Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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Topographie und Geschichte der Insel Euboia

erzählt den Hergang etwas anders und schmückt ihn mit Einzel-

heiten aus. Jedoch ist seiner Erzählung wenig Glauben beizumessen

die Perser nahmen sich sicher nicht so viel Zeit, um das ganze

eretrische Gebiet, indem sie eine Reihe von einem Meere zum anderen

bildeten und so die Eretriaia abschritten, zu durchsuchen. Dagegen

spricht schon die Tatsache, dass Eretria bereits 480 wieder 7 Trieren

und ca. 400 Mann stellen konnte; also muss ein sehr erheblicher

Teil der Einwohner entkommen sein. Die Zahlen, die Philoatratos

vita Apoll. I 24 giebt: 780 Eretrier, Greise, "Weiber, Kinder mit-

gezählt, seien nur gefangen genommen, 400 nur zu Dareios gelangt,

sind zwar wohl etwas niedrig gegriffen, können aber doch auf guter

Überlieferung beruhen und zeigen wenigstens, dass man schon im

Altertum an eine verhältnismässig geringe Zahl glaubte. Ferner ist

gegen Piaton anzuführen, dass auch Herodot VI 102 nichts von

einem längeren Aufenthalt der Perser weiss. Die ganze Erzählung

Piatons ist dichterisch ausgeschmückt, wie u. a. die Anwendung des

"Wortes vorft]wzjbi (leges 1. d.) zeigt: es ist der Schilderung Herodots

von der Einnahme der Inseln nach dem ionischen Aufstande entnommen

: VI 31 ^). Für historisch halte ich dagegen, wie oben

schon angegeben, die Ausdehnung des eretrische n Gebietes bis an

das aigaiische Meer, die aus beiden Piatonstellen hervorgeht; zuPlatons

Zeit muss dieselbe bestanden haben, und es ist kaum wahrscheinlich,

dass das eretrische Gebiet im Laufe des 5. Jahrhunderts eine Er-

weiterung erfahren hat. Von Interesse ist noch die Angabe Piatons

(Menexen. I. d), dass die Eretrier zu den cüSoxt|xwTaToi gehörten und

nicht gering an Zahl waren. Auch Herod. VI 106 bezeugt, dass

Eretria vor der Zerstörung zu den bedeutenderen Städten Griechen-

lands gehörte^): ein Nachklang der ehemaligen Macht!

') Auch Strab. p. 448 gebraucht die Wendang „aaqfr.vciw"*, schreibt ihre

Anwendung auf Eretria aber irrtümlich dem Uerodot zu; dasselbe tun AU. de

nat. anim. XV ö; Suid. s. 'Inma«; Philostr. rit. Apoll. I 23. — üimerios bei Phot.

bibl. p. 364 a (Bekker) scheint sich ganz an Piaton aazuscbliossen. Vgl. noch

Bosolt gr Oesch. IV 578 Anm. 3.

*) Piaton Menexen. p. 240b (Hermann): 6 8c (Ain«) nktriaft; tk Epcrpiatv iii

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