erein der Freunde und Ehemaligen - Gymnasium Weingarten

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erein der Freunde und Ehemaligen - Gymnasium Weingarten

L

iebe Ex-Schülerinnen und -Schüler,

Ex-Lehrerinnen und -Lehrer sowie

Freunde des Gymnasiums Weingarten,

hier kommt Newsletter Nummer 2 / 2007!

Weingarten, den 30. November 2007

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und das bedeutet: Bald nun ist Weihnachtszeit und damit

naht unser Ehemaligentreff. Dazu laden wir Euch in diesem Newsletter wieder herzlich ein.

Besonders freuen wir uns auf die Neuzugänge am 23. Dezember, die Abiturientinnen und Abiturienten,

die dieses Jahr das Gymnasiums verlassen haben sowie einige Lehrer, die dieses Jahr zu

Ehemaligen geworden sind. Darunter auch der Chef der vergangenen Jahre: Alfred Schick.

Überhaupt hat sich dieses Jahr am Gymnasium einiges verändert. Alfred Schick ging, Günter Erdmann

kam. Ein neues Gesicht an der Schule leitet jetzt die Geschicke des Gymnasiums Weingarten.

Wer sich hinter dem Namen verbirgt: wir klären es auf – auf Seite 2.

Gewaltige Veränderungen gab es auch im Kollegium selbst. Über unsere Pensionäre haben wir ja

im Newsletter Nummer 1 bereits berichtet, in unserem aktuellen Infobrief soll es nun um die

»Neuen« gehen, die das Kollegium dieses Jahr verstärkt haben.

Außerdem berichten wir über den deutsch-israelischen Schüleraustausch am Gymnasium, der seit

1991 stattfindet. Ein derartiger Schüleraustausch ist selten in Deutschland und diejenigen, die daran

teilnehmen, erzählen jedes Mal von einer tiefen emotionalen Erfahrung, die sie nicht missen

wollen. Die Partnerschaft mit Nahariya – auch das ein Thema in diesem Newsletter.

Und dann war da vor wenigen Tagen unsere Berufsbörse. Unser großes Ziel, Ehemalige ans Gymnasium

zurückzuholen, damit sie den Schülern von heute Einblicke in Berufswelten und vielleicht

den ein oder anderen Tipp geben für das Leben nach dem Abitur ...

Viel Spaß also beim Lesen!

Rainer Beck Uwe Hertrampf Dirk Polzin

Verein der Freunde und Ehemaligen des Gymnasiums Weingarten · Brechenmacherstraße 19 · 88250 Weingarten

Tel: 0751-561-921-50 · Fax: 0751-561-921-60 · 1. Vorsitzender: Rainer Beck · E-Mail: r.beck@weingarten-online.de


erein der Freunde und Ehemaligen des Gymnasiums Weingarten

Der Neue ist da ...

Da wurde wochenlang gemunkelt, sowohl im Kollegium

als auch im Ehemaligenverein: Wer wird Nachfolger von

Alfred Schick? Wer wird neuer Schulleiter am Gymnasium

Weingarten? Es wird ein Fremder, keiner aus dem

bestehenden Kollegium, soviel war klar. Doch wer wird

die Geschicke der Schule weiterleiten? Ein Bürokrat?

Ein Prinzipienreiter? Ein Nicht-Schwabe?

Lange war das nicht klar. Doch dann kam die Nachricht: es wird einer

aus der Region, ein Mann aus Tettnang, 49 Jahre alt, bisher stellvertretender

Schulleiter am Montfort-Gymnasium. Sein Name: Günter Erdmann.

Seine Fächer: Deutsch, Geschichte, Ethik. Und schon bald wich

die Nervosität einem zuversichtlichen Lächeln. Günter Erdmann ist angekommen.

Hier stellt er sich vor ...

G

rüß Gott, ich bin der Neue!

Genau genommen bin ich schon nicht mehr so ganz neu, denn die ersten 100 Tage im neuen Amt

werde ich schon hinter mir haben, wenn dieser Rundbrief des Ehemaligen-Vereins erscheint. Und ich

freue mich immer noch, dass ich als Nachfolger von Alfred Schick der neue Schulleiter des Gymnasiums

Weingarten sein darf. Was gibt es über mich zu erzählen?

Ich bin kein gebürtiger Oberschwabe, sondern komme aus Reutlingen, dem sog. »Tor zur Schwäbischen

Alb« (vielleicht gibt es geheime Verbindungen zwischen Reutlingen und Weingarten, denn von

Herrn Lamparter, dem Vorgänger von Alfred Schick, erfuhr ich, dass seine Vorfahren in Reutlingen

Weingärtner waren. Über den Reutlinger Wein schreibe ich hier aber lieber nichts). Dort habe ich

1977 mein Abitur gemacht und anschließend in Tübingen Germanistik und Geschichte studiert. Später

habe ich mich dann noch für das damals neue Fach Ethik qualifiziert.

Dass ich einmal beruflich in Weingarten landen würde, war mir also nicht an der Wiege gesungen

worden. Meinen ersten wirklichen Kontakt hatte ich irgendwann in den 80ern, als ich als Mitglied

des Diözesanvorstands der Georgspfadfinder nach Weingarten fahren musste, um zwischen zwei

sich bekämpfenden Pfadfindergruppen zu vermitteln. Heute würde mich interessieren, ob unter den

Ehemaligen »meines« Gymnasiums auch Altpfadfinder dieser beiden Gruppen sind.

Nach dem Referendariat in zwei Reutlinger Gymnasien sah es zunächst so aus, als würde mich das

Schicksal der Arbeitslosigkeit erwischen, denn damals wurden fast keine jungen Gymnasiallehrer eingestellt,

selbst mit Noten im Einser-Bereich. Mit etwas Glück und dank dem persönlichen Einsatz

meines Reutlinger Schulleiters schaffte ich es doch noch, zu denen zu gehören, die als Studienassessor

eingestellt und sofort in die Berufsschule abgeordnet wurden. Und so landete ich an der Elektronikschule

Tettnang, einer in Fachkreisen sehr renommierten Adresse.

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Dass sich ein Deutschlehrer an einer Berufsschule nur begrenzt verwirklichen kann, war bald klar,

denn wenn man 7 Stunden Deutsch so unterrichtet, dass man in 7 Klassen jeweils eine Wochenstunde

gibt, dann gehört man nicht zu den Vertretern der wichtigen Fächer. Es war für mich eine hochinteressante

Zeit, aber über den Wechsel aufs Tettnanger Montfort-Gymnasium war ich doch froh.

Dort bin ich schließlich 20 Jahre gewesen, zuerst als Junglehrer, der typischerweise das Amt des Verbindungslehrers

innehat, dann als Personalrat sowie als Fachberater des Oberschulamts und schließlich

als stellvertretender Schulleiter. Nachdem ich dann als Vize im »verflixten siebten Jahr« dieser

Tätigkeit war, kam die Überlegung auf, ob ich mich auf eine Schulleiterstelle bewerben sollte. Und da

ich – wenn es bei Frau Merkels Plänen bleiben sollte – wohl noch knappe 17 Jahre bis zur Pensionierung

vor mir habe, dachte ich schließlich »Entweder jetzt oder gar nicht mehr«. Und es winkte

schließlich Weingarten!

Ich bin schon vielfach gefragt worden, warum ich mich gerade in Weingarten beworben habe.

Manchmal glaube ich, die Weingärtler würden gerne etwas von »Liebe auf den ersten Blick« oder

irgendeine andere geheimnisvolle Geschichte als Antwort hören. Dabei ist die Antwort ganz einfach:

Wenn man zu den Lehrern zählt, die sich bei einer Schulleiterbewerbung Erfolgschancen ausrechnen

können, dann schaut man, welche Möglichkeiten es jetzt und in den nächsten Jahren gibt, welche

Schulleiterstellen also frei werden. Und ehrlich gesagt – da ist das Gymnasium Weingarten für mich

einfach die erste Wahl gewesen, denn Kollegium und bisherige Schulleitung haben in der Region

einen guten Ruf, Lage und Gebäude sind gut, die Stadt, und was ich von ihr weiß, wirken sympathisch,

und da ich von einem inzwischen übergroßen Gymmi komme (über 1200 Schüler), erschien

mir die Aussicht, in überschaubarere Größenordnungen zu wechseln, durchaus verlockend. Der Abschied

von »meinem Montfort-Gymnasium« fiel mir dabei nicht leicht, denn in 2 Jahrzehnten wächst

einem manches und manche(r) ans Herz.

Und nun bin ich da – und jeder Tag im neuen Amt bringt neue interessante Erfahrungen, beispielsweise

wenn nach der Elternbeiratssitzung ein »Plätzler«-Vorstand mit mir Fühlung aufnimmt, wie ich

denn zur Fasnet stehe. Mein Hinweis, ich wäre bisher in Tettnang gewesen, schien ihn »fasnetstechnisch«

zu beruhigen. Und »Breisgau – Ofaloch« werde ich genauso schaffen wie »Montfort – Jehu!«.

Die Akklimatisierung eines evangelischen Reutlingers in der oberschwäbischen Fasnet ist schon

seit einigen Jahren erfolgreich.

Im Lehrerkollegium herrscht ein spürbar gutes Klima und bisher bin ich mit meiner neuen Aufgabe

sehr zufrieden. Dass es auch mühsamere Tage geben wird, damit rechne ich. Aber ich habe ein

hochmotiviertes Schulleitungsteam angetroffen und gemeinsam werden wir die Zukunft des Weingartners

Gymnasiums bestimmt meistern.

Und dass ich bei meiner neuen Aufgabe, quasi am zweiten Tag, gleich von einem aktiven Ehemaligen-Verein

erfahren habe, das halte ich für ausgezeichnet: Schließlich brauchen heute nicht nur Universitäten

und Studenten-Verbindungen ihre »alten Herren« (die Formulierung »alte Damen« ist hier

wohl unpassend), schließlich fühle auch ich mich mit der Schule, an der ich Abitur gemacht habe,

heute noch verbunden. Und sowohl für die heutigen Schülerinnen und Schüler wie auch für die »Ehemaligen«

kann ein solcher Dialog über die Generationen nur sinnvoll und gewinnbringend sein

(ohnehin habe ich in unserer Gesellschaft oft den Eindruck, dass Gruppen und Generationen viel zu

häufig unter sich bleiben und den Dialog mit Menschen anderen Alters und aus einer anderen »Szene«

scheuen). Auf das traditionelle Ehemaligentreffen am Tag vor Weihnachten bin ich deshalb

schon gespannt. Bisher habe ich in Weingarten viele interessante Menschen kennen gelernt und hoffe,

dass es in diesem Sinne weitergeht!

GÜNTER ERDMANN

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Der besondere Tipp ...

Im ersten Newsletter vor einem Jahr haben wir Euch unsere Pläne vorgestellt, Ehemalige

an das Gymnasium zurückzuholen, um dort ihr Studium und ihren Beruf vorzustellen.

Nun ist aus dieser Idee Realität geworden. Am Samstag, 24. November, ging an unserer

Schule die erste »Berufsbörse« von Ehemaligen für die Jahrgangsstufen 10 bis 13 über die

Bühne – mit toller Resonanz!

LOCKERE TALKRUNDE IM MUSIKSAAL:

Dirk Polzin entlockte den Ehemaligen Einblicke

in ihren Beruf. Auch Dinge, die sie nicht so toll

finden, wie z.B. lange Arbeitszeiten ...

Rund 70 Schülerinnen und Schüler, darunter auch Jugendliche aus anderen Schulen, waren gekommen,

um sich über sieben verschiedene Berufsfelder – Betriebswirtschaft, Ingenieurswissenschaften,

Jura, Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen, Medien, Medizin und Psychologie –

ein genaueres Bild zu machen. Bei der Vorstellung der Referenten und ihrer beruflichen Werdegänge

im gut gefüllten Musiksaal entlockte unser »Mann vom Radio« Dirk Polzin (Abi 1988) als

Moderator den Ehemaligen auch so manche Anekdote von einst – ein ideales Mittel, um Berührungsängste

erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Die Referenten (v.l.n.r.): Dr. Martina Roth-Geiger, Dr. Peter Birkel, Prof. Cornelia Neff,

Dirk Polzin, Jürgen Stauber, Claudia Stammet, Martin Hengstler

Entsprechend offen war dann auch die Atmosphäre bei den anschließenden Beratungsangeboten

in einzelnen Klassenzimmern, wo sich die Schüler im direkten Kontakt mit Ehemaligen näher über

Studien- und Berufsfelder ihrer Wahl informieren konnten. Dabei schätzten die Jugendlichen besonders

die ungefärbten Stellungnahmen der Referenten zu Studienanforderungen und Berufschancen.

Sie waren eine wertvolle Information, die so in keinem Studienführer zu finden ist.

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Auch Rektor Günter Erdmann würdigte die vom Verein der Freunde und Ehemaligen organisierte

Veranstaltung als wertvollen Beitrag zur Berufsorientierung der heutigen Abiturienten und Oberstufenjahrgänge.

Das Fazit: Die erste Berufsbörse am Gymnasium war eine rundum gelungene

Sache, die den »Schülern von heute« genutzt, den »Schülern von einst« Freude und dem guten

Namen unseres Gymnasiums Ehre gemacht hat. Das ruft nach Fortsetzung im kommenden Jahr!

Die Referentinnen und Referenten über ihren Beruf ...

Bereich Kinder- und Jugend-Medizin:

DR. MARTINA ROTH-GEIGER (ABI 1985)

Sozialpsych. Praxis Dr. Schmölzer, Wolfegg

»Wenn man helfen kann, ist das für die

Eltern manchmal wie ein Wunder ...«

Bereich Ingenieurswesen:

JÜRGEN STAUBER (ABI 1987)

Leiter Logisitk, Hymer AG Bad Waldsee

»Wenn alles funktioniert wie geplant,

ist das ein klasse Gefühl ...«

Bereich Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen:

DR. PETER BIRKEL (Elternbeiratsvorsitzender 1982-1991)

Dozent für Pädagog. Psychologie, PH Weingarten

»Man sollte schon ausgeglichen sein, nicht bei jeder

Gelegenheit ausrasten, möchte man Lehrer werden ...«

Bereich Betriebswirtschaft:

PROF. CORNELIA NEFF (ABI 1987),

Hochschule Ravensburg-Weingarten

»Wie Handelsbeziehungen funktionieren, wie alles

ineinander greift, das ist schon faszinierend ...«

Bereich Medien:

DIRK POLZIN (ABI 1988),

Hörfunkjournalist, SWR Ravensburg

»Spannend ist, hinter die Tür zu schauen auf der steht

›Zutritt verboten‹ und den Leuten zu erzählen, was man sieht...«

Bereich Psychologie:

CLAUDIA STAMMET (ABI 1998)

Diplom-Pschologin, Mainz

»Mit ein bisschen Freud ist es nicht getan: die Psychologie ist

eine knallharte Wissenschaft – allerdings eine faszinierende ...«

Bereich Rechtswissenschaften:

MARTIN HENGSTLER (ABI 1990),

Staatsanwalt in Stuttgart

»Lieber 100 laufen lassen, als einen zu Unrecht

einbunkern – ein eiserner Grundsatz ...«

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Einmal Nahariya und zurück ...

Es war schon gewagt, das Projekt, das am Gymnasium Weingarten sowie dem

Welfen-Gymnasium in Ravensburg Anfang der 90er Jahre in Angriff genommen

werden sollte: ein deutsch-israelischer Schüleraustausch mit dem Ziel,

eine Brücke zu schlagen in die Zukunft zweier Staaten, die eine schmerzliche

Vergangenheit hinter sich haben. Und was mit ersten Gehversuchen von Ehepaar Wolf

begann, ist inzwischen zum Erfolgskonzept geworden: der deutsch-israelische Schüleraustausch

lebt – und es fließen immer wieder Tränen, wenn sich die Jugendlichen trennen

müssen ...

»W

üstensand spritzt in die Luft. 50 Grad im

Schatten. Bizarre Felsformationen links und

rechts, irgendwo in der Nähe liegt der Berg Sodom: Jeeptour

durch die israelische Negev-Wüste. Wir sind mitten in einem

Abenteuer, wie es die meisten von uns noch nie erlebt haben«.

So umschreiben es die, die dabei waren: Schülerinnen

und Schüler des Gymnasiums Weingarten und des Welfengymnasiums

in Ravensburg, die sich auf den Weg in den Orient

gemacht haben. Es ist ein Abenteuer, wenn sich knapp

20 Oberschwaben zum Austausch mit Israel bereit erklären.

Auf dem Programm stehen ein Bad im toten Meer ebenso wie nächtliche Strandpartys mit Lagerfeuer

und Barbeque, Folklore-Tanzgruppen, die noch spät in der Nacht den Strand der Mittelmeerstadt

Nahariya beleben oder Gruppentänze in lauen Sommernächten zwischen israelischen und

deutschen Jugendlichen. »Es ist ein Austausch wie kein anderer«, sagen Schülerinnen und Schüler,

die dabei waren. Sie sammeln Eindrücke eines Landes, das viele von ihnen vorher nicht kannten.

»Allein schon diese Tatsache faszinierte uns, dass in einem so kleinen Land der Wechsel vom Grün

der Wiesen zum Gelb-Braun der Wüsten so fließend ist«, schreibt ein Schüler im »Gelben Blättle«,

das Schüler, Eltern und Lehrer regelmäßig über die Geschehnisse in der Brechenmacherstraße informiert.

Fasziniert sind die Schüler auch über die Reise in die Vergangenheit des Christentums:

Getränke gepackt? Schüler des Gymnasiums

Weingarten auf den Spuren Jesu

Wüstenstaub und brütende Hitze:

Reise in eine andere Welt

»Unvergesslich ist uns allen sicherlich die Wanderung

auf den Spuren Jesu vom Berg der Seligpreisungen hinunter

nach Tabgha, zur Kirche der wunderbaren Brotvermehrung,

die uns auch in eine abgelegene Höhle

führte, in der Jesus ganz sicher übernachtet hat. In Dalmanuta

– einem Garten direkt am Seeufer – versammelten

wir uns - neugierig beäugt von einigen Klippschliefern

[murmeltierähnliche Säugetiere, Anm. d. Red.] –

schweigend und nachdenklich zu einer Meditation. Neben

der antiken Synagoge interessierte uns in Kapharnaum

vor allem das Haus der Schwiegermutter des Pet-

rus, in der Jesus – dem Neuen Testament zufolge – Lahme und Kranke geheilt hat; anschließend

setzten wir in einem nachgebauten Petrus-Boot über den See nach Tiberias und erlebten an der

Taufstelle am Jordan eine zwar etwas befremdliche, aber doch sehr beeindruckende

Taufzeremonie.«

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A

ber nicht nur das Land sollen die Elft- und Zwölftklässler kennen lernen, sondern natürlich

auch die Menschen. Aktiv an der Versöhnung zwischen Juden und Deutschen mitzuarbeiten,

dass ist das Ziel des Austauschs. Und so beginnen beim Aufenthalt weit weg von Oberschwaben

immer wieder Diskussionen mit den Gasteltern: Über politische Themen, die israelische Vergangenheit,

das deutsch-israelische Verhältnis und den Militärdienst – das für viele Schüler überraschende

Lieblingsthema der Israelis.

Werner Wolf bereitet

die Schüler sorgfältig

vor auf das

Abenteuer Israel –

aber auch auf die

Verantwortung, die

sie tragen

»Es ist unglaublich, mit welcher Gastfreundschaft wir aufgenommen werden«,

berichten die Schüler, wenn sie es geschafft haben, nach Israel zu

fliegen. Das ist nicht einfach, denn aufgrund der politischen Wirren wurde

schon manch ein geplanter Aufenthalt abgesagt. Und selbst wenn es die

Lage erlaubt: einfach mal so rüberfliegen geht nicht – Schüler der Klassen elf

und zwölf, die beim Austausch mit möchten, haben erst mal eine einjährige

Vorbereitungszeit vor sich. Jeder Austausch steht unter einem Motto, das

sich die Schüler ausdenken. Regelmäßig treffen sie sich zum Israelseminar,

wo man über die Kultur und Geschichte des jüdischen Staates spricht, über

den Holocaust, aber auch über die Probleme des modernen Staates Israel.

»Wir schauen dabei natürlich genau, wer zur Austauschgruppe passt, wer

sich auch wirklich für die Religion und Kultur Israels interessiert. Rabauken

nehmen wir nicht mit ...«, sagt Werner Wolf, der dieses Jahr zwar in Pension

ging, beim Austausch aber weiterhin mitwirken wird.

Doch noch bevor die Koffer gepackt werden, um vom kalten Süddeutschland ins heiße Israel zu

fliegen, gilt es zunächst einmal, den Israelis die oberschwäbische Landschaft und Lebensweise näher

zu bringen. 14 Tage lang sind sie zu Gast in Deutschland, machen zahlreiche Ausflüge, überraschen

die deutschen Schüler mit ihrer ausgiebigen Lebenslust und dem Stehvermögen, mehrere

Tage mit wenig Schlaf auszukommen. Sie überraschen sie

aber auch mit der engen Verbindung zu denjenigen, die

von Deutschen auf bestialische Weise aus dem Leben gerissen

worden sind: die Großeltern, Urgroßeltern, die beispielsweise

im Konzentrationslager Dachau ermordet wurden.

Denn auch das ist ein »Programmpunkt« des

deutsch-israelischen Schüleraustauschs: der Besuch des

Vernichtungslagers Dachau bei München. »Sie sind auf

den Boden gestürzt, haben furchtbar geweint, im Wissen,

dass hier im Dritten Reich Verwandte gestorben sind, in

einer unvorstellbaren Tötungsmaschinerie – mein Gott, das

war einfach nur schrecklich, schrecklich, schrecklich!«,

erinnert sich ein Schülerin aus Weingarten. »Aber sie erfahren

durch den Austausch auch, dass wir alle dafür

kämpfen, dass so etwas nie wieder passiert«, heißt es auf

der Homepage des außergewöhnlichen Austauschprojekts

(www.israelaustausch.de). Ausdruck hierfür ist die gemeinsame

Versöhnungsfeier in Dachau sowie der Besuch der

Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel, den zentralen

Ort des Erinnerns an die Gräuel der Naziherrschaft.

Schwere Stunden für Israelis, aber auch

Deutsche: die Fahrt nach Dachau

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Die gesamte Austauschgruppe auf dem Munot in Schaffhausen: Oberschwaben und seine

Umgebung erleben, Freundschaften schließen – und noch mehr ...

Dabei stehen sich die Jugendlichen mit jüdischem und christlichem Glauben in Vielem näher als sie

bislang glaubten: »Die hören dieselbe Musik wie wir. Die tragen die gleichen Klamotten. Ich hatte

mir die kulturellen Unterschiede viel größer vorgestellt«, gibt eine Schülerin des Gymnasiums überrascht

zu. Und auch die Jungs und Mädels aus Nahariya sind verblüfft, wie einfach doch Freundschaft

sein kann – trotz der dunklen Vergangenheit. »Und manchmal wird aus Freundschaft sogar

mehr – auch das hat es schon gegeben«, schmunzelt eine Schülerin aus Ravensburg, »ebenso wie

Tränen bei der Abreise«.

D

ass es diesen Austausch zwischen Oberschwaben und der

40.000-Einwohnern-Stadt Nahariya gibt, ist eigentlich

einem Kind der Stadt Ravensburg zu verdanken. Einem Kind,

das es gerade noch schaffte, vor den Nationalsozialisten zu

fliehen: Pinchas Erlanger. Einst ein Schüler des Spohn Gymnasiums

in Ravensburg wurde er wie viele andere Juden auch

gedemütigt und sah sich zusammen mit seinen Eltern in der

Gefahr, sein Leben lassen zu müssen. Doch Erlanger, der vergangenes

Jahr die Ehrenmedaille der Stadt Ravensburg erhielt,

konnte dem Rassenwahn in Deutschland zusammen mit seiner

Familie am 26. November 1939 entkommen – mit dem letzten

offiziellen Schiff, mit dem dies möglich war – und ließ sich in

Israel nieder.

Doch trotz der grausamen Erfahrungen suchte der Bäcker und

Melker schon bald wieder den Kontakt zur Bundesrepublik,

wollte nicht resignieren vor der Vergangenheit, wollte sehen,

ob da ein anderes Deutschland entstanden ist – wohl mit der

Grundstein für das, was nun seit knapp 20 Jahren deutsche

und israelische Schüler immer wieder zusammenbringt. War es

Zufall oder Fügung, das Erlanger in Nahariya eines Tages in

Pinchas Erlanger vor einer Thora:

Der Mit-Architekt des Schüleraustauschs

war jahrelang

Hauptgastgeber der Schüler aus

Weingarten und Ravensburg

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seiner Funktion als Fremdenführer und Hotelmitarbeiter dem Lehrerehepaar Wolf begegnete? Das

jedenfalls gab deren Idee Nahrung, einen israelischen-deutschen Austausch ins Leben zu rufen, so

dass es 1991 soweit war: der erste Austausch zwischen Schülern aus Ravensburg und Weingarten

und der Amal Comprehensive High School in Nahariya fand statt.

Derzeit laufen bereits die neuen Planungen

für den Austausch 2007/2008. Denn

an Pfingsten steht das Abenteuer wieder

an für knapp 20 Schülerinnen und Schüler

aus Oberschwaben: der Flug nach

Nahariya!

Nur eines werden die Jugendlichen dabei

nicht mehr erleben können: die Erzählungen

von Pinchas Erlanger. Der Brückenbauer

zwischen Israelis und Deutschen

starb in der Nacht zum 30. August 2007

im Alter von 81 Jahren. Ein Verlust.

Nahariya an der Grenze zum Libanon: idyllisch am

Mittelmeer gelegen, aber auch ein gefährliches Pflaster –

2006 schlugen dort mehrere Raketen der Hisbollah ein ...

DON’T FORGET – DO CONNECT!

Jede Austauschgruppe überlegt sich ein Motto für

ihren Kontakt mit Nahariya.

Amal Comprehensive High School

in Nahariya

Der Strand von Nahariya:

ein Ort zum Träumen

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Das Leitbild

Worauf kommt es im Gymnasium Weingarten an? Welche Ziele verfolgen Lehrer, Eltern und

Schüler? Auf was sollte man bei der Erziehung der Schüler besonders achten? Fragen, die der

Schulalltag immer wieder aufwirft – egal, ob bei Lehrern, Schülern oder Eltern. Und meist hat

man Antworten darauf, wenn man über die Fragen diskutiert. Aber mal ehrlich: schnell hat

man sie auch wieder vergessen. Das allerdings passiert nun nicht mehr: jetzt sind die Antworten

festgehalten – im Leitbild des Gymnasiums Weingarten!

Wir wollen

Verantwortung für Bildung

übernehmen!

Erfolgreiches Lehren und Lernen

stehen im Mittelpunkt unseres

Bemühens. So schaffen wir eine

tragfähige Grundlage für Studium

und Beruf. Unsere Arbeit

orientiert sich an der Vorstellung

des umfassend gebildeten Menschen.

Neben einem grundlegenden

Wissen in den einzelnen

Schulfächern ist uns die Entwicklung

einer offenen und

selbstbewussten Persönlichkeit

ein wichtiges Anliegen. Soziale

Fähigkeiten sollen zusammen

mit dem erworbenen Wissen

eine sichere Orientierung und

eine aktive Rolle in unserer Welt

ermöglichen.

Wir wollen

Verantwortung für unsere

Werte übernehmen!

Wir sind überzeugt von Werten

wie Rücksicht, Fairness,

Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit,

Toleranz und Demokratie.

Zusammen mit Fleiß und Leistungsbereitschaft

sind sie uns

besonders wichtig.

Wir sind bereit, uns mit anderen

Überzeugungen friedlich auseinanderzusetzen.

In unserem

Handeln wollen wir Vorbild für

andere sein.

»Am Gymnasium

Weingarten tätig

sein, heißt

Verantwortung

übernehmen!«

Unser Leitbild

enthält Grundsätze,

an denen alle am

Schulleben

Beteiligten – Schüler,

Lehrer, Eltern und

Mitarbeiter –

ihr Handeln

ausrichten.

Wir wollen

Verantwortung für unser

Miteinander übernehmen!

Wir leben in einer Gemeinschaft,

in der wir mit anderen den richtigen

Umgang finden müssen.

Uns ist wichtig, dass alle in unserer

Schule den Platz finden, an

dem sie sich wohl fühlen. Deshalb

versuchen wir, für ein Klima

der Offenheit und gegenseitigen

Wertschätzung zu sorgen.

Wir wollen lernen, sachliche

Kritik zu üben und berechtigte

Kritik anzunehmen.

Wir wollen

Verantwortung für unsere

Zukunft übernehmen!

In einer sich schnell

verändernden Zeit erhalten

wir Bewährtes und sind Veränderungen

gegenüber aufgeschlossen.

Wir nehmen die Welt außerhalb

unserer Schule wahr und nützen

die vielfältigen Möglichkeiten,

die uns unsere Region bietet.

Die großen gegenwärtigen

Probleme der Menschheit wie

Klimawandel, Umweltzerstörung,

Hunger oder Krieg sind

uns bewusst. Aus unserer Schule

sollen Menschen hinausgehen,

die sich diesen Herausforderungen

unserer Zeit stellen.

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Neu dabei ...

Zu guter Letzt wollen wir Euch in diesem Newsletter noch über die Neuen im Lehrerkollegium

informieren. Viele der den Ehemaligen bekannten Lehrer sind die vergangenen

zwei Jahre in Pension gegangen. In ihre Fußstapfen treten nun Jüngere. Drei sind dieses

Jahr neu ins Gymnasium Weingarten gekommen. Hier stellen sie sich vor:

... kommt ursprünglich aus:

Guatemala; danach aufgewachsen in Stuttgart und Leutkirch, später mehrere

Jahre in Bolivien gelebt und in Tübingen studiert

... unterrichtet die Fächer:

Spanisch und Religion

... schätzt am neuen Arbeitsplatz:

familiäre Atmosphäre, vielfältige Angebote, nette & engagierte SchülerInnen und

KollegInnen

... pflegt die Hobbies:

Reisen, Tanzen (ritmos latinos), Lesen, kreatives Gestalten

... hat sich zum Ziel gesetzt:

Begeisterung für die spanische Sprache & hispanische Kultur zu wecken, dabei

über den Tellerrand zu schauen und Verantwortung für Mensch & Welt zu übernehmen

... kommt ursprünglich aus:

dem idyllischen Leutkirch im Allgäu; danach Studium und Promotion in Tübingen,

dazwischen Referendariat in Ravensburg und Weingarten und anschließend

Schuldienst in Wilhelmsdorf

... unterrichtet die Fächer:

Deutsch und katholische Religion

... schätzt am neuen Arbeitsplatz:

das offene und herzliche Klima innerhalb des Lehrerkollegiums, die freundlichen

und interessierten Schülerinnen und Schüler sowie die Nähe zu Barock, Bergen

und dem Bodensee

... pflegt die Hobbies:

Klavier und Orgel spielen, Lesen, Jagen

... hat sich zum Ziel gesetzt:

... kommt ursprünglich aus:

Wangen im Allgäu, studierte in Konstanz, machte in Weingarten und Ravensburg

das Referendariat und unterrichtete 8 Jahre lang in Biberach

... unterrichtet die Fächer:

Mathematik und Sport

... schätzt am neuen Arbeitsplatz:

das Kollegium und die positiven Erfahrungen mit den Schülern

... pflegt die Hobbies:

Sport treiben, sich mit Bekannten treffen und unterhalten, Reisen

... hat sich zum Ziel gesetzt:

Schülern durch Freude am Sport zu körperlicher Fitness zu verhelfen und ihre

geistige Beweglichkeit für ihre Zukunft zu fördern

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garantiert nicht weiter!

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