Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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Topographie und Geschichte der Insel Euboia

weit an, als ich die xoTk«. von Aulis bis über den Kaphereus hin-

aus reichen lasse; ob man sie, nach Ptolero. III 14,22 M.. auch bis

Chersonnesos ausdehnen soll, ist mir zweifelhaft, da dies sonst

nirgends belegt wird.

Neben diesen mit mehr oder weniger grosser Sicherheit unter-

zubringenden orographischen Angaben des Altertums sind noch einige

ohne jede nähere Bestimmung auf uns gekommen. Lykophron

Alexandra 373 ff. nennt deren mehrere: Opheltas, Trychanta, Nedon*).

Aus der Reihenfolge der Aufzählung bei Lykophron können wir nur

schliessen, dass, da Dirphossos = Dirphys und Diakria den Schluss

bilden, die vorher genannten Berge südlicher, mehr zum Kaphereus

hin, liegen, was ja auch für den Zarax zutriflPt. Den Opheltas nennen

Tzetzes in Lycophr. 373 und Etym. Magnum p. 408, 7 ausdrücklich

einen Berg Euboias; dasselbe bezeugt Tzetzes in Lycophr. 374 beim

Nedon (s. noch Kap. II 2 am Schluss), so dass man wohl kaum mit

Baumeister p. 42, der darauf hinweist, dass Nedon sonst nur als

Flussname vorkommt, eine Verderbnis annehmen darf. Auch das

Kap Leon: Ptol. III 14, 22 M. kann nicht sicher lokalisiert werden;

Kiepert form. XV setzt es = h. Strongilon : vgl. Baumeister p. 24.2).

Grosse Flüsse hat die Insel nicht, da sie fast ganz von Bergen

erfüllt ist ; von den bedeutenderen sind die antiken Namen bekannt.

Im Norden entspringt auf dem Telethrion der Kallas = h. Xerias,

um durch die fruchtbare Ebene von Histiaia dem Meere zuzueilen 3).

Das grösste Flusssystem befindet sich in der kerinthischen Ebene an

der Ostküste der Insel. Aus den Bächen Kereus und Neleus wird

hier der Budoros gebildet. Meiner Meinung nach ist Kiepert form.

XV nicht im Rechte, wenn er den Budoros mit dem südlich von

Kerinthos fliessenden Stringolakkos identifiziert, da dieser zu unbe-

deutend ist, als dass man darunter den xoTa(ji6( des Strabon p. 446

verstehen könnte. Kiepert hat sich zu dieser Ansetzung durch PtoL

III 14, 22 M. bestimmen lassen, welcher die Mündung des Budoros

allerdings 10' östlich von Kerinthos erfolgen lässt. Jedoch zeigt

') 8. 8. 6ADni. 1. — über den Berg Trychas eben so wie über den TvifjaBb*

6poc bei Steph. By«. i. TiJxr, s. unter rpvfxi« Kap. II 2 (8. 73f.).

*) Die Angabe des Steph. Byz. s. Mcs^intov 6po; Fl^ißota«. der sich Photioc

lex. I p. 416 (ed. Naber) aoachlieMt, beruht auf einem Irrtum, da der Berg sonat

immer als in Boiotien liegend bezeichnet wird; vgl. Pape Wdrterb. der grieok.

Eigennamen II p. 906.

*) Da die genanare Bostimmaag de« KaUas für die Anaetaniag tou Biatiaia

ron Bedeutung ist, werde ich die Frage erst dort (Kap. III 1) behandeln.

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