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Klettersteigdurchquerung Dolomiten-Rosengarten

1. Bergtag: Von der Seiseralm über den Maximiliansteig zur Tierser-Alpl-Hütte, 8:00 Std.

Auf den Spuren des sagenhaften

Zwergenkönigs Laurin durchstreifen die

Watzmänner auf ihrer fünftägigen

Bergwanderung des Wanderjahres 2008 das

Naturwunder Rosengarten. Vom Schlernmassiv

im Norden bis zum Karer Pass im Süden

erstreckt sich der acht Kilometer lange und

wohl schönste Teil der Dolomiten. Wild zerklüftete

Felswände, bizarre Gipfel und tief

eingeschnittene Täler prägen diese sagenumwobene

Alpenregion, die jeden Kletterer und

Bergwanderer in ihren Bann zieht.

Aufstieg von der Seiseralm in den Schlern

Die zehnköpfige Gruppe startet zur Rosengartendurchquerung

auf der Seiseralm. Gleich zu

Beginn zeigt sich das Bergpanorama wahrhaft

gigantisch. Wie ein gewaltiges Bollwerk ragt

vor den Watzmännern der Schlern mit seinen

senkrechten Wänden auf. Über den Touristensteig

erreichen die Bergkameraden die

Schlernhochfläche. Steinmanderl weisen den

Weg hinauf zum Gipfel der Roterdspitze.

Obgleich kein Gipfelkreuz die 2.658 Meter

hohe Bergspitze schmückt, ist das Panorama

wahrhaft grandios. Weit schweift der Blick über

das riesige Areal der Seiseralm. In der Ferne

sind die Langkofel- und Sellagruppe zu

bewundern und in der Nähe ragen die

Erhebungen des Rosengartens auf. Nach der

Gipfelrast wird die Klettersteigausrüstung

angelegt, denn hier beginnt der Maximiliansteig.

Vom Gipfel klettern die Bergkameraden

in die Roterdscharte ab. Rechts und links des

Grates, oder genau darüber hinweg verläuft

die Route. Der Steig hat es in sich! Sicherungsseile

sind recht selten anzutreffen und

das Gelände ist ziemlich ausgesetzt. Oftmals

ist freies Klettern im 1. Grad erforderlich um

die exponierten Stellen zu meistern.

Freies Klettern im Maximiliansteig

An der Schlüsselstelle, einem kleinen Kamin,

zieht man sich mittels einer Handschlaufe in

eine Felsspalte ein und sucht sich rechts und

links im lotrechten Fels feste Tritte. Hier ist gar

Klettertechnik im 2. Grad gefragt. Die

Fortsetzung der Route bis zum Gipfel des

Großen Rosszahns gerät zu einer einzigartigen

Gratwanderung. Von der 2.653 Meter

hohen Bergspitze fällt der Blick dann besonders

schön auf die Tierser Alpl Hütte, in der wir

unser Nachtlager aufschlagen werden.

Tierser Alpl Hütte vom Großen Rosszahn

Der Große Rosszahn ist mit Abstand die

wuchtigste Erhebung, einer Gruppe mit unzähligen

Türmen und Zinnen, die sich nach

Nordosten hin anschließt und die man gemeinhin

als die „Rosszähne“ bezeichnet. Über den

Grat steigt die Gruppe in die Rosszahnscharte

ab und von dort am fest verankerten Drahtseil

durch den Steilabstieg hinunter zur Tierser Alpl

Hütte. Hier klingt dieser zauberhafte Bergtag

aus, das erste Bier macht die Runde und nach

kurzer Zeit ist auch im Rosengarten der bekannte

Trinkspruch der Bergkameradschaft lautstark

zu hören, das dreifach kräftige

Watz..mann, Watz..mann, Watz..mann!!!


Klettersteigdurchquerung Dolomiten-Rosengarten

2. Bergtag: Über den Laurenzisteig und den Kesselkogel zur Vajolethütte, 10:30 Std.

Heute steht ein beinharter Klettertag auf dem

Programm der Watzmänner. Er beginnt mit

dem Aufstieg von der Tierser-Alpl-Hütte zum

Molignonpass . Dort wird der Einstieg zum

Laurenzisteig erreicht. Die noch recht junge

Steiganlage ist der Kategorie C/D zuzuordnen

und damit der schwierigste Eisenweg im

Rosengarten. Überaus achtsames Klettern

wird von den Bergkameraden jetzt erwartet.

Gleich zu Beginn ist eine Steilwand mit griffigem

Dolomitgestein zu überwinden. Bald

zeigt sich auch der erste Gipfel des noch jungen

Bergtages, der nordwestliche Molignon.

Seine Besteigung ist vom Grat aus unschwer

zu bewältigen. Von hier aus schweift der Blick

in die weite Runde. Besondere Aufmerksamkeit

erregt dabei der steil aufragende,

ziemlich abgerundete Gipfel des Kesselkogels.

Blick vom nordwestlichen Molignon zum Kesselkogel

Auch ihn werden wir heute noch bezwingen.

Ständig sind jetzt Auf- und Abschwünge im

Laurenzisteig zu meistern. Aber gerade die

bizarren, oft lotrechten Wände und die waghalsigen

Tiefblicke lassen das Begehen eines

Dolomiten-Klettersteiges zu einem herausragenden

Bergerlebnis werden. Besonders das

Abwärtsklettern ist allerdings nicht ganz einfach.

Vorsichtig und mit den Füßen tastend

werden die Tritte gesucht, während man mit

den Händen in den Fels oder ans Drahtseil

greift. Ausgangs der Ferrata wird dann noch

durch die exponierteste Stelle im Steig, eine 30

Meter hohe, senkrecht abfallende Wand, ins

Antermoatal abgestiegen.

Schlüsselstelle Im Laurenzi-Klettersteig

Trittstifte und sonstige Kletterhilfen sucht man

hier vergebens. So bleibt nur das fest verankerte

Stahlseil um sicher abzuklettern. Nach

kurzer Rast geht es durch den Ostanstieg hinauf

zum Kesselkogel. Der leichte, mit kleinen

Eisenleitern durchsetzte Klettersteig bereitet

keine großen Probleme und schon bald stehen

die Watzmänner auf dem 3.004 Meter hohen

Berggipfel. Der Kesselkogel ist die höchste

Erhebung im Rosengarten und wartet mit sensationellen

Fernsichten auf. Im Vordergrund

fällt der Blick tief im Tal auf den Antermoasee

und dahinter auf den Molignonkamm, während

am Horizont und etwas im Dunst die Zentralalpen

gerade noch auszumachen sind. Aus

dem Vajolettal ragen die Türme und Zinnen

des Rosengartens auf.

Auf dem Gipfel des Kesselgogels, 3.004 m

Über den Westabstieg verlassen die Bergkameraden

etwas wehmütig diesen herrlichen

Kletterberg . Kaum hat man das Gipfelkreuz

hinter sich gelassen, fällt der Blick in die gähnende

Tiefe. Der rassige Klettersteig führt 400

Höhenmeter und oftmals spektakulär am

Abgrund vorbei durch den steilen Fels des

Kesselkogels hinab zur Grasleitenpasshütte .

Hier wird natürlich Rast gehalten und auf das

grandiose Gipfelerlebnis angestoßen. Mit der

untergehenden Sonne geht es dann noch über

einen schmalen Gebirgspfad durch das

Vajolettal hinab zur Vajolethütte.


Klettersteigdurchquerung Dolomiten-Rosengarten

3. Bergtag: Vom Vajolettal über den Santnerpass-Klettersteig zur Rosengartenhütte, 6:30 Std.

Die dritte Etappe im Naturwunder Rosengarten

beginnt sehr moderat. Ein sich windender

Bergpfad führt die Watzmänner aus dem

Vajolettal hinauf zur Gartlhütte. Anfangs über

Geröll, später im steilen Fels kommt die

Truppe gut voran. Nur wenige, mit Drahtseilen

gesicherte Stellen sind im Aufstieg zu überwinden,

bevor die Gartlhütte unterhalb der

Vajolettürme erreicht wird. Als die Bergkameraden

dann über eine Geröllflanke zum Santnerpass

aufsteigen, bietet sich den Kletterern

eines der dramatischsten Bergpanoramen in

den Dolomiten. Im Herzen des Rosengartens

ragen die bizarren Vajolettürme wie drei riesige

Schneidezähne steil in den Himmel.

Gartlhütte am Fuße der Vajolettürme

Kurz darauf erreicht die Gruppe den 2.741

Meter hohen Santnerpass. Auf Geheiß der

Bergführer wird die Klettersteigausrüstung

angelegt, denn hier beginnt der Santnerpass-

Klettersteig. Es macht keine großen Probleme

diese Steiganlage zu durchklettern, denn es

handelt sich um eine mittelschwere Ferrata.

Lediglich ein 10 Meter hoher Steilabschwung

im bröseligen Fels, der rückwärts zu durchklettern

ist, erweist sich als etwas heikel.

Im Santnerpass-Klettersteig

Besondere Dramatik vermitteln allerdings die

steil aufragenden Wände, Türme und Zinnen,

die in den ungewöhnlichsten Formen in den

Himmel ragen. Alles ist wilder und zerklüfteter

als an den vorangegangenen Tagen. Nur die

Natur schafft es, solche Ungetüme über

Jahrmillionen herauszubilden. Der Mensch

kommt sich in diesem gewaltigen Szenario

klein und verloren vor. Im Santnerpass-

Klettersteig sind wir heute nicht alleine unterwegs.

Die Route wird in der Gegenrichtung

stark begangen. So kommt es an den wenigen

schwierigen Stellen des Öfteren zu kleinen

Staus. Ein kurzes Leiterstück ist auch hier zu

überwinden und ausgangs des Steiges wird

durch eine schmale Rinne abgeklettert. Ganz

zum Schluss erreicht die Bergkameradschaft

dann noch einen herrlichen Aussichtspunkt.

Der Blick fällt hinunter zur Rosengartenhütte

und hinüber ins Gebirgsmassiv des Latemar.

Entlang der sich nach Südwesten absenkenden

Hangkante folgen die Bergkameraden

nun dem kleinen Gebirgspfad. Dabei genießen

sie die traumhaften Tiefblicke ins Tal.

Schließlich wendet sich die Gruppe nach

rechts und steigt über Serpentinen zur

Rosengartenhütte ab. Auch im letzten

Abschnitt ragen bizarre Felsengebilde auf,

zwischen denen die Watzmänner abwärts kletternd

noch einmal ans Drahtseil müssen.

Blick auf die Rosengartenhütte

Die gastliche Berghütte ist gut besucht, liegt

sie doch wie ein Balkon hoch über dem Tal. Mit

dem Laurinlift kommen viele Rucksacktouristen

hinauf, um die herrliche Aussicht zu

genießen. Zum Schluss dieses herrlichen

Bergwandertages fegt ein kurzes Gewitter

durch den Rosengarten. Ihm folgt ein

traumhafter Sonnenuntergang in den Bergen.


Klettersteigdurchquerung Dolomiten-Rosengarten

4. Bergtag: Über Rotwand- und Masareklettersteig zur Paolinahütte, 10:00 Std.

Recht früh geht es am 4. Bergwandertag von

der Rosengartenhütte hinauf zum Tschagerjoch

und von dort über den Zigoladepass hinab

ins Vajolontal.

Felssturz im Vajolontal

Ein schweißtreibender Aufstieg führt die

Bergwanderer hinauf zum Vajolonpass. Dort

oben hat die Gruppe die dritte Passhöhe des

heutigen Wandertages bezwungen und den

Einstieg zum Rotwand-Klettersteig erreicht. Er

erweist sich als eine eher leichte Ferrata, ist er

doch durchgängig mit einem Drahtseil

gesichert. Freies Klettern ist kaum erforderlich.

Entlang des Nordgrates geht es nur bergauf

und man hat den griffigen Dolomitfels ständig

vor der Nase. So gelangt die zehnköpfige

Truppe bereits nach einer Stunde auf den

2.806 Meter hohen Gipfel der Rotwand. Auch

von dieser Bergspitze ist das Dolomiten-

Panorama einzigartig. Nach dem tollen

Gipfelerlebnis klettern die Bergkameraden in

eine Scharte ab. Etwas kniffliger wird es,

als eine senkrecht aufragende Wand zu

durchklettern ist, die allerdings als Kletterhilfen

Trittstifte und Klammern aufweist. Ein wenig

Armkraft, Mut und Klettergeschick sind in

diesem Abschnitt schon erforderlich. Als nächste

Herausforderung wartet der Masare-

Klettersteig auf die Watzmänner. Er zeigt sich

wesentlich luftiger und ausgesetzter als sein

Vorgänger. Die natürlichen Tritte im Fels sind

meist nur sehr schmal und liegen oftmals weit

auseinander.

Bergkameradschaft auf der Rotwand, 2.806 m

An einem der steil aufragenden Felsentürme

ist zudem ein enger Kamin zu durchklettern,

der das ganze Können der Bergkameraden

erfordert und sie auf die 2.585 Meter hohe

Masarespitze führt. Noch einige Auf- und

Abschwünge sind zu meistern dann ist auch

der Masare-Klettersteig durchstiegen. Im weiteren

Verlauf wandert die Gruppe über

Bergpfade Richtung Rotwandhütte. Auf dem

Weg dorthin zeigen sich auch hier bizarre

Felsformationen, steil aufragende Zinnen und

gigantische Felsentürme. In der gastlichen

Rotwandhütte ist eine ausgiebige Rast fällig.

Schwierige Kletterei im Masare-Klettersteig

Auf die gelungene Durchsteigung von

Rotwand- und Masare-Klettersteig wird natürlich

angestoßen und danach auf dem Hirzlweg

die südliche Spitze des Rosengartens umrundet.

Nach der anstrengenden Kletterei ist das

Bergwandern auf diesem wunderschönen

Gebirgspfad eine willkommene Abwechslung.

Der Blick fällt hinunter zum Karer Pass, als die

Sonne schon fast hinter den Bergspitzen des

Latemars verschwindet und die Watzmänner

am Christomannos-Denkmal vorbei zur

Paolinahütte wandern. In dieser recht urigen

Unterkunft kehrt die Gruppe zur Nachtruhe ein.

Nach einem herrlichen Sonnenuntergang

endet dieser zauberhafte Bergtag wie in alten

Bergwanderzeiten, bei spärlicher Beleuchtung

im Gastraum, aber einem guten Glas Bier und

einem opulenten Abendmahl.


Die Durchquerung des Latemar

5. Bergtag: Vom Karer Pass entlang der Latemartürme zur Bergbahnstation Oberholz, 11:00 Std.

Wie ein gewaltiger Felsriegel erhebt sich die

Latemargruppe jenseits des Karer Passes.

Etwas mehr als 2.800 Meter ragen ihre

Bergspitzen in den morgendlichen Himmel, als

sich die Bergkameraden von der Paolinahütte

im Rosengarten auf den Weg machen, um

dieses lang gezogene Felsenband zu erkunden.

Dem Abstieg zum Karer Pass folgt der

Gegenanstieg über sich windende Bergpfade

hinauf zur Kleinen Latemarscharte .

Bergkameradschaft beim Aufstieg vom Karer Pass

Das Gebirge zeigt sich wild zerklüftet und ähnlich

geheimnisvoll wie der Rosengarten. Auch

hier treffen die Bergkameraden auf bizarre

Felsformationen, imposante Türme und steil

aufragende Felszacken. Das Wetter soll sich

am Nachmittag allerdings eintrüben und starke

Gewitter aufziehen. Deshalb darf nicht

getrödelt werden. Etwa zwei Stunden benötigt

die Bergkameradschaft bis zur Kleinen

Latemarscharte auf 2.576 Metern. Steil fallen

hier die Wände nach Westen ab. Jenseits des

Karer Passes liegen die Gipfel der

Rosengartengruppe bereits im Dunst. Die

geplante Begehung des Klettersteiges unterhalb

der Latemartürme wird wegen des zu

erwartenden Wetterumschwungs gestrichen.

Rast an der Kleinen Latemarscharte, 2.475 m

So ist ausschließlich Bergwandern angesagt.

Aber auch das ist im Latemar nicht ganz einfach.

Ständig sind auf dem Höhenweg kleine

Kletterstellen zu überwinden. Zudem kündigt

aufziehender Nebel die vorhergesagte

Wetteränderung an. So wird die 2.791 Meter

hohe Latemarspitze rechts liegen gelassen.

Vom nebelverhangenen Berggipfel erfolgt der

Abstieg in die Große Latemarscharte. Die

Bergführer drücken jetzt auf das Tempo und

forcieren den Schritt. Für die bizarren

Felsformationen der Latemartürme haben die

Watzmänner kaum noch einen Blick . Nach

einer weiteren Stunde anstrengenden

Wanderns, ist ein letzter Aufstieg zur 2.560

Meter hohen Gamsstallscharte zu bewältigen.

Hier beginnt der Abstieg ins Tal. Der schmale

Pfad schlängelt sich durch eine Gesteinswüste,

die einer Mondlandschaft gleicht. Etwas

oberhalb der Baumgrenze erwischt es die

Gruppe dann doch noch. Ein schweres

Gewitter zieht auf. Hagel und Starkregen prasseln

hernieder. Mehrmals schlägt der Blitz in

unmittelbarer Nähe der Bergwanderer ein.

Nebelschwanden an der Großen Latemarscharte

Völlig durchnässt erreichen die Watzmänner

die Seilbahnstation am Oberholz und fahren

mit der Bergbahn zu Tal. In Obereggen verabschiedet

der Greffelcheswatzmann dann die

beiden Bergführer Christian Treimer und Bruno

Bayer. Sie haben einen tollen Job gemacht

und den Watzmännern fünf traumhafte

Klettertage im Naturwunder Rosengarten

beschert. Auch der Regenguss am letzten Tag

tut dem grandiosen Erlebnis in den Dolomiten

keinen Abbruch. Zum krönenden Abschluss

ertönt auch in Obereggen das dreifach kräftige

Watz...mann, Watz...mann, Watz...mann!!!

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