Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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Topographie und Geschichte der Insel Euboia

wir, dass Euboia für viel grösser gehalten wurde, als es in Wirklichkeit

ist. Es hat einen Flächeninhalt von 3770 qkm, während

Korsika 8860, Kypros 9600 und Kreta 8590 qkm hat. Die Inseln,

mit denen es zusammengestellt wurde, sind also mehr als noch ein-

mal so gross wie Euboia. Dagegen ist die Angabe der Länge auf

1200 Stadien bei Strab. p. 444 ebenso wie die bei Plin. nat. bist.

IV 63 auf 150000 Passus richtig; die Breite giebt Strabon zu hoch

auf durchschnittlich 150 Stadien an, während Plinius mit seiner Angabe

das Richtige triflft*). Die Zahlen von Skylax peripl. 58: 1350 Stadien,

und Agatheraeros V 25 (Geogr. Graeci min ed. Müller II 486):

1700 Stadien sind zu hoch 2). Wenn Pomponius Mela II 107 die

Breite der schmälsten Stelle in Übereinstimmung mit Plinius 1. d.

auf 2000 Passus berechnet, so scheint er die Landenge des Kenaiou

im Auge zu haben.

Die Insel ist eine durch gewaltige Bruchlinien abgelöste Scholle

des Festlandes; sie wird nicht von einer selbständigen, ihrer Richtung

entsprechenden Gebirgskette durchzogen, sondern die Endglieder der

wichtigsten Gebirge des Festlandes vereinigen sich auf ihr zu einem

verwickelten Bergland: vgl. Neumann-Partsch p. 174ff.3).

Im Norden der Insel erhebt sich als Fortsetzung des Knemis

ein Gebirgsstock zu einer Höhe von ungefähr 970 m; er wird heute

in die Gebirge Galtzadhes und Xeronoros zerlegt. Sein alter Name

ist Telethrion. Die Lage des Telethrion hier im Norden wird be-

stimmt durch Strab. p. 445, nach dem Oreos am Fusse des Telethrion

lag. Dagegen kann die Angabe des Stephanus Hyz. s. TeX£ö-piov,

dass das Gebirge im Gebiete von Oichalia, welches wir als eine

eretrische Kome kennen lernen werden, liege, nicht mit Erfolg an-

geführt werden, zumal da Stephanus sich auf Strabon beruft; die

') Strab. p. 444 (ed. Meineke): Tlapa\Lrfla\i jacv toivuv eorlv i\ VTJaoc iiti x}.Xio\it

«Xt^Äv ti xat Sioxoovouc aTa8(ouc dnö KTjvaiou «poc FcpaioTÖv, to 8c «Xätoc ivuixaXoc,

lucrdl 8e tö nXtov oaov Ticvn^xovra xai cxaTOv oraSiuv. Vergleiche hiermit die Angaben

bei Plüiius n. h. IV 63 (ed. Detlefsen): nusquam latitudinem ultra Xl

eztendit, nusquam infra MM contrahit, sed in longitudinem universae Boeotiae

*b Attica ad Thessaliam usque praetenta in ^JU, circuitu vero CCULXV.

») Skylax peripl. 58 (ed. Müller Geogr. Gr. min. I 47): ^ Sc E-jßoia ino

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