johannespassion js bach - Kreuzkirche Bonn

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johannespassion js bach - Kreuzkirche Bonn

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Als Thomaskantor bespielt Bach die beiden Hauptkirchen,

ist Lehrer und Erziehungsbeauftragter für die in der

Schule wohnenden Schüler. Als städtischer Musikdirektor

hat er außerdem für die öffentliche Musik und damit für

den Ruf der Stadt Leipzig zu sorgen. Seit 1729 obliegt

ihm überdies die Leitung des von Telemann gegründeten

«Collegium musicum», das sich regelmäßig im Zimmermannschen

«Caffee-Haus» trifft. Bis zum ziemlich herannahenden

Alter spielte er die Violine rein u. durchdringend

und hielt dadurch das Orchester in einer größeren Ordnung,

als er mit dem Flügel hätte ausrichten können. [3] In

Leipzig entstehen die großen Passionen, das “Magnificat”,

komplettiert er die Kantatenjahrgänge und stellt die

“h-Moll-Messe” zusammen.

Konflikte mit den Vorgesetzten belasten ihn auch in

Leipzig: Nachdem er eine Aufführung der “Johannespassion”

in der Thomaskirche eigenmächtig angesetzt hat,

wird er deutlich in die Schranken verwiesen. Immer

wieder geht es um Rechte, die man Bach nicht einräumen

will; Pflichtvergessenheit wirft man ihm vor. Seine Antwort

darauf ist der “Kurtze, iedoch höchstnöthige Entwurff

einer wohlbestallen Kirchen-Music” (1730), in dem er die

Leipziger Verhältnisse mit ihrer misslichen personellen

Ausstattung beklagt.

Die zunehmende Sehschwäche der letzten Jahre erschwert

das Arbeiten und führt nach zwei erfolglosen Operationen,

die Bach auch körperlich sehr zusetzen, schließlich zur

Erblindung. Im Juli 1750 stirbt er.

Dr. Jutta Stüber

Quellenangaben

[1] C.P.E. Bach, Nekrolog, 161; nach: Bach-Dokumente,

hg. vom Bach-Archiv Leipzig, Supplement zu Band VII,

Kassel 2008, 95.

[2] Martin Geck, Bach, Leben und Werk, Hamburg 2000,

60.

[3] Briefe C.P.E. Bachs an Forkel, undatierter Brief

[Anfang Dezember 1774], nach: Bach-Dokumente,

Supplement zu Band VII, Kassel 2008, 107.

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