Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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132. 164 u. Schol. hervor. Da Argura ferner nie als selbständig erwähnt

wird, wird man wohl annehmen dürfen, dass es schon seit

früher Zeit unter Chalkis stand. Baumeister p. 49 Anm. 29 hat nun

darauf hingewiesen, dass Argura nach den oben erwähnten Demo-

sthenesstellen an der Westküste nicht zu weit nördlich von Chalkis

gelegen haben muss'). Ihm sind Bursian Geogr. II 416 Anm 3,

der früher, Mitteilungen p. 142, eine andere Meinung geäussert hatte,

und Sieglin Schulatlas p. 16 gefolgt. Die Ansetzung von Kiepert

form. XV, der der früheren Ansicht Bursians folgend Argura an die

Nordküste legt, halte ich aus den von Baumeister a. a. 0. angeführten

Gründen für falsch-).

Einen weiteren Anhalt für die Ausdehnung der chalkidischen

Macht geben uns die Aiaxpf,; hzh XaXxiBewv der attischen Tributlisten;

sie beweisen, dass mindestens ein Teil der Diakria vor 446 zu Chalkis

gehört hat. Diakria nennt Tzetzes in Lycophr. 374 f. ein Gebirge

Euboias, und Etymol. M. p. 268, 3 sagt, dass die Euboier nach

einem Berge AiaxpieT? genannt würden; ähnlich Hesych. s. AiaxpieT?').

Diese Angaben werden bestätigt durch die attischen Tributlisten,

welche seit 437/6 (nach Kirchhoff C. I. A. I 243) Aiaxp?;? axb XaV

xi^£(ov und daneben in der Tributliste des Jahres 425/4 (C. I. A. I

37 = Köhler Urkunden und Untersuchungen p. 69) noch Aiaxptoi £v

Eoßote anführen. Aus der Bezeichnung dcxö XaXxiB^wv geht hervor,

dass die Gebirgslandschaft in der Mitte der Insel zu suchen ist. Da

der Inseltribut seit 445 ausserordentlich lückenhaft überliefert ist,

so darf man wohl ohne Schwierigkeit annehmen, dass die Aiaxp?,^

nach dem Aufstand zur Schwächung der Macht der Hauptstadt von

Chalkis getrennt wurden. Daraus ersehen wir, was schon an und

für sich wahrscheinlich ist, dass die Mitte der Insel unter der Herr-

schaft der Chalkidier stand. Von den Auxxp?); wurden dann 425/24

die Aidtxpioi getrennt, oder es war dies ein abermaliger Schlag gegen

Chalkis, eine abermalige Abtrennung eines beträchtlichen Gebiets-

*) Nach Barsian Mittcil. p. 142 finden sich 1 Stunde nördlich von Chalkis

Überrette antiker Mauern, welche man wohl als die Ruinen Ton Argura in An-

spruch nehmen kann; Bnrsian tat dies selbst in seiner Geographie II 416.

*) Nach Steph. Byz. s. v. und EosUth. in Hom. II. II 738 soll in Argura

Herme« den Panoptes get

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