Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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und 80 an dem Unglück der Chalkidier die Hauptschuld hatten; an

Duncker schliessen sich Baumeister p. 64 Anm. 70 und Bursian

Mitteil. p. 145 an. Andere Forscher, wie K. F. Hermann, gesamm.

Abhandlungen 187 flF., Vischer Kl. Sehr. I 598 ff., Bergk P. L. Gr.

II* p. 195 setzen die Verse mit dem lelantischen Kriege in Verbindung

und sehen in ihnen einen Beweis für die Beteiligung der Kypse-

liden an demselben. Curtius Hermes X 215 ff. weist diese Beziehung

ab, ohne einer positiven Meinung Ausdruck zu geben, während K.

O. Müller, Dorer V p. 171 Anm. 1, xut|>eXXC^ov mit „verstockt, taub"

übersetzt und an die Perserkriege denkt. Dondorff de reb. Chaleid.

p. 16 lehnt die Konjektur ebenfalls ab, wagt das Epigramm

aber nicht einer bestimmten Zeit zuzuteilen. Busolt gr. Gesch. I - p.

650 Anm. 6 endlich giebt die Möglichkeit der Beziehung auf den

lelantischen Krieg wie auf den Kampf von 506 zu, ist aber der

Meinung, dass man zu keinem gesicherten Resultate gelangen könne.

Busolt und Vischer denken nicht an Theognis als Verfasser der

Verse, sondern an einen chalkidischen Dichter, da Theognis immer

nur Megara als icöXi? bezeichne, während Meyer G. d. A. II 539 sie

einem korinthischen Adligen zuweist, im übrigen aber auch an den

lelantischen Krieg denkt. Duncker wendet gegen Vischer ein, dass

Theognis selbst an andrer Stelle (v. 784 ff.) mitteilt, dass er in

Chalkis freundliche Aufnahme gefunden habe, daher sehr gut das

Unglück der Stadt beweinen konnte. Der Annahme von Christ,

Gesch. d. griech. Litt. ^ p. 181, dass die Kypseliden verwünscht

werden, weil der Sohn des Kypselos, Miltiades, die Athener 506

nach Euboia geführt habe, steht die Tatsache entgegen, dass man

nichts über die Führerschaft des Miltiades bei jener Expedition weiss:

vgl. Busolt gr. Gesch. II ^ p. 443, und auch die Bezeichnung der

Philaiden mit dem Namen K3^seliden nach dem Vater des Miltiades

nicht belegt werden kann *).

Die Ansicht K. O. Müllers, der die Zerstörung Kerinths in die

Perserkriege verlegt, lasse ich als die unwahrscheinlichste beiseite.

Es stehen sich dann die Ansichten Dunckers und der Forscher

'i Auch Unger, Abhandlungen der philos.-philol. Klasse der K. bayr. Akad.

der Wissensch., XVII (1886) p. 521 ff. giebt der Ansiebt Aosdrack, dass das Epigramm

sieb auf 506 besieht, and denkt bei den Kjpselidnn an Isagoras. Jodoch

selbst wenn Isagoras mfltterlicherseits, was aber durchaus nicht erwiesen ist, tu

den PhilaTden gehörte, welche wieder matterlicherseits von den Kjpseliden abstammten,

könnte man doch schwerlich jemanden, der tof diese Weise mit dea

Kjrpseliden rerwandt ist, als Kjpseliden bezeichnen.

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