Karl Plagge - Darmstädter Geschichtswerkstatt

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Karl Plagge - Darmstädter Geschichtswerkstatt

Ehrentafel in Yad Vashem, 2005; (v.l.): Eliezer Greisdorf; Simon Malkes; Hannelore

Skroblies (Darmstädter Geschichtswerkstatt); Jörg Fiebelkorn; Marianne Viefhaus;

Michael Good; Bill Begell und Pearl Good

Ehrung durch Yad Vashem

Die Zeugnisse der HKP-Überlebenden, aufschlussreiche Dokumente und die hartnäckigen Anstrengungen

von Michael Good haben schließlich zu einem überzeugenden Gesamtbild von Plagges selbstlosem rettenden

Verhalten geführt. Die zuständige Kommission von Yad Vashem erkannte am 22. Juli 2004 Karl Plagge die

Ehrung als „Gerechter unter den Völkern“ zu, weil er während des Zweiten Weltkriegs unter Lebensgefahr

Juden Hilfe geleistet hat. Zur feierlichen Bekanntmachung in Yad Vashems „Halle der Erinnerung“ und im

„Garten der Gerechten“ am 11. April 2005 versammelten sich viele Gäste, die für einen Tag im Umkreis der

Vor der Ehrentafel: Michael und Pearl

Good mit den Familienmitgliedern Karl

Plagges, Erika Vogel (l.) und Werner

Lütgert (2.v.l.) und dem Patensohn Konrad

Hesse (r.)

Tafel 12: Ehrungen und Begegnungen

Ehrungen und Begegnungen

Beit Vilna

Im Anschluss an die Feier in Yad Vashem empfing die Vereinigung

von Holocaust-Überlebenden aus Wilna und deren Nachkommen

die Gäste zu einer gemeinsamen Feier in „Beit Vilna“ („Haus

Wilna“) in Tel Aviv. Vorsitzender der Vereinigung ist Michael

Schemiawitz, der selbst zu den Überlebenden des HKP-Arbeitslagers

gehört. In seiner Ansprache bei der Gedenkveranstaltung in

Darmstadt berichtete er von seiner Rettung durch Karl Plagge, der

ihn als Jugendlichen aus dem Wilnaer Gefängnis geholt und vor der

Exekution bewahrt habe.

Ehrung Karl Plagges eng miteinander verbunden waren: Überlebende

und deren Nachkommen aus verschiedenen Ländern und

Kontinenten; Verwandte von Karl Plagge aus Deutschland; Repräsentanten

der Universität und der Stadt Darmstadt; der deutsche

Botschafter in Israel; zahlreiche Angehörige der Vereinigung

der Wilnaer Juden in Israel. Der Vertreter Yad Vashems, Dr.

Mordechai Paldiel, dankte dabei besonders Pearl Good dafür, dass

sie:

„mit ihrer Familie die schwierige Reise nach Wilna gemacht

und ihren Kindern die Geschichte von Karl Plagge erzählt

hatte.“ 1

Sie war es auch, die den Namen Karl Plagges an der Wand der

Ehrungen enthüllte.

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HKP-Überlebende in „Beit Vilna“, 2005

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