Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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und BoBolt griech. Gesch. IP p. 682 Anm. 1 halte ich diese Ge-

schichte für eine böswillige Erfindung der Feinde des grossen

Atheners y). Wahr wird daran nur sein, dass die Euboier um Auf-

schiebung der Abfahrt baten und dass sich Themistokles ihrer energisch

annahm; vgl. Busolt u. Duncker a. a. 0. Nach der Niederlage bei

den Thermopylen war die Stellung bei Artemision nicht mehr zu

halten; die griechische Flotte zog sich daher nach dem saronischen

Meerbusen zurück. Vorher wurden die Viehherden Euboias, welche

nicht mehr hatten in Sicherheit gebracht werden können, von den

Griechen geschlachtet, damit sie nicht den Feinden in die Hände

fielen : Herod. VIII 19 f.; Anthol. Palat XIV 97. Nordeuboia und

die Gestade des Euripos wurden von den Persern verwüstet^) (s.

Kap. III 1). An dem National kriege gegen Xerxes nahmen 3 von

den bedeutenderen euboiiischen Städten teil. Die Chalkidier, deren Seemacht

jedenfalls durch den Krieg mit Athen 506 vernichtet war, bemannten

20 athenische SchiflPe (s. Kap. II 1) und stellten für den

Landkrieg 400 Mann; Eretria brachte 7 Trieren auf und entsandte

mit Styra zusammen 600 Hopliten zum Bundesheer der Griechen.

Zur Flotte liessen die Styreer 2 Schiffe stossen: s. Herod. VIII

1.46. IX 28.31. Die Beteiligung Histiaias wird nicht bezeugt. Von

Karystos dagegen wissen wir, dass es auf der Seite der Landesfeinde

kämpfte: Her. VIII 66. Die Namen der Chalkidier, Eretrier (s.

Kap. II 2) und Styreer sind daher auch auf den Weihgeschenken der

Griechen nach Delphi und Olympia verzeichnet: Dittenb. syll. ^ n.

7; Paus. V 23,2 3). Nach den Schlachten bei Salamis und Plataiai

traten sämtliche Städte Euboias mit Ausnahme von Karystos in den

delisch-attischen Seebund ein. v. Domaszewski Neue Heidelberger

Jahrbücher I p. 181 ff. nimmt dies für Chalkis, Eretria und Styra

dadurch für bewiesen an, dass er auf der delphischen Schlangensäule

3 Gruppen unterscheidet: Sparta mit den Gliedern des peioponne-

sischen Bundes, Athen mit den Städten des Seebundes, Korinthos

mit seinen Kolonieen. Diesen urkundlichen Beweis für den Eintritt

') Vgl. auch Danker Gerch. d. Altort » VII 239 Anm. i.

') über die Verwästung Nordeuboia« b. unter Histiaia Kap. HI 1. — Das«

auch die Küste des Euripos gebrandschatzt wurde, berichtet Diodor XI 14: toQ

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*) über die Sohlangensäuie su Delphi s. besonders: t. Domaszewski N«ae

Heidelberger Jahrb. I p. 181 ff ; Fabricius Archaeol. Jahrb. I p. 176 ff ; Siroboda,

Archael.-epigr. Mitteil, aus Uest'rr-U. XX p. 130 ff.

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