josef gabriel rheinberger briefe und dokumente seines lebens

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josef gabriel rheinberger briefe und dokumente seines lebens

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Aufschlussreich für Fannys und ihres Gatten Gesundheitszustand

ist em Brief, den Johann Nepomuk Nussbaurn, Hausarzt und Freund

der Rheinbergers, an Fanny richtete.

M/ünchen/ Samstag, 24.5.85

Verehrteste Frau Rheinberger

Soeben erhalte ich Ihren Brief und rnöchte ihn vor Ihrern lieben

morgendlichen Erscheinen schon etwas näher betrachten mit Ihnen.

Ihre 3 Fragen beantworten sich dann materiell und objektiv so:

Sie können ohne Gefahr für Ihren Ehernann denselben verlassen

und nach Wildbad gehen.

Er ist in keiner ernsten Gefahr, weil der Zeigefinger heilt.

Man kann die Düsseldorfer Reise risquiren, wenn er die Hand

nicht mit Dirigiren anstrengt.

Aber, aber, aber

Glauben Sie, dass Ihr Organismus genest und sich kräftigt, wenn

Sie mit Ihrer unnachahrnlichen Sorgfalt und Liebe für Ihren Ehemann

von ibm getrennt leben, sich Tag und Nacht urn ihn sorgen,

sich mit allerlei Gespenstern von Verschlimmerung seines Leidens

quälen?

Ich fUrchte, Ihre Restauration dürfte sehr karg ausfallen.

Glauben Sie so stark zu sein und die Sorgen von Ihrem Körper

abhalten zu können?

Das ist sehr zu bedenken, Wildbad wird gut thun, die Trennung

aber nicht.

Ihr aufrichtiger Freund

Nus sbaum.

Im Sommer 1885 reisten Josef und Fanny Rheinberger in die

liechtensteinische Heirnat und wohnten in der alten Schlosswirtschaft

in Vaduz, wo er sicham 2.9.1885 im Gästebuch verewigte:

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