Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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unterstützten. Einen weiteren Bundesgenossen von Chalkis, der

allerdings mehr im Hintergründe blieb, können wir aus Thuk. I 13

folgern 0: die Korinther senden ihren Schiffbaumeister Ameinokles

nach Samos; dies muss. wie Curtius Hermes X a. a, 0. (s. S. 26 Anm. 4)

betont hat, in politischen Verhältnissen seinen G-rund haben. Da

wir nun aus Herod. V 99 erfahren haben, dass Samos auf der Seite

von Chalkis stand, da wir ferner weiter unten (Kap. II 1) die

Handelsfreundschaft zwischen Chalkis und Korinthos kennen lernen

werden, und aus der Nachricht bei Plut. qu. Gr. 11 wissen, dass

kurz vorher, 735, die Eretrier von den Korinthern aus Korkyra

vertrieben worden waren (s. Kap. II 2), so wird der Schluss, dass

Korinthos in dem Kriege ein Bundesgenosse der Chalkidier gewesen

ist, kaum Bedenken erregen. Durch Holm a. a. O. (s. S. 26 Anm. 4) ist

dann nachgewiesen worden, dass die Gegnerschaft sich auch auf den

Westen erstreckte: Sybaris hielt zu Miletos, Kroton und Phokaia

mit seinen Kolonieen zu Chalkis.

Wie schon erwähnt, wurde der Krieg zu Lande geführt; es

war ein Krieg zwischen Rittern: Aristot. pol. 1. d.'^); Plut. amator.

17, und ritterlich wurde er ausgefochten. Der Gebrauch von Wurf-

geschossen und Bogen war einem feierlichen Vertrage zufolge nicht

gestattet: Strab p. 448; vgl. Archilochos bei Plut. Thes. 5. Wie

uns schon Homer IL II 543 f. die Euboier schildert, als Lanzen-

schwinger, welche mutig mit gestreckten Speeren vorgingen, so treten

sie uns auch hier entgegen. An Reiterei war Eretria überlegen,

daher setzten die Chalkidier ihre Hoffnung auf die thessalischeu

Ritter. Und darin wurden sie nicht getäuscht: Kleomachos, der

tapfere Führer der Thessaler, schlug in einer Schlacht die eretrische

Reiterei und gab derselben damit die entscheidende Wendung; er

selbst aber fiel: Plut. amator. 173). Die Einzelheiten des Krieges

sind sonst in Dunkel gehüllt; er endete mit dem Siege der Chal-

kidier: die lelantische Ebene fiel als Siegespreis den chalkidischen

Hippoboten zu: Ailian var. bist. VI 1.

>) 8. S. 26 Anm. 1.

») Aristot, polit. VI 3 p. 1289 b (Suflomihl): . ixPÖv« 8c Tcpo« tou< mliym;

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') Srhon wegen der Tstaache der aberwiegenden Reiterei der Eretrier iat

die Annahme Hermanns, der Kampf sei ein Prinzipienkampf zwischen Aristokratie

(Chalkis) und Demokratie (Eretria) gewesen, zu verwerfen: s. Dondortf de reb.

Chalc. p. 13fr u. unten Kap. 112.

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