Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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breit ist»). Heute heisst die Ebene tä 'A|X7:£Xia *), wie schon im

Altertum übereinstimmend mit diesem Namen ihr Wein gerühmt

wird'). Ihren fetten Boden bezeugen Theophr. h. pl. VIII 8, 5 u.

Eallim. hymn. IV 289. Bewässert wird das Lelanton von einem

Giessbaeh, wohl dem alten Lelantus: so nach Plin. n. h. IV 64

Kiepert form. XV u. Sieglin Schulatlas p. 16*). Neben dem Wein

wurden von dem chalkidischen Gebiete vor allen Dingen Oliven und

Feigen gewonnen*).

Eretria war besonders durch sein Getreide berühmt: es wurde

XeyxaXcpiTO? genannt*). Daneben brachte es auch die beste Kohlart her-

vor: Athen. IX p. 369 f. Ebenso war der Weizen von Karystos bekannt').

Von besonderer Bedeutung war für Euboia der Weinbau, der

an mehreren Stellen der Insel Trauben von vorzüglicher Güte hervor-

brachte: so bei Histiaia, dessen Wein schon von Homer II. II 537

gelobt wird 8); bei Aigai, von dem die Geschichte mit der Wunder-

rebe erzählt wird, und in dessen Nähe jedenfalls das weinberühmte

Nysa lag (s. Kap. III 1 unter Aigai); bei Eretria: Imhoof-Blumer

monnaies gr. p. 223 No. 71; auf dem Lelanton: s. oben. Ohne

*) Ausser den noch weiter unten im Text genannten Stellen wird das

lelantische Feld erwähnt bei Strab. p. 447: uTrepxeiTat 8e 'ct;c töv XaXxt8£wv toXcwc

To Ai^iavTov xa).oi5[A£vov TceSiov; vgl. Hom. hynui. in Apoll. Pyth. 42; Tbeopbrast h.

pl. Vm 10, 4; Hesych. s. v.; Eustath. comm. in Hom. IL II 537; Phot. lex. I 386

(Naher); Schol. Thuk. I 15. — Pflugk specimen p. 6 legt die lelantische Ebene

falsch zwischen Chalkis und Aigai, verführt durch Strabons Ausdruck p. 447:

OropxciTai, welchen er wörtlich mit „superjacet" übersetzt, und der doch garnichts

weiter besagen soll, als „die Ebene Hegt über der Stadt, erhebt sich höher als

die Stadt." Wäre Pfiugks Ansetzung richtig, so würde man den Anspruch der

Eretrier auf die Ebene nicht verstehen: vgl. Baumeister p. 49 und Bursian

Mitteil. p. 125.

») Vgl. Baumeister p. 9 und 49f.j Ulrichs R. u. F. II 222f.; Boss Königs-

reisen II 114; Bursian Mitteil. p. 124 u. Geogr. 11 401. •

') Tbeognis 784 (Bergk): ^X&ov 8' EißoiT,; i\ii:tk6c* tc8iov, womit sicher das

Lelanton gemeint ist; vgl Theognis 892 (s. Kap. III 2).

*) Über den Irrtum Strabons p. 58. 447, der warme Quellen in das Lelanton

verlegt, s. Cap. III 1. — Ob der Koskynthos, Lykophr. Alex. 1035, mit dem

Lelantus des Plinius identisch ist, wie Baumeister p. 9 will, ist doch sehr zweifelhaft.

•) Oliven: Herakleides I 30; Feigen: Athen. HI p. 76f.; Plin. n. h. XV

68. 71.

•) Eostatb. in Hom. II. U 537; Athen. IV 160b.

') Über den Weizen von Karystos vgl. Theophr. h. pl. VII 4, 4; Plin. n. h.

XVin 70. Ohne nähere Angabe ihrer Heimat werden von Euboia noch Feigen:

Phot.lex.1 397 (Naber); und vorzügliche Birnen gelobt: Athen. 1 27 f. (s. S. 15 Anm. 3).

•) Vgl. Plin. n. h. XIV 76; über die Münzen von Histiaia, die ebenfalls

auf den Weinbau hinweisen, s. Kap. III 1.

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