Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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Topographie und Geschichte der Insel Euboia

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dadurch überflüssig wird*). Damit Tällt der Hauptgrund Ran-

gab6s, dass die Perser schwerlich ihre Reiterei teilweise im Tale von

Aliv^ri gelandet hätten, wo sie durch ein äusserst schwieriges

Däfii6 von Eretria getrennt gewesen wären. Die übrigen Argumente

Rangabös hat Baumeister p. 53 Anm. 39 als nicht zwingend nach-

gewiesen.

Für die Ansetzung Tamynais in Aliv6ri spricht übrigens auch

eine von Rangab6 p. 211 mitgeteilte, in Aliv^ri gefundene Inschrift,

welche Z. 2 den delischen Apollon erwähnt. Der Inhalt der Inschrift

bezieht sich auf Weidegerechtigkeit 5 sie muss im Tempel des Gottes

aufgestellt gewesen sein. Der Apollokult wird nun aber für Tamynai

bezeugt von Harpokrat., Suid. s. v. und Schol. Aeschin. II 169, sowie

durch die Tatsache, dass später zu Ehren des Apollon Spiele in

Tamynai gefeiert wurden, von denen uns Siegerlisten erhalten sind:

Michel recueil d'inscr. gr. n. 897 ; 'Ecp. dcp^. 1869 n. 412. Der An-

gabe des Stephanos Byz., der s. v. den Z&ix; TajxuvaToi; nennt, möchte

ich kein so grosses Grewicht beilegen wie Rangab6 a. a. 0., der nur

einen der beiden Kulte für Tamynai zulassen will. Denn wenn auch

Apollon als Hauptgott der Stadt sicher bezeugt ist, so kann doch

Zeus ebenfalls in derselben verehrt worden sein.

Über die Geschichte Tamynais wissen wir, nach Ausschaltung

von Herod. VI 101, aus unserer Periode nichts; jedenfalls aber hat

Tamynai schon im 5. Jahrhundert zu Eretria gehört, da wir unten

sehen werden (Kap. IV 3), dass auch das südlicher gelegene Dy.sto8

aller Wahrscheinlichkeit nach damals bereits unter eretrischer Herrschaft

stand. Die oben angeführten Inschriften, in denen Tamynai

erwähnt wird, stammen aus dem 3. Jahrhundert 2).

Schliesslich sei hier noch die Annahme Rangabes, memoire p.

209 f., dass der am Meere hinführende Weg zwischen den TÄlern von

Vathia und Aliv6ri, die h. xax-?) ffxaXa, die von Ptol. III 14, 22 M.

zwischen Karystos und Leon prom. angesetzte xaXr) dcxx^ sei, erwähnt.

Er führt die Bestimmung des Ptolemaios auf eine Verwechselung

mit der Xeux-J) dbcn^ zurück: Strab. p. 399, und weist darauf hin,

') So erklärt sich auch die Nichterwähnung des üop^iJLOc von Tamjnai bei

Herodot, wenn dieser damals überhaupt schon existierte, was nicht nachzuweisen

ist: vgl. Baumeister p. 63 f. Ich werde die Nachrichten über Porthmos daher erst

im 2. Teil, bei Gelegenheit der Expedition des Phokion, zusammenntellen.

*) Harpokration, Suidas und Stephanos Byz. bezeugen ebenfalls die Zuge-

hörigkeit Tamynais zu Eretria. Jedoch können wir nicht feststellen, aus welcher

Zeit diese Nachrichten stammen.

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