Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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Zanklaier auch die Landnot bei der Aassendung der Kolonie eine

gewichtige Rolle spielte; die Bitte der Zanklaier hat wohl nur der

schon beschlossenen Expedition das Ziel gewiesen. Wahr mag auch

noch die Beteiligung der Messenier sein, welche von Herakl.

Pont. 1. d. und von Strab. p. 257 überliefert wird. Dass aber

das chalkidische Element das Übergewicht hatte, wird neben

der Überlieferung noch durch die Tatsache bestätigt, dass Rhegion

das chalkidische Alphabet auf seinen Inschriften und Münzen an-

wandte: Bechtel, Inschriften des ion. Dialekts p. 2; KirchhofF,

Studien zur Gesch. d. griech. Alphabets ^ p. 121; Head Historia

numorum (Oxford 1887) p 91.

Geraume Zeit später, um 649, gründeten die Zanklaier dann,

weiter an der Nordküste Siziliens nach Westen vordringend, an der

Mündung des Flusses Himera die Stadt Himera; auch hier bildeten

die Chalkidier den Hauptbestandteil: Thuk. VI 5. Infolge der Be-

teiligung von Syrakusanern entstand eine ionisch-dorische Misch-

sprache, während die chalkidischen Gebräuche die Oberhand behielten ^).

An kleineren Städten wurden noch Kallipolis von Naxos auf

Sizilien: Strab. p. 272; Skymn. 286 (Ephoros); Euboia von Leontinoi:

Strab. p. 272; 449; Skymn. 287; und Tauromenion von Zankle aus

gegründet: Strab p. 268; Skymn. 289. Alle diese Städte nennt

Ephoros (Skymn. 290) chalkidischen Ursprungs. Für das chalkidische

Element in Tauromenion, der Nachfolgerin des alten Naxos, haben

wir eine interessante Bestätigung: Inscr. Gr. Sic. et It. n. 421 (p.

80fF.) kommen auf einer in Taormina gefundenen Inschrift unter den

Demotika Da 5 Zeile 2 (p. 82) XA und Da 12 Z. 2 u. 3 XAAK und

APE0 vor, was unzweifelhaft auf chalkidische Kolonisation hinweist 2).

In derselben Zeit wurde aber nicht nur Sicilien und Italien

von den Chalkidiern besiedelt, auch nach dem Norden, .nach der

Küste Thrakes fuhren die chalkidischen Schiffe, um auch hier zur

Unterstützung und Ausbreitung des Handels mit der überschüssigen

Bevölkerung Städte anzulegen und hellenische Kultur unter den

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