Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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Geschichtlich ist Aidepsos nie hervorgetreten. Nach Strab. p.

445 wurde es von Ellops erobert (s. oben S. 84 Anm. 6), was die

Zugehörigkeit des Ortes zu Histiaia seit den ältesten Zeiten wahr-

scheinlich macht.

b) Aigai.

Nach Strab. p. 405 ') soll Aigai gegenüber der lokrischen Küste

zwischen den Städten Larymna und Halai gelegen haben, und zwar

von Anthedon in Boiotien 120 Stadien entfernt, von den anderen

Städten TzoKij iXairou;. Gewöhnlich wird Aigai mit dem h. Limni

identifiziert: s. Buraian Geogr. II 411. Dagegen legte es Bursian,

dem Baumeister p 21 folgt, früher, Mitteil. p. 152, etwas südlich,

von Limni in ein Tal unterhalb eines Klosters des h. Nikolaos, der

in diesen Gegenden oft der Nachfolger des Poseidon ist. Vischer

Kl. Sehr. I 601 hat diese Annahme zurückgewiesen, da sich ausser

in Limni in dieser Gegend nirgends Spuren alter Bewohnung finden

und das von Bursian gemeinte Tal für eine Stadt zu eng ist; der

Tempel habe zwar an der Stelle des Klosters gelegen, aber nicht

direkt in Aigai, sondern nur im Gebiete desselben, was ^v al? (vgl.

Anm. 1) sehr wohl bedeuten könne. Da auf die Angabe Strabons,

dass Aigai von Anthedon 120 Stadien entfernt sei, wodurch Bursian

mit zu seiner Annahme veranlasst wurde, nichts zu geben ist, wie

wir aus der falschen Ansetzung von Aidepsos zu schliessen berechtigt

sind, so möchte ich mich Vischer anschliessen und Aigai in dem

heutigen Limni erkennen: vgl. Kiepert form. XV und SiegUn Schul-

atlas p. 16.

Das Klima der Stadt wird von Theophr. h. pl. IX 20,5 als ein

trockenes bezeichnet.

Bei Homer wird Aigai zweimal, II. XIII 21 u. Od. V381, er-

wähnt; wenigstens ist an diesen Stellen die Beziehung auf das

euboiische wahrscheinlicher als auf das achaiische. Die alten Er-

klärer Homers schwankten zwischen beiden Städten, ohne sich be-

stimmt zu erklären 2). In der Stelle II. VIII 203 möchte ich da-

gegen das peloponnesische Aigai erkennen, da es hier mit Helike

') Strab. p. 406: tU\ (Aivrot In RpoX6vn \uMphv m%ix'*ft\ 8Jo tOv BoimtOv Aifuy

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Alyiii xäi iv Edßo(f , iv at; vd toü IlooctSavoc tcp^ toü Alyaiayt - • • - 8(ap)ia 8' Irt^M iicd

\ikv i1|C ' Avfh)Mvo< clc A^Y^ ixoT^ cIkooi otdSiot, dito 8i ffiv dUXwv töicwv mlit ildmu«.

Ea sind dies morkwOrdig anbeatiminte Angaben, die beweisen, das« Strabo»

diese Gegenden nicht besncbt hat.

') Eostath. n. Schol. Hom. U. XIII 21; VUI 203; Sohol. Hom. Od. V 381.

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