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Zwei Künstlerschicksale Carsten Klook - Literatur-Quickie

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spielen lernte. Ich klopfte derweil auf einen Pappbottich mit Aluboden, den ich<br />

aus der Plastikfabrik geklaut hatte, in der ich damals arbeitete, einfache<br />

Viertel. Die Musik trieb alle aus dem Raum, ein Wahnsinn. Wir hatten nie<br />

einen Auftritt, unsere Kompromisslosigkeit aber war genial. Echter<br />

Underground-Kult!“<br />

Die Bedienung wedelte mit ihrer Schürze und sortierte die Bierdeckel auf<br />

dem Tisch wieder in den Halter. Superordentlich hier, dachte ich gelangweilt.<br />

Onkel Dinky stammelte sich durch den Abend, meine Gedanken nahmen<br />

derweil Platz an einem gedeckten Tisch, an dem eine Frau bediente, die statt<br />

Bierdeckel ein Skatblatt auslegte und darauf Fünf-Liter-Eimer mit Wasser<br />

servierte, in die sie eine Ladung Vitamintabletten kippte, umrührte und zum<br />

Abschluss eine Sonnenblume auf den Trinkeimer legte. Damit keine Fliegen<br />

hineinfallen können, hauchte sie mir vertraulich ins Ohr.<br />

<strong>Zwei</strong> <strong>Künstlerschicksale</strong><br />

<strong>Carsten</strong> <strong>Klook</strong><br />

Mein Nachbar fuhr indes fort: „,Das rockt doch nicht!‘ bekamen wir zu<br />

hören, als wir vor unseren Freunden spielten. Wir teilten uns den<br />

Übungsraum mit dem Sohn eines Managers, der immer schon im Raum lag,<br />

als wir ankamen, und der die ganze Nacht durchgesoffen und alle Verstärker<br />

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