Backen für den Kirchentag - Handwerkskammer Bremen

handwerkskammer.bremen.de

Backen für den Kirchentag - Handwerkskammer Bremen

70677 5,– €

HANDWERK IN BREMEN

Die Zeitschrift für das Handwerk in Bremen und Bremerhaven 6/2009

Backen für den Kirchentag

Bremens Innungs-Bäcker

sorgten für Brot,

Brötchen und

Butterkuchen

Vertrieb: Verlag Wilhelm Schintz Druck GmbH

Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt, 70677 Postvertriebsstück

Europa-Parlament:

Wahlprüfsteine Handwerk

KH und AGVH Bremen:

Vorstände neu gewählt

Bremerhaven:

Missstände an den GLA


Auf ein Wort

Joachim Feldmann

Liebe Handwerkerinnen und Handwerker,

sehr geehrte Leserinnen und Leser,

am 7. Juni ist die Wahl zum Europäischen

Parlament. Ich bitte Sie herzlich, gehen Sie

wählen, denn Europa ist für das Handwerk in

Deutschland nicht nur die aktuelle Realität,

sondern auch die Perspektive für die Zukunft.

Herausforderungen wie der demografische

Wandel und der Klimawandel, die Globalisierung,

Energieversorgung und Ressourcenverknappung

bedürfen gesamt-europäischer Antworten.

Und angesichts der aktuellen Finanzkrise

und der globalen Rezession steht die

Europäische Union vor einer der größten Herausforderungen

seit ihrer Gründung. Bei der

dringend notwendigen Neugestaltung der globalen

Finanzmarkt-Architektur muss die EU

eine Führungsrolle einnehmen und zusammen

mit ihren weltweiten Partnern im Rahmen

der G20 einen Rechtsrahmen schaffen,

der die Erfordernisse der Realwirtschaft treffend

widerspiegelt.

Dabei müssen vor allem die 23 Millionen

kleinen und mittleren Unternehmen (KMU),

die mit rund 75 Millionen Beschäftigten das

Rückgrat der europäischen Wirtschaft darstellen

und 99 Prozent aller Unternehmen in der

EU bilden, stärker berücksichtigt werden.

Noch ist ein Ende der momentanen Krise

nicht abzusehen und mancherorts greifen

übler Populismus und die Forderung nach

mehr Staatswirtschaft um sich. Um aber

Wachstum und Beschäftigung zu erhalten,

gilt es, alle EU-Maßnahmen, die unsere Handwerksbetriebe

zusätzlich belasten, vorerst auszusetzen.

Die Festigung und Vertiefung der

erweiterten Gemeinschaft brauchen ein starkes

Europäisches Parlament; denn den Europa-

Handwerk in Bremen 6/2009

Abgeordneten obliegen zentrale Aufgaben im

Rahmen der europäischen Gesetzgebung, der

Haushaltskontrolle sowie der demokratischen

Kontrolle von Kommission und Ministerrat.

Mehr Demokratie und Transparenz auf der

einen, aber auch mehr Handlungsfähigkeit

und Subsidiarität auf der anderen Seite müssen

das Ziel der europäischen Politik sein. Die

EU muss überall dort gestärkt werden, wo Probleme

über Grenzen hinweg besser und effektiver

gelöst werden können als in einzelnen

Mitgliedstaaten und Regionen. Das gilt beispielsweise

für die aktuellen Herausforderungen

im Bereich einer verlässlichen, preiswerten

und klimafreundlichen Energieversorgung.

Sie erfordern, dass Europa gegenüber seinen

Partnerländern mit einer Stimme spricht und

ein schlüssiges, zukunftssicheres energiepolitisches

Gesamtkonzept entwickelt.

Gleichzeitig müssen alle Aufgaben, die in

Kommunen, Regionen oder Mitgliedstaaten

besser und vor allem bürgernäher gelöst werden

können, in dezentraler Zuständigkeit

angesiedelt sein. Die Abgeordneten des Europäischen

Parlaments bestimmen maßgeblich

auch über die zukünftige Ausgestaltung

mittelstandsgerechter Rahmenbedingungen.

Liebe Handwerker, jahrelang hatten die

verantwortlichen Stellen vorzugsweise prestigeträchtige

Industrie-Unternehmungen im

Fokus. Dieser Weg hat sich als falsch erweisen.

Mittlerweile wird die wirtschaftliche

Bedeutung des europäischen Mittelstands von

den europäischen Institutionen und den Mitgliedstaaten

weitgehend wahrgenommen.

Die Staats- und Regierungschefs der EU-

Mitgliedstaaten haben im vergangenen Jahr

den sogenannten „Small Business Act“

beschlossen und damit die Weichen zur Stärkung

der Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe

gestellt. Leitgedanke dieser Initiative ist das

Prinzip „Vorfahrt für KMU“, und zwar auf allen

politischen und verwaltungstechnischen Entscheidungsebenen.

Im Rahmen der Lissabon-Strategie für

Wachstum und Beschäftigung muss jetzt auf

nationaler wie auch europäischer Ebene für

die zügige Umsetzung gesorgt werden.

Unsere Betriebe profitieren von den vielen

Vorteilen der EU wie z.B. dem Ausbau des

Binnenmarkts oder der einheitlichen Währung.

Zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit

im globalen Umfeld müssen die Rahmenbedingungen

für wirtschaftliches Handeln allerdings

weiterhin verbessert werden. Handlungsfelder

dafür sind beispielsweise die Neugestaltung

der Finanzmarktarchitektur, die

Bewältigung des demografischen Wandels,

eine sichere Energieversorgung, die sowohl

ökologisch als auch ökonomisch Sinn macht

sowie verstärkte Bildungsinvestitionen.

Vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise

sind kleine und mittlere Unternehmen

derzeit besonders gefährdet. Deshalb müssen

gerade die Wachstumskräfte der mittelständischen

Betriebe nachhaltig gestärkt werden.

Leitbild jeglicher europäischer Wirtschafts-,

Finanz und Sozialpolitik muss die soziale

Marktwirtschaft sein. Kreativität, Innovationen

und Existenzgründungen können nur in einem

Klima der Freiheit gedeihen, welches Eigeninitiative,

Leistungswillen und Selbstverantwortung

belohnt.

Mit der Europawahl sind die Wählerinnen

und Wähler aufgerufen, über den zukünftigen

Kurs der Europäischen Union mit ihren 492

Millionen Bürgerinnen und Bürgern zu entscheiden.

Liebe Handwerker, bitte wählen Sie und

stärken Sie mit Ihrer Stimme das Handwerk in

Europa. Animieren Sie auch Ihre Mitarbeiter

zur Wahl zu gehen und durch ihr Votum mitzuhelfen,

dass in Zukunft durch das Europaparlament

das Prinzip ´Vorfahrt für KMU`

konsequent angewandt wird. Nur so können

unsere mittelständischen Betriebe Wirtschaftswachstum

und Beschäftigungszuwachs

sichern und im globalen Wettbewerb bestehen.

Herzlichst

Ihr

Joachim Feldmann

Präses der

HANDWERKSKAMMER BREMEN

Editorial

3


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Themen dieser Ausgabe

BREMEN & BREMERHAVEN

Öffentliche Auftragsvergaben:

Ausschreibung per Mausklick . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Standortfaktor Qualifizierung . . . . . . . . . . . . . . . 7

DAS HANDWERK

Wahlen zum Europa-Parlament:

Wählen gehen – Wettbewerbsfähigkeit stärken . . . . . . 8

Den Mittelstand entlasten . . . . . . . . . . . . . . . . .11

HANDWERKSKAMMER

Talente entdecken – Potenziale nutzen . . . . . . . . . . .12

Zwischenbilanz bei Bremer Vereinbarung . . . . . . . . . .13

Kfz-Meisterprüfung bestanden . . . . . . . . . . . . . . .14

Wichtige Partner beim Umweltschutz . . . . . . . . . . .15

Mentoren: Die Realität vermitteln wie sie ist . . . . . . .16

Zeichen gegen blinden Hass und Gewalt . . . . . . . . .17

BREMEN

Neue Vorstände bei KH und AGVH Bremen . . . . . . . .18

Handwerker unterstützen den Kirchentag . . . . . . . . .19

75 Jahre Orthopädietechnik Oesterreich . . . . . . . . . .20

Gebäudereiniger wählten Vorstand . . . . . . . . . . . .21

Bremische Volksbank mit 2008 sehr zufrieden . . . . . .22

Ehrungen für ehrenamtlichen Einsatz . . . . . . . . . . .23

Postkarte ausgefüllt – Auto gewonnen . . . . . . . . . .24

Konditoren: Erfolg auf der Internorga . . . . . . . . . . .25

27 Jahre für mehr Durchblick gesorgt . . . . . . . . . . .26

In dieser Ausgabe finden Sie eine Beilage der

Bremer Aufbau-Bank GmbH. Wir bitten um Beachtung.

Wolfgang Kruse wurde neuer Obermeister

der Landesinnung Bremen

und Nord-West-Niedersachsen des

Gebäudereiniger-Handwerks. Er löste

Ellinore Piepenbrock-Führer ab.

Handwerk in Bremen 6/2009

18

Die Kreishandwerkerschaft

und der ArbeitgeberverbandHandwerk

e.V. Bremen wählten

neue Vorstände.

21

BREMERHAVEN

MARKTPLATZ

Im Bremer Handwerk rührten sich viele Hände,

um zum Gelingen des Evangelischen Kirchentages

beizutragen. Die 30 Bremer Innungs-Bäckereien

versorgten die Helfer und Gäste mit Backwaren.

Das Titelbild zeigt Axel Schnaare.

28

Inhalt

Betriebswirte (HWK) glänzen mit guten Noten . . . . . . .27

Auto-Tuning für mehr Chancen bei Stellensuche . . . . . .28

Dem Schimmelpilz auf der Spur . . . . . . . . . . . . . .29

Arbeitsmarkt und Handwerkspolitik im Fokus . . . . . . .30

Missstände an Gewerblichen Lehranstalten . . . . . . . .31

SERVICE & BETRIEB

Demografischer Wandel:

Handwerk stärker betroffen . . . . . . . . . . . . . . . .32

Bäcker spüren noch keine Krise . . . . . . . . . . . . . . .33

NAMEN & NOTIZEN

Mädchen und Zukunft im Handwerk . . . . . . . . . . . .34

Gewerbeschau Osterholz:

140.000 Besucher in zwei Tagen . . . . . . . . . . . . . .35

Geburtstage • Jubiläen . . . . . . . . . . . . . . . . . .36

„plietsch“-Plakette vergeben . . . . . . . . . . . . . . . .37

Maßanfertigung für Beruf, Freizeit und Gala . . . . . . . .38

TIPPS & TERMINE

Kurse und Veranstaltungen . . . . . . . . . . . . . . . . .40

Gas, Elektro, Hybrid – oder was? . . . . . . . . . . . . . .41

Betriebsbörse der Handwerkskammer Bremen . . . . . . .42

SCHLUSSPUNKT

10 Fragen an Thomas Schumacher . . . . . . . . . . . . .43

Amtliche Bekanntmachung . . . . . . . . . . . . . . . . .43

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .43

16 junge Langzeitarbeitslosequalifizieren

sich in einem

ausgefallenen Projekt

der InCoTrain

Bremerhaven.

70677 5,– €

HANDWERK IN BREMEN

Die Zeitschrift für das Handwerk Bremen und Bremerhaven in 6/2009

Backen für den Kirchentag

Bremens Innungs-Bäcker

sorgten für Brot,

Brötchen und

Butterkuchen

Vertrieb: Verlag Wilhelm Schintz Druck GmbH

Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt, 70677 Postvertriebsstück

Europa-Parlament: KH und AGVH Bremen:

Wahlprüfsteine Handwerk Vorstände neu gewählt

Bremerhaven:

Missstände an den GLA

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Bremen & Bremerhaven Nachrichten

BÜROMARKT-REPORT:

MIETPREISE BLEIBEN STABIL

Der Bremer Büroimmobilienmarkt konnte in

2008 nicht an die Rekordergebnisse der

letzten Jahre anschließen. Wie in vielen

anderen deutschen Städten fiel der Flächenumsatz

in Bremen mit 81.000 m 2 deutlich

niedriger als im Vorjahr aus (2007: 125.000

m 2). Dagegen blieb die Leerstandsrate mit

3,3 Prozent auf einem geringen Niveau und

ist nach wie vor die niedrigste unter den großen

deutschen Bürostandorten. Ebenfalls

unverändert bleibt das in Bremen traditionell

stabile Mietpreisniveau mit einer Spitzenmiete

von 12,50 Euro/m 2 und Preisen

für gut ausgestattete Bestandsflächen zwischen

6,50 Euro/m 2 und 9,00 Euro/m 2. So

die Ergebnisse einer aktuellen Studie der

Immobilien-Analysten Atisreal Consult, die

im Auftrag der Bremer Investitions-Gesellschaft

(BIG) erstellt wurde. Den „Büromarkt-

Report 2008“ gibt es als PDF im Internet

(www.big-bremen.de/de/downloads) oder

direkt bei BIG (Telefon 0421-9600115).

Die Bremer Innenstadt war mit 30 Prozent

der umsatzstärkste Bremer Standort und

eroberte die Spitzenposition zurück, nachdem

im Vorjahr erstmals die Überseestadt

diesen Platz für sich beanspruchen konnte.

Mit 23 Prozent belegt die Überseestadt

aktuell den zweiten Rang. Auf dem dritten

und vierten Platz folgen wie im Vorjahr der

Technologiepark (20%) und die Airport-

Stadt (14%).

Das Investitionsvolumen in gewerbliche

Immobilien ist in 2008 gesunken und lag

mit 238 Millionen Euro rund 46 Prozent

unter den Vorjahreswerten. Atisreal sieht

diesen rückläufigen Trend in allen deutschen

Städten und führt ihn hauptsächlich

auf die schwierige Finanzierungssituation

zurück, die in der aktuellen Finanzmarktkrise

begründet ist. (Foto: BIG)

AUSSCHREIBUNG PER MAUSKLICK

Unter www.vergabe.bremen.de gelangen Handwerksbetriebe an die

Ausschreibungsunterlagen öffentlicher Auftragsvergaben. Dazu

profitieren sie bis Ende 2010 von erleichterten Vergaberichtlinien.

Bis Ende 2010 gilt das Bremische Gesetz zur

Erleichterung von Investitionen, das die

beschleunigte Umsetzung von Investitionen

durch vereinfachte Vergaberichtlinien vorsieht.

Damit sind öffentliche Aufträge uber Bauleistungen

mit einem Auftragswert von bis zu

100.000 Euro wahlweise über freihändige Vergaben

oder beschränkte Ausschreibungen möglich.

Öffentliche Aufträge uber Bauleistungen

mit einem Auftragswert von über 100.000 bis

zu einer Million Euro können im Wege der

beschränkten Ausschreibung erfolgen. Ebenso

können öffentliche Aufträge uber Liefer- und

Dienstleistungen (ausgenommen Bauleistungen)

mit einem Auftragswert von bis zu 50.000

Euro wahlweise freihändig vergeben werden

oder über beschränkte Ausschreibungen erfolgen.

Bei Liefer- und Dienstleistungen mit einem

Auftragswert von 50.000 bis zu 100.000 Euro

kann im Wege der beschränkten Ausschreibung

vergeben werden. An einer freihändigen Vergabe

sind ab einem Auftragswert von 10.000 Euro

mindestens vier Bieter zu beteiligen. An einer

beschränkten Ausschreibung sind ab einem

Liberale zur Sicherung der

bremischen Selbständigkeit

Die liberalen Bürgerschaftsabgeordneten

Uwe Woltemath, Dr. Magnus Buhlert, Dr. Oliver

Möllenstädt und Bernd Richter stellten

jetzt Maßnahmen zur Sicherung der bremischen

Selbständigkeit und zur nachhaltigen

Stärkung der Stadtgemeinde Bremen vor.

„Wir haben ein Konzept entwickelt, wie wir

die Malaise in Bremen anpacken können. Als

Opposition ist es unsere Aufgabe, die Arbeit

der Regierung kritisch zu begleiten und konstruktive

Vorschläge zu unterbreiten. Das

Ergebnis haben wir in unserer Broschüre

‘Stark für die Freiheit’ zusammengefasst“,

erläuterte der FDP-Fraktionsvorsitzende Uwe

Woltemath.

Kernpunkte der Broschüre sind die Sanierung

Bremens, die Stärkung der lokalen Wirtschaft,

liberale Bildungspolitik sowie das Thema

Stadtentwicklung. Die Broschüre „Stark für

die Freiheit“ kann bei der FDP-Fraktion in der

Bremischen Bürgerschaft, Telefon (04 21)

244 061-0 bestellt werden.

Auftragwert von 10.000 Euro mindestens sechs

Bieter zu beteiligen. Der Gesetzestext unter

www.wirtschaft.bremen.de, Menüpunkt „Info

& Service“ (Gesetze und Vorschriften).

Um an öffentliche Aufträge zu kommen, bietet

die Vergabeplattform www.vergabe.bre -

men.de im Internet Auftragnehmern wie auch

Auftraggebern Vorteile. Interessenten können

auf der Plattform die Bekanntmachungstexte

des Landes Bremen und der Region Nordwest

finden und direkt einsehen. Bei einer Vielzahl

von öffentlichen Ausschreibungen und offenen

Verfahren können die Vergabeunterlagen sofort

nach der Registrierung kostenlos heruntergeladen

werden. Über die Vergabeplattform erfolgt

zusätzlich der elektronische Versand der Vergabeunterlagen

in beschränkten und nicht offenen

Ausschreibungsverfahren. Mit der zur Verfügung

gestellten Software ‘AI Bietercockpit’

erhalten die Betriebe ein Programm, mit dem

Angebote für die Ausschreibungen erstellt werden

können. Teilweise ist die Abgabe eines

elektronischen Angebotes mit qualifizierter Signatur

nach dem Signaturgesetz möglich.

Mindestlohn im Vergaberecht

ist Wahlkampfmanöver

Die FDP kritisiert den von SPD-Fraktionschef Dr.

Carsten Sieling angekündigten Vorstoß zum

Mindestlohn bei öffentlichen Vergaben als

Wahlkampfmanöver. Der FDP-Bürgerschaftsabgeordnete

Dr. Oliver Möllenstädt: „Bei dem Vorschlag

handelt es sich um eine durchsichtige

Wahlkampfparole, denn Herr Sieling weiß selbst,

dass solche Vorgaben durch das Urteil des Europäischen

Gerichtshofs verboten sind.“ Der

EUGH hatte im April 2008 eine Regelung im

Vergabegesetz des Landes Niedersachsen für

nichtig erklärt, die eine tarifliche Bezahlung bei

Unternehmen voraussetzte, die sich für öffentliche

Aufträge bewerben. Ein vergleichbarer

Vorstoß des Landes Bremens wurde daraufhin

gestoppt. „Die jetzt vorgeschlagene Regelung

übernimmt den Wortlaut des Bremer Entwurfs

von 2007 und setzt 7,50 Euro Mindestlohn an

die Stelle einer Bindung an Tarifverträge ein.

Der EUGH hat jedoch festgelegt, dass allein

nationale Mindeststandards öffentliche Aufträge

einfassen können“, so Möllenstädt.

6 Handwerk in Bremen 6/2009


Nachrichten

STANDORTFAKTOR QUALIFIZIERUNG

„Qualifizieren statt Entlassen“ – unter dieser Überschrift starteten

mehrere Senatsressorts zusammen mit der Agentur für Arbeit und

der Arbeitnehmerkammer ein neues Kooperationsprojekt.

Mit einem Kooperationsprojekt „Qualifizierung

als Standortfaktor“ wollen die zuständigen

Senatsressorts gemeinsam mit der Agentur

für Arbeit und der Arbeitnehmerkammer bei

Arbeitgebern und Arbeitnehmern für Weiterbildung

und Qualifizierung werben.

Dahinter steht die Überzeugung, dass Unternehmen,

die aktuell die Chance ergreifen, Zeiten

der Kurzarbeit für Qualifizierung zu nutzen,

nach Überwindung der Wirtschaftskrise eine

bessere Ausgangsposition erhalten. Sie motivieren

ihre Mitarbeiter, können Fachkräfte halten

und damit letztlich gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Nach Unternehmensbefragungen

wird rein rechnerisch jeder Beschäftigte im Land

Bremen alle zweieinhalb Jahre im Rahmen von

betrieblichen Qualifizierungsmaßnahmen fortgebildet.

Aber: Während der Anteil bei den

Qualifizierten bei über einem Viertel liegt, wird

nur rund jeder zehnte Beschäftigte mit einfacher

Tätigkeit weitergebildet.

Die Veranstaltung „Qualifizieren statt Entlassen“

war jetzt Auftakt für eine intensive

Zusammenarbeit der beteiligten Akteure zum

Bremer Altbautage mit

neuem Besucherrekord

Mit einem neuen Besucherrekord sind die 3.

Bremer Altbautage zu Ende gegangen. Insgesamt

kamen rund 7.600 Gäste ins BLG-

Forum in der Überseestadt, um sich über

Dämmung, moderne Heiztechnik, neue Fenster

und Türen sowie andere Energiesparmöglichkeiten

zu informieren. Veranstaltet

werden die Altbautage von der gemeinnützigen

Klimaschutzagentur Bremer Energie-

Konsens. Deren Geschäftsführer Dr. Cornelis

Rasmussen ist mit dem Verlauf der zwei Tage

voll zufrieden: „Uns freut besonders, dass wir

nicht nur sehr viele Besucher haben, sondern

auch gezielt die Menschen erreichen, die konkret

Modernisierungsprojekte umsetzen wollen.

Dies zeigen die Vorträge mit vielen Teilnehmern

und lebhaften Diskussionen ebenso

wie die Fachgespräche an den Ständen.

Die Bremer Altbautage haben sich als wichtigste

Veranstaltung rund ums energieeffiziente

Bauen und Sanieren in Bremen etabliert.“

Handwerk in Bremen 6/2009

Thema Qualifizierung. Dieses zentrale und in

der Politik ressortübergreifend vom Senator für

Wirtschaft und Häfen, der Senatorin für Arbeit,

Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales und

der Senatorin für Bildung und Wissenschaft zu

bearbeitende Handlungsfeld soll in der Standortdiskussion

aufgewertet werden.

Aus Sicht von Wirtschaftssenator Ralf Nagel

ist das Thema Qualifizierung elementarer

Bestandteil moderner Strukturpolitik. Denn:

„Ansiedlungsinteressierte Unternehmen fragen

beim Thema Wirtschaftsförderung immer häufiger

nach, mit welchem Fachkräftepotenzial sie

in Bremen und Bremerhaven rechnen können.

Die Flexibilität des Systems der beruflichen

Qualifizierung bestimmt dann wesentlich die

Attraktivität des Standortes.“ Das ressortübergreifende

Vorgehen setzt dabei an die enge Verzahnung

verschiedener Politikfelder an. Dies ist

Bestandteil des Koalitionsvertrages und der

Senatsstrategie „Strukturkonzept Land Bremen

2015“. Unterstützt wird diese Haltung von der

Arbeitssenatorin, Ingelore Rosenkötter.

In diesem Jahr präsentierten 106 Unternehmen

Ihre Angebote. Für Rasmussen ein Beleg

für das richtige Konzept der Altbautage: „Mit

unserer Mischung aus kostenlosen Vorträgen,

neutraler Beratung und Ausstellung bieten

wir in Bremen und umzu ein einzigartiges

Angebot.“ Auch das BLG-Forum habe

sich wie im Vorjahr als Veranstaltungsort

bewährt. Sicher sei wegen des Erfolgs auch

jetzt schon, dass die Klimaschutzagentur im

kommenden Jahr Mitte April die 4. Bremer

Altbautage veranstalten wird.

(Foto: Bremer Energie-Konsens/Adelmann)

Bremen & Bremerhaven

GEMEINSCHAFTSSTAND AUF

DER EXPO REAL 2009

Sie lockt die Entwickler und Investoren im

Oktober regelmäßig an die Isar: die internationale

Immobilienfachmesse „Expo

Real“ in München. Das Bundesland Bremen

will auch in diesem Jahr mit einem Gemeinschaftsstand

seine Kompetenzen im Immobilienbereich

präsentieren und für Investitionen

in Bremen und Bremerhaven werben.

Vom 5. bis 7. Oktober 2009 stehen deshalb

städtebauliche Entwicklungen und Projekte

sowie Dienstleistungen für die Immobilenbranche

im Fokus des Messeauftritts.

Organisiert wird der Messeauftritt von der

Bremer Investitions-Gesellschaft mbH (BIG)

in Abstimmung mit der BIS Bremerhavener

Gesellschaft für Investitionsförderung und

Stadtentwicklung mbH.

Für Bremer Unternehmen und Institutionen

gibt es verschiedene Möglichkeiten, um auf

dem Bremer Gemeinschaftsstand vertreten

zu sein. Die Spannbreite reicht von der Logopartnerschaft

über den Standpartner bis

zum Premiumpartner. Interessierte Unternehmen

können sich bei der BIG informieren

und anmelden. Ansprechpartnerin ist

Bianka Hanssen, Telefon: (04 21) 9600 126,

E-Mail: bianka.hanssen@big-bremen.de.

Informationen zum Messeauftritt und ein

Anmeldeformular im Internet unter:

www.big-bremen.de/de/messe_exporeal.

swb PLANT GASKRAFTWERK

Der Aufsichtsrat der swb hat Mittel zur Planung

eines Kraftwerk-Neubauprojekts am

Standort Mittelsbüren freigegeben. Ab 2013

soll dort ein neues Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk

(GuD), das mit Erdgas befeuert

wird und über eine Leistung von circa

420 Megawatt verfügt, hocheffizient Strom

produzieren. Das Gesamtinvestitionsvolumen

beträgt etwa 500 Millionen Euro.

Insgesamt wird das GuD-Kraftwerk jährlich

1,3 Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren.

Das ist mehr als alle Bremer Privatkunden

verbrauchen, rein rechnerisch

deckt es den Bedarf von 500.000 Bremer

Haushalten. 40 Prozent der installierten

Leistung vermarktet swb an die Deutsche

Bahn. Weitere sogenannte Kraftwerksscheiben

wird swb anderen Unternehmen anbieten.

Zurzeit bereitet swb das Genehmigungsverfahren

vor. Bis Mitte 2010 soll die Genehmigung

für den Betrieb erteilt werden. Die

anschließende Bauzeit beträgt drei Jahre,

sodass der Block 2013 in Betrieb gehen soll.

7


Das Handwerk Europawahl

WÄHLEN GEHEN – WETTBEWERBSFÄHIGKEIT STÄRKEN

Am 7. Juni wird das EU-Parlament neu gewählt. Kammer-Präses

Joachim Feldmann empfiehlt den Handwerkern ein Votum, das die

Interessen der kleinen und mittleren Betriebe stärker berücksichtigt.

Wählen ist wichtig. Es ist Ausdruck gedanklicher

Freiheit. Und Kreativität, Innovationen und

Existenzgründungen können nur in einem Klima

der Freiheit gedeihen, in dem Eigeninitiative,

Leistungswillen und Selbstverantwortung

belohnt werden. Leitbild jeglicher europäischer

Wirtschafts-, Finanz und Sozialpolitik muss darum

auch in den kommenden Jahren die soziale

Marktwirtschaft sein und bleiben. Verstaatlichung

und Planwirtschaft sind keine Alternativen

in einer Zeit, in der die globale Finanzkrise

besonders die kleinen und mittleren Betriebe

gefährdet.

VORFAHRT FÜR KLEINE UND MITTLERE BETRIEBE

Darum müssen künftig vor allem die Wachstumskräfte

der mittelständischen Betriebe nachhaltig

gestärkt werden. Dies tun wir indem wir

die Rahmenbedingungen für wirtschaftliches

Handeln verbessern. Und dies betrifft vor allem

die Neugestaltung der Finanzmarktarchitektur,

verstärkte Bildungsinvestitionen, die Bewältigung

des demografischen Wandels und eine

sichere Energieversorgung, die sowohl ökologisch

als auch ökonomisch Sinn macht.

Empfehlung 1:

Bitte wählen Sie eine Partei, die sich dafür

einsetzt, dass das Europa-Parlament das Prinzip

Vorfahrt für kleine und mittlere Betriebe konsequent

anwendet. Nur so können unsere mittelständischen

Betriebe Wirtschaftswachstum und

Beschäftigungszuwachs sichern und im globalen

Wettbewerb bestehen.

ABGABEN SENKEN, WETTBEWERB FÖRDERN

Die EU-Kommission plant verschärfte Regelungen

zur Bekämpfung des Umsatzsteuerbetruges

in Europa. Allerdings belasten die vorgeschlagenen

Maßnahmen die ehrlichen Unternehmer

unverhältnismäßig stark bei ihren Erklärungspflichten

und ihren Haftungsrisiken. Wir wollen,

dass der Umsatzsteuerbetrug allem durch verstärkte

Zusammenarbeit der Verwaltungen der

Mitgliedstaaten bekämpf wird. Umsatzsteuerliche

Hemmnisse für unsere Betriebe müssen im

Binnenmarkt hingegen müssen durch die Einführung

eines „One-Stop-Shops“ beseitigt und die

verschiedenen Gewinnermittlungsvorschriften

vereinheitlicht werden.

Empfehlung 2:

Bitte prüfen Sie, dass die von Ihnen gewählte

Partei das europäische Steuerrecht verständlicher,

unbürokratischer und verlässlicher gestal-

ten und den Bereich der ermäßigten Steuersätze

harmonisieren will, ohne das Prinzip der Subsidiarität

zu beeinträchtigen. Um einen Standortwettbewerb

zwischen den Mitgliedstaaten zu

ermöglichen und Wirtschaftswachstum zu fördern,

müssen Steuern vorrangig in der Kompetenz

der Mitgliedstaaten bleiben.

RECHT VERBESSERN UND EINSPARPOTENZIALE

AUSSCHÖPFEN

Die EU-Kommission will das EU-Recht vereinfachen

und bis 2012 die Bürokratie-Lasten um

ein Viertel senken. Dies muss jedoch über eine

rein numerische Reduzierung von Vorschriften

hinausgehen und den Rechtsrahmen wirtschaftsfreundlicher

gestalten und die Unternehmen

auch wirklich entlasten. Neue Regelungen dürfen

den Betrieben keine zusätzlichen Verwaltungslasten

aufbürden. Kosten und Nutzen

geplanter Rechtsregeln müssen darum transparent

gemacht und auf ihre Tauglichkeit für den

Mittelstand geprüft werden, damit den Kleinstunternehmen

nicht weiterhin unnötig Bürokratiekosten

entstehen.

Empfehlung 3:

Bitte wählen sie eine Partei, die dafür sorgt,

dass das Euopaparlament die bestehende Bürokratie

zügig abbaut und dafür eintritt, dass alle

von der EU-Kommission vorgelegten Gesetzesvorhaben

systematisch einem KMU-Test unterzogen

und die Folgen ihrer Einführung zuvor

abgeschätzt werden.

GERECHTE KREDITE GEWÄHRLEISTEN

Der Zugang zu Finanzierung ist für unsere

Betriebe von entscheidender Bedeutung und

Gründung, Wachstum und Unternehmensnachfolgen

dürfen nicht an mangelndem Zugang zu

Finanzierungen scheitern. Zur Bewältigung der

Finanzkrise, hat die EU hat mehrere Maßnahmen

ergriffen, um die Finanzierungsmöglichkeiten für

KMU europaweit zu verbessern. Allerdings müssen

diese Mittel bei den Handwerksbetrieben

auch ankommen.

Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise

muss der KMU-gerechte Zugang zu Krediten

weiterhin verbessert werden. Finanzierungslücken

führen sonst nur zu ungenutzten Marktchancen,

verhindern die Unternehmensnachfolge und

hemmen Produkt- und Dienstleistungsinnovationen.

Eine veränderte Mittelstandsfinanzierungskultur

muss allen Unternehmern den leichten und

schnellen Zugang zu zinsgünstigen Förderdarle-

hen, Bürgschaften, Beteiligungsgarantien und

Mezzanine-Finanzierung garantieren.

Empfehlung 4:

Wählen Sie eine Partei, die sich stark macht,

dass das Europaparlament die Instrumente zur

Mittelstandsfinanzierung schrittweise ausweitet.

QUALIFIKATION STÄRKEN – MOBILITÄT FÖRDERN

Innovationen tragen entscheidend zur Generierung

von Wissen bei – Europas wichtigster Ressource.

Europa muss seinen Vorsprung an Wissen

und Innovationsfähigkeit im globalen Wettbewerb

verteidigen. Dies kann nur über eine hohe

Innovationsdynamik gemeistert werden. Der

Bedarf der Wirtschaft an hochwertig qualifizierten

Beschäftigten steigt. Berufsbildungssysteme

müssen darum international ausgerichtet

sein.

Empfehlung 5:

Die Mitglieder des Europaparlaments müssen

sich für die Gleichwertigkeit allgemeiner und

beruflicher Bildung einsetzen. Der Austausch

von Lehrlingen, jungen Arbeitnehmern und Jungunternehmern

muss finanziell und organisatorisch

ausgebaut werden

KLIMA SCHÜTZEN – WETTBEWERBSFÄHIGKEIT STEIGERN –

VERSORGUNGSSICHERHEIT GEWÄHRLEISTEN

Die EU will bis zum Jahr 2020 den CO2-Aus stoß um zwanzig Prozent senken, den Anteil

erneuerbarer Energien auf 20 Prozent und die

Energieeffizienz um 20 Prozent steigern. Wir

Handwerker sind auf eine verlässliche Energieversorgung

angewiesen, die sowohl preiswert

und sicher ist und auch den ökologischen Erfordernissen

gerecht wird. Die Politik sollte jedoch

nicht den Fehler machen, die Geschäftschancen

bestimmter Produkte oder Technologien besser

einschätzen zu wollen als die Unternehmen

selbst. Das Handwerk kann bei der Entwicklung,

Beratung und Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen

eine führende Rolle übernehmen.

Außerdem soll die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz

von Gebäuden neugefasst werden.

Es ist unbedingt zu vermeiden, dass über

die Energie- und Klimaschutzpolitik immer neue

Zertifizierungsanforderungen an die bereits hoch

qualifizierten deutschen Handwerker gestellt

werden.

Im Hinblick auf die dritte Phase des Emissionshandelssystems

ist sicherzustellen, dass schnell

Investitionssicherheit herbeigeführt wird und

Kostensteigerungen so weit wie möglich vermieden

werden. Darüber hinaus muss sich die EU

für internationale Lösungen einsetzen.

Empfehlung 6:

Das Handwerk erwartet, dass sich die Mitglieder

des Europaparlaments sich für eine sichere,

preiswerte und umweltfreundliche Energieversorgung

einsetzen. Das Handwerk hat zudem

8 Handwerk in Bremen 6/2009


Europawahl

eine Schlüsselrolle bei der Beratung

der Verbraucher über Energieeffizienzmaßnahmen:BestehendeQualifizierungsstrukturen

müssen daher bei der Ausgestaltung

der Energie- und Klimaschutzpolitik

ausreichend

berücksichtigt werden.

NACHHALTIGES WIRTSCHAFTEN

ERMÖGLICHEN

Ein leistungsfähiges Verkehrssystem

ist die Voraussetzung

für wirtschaftliches

Wachstum der Betriebe und die

Mobilität der Bürger. Zur Reduzierung

von Schadstoffemissionen

ist darum auf technischen

Fortschritt zu setzen statt auf

Verteuerung und Einschränkung

von Verkehr. Die EU-Kommission

möchte das Wachstum des Verkehrs

begrenzen und auf andere Verkehrsträger verlagern.

Das Handwerk sieht es kritisch, wenn die

EU, städtische Verkehrsprobleme zu lösen glaubt,

indem sie Kommunen Vorgaben für Umwelt- oder

Fußgängerzonen machen will. Nach den Vorschlägen

zur neuen Maut- bzw. Vignettenregelung

sollen künftig beispielsweise auch Fahrzeuge

zwischen 3,5 und 12 Tonnen in die Mautregelung

einbezogen werden. Dies würde die

Betriebsfahrzeuge von uns Handwerkern treffen

und zu einem erheblichen bürokratischen und

finanziellen Aufwand führen. Weiterhin ist vorgesehen,

dass die Verkehrsteilnehmer zusätzlich

sogenannte externe Kosten, wie zum Beispiel für

entstehende Staus, tragen müssen. Dies lehnen

wir entschieden ab, da der gewerbliche Verkehr

bereits durch bestehende Steuern und Abgaben

stark belastet ist. Auch belasten die Bestimmungen

zum digitalen Tachografen – die ursprünglich

zur Verbesserung der Sicherheit im Fernverkehr

gedacht waren – zunehmend handwerkliche

KMU wie Bäcker und Bauhandwerker, die

überhaupt nicht im Güter- und Personentransport

tätig sind. Hier sind dringend Entbürokratisierungsmaßnahmen

auf europäischer Ebene notwendig,

die die bestehenden Ausnahmeregelungen

auf alle Handwerksbetriebe erweitern, die

nicht hauptsächlich Transporte durchführen.

Empfehlung 7:

Bitte wählen Sie eine Partei, die die europäische

Verkehrspolitik, den Umweltschutz und die

wirtschaftliche Entfaltung von kleineren und

mittleren Betrieben in Einklang bringt. Ohne

eine intakte Umwelt geht nichts. Aber ohne eine

funktionierende Wirtschaft nutzt auch eine intakte

Umwelt nichts.

REGIONEN STÄRKEN – KMU BESSER EINBINDEN

Die EU-Strukturpolitik hat das Ziel, Unterschiede

im regionalen Entwicklungsstand der

Handwerk in Bremen 6/2009

Handwerkskammer-Präses

Joachim Feldmann wünscht

sich eine hohe Beteiligung

des Handwerks bei der Wahl

zum neuen EU-Parlament.

Für die Entscheidung gibt er

elf Empfehlungen.

Regionen auszugleichen und in

erster Linie strukturschwache

Regionen zu fördern. Seit der

laufenden Programmphase

werden auch wirtschaftsstarke

Regionen gefördert und sollen

zu mehr Wachstum und

Beschäftigung in Europa beitragen.

Eine EU-Strukturpolitik

darf sich aber nicht verzetteln,

indem sie zu viele Ziele vereinen

will. Aus Sicht des Handwerks

gilt es, die Potenziale von KMU

im ländlichen Raum besser zu

nutzen: Die für nichtlandwirtschaftliche

Betriebe vorgesehenen

Fördermöglichkeiten müssen

in der Praxis diesen auch

eröffnet werden.

Empfehlung 8:

Wir wollen, dass die Mitglieder des Europaparlaments

müssen sich für die Stärkung strukturschwacher

Regionen einsetzen. Hier müssen

kleine Betriebe durch gezielte Förderung von

Kooperationsmöglichkeiten unterstützt werden.

Gleichzeitig sind aber auch die Potenziale von

KMU in wirtschaftsstarken Regionen gezielt zu

sichern und weiterzuentwickeln.

BESCHÄFTIGUNGSHEMMENDE REGELUNGEN

VERMEIDEN

Die Europäische Kommission will einheitliche

Bedingungen für die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik

und das Verhältnis von Arbeitgeber zu

Arbeitnehmer in Europa schaffen. Flexible

Arbeitsmärkte sollen mit einem hohen Grad an

Beschäftigungssicherheit in Einklang gebracht

werden. In der neuen horizontalen Antidiskriminierungsrichtlinie

schlägt die Europäische Kommission

vor, alle Hindernisse abzubauen, die

behinderten sowie älteren Menschen den freien

und nichtdiskriminierenden Zugang zu Dienstleistungen

wie dem öffentlichen Verkehr, zu Telekommunikation

und Krediten versperren.

Versicherungen und Banken soll es künftig

untersagt sein, bei der Berechnung ihrer Leistungen

willkürliche alters- oder behinderungsbezogene

Bewertungen vorzunehmen. Zudem müssen

grundsätzlich sie und nicht die Betroffenen

nachweisen, dass ihr Angebot nicht diskriminierend

ist. Wir Handwerker sind gegen jede Form

von Diskriminierungen. Aber wir lehnen auch weitere

Verschärfungen der Antidiskreminierungs-

Regelungen ab. Wir fordern, dass insbesondere

KMU mit bis zu 20 Arbeitnehmern von der

Anwendung der Richtlinie ausgeschlossen werden.

Andernfalls wären die zusätzlichen administrativen

und finanziellen Belastungen für KMU

nicht tragbar.

Überdies lehnt der ZDH die von der Europäischen

Kommission geplante Revision der Mut-

Das Handwerk

terschutzrichtlinie ab, mit der eine Verlängerung

der Mutterschutzfristen auf 18 Wochen anvisiert

wird. Diese Neuregelung ist weder erforderlich,

noch ist sie für die Unternehmen wegen der damit

verbundenen hohen Kosten tragbar.

Empfehlung 9:

Wir wollen, dass sich die Mitglieder des Europaparlaments

für eine Beschäftigungspolitik einsetzen,

die Arbeitsplätze schafft und unnötige

Belastungen verhindert. Dabei muss es den Mitgliedstaaten

selbst überlassen bleiben, innerhalb

ihrer nationalen Systeme Antworten auf die

Herausforderungen des Arbeitsmarktes zu finden.

VERBRAUCHERSCHUTZ DARF BETRIEBE NICHTBELASTEN

Gut gemeinte Regelungen für mehr Verbraucherschutz

führen oft zu hohen Belastungen für

die Unternehmen - und geht damit zu lasten der

Verbraucher. Laut Vorschlag der EU soll beispielsweise

ein kostenloses 14-tägiges Widerrufrecht

für außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene

Verträge ("Haustürgeschäfte") eingeführt werden,

das auch dann gelten soll, wenn die Dienstleistungen

bereits teilweise oder vollständig

erbracht wurden. Der Entwurf berücksichtigt

nicht die Eigenheiten des Handwerks und vorgesehene

Ausnahmen sind völlig unzureichend.

Empfehlung 10:

Wir fordern, Verträge über handwerkliche

Dienstleistungen, die außerhalb von Geschäftsräumen

geschlossen wurden, vom Widerrufsrecht

auszunehmen, wenn der Verbraucher den

Handwerker zum Besuch vor Ort aufgefordert hat

und es daraufhin zum Vertragsschluss kommt.

Auch die Lebensmittelhandwerke müssen die

aktuellen Gesetze und Gesetzgebungsvorhaben

im Lebensmittelbereich als verfehlt kritisieren. Die

Vorschläge zur Nährwert- oder Allergenkennzeichnung

bei Nahrungsmitteln werden vermutlich

zu hohen finanziellen Belastungen von KMU

führen und wären in der täglichen Praxis kaum

handhabbar. Auch die Verordnung über gesundheitsbezogene

Werbeaussagen - die nur auf den

ersten Blick wie Verbraucherschutz aussieht -

bedeutet vor allem Einschnitte in der Angebotsvielfalt.

Der auf diese Weise geführte Kampf der

EU-Kommission gegen Übergewichtigkeit darf

aber nicht zulasten der KMU gehen, die sich tagtäglich

darum bemühen, den Verbraucherwünschen

vor Ort gerecht zu werden.

Empfehlung 11:

Die Handwerker sind überzeugt, dass der

beste Verbraucherschutz der lebendige Wettbewerb

ist. Amit die Verbraucherschutzpolitik des

Europäischen Parlaments künftig von demselben

Gedanken getragen wird, orientieren wir uns

darum mit unserer Wahlentscheidung am besten

am Leitbild des mündigen Verbrauchers.

9


Fachtag für Gewerbe

und Flottenbetreiber

Alternative Antriebe auf dem Prüfstand

Erdgas- vs. Elektro-, Hybrid-, Autogasantrieb

Experten führender Entwickler alternativer Antriebe

(Toyota, Mitsubishi, Opel, IAV) stellen Neuheiten und

den aktuellen Entwicklungsstand vor

Außerdem:

· Autoschau mit den aktuellsten Erdgas modellen

· exklusive Führung durch den Bremer Flughafen

Infos und Anmeldung:

www.bremer-erdgasfahrzeug.info

www.bremer-erdgasfahrzeug.info

Der Senator für Umwelt,

Bau, Verkehr und Europa

23. Juni 2009

14.00 Uhr – 19.00 Uhr

Flughafen Bremen, Bremenhalle

(Terminal 3 / Besucherterrasse)

Freie

Hansestadt

Bremen


Mittelstandspolitik

DEN MITTELSTAND ENTLASTEN

Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand stellt ihren Bericht vor und

fordert: Strukturelle Reformen vorantreiben, Vertrauen in die

Marktwirtschaft stärken.

Finanzmarktkrise und globale Rezession

gehen auch am Mittelstand nicht spurlos vorüber.

Mit zwei Prozent Umsatzrückgang in 2009

sind die Erwartungen des Mittelstandes zwar

optimistischer als die Vorhersagen für die

Gesamtwirtschaft. Doch die Rezession strahlt

zunehmend auch auf den Mittelstand ab.

250.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, so

der Jahresmittelstandsbericht 2009 der Arbeitsgemeinschaft

Mittelstand, der in Berlin vorgestellt

wurde. Die Einschätzung basiert auf Umfragen

der in der Arbeitsgemeinschaft kooperierenden

Verbände aus Handel, Industrie, Handwerk

und Gastgewerbe sowie auf Prognosen der kreditwirtschaftlichen

Verbände. Als Plattform der

neun führenden Mittelstandsverbände fordert

die Arbeits-gemeinschaft Mittelstand Reformen

bei den ordnungspolitischen Fundamenten, um

das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft zu

stärken.

„Eine wirtschaftliche Erholung wird es nur mit

einem starken Mittelstand geben“, erklärten Ernst

Fischer, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes

(DEHOGA Bundesverband),

und Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen

Raiffeisenverbandes (DRV), bei der Präsentation

des Jahresmittelstandsberichts. Voraussetzung

dafür seien wettbewerbsfördernde Rahmenbedingungen,

um die Kreativität und Innovationskraft

des Mittelstandes gerade in schwierigen Zeiten

weiter zu entfalten. Die Arbeitsgemeinschaft

Mittelstand mahnt Reformen bei den Sozialver-

Unter dem Thema Vorrang für den Mittelstand

– Die Zukunft der kleinen und mittleren

Unternehmen im globalen Wettbewerb

sichern fand im Haus des Deutschen Handwerks

das Europasymposium von BDA, BDI,

DIHK und ZDH statt. Das Symposium stellte

die Hauptveranstaltung in Deutschland im

Rahmen der KMU-Woche dar. Im Bild (v.l.):

Michael Sommer, DGB-Bundesvorsitzender;

Günter Verheugen, Vizepräsident EU-Kommission

und Kommissar für Unternehmen und

Industrie; Moderator Rolf-Dieter Krause, Leiter

ARD-Studio Brüssel; Otto Kentzler, ZDH-

Präsident; Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann,

DIHK-Präsident; Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender

des gemeinsamen Mittelstandsausschusses

BDI und BDA. (Foto: ZDH/Himsel)

Handwerk in Bremen 6/2009

sicherungssystemen an und spricht sich klar für

eine Strukturreform bei der Einkommensteuer

aus, um so die leistungsfeindliche kalte Progression

auszuschließen. Zudem fordert die Arbeitsgemeinschaft

eine Korrektur der Unternehmenssteuerreform.

„Die Besteuerung von Kosten bei

der Gewerbesteuer muss zurückgenommen werden“,

sagte DEHOGA-Präsident Fischer. „Ansonsten

müssen viele Unternehmen selbst dann

Steuern zahlen, wenn sie keine Gewinne erzielen.

Eine Substanzbesteuerung wirkt in der Rezession

krisenverschärfend.“

Gerade auch vor dem Hintergrund der sich

abzeichnenden weiteren Arbeitsmarktentwicklung

warnen die Mittelstandsvertreter ausdrücklich

vor arbeitsmarktpolitischem Aktionismus.

Eine Fortführung von Altersteilzeit oder die Finanzierung

von Transfergesellschaften können vornehmlich

Großunternehmen nutzen, müssten

aber vor allem von Arbeitgebern und Arbeitnehmern

sämtlicher Unternehmen und damit

besonders vom Mittelstand mitfinanziert werden,

so die Kritik.

Statt weiterer Belastungen sei eine Entlastung

der mittelständischen Unternehmer, die mehr als

70 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland

beschäftigen, das Gebot der Stunde. Dazu gehörten

ein konsequenter Bürokratieabbau wie es die

EU-Kommission in ihrem Small Business Act fordert

sowie die Schaffung wettbewerbsstärkender

Rahmenbedingungen.

Das Handwerk

HWK-Hauptgeschäftsführer

Michael Busch fordert

„Vorfahrt für KMUs“

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte beging

die Europäische Kommission vom 6. bis 14.

Mai 2009 die von ihr initiierte Woche für

kleine und mittlere Unternehmen. In deren

Rahmen finden in ganz Europa mehr als

1.000 Veranstaltungen statt – davon allein

100 Veranstaltungen in Deutschland.

Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer

Michael

Busch fordert

aus

diesem

Anlass, dass

das im

Small Business

Act for

Europe

(SBA) verankerte Prinzip „Vorfahrt für kleine

und mittlere Unternehmen“ zügig durch

konkrete Maßnahmen umgesetzt werden

müsse. „Gerade in der derzeitigen angespannten

Wirtschaftslage beweisen die kleinen

und mittleren Unternehmen in der Wirtschafts-

und Finanzkrise einmal mehr, dass

sie ein Garant für Stabilität sind. Es ist darum

wichtig, dass die Landespolitik ihnen den

nötigen Spielraum geben, ihre Potentiale zu

entfalten. Vor allem dürfen ihnen keine

unnötigen finanziellen und bürokratischen

Belastungen aufgebürdet werden wie es in

Bremen derzeit bei der Höhe der Bau-

Nebenkosten der Fall ist, die bis zu 43 Prozent

des Auftragsvolumens ausmachen.“

11


Handwerkskammer Integration

TALENTE ENTDECKEN – POTENZIALE NUTZEN

Der Bundesarbeitsminister will mit dem Förderprogramm ‘Job4000’ mehr behinderte Menschen in

den Arbeitsmarkt integrieren. In der Handwerkskammer Bremen wurde das Programm vorgestellt.

Das Handwerk liegt bei der Integration Behinderter mit vorn.

Arbeit zu haben ist wichtig – dies gilt

gleichermaßen für die etwa sechseinhalb Millionen

Behinderten in Deutschland wie für nicht

behinderte Menschen. Damit Behinderte oder

von Behinderung bedrohte Menschen in unserer

Gesellschaft nicht benachteiligt werden,

will die Bundesregierung mit dem Programm

‘Job4000’ und rund 30 Millionen Euro aus

dem von den Arbeitgebern finanzierten Ausgleichsfonds

gezielt die Ausbildung, Beschäftigung

und die berufliche Integration schwerbehinderter

Menschen voran bringen. Gemeinsam

mit den Ländern – die zusätzlich 20 Millionen

Euro bereit stellen – und der Bundesagentur

für Arbeit sollen dafür neue und

zusätzliche betriebliche Ausbildungs- und

Arbeitsplätze gefördert werden und anhand

guter Beispiele gezeigt werden, dass die berufliche

Integration schwerbehinderter Menschen

gut gelingen kann.

„Wir müssen lernen wie wir die Potenziale

von Menschen entdecken können, die diese

Potenziale nicht zur Schau stellen können wie

Andere“, sagte die Leiterin der Gruppe Rehabilitation

im Bundesministerium für Arbeit

und Soziales, Brigitte Lampersbach, anlässlich

der Regionalkonferenz in der Handwerkskammer

und stellte das Programm ‘Job4000’ mit

seinen vielfältigen Fördermöglichkeiten vor,

das mindestens 1.000 neue Arbeitsplätze und

mindestens 500 neue betriebliche Ausbildungsplätze

für besonders betroffene schwerbehinderte

Menschen auf dem allgemeinen

Arbeitsmarkt schaffen soll. Demnach können

Arbeitgeber je Arbeitsplatz und über die Dauer

von bis zu fünf Jahren eine arbeitsplatzbezogene

Förderung von bis zu 36.000 Euro erhalten.

Arbeitgeber, die neue betriebliche Ausbildungsplätze

für schwerbehinderte Menschen

schaffen, erhalten pro Ausbildungsplatz eine

Prämie in Höhe von bis zu 3.000 Euro zu

Beginn der Ausbildung und bis zu 5.000 Euro

nach Abschluss der Ausbildung und bei gleichzeitiger

Übernahme in ein unbefristetes sozi-

alversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis.

Bei der Übernahme in ein befristetes

sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis

werden bis zu 2.500 Euro

gezahlt.

Zusätzlich will das Bundesministerium

noch mindestens 2500 schwerbehinderte

Schulabgänger mit Hilfe der Integrationsfachdienste

zur Ausbildung oder Beschäftigung in

den allgemeinen Arbeitsmarkt integrieren.

Dafür erhalten die Integrationsfachdienste

bis zu 250 Euro monatlich für jeden Unterstützungsfall

und für eine Dauer von bis zu 18

Monaten.

Michael Busch, Hauptgeschäftsführer der

Handwerkskammer Bremen, sieht das Handwerk

bei der Integration Behinderter vorn. Er

erinnerte an die Kampagne ‘50.000 Jobs für

Schwerbehinderte’ des Bundesarbeitsministeriums,

die vom Handwerk aktiv unterstützt

wurde und die 45.500 schwerbehinderten

Menschen eine Anstellung brachte. „Leider ist

aber soziale Teilhabe für Menschen mit Behinderungen

noch immer nicht überall Realität“,

sagte er und sieht als wirklich behindernd für

diese Menschen nicht nur ihre individuellen

Handicaps, sondern dass vielerorts auch deren

Umfeld unfähig sei angemessen zu integrieren.

Zugleich wünschte er sich den Abbau

bürokratischer wie des besonderen Kündigungsschutzes

und von Zusatzurlaub. Solche

gut gemeinten Regelungen schlügen leicht

Regelungen ins Gegenteil um und würden im

Ergebnis diejenigen Menschen benachteiligendie

von diesen Regeln eigentlich profitieren

sollten, warnte er. Daran gelte es zu arbeiten

und neue Lösungsansätze zu finden, damit

möglichst viele Betroffene ihr Leben weitestgehend

selbst gestalten und selbst bestimmen

können.

Ähnlich sieht dies Hartmut Roth,

Geschäftsführer der Unternehmensverbände

im Lande Bremen. „Schutzvorschriften sind

gerade bei kleinen Betrieben kontraproduktiv

und einstellungshemmend“, sagte er. Insbesondere

dürfe ein Sonderkündigungsschutz

nur gelten, wenn der Arbeitgeber auch wirklich

von der Behinderung wisse, betonte er.

Aber sein positives Fazit ist: „Schwerbehinderung

heißt nicht Leistungsbehinderung! Und

Förderprogramme sind dann sinnvoll, wenn sie

Brigitte Lampersbach vom Bundesministerium

für Arbeit und Soziales, stellte in der

Handwerkskammer das Programm ‘Job4000’

vor, das mindestens 1000 neue Arbeitsplätze

und mindestens 500 neue betriebliche Ausbildungsplätze

für schwerbehinderte Menschen

schaffen soll. (Foto: HiB)

gezielt und nicht nach dem Gießkannenprinzip

durchgeführt werden.“

Karlheinz Heidemeyer, Geschäftsführer der

Handelskammer Bremen, begrüßte die Bremer

Vereinbarungen und die Einrichtung einer

Integrationsberatungsstelle in Bremen, damit

die rund 1400 arbeitssuchenden Menschen

mit Behinderungen in Bremen einen Arbeitsplatz

finden. Martin Johannsen, Geschäftsführer

der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven,

wies darauf hin, dass die Wirtschaft

diese Menschen durchaus auch schon ohne

finanzielle Förderung integriert, denn Johannsen

gab zu, dass seine Körperschaft oft erst

von deren Integration erfahre, wenn anlässlich

von Prüfungen um die Ausschreibung in

einer größeren Schrift für Sehbehinderte gebeten

würde.

12 Handwerk in Bremen 6/2009


Ausbildungsmarkt

ZWISCHENBILANZ BEI BREMER VEREINBARUNG

„Wir alle sind uns einig darüber, dass wir alles

tun müssen, um unsere Ziele für den Ausbildungsmarkt

in diesem Jahr zu erreichen“, mit

diesen Worten fasste Bremens Arbeitssenatorin

Ingelore Rosenkötter die Ergebnisse der

Beratungen der Partner der Bremer Vereinbarung

zusammen. Vertreter von Handels- und

Handwerkskammer sowie Arbeitsagentur und

Gewerkschaften kamen mit der Senatorin im

Rathaus zusammen.

Derzeit sieht es am Ausbildungsmarkt nicht

schlecht aus. Zum Stichtag Ende März wurden

im Land Bremen 1.826 Ausbildungsverträge

abgeschlossen. Das sind nur neun weniger als

im Jahr zuvor. „Wir brauchen aber noch über

4.600 weitere Vertragsabschlüsse, um das Endergebnis

des Vorjahrs zu erreichen. Angesichts

der wirtschaftlichen Situation ist das eine große

Herausforderung für die Betriebe. Wir unterstützen

mit unseren Ausbildungsmarktmaßnahmen

dabei so gut wir können“, so Rosenkötter.

Sie wies außerdem darauf hin, dass die öffentliche

Hand auch in diesem Jahr eine Ausbildungsquote

von über 8 Prozent anstrebe.

Abschließend betonte die Arbeitssenatorin,

dass die Partner der Bremer Vereinbarung sich

auch Ziele für jene gesetzt haben, die es am

Ausbildungsmarkt nicht so leicht haben. Dazu

Handwerk in Bremen 6/2009

Handwerkskammer

Die Partner der Bremer Vereinbarung ziehen eine positive Zwischenbilanz. Doch für die Erreichung

der Ziele des Ausbildungspakts sind weitere gemeinsame Anstrengungen notwendig. Nach den

Zahlen der Arbeitsagentur ist die Lage am Ausbildungsmarkt besser als am Arbeitsmarkt.

Kurzarbeiter-Geld geht an

Mittelstand weitgehend vorbei

Die geplanten Erleichterungen für Kurzarbeit

gehen an den Interessen des Handwerks und

Mittelstandes vorbei. „Sowohl die verlängerte

Bezugsdauer, als auch das ´Kurzarbeitergeld

plus`, werden vor allem größeren Unternehmen

zugute kommen, die Kurzarbeit langfristiger

nutzen“, prognostiziert Michael Busch,

Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer

Bremen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales

und der DGB hatten sich neben der Verlängerung

der Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld

von 18 auf künftig 24 Monate, auf ein

‘Kurzarbeitergeld plus’ verständigt. Demnach

sollen Unternehmen künftig nach sechs Monaten

Kurzarbeit vollständig von den Sozialversicherungsbeiträgen

entlastet werden. Busch

findet es enttäuschend, dass bisher nicht die

gehören unter anderem die Jugendlichen, die

sich auch schon in den vergangenen Jahren

erfolglos um einen betrieblichen Ausbildungsplatz

beworben haben.

„Bei der Handelskammer Bremen liegt die

Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverträge

mit 1.243 Ausbildungsverhältnissen auf nahezu

dem gleichen Niveau wie im Vergleichsmonat

des Vorjahres“, sagte Hauptgeschäftsführer

Dr. Matthias Fonger. Die bremische Wirtschaft

werde alles dafür tun, dass der Ausbildungsmarkt

in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation

stabil bleibe. So plane die Kammerorganisation

weitere Aktionen wie beispielsweise die

Optimierung der Unterstützungsmöglichkeiten

für Auszubildende insolventer Unternehmen oder

die stärkere Einwerbung und Nutzung des

bundesweiten Förderinstrumentes „ausbildungsbegleitender

Hilfen“ hingewirkt werden. Dr. Fonger

betonte in diesem Zusammenhang die Rolle

der Schulpolitik. „Damit Jugendliche ihre Chance

auf Ausbildung auch erreichen können, muss

deren Ausbildungsreife spürbar verbessert werden“,

sagte er.

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer

Bremen, Michael Busch, stellt für den

Bereich der Handwerkskammer Bremen zum

Stichtag 31. März 2009 einen Rückgang an Aus-

Vorschläge des Zentralverbandes des deutschen

Handwerks aufgegriffen wurden, der

angeregt hatte, Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten

ab dem ersten Tag Kurzarbeit von den

Sozialversicherungsbeiträgen zu befreien. „Je

länger diese Wirtschaftskrise andauert, desto

stärker werden gerade die für unser Land so

wichtigen kleinen und mittelständischen

Handwerksbetriebe darauf angewiesen sein,

kostengünstig und einfach Kurzarbeitergeld in

Anspruch nehmen zu können, damit Kündigungen

möglichst vermieden werden“, argumentiert

Busch. Er ist überzeugt, dass die häufige

Inanspruchnahme von Kurzarbeit wesentlich

dazu beigetragen, den Arbeitsmarkt trotz

Wirtschaftskrise bislang robust zu halten.. Das

Handwerk unterstützt darum die Weiterentwicklung

dieses Instruments grundsätzlich.

„Wir legen aber großen Wert darauf, dass es

im weiteren Verfahren auch endlich zu Verbesserung

für den Mittelstand kommen wird.“

bildungs-Neuverträgen von cirka 6 Prozent fest.

Das entspricht 21 Ausbildungsplätzen in Bremen

und Bremerhaven. Eine Schlussfolgerung

auf die Gesamtentwicklung im Handwerk kann

damit noch nicht gezogen werden. Trotz der

Krise sei einer Umfrage zufolge die Bereitschaft

zur Ausbildung im Handwerk nach wie vor

hoch. „Wir müssen aber darüber nachdenken,

wie wir das ‚Management’ der Ausbildung weiter

verbessern. So sollten Ausbildungsverhältnisse,

die nicht wahrgenommen werden, den

noch suchenden Auszubildenden unmittelbar

wieder zur Verfügung stehen. Auch dürfen Ausbildungsplätze

nicht durch Doppel- oder Mehrfachverträge

verloren gehen“, so Busch.

Bremens DGB-Vorsitzende Helga Ziegert:

„Nach dem guten Ergebnis 2008 ist der Rückgang

der bei der Agentur gemeldeten Ausbildungsplätze

in der Stadt Bremen um 10% in

diesem Frühjahr ein deutliches Warnsignal. Die

Jugendlichen dürfen nicht zu Verlierern der

Krise werden. Neben weiteren Anstrengungen

zur Gewinnung neuer Ausbildungsplätze müssen

die Partner der Bremer Vereinbarung rasch

klären, dass Jugendliche, deren Betrieb in Konkurs

geht, anderswo ihre Ausbildung fortsetzen

und dass Auszubildende in Betrieben mit Kurzarbeit

ihre Ausbildung ohne Qualitätsverlust

beenden können.“

Hans-Uwe Stern, Geschäftsführer der Agentur

für Arbeit Bremen: „Trotz Rezession stellt sich

die Lage auf dem Ausbildungsmarkt derzeit stabiler

dar als auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings

gibt es Unterschiede zwischen den Städten Bremen

und Bremerhaven: Während es in Bremerhaven

derzeit noch einen deutlichen Nachfrageüberhang

nach Ausbildungsplätzen gibt, ist

das Verhältnis von gemeldeten Bewerbern und

gemeldeten Ausbildungsplätzen in der Stadt

Bremen aktuell statistisch ausgeglichen. Dies

darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass

in Bremen Stadt angebotene Ausbildungsplätze

in hohem Ausmaß auch von jungen Leuten

aus dem Bremer Umland nachgefragt werden.

Wir werben deshalb um noch mehr Ausbildungsplätze.

Den Bewerbern in Bremen und

Bremerhaven geben wir den Hinweis, dass in

Bremen und Bremerhaven noch freie Ausbildungsplätze

für dieses Jahr und damit Chancen

für junge Menschen in vielen Berufen angeboten

werden.“

13


Handwerkskammer Meisterprüfungen

SIE BESTANDEN IHRE KFZ-MEISTERPRÜFUNG

Glückliche Gesichter zur bestandenen Meisterprüfung

im Kfz-Handwerk: Marc Bohnhorst, Marcel

Dürwald, Hilko Fritsch, Christian Höner,

Umakaran Karunairajah, Daniel Kunde, Hauke

Metscher, Roland Rech, Torsten Reiners, Maik

Rothe, Joachim Schulte, Thorsten Stigge, Nils Thoden,

Mario Wehrend, André Woiwode und Stephan

Zimmer. Gleichzeitig haben Clemens Blömer,

Hendrik Meyer, Adrian Stephan, Robert

Tomczak die Fachtheorie-Prüfung ihrer Meister-

prüfungsvorbereitung abgelegt und damit einen

weiteren Schritt in Richtung einer erfolgreichen

Berufslaufbahn zurückgelegt.

Der nächste Vollzeit-Lehrgang beginnt am 10.

August und dauert siebzehn Wochen. Die 670

Stunden Unterricht finden jeweils montags bis

freitags von 8 bis 15 Uhr im HandWERK statt.

Im berufsbegleitenden Lehrgang werden die

Unterrichtsstunden auf insgesamt 16 Monate verteilt.

Sie finden ab dem 11. August an zwei Aben-

den pro Woche von 18 bis 21 Uhr und an jedem

zweiten Samstag von 8 bis 13 Uhr statt. In beiden

Lehrgängen lernen die Teilnehmer alles wichtige

über Kraftfahrzeuginstandhaltungstechnik,

Kraftfahrzeugtechnik, Auftragsabwicklung,

Betriebsorganisation und Betriebsführung.

Informationen bei Beate Schröder unter Telefon

(04 21) 22 27 44-4 22 oder per E-Mail unter

schroeder.beate@handwerkbremen.de.

Fairness.

Eine der obersten Prämissen im Sport. Auch für

Schiedsrichter. Darauf haben die Spieler ein

Recht. Aber auch die Schiedsrichter. Für den

Spaß am Sport. Für den menschlichen Umgang

miteinander.

Auch für Versicherungen ist Fairness wichtig.

Vom Kunden zum Unternehmen. Vom Unternehmen

zum Kunden. Nur gemeinsam können Ziele

erreicht werden.

Das ist Fairness.

Das gibt Sicherheit.

Das ist die INTER.

14 Handwerk in Bremen 6/2009

Dr. Markus Merk, dreimaliger Welt-Schiedsrichter

www.inter.de


Gebäude-Energieberater

WICHTIGE PARTNER BEIM UMWELTSCHUTZ

Wer Energie einspart reduziert seine Kosten

und kann sich so Wettbewerbsvorteile verschaffen.

Ganz nebenbei leistet er auch noch

einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Und

wer dies mit Unterstützung eines Gebäudeenergieberaters

in Angriff nimmt, kann schon mit

geringem Aufwand schnell fünf bis zehn Prozent

seiner Energiekosten einsparen oder bei

energetischen Altbau-Sanierungen sogar bis

zu 70 Prozent.

Insgesamt zweihundert Unterrichtsstunden

lang und in einhundert Stunden

anspruchsvoller Projektarbeit wurden im

HandWERK achtzehn Handwerker intensiv

auf ihre Tätigkeit als Gebäude-Energieberater

vorbereitet. Senior war der siebzigjährige Helmut

Wagenfeld. Jetzt erhielten die Absolventen

im Wandschneidersaal der Handwerkskammer

vom stellvertretenden HWK-Hauptgeschäftsführer

Christian Flathmann ihre

Abschlussurkunden und sind damit Partner

von Architekten, Kommunen und Hausbesitzern,

wenn es um Umweltschutz und das Einsparen

von Gas oder Öl geht.

„Zahlreiche öffentliche Gebäude und Schulen

haben einen enormen Sanierungsbedarf“,

sagte Christian Flathmann bei der Überreichung

der Urkunden und wies auf den Wert

hin, den mehr Effizienz im Umgang mit Energie

besitzt.

Handwerk in Bremen 6/2009

Handwerkskammer

Im HandWERK wurde ein weiterer Jahrgang Gebäude-Energieberater ausgebildet. Nach 200

Unterrichtsstunden und 100 Stunden Projektgruppenarbeit sind sie fit, um Immobilienbesitzern

wertvolle Einspar-Tipps zu geben.

EU nimmt reduzierte

Mehrwertsteuer-Sätze an

Die Wirtschafts- und Finanzminister der EU

haben den Richtlinientext zu reduzierten

MwSt-Sätzen formell angenommen. Damit

könnten auch die deutschen Mehrwertsteuer-Sätze

gesenkt werden. Nach der Einigung

des Ecofin-Rates vom März haben nun auch

die Wirtschafts- und Finanzminister der EU-

Länder einen Richtlinientext zur dauerhaften

Einführung reduzierter Mehrwertsteuer-Sätze

auf arbeitsintensive und lokal erbrachte

Dienstleistungen formal angenommen. Die

reduzierten Mehrwertsteuer-Sätze betreffen:

• Kleine Reparaturdienstleistungen wie

Ausbesserungen und Änderungen an

Fahrrädern, Schuhen und Lederwaren,

Kleidung und Haushaltswäsche,

Informationen zur Ausbildung zum Gebäude-Energieberater

gibt es bei:

HANDWERKSKAMMER BREMEN

Dieter Kleinschmidt, Referent Meister- und

Fortbildungsprüfungen,

c/o HandWERK gemeinnützige GmbH,

Schongauer Str. 2, 28219 Bremen,

Telefon (04 21) 30 500-14,

E-Mail: kleinschmidt.dieter@hwk-bremen.de,

Internet: www.hwk-bremen.de.

• Reinigung von Fenstern und Reinigung in

privaten Haushalten,

• häusliche Pflegedienstleistungen (z. B.

Haushaltshilfe und Betreuung von Kindern

sowie älteren, kranken oder behinderten

Personen),

• Renovierung und Reparatur von Privatwohnungen,

mit Ausnahme von Materialien,

die einen bedeutenden Teil des Wertes

der Dienstleistung ausmachen,

• Friseurdienstleistungen.

Zusätzlich werden reduzierte MwSt-Sätze für

Restaurants und Catering-Dienstleistungen

sowie für Bücher, unabhängig von ihrem Träger,

aufgenommen. Das Inkrafttreten der

Richtlinie ist für den Monatsersten nach der

Veröffentlichung der Richtlinie im Amtsblatt

der Europäischen Union vorgesehen.

Achtzehn Gebäude-Energieberater auf

dem Karrieretreppchen – Christian Flathmann,

stellvertretender HWK-Hauptgeschäftsführer, Dieter

Kleinschmidt, Referent Meister- und Fortbildungsprüfungen,

Michael Pleus von Essen, Dozent, Johann Dirks, Berater für

Meisterkurse und berufliche Weiterbildung, und Dr. Michael Kruse

freuen sich mit den erfolgreichen Absolventen (von links). (Foto: HiB)

Flughafenmesse

am 5. und 6. Juni

Jugendliche der Sekundarstufen I und II, die

eine duale Berufsausbildung anstreben,

können sich am 5. und 6. Juni, von 9 bis

15.30 Uhr, auf der Flughafenmesse informieren.

Die Handwerkskammer und der

Arbeitgeberverband Handwerk e.V. Bremen

werden im Flughafengebäude mit einem

Stand vertreten sein. Dort können sich

Bewerber über freie Ausbildungsstellen

informieren.

Innovationspreis und

Mahl des Handwerks

Am 27. Oktober wird auf dem 43. Mahl des

Handwerks zum zweiten Mal der Preis „Innovatives

Handwerk“ vergeben. Wieder wird

es in voraussichtlich sechs Kategorien (Existenzgründung,

Arbeits- und Gesundheitsschutz,

Ausbildung, Einsatz innovativer

Technologien, Betriebsnachfolge und

Umweltschutz) Preise geben. Die Auszeichnungen

vergeben die Handwerkskammer

und die Sparkasse Bremen. Mehr in der

Rubrik Tipps & Termine.

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Handwerkskammer Mentoren und Coaches

DIE REALITÄT VERMITTELN WIE SIE IST

Die Mentoren der Handwerkskammer Bremen geben Schülern wertvolle Hilfen für die berufliche

Zukunft und rund um Praktika und die Bewerbung. Die Kammer sucht noch Handwerker, die gern

als Mentor oder Coach tätig sein wollen.

Je schneller sich die Technik entwickelt,

desto stärker klaffen die Anforderungsprofile

der Betriebe und die Kompetenzen von Schülern

auseinander. Vor allem in Hauptschulen

und Förderzentren sehen darum viele Jugendliche

für sich selbst oft keine berufliche Perspektive

und haben sich ein Stück weit aufgegeben.

Darum ist es wichtig, dass Menschen

die Schulen besuchen, die den Schülern die

berufliche Realität vermitteln können, wie sie

wirklich ist.

Und die sieht anders aus als es landläufig

oft angenommen wird: Gerade im Handwerk

können auch Menschen Karrieren machen,

selbst wenn sie in der Schule schlechte Zensuren

hatten. Denn im Handwerk kommt es

in erster Linie darauf an, dass man an sich

glaubt, fleißig ist und sich engagiert. Da sind

die Noten dann eher zweitrangig.

Die Mentoren der Handwerkskammer Bremen

haben erkannt wie wichtig es ist, Schüler

über die hervorragenden Chancen – die

ihnen das Handwerk bietet – zu informieren.

Sie besuchen die Schulen und zeigen den

Schülern, welche Überlegungen sie beachten

sollten, wie man sich richtig bewirbt, wie man

beruflich erfolgreich wird oder was man bei

Praktika oder im beruflichen Alltag besser

unterlässt. Friseurmeister Mario Andolfi beispielsweise

gehört zu den Mentoren und hat

in der Vergangenheit gleich mehreren jungen

Menschen mit Lernschwächen eine Chance

gegeben – und es hat sich beispielsweise

gezeigt, dass man selbst mit starker Legasthenie

eine Gesellenprüfung bestehen und sich

zu einem hervorragenden Friseure entwickeln

kann.

„Wir wollen und wir müssen junge Leute

für das Handwerk und die Qualität seiner Ausbildung

begeistern“, sagte auch HWK-Hauptgeschäftsführer

Michael Busch beim 5. Mentorentreffen

in der Handwerkskammer. Für

ihn zeigt sich gerade in der derzeitigen Krise

die Werthaltigkeit in den Handwerksbetrieben.

Dabei ist es aus seiner Sicht nicht nur

wichtig, dass Schüler verinnerlichen, dass sie

für für eine Stelle im Heizungsbau rechnen

können müssen oder als Friseur Kenntnisse in

Chemie und als KFZ-Mechatroniker in Elektronik

haben müssen. „Wir brauchen die Mentoren

auch um Brücken herzustellen, Ängste

Sie zeigen Schülern Perspektiven auf – Die Mentoren planten in der Handwerkskammer Bremen

ihre nächsten Aktivitäten. (Foto: HiB)

abzubauen und Kulturbarrieren zu überwinden.

Gerade bei Schülern mit Migrationshintergrund

können Mentoren aus demselben

Kulturkreis dies oft viel besser vermitteln“, ist

Busch überzeugt. Die nächsten Aktionen finden

im Bremer Roland Center statt.

Handwerkskammer sucht Mentoren

und Coaches für Altbewerber

Mentor und Coach zu sein ist eine sozial wichtige

und emotional Gewinn bringende Tätigkeit

für Menschen, die mit der Berufsausbildung

vertraut sind. Dies könnten beispielsweise

aktive oder ehemalige Ausbilder oder

Mitglieder von Prüfungsausschüssen oder

auch Handwerksjunioren.

Sie wirken mit bei Berufsorientierungsveranstaltungen

oder Besuchen von Schulklassen.

Für die ehrenamtliche Arbeit mit Altbewerbern

sucht die Handwerkskammer noch geeignete

Mentoren. Altbewerber sind ausbildungssuchende

junge Menschen, die bereits im Vorjahr

oder früher die Schule beendet und sich

seither vergeblich um einen Ausbildungsplatz

beworben haben. Zusätzlich zählen zu den Altbewerbern

auch jene Jugendliche, die nach

ihrer Schulausbildung zunächst Wehr- oder

Zivildienst geleistet haben und sich nun erst-

Handwerker, die gern als Mentor tätig sein

würden, wenden sich an die Handwerkskammer

Bremen, Ausbildungsberaterin Gabriela

Schierenbeck, Telefon (04 21) 30 500-131

oder per E-Mail an:

schierenbeck.gabriela@hwk-bremen.de.

mals um einen Ausbildungsplatz bewerben.

Altbewerber benötigen daher ganz unterschiedliche

Hilfestellungen für ihren Berufseinstieg.

Mentoren unterstützen sie der Berufswahl

und bahnen auch Kontakte zwischen Lehrstellenbewerbern

und Ausbildungsbetrieben an.

Nötigenfalls begleiten sie einzelne Jugendliche

zu Bewerbungsgesprächen und geben

Hilfestellungen bei der Vor- und Nachbereitung

von Betriebspraktika.

Mentoren und Coaches benötigen daher

Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen,

Zuversicht, Gelassenheit, Überzeugungskraft,

Beharrlichkeit und Geduld.

Handwerker, die gern als Mentor tätig sein

würden, wenden sich an die Handwerkskammer

Bremen, Ausbildungsberaterin Gabriela

Schierenbeck, Telefon (04 21) 30 500-131

oder per E-Mail:

schierenbeck.gabriela@hwk-bremen.de.

16 Handwerk in Bremen 6/2009


Engagement

ZEICHEN GEGEN BLINDEN HASS UND GEWALT

Handwerk in Bremen 6/2009

Handwerkskammer

Junge Handwerker helfen mit, das ehemalige KZ Sachsenhausen zu erhalten, und gewinnen beim

Bremer Jugendpreis 2009 den Sonderpreis der Arbeitnehmerkammer.

Seit zwanzig Jahren wird in jedem Jahr der

Bremer Jugendpreis feierlich verliehen. Mehr

als 800 Jugendliche bewarben sich in diesem

Jahr mit Songs, Tänzen, Gedichten, Filmen, Bildern,

Zeichnungen, Plakaten und Aktionen

zum Motto ‘Anders? Na und?’

In feierlichem Rahmen übergab jetzt Bürgermeister

Jens Böhrnsen im Rathaus den mit

1.000 Euro dotierten Hauptpreis an die Fachoberschule

Architekektur/Bau vom Schulzentrum

Alwin-Lonke-Straße für ihre ‘17 Raumideen

gegen Hass und Gewalt’. Der Bürgermeister

dankte allen Jugendlichen für ihr

Engagement und ermutigte sie, weiter ihren

Weg zu gehen: ohne Hass, ohne Gewalt, ohne

Fremdenfeindlichkeit und mit Respekt für die

Mitmenschen.

Den mit 250 Euro dotierten Sonderpreis

der Arbeitnehmerkammer Bremen gewann

das Projekt ‘Lernen und Arbeiten im ehemaligen

KZ Sachsenhausen’ des Schulzentrums

Alwin Lonke-Straße, bei dem junge Handwerker

mit ihrer Arbeitskraft dazu beitragen, dass

die Mahn- und Gedenkstätte für die Nachwelt

erhalten bleibt. Dabei haben beispielsweise

Fliesenleger Abdeckplatten neu befestigt,

Maler Kittfalze erneuert sowie Fenster und

Türen lackiert und Maurer haben Außenwände

sowie den Eingangsbereich ausgebessert.

Neben den positiven Erfahrungen durch die

gemeinsame praktische Arbeit erfuhren die

jungen Handwerker auch die erschütternden

Details wie die Ermordungen Andersdenkender

zu lauter Musik am Erschießungsgraben,

die ständige körperliche Bedrohung durch die

Aufseher, deren psychische Schikanen und die

unzumutbaren Verhältnisse, bei denen je 500

Häftlinge sich zwanzig Toiletten teilen mussten

und die ihre Körperhygiene an nur zwei

Waschbecken innerhalb einer halben Stunde

zu erledigen hatten.

Hans Engel von der Arbeitnehmerkammer

wies darauf hin, dass diese in diesem Jahr zum

ersten Mal – aber mit Sicherheit nicht zum letzten

Mal – den Wettbewerb unterstützt hat.

„Wir finden es ganz toll, dass sich jungen Menschen

mit einer Zeit auseinander setzen, in der

Menschen verfolgt wurden, nur weil sie anders

gedacht haben und auf diese Weise daran erinnern,

wozu Menschen fähig sind“, sagte er.

Betonbauer Julian Griese vom Projekt Lernen und Arbeiten im ehemaligen KZ Sachsenhausen

erzählt nach der Entgegennahme des Sonderpreises der Arbeitnehmerkammer in der oberen

Rathaushalle über die Projektarbeit und die Erlebnisse der jungen Handwerker bei der Instandhaltung

der Gedächtnisstätte. (Foto: HiB)

GOTTESDIENST IM GEWERBEHAUS

Anlässlich des Kirchentags gab es im Gewerbehaus

ein Novum: Erstmals luden die Handwerkskammer

und die Evangelische Kirche

gemeinsam zu einem Gottesdienst für Handwerker

ein. Anschließend folgte eine Podiumsdiskussion

zum Thema „Klimadebatte

und Energiesparen – in christlicher Verantwortung

und mit handwerklichem Geschick“.

Das Foto zeigt (v.l.): HWK-Vizepräses Reiner

Schnaars; Axel Noack, Bischoff der Evangelischen

Kirche Mitteldeutschland; Detlef Kleine,

Referent Handwerk und Kirche; Pastor

Johannes Siemang; HWK-Präses Joachim

Feldmann; Arbeits-, Gesundheits- und

Umweltschutzberaterin Tuku Roy-Niemeyer,

Bremens ehemaligen Bürgermeister Dr. Henning

Scherf und HWK-Hauptgeschäftsführer

Michael Busch. (Foto: HiB)

17


Bremen Vorstandswahlen

NEUE VORSTÄNDE BEI KH UND AGVH BREMEN

Die Kreishandwerkerschaft und der Arbeitgeberverband Handwerk Bremen e.V. haben neue

Vorstände gewählt. Neuer Kreishandwerksmeister wurde Jan-Gerd Kröger, der damit Peter Meyer

nachfolgt. Matthias Winter wurde als Vorsitzender des AGVH bestätigt.

Neunundzwanzig Innungen mit Sitz in der

Stadtgemeinde Bremen und eine Reihe von Landesinnungsverbänden

werden von der Kreishandwerkerschaft

Bremen vertreten. Insgesamt

rund 425 ehrenamtliche Innungsmitglieder in

den Vorständen und zwölf hauptamtliche Mitarbeiter

leisten das Gros dieser Arbeit. Aktuell

wurden die Vorstände der Kreishandwerkerschaft

Bremen und des Arbeitgeberverbandes Handwerk

Bremen e. V. neu gewählt. Sie werden gebildet

von den Ehrenamtlichen Manfred Henfling,

Beisitzer im Arbeitgeberverbandes Handwerk

Bremen e. V.; Thomas Kurzke, Beisitzer im Arbeitgeberverbandes

Handwerk Bremen e. V.; Matthias

Winter, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes

Handwerk Bremen e. V.; Heiko Klumker, Beisitzer

bei der Kreishandwerkerschaft; Wolfgang

Kruse, 2. Stellvertretender Kreishandwerksmeister

und stellvertretender Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes

Handwerk Bremen e. V.; Jens

Bergmann, Beisitzer im Arbeitgeberverband

Handwerk Bremen e. V.; Hans Jörg Kossmann,

1. stellvertretender Kreishandwerksmeister und

stellvertretender Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes

Handwerk Bremen e. V.; Klaus Alpert, Beisitzer

bei der Kreishandwerkerschaft; Kreishandwerksmeister

Jan-Gerd Kröger, Lutz Detring, Beisitzer

bei der Kreishandwerkerschaft; Bernard

Timphus, Beisitzer bei der Kreishandwerkerschaft,

und dem hauptamtlichen Geschäftsführer der

Kreishandwerkerschaft Bremen und Geschäftsführendem

Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes

Handwerk Bremen e. V., Andreas

Meyer. (v.l.n.r) (Foto: Stefan Schiebe)

GmbH & Co. KG

Malerarbeiten · Wärmedämmsysteme · Korrosionsschutz · Betonsanierung

Folgte Peter Meyer

im Amt des

Kreishandwerksmeisters:

Jan-Gerd Kröger.

(Fotos: HiB)

Wurde in seinem

Amt als Vorsitzender

des Arbeitgeberverbandes

Handwerk Bremen

e.V. bestätigt:

Matthias Winter.

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18 Handwerk in Bremen 6/2009


Kirchentag

HANDWERKER UNTERSTÜTZEN DEN KIRCHENTAG

Für die Vorbereitung und den Ablauf des 32. evangelischen Kirchentages regten sich in Bremen

viele Hände. Die Maler- und Lackierer-Innung machte mit freiwilligen Helfern und Firmenspenden

eine baufällige Gleishalle zu einem ansehnlichen Veranstaltungsort.

Die Geschäftsführung des Kirchentages

hatte die Idee, eine baufällige alte Gleishalle

am Hauptbahnhof, die aufgrund ihrer Größe

bestens für Musikveranstaltungen geeignet ist,

herrichten zu lassen. Nach einer gemeinsamen

Besichtigung entschloss sich die Maler- und

Lackierer-Innung in Bremen, Hilfestellung zu

leisten.

So fand eine große gemeinsame Aufräumund

Auffrischungsaktion in der Halle statt. Mit

über 70 freiwilligen Helfern aus allen Bereichen

(Musiker, Pastoren, Ehrenamtliche und

viele Freiwillige) wurde die Halle zunächst erst

einmal aufgeräumt, gefegt und entstaubt.

Containerweise wurde Müll gesammelt.

Unter Anleitung mehrerer Mitglieder der Bremer

Maler- und Lackierer-Innung und einigen

Vorstandskollegen wurden Rollen und Pinsel

verteilt, Abdeckfolien vergeben und Anleitungen

geleistet.

Ziel war es, die eigentlich baufälligen

Wände zumindest so weit herzustellen, dass

sie für die Veranstaltungen des Kirchentages

zu nutzen sind. Mit großem Elan gingen alle

Helfer an die Arbeit. Besonderen Dank für ihre

Unterstützung sprach die Innung den Firmen

Handwerk in Bremen 6/2009

Wilts und Caparol aus. So stellte etwa Caparol

die Materialien kostenlos zur Verfügung.

Den Mitarbeitern Kai Reefmann und Jörg

Utnehmer, die die Veranstaltung durch ihren

persönlichen Einsatz zu einem vollen Erfolg

werden ließen, dankte die Innung ebenfalls

ganz besonders.

Die Bremer Maler- und Lackierer-Innung

trug so zum Gelingen des Kirchentages bei. In

der Gleisbauhalle im Bremer Hauptbahnhof

fanden mehrere Musikveranstaltungen während

der Kirchentage statt.

(Text: Thomas Kurzke, Fotos: Maler- und Lackierer-Innung

Bremen)

ZIGTAUSEND BRÖTCHEN VON DEN INNUNGS-BÄCKEREIEN

Wie viele Brötchen genau für die

Besucher und Helfer des 32. Evangelischen

Kirchentages die Öfen der Bremer

Innungs-Bäckereien verlassen,

das weiß Obermeister Wilfried Schnaare

auf die Schnelle auch nicht zu

sagen: „Da müsste ich erst einmal

zusammenrechnen“, sagt er und zählt

auf, dass ja auch noch Brote, Brezel,

Butterkuchen und anderes Backwerk

hinzukommen.

Klar ist jedoch, dass die 30

Innungs-Betriebe des Bremer Bäckerhandwerks

schon lange vor dem

Beginn des Kirchentages genug zu

tun hatten. „Wir haben die vielen hundert

Helfer der Organisationen beliefert,

die den Kirchentag vorbereitet

haben“, sagt Schnaare und schiebt

ein weiteres Blech Butterkuchen für

den Eröffnungstag in den Ofen.

Zustande gekommen ist die Belieferung

mit Backwaren über den Landesinnungsverband

der Bäcker. „Und

wir haben uns spontan entschlossen,

mitzumachen“, so Schnaare.

Wie in seiner Bäckerei ging es in

der Woche des Kirchentages in allen

Innungsbetrieben hoch her. In der

Bäckerei Lühning fertigte Chefin

Maren Stumper (Foto links) Laugengebäck

wie am Fließband – um es mit

dem passenden Sprichwort zu sagen:

Es ging zu, wie beim Brezelbacken.

Täglich um sechs Uhr starteten die

Lieferungen zu den Belegschulen und

Quartieren der Helfer und Besucher.

„Wir haben uns das so aufgeteilt, dass

jeder Betrieb möglichst kurze Wege

hat und die Unterkünfte seiner Umgebung

beliefert“, berichtet Wilfried

Schnaare.

Bremen

19


Bremen Firmenjubiläum

75 JAHRE ORTHOPÄDIETECHNIK OESTERREICH

Seit 75 Jahren steht der Name Oesterreich für höchste Qualität und moderne Orthopädietechnik –

ein Jubiläum, auf das die beiden Geschäftsführer, die Brüder Andreas und Christian Giesau, stolz

sein können.

Das Sanitätshaus Oesterreich wird 1934

von Heinrich Oesterreich gegründet und entwickelt

sich zu einem der führenden Sanitätshäuser

und Orthopädiebetriebe in und um Bremen.

Aus Altersgründen wechselt 1966 der

Geschäftsinhaber. Die Firma wird seitdem als

Familienunternehmen zunächst von dem Bandagistenmeister

Alfred Giesau senior geführt.

Nach dessen Ausscheiden übernehmen im

Jahre 1987 sein Sohn, der Orthopädiemechanikermeister

Alfred Giesau, und seine Tochter

Renate Müller, geb. Giesau, die Leitung.

Der Tradition verpflichtet und trotzdem

offen für Fortschritt und Neuentwicklung wird

im Jahr 1980 der Firmensitz in die größeren

und behindertengerechteren Räume des

damaligen Hauptbetriebes Vor dem Steintor

37 verlegt, um die fachgerechte Versorgung

der behinderten Menschen nach den neuesten

Erkenntnissen zu gewährleisten.

Die von Krankenkassen- und Gesetzgeberseite

forcierten Einschnitte im Gesundheitswesen

machen 2004 eine Trennung des operativen

Geschäftsbereichs von den übrigen Bereichen

der Firma notwendig. So wird im Juni des

Jahres 2004 die Firma Oesterreich Orthopädie-Technik

GmbH und Co. KG von Christian

Giesau, Orthopädietechniker und Andreas Giesau,

Orthopädietechnikermeister, den beiden

Söhnen des Orthopädiemechanikermeisters

Alfred Giesau, gegründet.

Feierten 75 Jahre (v.l.n.r.): Renate Müller (geb. Giesau), Andreas Giesau, Christian Giesau, Alfred

Giesau sowie Michael Friedchen vom Vorstand der Innung für Orthopädie-Technik Niedersachsen/Bremen.

(Text und Foto: Stefan Schiebe)

Die nunmehr vierte Generation übernimmt

damit nicht nur die hohen Qualitätsstandards

der Altfirma, sondern auch den Großteil des

hochqualifizierten Personals. Gleichzeitig verlegen

sie auch den Hauptsitz der Firma in neue

Räumlichkeiten in der "Bgm.-Smidt Str. 32-36".

Die neuen Räumlichkeiten sind den Gegebenheiten

des Marktes nicht nur besser angepasst,

sondern bieten den Patienten neben der

besseren Parksituation ein angenehmeres

Ambiente.

Nicht ohne Stolz erzählt Andreas Giesau,

dass die Mitarbeiterzahl in den letzten fünf

Jahren um fast das Doppelte vergrößert werden

konnte. Zweigstellen in Wildeshausen und

Damme liefen recht gut, bedeuteten aber

natürlich auch viel Arbeit und Betreuung. Ein

wichtiges Ziel sei es, die Größe halten zu können.

Qualität, Service und Innovation sieht der

Orthopädiemechanikermeister dabei als

Schlüssel zum Erfolg. Kundenzufriedenheit

durch sachgerechte Versorgung ist das höchste

Ziel des Innungsbetriebes. So werden die

Mitarbeiter regelmäßig geschult und qualifizieren

sich weiter; Selbstkritik und ständige

Verbesserungen sind in der Firma Oesterreich

keine Fremdwörter.

Wichtig sei es, sich nicht zu verzetteln und

die Kernkompetenzen zu pflegen, so Andreas

Giesau. So hat man sich vom Bereich Reha-

Technik getrennt und arbeitet auf diesem Feld

mit einem Kooperations-Unternehmen zusammen.

Und auch Sanitätsartikel findet man

eher wenige, denn mit den Kaufhäusern, die

inzwischen alle Waagen und Bluthochdruckmessgeräte

anbieten, kann man nicht konkurrieren.

So steht die orthopädietechnische Werkstatt

im Mittelpunkt. Dort werden die orthopädischen

Hilfsmittel, wie beispielsweise Prothesen,

gefertigt. Die Werkstatt entspricht den

modernsten technischen Standards. Hier kommen

innovative Materialien aus der Raumfahrttechnik,

computergestützte Präzisionsgeräte

und nicht zuletzt erfahrenes, exzellent ausgebildetes

Fachpersonal zum Einsatz.

Andreas Giesau betont, dass der Einsatz

moderner Technik unumgänglich sei, gerade in

Zeiten, in denen sich der Wettbewerb noch einmal

verstärke. Die in Aussicht gestellte Entwicklung

der Branche in den nächsten 15 Jahre sei

nicht gerade rosig. Dennoch blicke er positiv in

die Zukunft. Denn mit den Eigenschaften

Bescheidenheit und Verlässlichkeit sowie den

bereits genannten Pfeilern Qualität, Service und

Innovation sieht der Gesundheitshandwerker

die Firma Oesterreich Orthopädie-Technik

weiterhin als einen der besten und führenden

Betriebe in Bremen und Umgebung.

20 Handwerk in Bremen 6/2009


Gebäudereiniger-Handwerk

GEBÄUDEREINIGER WÄHLTEN VORSTAND

Die Landesinnung Bremen und Nord-West-Niedersachsen des Gebäudereiniger-Handwerks hat

einen neuen Vorstand gewählt. Wolfgang Kruse löste Ellinore Piepenbrock-Führer ab, die nach

30-jähriger Vorstandsarbeit satzungsgemäß nicht mehr zur Wahl anstand.

Mit großer Mehrheit wurde Wolfgang Kruse

zum neuer Obermeister der Landesinnung Bremen

und Nord-West-Niedersachsen des

Gebäudereiniger-Handwerks gewählt. Der 55-

Jährige ist mit seinem Unternehmen seit 28

Jahren selbständig und ebenso lange Mitglied

der Innung und wurde während dieser Zeit

bereits mit den verschiedenen Funktionen zur

Lehrlingsausbildung und im Vorstand betraut.

Seit zehn Jahren vertritt er als stellvertretender

Landesinnungsmeister und als Delegierter

im Bundesinnungsverband die Interessen

der Gebäudereiniger. Künftig möchte Wolf-

Gute Mischung – die Mitgliederversammlung der Landesinnung Bremen und Nord-West-

Niedersachsen des Gebäudereiniger-Handwerks hat ihren neuen Vorstand gewählt. Künftig

wird die Innung vertreten von Susanne Selbrede, Jörg Reinders, Arne Söffge, Landesinnungsmeister

Wolfgang Kruse, Stellvertreter Dirk Reker, Stefan von der Pütten, Nils Bogdol, Uwe

Vagts (von links). (Fotos: Patrick von Haacke)

Handwerk in Bremen 6/2009

gang Kruse verstärkt die Leistungsfähigkeit der

Gebäudereiniger-Innung darstellen, neue Mitglieder

werben und so die Eigenständigkeit der

Innung bewahren. „Aus meiner Sicht ist Hannover

weit weg und mit einem Zusammenschluss

würden wir Bremer und Nord-West-

Niedersachsen nichts gewinnen sondern nur

unsere Eigenständigkeit verlieren. Ich möchte

darum dafür sorgen, dass wir lieber auf Augenhöhe

bleiben“, sagte er seinen versammelten

Innungskollegen. Zum ersten Stellvertreter

wurde Jörg Reker aus Osnabrück gewählt.

Zweiter Stellvertreter ist Jörg Reinders.

Ein Abschied mit Wehmut – Nach 30 Jahren Arbeit für den Vorstand der Landesinnung Bremen

und Nord-West-Niedersachsen des Gebäudereiniger-Handwerks sowie einundzwanzig

Jahren als deren Landesinnungsmeisterin schied Ellinore Piepenbrock-Führer – die zwischenzeitlich

auch Vizepräsidentin der Handwerkskammer Bremen, Vorstand des Arbeitgeberverbandes

Handwerk und als erste Gebäudereinigerin zur Kreishandwerksmeisterin gewählt worden

war – satzungsbedingt aus dem Amt. „Bis zu meinem Rücktritt 2006 habe ich in erster

Linie die Interessen der Gebäudereiniger vertreten“, sagte sie in ihrer letzten Rede als Landesinnungsmeisterin

und dankte ihren Vorstandskollegen Susanne Selbrede, Wolfgang Kruse und

Dirk Reker, Nils Bogdol, Jörg Reinders, Arne Söffge und Uwe Vagts für die Förderung und

Unterstützung. Daneben galt ihr Dank auch zuvor ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern wie

Ewald Reker, Günter Felske und Wolfgang Selbrede.

Wolfgang Kruse als neuer Landesinnungsmeister ernannte sie im Namen der Innungsversammlung

zum Ehrenmitglied der Landesinnung Bremen und Nord-West-Niedersachsen des

Gebäudereiniger-Handwerks und dankte ihr mit der Überreichung der Ernennungsurkunde für

ihre Arbeit zum Wohle des Handwerks.

Wolfgang Kruse wurde von der Mitgliederversammlung

der Landesinnung Bremen und

Nord-West-Niedersachsen des Gebäudereiniger-Handwerks

zum neuen Obermeister

gewählt.

Bremen

21


Bremen Nachrichten

BREMISCHE VOLKSBANK MIT 2008 SEHR ZUFRIEDEN

Die Bremische Volksbank schloss das vergangene Jahr „insgesamt in fast jeder Beziehung

vollkommen zufriedenstellend ab“. Der Vertreterversammlung wurde vorgeschlagen, Dividenden in

gleicher Höhe wie im Vorjahr auszuzahlen.

Als „insgesamt in fast jeder Beziehung vollkommen

zufriedenstellend“ bezeichnete der Vorstand

der Bremischen Volksbank den Geschäftsverlauf

2008. Trotz unverändert hartem Wettbewerb

konnten viele Vorjahreswerte übertroffen

werden, die gesetzten Ziele wurden mit wenigen

Ausnahmen erreicht oder übertroffen. Die Finanzkrise

führte zwar zu Abschreibungen auf den

Wertpapierbestand, konnte jedoch problemlos

aufgefangen werden, so der Vorstandsvorsitzende

Jürgen Burhop.

Insgesamt wurden zum Jahresende mit 353

Millionen Euro um 1,7 Prozent erhöhte Ausleihungen

im Kreditgeschäft verzeichnet. Die Einlagen

der Kunden stiegen um 11,7 Prozent auf

367 Millionen Euro. „Im Höhepunkt der Krise trugen

verunsicherte Kunden in hohem Maße Gelder

von anderen Instituten zu uns“, so Burhop.

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Die Bilanzsumme erhöhte sich um 29,5 Prozent

auf 740 Millionen Euro. Im Firmenkundengeschäft

konnte trotz der hohen Tilgungsleistungen

der Bestandsdarlehen ein um 1,6 Prozent

höheres Kreditvolumen von rund 200 Millionen

Euro ausgewiesen werden. Die Einlagen und

Wertpapierbestände der Firmenkunden wuchsen

ebenfalls um 4,1 Prozent auf 148 Millionen Euro.

Im Kundenbereich der Bank setzte sich die hohe

Zurückhaltung bei Investitionen fort, unverändert

war die Stabilisierung der Firmenverhältnisse

auch in 2008 in vielen Betrieben eine der wichtigsten

Zielsetzungen.

Im Privatkundengeschäft konnten die Tilgungsleistungen

durch Neukredite mit plus 1,7

Prozent mehr als ausgeglichen werden, zum Jahresende

wurde daher mit 142 Millionen Euro eine

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Die Unternehmerfrauen im

Handwerk Bremen e.V. behandelten

auf einer Abendveranstaltung

in der Handwerkskammer Themen

des Arbeitsrechts. Rechtsanwalt

Patrick von Haake referierte über

Abmahnung, Kündigung und

Arbeitszeugnis.

Abmahnungen – so von Haake

– gehören leider oftmals zum täglichen

Personalgeschäft. Wenn ein

Mitarbeiter betriebliche Anordnungen

miss-achtet oder sonstige

Pflichtverletzungen begeht, muss

der Arbeitgeber reagieren. Hierbei

spielt die Abmahnung eine zentrale

Rolle. Die Abmahnung soll keine

Bestrafung sein, sondern hat eine

Hinweis- und Warnfunktion. Sie

soll gezielt als Führungsinstrument

eingesetzt werden, damit die Mitarbeiter

die Chance bekommen

ihre arbeitsvertragliche Pflichtverletzung

zu verstehen und ihr Verhalten

zu ändern.

den ausgewiesen. Im Vermittlungsgeschäft mit

Lebensversicherungen und Bausparverträgen

konnten die sehr guten Zahlen des Vorjahres

deutlich gesteigert werden.

Die Bilanzeinlagen zuzüglich der für Kunden

gehaltenen Verbundeinlagen und Wertpapiere

ergab 679 Millionen Euro. Das Kundenwertvolumen

an Krediten und Einlagen betrug 1.091

Millionen Euro. Nach Steuern wird mit 1,6 Millionen

Euro ein leicht geringerer Jahresüberschuss

als in 2007 ausgewiesen. Der Vertreterversammlung

wird mit 4,5 Prozent die gleiche Dividendenhöhe

und Auszahlung in Höhe von 507.000

Euro vorgeschlagen, weitere 600.000 Euro sollen

den Rücklagen zugeführt werden. Das Eigenkapital

der Bank überschreitet die gesetzlichen

Mindestquoten erheblich und genügt allen weiteren

Anforderungen der nächsten Jahre.

INFOS ZUM ARBEITSRECHT

Die Unternehmerfrauen im Handwerk Bremen e.V.

informierten sich über das Arbeitsrecht.

Bei Kündigungen gibt es die

personenbedingte, verhaltensbedingte

und betriebsbedingte Kündigung.

Die Kündigung bedarf zu

ihrer Wirksamkeit der Schriftform.

Eine mündliche Kündigung führt

nicht zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Es müssen Fristen bei

einer Kündigung eingehalten werden.

Ebenso wies von Haacke auf

die Inhalte von Kündigungsschreiben

hin.

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses

hat der Arbeitnehmer

nach §630 BGB einen Anspruch

auf ein Arbeitszeugnis. Der

Anspruch besteht schon bei Beginn

der Kündigungsfrist, um die alsbaldige

Bewerbung bei anderen

Arbeitgebern zu ermöglichen.

Abschließend informierte der

Anwalt über die Einhaltung und

die Formen des Arbeitszeugnisses.

22 Handwerk in Bremen 6/2009


Ehrungen

EHRUNGEN FÜR DEN EHRENAMTLICHEN EINSATZ

Für ihr langjähriges Engagement in verschiedenen Ehrenämtern wurden jetzt eine Reihe von

Handwerksmeistern geehrt. Auf der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Bremen

gab es Anerkennung für den ehrenamtlichen Einsatz.

Bürgerschaftliches Engagement ist wichtig,

denn es fördert die demokratische Gesellschaft.

In Institutionen wie der Handwerkskammer

und der Kreishandwerkerschaft erleben die

Ehrenamtsträger direkt, was gelebte Demokratie

bedeutet. Politische Vorgänge sind erlebbar,

so dass die Ehrenamtlichen über ein besonders

ausgeprägtes Demokratie-Verständnis verfügen

und immer wieder erfahren, dass Ziele häufig

nur durch eigene Zugeständnisse und diplomatisches

Handeln erreicht werden können.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung der

Kreishandwerkerschaft Bremen und des Arbeitgeberverbandes

Handwerk Bremen e.V. wurden

im Gewerbehaus langjährige Ehrenamtsträger

des bremischen Handwerks für ihr freiwilliges

Engagement geehrt. Dabei wurde der ehemalige

Kreishandwerksmeister Peter Meyer zum

Ehrenkreishandwerksmeister ernannt. Meyer

war von 1982 an zunächst Beisitzer im Vorstand

der Metallbauer-Innung, Schriftführer und

Obermeister und für den Arbeitgeberverband

Handwerk Bremen e.V. als Beisitzer und stellvertretender

Vorsitzender tätig. Seit Ende

November 2006 bekleidete Peter Meyer das

Amt des Kreishandwerksmeisters.

„Ich entschuldige mich bei allen, denen ich

zu nahe getreten bin“, sagte Meyer, der für klare

Worte bekannt ist und wünschte seinem Nachfolger

im Amt, Jan-Gerd Kröger, viel Erfolg für

seine Amtsführung. Daneben wurden Heiko

Rockmann und Karl-Heinz Schlüter zu Ehrenmitgliedern

der Kreishandwerkschaft ernannt.

Rockmann war von 1981 stellvertretender Obermeister

der Konditoren-Innung Bremen und

wurde 2005 deren Obermeister. Seit 1997 war

er auch Beisitzer im Vorstand der Kreishandwerkerschaft

Bremen. Karl-Heinz Schlüter

begann 1981 seine Arbeit für die Sanitär-, Heizung-,

Klima-Innung und war bis zum Jahr 2000

deren Obermeister. Zwischenzeitlich war er Vorstand

der Fachgruppe „Sanitär“ des Landesinnungsverbandes

und ist seit 1991 auch Landesinnungsmeister.

Seit 1994 saß er den Vorständen

der Kreishandwerkerschaft und des

Arbeitgeberverbandes Handwerk Bremen e.V.

bei. „Dreißig Jahre Verbandsarbeit sind genug“,

sagte er und forderte: „Jetzt müssen mal die

Jüngeren ran!“

Arno Plaggenmeier konnte seine Ehrung

nicht entgegen nehmen. Er fehlte krankheits-

Handwerk in Bremen 6/2009

Karl-Friedrich Schlüter, Peter Meyer und Heiko Rockmann (Foto oben v. l.) wurden für ihr Engagement

geehrt. Ebenso Karl-Heinz Oelze (links unten) und Lutz Howald (unten), jeweils

zusammen mit dem neuen Kreishandwerksmeister Jan-Gerd Kröger. (Fotos: Stefan Schiebe)

bedingt. Von 1975 war Arno Plaggenmeier im

Vorstand der Maler-Innung für Bildung und Kultur

zuständig; ein Jahr darauf Lehrlingswart und

ab 1977 für Bildung und Öffentlichkeitsarbeit.

Von 1984 bis 2002 war er stellvertretender

Obermeister und bekleidete von 2002 bis Ende

November 2008 das Amt des Obermeisters.

Daneben war er von 2005 bis März 2009 stellvertretender

Kreishandwerksmeister und stellvertretender

Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes

Handwerk Bremen e.V.

Karl-Heinz Oelze ist mit seinem Betrieb

bereits seit 1976 Innungsmitglied. 1982 wurde

er Schriftführer und 1986 stellvertretender

Obermeister der Glaser-Innung Bremen, deren

Geschicke er seit 1994 als Obermeister

bestimmt. 2005 hatte er die Mitglieder des heutigen

Vorstand der Handwerkskammer noch als

„junge Wilde bezeichnet“ und sie mit den Worten

„macht das mal!“ ausdrücklich ermutigt,

sich zur Wahl für den HWK-Vorstand aufstellen

zu lassen.

Als Obermeister ausgeschieden ist mittlerweile

Lutz Howald. Er – der von sich selbst sagt:

„Ich war nicht immer der Lauteste“ –, ist seit

1981 Kassenwart im Vorstand der Dachdecker-

Innung und von 1996 bis März 2008 deren

Obermeister gewesen. Für die Zukunft hofft er

auf Einigkeit zwischen Kreishandwerkerschaft

und Handwerkskammer.Zur Ehrung nicht anwesend

war Helmut Pape. Er war ab Beisitzer im

Vorstand der Tischler-Innung Bremen und ab

1990 stellvertretender Obermeister, bevor er

drei Jahre später das Amt des Obermeisters

übernahm und es bis April 2008 inne hatte.

Bremen

23


Bremen Vermischtes

POSTKARTE AUSGEFÜLLT – AUTO GEWONNEN

Karin Erstling gewinnt Smart

Cabrio-Verlosung der Signal

Iduna Versicherung.

Wenn der Fachmann von der Versicherung

anruft, geht es meistens um die richtige Absicherung

gegen unliebsame Gefahren. Nicht

so in diesem Fall: Als sich Arne-Matthias

Schneider und Miriam Parakenings von der

Signal Iduna Agentur Gutenbergstraße

gemeinsam mit Andreas Knoche von der Bremer

Filialdirektion Am Wall bei der Bauunternehmen

Erstling GmbH meldeten um einen

Besuchstermin zu vereinbaren – zu dem vor

allem auch Karin Erstling anwesend sein sollte

– überbrachten sie nämlich die freudige

Nachricht dass sie ein nagelneues Auto

gewonnen hat.

Karin Erstling hatte zuvor das Lösungswort

SIGGI für das bundesweite Preisausschreiben

der Signal Iduna auf einer Postkarte notiert

und abgeschickt. Bei der Auslosung in der

Hauptverwaltung in Dortmund wurde dann

ihre Postkarte gezogen. Ihr Gewinn: Ein 64 PS

starkes Smart Cabrio mit Lederausstattung,

Klima-Anlage und Navigationsgerät im Wert

von 19.000 Euro.

„An das Preisausschreiben hatte ich schon

gar nicht mehr gedacht“, sagt Karin Erstling.

Umso überraschter war sie, als die Signal

Iduna-Mitarbeiter zum vereinbarten Termin

persönlich vor ihr standen um den Gewinn zu

Sie strahlen wie die Mai-Sonne – Arne-Matthias Schneider, Miriam Parakenings von der Signal

Iduna Agentur Gutenbergstraße, Andreas Knoche von der Bremer Filialdirektion der Signal

Iduna Am Wall und die glückliche Gewinnerin Karin Erstling mit ihrem neuen Smart Cabrio

im Wert von 19.000 Euro. (Foto: HiB)

präsentieren. „Das war schon toll“, erzählt

Karin Erstling glücklich und gibt zu, dass sie

zunächst gar nicht fassen konnte, dass dies

wirklich wahr sein sollte: „Ein ganzes Auto zu

gewinnen und es sogar richtig behalten zu dürfen

– das war schon Wahnsinn!“

Andreas Knoche freut sich mit ihr und ist

überzeugt: „Hier hat es die Richtige getroffen!“

Das Autohaus Neustadt von

Schmidt+Koch feierte mit zahlreichen

Besuchern die Aufnahme

der Marke Skoda in das

Verkaufsprogramm. Hauptattraktion

des umfangreichen

programms auf dem Schmidt+

Koch-Gelände an der Neuenlander

Straße war die Verlosung

eines neuen Skoda Fabia,

die in Kooperation mit Radio

Energy Bremen vorbereitet und

durchgeführt wurde. Gewinner

wurde der 18-jährige Moritz

Diederichsen aus Bremen.

Nachdem in der Energy-Bremen-Morningshow

„Moin“ die

Teilnehmer beim Bremen-

Duell ermittelt wurden, fiel die

Denn die Signal Iduna schützt bevorzugt

Handwerker und Beschäftigte aus dem öffentlichen

Dienst. „Und mit dem Bauunternehmen

Erstling verbindet uns eine mehr als fünfzigjährige

Kundenbeziehung“, erzählt er.

Karin Erstling hat indessen nach ihrem

Gewinn gleich Lotto gespielt –dort aber hielt

ihr Glück leider nicht an.

Schmidt+Koch macht Abiturient glücklich

letzte Entscheidung vor Ort. 25

Ratefüchse hielten einen Autoschlüssel

in der Hand von

denen nur einer passte. Und

den hatte Moritz Diederichsen

aus Schwachhausen. Zu seiner

Überraschung öffnete sich das

Türschloss des Skoda Fabia

sofort. Freudestrahlend nahm

der Bremer die Glückwünsche

von Autohaus-Geschäftsführer

Günther Engelke (im Foto

rechts) entgegen und setzte

sich gleich hinter das Steuer:

„Ich bin überglücklich und

freue mich, direkt nach meinem

bestandenen Abitur so

einen schicken Kleinwagen zu

fahren.“

24 Handwerk in Bremen 6/2009


Nachrichten

ERFOLG AUF DER INTERNORGA

Vier Auszubildende des Konditoren-Handwerks beteiligten sich

am Wettbewerb der Vitrinenausstellung auf der Internorga. Ein

toller Erfolg, denn es gab Gold-, Silber und Bronze-Medaillen.

Vier junge Auszubildende des Bremer Konditorenhandwerks

beteiligten sich auch in diesem

Jahr an einem Wettbewerb der traditionellen

Vitrinenschau auf der in Hamburg stattfindenden

Internorga.

Die vier Teilnehmer Julia Dörgeloh, Kathrin

Grob, Ryoko Nakamura und Tristan Preißl

trafen sich nach dem Berufsschulunterricht

bzw. nach der Arbeit in der Konditorei des

Schulzentrums am Rübekamp mit ihrem Lehrer

Hartmut Giegling, um gemeinsam die

Arbeit zum Thema Hochzeit zu planen und

durchzuführen. In vielen Stunden schufen sie

die geforderten Erzeugnisse in handwerklich

anspruchsvoller Qualität.

Gerade rechtzeitig zum Termin

waren die Arbeiten fertiggestellt.

Vorsichtig wurden sie

für den Transport eingepackt,

damit sie unversehrt nach Hamburg

transportiert werden konnten.

Der Klassenlehrer Heino

Plate fuhr mit seinem VW Bus

die angehenden Fachleute, sei-

nen Kollegen Giegling und

natürlich die Arbeitsproben vorsichtig

zum Messegelände. Dort

wurde in sorgfältiger Arbeit die

Vitrine bestückt und dekoriert.

Die Arbeiten der Auszubildenden

des zweiten Ausbildungsjahres

wurden von der

Jury mit mehreren Gold-, Silberund

Bronzemedaillen ausgezeichnet.

Ein toller Erfolg für die

hochmotivierten Jungkonditoren,

von denen sicher noch mehr

herausragende Ergebnisse zu

erwarten sind. Und natürlich

auch eine Bestätigung für die

umfassende und qualifizierte

Ausbildungstätigkeit der Lehrbetriebe

und der Berufsschule.

Handwerk in Bremen 6/2009

Die kleinen süßen Kunstwerke zeigen, dass

die Auszubildenden ihr Konditorenhandwerk

verstehen. Das bestätigen auch

die Medaillen, die die vier Azubis

von der Internorga mitbrachten.

(Text und Fotos: Heino Plate)

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Bremen

25


Bremen Glaser-Innung

27 JAHRE FÜR MEHR DURCHBLICK GESORGT

Karl-Heinz Oelze, 27 Jahre lang im Vorstand der Glaser-Innung ehrenamtlich aktiv, gab sein Amt

als Obermeister ab. Nachfolger wurde nun der bisherige stellvertretende Obermeister Hans-Dieter

Lautenbach, der die Weiterentwicklung der Glaser-Innung sicherstellt.

Nach über 27 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit

im Vorstand der Glaser-Innung Bremen

kandidierte Karl-Heinz Oelze nicht erneut für

das Amt des Obermeisters. Nach einhelliger

Meinung der Innungsmitglieder ging damit

eine Ära zu Ende, die von zahlreichen Erfolgen

wie von harter Arbeit begleitet war.

Karl-Heinz Oelze hat sich zunächst als

Schriftführer und bis 1994 als stellvertretender

Obermeister für die Glaser-Innung engagiert.

In den vergangenen 15 Jahren war er

als Obermeister für die Glaser-Innung aktiv

und hat diese ganz entscheidend mit geprägt.

Neben den vielfältigen Innungs-Aufgaben

konnte er darüber hinaus im Bundesverband

einige Jahre mitwirken und hat in diesem

Zusammenhang den Beruf des Glasveredelers

mitgestaltet. In seine Zeit als Obermeister fiel

auch das 125jährige Jubiläum der Glaser-

Innung im März 2006.

Als Dank für seine Tätigkeit in der Glaser-

Innung wählte ihn die Innungsversammlung

jetzt zum Ehren-Obermeister gewählt. Oelze ist

damit der erste Ehrenobermeister der Glaser-

Innung Bremen in ihrer 125jährigen Geschichte.

Zum neuen Obermeister der Glaser-Innung

wählte die Innungsversammlung Hans-Dieter

26

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Lautenbach. Lautenbach war bisher als stellvertretender

Obermeister in der Innung aktiv.

Mit ihm ist die kontinuierliche Weiterentwicklung

der Glaser-Innung gesichert.

(Text: Andreas Meyer)

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Hinter Glas – ganz wie es sich gehört – erhielt

Karl-Heinz Oelze (rechts) seine Urkunde als

Ehrenobermeister von Nachfolger Hans-Dieter

Lautenbach. (Foto: Roger Möhle)

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Handwerk in Bremen 6/2009


Akademie des Handwerks

BETRIEBSWIRTE (HWK) GLÄNZEN MIT GUTEN NOTEN

Elf Nachwuchsführungskräfte schließen Lehrgang an der Akademie des Handwerks an der

Unterweser erfolgreich ab. Enge Entscheidung bei den Prämien der Kreissparkasse Wesermünde-

Hadeln für die besten Absolventen.

Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung

bei der Akademie des Handwerks an der

Unterweser e.V. (AdH) haben elf Nachwuchs-

Führungskräfte die Fortbildung zum Betriebswirt

(HWK) erfolgreich abgeschlossen. Bei der

Abschlussfeier im Haus des Handwerks bekamen

sie jetzt ihre Zeugnisse überreicht.

Erfreut zeigten sich die Prüfer über die

außerordentlich guten Abschlussnoten. Entsprechend

eng war die Entscheidung, als es

um die Prämien der Kreissparkasse Wesermünde-Hadeln

für die besten Absolventen

ging. „Es war sehr eng. Wir haben noch keinen

Lehrgang mit so vielen so guten Ergebnissen

gehabt“, sagt Horst Lüdtke, Vorsitzender

des Prüfungsausschusses der Handwerkskammer

Bremen. Jörg Reichmann von der

Kreissparkasse überreichte die beiden Preise

schließlich an Stefan von Döhlen und Wolfgang

Heeger.

„Bei dem Lehrgang legte die Akademie

des Handwerks an der Unterweser großen

Wert auf den Bezug zur Praxis. Im Rahmen von

Projektarbeiten haben die Teilnehmer zum

Beispiel die Gelegenheit genutzt, betriebliche

Veränderungen innerhalb des Kurses vorzubereiten

und sie später vor Ort in ihrem Betrieb

auch umgesetzt“, sagt Petra Kriesel, Lehrgangsleiterin

der Akademie.

Die zweijährige Fortbildung Betriebswirt

(HWK) zählt zu den beliebtesten Aufstiegsfortbildungen

im Handwerk. Bei den Kursen an

der AdH vermitteln erfahrene Dozenten jungen

Nachwuchs-Führungskräften aus allen

Handwerk in Bremen 6/2009

Die Prüfung zum Betriebswirt (HWK) haben bestanden: Martin Brinkmann, Manfred Broel,

Heiko Engelbart, Michael Giesbers, Wolfgang Heeger, Manfred Koop, Heinz Lammers, Frank

Stubbe, Thomas Vogt, Stefan von Döhlen und Ubeydullah Önal. Mit ihnen freuten sich: Kreishandwerksmeister

Sieghardt Reinhardt (links), Horst Lüdtke (rechts neben Reinhardt) und

Jörg Reichmann von der KSK (rechts). (Fotos: HiB)

Branchen das Wissen, das für betriebswirtschaftlich

fundierte Entscheidungen unentbehrlich

ist. Dazu zählen unter anderem Marketing,

Personalführung und Rechnungswesen

sowie Unternehmensplanung.

Unten: Kreishandwerksmeister Sieghardt

Reinhardt (links) und Jörg Reichmann von

der KSK (rechts) übergaben Stefan von Döhlen

und Wolfgang Heeger die KSK-Prämien.

Spitzenforschung kommt

nach Bremerhaven

Bremerhaven

Die Deputation für Wirtschaft und Häfen

hat dem Aufbau eines Zentrums für Aquakulturforschung

in Bremerhaven zugestimmt.

Mit einem weiteren Beschluss wurde

die Finanzierung des IWES- Fraunhofer-Institut

für Windenergie und Energietechnik in

Bremerhaven abgesichert.

Mit der Ansiedlung des IWES–Fraunhofer

Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik

wird eine hochrangige Forschungskapazität

an den mittlerweile führenden

deutschen Offshore-Windenergie-

Standort Bremerhaven geholt. Die Gesamtkosten

belaufen sich auf 16 Millionen Euro,

von denen die Fraunhofer Gesellschaft und

der Bund 6 Millionen Euro bereitstellen.

Darüber hinaus sind Landesmittel von 10

Millionen Euro über fünf Jahre erforderlich,

die über das EFRE-Programm Bremen 2007-

2013 finanziert und anteilig von den Ressorts

Wirtschaft und Häfen, Bildung und

Wissenschaft sowie Umwelt, Bau, Verkehr

und Europa bereitgestellt werden.

27


Bremerhaven Qualifizierung

AUTO-TUNING FÜR MEHR CHANCEN BEI STELLENSUCHE

Bei einem ungewöhnlichen Qualifizierungsprojekt der InCoTrain GmbH bereiten sich im Haus des

Handwerks junge Arbeitslose auf die Stellensuche vor.

Bei einem ebenso neuen wie ungewöhnlichen

Projekt können sich 16 junge Langzeitarbeitslose

aus Bremerhaven und dem Landkreis

Cuxhaven fit für die Stellensuche machen.

In der Kfz-Werkstatt der InCoTrain GmbH im

Bremerhavener Haus des Handwerks setzen

sie innerhalb von vier Monaten zwei alte Kleinwagen

von Grund auf instand und verwandeln

sie im Stil der bekannten MTV-Serie „Pimp My

Ride“ (frei übersetzt: „Motz’ meine Karre auf“)

in spektakuläre Tuning-Kunstwerke, vom Frontspoiler

bis zum Sportauspuff. Auch eine individuelle

Lackierung steht auf dem Programm.

Mit der neuen Qualifizierungsmaßnahme

wollen die beiden Arge Job Center Bremerhaven

und Cuxhaven und die Bremerhavener

InCoTrain GmbH junge Erwerbslose wieder für

das Erwerbsleben motivieren und ihnen Selbst-

Aktenregale

Archivregale

Büroregale

Hängemappenregale

Ordnerregale

Pendelregistraturregale

Lagerregale

Großfachregale

Stand- u. Wandregale

Verkaufsregale

Zeitschriftenregale

Diese Regale zeigen wir in unseren

Ausstellungsräumen.

Montags bis freitags 8 – 16 Uhr.

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In der Kfz-Werkstatt der InCoTrain GmbH bauen die jungen Arbeitssuchenden

unter der Anleitung von Kfz-Meister Kurt Sokolowski (Mitte)

und Berufsschullehrer Frank Burhorn (rechts) zwei alte Polo zu individuellen

Tuning-Kunststücken um. (Foto: Oliver Brandt)

vertrauen für die Jobsuche geben.

Um dieses Ziel zu erreichen setzt

das Team der InCoTrain bei der

Begeisterung der jungen Arbeitslosen

für das Auto-Tuning an. Zum

Projekt gehören aber nicht nur das

Anbringen von Spoilern und Breitreifen,

sondern auch Arbeiten, die

Ausdauer und Durchhaltewillen

erfordern, zum Beispiel die langwierige

Instandsetzung der Motoren,

bei der man sich auch die Finger

dreckig machen muss. Dadurch

sollen die Teilnehmer erfahren,

dass auch eine Erwerbstätigkeit,

die gelegentlich unangenehme

Aufgaben beinhaltet, auf Dauer

motivieren kann.

Bei der optischen Gestaltung

der beiden Volkswagen Polo (Baujahre

1992 und 1994), die das

Unternehmen Adler Automobile in

der Bremerhavener Weserstraße

zur Verfügung stellte, können die

Teilnehmer weitgehend ihre eigenen

Ideen umsetzen. Technische

Anleitung bekommen sie vom

erfahrenen Team der InCoTrain

GmbH. Mit neuem Lack versehen

und auf Hochglanz gebracht werden

die Fahrzeuge in der Schiffdorfer

Lackierwerkstatt Wiese. Die

Ersatzteile kommen vom Bremerhavener

Unternehmen Klein Fahrzeugteile.

Neben der Arbeit in der Werkstatt

werden auch Praktika in

Betrieben verschiedener Branchen

und bei Bedarf auch Hilfestellungen

bei Bewerbungsverfahren

angeboten.

28 Handwerk in Bremen 6/2009


Qualifizierung

DEM SCHIMMELPILZ AUF DER SPUR

In den vergangenen Jahren ist Zahl der

Gebäude mit Schimmelpilzbelastung stark

gestiegen. Nach Schätzungen sind rund sieben

Millionen Haushalte betroffen. Zur Beseitigung

des Problems sind spezielle Kenntnisse

gefordert, denn Überstreichen reicht auf keinen

Fall. Aus diesem Grund haben sich in den

vergangenen Monaten zwölf Handwerker aus

der Region Bremerhaven-Wesermünde zur

Fachkraft für Schimmelpilzsanierung weitergebildet.

Im Bremerhavener Haus des Handwerks

haben sie jetzt ihre Zertifikate überreicht

bekommen.

Bei dem Lehrgang, den das Berufsfortbildungswerk

(bfw) in Kooperation mit dem

HandWERK Bremen entwickelte, haben sich

die Handwerker intensiv mit allen Themen

rund um die fachgerechte und sichere Beseitigung

von Schimmelpilzen beschäftigt. Dazu

zählen unter anderem die Mikrobiologie von

Schimmelpilzen, Messeverfahren, die Bewertung

des Schimmelpilzwachstums, die Ursachenbehebung

sowie die rechtlichen Grundlagen

und die Verbraucherberatung.

Mit dem Abschluss des Lehrgangs und dem

entsprechenden Zertifikat haben die zwölf

Handwerker ein besonderes Qualitätssiegel

für das Baugewerbe erworben. Es signalisiert

dem Kunden hohe Fachkompetenz und ist für

die Betriebe auch ein Merkmal, mit dem offensiv

geworben werden kann.

Entwickelt wurde der Lehrgang im Rahmen

des Projekts ‘Prima Klima’, das vom Europäischen

Sozialfonds und vom Land Bremen

gefördert wird. Er wird sowohl in Bremerhaven

als auch in der Stadt Bremen angeboten.

In Bremerhaven startet der nächste Kursus

am 26. September. Weitere Informationen und

Anmeldungen erteilt Heinfried Becker vom

Bauökologischen Bildungszentrum (BBZ) des

Berufsfortbildungswerks (bfw) unter Telefon

(04 71) 30 99 88 22. Informationen gibt es

auch im Internet unter www.bbz-bremerhaven.de

Die neuen Fachkräfte für Schimmelpilzsanierung

sind: Andreas Brahmst, Andreas Onken,

Claus-Dieter Raschen, Ivan Schmidt, Joachim

von Soosten, Karl-Heinz Lotz, Lakhwinder Golhar,

Lüder Holst, Matthias Prey. Peter Schneider,

Reiner Lübben und Timo Stelling.

Handwerk in Bremen 6/2009

Bremerhaven

Zwölf Handwerker aus der Region Bremerhaven-Wesermünde haben sich zu Fachkräften für

Schimmelpilzsanierung fortgebildet. Sie werden künftig gefragt sein, denn nach Schätzungen sind

sieben Millionen Wohnungen vom Schimmelpilz betroffen.

Nach dem ersten Lehrgang zur Fachkraft für Schimmelpilzsanierung im Bundesland Bremen

haben jetzt zwölf Handwerker ihre Zertifikate entgegengenommen. Mit ihnen freuten sich

Kreishandwerksmeister Sieghardt Reinhardt (untere Reihe, 2. v.l.), bfw-Geschäftsführerin

Regina Simoleit (rechts neben Reinhardt), Architekt und Baubiologe Rainer Stasch (hintere

Reihe, rechts) und (links daneben) Heinfried Becker vom BBZ. (Foto: Markus Abeling)

pixelio.de/©Claudia Hautum

Gründerpreis

Bremerhaven 2009

50.000€ für mutige Gründer!

Gesucht werden Erfolg versprechende, marktfähige

Unternehmenskonzepte aller Branchen. Das reicht

vom Handwerk über den Dienstleistungsbereich bis

zum High-Tech-Unternehmen. Bewerben können sich

alle Unternehmen, die ihr Vorhaben am Wirtschaftsstandort

Bremerhaven umsetzen wollen. Der Bremerhavener

Gründerpreis ist mit 50.000€ dotiert.

pixelio.de/©Michael Bührke

photocase.de/©joexx

Insbesondere sollen sich kleine und mittlere Unternehmen,

die über gute Konzepte verfügen, angesprochen

fühlen. Dies gilt auch für erfolgreiche Betriebsübergaben

und Unternehmensnachfolgen. Informieren Sie sich unter

www.gruenderpreis.de oder fordern Sie die Unterlagen

beim RKW Niederlassung Bremerhaven unter

(0471) 14 04 60 an.

Bewerbungsschluss ist der 15. September 2009.

Informationen unter

www.gruenderpreis.de

oder (0471) 140 460

pixelio.de/©Siegfried Fries

29


Bremerhaven Obermeisterversammlung

ARBEITSMARKT UND HANDWERKSPOLITIK IM FOKUS

Obermeisterversammlung tagte im Bremerhavener Haus des Handwerks. Mit der Initiative

„Aufwind 50+“ sollen 350 ältere Arbeitnehmer neue Chancen im Beruf erhalten. 200 Betriebe der

Region sind beteiligt.

Die Obermeisterversammlung der Kreishandwerkerschaft

Bremerhaven-Wesermünde

hat jetzt erstmals in den frisch renovierten

Tagungsräumen im Haus des Handwerks stattgefunden.

In der neuen Atmosphäre diskutierten

die Obermeister die aktuellen Entwicklungen

rund ums Thema Handwerk.

Nachdem Kreishandwerksmeister Sieghardt

Reinhardt die Anwesenden, darunter

auch Handwerkskammer-Präses Joachim Feldmann,

begrüßt hatte, gaben Karin Treu und

Gabriele Sinzig-Freese vom Arbeitsförderungs-

Zentrum (AFZ) einen Überblick über die Bremerhavener

Initiative „Aufwind 50+“.

Dabei werden Menschen über 50 Jahren

gefördert, die bisher von Arbeitslosengeld II

leben. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass

viele Unternehmen händeringend nach qualifizierten

Kräften suchen, aber gleichzeitig

viele ältere Arbeitsnehmer zum „alten Eisen“

gezählt werden.

Mit einer passgenauen Vermittlung, Qualifizierungen

für Arbeitssuchende und Beschäftigte

sowie einer Anleitung zum effektiven

Gesundheitsmanagement möchte das AFZ das

Potenzial der über 50-Jährigen für den Arbeitsmarkt

erschließen beziehungsweise sichern.

Dazu arbeitet es mit über 200 Betrieben in

der Region zusammen.

In diesem Jahr, so das Ziel, sollen 350 Teilnehmer

in das Projekt aufgenommen werden.

120 von ihnen sollen in den ersten Arbeitsmarkt

vermittelt werden. Die Initiative „Aufwind

50+“ gehört zum bundesweiten Programm

„Perspektive 50plus“ und wird von der

EU, vom Land Bremen sowie von der Arge Job-

Center Bremerhaven gefördert.

Dem Vortrag schloss sich der Bericht der

Geschäftsführung der Kreishandwerkerschaft

an. Geschäftsführer Josef Solscheid informierte

die Obermeister unter anderem über die

Gespräche mit Oberbürgermeister Jörg Schulz

zum Thema Konjunkturpaket II. In diesem

Zusammenhang stehe das Thema Ausschreibungsgrenzen

im Fokus. Solscheid wies auf die

Zusicherung der Politik hin, dass die Instrumente

der freihändigen Vergabe und der

beschränkten Ausschreibung genutzt werden

sollten.

„Beim Thema Ausbildung liegt die Region

zurzeit noch im grünen Bereich“, sagte Solscheid.

Noch gäben die Zahlen keinen Anlass

zur Sorge. Alles andere als zufrieden stellend

sei aber die personelle und sachliche Ausstattung

an den Gewerblichen Lehranstalten

(siehe auch Bericht übernächste Seite). Gespräche

mit der Schulverwaltung hätten bislang

keine Aussicht auf Besserung ergeben. Bei der

Politik sei man mit Beschwerdeschreiben auf

taube Ohren gestoßen.

Informationen zur Initiative „Aufwind 50+“:

www.aufwind50plus.de

AUSZEICHNUNG FÜR AUS- UND WEITERBILDUNG

Autohof Stöppelkamp erhält Langener Unternehmerpreis in der Kategorie „Arbeitsmarktrelevanz“.

Innungsbetriebe sind bei der Vergabe des

Unternehmerpreises der Stadt Langen regelmäßig

dabei, so auch in diesem Jahr. In der

Kategorie „Arbeitsmarktrelevanz“ zeichneten

die Juroren das Unternehmen Autohof Stöppelkamp

GmbH aus.

Mit dem Preis würdigte die Jury das große

Engagement des Honda-Vertragshändlers in

punkto Aus- und Weiterbildung. Zurzeit

beschäftigt das Langener Unternehmen mit

Zweigniederlassungen in Bremerhaven, Cuxhaven

und Stade 74 Mitarbeiter, davon 18 Auszubildende.

Konsequente Kundenorientierung steht bei

dem Autohaus ganz oben. „Um dieses Ziel zu

erreichen, investieren wir permanent in die

Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter“,

sagt der geschäftsführende Gesellschafter

Sven Stöppelkamp.

Ausbildung wird beim Autohof Stöppelkamp groß geschrieben. Zusammen mit Sven Stöppelkamp

(hintere Reihe, rechts) freuen sich einige der 18 Auszubildenden über den Unternehmerpreis

der Stadt Langen. (Foto: Oliver Brandt)

30 Handwerk in Bremen 6/2009


Ausbildung

MISSSTÄNDE AN GEWERBLICHEN LEHRANSTALTEN

Seit der ersten Pisa-Studie steht die Bildung

im Fokus der Politik. In Sonntagsreden weisen

Politiker regelmäßig auf die große Bedeutung

der Bildung für unsere Gesellschaft hin. Dennoch

leiden die meisten Schulen an chronischer

Geldnot.

Besonders drastisch zeigt sich der Geldmangel

bei den Gewerblichen Lehranstalten

(GLA) in Bremerhaven. Schon seit Jahren

monieren die Kreishandwerkerschaft Bremerhaven-Wesermünde

und große Teile der übrigen

regionalen Wirtschaft die finanziell

bedingten Missstände an der Berufsschule.

Geändert hat sich bis heute nichts. Stattdessen

hat sich die Situation weiter verschlechtert.

Am gravierendsten wirkt sich die mangelhafte

Personalausstattung der GLA aus. Viele

der rund 1000 Handwerksbetriebe, welche

die Kreishandwerkerschaft Bremerhaven-

Wesermünde beim Thema Berufsausbildung

vertritt, sind mit dem Ergebnis des Berufsschulunterrichts

nicht mehr einverstanden. „Die

Personalausstattung an den GLA muss dringend

verbessert werden, um die erforderliche

Zahl der Unterrichtsstunden erfüllen zu können“,

sagt Josef Solscheid, Geschäftsführer

der Kreishandwerkerschaft.

Eine berufsbildende Schule, die in einer

wirtschaftlich so schwierig gestellten Region

ihre Aufgaben erfüllen soll, und so viele verschiedene

Ausbildungsgänge vorhalten will

beziehungsweise zum Wohle der Region vorhalten

muss, benötigt mehr Lehrer als eine

Schule, die nur eine Ausbildungsrichtung,

wohlmöglich mit vielen Parallelklassen, versorgt.

Eine wie im Klassenbildungserlass des

Landes vorgesehene „Zuschlagserteilung bei

der Lehrerzuweisung“ muss dringend umgesetzt

werden.

Dies wäre aus Sicht des Handwerks nicht

nur notwendig, um die Qualität des Unterrichts

sicherzustellen, sondern auch wegen

der besonderen Bedeutung der GLA für die

Berufsschulversorgung des Landkreises Cuxhaven.

Um eine ortsnahe Berufsschulversorgung

in der Region – rund 45 Prozent der

Berufsschüler kommen aus dem Landkreis –

zu gewährleisten und auch die schulische Versorgung

für Ausbildungsberufe mit wenigen

Auszubildenden anbieten zu können, muss

Handwerk in Bremen 6/2009

Bücher und Textaufgaben mit D-Mark-Beträgen

und veralteten Normen (hier das Beispiel

eines Mathetests) gehören für die Berufsschüler

des Baubereichs an den GLA zum Alltag.

Bremerhaven

Die Kreishandwerkerschaft Bremerhaven-Wesermünde macht auf finanziell bedingte Missstände

an den Gewerblichen Lehranstalten (GLA) aufmerksam und bemängelt die fehlende Reaktion der

Politik. Kritik an ungenügender Personal- und Sachausstattung.

die personelle Ausstattung der GLA auch für

Klassen mit 16 Schülern ausreichen. Die Alternative,

etwa eine Beschulung in den Städten

Bremen, Lüneburg oder Stade, würde für die

Berufsschüler und deren Betriebe sowohl zeitlich

als auch finanziell nicht vertretbar sein.

Außer der Personalausstattung kritisiert

das Handwerk auch die mangelnde Ausstattung

der GLA mit aktuellen Unterrichtsmitteln.

Beispielhaft ist die veraltete Literatur: Schülerinnen

und Schüler müssen nicht selten mit

Büchern arbeiten, in denen noch mit der D-

Mark gerechnet wird und Normen (DIN)

gelehrt werden, die in der beruflichen Wirklichkeit

nicht mehr existieren.

Die Lehrbücher sind aber nicht nur veraltet,

sondern auch knapp. Auszubildende in den

Bauberufen dürfen die Bände nicht mit nach

Hause nehmen, sondern müssen sie nach dem

Unterricht wieder abgeben, damit andere Klassen

unterrichtet werden können. Das Nacharbeiten

von Aufgaben wird ihnen damit fast

unmöglich gemacht. „Mit der im Bundesland

Bremen gesetzlich festgeschriebenen Lernmittelfreiheit

dürfte dieser Zustand nur schwer in

Einklang zu bringen sein“, sagt Solscheid.

Die Innung der Bauhandwerke Bremerhaven-Wesermünde

hat jetzt beschlossen, dass

die in der Innung vertretenen Ausbildungsbetriebe

die Bücher selbst anschaffen. Ein Dauerzustand

soll das aber nicht sein. Solscheid:

„Die Berufsschule muss wieder in die Lage versetzt

werden, dass sie ihrem Auftrag voll und

ganz nachkommen kann. Dazu gehört auch

die Versorgung der Schüler mit genügend

aktuellem Unterrichtsmaterial und Lehrbüchern“.

Bei der Politik ist das Handwerk mit seiner

Kritik bisher auf taube Ohren gestoßen. Auch

ein Gespräch mit der Bremerhavener Schulverwaltung

hat bis heute keine Hoffnung auf Besserung

gebracht.

Auf ein ausführliches Beschwerdeschreiben

der Kreishandwerkerschaft und ihrer zwölf

Innungen, die zusammen rund 500 Betriebe

vertreten, an das Bremer Bildungsressort vom

Dezember 2008 kam bis heute keinerlei Reaktion.

Auch auf eine Stellungsnahme, um die

Regierungschef Jens Böhrnsen Anfang März

gebeten wurde, wartet die Kreishandwerkerschaft

bis heute.

Leuchtfeuer für die

Lebensmittelbranche

Die hohe Konzentration von Tiefkühlkostproduzenten

hat Bremerhaven den Spitznamen

„Kühltruhe Europas“ eingebracht. Doch

auch andere Bereiche der Lebensmittelproduktion

und -verarbeitung sind im Bundesland

Bremen stark vertreten. Die Branche

stellt rund 17 Prozent der Arbeitsplätze –

im Bundesdurchschnitt sind es nur sieben

Prozent. Handwerkliches Know-how und

modernste Technologie haben sich als leistungsstarke

Symbiose bewährt. In einem

zweitägigen Kongress, den das ttz Bremerhaven

zusammen mit der GDL (Gesellschaft

Deutscher Lebensmitteltechnologen e.V.),

der VDB (Vereinigung Deutsche Backtechnik)

und der Hochschule Bremerhaven ausrichtet,

präsentieren am 23. und 24. Juni

im Forum Fischbahnhof nationale und internationale

Experten aktuelle Themen und

Zukunftsperspektiven für die Lebensmittelverarbeitung.

Anmeldeschluss ist der 16.

Juni, Teilnahmegebühr für Nichtmitglieder:

395 Euro, für GDL- und VDB-Mitglieder:

345 Euro, Studenten: 60 Euro. Mehr:

www.gdl-ev.org, www.ttz-bremerhaven.de

und www.vdb-ev.net sowie Telefon (069)

90 74 51 87 und E-Mail: gdl@gdl-ev.org.

31


Service & Betrieb Nachrichten

STEUERBERATUNGSKOSTEN

VOLL ABSETZEN KÖNNEN

Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK)

unterstützt nachdrücklich den Vorschlag des

Bundesrates, den 2006 weggefallenen

Sonderausgabenabzug für private Steuerberatungskosten

wieder zuzulassen. Auf dem

Deutschen Steuerberaterkongress in Hamburg

appellierte BStBK-Präsident Dr. Horst

Vinken an die Fraktionen der CDU/CSU und

der SPD im Bundestag, sich für die volle

Abzugsfähigkeit der Steuerberatungskosten

einzusetzen.

„Die Aufteilung von Steuerberatungskosten

in den nichtabzugsfähigen privaten und den

weiterhin abzugsfähigen Teil ist ein Paradebeispiel

für eine Vorschrift, die uns als Vereinfachungsmaßnahme

angepriesen wurde,

aber das genaue Gegenteil bewirkt hat“,

sagte Vinken. Die komplizierte Regelung

belaste Steuerpflichtige und Finanzämter

gleichermaßen, ihre positive Wirkung auf den

Staatshaushalt gehe hingegen gegen Null.

Zudem sei unverständlich, warum die Inanspruchnahme

eines Steuerberaters das „Privatvergnügen“

des Steuerpflichtigen sein

solle, obwohl er sich der Pflicht zur Erstellung

einer Steuererklärung nicht entziehen könne.

Steuerliche Vorschriften, die sich nicht

bewährt haben, müssten grundsätzlich wieder

abgeschafft werden. Mit der Wiedereinführung

der vollen Absetzbarkeit der Steuerberatungskosten

könne der Gesetzgeber zeigen,

dass er es mit der Steuervereinfachung

ernst meine, so der BStBK-Präsident.

Vinken forderte rasche Nachbesserungen bei

der Unternehmenssteuerreform: „Regeln wie

die Zinsschranke und die neue Verlustabzugsregel

bei Körperschaften sollten der

Gegenfinanzierung der Reform und der Mißbrauchsbekämpfung

dienen, doch sie treffen

die Falschen und belasten mittelständische

Unternehmen in der Wirtschaftskrise schwer.“

Vinken begrüßte daher den Vorstoß des

Bundesrates, die Freigrenze bei der Zinsschranke

befristet von 1 auf 3 Millionen Euro

anzuheben sowie die Verlustabzugsregel bei

Körperschaften um eine Sanierungsklausel zu

ergänzen. Notwendig sei aber darüber hinaus,

die Hinzurechnungen bei der Gewerbesteuer

auszusetzen oder abzusenken. Denn bei

wegbrechenden Gewinnen müssten die

Betriebe die höhere Gewerbesteuer aus ihrer

Substanz bezahlen. Vinken: „Viele Steuerberater

haben Mandanten, bei denen allein die

Gewerbesteuerbelastung den Gewinn übersteigt

und die dadurch über kurz oder lang

in die Insolvenz getrieben werden.“

HANDWERK STÄRKER BETROFFEN

Der demografische Wandel wird das Handwerk im absatz- als

auch personalpolitischen Bereich stark treffen. Bislang sind

jedoch noch keine umfassenden Antworten darauf gefunden.

Die starke Alterung der deutschen Bevölkerung

bis zum Jahr 2020 sowie der Rückgang der

Einwohnerzahl in einigen Regionen beeinflussen

nicht nur die Absatzmärkte, sondern dezimieren

auch das Arbeitskräfteangebot in Deutschland.

Hiervon sind insbesondere Handwerksunternehmen

betroffen, weil sie vornehmlich Produkte und

Dienstleistungen für Privatpersonen und Haushalte

im Inland anbieten. Aber auch im Bereich

Personal werden die Handwerksbetriebe vor

große Herausforderungen gestellt. Bereits heute

können im Handwerk nicht alle Ausbildungsplätze

besetzt werden. Die demografische Entwicklung

wird die Nachwuchsproblematik noch deutlich

verschärfen.

Ob die Handwerksunternehmen die demografisch

bedingten Veränderungen erkennen und

ob sie rechtzeitig mit geeigneten Anpassungsmaßnahmen

reagieren, untersucht das IfM Bonn

gegenwärtig. Erste Ergebnisse liegen bereits vor:

Die Mehrzahl der Handwerksunternehmen in

Deutschland hat zwar vom ‘demografischen

Wandel’ gehört, allerdings fällt der Anteil nicht-

Nur noch gut jeder vierte Existenzgründer im

Handwerk kann einen Meisterbrief vorweisen.

Durch die damit verbundene sinkende Bedeutung

des Meisterbriefes wird die ursprünglich synonyme

Verwendung der Begriffe ‘Handwerksbetrieb’

und ‘Meisterbetrieb’ ausgehöhlt. Das Handwerk

in seiner Gesamtheit verliert damit nicht nur

eine Qualifikationsbasis, die zum Überleben auf

globalisierten Märkten von größter Bedeutung

ist, sondern der Imageverlust in der Bevölkerung

hat auch negative Auswirkungen auf den gesamten

Berufsstand.

Dieses Forschungsergebnis nannte Prof. Dr.

Kilian Bizer, Direktor des Volkswirtschaftlichen

Instituts für Mittelstand und Handwerk an der

Universität Göttingen, bei der Vorstellung des

Tätigkeitsberichtes 2008. Das ifh Göttingen versteht

sich als Kompetenzzentrum für das Handwerk

und für Klein- und Mittelbetriebe im Bereich

volkswirtschaftlicher Fragestellungen. Der knapp

50-seitige Tätigkeitsbericht gibt anhand kurzer

informierter Unternehmen unter ihnen mit 24

Prozent im Vergleich zur übrigen Wirtschaft

(15%) deutlich höher aus. Eine ähnliche Tendenz

zeigt sich beim Anteil der Unternehmen, die sich

bereits heute intensiv mit den Folgen des demografischen

Wandels beschäftigen. Haben im

Handwerk lediglich 29 Prozent über die betrieblichen

Auswirkungen nachgedacht, sind es bei

den übrigen Unternehmen mit 41 Prozent deutlich

mehr.

Unterschiede zwischen Handwerks- und sonstigen

Unternehmen zeigen sich auch bei den

erwarteten Auswirkungen des demografischen

Wandels auf die Nachfrage nach den eigenen

Produkten und Dienstleistungen. Fast jedes zweite

Handwerksunternehmen rechnet langfristig

mit einer sinkenden Nachfrage in Deutschland,

nur knapp jedes vierte Unternehmen erwartet

das Gegenteil. Die Einschätzungen des Handwerks

sind damit etwas pessimistischer als die

der übrigen Wirtschaft (44 % bzw. 26 %).

Mehr zum demografischen Wandel unter:

www.ifm-bonn.org/index.php?id=761.

MEISTERBRIEF VERLIERT BEDEUTUNG

Nur noch jeder vierte Existenzgründer hat einen Meisterbrief.

ergebnisorientierterBerichte einen Überblick über

die vielfältigen Aktivitäten des Instituts im abgelaufenen

Jahr.

Neben der Untersuchung über die Bedeutung

des Meisterbriefes hat das ifh Göttingen im abgelaufenen

Jahr eine Reihe weiterer Untersuchungen

durchgeführt. Finanziert wird die Forschungstätigkeit,

die unter dem Dach des Deutsche

Handwerksinstitut (DHI) erfolgt, durch Zuwendungen

der Wirtschaftsministerien von Bund

und Ländern sowie vom Deutschen Handwerkskammertag.

An weiteren Projekten erwähnte Prof. Bizer

eine Untersuchung über die Auswirkungen der

EU-Osterweiterung auf das deutsche Handwerk.

Hier wird eine insgesamt positive Zwischenbilanz

gezogen. Mittlerweile sind bereits rund 18.000

deutsche Handwerksunternehmen in den neuen

Mitgliedsstaaten der EU tätig.

Mehr zum zum Tätigkeitsbericht des ifh Göttingen

unter: www.ifh.wiwi.uni-goettingen.de.

32 Handwerk in Bremen 6/2009


Bäcker-Handwerk

BÄCKER SPÜREN NOCH KEINE KRISE

Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist bei den Handwerksbäckern

in Niedersachsen und Bremen noch nicht angekommen. Der

Landesinnungsverband setzt verstärkt auf Aus- und Weiterbildung.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat das

Bäckerhandwerk in Niedersachsen und Bremen

bisher nicht erreicht. Der Landesinnungsmeister

des Bäcker-Innungsverbandes Niedersachsen/

Bremen (BIV), Karl-Heinz Wohlgemuth,

berichtete beim Verbandstag in Duderstadt,

dass die Handwerksbäckereien im abgelaufenen

Jahr ein Umsatzplus zwischen vier

und sechs Prozent verzeichneten, bei gleichzeitig

gestiegener Anzahl von Verkaufsstellen.

Im ersten Quartal 2009 hätten sich weitere

Zuwächse nicht realisieren lassen. Die meisten

Bäckereien rechneten für das laufende Jahr

aber auch nicht mit drastischen Umsatzeinbrüchen.

Der Zunahme der Verkaufsstellen (Filialen

und mobiler Verkauf) steht laut Wohlgemuth

schon seit Jahren ein stetig sinkender Marktanteil

der Handwerksbäckereien am gesamten

backenden Gewerbe entgegen. Derzeit

gehe er noch von einem Marktanteil von 40

bis 45 Prozent aus. Über die vergangenen

zehn Jahre entspreche das ein Verlust um rund

30 Prozentpunkte. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe

des BIV sank dem Trend entsprechend

innerhalb des Jahres 2008 quer durch alle Verbandsregionen

um weitere vier Prozent auf

883 Bäckereien.

Der Bäcker-Innungsverband setze

– auch in enger Zusammenarbeit mit

dem Zentralverband des Deutschen

Bäckerhandwerks (ZV) – eine Reihe

von Initiativen und Strategien um, mit

denen neue Perspektiven eröffnet

würden, betonte der Landesinnungsmeister.

Er verwies beispielhaft auf

die ZV-Initiative „Qualitätssicherung

IQ Back“, das Angebot von Erfa-Gruppen

für Innungsbäcker und das

gemeinsame Bemühen, Fehlentwicklungen

im deutschen und europäischen

Recht zu verhindern.

Darüber hinaus engagierten sich

die selbständigen Bäckermeister in

der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter,

unterstrich der stellvertretende

Landesinnungsmeister Willi

Wolke, zugleich Vorsitzender des BIV-

Ausschusses für Berufsbildung. Die

Zahl der Gesellenprüfungen im

Bäckerberuf sei 2008 um mehr als

Handwerk in Bremen 6/2009

sechs Prozent gestiegen, die im Fachverkäufer/-verkäuferin-Beruf

sogar um fast 15 Prozent.

Entgegen der früher verbreiteten Praxis,

den Gesellinnen und Gesellen die Chance zur

Erweiterung ihrer beruflichen Erfahrungen

außerhalb des Lehrbetriebs zu ermöglichen,

gingen jetzt die Handwerksbäcker zunehmend

dazu über, den selbst ausgebildeten Berufsnachwuchs

im Unternehmen zu halten und

über die Lehre und Berufspraxis hinaus fortzubilden,

berichtete Wolke von verändertem

Bildungsverhalten. Die Bäckerfachschule, das

Kompetenzzentrum Nord der Akademie Deutsches

Bäckerhandwerk, belege die Fort- und

Weiterbildung im Bäckerhandwerk mit imposanten

Zahlen: An zusammen nahezu 15.000

Unterrichtstagen nutzten im vergangenen Jahr

über 800 Kursteilnehmer die Fachschule in 62

Kursen vom Meisterlehrgang bis zur überbetrieblichen

Lehrlingsunterweisung.

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Ertragskraft leidet unter

hohen Rohstoffpreisen

Das Bäckerhandwerk hatte 2008 auch in

Niedersachsen und Bremen mit den gestiegenen

Rohstoffpreisen zu kämpfen. Das geht aus

dem neuen Betriebsvergleich hervor, den der

Bäcker- Innungsverband Niedersachsen/Bremen

(BIV) anlässlich seines Verbandstags

in Duderstadt erhoben hat. Die betriebliche

Kennzahlenauswertung von 303

Innungsbäckereien aus dem Verbandsgebiet

können den BIV-Mitgliedsbetrieben zur Orientierung

und Selbsteinschätzung ihres eigenen

Unternehmens dienen.

Ein direkter Vergleich mit früheren Jahren lasse

der Betriebsvergleich indes nicht zu, weil die

Umsatzgrößenklassen neu strukturiert wurden,

schränkte der BIV ein. Abzulesen sei aber,

dass 2008 der Cash Flow nur bei kleinen Backbetrieben

mit bis zu einer Million Euro Umsatz

die Zehn-Prozent-Schwelle überschritten habe.

Zu berücksichtigen ist jedoch, dass diesen prozentualen

Werten aufgrund des Umsatzniveaus

der kleineren Betriebe nur geringe absolute

Werte zugrunde liegen. Entsprechend

bestehe im Durchschnitt für alle Bäckereien

„in Bezug auf die Ertragskraft Verbesserungspotential“.

Obwohl die Bäckereien in allen

Umsatzgrößenklassen im vergangenen Jahr

Gewinne erwirtschaften konnten, stand nach

Gegenrechnung der kalkulatorischen Kosten

ein Betriebsverlust.

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33


Namen & Notizen Girls’ Day

MÄDCHEN UND ZUKUNFT IM HANDWERK

Eine Ausbildung im Handwerk ist Gold

wert: In keinem anderen Berufszweig sind

Gleichbehandlung, schnelle Aufstiegsmöglichkeiten

und erfolgreiche Selbstständigkeit so

greifbar wie im Handwerk. Und das Handwerk

braucht dringend motivierten Nachwuchs.

Darum ist es gut, dass beim Girls’ Day wieder

viele Inhaber von Betrieben wie die Hermann

O. Eckert GmbH für innovative Systemlösungen

und die handwerklichen Bildungsstätten

wie die HandWERK gGmbH Mädchen

zwischen zehn und 15 Jahren hinter die handwerklichen

Kulissen blicken ließen.

Michael Busch, Hauptgeschäftsführer der

Handwerkskammer Bremen, freut sich darüber,

denn mehr als 40 Prozent aller Mädchen

verlassen die Schule mit dem Realabschluss

und fast ein Drittel mit dem Abitur. Als Fachkräfte

sind aber nur 15 Prozent der weiblichen,

jedoch 61 Prozent der männlichen Beschäftigten

tätig. Das Handwerk bildet dabei traditionell

besonders viele Frauen aus. „In unse-

Farbliches Gestalten geometrischer

Figuren in der Malerwerkstatt.

50 Mädchen

besuchten die verschiedenen

Werkstätten im HandWERK.

In Bremerhaven informierten

sich viele Mädchen im Haus

des Handwerks über technische

Berufe. Begrüßt wurden

sie von Imke Lathwesen,

Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft,

sowie der

Landesfrauenbeauftragten

Ulrike Hauffe.

ren technischen Berufen ist aber die Zahl von

Frauen noch verhältnismäßig gering. Darum

wollen wir mit unserem Engagement beim

Girls' Day praktische Einblicke geben und die

In der Holzbau-Werkstatt des Kompetenzzentrums

haben die Mädchen einen Kerzenständer

gesägt. Hier verfolgen sie wie man eine

Kreuz-Überblattung macht. (Fotos: HiB)

Präsenz von Mädchen in technischen oder

anderen männlich dominierten Handwerksberufe

gezielt fördern“, sagt Busch und ist überzeugt,

dass der Girls’ Day hilft, den Mädchen

zu zeigen, dass sie von einer Ausbildung im

Handwerk doppelt profitieren können: Denn

einerseits ist das Handwerk besonders vielfältig.

Andererseits unterscheiden die meisten

Handwerksbetriebe beim Einkommen nicht

nach Geschlechtern. In nahezu allen anderen

Wirtschaftsbereichen bestehen zwischen den

Geschlechtern zum Teil erhebliche Lohnunterschiede

und viele Frauen verdienen im Durchschnitt

nur 80 Prozent des Stundenlohns von

Männern.

34 Handwerk in Bremen 6/2009


Gewerbeschau Osterholz

140.000 BESUCHER IN ZWEI TAGEN

Volksfestcharakter, Unterhaltung und ein

Fest für die ganze Familie, das war die 6.

Gewerbeschau Osterholz. Am verkaufsoffenen

ersten Mai-Wochenende präsentierten sich vor

dem Hauptzugang des Weserparks zirka 60

Aussteller aus Handwerk, Gewerbe und von

Dienstleistung mit ihren Informationsständen,

an denen die Besucher in aller Ruhe ihre Fragen

stellen und sich beraten lassen konnten.

Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer

Michael Busch eröffnete die Messe und

wünschte den Veranstaltern und Ausstellern

reges Interesse, lohnende Kontakte und Aufträge.

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“,

sagte er und wies darauf hin, dass sich

im Sog der internationalen Geschehnisse die

wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die

Unternehmen verändern – und mit ihnen

ganze Stadtteile. Er begrüßte, dass die Mitglieder

des Vereins ‘Aktiv für Osterholz e. V.’ mit

der GO-Messe ihren Stadtteil attraktiver

machen, seine wirtschaftliche, soziale, touris-

Handwerk in Bremen 6/2009

tische und kulturelle Entwicklung verbessern

und sich die mittelständischen Betriebe dabei

positiv präsentieren könnten. „Gerade die kleinen

und mittleren Betriebe können sehr flexibel

und dynamisch im Wettbewerb agieren

und gewinnen angesichts explodierender Rohstoff-

und Energiepreise Recycling, Energieeffizienz,

minimierter Materialeinsatz und Reparaturen

als Geschäftsfelder weitere Bedeutung“,

sagte er, „dies sei auch der Grund,

warum die Europäische Kommission im Mai

die erste Europäische Woche für die so genannten

KMUs veranstalte – denn immerhin seien

neunzig Prozent aller Betriebe in der Europäischen

Union so genannte KMUs, die die EU

gezielt fördern wolle“, betonte er.

Buschs Wunsch zur Eröffnung, dass die

diesjährige GO 2009 noch mehr Besucher

anlockt als schon in den vorangegangenen

Jahren, erfüllte sich: an den zwei Messetagen

kamen 140.000 Besucher in den Weser-Park,

mehr als je zuvor.

Handwerkliche Möbel, Dämmtechnik und Solarthermie – HWK-Hauptgeschäftsführer Michael

Busch, die 1. Vorsitzende des Vereins ‘Aktiv für Osterholz’ Ingrid Kirschenlohr (rechts) und

Monika Mehrtens, Centermanagerin des Weser-Parks, beim Messe-Rundgang.

(Foto: Aktiv für Osterholz)

Namen & Notizen

HANDWERKER HELFEN

KINDERN IN TANSANIA

Dass Handwerker Grenzen überschreiten

und zunehmend im europäischen Ausland

wie auch weltweit tätig sind, ist nichts

Neues. Dass sich Handwerker aber auch im

Ausland sozial engagieren, ist schon seltener.

Ein solches Engagement betreibt der

Verein „Straßenkinder Tansania e.V.“ In dem

afrikanischen Land liegt die Aidsrate bei

über 40 Prozent der Bevölkerung – mit steigender

Tendenz.Eine Vielzahl von Straßenkindern

lebt in Tansania ohne Eltern und

Familie, ohne regelmäßige Nahrung, ohne

medizinische Versorgung, ohne Schulbesuch

und Ausbildung, damit also ohne Zukunft.

Durch Initiative aus dem Handwerk wurde

unter Vorsitz von Heidulf Masztalerz, ehemals

Sprecher der Arbeitnehmer-Vizepräsidenten

der bundesdeutschen Handwerkskammern

und Vorstandsmitglied des Deutschen

Handwerkskammertages, der Verein

gegründet. Hilfe zur Selbsthilfe lautet die

Aufgabe, mit der vom Verein seit drei Jahren

in der Stadt Singida, im mittleren Westen

des Landes, 40 elternlosen Kindern eine

Zukunft gegeben wird. Bis Ende 2007 wurden

zur Verbesserung der Lebens- und Bildungssituation

über 8.300 Euro zur Verfügung

gestellt. Im ersten Halbjahr 2008

kamen 2.425,00 Euro für Nahrungsmittel,

medizinische Betreuung, Schulbildung,

Gehälter und Renovierungsarbeiten dazu.

Masztalerz erhält beim Einsatz für die Straßenkinder

Unterstützung von Handwerkern,

vor allem auch aus den Reihen der aktiven

Arbeitnehmer-Vizepräsidenten der Handwerkskammern,

wie etwa durch den Bremer

Vizepräsident Rainer Schnaars.

Da vor allem die schulische Bildung für die

elternlosen Kinder von großer Bedeutung ist,

soll nun der Besuch einer Schule finanziert

werden. Dabei fehlt den Kindern die vorgeschriebene

Schulkleidung. Schon 1.500 Euro

reichen aus, um 40 Kindern aus Singida für

drei Jahre den Schulbesuch zu ermöglichen.

Geplant ist außerdem eine kleine Werkstatt,

in der die Jungen im Bau- und Metallbereich

ausgebildet werden. Den Mädchen soll eine

Ausbildung in Büroberufen ermöglicht werden.

Spenden erreichen die Empfänger ohne

Abzug von Verwaltungskosten direkt unter:

„Straßenkinder-Tansania“, Konto: 13012091,

Sparkasse Lüneburg (BLZ 240 501 10). Mehr

unter: www.strassenkinder-tansania.de

E-Mail-Kontakt zu Heidulf Masztalerz:

h.masztalerz@strassenkinder-tansania.de

35


Namen & Notizen Glückwünsche

Glückwunsch zum Geburtstag Glückwunsch zum Jubiläum Ehrenmedaille des Handwerks

für Günter Verheugen

Am 3. Juni

Kai-Uwe Dettmers, Stellvertretender Obermeister

der Fleischer-Innung Bremen Nord

Am 9. Juni

Rolf Fuhrken, Stellvertretender Obermeister

der Elektro-Innung Bremen

Am 12. Juni

Jens Böhrnsen, Bürgermeister und Senatspräsident

der freien Hansestadt Bremen

Am 13. Juni

Wilfried Wöbbeking, Obermeister der Fleischer-Innung

Bremen

Am 14. Juni

Lutz Giesemann, Ehrenobermeister der Bäcker-

Innung Bremerhaven-Wesermünde

Am 15. Juni

Detlef Wagschal, Obermeister der Feinmechaniker-Innung

Bremen

Am 18. Juni

Thorsten Klonczinski, Obermeister der Innung

des Bauhandwerks Bremerhaven-Wesermünde

Am 18. Juni

Hans Jörg Kossmann, Obermeister der Innung

des Kfz-Technikerhandwerks Bremen

Am 26. Juni

Olaf Otto, Obermeister der Landesinnung des

Zweiradmechanikerhandwerks Bremen

Schönes Wetter macht den Alltag

angenehmer. Dies finden auch die

beiden wandernden Tischlerinnen

Anouk aus Berlin und Lisa aus Tübingen.

Anouk ist seit 14 Monaten auf

der Walz. Ihr Weg brachte sie über Italien,

die Schweiz und Holland nach

Bremen und soll sie weiter nach

Lübeck führen. Lisa ist seit drei Monaten

unterwegs und will von Polen und

Hamburg kommend in Richtung

Osnabrück weiter. Sie trafen sich im

wärmsten April seit 120 Jahren zufällig

vor dem Bremer Gewerbehaus und

tauschten erst einmal ihre Erfahrungen

aus.

Was den Einen freut, ängstigt den

Anderen: Höhere Durchschnittstemperaturen

als in diesem Jahr habe es

zuletzt im April des Jahres 1890 gege-

75 Jahre

Am 16. Juni

Heinrich Büscher, Vulkaniseurmeister, Bremen

50 Jahre

Am 20. Juni

Hans-H. Bachmann Stadtbäckerei, Bäcker- und

Konditorenhandwerk, Bremen

Am 25. Juni

Thomas Lüllmann, Bäcker- und Konditorenhandwerk,

Bremen

25 Jahre

Am 1. Juni

Ralf Scholz, Elektroinstallateurmeister, Bremen

Karl-Heinz Basel, Elektroinstallateurhandwerk,

Bremen

Am 7. Juni

Container-Service Friedrich Tiemann GmbH &

Co. KG, Kfz-Technikerhandwerk, Bremerhaven

Am 12. Juni

Rolf Christens Elektro-Installation und Handel

GmbH, Elektroinstallateurhandwerk, Bremen

Am 15. Juni

Uwe Hasselmann Baugeschäft GmbH, Maurerhandwerk,

Bremen

ben, meldete der Deutsche Wetterdienst.

Mit 246 Stunden lag die Sonnenscheindauer

im April bundesweit

um 62 Prozent über dem Soll von

152 Stunden. Zudem war der April

2009 so trocken, dass die Meteorologen

mit bundesweit 33 Litern pro

Quadratmeter nur 56 Prozent des

Niederschlagssolls für diesen Monat

registrierten. Besonders wenig Regen

fiel im Norden und Osten. So kam im

gesamten Monat etwa in Berlin-Buch

nicht einmal ein Liter pro Quadratmeter

zusammen. Ost-Niedersachsen,

Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg

riefen die höchste Waldbrandwarnstufe

aus, während es in

Franken und im Rheinland innerhalb

von 48 Stunden so viel regnete wie

sonst im ganzen Monat. (Foto: HiB)

Günter Verheugen,Vizepräsident

der EuropäischenKommission

und Kommissar

für Unternehmen

und Industrie

erhielt jetzt die

Ehrenmedaille

des Deutschen

Handwerks.

Hanns-Eberhard

Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbands

des Deutschen Handwerks (ZDH),

überreichte die Medaille im Rahmen des

Europasymposiums zum Auftakt der ersten

Europäischen Woche für kleine und mittlere

Unternehmen. Damit wird das besondere

Engagement Verheugens für Handwerk

und Mittelstand ausgezeichnet.

In seiner Laudatio würdigte Schleyer den

Vizepräsident der Europäischen Kommission

als „engagierten Politiker und Mann der

Praxis“. Verheugen habe aus Überzeugung

eine Politik für den europäischen Mittelstand

ins Zentrum der Entscheidungen in

Brüssel gerückt, zuletzt durch den Small

Business Act. Die Belange des Mittelstands

fanden Berücksichtigung bei allen wichtigen

Entscheidungen. Dazu gehören etwa

Fragen der Bildung, der Finanzierung, der

Forschung und des EU-Bürokratieabbaus,

aber auch das Mitwirken bei institutionellen

Beratungen. (Foto: Archiv)

36 Handwerk in Bremen 6/2009


Nachrichten

„plietsch“-PLAKETTE VERGEBEN

Urlaubsbilder, Familienfotos und Schnappschüsse

werden vom Bremer Unternehmen

Photo Dose zu bleibenden Erinnerungen in

allen Formaten verarbeitet. Und das im Sinne

des Klimaschutzes so energieeffizient wie

möglich. Trotz moderner Maschinen ist der

Stromverbrauch hoch – das belastet nicht nur

den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Um

beides zu schonen, hat Photo Dose für die neue

Produktionshalle im Stadtteil Horn-Lehe einen

Gewerbe-Energieberater beauftragt, erste

Maßnahmen umgesetzt und sich dadurch den

Titel „plietsches Unternehmen“ und die gleichnamige

Plakette verdient.

„Wir wollen unseren Beitrag leisten, Ressourcen

zu sparen. Beim Bau unserer Halle

haben wir bereits auf eine hohe Dämmwirkung

des Bodens, der Decke und Wände

geachtet. Mit einer Energie-Analyse gehen wir

einen Schritt weiter“, erläutert Produktionsleiter

Frank Bockhop. Photo Dose hat sich für die

Analyse Verstärkung geholt: Der Ingenieur

Ulrich Römer hat während der von der Bremer

Energie-Konsens vermittelten Initialberatung

Energieeffizienz-Maßnahmen vorgeschlagen.

„Die Analyse war ein wertvoller Schritt für

uns. Die ersten Maßnahmen haben wir schon

umgesetzt“, sagt Bockhop stolz. So wurden

bereits Deckenstrahlplatten angebracht,

damit die Halle schnell und effizient erwärmt

Handwerk in Bremen 6/2009

werden kann. Bei der Beleuchtung ist das

Unternehmen Römers Rat gefolgt und hat so

genannte T5-Röhren installiert, die eine hohe

Lichtausbeute gewährleisten. „Die Energie,

die für die Beleuchtung nötig ist, konnten wir

so um 30 Prozent reduzieren. Ist genügend

Sonnenlicht vorhanden, können wir sie dimmen

oder Teile gänzlich abschalten“, weiß

Bockhop. Demnächst werden zudem adressierbare

digitale Vorschaltgeräte installiert. So

kann das Unternehmen jährlich neun Tonnen

CO 2 sparen, im Geldbeutel bleiben rund 3.000

Euro mehr. Auf der Wunschliste steht außerdem

ein Abluft-Wärmetauscher. „Die Abluft,

die bei der Fotoproduktion entsteht, ist bis zu

60 Grad warm. Derzeit wird sie ins Freie geleitet.

Demnächst wollen wir damit die Frischluft

für die Halle erwärmen, so dass die Temperatur

dort konstant gehalten werden kann.

Allein durch die Wärmeruckgewinnung kann

Photo Dose drei Tonnen CO 2 und 1.000 Euro

im Jahr sparen.

Unternehmen, die wie Photo Dose plietsch

werden möchten, können sich bei der Bremer

Energie-Konsens beraten lassen. Die Initialund

Detailanalyse werden von der KfW (Kreditanstalt

für Wiederaufbau) mit bis zu 80 Prozent

gefördert, anfallende Investitionen können

durch einen Kredit finanziert werden.

Ulrich Römer, Energie-Berater und Geschäftsführer der ibek GmbH; Frank Bockhop, Produktionsleiter

Photo Dose; Dr. Cornelis Rasmussen, Geschäftsführer Bremer Energie-Konsens; und

Astrid Stehmeier, Projektmanagerin Bremer Energie-Konsens (v.l.). (Foto: Energie-Konsens)

Namen & Notizen

BHKH: SCHREIBER KOMMT

FÜR SCHWEGMANN

Wechsel beim Bundesverband Holz und

Kunststoff (BHKH): Ab 1. Juni dieses Jahres

übernimmt Peter Schreiber die Hauptgeschäftsführung.

Er folgt auf Dr. Bettina

Schwegmann, die den Verband seit August

2004 leitet.

Schreiber kommt

vom Bundesinnungsverband

der Augenoptiker,

bei dem er

seit 1999 als

Abteilungsleiter

Recht tätig ist.

Die Mitgliederversammlung

des BHKH hatte

den 39-jährigen

Juristen einstimmig für die Position des

Hauptgeschäftsführers benannt.

Dr. Schwegmann

verlässt den

BHKH auf eigenen

Wunsch, um

die Geschäftsführung

in

einem anderen

Verband zu übernehmen.

BHKH-

Präsident Günter

Füllgraf dankt

ihr für ihre herausragenden

Leistungen und Verdienste für

die Branche. (Fotos: BHKH)

BREMER SCHÜLERFIRMA

BELEGT DRITTEN PLATZ

BEI WETTBEWERB

Die Bremer Schülerfirma „Sonnenschein

Catering und Seniorenservice“ aus der Schule

„Am Oslebshauser Park“ setzte sich in

einem bundesweiten Wettbewerb gegen

120 Mitbewerber durch. Der Wettbewerb

stand unter dem Motto: „Gleiche Chancen

für alle Kinder“ und zeichnet herausragende

Kinder- und Jugendarbeit aus. Neben

dem Preisgeld von 3000 Euro gewannen die

Bremer Schülerinnen und Schüler eine

Sonderzuwendung von 1000 Euro sowie

den Pokal, „Die goldene Göre“. Der Wettbewerb

wurde zum sechsten Mal vom Deutschen

Kinderhilfswerk vergeben und ist der

höchstdotierte Preis seiner Art.

37


Namen & Notizen Schneider-Handwerk

MAßANFERTIGUNG FÜR BERUF, FREIZEIT UND GALA

Änderungsschneidereien gibt es in Bremen

mittlerweile wie Sand am Meer. Was also tun,

um wirtschaftlich zu überleben? Das fragte

sich auch Metin Tunar und fand eine erfolgreiche

Geschäftsidee. So wurde aus einer kleinen

Änderungsschneiderei eine Maßschneiderei

mit inzwischen zwei Filialen.

Metin Tunar wuchs inmitten seiner großen

Familie im türkischen Adana auf. Der Ort gilt

als das Zentrum der türkischen Textilindustrie.

Auch die Familie von Metin Tunar bestritt in

diesem Gewerbebe ihren Lebensunterhalt.

Metin Tunar lernte bei seinem ältesten Bruder

das Schneidergewerbe, bevor er 1979 nach

Deutschland ausreiste und sich in Bremen

niederließ. Hier in Vegesack eröffnete er 1986

in der Wilhelm-Hartmann-Straße seine Änderungsschneiderei

und nannte sie „Mona’s Nähstube“.

Anfangs unterschied sie sich nicht viel

von anderen Änderungsschneidereien. Doch

diese begannen damals wie Pilze aus dem

Boden zu sprießen und so musste sich Metin

Tunar schon ziemlich drehen und strecken, um

wirtschaftlich mit seinem Betrieb zu überleben.

So besann er sich darauf, was er bei seinem

Bruder außer Reißverschlüsse einzunähen,

Kleider zu ändern und zu reparieren,

Hosenbeine und Ärmel zu kürzen, auch gelernt

hatte – die Maßanfertigung! Seither bietet er

Maßanfertigung für Jedermann und jede Frau

an und hält hierzu viele ausgesuchte Stoffe

vorrätig auf Lager.

Auf Nachfrage zu seinem gut sortierten

Stofflager, das so längst nicht in jeder Schneiderei

zu finden ist, erklärt er, dass ihm das so

eigentlich lieber sei, als wenn die Kunden mit

Stoffen zu ihm kommen. Nicht, weil er zusätzlich

zum Lohn am Stoff verdienen will. Nein,

man kann auch mit Stoffen zu ihm kommen,

die woanders gekauft wurden. Nur ist es so,

dass sich längst nicht jeder

Stoff für jedes Kleidungsstück

eignet. Früher habe er jeden

Kundenwunsch erfüllt und

mitgebrachte Stoffe zu dem

verarbeitet, was der Kunde

wollte. Doch mussten die

Kunden oftmals einsehen,

dass er als Fachmann Recht

hatte und sie besser auf ihn

hätten hören sollen. Blusen,

die knittern, Futterstoffe, die

einlaufen und so dafür sorgen, dass Röcke oder

Hosen nicht richtig sitzen, geben wenig Anlass

zur Freude. Daraus hat Metin Tunar zusammen

mit seinen Kunden gelernt und inzwischen

kaufen fast alle ihre Stoffe bei ihm. Es ist ohnehin

nicht teurer und die Kunden können sich

nun viele Jahre an ihren Kleidern freuen.

Davon hörte auch Luca Rizzo, der einen Friseursalon

in der Böttcherstraße führt, und zum

edlen Interieur seines Salons passende Bekleidung

für sich und seine Angestellten wünschte.

Man traf sich und heraus kam ein für die

Friseurwelt einzigartiger edler Dress. Und für

Metin Tunar ergab sich daraus eine neue

Geschäftsidee und Betätigungsfeld für sich,

seine inzwischen fünf Angestellten und drei

Auszubildenden: Maßanfertigung für Hotelangestellte,

Kosmetiker oder Friseure oder sonstige

Dienstleister, die gerne mit eigenen Entwürfen

zu ihm kommen dürfen. Sollten keine

Entwürfe vorliegen, wird er gerne auch kreativ

beraten, unterstützt von seiner russischstämmigen

Mitarbeiterin Helena Lachenmeier.

Die hat es vor ihrer Ausreise nach Deutschland

in Sankt Petersburg immerhin schon bis

zur Designerin und Direktrice gebracht. In

Deutschland begann sie ganz von vorn, lernte

hier und legte die deutsche Gesellenprü-

Helena Lachenmeier und Metin Tunar vor

dem Garn-Magazin von Mona’s Nähstube.

fung zur Maßschneiderin ab.

Bei all der Maßschneiderei wird aber weiterhin

auch die Änderung und Reparatur angeboten

und auch hier genießen die Kunden die

volle Aufmerksamkeit. Wie etwa bei der älteren

Dame, die in Mona’s Nähstube zu Gast ist

und sich der ungeteilten Aufmerksamkeit von

Helena Lachenmeier und Metin Tunar erfreuen

darf. Sie hat eine längere Abendrobe anprobiert,

bei der sie gerne eine Änderung vornehmen

lassen möchte. Sie hätte statt des runden

Kragens gerne einen spitzen Kragenausschnitt.

Überhaupt gar kein Problem. Schnell

zeichnet Helena Lachenmeier mit Schneiderkreide

die Änderung auf dem Stoff. Als die

Kundin die beiden fragt, ob das Kleid vielleicht

auch gekürzt werden sollte, verneinen beide

schnell übereinstimmend. Die Kundin ist überzeugt

und zufrieden, doch dann schlägt Metin

Tunar vor, den Schnitt des Kleides nach unten

verjüngt zulaufen zu lassen. So meint er, fällt

der Stoff vielleicht noch besser. Verjüngt?

Sofort ist zu merken, wie gut der Dame dieser

Vorschlag gefällt. Schnell hat Metin Tunar das

Kleid entsprechend abgesteckt und wieder

sind sich sofort alle einig. Ja, so ist es perfekt.

Mit einem Lächeln im Gesicht verlässt die

Dame, voller Vorfreude auf ihre geänderte

Abendrobe, Mona’s Nähstube. Auch in Metin

Tunars Gesicht steht – wie eigentlich immer

– ein Lächeln. Wenn seine Kunden zufrieden

sind, ist er es auch.

Das Team von Luca Rizzo (4. von links)

zusammen mit Metin Tunar (3. von rechts),

seiner Mitarbeiterin Helena Lachenmeier und

der Auszubildenden Bahar Karaman (ganz

rechts).

(Text und Fotos: Gabriela Schierenbeck)

38 Handwerk in Bremen 6/2009


Vermischtes

Seit gut 30 Jahren arbeitet die Reinders

Gebäudereinigung aus Westerstede eng mit

der Überbetrieblichen Ausbildungsstelle der

Alwin-Lonke-Schule zusammen. Wie gut, das

zeigt jetzt eine Sachspende, die von Geschäftsführer

Jörg Reinders (Foto vorn rechts) im Rahmen

des Qualitätsverbundes Gebäudedienste

Das duale Ausbildungssystem in Deutschland

muss dringend reformiert werden. Das ist das

Ergebnis einer an der Universität Bremen durchgeführten

Studie über die dualen Ausbildungssysteme

in der Bundesrepublik, Dänemark, Österreich

und der Schweiz. Die vergleichende Studie

wurde im Auftrag der Bertelsmann Stiftung

durchgeführt. Ziel war es, die Qualität der Steuerung

der Systeme zu untersuchen und wie die

vier Länder auf dem Weg zu einer europäischen

Berufsbildungsarchitektur die Stärken ihrer Systeme

besser zur Geltung bringen können.

„Die Ergebnisse sind selbst für die Fachwelt in

Deutschland überraschend“, sagt Prof. Dr. Felix

Rauner, Leiter der Forschungsgruppe Berufsbildungsforschung,

die die aktuelle Studie erstellt

hat. Man könne sie mit dem Sprichwort übersetzen:

„Viele Köche verderben den Brei“. Dies werde

im Vergleich mit der bei der Studie vorbildlich

abgeschnittenen Schweiz deutlich, die eine vergleichbare

föderale Staatsstruktur aufweise wie

Deutschland und ebenfalls über eine lange Tradition

in der dualen Berufsausbildung verfüge.

In der Schweiz werde die zentrale Steuerung in

Handwerk in Bremen 6/2009

dem Ausbildungszentrum für Gebäudereinigung

und Hygienetechnik (agh) übergeben

wurde. Susanne Selbrede (links) vom agh freut

sich über die Spende, eine Columbus Einscheibenmaschine,

die im Akkubetrieb Kanten, Ränder

und Treppenstufen reinigt.

(Foto: Reinders)

Studie der Uni Bremen zur dualen Ausbildung:

„Viele Köche verderben den Brei“

einem Bundesamt für berufliche Bildung und

Technologie konzentriert und gebündelt. Akteure

vor Ort hätten für operative Aufgaben viele

Gestaltungsfreiheiten. Dagegen existiere in

Deutschland bei der zentralen Steuerung eine

kaum übersehbare Zahl von Akteuren. Lokale

Organisationen hätten viel zu wenig Gestaltungsspielräume.

Während es in Österreich, Dänemark und der

Schweiz gelinge, den Übergang von der Schule

in die Berufsausbildung beinahe nahtlos zu organisieren,

liege Deutschland auch bei diesem zentralen

Punkt der Steuerung des Berufsbildungssystems

weit zurück. Deutsche Auszubildende

seien im Durchschnitt drei Jahre älter als ihre

österreichischen Kollegen, da sich in Deutschland

ein Dschungel von Maßnahmen und Warteschleifen

zwischen dem Schulabschluss und die

Berufsausbildung geschoben hätte. „Dieses

hausgemachte Problem ließe sich lösen“, so Rauner,

„wenn Deutschland von unseren Nachbarn

lernen würde, wie man einen nahtlosen Übergang

von der Schule in die Berufsausbildung

schafft.“

Namen & Notizen

Die elektronische Signatur

am Beispiel Abfallrecht

Das Thema elektronische Signatur hat sich

in den letzten Jahren erheblich fortentwickelt.

Nach der Schaffung der rechtlichen

Rahmenbedingungen und Sicherheitsinfrastrukturen

hält die Signatur zunehmend Einzug

in zahlreiche Anwendungs- und

Geschäftsbereiche. So zum Beispiel im

Abfallrecht. Die elektronische Übermittlung

der Nachweise zur Abfallnachweisführung

an die zuständigen Behörden sowie die

elektronische Registerführung ist ab dem 1.

April 2010 gemäß des Kreislaufwirtschaftund

Abfallgesetzes in Verbindung mit der

Nachweisverordnung verbindlich für Entsorger

sowie bestimmte Abfallerzeuger und

Transporteure vorgeschrieben.

Gemeinsam mit der Handelskammer Bremen,

der BIG Bremen und dem RKW Bremen

bietet die Handwerkskammer am 23.

Juni um 14 Uhr im World Trade Center dazu

die Veranstaltung „Die elektronischen Signatur

– am Beispiel des Abfallrechts“ an.

Unter www.hwk-bremen.de (Menüpunkt

Aktuelles/Veranstaltungen) gibt es weitere

Informationen sowie ein Dokument zur

Faxanmeldung für die Veranstaltung.

Anmeldeschluss ist der 16. Juni.

„Der Dreh- und Angelpunkt einer nachhaltigen

Berufsbildungsreform ist nach dieser Studie eine

Steuerung der beruflichen Bildung aus einer

Hand und eine Stärkung der Gestaltungsspielräume

bei der Organisation der beruflichen Bildung

vor Ort“, sagt Rauner. Dies alles erfordere

in Zukunft eine sehr viel stärkere Zusammenarbeit

zwischen den europäischen Ländern mit

einer entwickelten dualen Berufsausbildung,

wenn diese Berufsbildungstradition strukturbildend

in Europa werden solle. Die mehr als zwanzig

Empfehlungen in der gerade erschienenen

Studie stützen sich auch auf negative Erfahrungen

aus Ländern, in denen die Akademisierung

der Bildung weit fortgeschritten ist. Dies zeigen

die in die Studie aufgenommenen Länderstudien

von Australien, den USA und den Ballungszentren

Chinas.

Im methodischen Bereich wurde mit der Studie

wissenschaftliches Neuland betreten. Denn erstmals

wandten die Wissenschaftler eine Methode

an, die es erlaubt, die Strukturen der Berufsbildungssysteme

nicht nur systematisch miteinander

zu vergleichen, sondern sie auch auf der

Grundlage eines Kriterienrasters zu bewerten. Mit

einer internationalen Expertengruppe aus den

vier Ländern wurde dieses Bewertungssystem

entwickelt.

39


Tipps & Termine Kurse und Veranstaltungen

Kurse und Lehrgänge im

Kompetenzzentrum HandWERK

Meistervorbereitung Teil III und IV, Berufs- und

Arbeitspädagogische Kenntnisse: 29. Juni

Metall

Edelstahl Seminar: 15. Juni

SHK

Optimierung von Heizanlagen: 8. Juni

Holz

Tischler – Maschinen – Lehrgang: 15. Juni

Schärfen von Schneidewerkzeugen: 25. Juni

Holzbearbeitung für Frauen: 1. Juli

Gewerkeübergreifende Bildungsangebote

Energieeinsparverordnung: 20. Juni

Neuerungen der Energieeinsparverordnung:

25. Juni

Vortragsreihe CO- 2 Reduktion

Technologie in der Wärmedämmung: 17. Juni

Unternehmensführung

Betriebsnachfolge – Kurzseminar: 8. Juni

Vortragsreihe Unternehmensführung

Ihre Altersvorsorge in Gefahr?: 11. Juni

EDV-Kurse

Excel II Fortgeschrittene: 8. Juni

Bildungsurlaub

Berufs- und Arbeitspädagogische Kenntnisse:

29. Juni

Vorbereitung auf die Gesellenprüfung

Kraftfahrzeugtechniker: 8. Juni

Augenoptiker: 15. und 22. Juni

Mathematik für Auszubildende: 24. Juni

Betriebswirt (HWK)

24. August

Weitere Informationen und Beratung zu den

Lehrgängen unter (0421) 22 27 44-0

E-Mail: info@handwerkbremen.de

Internet: www.handwerkbremen.de

Vollversammlung der

Handwerkskammer Bremen

16. Juni, 17.00 Uhr

im Handwerkssaal des Gewerbehauses, Ansgaritorstraße

24, 28195 Bremen:

Sitzung der Vollversammlung der

Handwerkskammer Bremen.

Siehe auch Amtliche Bekanntmachung der

Handwerkskammer Bremen auf der vorletzten

Seite dieser Ausgabe.

Termine • Veranstaltungen

von KH und AGVH Bremen

2. Juni, 17.30 Uhr: Vorstandssitzung Tischler,

Besprechungszimmer KH

8. Juni, 17.30 Uhr:Vorstandssitzung SHK,

Gewerbehaus, Innungssaal

9. Juni, 18.30 Uhr: Vorstandssitzung Kfz,

Besprechungszimmer KH

9. Juni, 19.00 Uhr: Vorstandssitzung Metall,

HandWERK

11. Juni, 15.30 Uhr: Besuch der Metall-Innung

Recklinghausen, Treff: HandWERK

13. und 14. Juni: Ausstellung Gesellenstücke

Tischler, Gewerbehaus, Handwerkssaal

15. Juni, 19.00 Uhr: Vorstandssitzung Maler

Lackierer, Wandschneidersaal, Gewerbehaus

16. Juni, 9.00 Uhr: Seniorenfahrt Tischler nach

Scharnebeck (Anmeldung erforderlich)

17. Juni, 17.30 Uhr: Vorstandssitzung Elektro,

Besprechungszimmer KH

17. Juni, 20.00 Uhr: Stammtisch Elektro

18. Juni, 20.00 Uhr: Innungsversammlung

Zweiradmechaniker, Besprechungszimmer KH

19. Juni: Spargelessen Innung Metall

23. Juni, 17.00 Uhr: Freisprechung Tischler,

Handwerkssaal, Gewerbehaus

24. Juni, 15.00 Uhr: Freisprechung Konditoren,

Handwerkssaal, Gewerbehaus

Veranstaltungen in Bremen

17. Juni, 19.00 bis 20.30 Uhr, in der Handwerkskammer:

Allergien – auch im Handwerksbetrieb,

Vortrag von Ulrike Bödeker. Teilnahme:

5 Euro. Anmeldung bis zum 10. Juni

unter Telefon (04 21) 2575069 oder (0179)

6774469.

23. Juni, 14.00 Uhr, World Trade Center: Die

elektronischen Signatur – am Beispiel des

Abfallrechts. Programmablauf, Faxanmeldung

(bis 16.6.) unter www.hwk-bremen.de

23. Juni, 14.00 bis 19.00 Uhr, Bremenhalle

des Flughafen Bremen (Terminal 3, neben der

Besucherterrasse): Fachtag Erdgasantrieb vs.

Elektro-, Hybrid-und Autogasantrieb.

Akademie des Handwerks

an der Unterweser e.V.

Seminare

Geschäftsführung für Kleinbetriebe

3. , 10. , 17. , 24. Juni, 18 bis 21.15 Uhr

(Vertiefungskursus im 2. Halbjahr geplant)

Büroorganisation: „Der Mann macht den Meister,

die Frau den Rest?!“, 12. Juni, 9 bis 17 Uhr

und 13. Juni, 9 bis 13 Uhr

Kompaktseminar Veränderungsmanagement:

Veränderungen begründen, vorbereiten, und

durchsetzen, 24. Juni, 9 bis 18 Uhr

Meisterkurse

Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk,

Teile I & II, ab 26 August 2009

Bau-Handwerke (Maurer, Stahl-Betonbauer,

Zimmerer), Teile I & II, ab 27 August 2009

Metallbauer- und Feinwerkmechaniker-Handwerk,

Teile I & II, ab 2. September 2009

Kfz-Handwerk, Teil I, ab Frühjahr 2010

Kfz-Handwerk, Teil II, ab 22. Februar 2010

Friseur-Handwerk, Teile I & II, ab 22. Februar

2010

Elektrotechniker-Handwerk, Teile I & II, ab 23.

Februar 2010

Teil III: Technische/r Fachwirt/in (HWK), ab

4. Januar 2010

Teil IV: AEVO (Teilzeit), ab 10. August 2009

Berufsbegleitende Fortbildungen

Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung

(Vollzeit), 4. bis 16 Mai 2009, montags

bis sonnabends, 8 bis 16.15 Uhr

Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung

(Teilzeit), ab 10. August, 120 Unterrichtsstunden,

montags, dienstags, donnerstags, 18

bis 21.15 Uhr

Technische Fachwirte (HWK), ab 4. Januar

2010

Betriebswirte (HWK), ab 25. Februar 2010

Informationen und Anmeldungen:

Akademie des Handwerks an der Unterweser

e.V., Columbusstraße 2, 27570 Bremerhaven,

Telefon (04 71) 185-249

E-Mail: info@akademie-bremerhaven.de,

Internet: www.akademie-bremerhaven.de

Vorankündigungen

20. August

Parlamentarischer Abend: Park Hotel Bremen

27. Oktober

43. Mahl des Handwerks: Sparkasse Bremen

40 Handwerk in Bremen 6/2009


Veranstaltungen

GAS, ELEKTRO, HYBRID – ODER WAS ?

Alternative Antriebe stehen bei einer Fachtagung am 23. Juni in

der Bremenhalle des Flughafens auf dem Prüfstand. Vorgestellt

werden Neuheiten und der aktuelle Entwicklungsstand.

Ein Fachtag zum Thema „Erdgasantrieb vs.

Elektro-, Hybrid-und Autogasantrieb“ findet

am Dienstag, den 23. Juni von 14.00 bis 19.00

Uhr in der Bremenhalle des Flughafen Bremen

(im Terminal 3, neben der Besucherterrasse)

statt. Experten führender Entwickler alternativer

Antriebe stellen Neuheiten und den

aktuellen Entwicklungsstand vor.

Vor der nächsten Benzinpreiswelle fragen

sich viele Flottenbetreiber, Gewerbeleute und

Privatmenschen, welche Alternative die individuell

passende Lösung ist. Gleichzeitig

gewinnt das Thema „Klimaschutz und Mobilität“

in Politik und Gesellschaft weiter an

Bedeutung. Gefragt sind Fahrzeuge mit geringem

Verbrauch und minimalem Schadstoffausstoß

bei gleicher Fahrleistung – und das

zu wettbewerbsfähigen Preisen. Nach der Kritik

an den Biokraftstoffen der ersten Generation

eignen sich hierfür vor allem die bereits

marktfähigen Konzepte für Flüssiggas-(LPG),

Hybrid-, Elektro-und Erdgasfahrzeuge (CNG).

Eingeladen von der „Bremer Offensive –

Das Erdgasfahrzeug“ (swb und Der Senator für

Handwerk in Bremen 6/2009

Umwelt, Bau, Verkehr und Europa in Kooperation

mit EWE) präsentieren Vertreter von Toyota,

Mitsubishi, Opel und IAV mögliche Antworten

und Lösungsvorschläge. Sie stellen die

neuesten Modelle vor und beziehen Position

zum aktuellen Stand ihrer Forschungs-und Entwicklungsabteilungen.

Zudem erläutert Ralf

Wehrse vom Senator für Umwelt, Bau, Verkehr

und Europa, welche Auswirkungen das neue

Stickstoffoxidgesetz, das 2010 in Kraft tritt, für

Bremer Gewerbetreibende hat. Eine Autoschau

mit den aktuellsten Erdgasfahrzeugen gibt

weitere detailreiche Einblicke in die Welt der

alternativen Antriebe. Das von den Experten

bereitgestellte Fachwissen bietet die Möglichkeit

für eine informierte Entscheidung darüber,

welcher Fahrzeugtyp eine echte Alternative

für den eigenen Gebrauch darstellt. Im

Anschluss an die Fachveranstaltung findet

eine exklusive Führung durch den Bremer Flughafen

statt.

Weitere Infos und Anmeldung:

www.bremer-erdgasfahrzeug.info

GROßER PREIS DES MITTELSTANDS

Oskar-Patzelt-Stiftung verzeichnet neuen Teilnehmerrekord.

Für den 15. Wettbewerb um den "Großen

Preis des Mittelstands 2009" wurden 3.366

Unternehmen und Persönlichkeiten (2008:

3.184) von mehr als 1.400 Kommunen, Institutionen,

Kammern und Verbänden in den 16

Bundesländern nominiert. Die Unternehmen

repräsentieren den wirtschaftlich erfolgreichen

und sozial engagierten Mittelstand in seiner

gesamten Spannbreite unterschiedlicher

Branchen sowie Organisations- und Eigentumsformen.

Kein anderer Mittelstandswettbewerb in

Deutschland erreicht eine solch große und

über mehrere Jahre anhaltende Resonanz.

Dabei sind die Preise nicht dotiert. Es geht für

die Unternehmen um Ehre und öffentliche

Anerkennung, ohne finanzielle Anreize.

Bundesweit haben 1.028 Unternehmen

(2008: 946) die zweite Wettbewerbsstufe, die

sogenannte „Juryliste“ erreicht. Unter ihnen

auch Bremer Betriebe wie etwa die Söffge

GmbH & Co. KG.

Diesen Unternehmen wird in den nächsten

Wochen in feierlicher Form von Wirtschaftsministern,

Staatssekretären und Kammer-Präsidenten,

durch die Bundesgeschäftsstelle in

Leipzig und von den bundesweit tätigen Servicestellen

der Oskar-Patzelt-Stiftung – die

den Wettbewerb seit 1995 jährlich ausschreibt

und organisiert – die Urkunde zum Erreichen

der Juryliste überreicht.

Bis Ende Juni entscheiden insgesamt zwölf

regional organisierte Jurys mit etwa 100 Juroren,

wer aus dem Kreis dieser kleinen und mittleren

Firmen Finalist oder Preisträger des "Großen

Preis des Mittelstands 2009" wird. In jeder

der zwölf Wettbewerbsregionen können bis zu

drei Preisträger und bis zu fünf Finalisten ausgezeichnet

werden.

Mehr unter: www.mittelstandspreis.com

Tipps & Termine

INNOVATIONSPREIS UND

MAHL DES HANDWERKS

Auch in diesem Jahr laden Handwerkskammer

und Sparkasse Bremen gemeinsam zur

Teilnahme am Preis „Innovatives Handwerk“

ein. Die Preisverleihung wird wesentlicher

Bestandteil des 43. Mahl des Handwerks am

27. Oktober in der Kundenhalle der Sparkasse

Bremen sein. „Dabei werden wir einiges

an den Inhalten und dem Ablauf der

Veranstaltung ändern“, verspricht HWK-

Hauptgeschäftsführer Michael Busch. So

sollen etwa „das bremische Handwerk und

die Gewinner der einzelnen Preiskategorien

stärker im Mittelpunkt des Abends stehen“,

sagt Busch.

Noch ist nicht entschieden, ob es bei den

sechs Preiskategorien des Vorjahres bleiben

wird. Ebenso sind auch noch nicht alle

Modalitäten der Ausschreibung festgezurrt.

HANDWERK IN BREMEN wird daher in seiner

kommenden Juli-Ausgabe umfassend

berichten. Schon jetzt steht jedoch der Einsendeschluss

für die Wettbewerbsteilnahme

fest: der 31. August 2009. Interessierte

Betriebe, die sich in Sachen Arbeits- und

Gesundheitsschutz, Ausbildung, Einsatz

innovativer Technologien, Betriebsnachfolge

und Umweltschutz engagieren oder

deren Existenzgründung beispielhaft ist,

können sich jedoch schon einmal Gedanken

über ihre Teilnahme machen.

WELTLEITMESSE DER

BÄCKER IM OKTOBER

Ob hohe Backtemperaturen, Kälte für Kühlraum

oder Verkaufsvitrine, Heizung,

Beleuchtung oder Warmwasser: Beim Produzieren

und Lagern ihrer Backwaren benötigen

Bäcker und Konditoren Energie. Hinsichtlich

der Preiskapriolen in der Energieversorgung

bleibt das Umdenken in der

Branche nicht aus. Daher informieren sich

mehr und mehr Betriebe über Maßnahmen,

die dazu beitragen, die Fixkosten im eigenen

Unternehmen zu senken. Der sparsame

Umgang mit Energie wird zum immer wichtigeren

Thema, das zeigt sich auch auf der

Weltleitmesse iba, die vom 3. bis 9. Oktober

2009 in Düsseldorf stattfindet. An den sieben

Messetagen können sich Bäcker und

Konditoren aller Betriebsgrößen über die

verschiedensten Technologien und maschinellen

Vorkehrungen informieren, die zum

Energiesparen im Betriebsalltag beitragen.

Die alle drei Jahre stattfindende Messe feiert

in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen.

41


Marktplatz Gesucht & Gefunden

BETRIEBSBÖRSE DER HANDWERKSKAMMER BREMEN

Sie suchen einen Nachfolger für Ihr Unternehmen,

der Ihr Lebenswerk weiterführt? Oder Sie

möchten Ihr Unternehmen verkaufen? Oder

suchen Sie einen Partner, Gesellschafter mit

Know-how und/oder Kapital? Wir helfen

Ihnen, einen Käufer, Pächter, Mieter oder Partner

zu finden. Nutzen Sie die Betriebsbörse für

Ihr Angebot oder Ihr Gesuch. Geben Sie Ihren

Text für eine kostenlose Veröffentlichung

zusammen mit Ihrem Namen, Ihrer Anschrift,

Telefonnummer und gegebenenfalls einem

Ansprechpartner per Fax an die Abteilung

Betriebsberatung der Handwerkskammer Bremen,

Stichwort: Betriebsbörse. Fax-Nr.: (04 71)

20 70 29. Die folgenden Angebote und Gesuche

sind der Handwerkskammer zugegangen.

Die Offerten werden kostenlos und ohne

Gewähr veröffentlicht.

1124 Tischler-Werkstattgemeinschaft in Bremen-Woltmershausen

sucht selbständigen

Tischler für eigenen Werkstattbereich (mit

Maschinenbenutzung).

1127 Friseursalon (50 qm) in Bremen, östl.

Vorstadt, mit guter Stammkundschaft zu verkaufen.

1129 Zweiradfachgeschäft und Kfz-Werkstatt

aus Altersgründen zu verkaufen. (guter Kundenstamm),

Verkaufsräume mit zwei darüber liegenden

Wohnungen auch für anderes Gewerbe

verwendbar; Grundstücksgröße 2000 qm;

zentrale Lage.

1130 Friseurgeschäft in Bremen-Nord mit 9

Plätzen, guten Stammkunden, aus Altersgründen

abzugeben.

1131 Damen-Friseursalon (florierend und kostengünstig)

in Bremen-West zu verkaufen.

1134 Überseestadt: TOP-Herrensalon (2 Plätze,

ausbaufähig, konkurrenzlose Lage, gut als

Filiale geeignet) zu verkaufen. Preis VB.

1136 Malermeister als Nachfolger für alteingesessenen

Malerbetrieb gesucht.

1146 Zimmereibetrieb bietet Tischlerei Werkstattnutzung

an.

1154 Gewerbegebiet Bayernstraße: Büroräume

100 qm + Lagerplatz 3.000 qm (auch

getrennt) zu vermieten.

1158 Ladengeschäft (ca. 70 qm), incl. Büroräume,

mit direktem Zugang zum beheizb. Lager

(ca. 40 qm) in Bremen-Woltmershausen zu vermieten.

1162 Friseurgeschäft mit 10 Bedienplätzen in

Bremen-Vegesack aus Altersgründen abzugeben.

1163 Friseursalon im Zentrum von Bremen-

Lesum (ca. 100 qm) aus Altersgründen zu vermieten,

zu verpachten oder zu verkaufen.

1164 Büroräume und Lagerflächen (ca. 356

qm, ebenerdig) in Bremen-Überseestadt zu vermieten;

Parkplätze und Freifläche vorhanden.

1167 Gewerbebetrieb für Metallbau oder Fahrzeugbau

mit einem umfangreichen Maschinenpark

und Hallenkran (Kranbahn/Seilzug) zu

verpachten/zu verkaufen. Zentrale Lage mit

guter Verkehrsanbindung; Halle ca. 320 qm;

Nebenräume ca. 200 qm; Grundstücksgröße ca.

3000qm.

1168 Tischlerei im Gewerbegebiet Martinsheide

(Bremen-Aumund) aus Altersgründen zu verkaufen

bzw. zu verpachten. Grundstück ca.

1.000qm; Maschinen-/Bankraum, Büro-/Sozialräume

ca. 300qm. Verkauf Maschinenpark

separat möglich.

BREMEN ANGEBOTE BREMEN GESUCHE

2032 Elektromeister sucht Beteiligung oder

Übernahme eines mittelständigen Installationsbetriebes.

Auch freie Mitarbeit möglich.

2038 Friseursalon zur Übernahme in Bremen

gesucht; mind. 6 Plätze; Kosmetik- bzw. Wellness-Angebot

in Planung.

BREMERHAVEN ANGEBOTE

3037 Für Tischlerei im nördlichen Landkreis

Cuxhaven aktiven Teilhaber gesucht. Späterer

Erwerb/Pacht möglich.

3039 Werkstatträume mit Wohngebäude

besonders geeignet für Nutzung in den Bereichen

Lebensmittel (Fleischerei), Sanitär-Heizung-Klima,

Malerei etc., günstig zu verkaufen

oder zu verpachten.

3056 Alteingesessener Heizungs- und Sanitärbetrieb

sucht aus Altersgründen einen Nachfolger.

Übernahme auf Kauf- oder Pachtbasis

möglich. Ein guter Auftragsbestand, ein solider

Kundenstamm und ein eingespieltes Team sind

vorhanden.

3057 Alteingesessenes Ladengeschäft aus

dem Bereich Bodenbeläge und Heimtextilien

aus Altersgründen abzugeben.

3058 Friseurmeister/in mit eigenem Kundenstamm

zwecks Stuhlmiete gesucht (Übernahme

möglich)

3059 Moderner Friseursalon, ca. 60 qm, 7 Plätze,

in bevorzugter Lage, ab sofort zu verkaufen/zu

verpachten. Auf Wunsch mit Immobilie

zu erwerben.

3061 Handwerksbetrieb mit hochwertigem

Wohnhaus, Bj. 2000, günstig zu verkaufen.

(großzügiges Bürogebäude mit Sozialräumen,

Betriebshof und Remise)

3064 Büro/Verkaufsräume (ca.150 qm)

und/oder Lagerräume (ca. 200qm) in guter Verkehrslage

mit eigenen Parkplätzen zu verpachten.

Verkaufsräume können aufgeteilt werden.

Gut geeignet für Handwerksbetriebe, Einzelhandel

oder Versicherung.

KONTAKT BETRIEBSBÖRSE

Interessenten wenden sich unter Angabe der

Chiffre-Nr. telefonisch oder schriftlich an die

Abteilung Betriebsberatung der Handwerkskammer

Bremen, Außenstelle Bremerhaven,

Ansprechpartnerin: Regina Falke,

Columbusstr. 2, 27570 Bremerhaven,

Telefon (04 71) 97 24 9-0,

Telefax (04 71) 20 70 29,

E-Mail: hwk-bremerhaven@hwk-bremen.de.

Die vollständige Betriebsbörse der Handwerkskammer

Bremen und weitere Angebote und

Gesuche aus dem gesamten Bundesgebiet im

Internet unter: www.nexxt-change.org.

42 Handwerk in Bremen 6/2009


Persönlich

10 FRAGEN AN THOMAS SCHUMACHER

Thomas Schumacher

Steuerberater

Partner in der Schomburg Rother Schumacher

Steuerberater und Wirtschaftsprüfer in Partnerschaft

Geboren 1965 in Bremen.

Was beschäftigt Sie gerade?

Der Umzug unseres Büros ins Portland in die

Bremer Überseestadt.

Handwerk ist für Sie ...?

Handwerk ist heute ganz modeme Dienstleistung

und unverzichtbarer Teil bremischer Wirt-

Handwerk in Bremen 6/2009

schaft und Tradition.

Wann haben Sie zuletzt einen Handwerker

womit beauftragt?

Im Zusammenhang mit dem Umzug unseres

Büros haben wir zurzeit mit fast allen Gewerken

zu tun, und sind sehr zufrieden mit den

Ergebnissen.

Drei Stichworte dazu, wie Deutschland besser

vorankommt?

• modernere Bildung vom Kindergarten bis

zur Universität,

• eine Steuerreform, die das Wort Reform

auch verdient,

• und zuletzt mehr Zufriedenheit und Zuversicht.

Ohne Mittelstand wäre Deutschland ...?

... gar nicht vorstellbar.

Bremen/Bremerhaven ist für Sie ...?

Meine Heimat, ich bin hier fest verwurzelt.

Welches Buch hat Sie am stärksten beeindruckt?

Immer wieder aufs Neue; Steuergesetze in

ihrer jeweiligen Gültigkeit.

Wann zuletzt wo im Urlaub gewesen?

Ostern mit der Familie zum Skifahren.

Ihr Lieblings-Essen?

Thailändisch.

Wem möchten Sie wofür danken?

Meiner Familie, weil sie immer da ist.

AMTLICHE BEKANNTMACHUNG

DER HANDWERKSKAMMER BREMEN

Sitzung der Vollversammlung der HANDWERKSKAMMER BREMEN

Hiermit geben wir gemäß § 10 Abs. 2 unserer Satzung (Amtsblatt der Freien Hansestadt

Bremen 2006 Nr. 36 S. 231) bekannt, dass am

16. Juni 2009 um 17:00 Uhr

im Handwerkssaal des Gewerbehauses, Ansgaritorstr. 24, 28195 Bremen,

eine Sitzung der Vollversammlung der HANDWERKSKAMMER BREMEN stattfindet.

Im Anschluss daran findet ab 19:30 Uhr in den vorgenannten Räumlichkeiten eine weitere

konstituierende Sitzung der neu gewählten Mitglieder der Vollversammlung (Wahlperiode

2009-2014) statt.

Bremen, 18. Mai 2009

HANDWERKSKAMMER BREMEN

gez. Feldmann (Präses) gez. Busch (Hauptgeschäftsführer)

HANDWERK-KONTAKT

Handwerkskammer Bremen

Ansgaritorstraße 24

28195 Bremen

Telefon (04 21) 30 50 0-0

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