Schuljahr. Weihnachtsferien: 24. Dezember bis 8. Jänner; Semesterferien:

20. bis 25. Februar; Osterferien: 8. bis 18. April; Landespatron:

4. Mai; Pfingsten: 3. bis 6. Juni. Dazu kommen der

26. Mai, der vom Landesschulrat als schulfrei empfohlen wurde, und

bis zu fünf Tage, die jede Schule individuell frei geben kann. Die

Sommerferien beginnen am 8. Juli und enden am 10. September.

Magazin der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich

Nr. 7, Dezember 2005, 36. (60.) Jahrgang. Erscheint siebenmal im Jahr.

Redaktionsanschrift: Volksgartenstraße 40, 4020 Linz, Tel. 050/6906-2182,

Fax (0 73 2) 65 45 46. ZLN: GZ 02Z033936 M

Redaktion: Dominik Bittendorfer, Rainer Brunhofer, Robert Eiter, Martina Macher,

Kurt Neulinger (Bild), Hans Preinfalk (Leitung), Norbert Ramp, Margit Schrenk (CvD),

Walter Sturm, Wolfgang Zeintlhofer (Produktion, Layout, Bild).

Ständige Mitarbeiter/-innen: Silvia Reisinger, Andreas Schmolmüller.

Fotos: KUTZLER WIMMER STÖLLINGER, Neulinger.

Medieninhaberin und Herausgeberin: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich,

4020 Linz, Volksgartenstraße 40.

Hersteller: Gutenberg-Werbering Gesellschaft m. b. H., 4020 Linz, Anastasius-Grün-Str. 6.

Verlags- und Herstellungsort: Linz. Auflage: 547.000


Ab 1. Jänner hat Österreich

die Möglichkeit,

einen Schwenk in der

europäischen Politik

einzuleiten: weg vom

„Europa der Konzerne“,

hin zu einer Wirtschaftspolitik,

bei der

die Menschen im Mittelpunkt

stehen.

Österreich wird

zum Jahreswechsel

für sechs Monate

den Vorsitz im Rat der

Europäischen Union

übernehmen. Dass ein

kleines Land in dieser

kurzen Zeit die politische

Ausrichtung der

EU um 180 Grad ändern

wird, erwartet

keiner. Einige Anstöße

für eine Richtungsänderung

erhoffen sich

die Arbeitnehmerinnen

und Arbeitnehmer allerdings

schon. Und

das zu Recht.

19 Millionen Arbeitslose

in der EU

sind jedenfalls ein

Alarmsignal, das nicht mehr

ignoriert werden darf. Die

Hauptursache für die hohe Arbeitslosigkeit

liegt in der falschen

Wirtschaftspolitik der

Union. Bei der Einführung des

Euro wurden strenge Stabilitätskriterien

festgeschrieben,

die seither eine sinnvolle, auf

Wachstum zielende Politik verhindern.

Der Euro wurde so

zwar zu einer harten Währung,

bezahlen müssen das aber die

europäischen Arbeitnehmer/innen.

Dem Neoliberalismus

völlig verschrieben

Während selbst in den USA

der Staat immer wieder in die

Wirtschaft eingreift, hat Europa

sich vollständig dem Neoliberalismus

verschrieben. Dass

sich die einzelnen Staaten bei

den Unternehmenssteuern fortwährend

gegenseitig unterbieten,

führt zudem dazu, dass vor

allem die großen Unternehmen

immer weniger zur Finanzie-

E U - P R Ä S I D E N T S C H A F T N U T Z E N !

Neue Politik

in Europa

rung öffentlicher Aufgaben beitragen.

Die geplante Dienstleistungsrichtlinie

ist ein anschauliches

Beispiel dafür, was derzeit

in der EU schief läuft. Für

Seit dem 1. Mai 2004 hat

die EU zehn neue Mitgliedsstaaten.

AK und Gewerkschaft

haben durchgesetzt,

dass der heimische Arbeitsmarkt

nicht sofort für

die neuen EU-Staaten geöffnet

wird. Bis Ende April 2006

müssen die „alten“ Mit-

Baufirmen, Installateure oder

Reinigungsunternehmen aus

EU-Ländern, die ihre Dienstleistungen

in einem anderen

EU-Land anbieten, soll in Zukunft

nur das Recht des Her-

K E I N E V O R Z E I T I G E Ö F F N U N G

Übergangsfrist

Wirtschaftsvertreter/-innen fordern eine Verkürzung

der Übergangsfristen für die Öffnung

des heimischen Arbeitsmarktes. Diesem Druck

darf die Regierung auf keinen Fall nachgeben,

fordert die Arbeiterkammer.

gliedsstaaten entscheiden, ob

sie die Übergangfrist auslaufen

lassen oder für weitere

drei Jahre verlängern wollen.

Wie die Entscheidung ausfallen

muss, ist klar: Die dramatische

Arbeitsmarktlage in

Österreich erlaubt keine vorzeitige

Öffnung.

kunftslandes gelten. Staaten

mit höheren sozialen Standards

werden unter Druck geraten.

Den Arbeitnehmern/-innen drohen

Verschlechterungen: weniger

Rechte, weniger Schutz,

weniger Geld bei Krankheit.

Für österreichische Firmen

wäre es leicht, Tochterfirmen

etwa in Portugal oder Großbritannien

zu gründen und alle

Beschäftigten über die Tochter

anzumelden. Die Folgen für

die Arbeitnehmer/-innen:

Arbeit auf Abruf

Eine neue EU-Wirtschaftspolitik

muss sich an den Interessen der

Arbeitnehmer/-innen orientieren.

(in Österreich verboten)

wäre möglich,

Entgeltfortzahlung im

Krankheitsfall gäbe es

nicht mehr, Kündigungsfristen

würden

deutlich kürzer.

Die Arbeiterkammer

verlangt daher

von der EU-Ratspräsidentschaft,

vehement

gegen diese Richtlinie

aufzutreten. Statt

Steuer- und Sozialdumping

zu betreiben, sollte

die EU lieber die Kaufkraft ihrer

Bürger/-innen stärken und

endlich eine weitere Lockerung

der unsinnigen Maastricht-

Kriterien beschließen. Das

heißt: vorübergehend eine höhere

Staatsverschuldung erlauben,

um der lahmenden Wirtschaft

wieder auf die Sprünge

zu helfen.

Kurskorrektur

wäre ein Erfolg

Gerechtigkeit und Demokratie,

Frieden und Wohlstand für

alle in einem vereinten Europa

– dahin sollte die Reise gehen.

Die EU ist zuletzt zu sehr in

Richtung eines grenzen- und

schrankenlosen Marktes abgedriftet.

Wenn nach sechs Monaten

zumindest eine kleine

Kurskorrektur feststellbar

wäre, dann könnte die österreichische

Ratspräsidentschaft

ein historisches Verdienst für

sich verbuchen.

martina.macher@ak-ooe.at

3


4

S C H A D E N E R S A T Z

Wer zahlt?

Ein falscher Dreh und

das Werkstück ist kaputt:

Arbeitnehmer/-innen

sind gegen Fehler nicht

immun. Immer

wieder verlangenUnternehmen

aber von

ihren Beschäftigten,

den ents

t a n d e n e n

Schaden abzudecken.

Wir

fragten den

AK-Rechtsexperten

Mag. Bernhard Lang,

ob das gerechtfertigt ist.

Lang: Nur in den seltensten

Fällen. Ein Arbeitnehmer

muss einen Schaden

nämlich nur dann voll ersetzen,

wenn er ihn absichtlich

herbeigeführt hat.

AK-Report: Und sonst?

Lang: Da kommt es auf

den Grad des Verschuldens

an: ob grob oder leicht fahrlässig

gehandelt wurde oder

ob es eine entschuldbare

Fehlleistung war.

AK-Report: Muss ein Arbeitnehmer

in solchen Fällen

den Schaden bezahlen?

Lang: Bei einer Fehlleistung

nicht, bei Fahrlässigkeit

meist einen Teilbetrag.

Es gibt aber auch hier Milderungsgründe:

etwa wenn

ein Arbeitnehmer den Schaden

bei einer Tätigkeit angerichtet

hat, für die er gar

nicht qualifiziert ist.

AK-Report: Was soll ein

Arbeitnehmer tun, wenn

der Chef von ihm verlangt,

den verursachten Schaden

zu ersetzen?

Lang: Nicht gleich zahlen,

sondern bei den AK-

Rechtsexperten nachfragen.

Die Telefonnummer lautet

050/6906-1. Informationen

gibt es aber auch unter

www.arbeiterkammer.com

im Internet.

Seit 24 Jahren arbeitet

Ingrid Jungmeier bei

VA Tech Elin EBG in

Linz. In dieser Zeit hat

es die Fachschulabsolventin,

die anfangs

nur mit einfachen

Tätigkeiten betraut

wurde, bis zur

Controllerin gebracht.

Von Kirchberg-Thening kam

Ingrid Jungmeier nach

Linz, um die dreijährige Fachschule

für wirtschaftliche Berufe

zu besuchen. 1981 erfolgte

der Einstieg in die kaufmännische

Verwaltung der damaligen

EBG in der Linzer Kraußstraße.

„Zu Beginn war ich nur mit

einfachen Tätigkeiten befasst.

Zum Beispiel Rechnungen erstellen

und Akten ablegen. Später

kam die kaufmännische Betreuung

der Schwachstromabteilung

sowie der Außenstellen

Ried und Attnang hinzu“, erzählt

Ingrid Jungmeier.

Großprojekte bis

10 Millionen Euro

Nach vielen internen Schulungen

gelang schließlich der

Aufstieg zur Controllerin für

weltweite Industrie-Projekte

des Unternehmens.

Ingrid Jungmeiers Job als

Projekt-Controllerin ist verantwortungsvoll:

Es geht immerhin

um elektrotechnische Anlagen

bis zu einem Auftragswert

von rund zehn Millionen Euro,

die das Unternehmen weltweit

errichtet, etwa für die Fahrzeug-

oder die Metallindustrie.

Jungmeier ist von Projektbeginn

an dabei: Gemeinsam mit

den Fachabteilungen ermittelt

und klärt sie Vertrags-, Steuer-,

Rechnungslegungs- und Zollbestimmungen.

Dann wird das

Projekt umgesetzt.

Überstunden

sind die Regel

„Vierteljährlich wird mit

dem technischen Projektleiter

die Entwicklung des Projekts

kontrolliert und wir prüfen, ob

es sich im Rahmen der Planung

bewegt. Bei großen Projekten

C O N T R O L L E R I N B E I V A T E C H E L I N E B G

Ingrid Jungmeier behauptet

sich erfolgreich in einem

von Männern dominierten

technischen Umfeld.

dauert so eine Sitzung schon an

die drei Stunden“, erklärt Ingrid

Jungmeier.

Ingrid Jungmeiers Job erfordert

eine fundierte Ausbildung,

laufende Weiterbildung, hohe

Motivation und großen persönlichen

Einsatz. Hätte sie diese

Frau mit

Verantwortung

B E S T E N S I N F O R M I E R T

Newsletter

Nützliche Tipps zum Umtausch

oder der Hinweis

auf eine Veranstaltung: Der

elektronische AK-Newsletter

liefert jede Neuigkeit per

E-Mail direkt auf Ihren Computer-Bildschirm.

Mehr als

6000 Interessierte nutzen dieses

Gratis-Service bereits –

zu ihrem Vorteil.

Schaffen auch Sie sich einen

Informationsvorsprung

und werden Sie Abonnent/

-in. Das geht ganz einfach:

Position auch als Mutter von

Kindern erreichen können? Ingrid

Jungmeier kann es sich

nicht vorstellen. „Der Termindruck

ist oft enorm, Überstunden

sind eher die Regel als die

Ausnahme“, erklärt sie.

rainer.brunhofer@ak-ooe.at

www.arbeiterkammer.com

im Internet aufrufen, in der

rechten Spalte „Newsletter“

anklicken, Formular ausfüllen

und absenden.


Vor allem jetzt, wenn

es draußen kalt und

ungemütlich ist, sind

Brett- und Gesell-

schaftsspiele eine sinnvolle

Alternative zu

Gameboy und Computer,

die es Familien ermöglicht,

Zeit miteinander

zu verbringen.

Spiele erlauben eine Reise in

eine andere Welt, entführen

in exotische Länder, sind mal

heiterer Zeitvertreib, mal spannender

Nervenkitzel oder kniffliger

Denksport. Klassische

Brettspiele wie Schach, Halma,

Mühle oder Backgammon kamen

ursprünglich aus dem Orient

und fanden im Hochmittelalter

ihren Weg nach Europa.

Mittlerweile gibt es eine unüberschaubare

Zahl interessanter

Gesellschaftsspiele, die

Spaß und Spannung versprechen

und ständig kommen neue

auf den Markt.

Spiele geben

Geborgenheit

Auch kommunikative Spiele

in Anlehnung an Game-Shows

sind sehr beliebt – eine willkommene

Abwechslung zur

„Stillbeschäftigung“ vor dem

PC oder Fernseher. Für kleine-

O N L I N E K A U F E N

Aufgepasst

Einkaufen im Internet ist

praktisch. Beim Bezahlen

stellt sich allerdings die Frage

der Sicherheit. Einzugsermächtigungen

oder die Preisgabe der

Kreditkartendaten bergen immer

noch ein Risiko. Die AK-

Konsumenteninformation empfiehlt

– wenn möglich – die

Bezahlung mit Einzahlungsschein

nach Erhalt der Ware.

Bei Bestellungen im Ausland

ist dafür aber meist ein Aufpreis

zu bezahlen. Vorauszahlungen

bei Internet-Geschäften

gehören nach Ansicht der AK

generell verboten.

S P A S S F Ü R D I E G A N Z E F A M I L I E

Machen Sie Ihr

Spiel – daheim!

re Kinder, gerade im Volksschulalter,

steht gemeinsames

Spielen mit den Eltern sowieso

ganz oben auf der Wunschliste,

weil sie die Aufmerksamkeit

Schluss mit Langeweile –

beim Spielen gemeinsam in

eine fremde Welt eintauchen.

genießen, die ihnen die Eltern

dabei schenken. Erziehungsexperten/-innen

haben erkannt,

dass Rituale wie regelmäßiges

Spielen in der Familie Kindern

Geborgenheit vermittelt, allen

Beteiligten hilft, Stress abzubauen

und neben allen pädagogischen

Vorteilen vor allem

Spaß macht. Kinder können

wichtige Erfahrungen sammeln,

die sie auch im Alltag

nutzen können. Sie lernen bestimmte

Regeln einzuhalten,

sich zu konzentrieren, mit Sieg

und Niederlage umzugehen.

Sie erfahren auch, dass man

eine gute Strategie, Fantasie

oder manchmal einfach nur

etwas Glück braucht. Und sie

entwickeln Teamgeist.

AK-Preisvergleich

für Brettspiele

Zu Weihnachten sind Brett-

und Gesellschaftsspiele beliebte

Geschenke. Die AK Oberösterreich

hat daher auch heuer

wieder einen Preisvergleich

der Neuheiten am Spielemarkt

durchgeführt. Da in den verschiedenen

Geschäften oft

enorme Preisunterschiede festgestellt

werden, ist es ratsam,

vor dem Kauf im Internet die

Homepage www.ak-konsumenten.info

zu besuchen und

sich über die aktuellen Preise

zu informieren. Übrigens können

Spiele auch in vielen Büchereien

ausgeliehen werden.

SILVIA REISINGER

presse@ak-ooe.at

A K R Ä T : N I C H T U N T E R D R U C K S E T Z E N L A S S E N !

Werbung für Pensionsvorsorge

Massiven Druck üben die

Anbieter von Pensionsversicherungen

derzeit auf die

Konsumenten/-innen aus. Die

Werbung ist oft irreführend.

Es wird suggeriert, dass ein

Vertragsabschluss noch vor

Jahreswechsel viel Ersparnis

bringt. Derzeit beträgt die

staatliche Prämie zur Pensionsvorsorge

neun Prozent der

jährlichen Einzahlung. Das

heißt, bei einer Zahlung von

840 Euro schießt der Staat

heuer 75,60 Euro zu.

Ersparnis nur

ein paar Euro

Nächstes Jahr wird die Prämie

um einen halben Prozentpunkt

gesenkt. Das heißt, der

Staat schießt dann 71,40 Euro

zu. Der Unterschied von 4,20

Euro sollte aber nicht dazu

verleiten, noch rasch einen

jahrzehntelang laufenden Vertrag

abzuschließen.

Die AK-Konsumenteninformation

rät: Wer eine

private Pensionszusatzversicherung

abschließen will,

sollte seine finanziellen Möglichkeiten

genau abwägen,

sich vorher ausreichend informieren

und nicht unter

Druck setzen lassen. Außerdem

sind auch andere, flexiblere

Sparformen oder der

Kauf einer Wohnung gute

Möglichkeiten der Vorsorge.

5


Der Weg zur Arbeit:

Einmal Firma

Rund 300.000

Menschen in

Oberösterreich

müssen pendeln.

Zwei Drittel

davon fahren

mit dem Auto,

nur ein Drittel

benützt öffentliche

Verkehrsmittel.

Dass nicht mehr

Leute mit Bus oder

Bahn fahren, liegt

oft an schlechten

Verbindungen.

6

Dort, wo sich Fuchs

und Hase gute

Nacht sagen, fahren keine

öffentlichen Verkehrsmittel.

Das ist weniger

eine Geschichte,

die man den Kindern

vorm Einschlafen erzählt,

sondern vielmehr

ein Problem, das TausendeArbeitnehmerinnen

und Arbeitnehmer

unmittelbar betrifft. Gerade

in den ländlichen

Regionen, wo es weder

ausreichend Arbeitsplätze

noch regelmäßige

Bus- oder Bahnverbindungen

gibt, sind die

Menschen gezwungen,

Tag für Tag ins Auto zu

steigen, um zur Arbeit

zu kommen. Alleine die

nach Linz fahrenden

Berufspendler/-innen

legen jährlich mehr als

500 Millionen Kilometer

zurück. Ein Drittel

von ihnen sagt, ein Umsteigen

auf öffentliche

Verkehrsmittel käme

nicht in Frage. Die übrigen

zwei Drittel wären

jedoch grundsätzlich

bereit, auf Bus oder

Bahn umzusteigen.

Wenn das Angebot nur

attraktiver wäre.

Öffis nicht

weiter ausdünnen

Die Devise kann daher

nur lauten: Es dürfen

keine weiteren Buslinien

und Zugstrecken

eingestellt werden. Vielmehr

muss der rasche

Ausbau von Schiene

und Straße auf die Tagesordnung

kommen.

Sieglinde Neumitka

arbeitet seit zehn Jahren

in Marchtrenk. Außergewöhnlich

dabei: Ihr

Wohnort ist Neustift im

Mühlkreis. „Zwei Stunden

verbringe ich jeden

Tag auf der Straße, im

Winter bis zu drei“, erzählt

die Pendlerin. 120

Kilometer legt sie dabei

zurück. „Aber man gewöhnt

sich an die Fahrerei.

Außerdem könnte

ich ohne Auto gar nicht

arbeiten gehen“, sagt

Sieglinde Neumitka

über ihr Pendlerdasein.

Ihr früherer Arbeitgeber

ist in Konkurs gegangen.

Seither muss sie

täglich das Weite suchen.

Öffis zu benützen

kommt nicht in Frage.

Die Strecke von Neustift

nach Marchtrenk

ist eine halbe Weltreise.

Abfahrt in Neustift um

5.45 Uhr, zweimal umsteigen,

drei Stunden

hin, drei Stunden retour,

wieder zweimal umsteigen,

Ankunft in Neustift

um 20.05 Uhr.

Nach nur 22 Minuten Zugfahrt heißt es: „Alles aussteigen bitte!“

Andrea Friedinger freut sich, dass die Zugverbindung zwischen ihrem

Heimatort St. Georgen an der Gusen und ihrem Arbeitsort Linz so gut ist.

Um halbwegs flott in

der Arbeit zu sein, fährt

Sieglinde Neumitka mit

dem Auto. „Wenn man

im Jahr an die 30.000

Kilometer mit dem Auto

unterwegs ist, geht man

schon ein gewisses Risiko

ein. Umso mehr

schaue ich, dass ich

Zeitdruck vermeide.“

Vor allem im Winter,

wenn im Mühlviertel oft

sehr viel Schnee liegt.

„Da fahre ich oft schon

um halb sechs weg.“

Dem Winter trotzt

auch Manfred Gartner

aus Eferding. Er bewältigt

seinen täglichen

Weg zur Arbeit mit dem

Drahtesel. Nicht nur bei

Sonnenschein, auch bei

Schnee und Regen. 25

Kilometer radelt der Fotograf,

um an seinen

Dienstort Pasching zu

kommen. In eine Richtung

wohlgemerkt. Am

Abend geht’s wieder 25

Kilometer retour. Im

Jahr ergibt das 12.000

Kilometer.

Früher sei er schon

mit dem Auto gefahren,

nur hin und wieder nach

Lust und Laune mit dem

Fahrrad, so Gartner. Irgendwann

habe er beschlossen,

das Auto in

der Garage stehen zu

lassen und nur mehr mit

dem Rad zu fahren. Damit

ist er natürlich ein

„Extrempendler“. Sein

Hauptargument ist, es


und zurück

sei gesund. Unter diesem

Gesichtspunkt wäre

das Fahrrad für viele,

die nur eine kurze Wegstrecke

zur Arbeit haben,

eine Alternative.

Ohne Auto wäre

ihr Weg zur Arbeit

eine halbe Weltreise.

Deswegen

steigt Sieglinde

Neumitka Tag für

Tag in ihren Wagen,

um die Strecke

von Neustift

zu ihrem Dienstort

Marchtrenk in Angriff

zu nehmen.

Manfred Gartner

trotzt Wind und Wetter.

Der Fotograf fährt

jeden Tag mit dem

Fahrrad von Eferding

nach Pasching und

wieder zurück. In

Summe 50 Kilometer.

Nicht nur zum Vergnügen,

sondern um in

die Arbeit zu kommen.

Andere, wie Sieglinde

Neumitka, sind aber auf

das Auto angewiesen.

„Auch wenn der Sprit

zwei Euro kostet“, sagt

sie. Eine Fahrgemein-

schaft käme billiger, das

Problem ist nur: „In

meine Richtung fährt

kein Mensch.“ Umso

mehr unterstützt sie die

Forderung der AK nach

einer höheren Pendlerpauschale,

die allen

Pendler/-innen zusteht.

Oft ist Flexibilität das

entscheidende Argument,

das Auto zu benützen.

Bus oder Zug

zwingen dazu, den Alltag

an den Fahrplan anzupassen.

Andrea Friedinger

macht das. Sie

pendelt mit dem Zug

von St. Georgen an der

Gusen nach Linz, wo

sie bei einer EDV-Firma

arbeitet. „Der Zug ist

schneller und bequemer.

Ich habe gute Verbindungen

und brauche

mich nicht über Staus

und fehlende Parkplätze

ärgern“, bringt sie die

Vorteile der Bahn auf

den Punkt.

Frisch und munter

in die Arbeit

Mit dem Zug bewältigt

die Angestellte ihren

Arbeitsweg in 22

Minuten. In ihrem Fall

würde die Fahrt mit dem

Auto wesentlich länger

dauern. „Ich nütze die

Zeit im Zug zum Lesen

und zum Dösen. Vor allem

bin ich froh, nicht

in aller Frühe hellwach

sein zu müssen.“ Radfahrer

Manfred Gartner

hat andere Bedürfnisse:

„Ich liebe es, frisch und

munter in die Arbeit zu

kommen anstatt schlaftrunken

ins Büro zu

wandeln.“ Er ist aber

die Ausnahme von der

Regel, die besagt: Ohne

Auto ist der Weg zur

Arbeit oft ein Ding der

Unmöglichkeit.

dominik.bittendorfer@ak-ooe.at

In acht ober-

österreichischen

Bezirken

pendelt mehr als

die Hälfte der

Arbeitnehmer/

-innen in einen

anderen Bezirk,

drei Viertel von

ihnen fahren

nach Linz.

7


Am 9. Juli dieses Jahres ist das Unfallkrankenhaus in Linz übersiedelt.

Das nicht mehr sanierbare Gebäude an der Blumau wurde

aufgegeben und ein neues bezogen, das in zweijähriger Bauzeit unmittelbar

neben dem AKH errichtet wurde. Die reibungslos verlaufene

Übersiedlung war eine gigantische Leistung, die höchsten Einsatz des

Personals erforderte. Vor kurzem ließ sich AK-Präsident Dr. Johann

Kalliauer vom Landesstellendirektor der Arbeitsunfallversicherungsanstalt,

Siegfried Geyer, und von der Betriebsratsvorsitzenden Anna

Landl das großzügig angelegte neue UKH zeigen. Dort sorgen 370

Bedienstete für rund 43.000 Unfallopfer pro Jahr. „Die Belegschaft hat

für das neue Haus gekämpft und ist mit vollem Elan bei der Sache“,

sagt Anna Landl. Dr. Kalliauer unterhielt sich mit einigen Bediensteten

über deren Anliegen und Probleme. Als besonders dringlich bezeichneten

diese die baldige Einstellung von mehr Personal. Denn zusätzlich

8

AK-Präsident besuchte neues UKH

zur ohnehin großen Belastung im Akutkrankenhaus

hat die Übersiedlung immens

viel Zeitausgleich und aufgeschobenen Urlaub

hinterlassen.

Leistbares

Skivergnügen

Moderate Preise und ein Skigebiet,

das Pisten für Anfänger

und auch für Könner bietet – so

wünschen sich Familien ihren

Skiurlaub. Aber gibt es das überhaupt?

Und ob. Die Jugendgästehäuser

Bad Ischl und

St. Gilgen warten mit einem

Spitzenangebot auf: Eine

Woche Unterkunft inklusive

Halbpension, Transfer in die familienfreundlichen

Skigebiete

Gaissau-Hintersee und Dachstein-West,

ein 5-Tages-Skipass

sowie Extras wie Hallenbad und

Sauna ab 285 Euro für Erwachsene

und 220 Euro für Kinder

machen den Skiurlaub zu einem

leistbaren Vergnügen. Buchungen

über das Internet unter

www.jugendherbergsverband.at

oder unter der Telefonnummer

(0732) 654286.

Der erste Job in

Wort oder Bild

Die Arbeiterkammer will Jugendliche

dazu animieren, ihre

Erfahrungen und Erlebnisse

Diplomkrankenschwester Silke Winter,

Betriebsrätin Anna Landl und

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer (v. l.)

beim Einstieg ins Berufsleben

literarisch oder fotografisch

festzuhalten. Als Preisgelder

beim Wettbewerb „First Job“

winken bis zu 1500 Euro. Einzureichen

sind die Arbeiten bis

Mitte Februar 2006. Näheres

unter www.sprichcode.net oder

unter der AK-Telefonnummer

050/6906-2625.

XL-Packung nicht

immer billiger

Je größer die Packung desto

höher der Preisvorteil: Die meisten

Konsumenten/-innen würden

dieser Aussage zustimmen

und zum Großteil haben sie damit

auch Recht. Im Schnitt – so

hat ein AK-Test ergeben – ist die

nächst größere Produktverpackung

zwischen 18 und 23 Prozent

billiger als die kleinere.

Manchmal ist aber auch das

Gegenteil der Fall. Bei zwölf

Prozent der erhobenen Waren

war die größere Menge im Verhältnis

sogar teurer als die kleinere.

Will man nicht in diese

Preisfalle tappen, bleibt nur eines:

auf den Grundpreis achten.

Das ist der Preis für ein Kilo oder

einen Liter. Er muss auf jedem

Produkt angegeben sein.

Musterbriefe auf

der AK-Homepage

Die Küchenmöbel sind nicht

zum vereinbarten Zeitpunkt geliefert

worden, die neue Garage

hat Sprünge in der Mauer: Immer

wieder müssen Konsumenten/-innen

schriftlich bei Firmen

intervenieren, um zu ihrem Recht

zu kommen. Wie aber am besten

formulieren, damit die Sache

rechtlich in Ordnung ist? Auf

der AK-Homepage gibt’s Hilfe:

Musterbriefe zu verschiedensten

Problemstellungen sind unter

www.ak-konsumenten.info abgespeichert.

Nutzen Sie dieses

Service!

Gebührenbefreiung

für Arbeitslose

Jetzt können auch Arbeitslose

und Bezieher/-innen von Notstandshilfe,

die bisher knapp

über der Einkommensgrenze lagen,

von der Rezeptgebühr befreit

werden. Das sind geschätzte

40.000 Personen in Österreich.

Wer im Monat weniger

als 770 Euro Arbeitslosengeld

oder Notstandshilfe erhält – bei

überdurchschnittlichen Gesundheitsausgaben

dürfen es 885

Euro sein –, kann bei der Krankenkasse

um Rezeptgebührenbefreiung

ansuchen. Möglich

macht das ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofes,

das die Berechnung

der Einkommensgrenze

vereinheitlicht. Vorher wurde

nicht unterschieden zwischen

Arbeitslosen, die nur zwölfmal

im Jahr Geld bekommen, und

anderen gebührenbefreiten Personengruppen,

die jährlich 14mal

ein Einkommen beziehen.


Von Natur aus ist die

Auslagendekorateurin

Silvia Einfalt ein dunkler

Typ und wäre somit ein

perfekter Krampus. Mit

blonder Perücke und

Flügeln macht sie an

den Advent-Samstagen

aber auch als Christkind

eine gute Figur.

Christkind sein ist heutzutage

wirklich nicht

einfach: Nicht nur, dass

man sich neuerdings gegen

den Weihnachtsmann

behaupten muss. Nein, der

Job verlangt auch Ausdauer

und Einsatz von denjenigen,

die ihn machen

müssen oder dürfen.

Anstrengend, aber

abwechslungsreich

Im Falle von Silvia Einfalt

ist es eher ein Dürfen.

Die 22-jährige Auslagendekorateurin

aus St. Valentin

arbeitet seit vier

Jahren bei C&A in Linz

und schlüpft dort alle Jahre

wieder in das Kostüm

des Christkinds. Als solches

schwirrt sie dann in

der Weihnachtszeit durch das

ganze Kaufhaus und verteilt

Leckereien. Da sie den „Beruf“

M E H R G E L D F Ü R A R B E I T N E H M E R / - I N N E N !

Landesbudget

Immer mehr Menschen haben

keine Arbeit, auch in

Oberösterreich. Um die Zahl

der Arbeitslosen zu senken

und Jobs zu schaffen, braucht

es ein höheres Wirtschaftswachstum.

Da muss auch die

Landespolitik aktiv sein und

mit öffentlichen Investitionen

in die Infrastruktur die

Konjunktur ankurbeln.

Auf Druck der Arbeiterkammer

wurden zwar die

Mittel dafür im Landesbudget

erhöht, aber es muss noch

mehr geschehen. Die AK hat

V O M S C H A U F E N S T E R I N S E N G E R L K O S T Ü M

Über die Arbeit

als Christkind

Samstags-Christkind schon seit

ihrem Eintritt bei C&A ausübt,

kann sie auch von den Schat-

daher ein Forderungspaket

geschnürt und wird darauf

pochen, dass die einzelnen

Punkte im kommenden Jahr

umgesetzt werden. Dazu

zählen neben der Bekämpfung

der Arbeitslosigkeit der

Ausbau ganztägiger Schulen

und der Kinderbetreuung –

vor allem für Unter-Dreijährige.

Höhere Förderungen

für Weiterbildung und berufliche

Umschulung sowie eine

verbesserte Gesundheitsförderung

in den Betrieben sind

weitere wichtige Anliegen.

Silvia Einfalt vor ihrem Einsatz: Noch

schnell die Perücke zurecht machen

und fertig ist das Christkind.

tenseiten des Christkind-Daseins

ein (Weihnachts-)Lied

singen. „Anstrengend ist es

schon, weil man ja den ganzen

Tag auf den Beinen ist“, sagt

Einfalt. „Andererseits ist es

aber auch mal etwas anderes.

Manche Kinder sind zwar zuerst

ein wenig geschreckt, wenn

ich sie anspreche, aber das legt

sich schnell, wenn sie die Süßigkeiten

sehen“, erzählt sie.

Die Reaktionen der Erwachsenen

sind ebenfalls positiv:

„Die meisten freuen sich, wenn

sie das Christkind sehen

und deponieren gleich ein

paar Wünsche bei mir“,

sagt Einfalt.

Kompliment

vom Nikolaus

Und auch der ganz ech-

te Nikolaus, der um den

6. Dezember dem Geschäft

immer einen Besuch

abstattet, hat ihr

schon gesagt, dass sie als

Christkind eine gute Figur

mache. Unter den Kollegen/-innen

ist sie ebenfalls

gerne gesehen: „Die freu-

en sich, weil hin

und wieder auch

ein Zuckerl für

sie abfällt“, sagt

Silvia Einfalt.

„Das alles entschädigt dafür,

dass dir am Abend die

Füße weh tun und der Schädel

brummt“, resümiert das Christkind.

sabine.naderer@ak-ooe.at

Z W I S C H E N D E N F E I E R T A G E N E R R E I C H B A R

Die AK ist für Sie da

Warum gerade zu Jahresende

mehr Arbeitnehmerinnen

und Arbeitnehmer

gekündigt und entlassen werden

als zu irgendeinem anderen

Zeitpunkt im Jahr, ist

nicht erklärbar. Trotzdem hat

der blaue Brief im Dezember

Hochsaison. Zu den Sorgen,

die damit auf die Betroffenen

mitten in den Festtagen einstürzen,

kommen nun zahlreiche

Fragen: Darf mich

mein Arbeitgeber überhaupt

so kurzfristig kündigen? Was

ist mit dem offenen Urlaub?

Muss ich mich jetzt sofort

arbeitslos melden und wie

hoch wird das Arbeitslosengeld

sein?

Rat und Hilfe gibt es bei

den Rechtsexperten/-innen

der Arbeiterkammer, die auch

zwischen den Feiertagen für

die Mitglieder da sind. Erreichbar

sind sie unter der

Telefonnummer 050/6906-1

von Montag bis Donnerstag

von 7.30 Uhr bis 16 Uhr, freitags

von 7.30 bis 13.30 Uhr

und als spezielles Service

dienstags sogar bis 19 Uhr.

9


Stundenlanges Sitzen

oder Stehen, einseitige

und erzwungene Körperhaltungen

sowie anhaltenderBewegungsmangel

können zu dauerhaften

und schmerzvollen

Beschwerden führen.

Vorbeugen ist jedenfalls

besser als heilen.

Der Mensch ist ein „Bewegungstier“:

Skelett, Muskeln

und das Herz-Kreislauf-

System sind für tägliche und

abwechslungsreiche körperliche

Aktivitäten konstruiert. Die

moderne Arbeitswelt wird diesem

Bedürfnis nur selten gerecht.

Viele Tätigkeiten belasten

den Körper übermäßig und

einseitig, oft verbunden mit

langem Stehen oder Sitzen.

Langfristig können sich daraus

Beschwerden wie chronische

Rückenschmerzen, Migräne

aufgrund von Verspannungen

oder sogar ein Bandscheibenvorfall

entwickeln.

Täglich zehn

Minuten üben

40 Prozent der Frühpensionierungen

sind auf Probleme

mit dem Bewegungsapparat

zurückzuführen. Neben der

Das Budget

2006

der AK Oberö

s t e r r e i c h

sieht Ausgaben

in Höhe

von rund 55

AK-Direktor

M i l l i o n e n

Josef Peischer

Euro vor und

wird fast zur Gänze durch die

Beiträge der Mitglieder aufgebracht.

„Die Rechtsberatung

macht mit mehr als 20

Millionen Euro den größten

Budgetposten aus, gefolgt

vom Kultur- und Bildungsbereich

sowie dem Konsumentenschutz“,

umreißt AK-

Direktor Dr. Josef Peischer

die wichtigsten Vorhaben für

das kommende Jahr. Die Verwaltungskosten

werden wie-

10

B I L D S C H I R M S C H O N E R Z U M D O W N L O A D E N

Computer-Girl

Nina hält fit

Vermeidung von Belastungen

beugt man Rückenschmerzen

am besten mit täglichen fünf-

bis zehnminütigen Bewegungs-

Bildschirmschoner

„Nina“ hilft, mit

einfachen Übungen

fit zu bleiben.

übungen vor. „Fit mit Nina“,

eine Initiative der AK Oberösterreich,

macht es einfacher,

sich auch am Arbeitsplatz fit

D I R E K T O R D R . J O S E F P E I S C H E R

AK-Budget 2006

Kultur, Bildung

12,69

Information, Mitgliederkommunikation

5,19

Wirtschaft,

Konsumentenschutz,

Wissenschaft

7,90

Rechtsberatung

und -vertretung

20,09

Fachausschüsse

0,04

Unterstützungen,

Beihilfen

2,27

Selbstverwaltung

0,79

Rücklagen,

gesetzliche

Rückstellungen

3,28

Kosten der

Umlage-

Einhebung

1,03

Leistungen an

die Bundesarbeitskammer

1,52

Leistungsübersicht in Millionen Euro

zu halten. Zur Aktion gibt es

ein Poster, eine Broschüre und

einen Bildschirmschoner, der unter

www.arbeiterkammer.com

gratis heruntergeladen werden

kann. Einfache Übungen helfen,

in wenigen Minuten Muskeln

zu kräftigen und Sehnen

zu dehnen.

Umfassendes

AK-Programm

Die Arbeiterkammer bietet

jedes Jahr ein umfangreiches

Programm zur betrieblichen

Gesundheitsförderung. Das

Veranstaltungsangebot richtet

sich vor allem an Betriebsräte/

-innen, Jugend- und Sicherheitsvertrauenspersonen

sowie

an Arbeitsmediziner/-innen,

Arbeitspsychologen/-innen und

Sicherheitsfachkräfte. Aber

auch Personalverantwortliche

und Führungskräfte sind Ansprechpartner/-innen

der AK,

denn nur die Zusammenarbeit

in den Unternehmen ermöglicht

eine erfolgreiche Gesundheitsförderung

für alle Beschäftigten.

Beratung gibt es

sowohl für Betriebe als auch

für Arbeitnehmer/-innen.

Nähere Informationen unter

der Telefonnummer 050/6906-

2342 zum Ortstarif aus ganz

Oberösterreich.

rainer.brunhofer@ak-ooe.at

der gesenkt – diesmal um

0,2 Prozentpunkte gegenüber

2005 – und sollen im

kommenden Jahr 1,4 Prozent

des Budgets betragen.

„Neben dem umfassenden

Servicebereich wird auch

die politische Interessenvertretung

natürlich ein Schwerpunkt

sein“, betont Peischer.

Er verweist dabei auf die

Erfolge der Arbeiterkammer,

wie etwa die jüngste Gesetzes-Initiative,

die Konkursopfern

rund zehn Millionen

Euro im Jahr sparen wird.

„Unsere Mitglieder werden

auch im Jahr 2006 landesweit

das umfassende Leistungsangebot

der Arbeiterkammer

nutzen können“,

verspricht Peischer.


Mit Unterstützung von

AK-Consult konnte der

Betriebsrat des Krankenhauses

der Elisabethinen

Linz die Vergabe

der Wäscherei an einen

externen Dienstleister

verhindern. Nun wird

mit den Welser Kreuzschwestern

kooperiert.

Platzmangel, Hitze, schlechte

Beleuchtung – die Arbeitsbedingungen

für die 20

Mitarbeiter/-innen der Wäscherei

im Krankenhaus der Elisabethinen

in Linz waren nicht

die besten. Auch die Qualität

mancher Geräte ließ zu wünschen

übrig. Also wurde nach

einer Lösung dieser Probleme

gesucht.

„Die Überlegungen reichten

von Neubau der Wäscherei über

Ausgliederung bis hin zur

Fremdvergabe“, sagt Betriebsrat

Johannes Gstöttenmayer. Er

holte sich für die Verhandlungen

Rat und Unterstützung bei

der AK-Consult: „Die haben

alle Standpunkte und Vorschläge

auf Vor- und Nachteile untersucht.

Das hat uns bei den Bemühungen,

eine akzeptable Lösung

zu finden, sehr geholfen.“

Mit der nun getroffenen Entscheidung

können Betriebsrat

und Mitarbeiter/-innen gut le-

O R D E N S S P I T Ä L E R A R B E I T E N Z U S A M M E N

Großwäscherei

sichert Arbeit

ben. Die Wäschereien der Elisabethinen

und des Welser Klinikums

der Kreuzschwestern

werden bis zum Jahr 2007 zusammengelegt

– zu einer Großwäscherei

für 70 bis 80 Mitarbeiter/-innen

mit Sitz in Wels.

Z U W E N I G B E Z A H L T, D A N N G E K Ü N D I G T

AK schritt ein

Schon kurz nach ihrem

Einstieg bei einem Betriebsservice-Unternehmen

wurde einer Teilzeitbeschäftigten

aus Traun nahe gelegt,

unbezahlten Urlaub zu nehmen.

Es sei zu wenig Arbeit

da, so die Begründung. Die

Angestellte lehnte ab, kam

dem Arbeitgeber aber entgegen

und einigte sich mit ihm

darauf, vorübergehend für

nur zehn Stunden pro Woche

angemeldet zu werden. Doch

auch als sie wieder 20 Stunden

arbeitete, bekam sie wei-

terhin nur zehn bezahlt. Als

Draufgabe flatterte der Frau

wenige Monate später die

Kündigung ins Haus.

Die Arbeitnehmerin suchte

Rat bei der Arbeiterkammer.

Wie sich herausstellte, war

die Kündigung terminwidrig

erfolgt, insgesamt waren

3500 Euro ausständig. Die

AK-Rechtsexperten/-innen

forderten die offenen Ansprüche

beim Arbeitgeber ein.

Vergebens. Erst nach einer

Klage der Arbeiterkammer

kam die Frau zu ihrem Geld.

Elisabethinen-Betriebsrat Johannes

Gstöttenmayer mit Anna Wagner

(links) und Duška Samcevic.

Kostensenkung und Qualitätssteigerung

sind die Hauptziele

des Projektes. Verbesserung

der Arbeitsabläufe und

die optimale Gestaltung der

Arbeitsplätze in der Wäscherei

kommen noch hinzu.

„Eine gute Lösung. Nicht zuletzt

deshalb, weil diese Großwäscherei

im Ordensverband

bleiben wird“, sagt Johannes

Gstöttenmayer. Für die Mitarbeiter/-innen

würden sich daher

weder Dienstgeber noch

Kollektivvertrag ändern. „Außerdem

besteht zwischen den

Betriebsräten in Linz und Wels

ein regelmäßiger Kontakt“, so

der Arbeitnehmervertreter.

Arbeitsplätze

sind garantiert

Wer von den 20 Linzer Mitarbeiter/-innen

nach Wels

wechseln wird, ist noch offen.

Fest steht: Wer nicht wechseln

will, bekommt im Krankenhaus

in Linz eine Stelle. „Dafür

haben wir eine Zusage“,

erklärt Gstöttenmayer.

ANDREAS SCHMOLMÜLLER

presse@ak-ooe.at

L I N Z B E I K I N D E R B E T R E U U N G S P I T Z E

Ein dichtes Netz

Eltern in und um Linz

haben es gut: Bei der

Kinderbetreuung bietet die

Landeshauptstadt Vollversorgung,

der Bezirk Linz-

Land ist auf dem Weg dorthin.

Bereits zwei Drittel der

Gemeinden haben Angebote

für jede Altersgruppe. Zuletzt

wurden im Kronstorfer

Kindergarten die Öffnungszeiten

ausgeweitet, in Pucking

wurde eine Krabbelstube

eingerichtet und in

Piberbach der Kindergarten

am Nachmittag für Volks-

aus Linz

und

Linz-Land

schüler/-innen geöffnet. So

erfreulich wie im Großraum

Linz ist die Situation landesweit

freilich nicht. Der neue

AK-Kinderbetreuungsatlas

zeigt, dass es in jeder dritten

Gemeinde weder ein Angebot

für Unter-Dreijährige,

noch einen Kindergarten mit

Mittagessen, noch eine Nachmittagsbetreuung

für Volksschulkinder

gibt. Hürden, die

vielen Müttern den Weg zurück

ins Berufsleben verbauen

und die rasch weggeräumt

werden müssen.

11


Mit der AK ermäßigt ins

Kunstmuseum Lentos

Das Linzer Lentos

ist eines der

bedeutendsten Museen

Europas für zeitgenössische

Kunst. Mit

der AK-Leistungskarte

ist der Eintritt ab sofort

um 30 Prozent

ermäßigt.

Das Lentos ist nicht nur ein architektonisches

Meisterwerk. Auch die Sammlung

des Kunstmuseums umfasst zahlreiche

bedeutende Werke – von der klassischen

Moderne mit Gustav Klimt, Egon

Schiele und Oskar Kokoschka bis zu internationalen

Künstler/-innen der Zeit nach

1945 wie Andy Warhol, Keith Haring,

Valie Export oder Elke Krystufek. Die Bestände

werden laufend durch Ankäufe ergänzt.

Darüber hinaus bietet das Lentos aktuelle

Ausstellungen wichtiger zeitgenössischer

Künstler/-innen. Unter dem Titel

„model architecture“ sind derzeit Arbeiten

P.b.b., Erscheinungsort Linz, Verlagspostamt 4020 Linz. ZLN: GZ 02Z033936 M

www.arbeiterkammer.com

Werke von der klassischen Moderne (oben: Oskar Kokoschka)

bis zur Gegenwart (Skulptur links: Matt Mullican) sind im Lentos zu sehen.

des amerikanischen Bildhauers, Konzept-

und Performancekünstlers Matt Mullican

zu sehen, der als einer der einflussreichsten

Künstler der Gegenwart gilt. Ab

10. März 2006 folgt die erste museale

Werkschau des österreichischen Malers

Gottfried Helnwein, der berühmt für seine

hyperrealistischen Darstellungen menschlicher

Gesichter ist. Und ab 22. Juni 2006

präsentiert das Lentos seine eigene sehenswerte

Skulpturensammlung. Da die zeitgenössische

Kunst in besonderem Maße einer

Einführung und Erklärung bedarf, ist

bei allen Ausstellungen eine Führung unbedingt

zu empfehlen.

Ihre Leistungskarte ist bares Geld wert! So erspart sie zum

Beispiel zwei Euro beim Eintritt ins Museum Lentos in Linz.

Fotos: Lentos (2), OÖN/Wa


Einen neuen Betriebsrat

gibt es seit kurzem im

Evangelischen Diakoniewerk

in Gallneukirchen.

Das junge Team

vertritt die Interessen

von 1100 Beschäftigten

in ganz Österreich –

was die Sache nicht

ganz einfach macht.

Das Diakoniewerk hat seinen

Sitz in Gallneukirchen,

seine Standorte sind aber

auf ganz Österreich verteilt.

Angeboten werden soziale

Dienste von der Behindertenbetreuung

bis zur Altenpflege,

aber auch andere Einrichtungen

von der Gärtnerei bis zur

Buchhandlung. Seit Mai ist ein

neuer Betriebsrat für die Anliegen

der insgesamt 1100 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter

zuständig. Vorsitzender Thomas

Lasinger: „Alles unter einen

Hut zu bringen, ist eine

große Herausforderung für uns.

Nicht nur die Standorte sind

ganz unterschiedlich, sondern

auch die Interessen der Kolleginnen

und Kollegen.“

„Mir ist es wichtig, dass sich

alle 14 Mitglieder des Betriebsrates

engagieren. Sie bekommen

an ihrem Arbeitsplatz mit,

wo die Belegschaft der Schuh

drückt und können umgekehrt

D I A K O N I E W E R K G A L L N E U K I R C H E N

Junges Team

im Betriebsrat

Informationen direkt an die

Beschäftigten weitergeben“,

sagt Thomas Lasinger im

Gleichklang mit seinen Kollegen

Bertold Weichselbaumer

und Anton Sigl. Beide sind zur

Hälfte für die Betriebsrats-

arbeit freigestellt und arbeiten

A R B E I T E R K A M M E R E R S T R I T T 8 3 0 0 E U R O

Um Lohn geprellt

Weil sie nach mehrmaligerZahlungsaufforderung

von ihrem Arbeitgeber

kein Geld bekam, trat eine

junge Frau aus dem Bezirk

Rohrbach aus ihrem Dienstverhältnis

aus. Sie hatte etwas

mehr als ein Jahr bei der

Firma gearbeitet. Die Frau

wandte sich an die Arbeiterkammer

Rohrbach und ersuchte

um Unterstützung.

Diese nahm mit dem Unternehmen

Kontakt auf. Die

Firma schaltete jedoch auf

stur, erst unter Androhung

einer Klage wollte sie die

offenen Gehälter zahlen. Da

sich das Unternehmen aber

weiterhin weigerte, das ausständige

Urlaubs- und Weihnachtsgeld

sowie die Kündigungsentschädigung

zu bezahlen,

lehnte die Frau das

Angebot ab. Der Fall ging daher

vor Gericht. Dieses stellte

fest, dass die Arbeitnehmerin

berechtigt ausgetreten war.

Letztlich einigten sich die

Streitparteien auf einen Vergleich.

Die Frau bekam 8300

Euro brutto nachbezahlt.

Betriebsrat Thomas Lasinger

im Gespräch mit seinen Kolleginnen

Ingrid Elmecker

(links) und Susi Tischler.

je 20 Stunden in der Behindertenbetreuung.

In den vergangenen 20 Jahren

hat sich die Zahl der Beschäftigten

fast verdreifacht. „Veränderungen

in allen Bereichen

waren daher notwendig“, so die

Betriebsräte. Da zum Beispiel

Betreuungsgruppen verkleinert

wurden, hat sich das auf die

Arbeitszeiten ausgewirkt.

Änderungen bei

den Arbeitszeiten

„Es gibt jetzt mehr Unterbrechungen

der Arbeitszeit. Deswegen

müssen viele am Wochenende

arbeiten, um auf ihre Stunden

zu kommen“, skizziert Thomas

Lasinger die neuen Belastungen.

Betroffen sind vor allem Frauen.

Sie machen den Großteil der

Belegschaft aus.

Derzeit verstärkt der Betriebsrat

das Verhandlungsteam

der Gewerkschaft, das um einen

Kollektivvertrag ringt. „Bisher

hatten wir keinen. Aber es

schaut gut aus. Wir stehen kurz

vor dem Abschluss“, sagt Thomas

Lasinger.

dominik.bittendorfer@ak-ooe.at

V E R B E S S E R U N G E N I M M Ü H L V I E R T E L

Kinderbetreuung

Immerhin 21 der 122 Mühlviertler

Gemeinden haben

im vergangenen Jahr ihr Kinderbetreuungsangebotausgebaut.

Damit haben die Bezirke

nördlich der Donau den

Anschluss an den Landesdurchschnitt

geschafft. Das

geht aus einer Erhebung der

Arbeiterkammer Oberösterreich,

dem aktuellen Kinderbetreuungsatlas,

hervor.

Die größten Fortschritte

machte die Gemeinde Neumarkt

im Bezirk Freistadt,

wo die tägliche Öffnungszeit

aus Freistadt,

Perg, Rohrbach und

Urfahr-Umgebung

des Kindergartens verlängert

wurde. Außerdem werden

dort jetzt auch Unter-Dreijährige

betreut.

Insgesamt hat sich das Angebot

im Mühlviertel zwar

verbessert, in 47 Gemeinden

lässt es allerdings noch zu

wünschen übrig. In diesen

Orten gibt es weder eine

Krabbelstube noch einen

Hort für Volksschüler/-innen.

Außerdem haben die dortigen

Kindergärten weniger als acht

Stunden am Tag geöffnet und

bieten kein Mittagessen an.

11


Sie halten zusammen,

was zusammen gehört:

Die Nägel und Heftklammern

der Firma

Beck aus Mauerkirchen

im Innviertel. Das deutsche

Unternehmen hat

zuletzt kräftig ausgebaut,

die Arbeitsplätze

scheinen gesichert.

Wir bieten 12.000 verschiedene

Sorten Heftklammern

an und 600 Sorten

Brads – das sind die Nägel, die

mit Druckluftpistolen verschossen

werden. Daher sind

wir in der Lage, alle Kundenwünsche

zu erfüllen“, erzählt

Silvia Scharf, Betriebsrätin bei

Beck. Bei den Heftklammern

sei nicht mehr so viel zu verdienen,

die Nägel gingen aber

nach wie vor gut. Zu den

Kunden der Firma Beck gehören

unter anderem bekannte

Marken wie Hitachi und Philipps.

Besser verdienen

in der Nachtschicht

Die Firma Beck hat sich in

den vergangenen vier Jahrzehnten

zum wichtigsten Arbeitgeber

in Mauerkirchen entwickelt.

1966 hat das deutsche

A U F K O S T E N D E R L K W - F A H R E R

Billige Tricks

Die Versuche der Unternehmer/-innen

im

Transportgewerbe, ihre Gewinne

auf Kosten der Beschäftigten

zu steigern, werden

immer skurriler. So hat

ein Unternehmer aus Salzburg

zwei seiner Fahrer angeblich

zu viel gefahrene Kilometer

vom Lohn abgezogen.

Dazu verglich der Unternehmer

die tatsächlich gefahrenen

Kilometer mit der

kürzesten Strecke laut eines

Routenplaners im Internet.

Erst als die Arbeiterkammer

B E C K P R O D U Z I E R T N Ä G E L U N D K L A M M E R N

Munition für

Machen Nägel mit Köpfen:

Anita Ortner (links) mit

Betriebsrätin Silvia Scharf.

Unternehmen als Untermieter

einer Maschinenbaufirma mit

fünf Mitarbeitern begonnen,

heute sind 124 Frauen und 86

Männer dort beschäftigt. „Die

Niederlassung in Mauerkir-

Schärding mit einer Klage

drohte, zahlte der Unternehmer

die ausstehenden 2000

Euro. Nun versucht es das

Unternehmen auf eine neue

Art: Einem Kraftfahrer wurden

223 Euro vom Lohn abgezogen.

Als Begründung

gibt das Unternehmen an, er

habe statt der vom Lkw-Hersteller

errechneten 35 Liter

Diesel auf 100 Kilometer 39

Liter verbraucht. Die Rechtsexpert/-innen

der Arbeiterkammer

haben Klage gegen

dieses Vorgehen einge-

Pistolen

chen hat sich gut entwickelt.

Wir sind die wichtigste Fabrik

im Unternehmen geworden

und haben noch Platz für einen

weiteren Ausbau“, freut sich

die Betriebsrätin. Der Großteil

der Nägel und Klammern wird

ins Ausland verkauft, in den

USA sorgt ein Tochterunternehmen

für den Vertrieb.

Mit dem Einkommen bei

Beck könne man grundsätzlich

zufrieden sein, sagt

Scharf. „Natürlich könnte es

mehr sein. Da bleibt für viele

nur die Schicht. Ich merke

das, wenn sich immer öfter

auch Frauen für die Dauernachtschicht

interessieren. Da

schauen schon 300 bis 400

Euro pro Monat mehr heraus.

Nur muss man das auch aushalten,

Geist und Körper leiden

darunter.“

Ein Problem sei, dass der

höhere Lohn aus der Nachtschicht

oft fix verplant sei.

„Steht man die Nachtarbeit

dann auf Dauer nicht durch,

wird es finanziell eng. Besonders

junge Kolleginnen und

Kollegen sind da gefährdet.“

norbert.ramp@ak-ooe.at

A U S B A U D E S A N G E B O T S I N B R A U N A U

Kinderbetreuung

Das Kinderbetreuungsangebot

im Bezirk Braunau

hat sich in vier Gemeinden

verbessert. So das Ergebnis

einer aktuellen AK-Erhebung.

In Mauerkirchen wurde

eine Krabbelstube eingerichtet,

in St. Pantaleon ein

Hort und in Neukirchen/Enknach

sowie in Weng bieten

die Kindergärten jetzt täglich

ein Mittagessen an. Generell

ist das Angebot im Innviertel

aber noch immer deutlich

schlechter als im Landesdurchschnitt.

Nur sechs der

aus den Bezirken

Braunau,

Ried im Innkreis

und Schärding

insgesamt 112 Gemeinden

des Innviertels bieten Betreuung

an, die dem Bedarf berufstätiger

Eltern entspricht:

Kindergärten mit Öffnungszeiten

von mehr als acht

Stunden pro Tag, Betreuungsangebot

für Unter-Dreijährige

und Nachmittagsbetreuung

für Volksschulkinder

samt Mittagessen. In der Gemeinde

Lochen hat sich das

Angebot im Vergleich zum

Vorjahr sogar verschlechtert

– es gibt dort keine Lernbetreuung

mehr.

11


Vor zwei Jahren ist

Miba Frictec nach Roitham

übersiedelt. Für die

Beschäftigten hat der

Umzug nicht nur ein

neues Fabriksgebäude

gebracht, die Mehrheit

der Arbeiter/-innen

kann sich auch über

mehr Lohn freuen.

Arbeiterbetriebsrat Franz

Krammel ist stolz auf das

Lohnschema, das er mit der

Geschäftsführung ausgehandelt

hat: „Von den 84 Mitarbeitern,

die davon betroffen sind, bekommen

jetzt 68 mehr Lohn.

Für die Übrigen ist das Einkommen

gleich geblieben. Die

Kollegen sind zufrieden.“

Das neue Lohnschema ersetzt

die früheren Akkordregelungen,

die Mitarbeiter/-innen

werden von ihren Vorgesetzten

regelmäßig beurteilt. Von dieser

Bewertung hängt ab, wer

sich über mehr Geld freuen

kann. Fühlt sich jemand benachteiligt,

kann er/sie die

Lohnkommission anrufen. Dort

beraten Betriebsrat und Geschäftsführung

gemeinsam.

Franz Krammel: „In zwei Jahren

hat es nur vier Fälle gegeben,

in drei davon wurde zu

Gunsten des Arbeitnehmers

entschieden.“

NEUES SCHEMA ERSETZT AKKORDREGELUNG

Mehr Lohn

bei Frictec

Miba Frictec ist Teil der

Miba-Gruppe. Vor zwei Jahren

übersiedelte die Fabrik von

Vorchdorf nach Roitham, die

Zahl der Beschäftigten wuchs

von rund 80 auf mehr als 200.

L A N G E S W A R T E N A U F P E N S I O N

Arbeitsunfall

Dass es auch nach einem

schweren Arbeitsunfall

schwierig ist, VersehrtenundBerufsunfähigkeitspension

zugesprochen zu bekommen,

hat ein von der AK

Gmunden beantragtes Verfahren

gezeigt. Ein damals

52-jähriger Arbeitnehmer aus

dem Salzkammergut war im

Herbst 2002 mit dem Kopf

zwischen einen Gabelstapler

und eine Eisentraverse geraten.

Er war daraufhin monatelang

im Krankenstand und

konnte nicht mehr an seinen

Arbeitsplatz zurückkehren.

Der Mann stellte wenig später

Anträge auf Versehrten-

und Berufsunfähigkeitspension,

die allerdings abgelehnt

wurden. Er wandte sich an

die AK, die ihn im Rahmen

ihres Rechtsschutzes auch

vor Gericht vertrat. In beiden

Fällen ging das Verfahren

über zwei Instanzen, erst im

Sommer 2005 – und damit

nach fast drei Jahren Dauer

– wurde dem Mann Versehrtenrente

und Berufsunfähigkeit

zuerkannt.

Frictec-Betriebsrat Franz Krammel

mit Lehrling Christian Pendl und

Karl-Heinz Strassmair (v. l. n. r.).

Dass manche nun weiter zur

Arbeit fahren müssen, werde

akzeptiert. „Wer mehr als zehn

Kilometer entfernt wohnt, bekommt

von der Firma einen

Zuschuss. Das hilft, die Fahrt-

kosten in Grenzen zu halten“,

sagt Betriebsrat Krammel.

Spezialprodukte

für Fahrzeuge

Bei Frictec werden Speziallamellen

für Kupplungen und

Bremsbeläge gefertigt. Die

Produkte aus Roitham sorgen

etwa im Porsche Cayenne, in

BMW-Motorrädern, Traktoren,

Lokomotiven und sogar in

Schiffen für die nötige Reibung.

„Unser Vorteil ist, dass

wir nicht nur für Autos produzieren.

So sind wir weniger

krisenanfällig“, erzählt Franz

Krammel. Der Betriebsrat hat

allerdings immer öfter mit finanziellen

Sorgen seiner Kolleg/-innen

zu kämpfen: „Auch

wenn wir gut verdienen, aber

die zahlreichen Belastungen

der Regierung gehen ganz

schön ins Geld.“

norbert.ramp@ak-ooe.at

A N G E B O T W E I T E R V E R B E S S E R T

Kinderbetreuung

Die Region Vöcklabruck/

Gmunden ist spitze: Obwohl

das Kinderbetreuungsangebot

hier ohnehin schon

deutlich über dem Landesdurchschnitt

liegt, gibt es im

Vergleich zum Vorjahr wieder

zehn Gemeinden, die ihr

Angebot ausgebaut haben.

Das geht aus einer aktuellen

Erhebung der Arbeiterkammer

Oberösterreich, dem

Kinderbetreuungsatlas, hervor.

So haben Ohlsdorf und

Seewalchen je eine Krabbelstube

eingerichtet, St. Wolf-

aus den Bezirken

Gmunden und

Vöcklabruck

gang und Traunkirchen je

einen Hort. Weyregg und

Grünau bieten jetzt auch eine

Lernbetreuung an. In den Gemeinden

Frankenburg und

Regau bieten die Kindergärten

durchgehende Öffnungszeiten

an und Rüstorf und

Aurach haben Mischgruppen

für Unter-Dreijährige und

Volksschüler/-innen eingerichtet.

Nur in der Gemeinde

Desselbrunn hat sich das Angebot

verschlechtert: Dort

wird im Kindergarten kein

Mittagessen mehr angeboten.

11


Das größte Unternehmen

im Bezirk Wels-

Land ist der Motorenerzeuger

BRP-Rotax. Dass

er international Erfolg

hat, verdankt er den

Leistungen seiner Beschäftigten.

Für deren

Anliegen setzt sich ein

starker Betriebsrat ein.

Mit der Produktion von

Fahrradnaben hat „die

Rotax“ 1920 in Dresden begonnen.

Seit 1947 ist sie in

Gunskirchen ansässig und seit

1970 gehört sie einem kanadischen

Konzern. Heute arbeiten

weltweit 6200 Menschen für

die Firmengruppe BRP, davon

rund 1200 in Gunskirchen.

BRP-Rotax gehört zu den

führenden Entwicklern und

Herstellern hochmoderner

Zwei- und Vier-Takt-Motoren.

Diese Motoren treiben verschiedenste

Fahrzeuge an –

etwa Skidoos, Jetski, Motorräder,

Flugzeuge und Go-Karts.

200.000 Stück pro Jahr gehen

in Gunskirchen vom Band –

Tendenz steigend.

Zuletzt wurde ein Umsatz

von 337 Millionen Euro erzielt.

„Acht bis neun Prozent des

Umsatzes fließen in die Forschung“,

erzählt Arbeiterbetriebsrat

Josef Madlmayr, der

F O R S C H U N G I S T D A S U M U N D A U F

Starke Motoren

aus Gunskirchen

auch ÖGB-Bezirksvorsitzender

ist. „Wir exportieren 98 von

hundert unserer Motoren und

können gegen die Konkurrenz

aus den USA und Fernost nur

bestehen, wenn wir technologisch

Jahre voraus sind.“

M E H R A L S 11 . 0 0 0 E U R O E R K Ä M P F T

Arbeit ohne Lohn

Zwei Frauen aus dem Bezirk

Eferding waren in

einem Gasthaus in Bad

Schallerbach als Kellnerinnen

beschäftigt. Ihren Lohn

blieb ihnen der Wirt aber

bald schuldig. Als mehrere

Aufforderungen zu zahlen

nichts bewirkten, kündigten

sie ihre Dienstverhältnisse.

Sie wandten sich an die Arbeiterkammer

Eferding. Allerdings

ignorierte der Wirt

auch das Schreiben der AK.

Diese ließ natürlich nicht locker

und klagte für die Frau-

Rotax-Betriebsräte Josef Madlmayr

(links) und Klaus Topf mit Sabine

Brunner bei der Motormontage.

en die offenen Löhne, die

Überstundenvergütung sowie

das Weihnachts- und Urlaubsgeld

ein. Ein Zahlungsbefehl

des Landesgerichts

Wels wurde rechtskräftig,

weil der Wirt keinen Einspruch

erhob. Trotzdem

mussten die Kellnerinnen

weiterhin auf ihr Geld warten.

Erst als die AK die gerichtliche

Exekution veranlasste,

wurden die Ansprüche

endlich hereingebracht. Die

beiden Frauen erhielten in

Summe 11.375 Euro.

Sein Kollege Klaus Topf

vom Angestelltenbetriebsrat

sagt: „Die Firma steht trotz des

harten Euro, der die Exporte

verteuert, gut da, weil unsere

Leute erstklassige Arbeit leisten.

Jedes Jahr werden mehr

und komplexere Motoren erzeugt.“

Ein Vier-Schicht-Modell,

das BRP-Rotax seit einem

Monat testet, soll die Produktivität

weiter steigern.

Betriebsrat hat

viel erreicht

Die Betriebsräte sorgen dafür,

dass die Belegschaft für

den hohen Arbeitsdruck entschädigt

wird: durch ein gutes

Lohnniveau, Gewinnbeteiligung

und Treueprämie, aber

auch durch Werkspensionen

sowie durch Zuschüsse zum

Mittagessen und zu den Fahrtkosten.

Sehr wichtig ist Madlmayr

und Topf die Lehrlingsausbildung.

Derzeit bildet BRP-Rotax

55 Jugendliche aus – vorwiegend

in einem modernen

firmeneigenen Ausbildungszentrum.

robert.eiter@ak-ooe.at

A K S E T Z T E F O R D E R U N G E N D U R C H

Grundlose Abzüge

Ein Welser arbeitete eineinhalb

Monate als Kraftfahrer

für eine Pettenbacher

Transportfirma. Das Dienstverhältnis

wurde im Einvernehmen

gelöst. Der Kraftfahrer

bekam dann zwar eine

Endabrechnung, aber kein

Geld. Deshalb ersuchte er die

Arbeiterkammer um Hilfe.

Die stellte außerdem fest,

dass die Firma 100 Euro für

Privattelefonate und 400

Euro für eine „unpünktliche

Entladung“ abgezogen hatte.

Tatsächlich waren beide Ab-

aus den Bezirken

Wels, Grieskirchen

und Eferding

züge unbegründet. Die AK

forderte demnach den vollen

Betrag an Lohn, Überstundenvergütung,

Diäten sowie

anteiligem Urlaubs- und

Weihnachtsgeld. Der Transportunternehmer

zahlte aber

trotzdem nicht. Daraufhin

zog die AK vor Gericht. Dort

musste der Unternehmer

schließlich alle Forderungen

anerkennen. Zusätzlich zu

den 2975 Euro für den Kraftfahrer

hatte er mehr als 2000

Euro Anwalts- und Gerichtskosten

zu begleichen.

11


14 Arbeitnehmer der

Firma Hörmann Industrietechnik

montieren am

Steyrer Tabor täglich 800

Reifen für die MAN-Werke

in Steyr und Wien.

Wichtigstes Anliegen von

Betriebsrat Leopold Haiderer

sind höhere Löhne

für seine Kollegen.

Bis zu 60 Kilo wiegen die

MAN-Felgen, die die Monteure

von Hörmann bewegen

müssen, um darauf Reifen zu

montieren. Es ist eine harte,

wenn auch nicht sehr hoch qualifizierte

Arbeit und daher

schlecht bezahlt. Fast alle Arbeitnehmer

sind angelernt und

erhalten selbst nach langjähriger

Firmenzugehörigkeit kaum

mehr als 1000 Euro netto im

Monat.

„Mit meiner Forderung nach

höheren Löhnen bin ich bisher

bei der Firmenleitung auf taube

Ohren gestoßen. Umso

wichtiger ist es, dass die Gewerkschaft

im Kollektivvertrag

ordentliche Anhebungen der

Mindestlöhne aushandelt“, sagt

Betriebsrat Leopold Haiderer.

Da die Arbeitsplätze bei Hörmann

recht sicher sind, gibt es

angesichts der vielen Arbeitslosen

in Steyr dennoch wenig

Wechsel. Viele Mitarbeiter sind

A U T O A U F D I E N S T F A H R T Ü B E R F L U T E T

Firma haftet

Ein ungewöhnlicher Fall,

der letztlich ein Happy-

End hatte, beschäftigte die

Arbeiterkammer Kirchdorf.

Eine Kirchdorfer Arbeitnehmerin

hatte um Hilfe gebeten,

weil sie auf einer Dienstfahrt

von einem Unwetter überrascht

und dabei ihr Privatauto

überflutet worden war.

Die entscheidende Frage war

nun, wer für den Schaden am

Fahrzeug haftet, der immerhin

6000 Euro ausmachte. Da

die Dienstfahrt angeordnet

war und das Privatfahrzeug

R E I F E N M O N T E U R E B E I H Ö R M A N N

Sichere Jobs,

wenig Lohn

Betriebsrat Leopold Haiderer (links)

und sein Kollege Muhidin Halilovic

bei der Montage eines Reifens.

seit Jahren dabei. Die Reifenmontage

für MAN, die 1992

übernommen wurde, ist nur einer

von mehreren Geschäftszweigen

der Firma Hörmann

Industrietechnik Österreich,

der Arbeitnehmerin zum Nutzen

des Arbeitgebers eingesetzt

wurde, war die Lage für

die AK-Rechtsexpert/-innen

eindeutig.

Der Oberste Gerichtshof

hatte schon mehrmals entschieden,

dass in solchen

Fällen das Unternehmen für

Sachschäden am Arbeitnehmereigentum

haftet. Das sah

nach einem Schreiben der

Arbeiterkammer auch der

Arbeitgeber ein und ersetzte

seiner Mitarbeiterin den

Schaden.

die wiederum dem deutschen

Hörmann-Konzern gehört.

Zum Standort Österreich gehören

noch eine Traktorreifen-

Montage in St. Valentin, ein

Sondermaschinenbau für Ge-

B R I C H I S T N E U E R S T E L L V E R T R E T E R

Wahl im ÖGB Steyr

Andreas Brich, 33, Betriebsrat

bei BMW, wurde

bei der Bezirkskonferenz

des ÖGB Steyr zum neuen

Stellvertreter des langjährigen

Bezirksvorsitzenden Josef

Brandstötter (SKF) gewählt.

Brich will durch verstärkte

Öffentlichkeitsarbeit

in möglichst vielen Betrieben

Menschen dazu motivieren,

einen Betriebsrat zu gründen.

„Das dramatische Auseinanderdriften

von Löhnen und

Gewinnen kann nur durch

eine Stärkung der Gewerk-

aus den

Bezirken Steyr

und Kirchdorf

triebe-Prototypen und ein kleiner

Instandhaltungsbetrieb in

Steyr sowie ein kleines Ingenieursbüro

für Projektarbeiten in

Graz. Insgesamt beschäftigt

die Firma in Österreich mehr

als 50 Mitarbeiter/-innen.

Unternehmen

will expandieren

Die Geschäftszweige Maschinen-Instandhaltung

und

technische Dienstleistungen

werden demnächst kräftig ausgebaut.

Auch für die Reifenmontage

auf dem Tabor zeichnen

sich neue Aufgabenbereiche

ab, deutet Österreich-

Geschäftsführer Hans Koller

an, konkret sei das aber noch

nicht. Vielleicht eine Gelegenheit

für Betriebsrat Haiderer,

das Thema Löhne erneut zur

Sprache zu bringen.

walter.sturm@ak-ooe.at

schaften in allen Branchen

korrigiert werden“, so Brich.

Neben Brandstötter und

Brich wurden Karl Baumgartner

(MAN), Hermann Wolfthaler

(Krankenhaus Steyr)

und die ÖGB-Frauenvorsitzende

Rosa Stumberger ins

Bezirkspräsidium gewählt.

Einstimmig forderten die Delegierten

einen von den Unternehmen

finanzierten Ausbildungsfonds

zur Bekämpfung

der Jugendarbeitslosigkeit,

die im Vorjahr in Steyr

um 30 Prozent gestiegen ist.

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