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Heimatchronik von Lispenhausen

Heimatchronik von Lispenhausen

- 3 - Der Platz dünkte

- 3 - Der Platz dünkte den beiden Menschenkindern herrlich und schien wie geschaffen, von nun an die neue Heimat zu sein. Sie stiegen hinab in die Ebene, untersuchten den Boden, ob er auch nicht sumpfig sei und gingen an den Bau eines Hauses, das dicht am Hasel- bache stand. Die schöne junge Frau, die aus inniger Liebe zu dem Manne den Eltern heimlich entwichen war, hiess Lies’chen. Als in späterer Zeit neben diesem ersten Gehöfte noch mehr Niederlassungen entstanden und sich langsam ein Dorf entwickelte, nannte man es zum Andenken an jene erste mutige Frau Lieschenhausen , woraus dann in noch späteren Jahren allmählich der Name Lispenhausen entstand. Nach einer anderen Lesart soll dort, wo jetzt Lispenhausen steht, von einem Mönch namens Luitakar ein Kloster gegründet worden sein. Später siedelten dann noch andere Menschen an und nannten den Ort Luitearhusen. Soweit die Sage. Tatsächlich hat ein Kloster in Lispen- hausen gestanden. Die Flurgrenzen von Lispenhausen sind im Norden die Gemarkung von Schwarzenhasel, im Nordosten die Gemarkung von Asmushausen, im Osten die Flur von Bebra, im Süden bildet die Fulda die Grenze, während im Westen die Rotenburger Gemarkung die Grenze bildet. Seine Berge sind im Norden der Mühlberg mit der Olide, im Nordosten der Asmushäuser Berg, der durch das etwa 500 m breite Haseltal vom Mühlberg getrennt wird und von dem man eine wunderbare Aussicht auf das Dorf geniesst. Mit dem Asmushäuser Berg hängt noch zusammen der Schild mit Mart- holz und Riedel. Im Osten schliesst sich an das Martholz an der Ziegen- oder Götterberg, im Westen der Weinberg. Der Erdboden in der Fuldaebene besteht entlang der Fulda hauptsächlich aus jüngerem Schwemmland( Fulda- schotter), der meistens als Wiese benutzt wird und aus älterem Schwemmland,( Löss und Lehm), das sich während der Eiszeit ablagerte und nun den vorzüglichen Acker- boden abgibt. Bei der Ausführung von Drämagoarbeiten stiess man hier vor Jahren in 2 – 3 m Tiefe auf Über- reste einer Torf- oder Braunkohleschicht. Das alte Lispenhausen war zur Einsparung von Land als sogenanntes Reihendorf gebaut, das heisst, es führte eine Strasse mitten durch den Ort, an deren beiden Seiten die Häuser gebaut waren. Die ältere Strasse führte frü- her durch die untere Hälfte des Dorfes, den Rasen. Das Kloster stand an der Klostergasse, in deren Nähe später auch die Kirche im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Sie wurde von jetzt an der Mittelpunkt des Dorfes. Um die Kirche wurden nun die Häuser gebaut. Von hier dehnte sich dann das Dorf auch nach Nordosten aus. Die Kirche war von einer nicht sehr hohen Mauer umgeben, innerhalb dieser Mauer befand sich auch die alte Begräbnisstätte des Ortes. Rund um die Kirche, ausserhalb der Mauer führte eine Strasse, die auf ihrer Aussenseite bebaut war. Lispenhausen

- 4 - Lispenhausen bezw. die Gegend von Bebra – Ellenbach gehörte seit langem zur Abtei Hersfeld. Jedoch wurde das Gebiet bis 939 von dem hessisch-Konradischen Grafen- geschlecht, deren letzter, Graf Eberhard im Jahre 939 bei Andernach starb, verwaltet. um 960 hatte Graf Megin- fried, einer der Nachfolger Luidorfs, der ein Sohn Otto’s des Grossen war, die Grafenwürde im Hessengau inne. Von 1040 bis 1121 folgte das Werner’sche Grafenhaus und diesem das oberlahngauische Grafengeschlecht der Gisonen von Gudensberg unter Giso IV. Durch Verheiratung der Tochter Giso IV.,Hedwig, mit dem Landgrafen Ludwig I. von Thüringen (1122) kam nach dem Tode Gisos IV. im Jahre 1137 das Gebiet als Erbe an Thüringen. Hier verblieb es bis zum Aussterben der Thüringer Linie unter Heinrich Raspe, gestorben 1247. Unter Sophie von Erabant kam dann das Gebiet als Erbland an Heinrich I.,von Brabant, das Kind von Hessen , den Enkel der heiligen Elisabeth- Abgesehen von der Napoleonischen Zeit-1806 bis 1813- verblieb die Vogtei unter dem Fürsten von des Hauses von Brabant bis zum Jahre 1866, wo es von Preussen mit übernommen wurde. In der Nähe der Kirche befindet sich die alte Wasserburg, die das Wasser für ihre Gräben aus der Hasel ableitete. Heute sind die Gräben trockengelegt, bis auf einen kleinen Teich, der noch an die frühere Umgebung der Burg erinnert. Zur Burg selbst gehörte das grosse Rittergut, das die Herren von Trott zu Solz zweitweise zur Hälfte und zweitweise ganz als hessisches Ritterleben besassen. Der erste Lehnsherr, der uns auf dem grossen Frei- hof bekannt geworden ist, war Hermann von Trott, der die Lispenhausen’sche Linie gründete. Er besass das Freigut 1252 zusammen mit seinem Bruder Berthold. 1261 war Hermann auch Burgmann auf der Boyneburg. In einer Urkunde ( Wenks Urkundenbuch II) wird 1252 ein Helfrius ( Helfrich) als castelanus (Castellan) von Rotenburg erwähnt, der dem Kloster zu Blankenheim unter anderem sein allodium in Lispenhause zum Heil der Seelen seiner Frau, der Domina Elisabeth vermacht habe. Um 1340 besass Ludwig von Baumbach vom Stamm Tan- nenberg das hessische Gericht Lispenhausen als Pfand- schaft. Im Jahre 1074 sammelte Kaiser Heinrich IV. gegenüber Lispenhausen, jenseits der Fulda in der grossen Ebene ein Heer, mit dem er gegen die Sachsen zog und sie bei Langensalza schlug. Die Reiterscharen waren in den Tagen um den 27. Januar in Weiterode, Bebra, Lispenhausen und Breitingen,- einem längst untergegangenen Ort an der Mündung des Mündersbacher in die Fulda- untergebracht. Kaiser Heinrich IV. bezog während dieser Zeit mit seinem Hofstaat und einer starken Reiteresskorte Quartier in Breitenbach an der Fulda. Am 7. Juni 1075 sammelte Hein- rich IV. wieder in derselben Gegend ein grosses Heer gegen die Sachsen, die er bei Hohenburg an der Unstrut schlug.

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