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Forschungskoordination - DPZ

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FORSCHUNGSKOORDINATION<br />

Leiter: Dr. Robert Teepe<br />

Drittmittelbewirtschaftung<br />

Gabi Fricke (15.05.03-)<br />

Serpil Sahim (-13.10.03)<br />

Generelle Informationen<br />

Die <strong>Forschungskoordination</strong> wurde im Februar 2003 als Stabstelle, besetzt mit einer<br />

Leiter- und einer Sachbearbeiterstelle, neu eingerichtet, wodurch alle Belange der<br />

Projektbewirtschaftung sowie Fragenstellungen und allgemeine Aufgaben zu Forschungsangelegenheiten<br />

gebündelt wurden. Die <strong>Forschungskoordination</strong> ist damit<br />

Ansprechpartner für alle finanziellen und administrativen Belange des Projektmanagements<br />

und bietet Unterstützung in der Antragsphase sowie bei der Suche nach<br />

geeigneten Finanzierungsmöglichkeiten an. Weiterhin dient die <strong>Forschungskoordination</strong><br />

der Unterstützung der Geschäftsführung bei der Bearbeitung abteilungsübergreifender<br />

Aufgaben sowie einer statistischen Erfassung aller Kennzahlen der<br />

Forschungsaktivitäten.<br />

Drittmittelbewirtschaftung<br />

<strong>Forschungskoordination</strong><br />

Die in der <strong>Forschungskoordination</strong> verwalteten Drittmittel und eine Aufstellung der<br />

in 2003 und 2004 verlängerten oder neu eingeworbenen Projekte sind in der Tabelle<br />

Drittmittel-Projekte widergegeben. Die Höhe der einzelnen Fördermaßnahmen belief<br />

sich auf eine Spanne von wenigen Tausend Euro, beispielsweise als Reisestipendium<br />

oder Unterstützung für Tagungen, bis zu einer halben Mio. Euro für ein Integrated<br />

Project gefördert im 6. europäischen Rahmenprogramm durch die Europäische<br />

Kommmission. Die Summe der eingeworbenen Forschungsgelder beläuft sich<br />

für 2003/2004 auf insgesamt 4,7 Mio. und verteilt sich mit 2,5 bzw. 2,2 Mio. Euro etwa<br />

gleich. Durch Lizenzen und Patente wurden im Berichtszeitraum insgesamt 2,6<br />

Mio. Euro eingenommen (gemäß <strong>DPZ</strong>-Erfindervergütung ausgezahlte Lizenzeinnahmen<br />

an beteiligte Wissenschaftler bereits herausgerechnet).<br />

Zu den bereits laufenden Projekten wurden von den bewilligten Mitteln 31 Projekte<br />

in 2003 und 26 in 2004 neu begonnen sowie von den auslaufenden Projekten insgesamt<br />

8 verlängert. Von den unterschiedlichen Förderinstitutionen war die DFG mit<br />

einem Förderanteil von 38 % der bedeutenste Geldgeber. Als wichtiger Forschungspartner<br />

erwies sich die Universität Pohang (Korea), von der durch Kooperationen in<br />

der HIV-Forschung insgesamt 14 % der Fördermittel eingenommen wurden. Mit einem<br />

Anteil von 12 und 13 % war der Anteil der Fördermittel von der Europäischen<br />

Union und aus der Industrie etwa gleich groß. Alle weiteren Geldgeber hatten einen<br />

Anteil von weniger als 10 %. Die Höhe der personenbezogenen Stipendien, die zumeist<br />

als Promotionsstipendien vergeben wurden, belief sich auf insgesamt 310.000<br />

Jahresbericht 2003/2004 277


Euro, wodurch 13 junge Wissenschaftler gefördert werden konnten. Durch die dritte<br />

Phase des Graduiertenkollegs "Perspektiven der Primatologie: Integration genetischer,<br />

neurobiologischer und ethologischer Forschungsansätze", das in 2003 begann,<br />

wurden zusätzlich sieben Promotionsstellen im <strong>DPZ</strong> vergeben.<br />

Beratung und Hilfeleistung in der Antragsphase von Drittmitteln<br />

Neben der administrativen und finanziellen Abwicklung der laufenden Projekte<br />

wird Hilfestellung bei der Antragstellung und bei der Suche nach geeignete Fördermöglichkeiten<br />

geleistet.<br />

Während der Antragsphase werden die von den Geldgebern vorgegebenen Antragsbedingungen<br />

und -formulare bereitgestellt und Unterstützung beim Bearbeiten dieser<br />

Formulare gegeben sowie die Kalkulation der zu beantragten Mittel vorgenommen.<br />

Patente und Lizenzen<br />

Die besondere Bedeutung der Lizenzen und Patente für das <strong>DPZ</strong> wird aus einer Einnahme<br />

von drei Mio. Euro in den zurückliegenden zwei Jahren ersichtlich. Zur Zeit<br />

hat das <strong>DPZ</strong> zehn Patente und Lizenzabschlüsse in seinem Portfolio. Die Einnahmen<br />

resultieren im wesentlich aus Lizenzeinnahmen mit dem Unternehmen Biorad. Einnahmen<br />

von 84.000 Euro konnten über zwei weitere Abkommen verbucht werden.<br />

Um die Nutzung von Patenten zu verbessern und das Potential erlangter Forschungsergebnisse<br />

für ein Patent und/oder eine Lizenzverwertung erkennen zu können,<br />

wurde mit der Patentverwertungsagentur Ascenion ein Kooperationsvertrag<br />

geschlossen. Ascenion wurde als Partner gewählt, weil sie sich auf die Verwertung<br />

im Bereich Biotechnologie spezialisiert haben und sich durch sehr gute Referenzen<br />

auszeichnen.<br />

Die <strong>Forschungskoordination</strong> ist in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung bei<br />

dieser Kooperation die Schnittstelle zwischen den wissenschaftlichen Abteilungen<br />

des <strong>DPZ</strong> und Ascenion. Eine mögliche Verwertung eines Forschungsergebnisses<br />

wird Ascenion mitgeteilt, die abschätzt, inwieweit eine wirtschaftlich sinnvolle Verwertung<br />

zu erwarten ist. Bei positiver Einschätzung wird eine geeignete Verwertung<br />

in Zusammenarbeit mit dem Erfinder und Ascenion verfolgt.<br />

AG Europa<br />

<strong>Forschungskoordination</strong><br />

Angesichts der zunehmenden Bedeutung der Projektförderung durch die Europäische<br />

Kommission wurde im Mai 2004 die Arbeitsgruppe Europa der WGL ins Leben<br />

gerufen. Da die Förderung von Forschungsprojekten durch die Europäische Kommission<br />

stets eine große Bedeutung für das <strong>DPZ</strong> hatte und zu erwarten ist, dass diese<br />

im Laufe der Jahre noch zunehmen wird, ist der Leiter der <strong>Forschungskoordination</strong><br />

als Mitglied in der AG Europa vertreten. Eine wachsende Bedeutung der Projektförderung<br />

ist aufgrund einer anvisierten deutlichen Erhöhung des Förderbudgets im 7.<br />

Forschungsrahmenprogramm sowie einer zusätzlichen Förderung der Europäischen<br />

Kommission in der Grundlagenforschung.Die Grundlagenforschung wurde<br />

bisher im wesentlichen auf nationaler Ebene gefördert.<br />

278 Jahresbericht 2003/2004


Die Aufgabe der AG Europa ist es, ein Forum zu schaffen, um Erfahrungen in der Beantragung<br />

und im Management von EU-Projekten auszutauschen, die Entwicklungen<br />

in der europäischen Forschung zu verfolgen und auf eine Vertretung der WGL<br />

bei aktuellen Fragenstellungen wahrzunehmen. So wurde in den ersten beiden Sitzungen<br />

eine Stellungnahme der WGL zum 7. Rahmenprogramm erarbeitet, die insbesondere<br />

darauf ausgerichtet ist, auf die WGL als wichtige deutsche Forschungsgemeinschaft<br />

aufmerksam zu machen. Rückmeldungen aus Brüssel zeigen, dass diese<br />

im Vergleich zu anderen Forschungsgemeinschaften auf europäischer Ebene weniger<br />

bekannt ist.<br />

Programmbudget<br />

<strong>Forschungskoordination</strong><br />

Mit Beschluss der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung<br />

müssen die WGL-Institute die Bewirtschaftung der zur Verfügung gestellten<br />

Mittel nicht mehr in Form eines Haushaltsplanes sondern stattdessen als Programmbudgets<br />

planen und darstellen. Daher ist das <strong>DPZ</strong> wie alle anderen WGL-Institute<br />

verpflichtet, ab 2006 auf diese Form der Mittelplanung und -bewirtschaftung<br />

umzustellen. Als "Testphase" wurden die Haushalte für die Jahre 2004 und 2005 sowohl<br />

in Form des bisherigen Haushaltsplanes als auch als Programmbudgets dargestellt.<br />

Wesentlicher Vorteil des Programmbudgets ist ein größerer "Spielraum" in<br />

der Mittelbewirtschaftung. So können insbesondere nicht verausgabte Mittel eines<br />

Jahres in das Folgejahr mit übernommen werden.<br />

Das Programmbudget des <strong>DPZ</strong> wird in Zusammenarbeit von Finanzbuchhaltung<br />

und <strong>Forschungskoordination</strong> erstellt. Wesentliche Änderung der Mittelplanung als<br />

Programmbudget ist die Planung der Erlöse und der Aufwendungen auf Sektionsebene<br />

und eine Aufnahme der prognostizierten Mittelzuwendungen aus Drittmittelprojekten<br />

und aus Lizenzen sowie der projektbezogenen Kosten. Gleichzeitig wird<br />

für jede Sektion ein Leistungsplan erstellt, der eine Leistungsbeschreibung durch<br />

die Kenngrößen Publikationen, Patente und Lizenzen, Ausgründungen, wissenschaftliche<br />

Qualifikationen und Lehre vornimmt. Teil des Leistungsplanes ist zudem<br />

eine Auflistung aller in den Sektionen laufenden Forschungsprojekte sowie aller<br />

Serviceleistungen. Da das Programmbudget als mittelfristige Planung gedacht<br />

ist, werden finanzwirtschaftliche Planung und Leistungsplan nicht nur für das Folgejahr<br />

sondern über die nachfolgenden zwei Jahre hinaus erstellt. In Zusammenarbeit<br />

mit den Abteilungen und Forschergruppen wird der Leistungsplan des <strong>DPZ</strong> sowie<br />

die geplanten Erlöse und Aufwendungen aus Drittmittelfinanzierung und aus<br />

Lizenzeinnahmen hergeleitet.<br />

EU-Infrastrukturantrag EUPRIM-NET<br />

Die Diskussion, ein Netzwerk der europäischen Primatenzentren aufzubauen, fand<br />

in einem lockeren Zusammenschluss von fünf Primatenzentren, genannt European<br />

Primate Research Network (EUPREN) seinen Beginn. Basierend auf diesem Zusammenschluss<br />

wurde 2003 ein Antrag zur Errichtung eines Netzwerkes der europäischen<br />

Primatenzentren gestartet, der am 3. März 2005 im Programm "Research Infrastructure<br />

Programme" des 6. europäischen Forschungsrahmenprogramms (FP6)<br />

unter dem Titel "European Primate Network: Specialised infrastructures and procedures<br />

for biological and biomedical research" eingereicht wird.<br />

Jahresbericht 2003/2004 279


<strong>Forschungskoordination</strong><br />

In diesem Antrag, in dem acht europäische Primatenzentren vernetzt werden sollen,<br />

werden zentrale Aspekte der biologischen und biomedizinischen Forschung mit Primaten<br />

erfasst, um die Kenntnisse und Kompetenzen auf dem Gebiet der Forschung<br />

sowie der Tierhaltung und -züchtung zu verbessern. Entsprechend dem FP6 Programm<br />

"Integrated Infrastructure Initiatives" als Teil des Research Infrastructure<br />

Programme sollen Network activities (Austausch von Wissen über Meetings, Workshops<br />

und Training-Kurs Network activities), Access activities (gemeinsame Nutzung<br />

von verfügbaren Ressourcen) und Joint Research activities (Etablierung gemeinsamer<br />

Forschungsprojekte) durchgeführt werden. Diese erste Phase eines europäischen<br />

Primatennetzwerkes soll der Grundstein für ein dauerhaftes Netzwerk<br />

sein, das zukünftig um weitere Institutionen, beispielsweise aus Osteuropa, erweitert<br />

werden soll.<br />

280 Jahresbericht 2003/2004

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