Preisträger des Schülerwettbewerbs der Geschichtswerkstatt Jena ...

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Preisträger des Schülerwettbewerbs der Geschichtswerkstatt Jena ...

Preisträger des Schülerwettbewerbs der Geschichtswerkstatt Jena 2011

Walter-Scheler-Preis

1. Platz: Waldorfschule Potsdam

Vertreten durch Frau Sibylla Hesse, Waldorfschule Potsdam e. V.

Beitrag: Der steinerne Horizont. Wo in Potsdam die DDR endete. Ein Schülerprojekt zur

Mauer. DVD 55 min.

Kooperationsprojekt einer 11. Klasse mit der Gedenkstätte Lindenstraße Potsdam

Würdigung: Der Dokumentarfilm berichtet über den Verlauf der Mauer zwischen Potsdam

und Berlin (West) und wurde durch die Zusammenarbeit mit der Projektwerkstatt

„Lindenstraße 54“ (Gedenkstätte für Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert) sowie der

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ermöglicht.

Fachhistoriker, Zeitzeugen und Mauerflüchtlinge kommen zu Wort, ergänzt durch

Filmmaterial aus dem Deutschen Rundfunkarchiv (DRA). Die Kooperation mit der

Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam und die Unterstützung der Bundesstiftung zur

Aufarbeitung der SED-Diktatur beförderten eine professionelle inhaltliche wie technische

Umsetzung. Premiere feierte der Film am 24. Januar 2011 im Filmmuseum Potsdam.

Der Beitrag gefällt durch einen guten inhaltlichen Aufbau sowie richtige Verwendung von

fachlichen Zusammenhängen und Begriffen. Historische Quellen und Zeitzeugen wurden

plausibel eingebunden. Die nachvollziehbare Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern

belegt zudem die Bedeutung des Beitrages über den regionalen Rahmen hinaus. Die

technische Umsetzung war am besten. Von den eingereichten Beiträgen überzeugte der

Dokumentarfilm daher am stärksten. Das begründet den 1. Platz.

2. Platz: 300 Euro

Vertreten durch Herrn Mike Bruhn, Jenaplan Schule

Beitrag: Deutschland 1949 bis 1969 – Zeitgeist, Alltagsleben, Gesellschaft.

Ein Kooperationsprojekt zwischen Schülern des 10. Jahrganges und der Ev.

Erwachsenenbildung Thüringen.

Würdigung: In der Projektdarstellung werden Projektziele und Verlauf des Projektes

vorgestellt. Schüler erarbeiteten Fakten zur Zeitgeschichte, führten Zeitzeugengespräche,

werteten die gesammelten Informationen und Quellen aus und gestalten Plakate, die in der

Schule präsentiert wurden. Hervorzuheben ist die Reflexion der geleisteten Arbeit durch

Schüler und Zeitzeugen (Selbsteinschätzung – Fremdeinschätzung). Der Lehrer, Herr Bruhn,

gab den Schülern abschließend eine Einschätzung und benotete die Leistung der Schüler.

Uns überzeugte die inhaltliche Vielschichtigkeit des Projektes, die bearbeitete Zeitachse, aber

auch die vermittelte Arbeitsmethode (Oral History) sowie der pädagogische Ansatz bezüglich

der Auswertung der gemeinsamen Arbeit der Schüler. Der die pädagogische Methode, der

Kooperationsgedanke sowie die Nachhaltigkeit des Projektes begründen den 2. Platz.


3. Platz: 300 Euro

Vertreten durch Frau Grit Nafe, Christliches Gymnasium Jena

Beitrag: 50 Jahre Mauerbau.

Ein Plakat- und Kunstprojekt des Grundkurses Geschichte der 11. Klasse am CGJ.

Würdigung: Ausgangspunkt für das Projekt war eine Schülerfahrt zur Stasi-Haftanstalt

Berlin-Hohenschönhausen, wo die Schüler neben der ehemaligen Stasi-Haftanstalt auch

Berlin als Ort der deutschen Teilung kennenlernten. In der Projektdokumentation wurde der

Prozess der daraus folgenden Projektarbeit zum Thema 50 Jahre Mauerbau vorgestellt. Im

Ergebnis entwickelten die Schüler Plakate und versahen sie mit den selbstgeführten

Zeitzeugenaussagen. Daneben gestalteten sie künstlerisch ein Stück „Mauer“ auf dem

Schulhof der Schule mit Graffiti, ähnlich der Berliner Mauer und mit dem Wort „Freiheit“

versehen, was die Bedeutung der historischen Teilung hervorheben und zum Nachdenken

anregen soll. In Kombination mit einer Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der

SED-Diktatur zum Thema Mauerbau und Mauerfall sowie in Verbindung mit Zitaten von

Zeitzeugen wurden die Ergebnisse auf dem Schulgelände mit Plakaten präsentiert. Kreativität,

Kooperation und Nachhaltigkeit begründen den 3. Preis.

Sonderpreis

Vertreten durch Cornelia Seifert, Staatliche Grundschule „Karl Oertel“

Beitrag: Die Mühlen entlang der Grenze. DVD 30 min.

Eine 30 Minuten-Filmdokumentation eines Projektes der staatl. Schule Karl Oertel zur

regionalen Grenzgeschichte zwischen Lehesten/Thür. und Ludwigstadt/Bay mit

Grundschülern.

Würdigung: Organisiert wurde das Projekt von der Lehrerin Frau Cornelia Seifert mit

Grundschülern ihrer Schule. Die in der Filmdokumentation beschriebenen alten Mühlen lagen

im sogenannten Schutzstreifen der ehemaligen innerdeutschen Grenze und wurden zwischen

1952 und 1961 geschliffen und weitgehend abgerissen zur Sicherung der innerdeutschen

Staatsgrenze. Die alten teils noch funktionstüchtigen Mühlen prägten jahrhundertelang das

regionale Wirtschafts- und Sozialleben der Region. Übrig blieben Reste und Ruinen. Die

Schüler lernten während des Projektes ihre unmittelbare Heimatgeschichte kennen. Die

Initiative zur Spurensucher mündete in das Vorhaben, einen Mühlwanderweg zu etablieren,

um die Region historisch aber auch touristisch zu erschließen. Hervorzuheben ist die

Verbindung von Heimatgeschichte und politischer Geschichte sowie dem daraus folgenden

Bürgerengagement über den Ort Lehesten hinaus. Das bedeutet: Aufarbeitung der Geschichte

mit Mehrwert. Der Sonderpreis wird vergeben, weil das Projekt insgesamt überzeugte, vor

allem aber die Tatsache, dass aus konkretem Engagement Heimatgeschichte mit politischer

Geschichte und wirtschaftliche Nachhaltigkeit verbunden werden können.

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