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Festsetzungen durch Text für den ... - Simbach a. Inn

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Festsetzungen durch Text für den Eingriffsbebauungsplan

1. Planungsrechtliche Festsetzungen

gemäß § 9 (1) BauBG

1.1 Art der baulichen Nutzung

gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauBG

GE Gewerbegebiet lt. § 8 BauNVO

1.2 Maß der baulichen Nutzung

gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 1 BauBG

1.2.1 Grundflächenzahl GRZ 0,8

als Höchstgrenze, soweit sich aus der überbaubaren Grundfläche keine

geringeren Werte ergeben.

1.2.2 Es gelten die im Plan eingetragenen überbaubaren Flächen in Verbindung mit

der festgesetzten Grundflächenzahl. Wasserdurchlässig ausgeführte

Stellplätze zählen nicht zur überbauten Fläche.

1.2.3 Die Abstandsflächen der BayBO sind einzuhalten.

1.2.4 Zahl der Vollgeschoße als Höchstgrenze

I 1 Vollgeschoß

1.2.5 Höhenlage

Die Fußbodenoberkante der Gebäude richtet sich nach dem Bestand. Die zu

erhaltende Zufahrt über den Hof definiert die Höhenlage. Abgrabungen, bzw.

Auffüllungen zur ebenen Planie eines Grundstücks sind bis zu 50 cm

zulässig.

2. Festsetzungen zur baulichen Gestaltung

Gem. Art. 91 BayBO

2.1 Gebäude

2.1.1 Dächer

Zulässig sind flach geneigte Pultdächer (PD) und Flachdächer (FD) sowie

Satteldächer (SD).

Solar- und Photovoltaikanlagen sind zulässig.

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2.1.2 Anstriche und Fassadenverkleidungen

Zugelassen sind entsprechend der Funktion technisch orientierte moderne

Fassadengestaltungen aus Metall, Stahl-Glas-Konstruktionen, Putzfassaden,

Holzfassaden oder Putz-Holz-Kombinationen.

Soweit es nicht durch gesetzliche Vorschriften (Brandschutz) oder

betriebliche Anforderungen unmöglich ist, sind Wände zu begrünen.

Für nicht selbst klimmende Arten, bzw. bei ungeeigneter

Fassadenausführung sind Kletter- und Rankhilfen anzubringen.

2.2 Werbeanlagen

Werbeanlagen müssen so gestaltet sein, dass eine längere Blickabwendung

des Fahrzeuglenkers nach aller Erfahrung nicht erforderlich ist.

Dies bedeutet insbesondere:

- nicht überdimensioniert

- blendfrei

- nicht beweglich

- in Sekundenbruchteilen erfassbar

Diese Anforderungen sind dann erfüllt, wenn nur der Firmenname in

unaufdringlicher Farbgebung, auch von außen oder innen beleuchtet, am

Gebäude angebracht ist und die Größe das übliche Maß eines

Firmennamens nicht übersteigt.

2.3 Stellplätze und übrige befestigte Flächen

Um die Versiegelung so gering wie möglich zu halten sind Asphaltdecken

innerhalb der privaten Flächen nur dort zulässig, wo sie aus

betriebstechnischen Gründen unbedingt notwendig sind (Verkehrsflächen).

Stell- und Lagerplätze sind nur auf den hierfür vorgesehenen Flächen oder

innerhalb der bebaubaren Flächen zulässig.

Um die abzuleitenden Regenwassermengen möglichst zu reduzieren, sind die

PKW-Stellplätze mit Wasser durchlässigen Materialien auszuführen, z. B.:

a) Splitt auf verdichtetem Kies oder Mineralbeton

b) Schotterrasen

c) wassergebundene Decke

d) luft- und wasserdurchlässige Betonsteine

e) Rasenfugenpflaster aus Granit, Beton oder Klinker

f ) Rasengittersteine

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2.4 Niederschlagswasser

Das Oberflächenwasser der Dachflächen und der befestigten Flächen ist

über Versickerungsmulden zu versickern. Es ist zu prüfen, ob eine

Vorreinigung erforderlich ist.

2.5 Erschließung

Die Erschließung des Baugebietes erfolgt über die bestehenden Anlagen der

Gemeinde Kirchdorf. Dies sichert ein Vertrag zwischen der Gemeinde

Kirchdorf und den Firmen Sommer und Cvetko.

3. Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplans

Der Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplans umfasst die

Flächen der Flurnummern 170, 170 / 1, 170 / 2, 171, 171 / 2, 171 / 3, 171 / 4

und 171 / 5, vormals vorhabenbezogener Bebauungsplan

„Betriebserweiterung Spedition Hammerer” mit integriertem

Grünordnungsplan.

4. Grünordnung

4.1 Schutz und Pflege des Gehölzbestandes

Der durch Planzeichen festgelegte Gehölzbestand und die Neupflanzungen

sind zu pflegen und vor Beschädigungen zu schützen.

Es gilt die DIN 18920 „Schutz von Bäumen, Pflanzenbeständen und

Vegetationsflächen bei Baumaßnahmen”.

4.2 Abstandszonen

Bei der Durchführung von Gehölzpflanzungen sind die entsprechenden

Abstandsvorschriften von Fernmeldeamt, Energieversorgungsunternehmen,

Nachbarrecht, Straßenbauamt, etc. zu beachten.

Bei Baumpflanzungen ist eine Abstandszone von je 2,50 m beiderseits von

Erdkabeln einzuhalten. Die Planung des Kabelnetzes und die Einhaltung

geeigneter Schutzmaßnahmen in der Nähe von Bäumen hat unter

Berücksichtigung der im Bebauungsplan / Grünordnungsplan festgelegten

Baumstandorte zu erfolgen.

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4.3 Pflanzung in Sichtdreiecken

Im Einmündungsbereich von Straßen ist im Bereich der Sichtdreiecke jede

Bebauung, Stapelung, Bepflanzung und sonstige Sichtbehinderung auf eine

Höhe von max. 0,80 m zu begrenzen. Einzelbäume sind bis mindestens 2,50

m Höhe aufzuasten.

4.4 Bepflanzung an Straßen, Plätzen und Wegen

Für die Bepflanzung an Straßen, Plätzen und Wegen sind nachfolgend

aufgeführte Gehölze entsprechend den Festsetzungen durch Planzeichen zu

verwenden:

4.4.1 Großkronige Bäume:

Acer platanoides - Spitz-Ahorn

Fraxinus excelsior - Gemeine Esche

Quercus robur - Stiel-Eiche

Tilia cordata - Winter-Linde

4.4.2 Klein- und mittelkronige Bäume:

Acer campestre - Feld-Ahorn

Prunus avium - Vogel-Kirsche

Prunus avium ´Plena´ - Gefülltblühende Vogel-Kirsche

Pyrus calleryana ´Chanticleer´ - Stadt-Birne

Sorbus aria ´Magnifica´ - Mehlbeere

Sorbus intermedia - Schwedische Mehlbeere

Obstbaum-Hochstämme

4.4.3 Mindestpflanzgröße:

Alle Gehölze haben der Güteklasse A des Bundes deutscher Baumschulen

zu entsprechen.

Großkronige Bäume:

3xv, mB, STU 14 - 16, Kronenansatz in mind. 4,50 m Höhe oder in 2,50 m

Höhe. In letzterem Fall sind die Bäume im Laufe des Wachstums auf 4,50 m

Lichtraumprofil aufzuasten.

Klein- und mittelkronige Bäume:

3xv, mB, STU 14 - 16, Kronenansatz in mind. 4,50 m Höhe oder in 2,50 m

Höhe. In letzterem Fall sind die Bäume im Laufe des Wachstums auf 4,50 m

Lichtraumprofil aufzuasten.

Obstbaum-Hochstämme:

Stammumfang (STU) mind. 7 cm

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4.5 Pflanzungen auf der Ausgleichsfläche der Firma Sommer und auf den

privaten Grünflächen entlang der B12 (Stadtrandeingrünung)

Für die Pflanzungen auf der Ausgleichsfläche und auf den privaten

Grünflächen entlang der B12 sind entsprechend den Festsetzungen durch

Planzeichen folgende autochthone Bäume und Sträucher der Herkunftsregion

H (Molassehügelland) sowie Obstbäume zu verwenden:

4.5.1 Großkronige Bäume:

Acer platanoides - Spitz-Ahorn

Acer pseudoplatanus - Berg-Ahorn

Fraxinus excelsior - Gemeine Esche

Quercus robur - Stiel-Eiche

Tilia cordata - Winter-Linde

4.5.2 Klein- und mittelkronige Bäume:

Acer campestre - Feld-Ahorn

Carpinus betulus - Hainbuche

Prunus avium - Vogel-Kirsche

Sorbus aucuparia - Eberesche

Obstbaum-Hochstämme

4.5.3 Sträucher:

Cornus sanguinea - Roter Hartriegel

Corylus avellana - Haselstrauch

Crataegus monogyna - Eingriffeliger Weißdorn

Crataegus oxyacantha - Weißdorn

Euonymus europaeus - Pfaffenhütchen

Ligustrum vulgare - Rainweide, Liguster

Lonicera xylosteum - Heckenkirsche

Prunus spinosa - Schlehe, Schwarzdorn

Rhamnus cathartica - Kreuzdorn

Rhamnus frangula - Faulbaum

Rosa arvensis - Kriechende Rose

Viburnum lantana - Wolliger Schneeball

4.5.4 Mindestpflanzgröße und Qualität:

Großkronige und klein- und mittelkronige Bäume:

3xv, mB, STU 12-14

Obstbaum-Hochstämme:

Stammumfang (STU) mind. 7 cm

Sträucher:

2 x v, oB, 60-100

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Mit Ausnahme der Obstbäume sind für die unter 4.5.1 bis 4.5.3 aufgeführten

Baum- und Straucharten autochthone Gehölze der Herkunftsregion H

(Molassehügelland) zu verwenden, die gemäß den Regeln der EAB oder

gleichwertig erzeugt wurden. Die Herkunft der Pflanzen ist nachzuweisen.

Alternativ wird ggf. auch Herkunftsgebiet 5 und 8 akzeptiert (Ostbayerisches

Hügel- und Bergland oder Bayerischer Jura). Ein Zertifikat muss

nachgewiesen werden.

4.6 Sonstige Pflanzungen außerhalb der Ausgleichsfläche

4.6.1 Obst, Wildobst und Ziergehölze

Für die Pflanzungen außerhalb der Ausgleichsfläche und der

Stadtrandeingrünung entlang der B12 können zusätzlich zu den Arten der

Listen 4.4.1 bis 4.4.3 und 4.5.1 bis 4.5.3 entsprechend den Festsetzungen

durch Planzeichen Obst-, Wildobst- und Ziergehölze verwendet werden. Die

Negativliste ist dabei zu beachten.

4.6.2 Mindestpflanzgröße:

Alle Gehölze haben der Güteklasse A des Bundes deutscher Baumschulen

zu entsprechen.

Hochstämme: Großkronige Bäume: 3xv, mB, 12 - 14

Kleinkronige Bäume: 3xv, mB, 12 - 14

Stammbüsche: 3xv, 250 - 300

Heister: 2xv, 150-200

Sträucher: 2xv, 60 - 100

4.6.3 Negativliste

Nachfolgend aufgeführte Gehölze dürfen nicht gepflanzt werden:

Einfassungshecken aus Chamaecyparis - Scheinzypresse

Picea - Fichte

Thuja - Lebensbaum

Nadelgehölze, ausgenommen Pinus sylvestris (Wald-Kiefer), soweit sie eine

Höhe von mehr als 1,50 m erreichen.

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4.7 Fassadenbegrünung

Fensterlose Fassaden und Mauern sind mit Kletter- oder Rankpflanzen oder

Spalierobst zu begrünen. Für Rankpflanzen sind entsprechende Rankhilfen

vorzusehen.

4.8 Zeitpunkt der Pflanzungen

Die durch Planzeichen oder Festsetzungen durch Text vorgeschriebenen

Gehölzpflanzungen sind spätestens ein Jahr nach Baufertigstellung zu

pflanzen.

Die festgesetzte Bepflanzung ist zu pflegen und zu erhalten. Bei Ausfall von

Pflanzungen ist entsprechend den grünordnerischen Festsetzungen

nachzupflanzen.

4.9 Sonstige Festsetzungen zur Bepflanzung der Freiflächen

Bei der Baueingabe ist ein Freiflächengestaltungsplan, in dem der Inhalt des

BP / GOP nachgewiesen und weiterentwickelt ist, einzureichen.

Je 300 m² Freifläche ist ein Laubbaum gemäß der oben angegebenen

Pflanzlisten zu pflanzen. Hochstämmige Obstbäume sowie die durch

Planzeichen festgesetzte Pflanzung von Bäumen in der Parzelle sind auf die

Festsetzung aus Satz 1 anzurechnen.

4.10 Sicherstellung des Oberbodens und des Pflanzraums

4.10.1 Abtrag, Lagerung und Einbau von Oberboden

Für Abtrag, Lagerung und Einbau von Oberboden gilt die DIN 18 915

„Bodenarbeiten für vegetationstechnische Zwecke”.

4.10.2 Oberbodenbedarf

a) Pflanzlöcher für Bäume

Pflanzlöcher für Bäume sind mit einem Durchmesser von mindestens

2,00 m und einer Tiefe von mindestens 1,50 m auszuheben. Für die oberen

60 cm ist ein geeignetes Substrat mit Oberboden, darunter Substrat für eine

geeignete Vegetationstragschicht zur Verfügung zu stellen.

Es wird auf die Empfehlungen für Baumpflanzungen Teil 1 und Teil 2 der

Forschungsgesellschft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V.

verwiesen.

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) Vegetationsflächen

Gehölz-, Stauden-, Rasen- und Wiesenflächen außerhalb der

Ausgleichsfläche sind mit Oberboden in nachfolgenden Stärken einzudecken:

Gehölzflächen: 0,40 m

Staudenflächen: 0,30 m

Rasenflächen: 0,20 m

Wiesenflächen außerhalb der Ausgleichsfläche: 0,00 bis 0,10 m

Die Magerwiese und die Versickerungsmulden auf der Ausgleichsfläche im

Eingriffsbebauungsplan dürfen nicht mit Humus angedeckt werden. Humus,

der sich derzeit noch im Planungsgebiet befindet, kann z. B. für die

Vegetationsflächen am Gebäude und südlich der Zufahrt sowie f ür die

Pflanzlöcher von Bäumen verwendet werden.

4.11 Ansaat der Ausgleichsfläche

Die für die Ansaat vorgesehenen Flächen auf der Ausgleichsfläche sollen

nicht mit Humus angedeckt sein, um eine blütenreiche Magerwiese zu

entwickeln. Die Ansaat der Ausgleichsfläche hat durch Mähgutübertragung

von floristisch wertvollen Flächen in Abstimmung mit der Unteren

Naturschutzbehörde zu erfolgen.

Auch die benachbarten Wiesenflächen und Versickerungsmulden können

durch Mähgutübertragung begrünt werden.

4.12 Pflege der Ansaaten und Pflanzungen auf der Ausgleichsfläche

Ablagerungen und Wildanfütterung jeglicher Art sind auf der Ausgleichsfläche

untersagt.

Jährliche Leitbildkontrolle auf eine Dauer von mindestens 10 Jahren.

Die Pflege der Ausgleichsfläche erfolgt wie unten beschrieben. Änderungen

sind in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde möglich.

4.12.1 Versickerungsmulden, Böschungen der Versickerungsmulden,

Magerwiese

Verzicht auf jegliche Düngung und Pflanzenschutz.

1 bis 2 x Mahd / Jahr mit Entfernung und Verwertung oder ordnungsgemäßer

Entsorgung des Mähguts.

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4.12.2 Gehölzgruppen

Im Übergangsbereich zwischen Gehölzgruppen und Magerwiese sollen sich

Säume entwickeln, die je nach Aufwuchs alle 1 bis 5 Jahre gemäht werden.

Dies kann auch abschnittsweise erfolgen.

Abschnittsweise Heckenplenterung in Absprache mit der Naturschutzbehörde

frühestens nach 15 Jahren.

4.12.3 Einzelbäume und Obstbäume

Artgemäßer Gehölzschnitt.

4.13 Einfriedungen

Es darf auf Einfriedungen verzichtet werden.

Für Einfriedungen sind zulässig:

Freiwachsende Hecken aus Laubgehölzen

Geschnittene Hecken aus Laubgehölzen, Höhe maximal 1,00 m

Zäune ohne Sockel, Höhe maximal 1,80 m

Trockenmauern aus Naturstein, Höhe maximal 0,80 m

Die unter 4.1 aufgeführten Auflagen sind zu beachten.

5. Hinweise durch Text

5.1 Elektrische Versorgung

Die elektrische Energie wird über Kabelanschlüsse den Neubauten zugeführt.

5.2 Verteilerschränke

Verteilerschränke können auf Privatgrund errichtet werden, wenn dies nötig

ist.

5.3 Wasserwirtschaftliche Hinweise

Regenwasser ist möglichst zu versickern. Sämtliches Schmutzwasser ist

unter Beachtung der jeweils geltenden Entwässerungssatzung der Gemeinde

Kirchdorf am Inn der Kanalisation zuzuführen.

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