Karl Plagge - Darmstädter Geschichtswerkstatt

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Karl Plagge - Darmstädter Geschichtswerkstatt

Haus der Großeltern in

Darmstadt, Hoffmannstr. 32

Karl Plagge im

Alter von 20 Jahren

als Leutnant

im 1. Weltkrieg

Tafel 2: Karl Plagge – bis 1941

Karl Plagge – bis 1941

Familie Plagge um 1897

3. v.r. Karls Vater Theoderich Plagge und seine Mutter (sitzend) mit Karl als Baby

Familie und Schulzeit

Karl Plagge wurde am 10. Juli 1897 in Darmstadt geboren. Die Familie

väterlicherseits kam ursprünglich aus Friesland und Preußen. Karls Vater

Theoderich war Arzt, der Großvater Militärarzt in Darmstadt; seine Mutter Marie,

geborene von Bechtold, entstammte einer konservativen großherzöglichen

Offiziersfamilie (ihr Vater war Hauptmann, der Großvater Oberst). Karls Großeltern

lebten in der Hoffmannstraße 32, die Eltern einige Häuser weiter in der

Hoffmannstraße 22. Als der Vater 1904 starb, war die Mutter alleine für die

Erziehung des 6-jährigen Karl und der älteren Schwester Maria verantwortlich.

Karl besuchte das Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt und wurde 1916,

direkt nach dem Abitur, zum Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg eingezogen.

Soldat im Ersten Weltkrieg

Als junger Leutnant erlebte Karl Plagge die Schlachten an

der Somme, in Verdun und in Flandern und kam 1917 in britische

Gefangenschaft, aus der er erst 1920 entlassen wurde.

Wie sein späterer Eintritt in die NSDAP vermuten lässt, gehörte

er zu jenen Angehörigen der Kriegsgeneration, die den

„Bestrafungsfrieden“ von Versailles nicht akzeptieren konnten.

Studium – erste Berufsjahre – Heirat

Noch im Wintersemester 1919/20 begann Karl

Plagge ein Studium an der Technischen Hochschule Darmstadt im

Fach Maschinenbau, das er 1924 mit einem Diplom als technischchemischer

Ingenieur beendete. Als Spätfolge von Krieg und Gefangenschaft

erkrankte er im gleichen Jahr an Polio und litt Zeit

seines Lebens an einer Schwäche des linken Beines. In den folgenden

Jahren war er freier Mitarbeiter bei einer Kronberger Firma.

Anfang der 1930er Jahre absolvierte er an der Universität Frankfurt/Main

eine Zusatzausbildung in medizinischer Chemie. Während

dieser Zeit lernte er seine spätere Frau Anke Madsen kennen,

die er 1933 heiratete. Mit ihr eröffnete er im elterlichen Haus ein

chemisch-medizinisches Untersuchungslabor.

– 10 –

Darmstadt 1916: Soldaten

auf dem Abmarsch

Hochzeit von Karl und Anke Plagge, 1933

sitzend v.l.n.r.: Karl, Anke, Mutter Marie

Plagge und Schwiegermutter Dora

Madsen; stehend 1.v.l.: Hans Madsen,

3.v.l.: Schwester Maria, 4.v.l.:

Schwiegervater Martin Madsen

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