Informationsveranstaltung zur geplanten ... - Pitten

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Informationsveranstaltung zur geplanten ... - Pitten

Informationsveranstaltung zur geplanten

Abfallverbrennungsanlage der Fa. Hamburger

Umweltnetzwerk

–Büro für Umweltfragen –

©2008 2008 Referat: K. Koch am 28. Aug. 2008 in Pitten / Österreich

im Auftrag: “der Gemeinde Pitten


-Umweltnetzwerk -

Büro für Umweltfragen

Bewertung + Erstellung von

Expertisen, gutachtliche

Stellungnahmen

Sachbeistand für Kommunen Klaus Koch

Verbände + Bürgerinitiativen - Umweltberatung -

in Genehmigungsverfahren, Tel: 040-599 811

- Beratung + Vorträge Mobil: 0173-63 222 30

- im In- + Ausland umweltnetzwerk@alice-dsl.de

umweltnetzwerk@alice dsl.de


Umweltnetzwerk - Referenzen:

Gemeinde Wachau: ESB-IHKW- Müller-Milch (Sachsen)

Stadt Porta Westfalica: Mitverbrennung E.ON-Kohle-KW (NRW)

Stadt Eberswalde: ESB-IHKW EVA (Brandenburg)

Gemeinde Sierksdorf: MVA Neustadt (Schleswig-Holstein)

Amtsverwaltung Rantzau: MVA Tornesch (Schleswig-Holstein)

Stadt Lucka: ESB-IHKW Langendorf (Thüringen)

Provinz Bozen: MVA Bozen-2 (Bozano/Italien)


Vorbemerkung zur Veranstaltung:

•diese Veranstaltung richtet sich nicht gegen die

bestehende Fa. Hamburger / Papierfabrik Pitten

zur geplanten Abfallverbrennungsanlage soll

eine sachliche Grundlage zum Stand des

Verfahrens auf Grundlage der bei der Behörde

eingereichten Unterlagen* ermöglicht werden.

* NÖ Landesregierung Stand 7-2008


Vortragsgliederung:

• aktueller Stand des Verfahrens

(*Genehmigungsantrag Hamburger Recycling)

• Technikvergleich mit deutschen Anlagen

(im speziellen Rauchgasreinigungsanlagen)

• Auswirkungen der Abfallverbrennung

(Fazit und Empfehlungen)

*NÖ Landesregierung Stand 7-2008


Standort geplante Abfallverbrennungsanlage Pitten

neuer Abgaskamin 70m


Ballenlager Ersatzbrennstoffe


Standort geplante Abfallverbrennungsanlage Pitten

Vorhandene Abgaskamine


- Grunddaten zur Anlagenplanung Pitten -

Abfalldurchsatz

Anlagenart

Feuerungstemperatur

Heizbandwert des Abfalls

Kraft-Wärme-Nutzung

Schornsteinhöhe

geplante Filtertechnik

Beurteilungsradius

geplante Abfallarten

Abfallanlieferung pro Tag

LKW-Abfallanlieferung

45.000 t/a

Rostfeuerung

850 0 Grad

10 – 16.000 KJ/kg (Ǿ 12.000)

19,9 MW

SCNR/ Kalkhydraht / HOK

Rejekte-/Klärschl.-/ Kunststoffe

* Berechnungsgrundlage 250 Tage Anlieferung bei 7.500 Betriebsstunden pro Jahr / Einreichunterlagen 7-2008

70 m

5 km

120 t

24 Std. Tägl./ Samstag bis 15 00


Abfallverbrennung 45.000 To. / Jahr

Transporte zur Verbrennung :

180 Tonnen/Tag

-LKW-Abtransport fester Rückstände (ca.):

54 Tonnen/Tag

(davon ca. 10 To. pro Tag zur Sonderabfall-Deponie)

TransportlärmRundumdieUhr/Samstagbis15Uhr

(Optional = Die Papierfabrik Hamburger verfügt über einen eigenen Bahngleisanschluss)

*Berechungsgrundlage = 7.500 Betriebs -Std. / 250 Transporttage


Abfallverbrennungsanlage Hamburger Pitten

Beantragt wurden folgende Abfallarten :

30.000 t/a Ersatzbrennstoffe (externe Abfälle)

3.000 t/a Klärschlämme - Papierproduktion

11.000 t/a Spuckstoffe - Altpapieraufbereitung

44.000 Tonnen


Falsche Berechnungsgrundlage

Energieaufwendungen unberücksichtigt

unber cksichtigt

● Die Bewertung der Abfallverbrennung berücksichtigt

lediglich die CO2-Mengen, die bei der Verbrennung

entstehen, bzw. die bei einer Ablagerung anfallen

● unberücksichtigt bleibt der “ökologische Rucksack“

● Dies ist die Menge an Energieaufwendungen, die

vom Rohstoffabbau bis zu dem Zeitpunkt anfallen,

an dem das Produkt zum Abfall wird


ökologischer Rucksack von Abfällen

Es fehlt jede wissenschaftliche Aussage:

● welcher Aufwand zum Abbau von Rohstoffen,

der Ressourcenübertragung vom Ausland in

die Industriegesellschaft, sowie

● welchen Mengen dafür insgesamt an Energie,

bzw. CO2 verbraucht wurde,

● um ein Produkt herzustellen, das zu Abfall wurde


ökologischer Rucksack von Abfällen

Was sind Ersatzbrennstoffe:

● mit hohem Energieaufwand veredelte

Rohstoffe, die zum Zweck der einmaligen

Energieerzeugung verbrannt werden sollen

● Die Energieausbeute beträgt betr gt im Verhältnis Verh ltnis

zum Produktions- Produktions und Herstellungsaufwand

sowie dem Materialeinsatz maximal 20%


Ersatzbrennstoffe aus Abfällen

keine Qualitätsanforderungen in der EU:

➨ Ersatzbrennstoffe unterliegen in der EU keinerlei

gesetzlicher Auflagen

➨ keine Schadstoffminimierung vorgegeben

➨ durch Aufkonzentration höhere Schadgehalte

➨ z.B. hohe gemischte Chlor-Brom-Dioxine/-Furane

➨ Einzig die Energieausbeute von mind. 11.000 KJ/kg

ist in der EU-Abfall EU Abfall-RL RL vorgegeben


Eingang / Lagerung Ersatzbrennstoffe

➨ keine Eingangskontrolle vorgesehen

➨ keine Kontrolle auf radioaktives Material

➨ keine Branderkennung im Bunker eingelagerter

Abfälle mittels Infrarottechnik

➨ erhöhte Brandgefahr / diffuse Emissionen durch

unvollständige Einhausung des Zwischenlagers

➨ keine Erfassung der diffusen Emissionen über

die Immissionsprognose


Störfallbetrachtungen

In den Einreichunterlagen der Fa. Hamburger

wurden betrachtet:

• Flächenbrand im Müllbunker

• Rohgasaustritt bei Ausfall der Rauchgasreinigungsanlage

• Ammoniakwasser-Austritt


Störfallbetrachtungen

von der Fa. Hamburger wurden nichtbetrachtet:

● Brand im Zwischenlager für Ersatzbrennstoffe

● Flächenbrand im Altpapierlager

● Dominoeffekte: Brand in der Papierfabrik

● Explosionsgutachten / Worst Caste-Fall

Bei einem Vollbrand der Anlagen ist die örtliche

freiwillige Feuerwehr überfordert, nicht ausgerüstet!

Forderung: eigene Werksfeuerwehr / C-Löscheinheit

C Löscheinheit


Fehlende Einbeziehung

Bei Betrachtung der Umweltauswirkungen hätten

die bestehenden Anlagen der Fa. Hamburger:

➨ Papierfabrik

➨ Altpapierlager

➨ Vorbehandlungsanlagen

➨ Klärschlammanlage

➨ Energiezentrale

als Kumulationseffekte mit einbezogen werden müssen.

Ebenfalls nicht berücksichtigt wurden die Auswirkungen der

verbrannten Klärschlammenge (von 10.000 auf 50.-60.000 t/a)


Inversionswetterlage in Pitten


Radius Abfallverbrennung Pitten

3,5 km Radius

MVA Pitten


Radius Abfallverbrennung Pitten

MVA Pitten

Hauptwindrichtung

aus Nord-West


Fazit I

• Die Rauchgasreinigungsanlage der Fa.

Hamburger ist nach dem einfachsten

technischen Prinzip aufgebaut.

• Es existiert eine Vielzahl von Anlagen in

Deutschland, die durch mehrstufige (nasse)

Reinigungsanlagen nicht nur deutlich

niedrigere Emissionen aufweisen, sondern

• auch einen wesentlich höheren Sicherheits-

standard für die Bevölkerung gewährleisten.

gewährleisten


Immissionen in Hauptwindrichtung Nord-West

(362 Tage pro Jahr)


Inversionswetterlage über Pitten


“Deckel“-Effekt: Schadstoffe verbleiben am Ort

Über der Stadt befindet

sich eine Mischung aus

Abgasen und Nebel


Fazit zur Ausbreitungsberechnung

• Aufgrund der relativ engen Tallage von Pitten

sind bei der Schadstoffausbreitungsrechnung

spezielle Prognosemodelle heranzuziehen.

• Die vom Antragsteller Papierfabrik Hamburger

verwendeten Modelle sind ausdrücklich nicht

geeignet, die hohen Zusatzbelastungen durch

die Hangbeaufschlagung zu beschreiben.

• Die Zusatzbelastungen werden daher in der

gesamten Region nicht sachgerecht dargestellt.


Fehler der Ausbreitungsberechnung 1

• Gauss-Modelle finden heute im Rahmen von

Immissionsprognosen keine Anwendung mehr,

da sie beispielsweise:

►Geländesteigungen,

► Windfelder und

► Kaltluftabstufungen

nicht berechnen können.

• der verwendete wissenschaftl. Kenntnisstand

der Immissionsprognose liegt 20 Jahre zurück


Fehler der Ausbreitungsberechnung 2

• Kaltluftabflüsse, Inversionswetterlagen können

mit dem verwendeten Modell nicht abgebildet

werden,

• eine angemessene Berücksichtigung der Hangbeaufschlagung

lässt das Modell ebenfalls nicht zu.

Der verwendete Grundlage stammt aus dem Jahr

1981 und ist vollkommen überholt. Diese Modelle

entsprechen daher nicht dem Stand von

Wissenschaft und Technik.

• Unsere Empfehlung an die Gemeinde:

wissenschaftl. Begutachtung der Prognose sowie

Neuerstellung durch die Fa. Hamburger


Empfehlungen

• Der topografisch ungünstige Standort (enge

Tallage, südöstlich vom Stadtgebiet) ist für eine

Anlage mit einfacher Rauchgasreinigung nicht

geeignet.

• Sollten vom Investor Hamburger nicht massive

technische Nachbesserungen vorgeschlagen

werden (z.B. nasse Rauchgaswäsche / plus) ist

die Anlagenplanung für die in Pitten und in der

Umgebung lebenden Menschen unzumutbar.


Filterung von Partikelemissionen aus

Abfallverbrennungsanlagen

► Grobstäube Durchmesser 10 µm (PM 10):

-Gute bis sehr gute Abscheideleistungen

► Filterwirkung bei Partikeln > 5 µm :

5 - 50%

► Filterung bei ultrafeinen Partikel < 2,5 – 0,1µm :

0


Gesundheitliche Risiken in Zusammenhang

mit Abfallverbrennungsanlagen

-erhöhtes Krebsrisiko

-Atemwegserkrankungen

-Herzkrankheiten

-Schädigung des Immunsystems

-allergische Reaktionen

-angeborene Anomalien


Lungengängige Stäube nehmen zu

Feinstäube erzeugen Krebs

Ablagerungen von Feinpartikeln im Atemtrakt

Grafik: Stadt Zürich Umweltdepartement


Schema Abfallverbrennungsanlage Pitten


Rauchgasreinigung MVA Bielefeld (5 Stufen)

8

1

Elektrofilter I

Abscheiden der

Staubpartikel

2

Sprühtrockner

Abscheiden der

Salz- und

Staubpartikel

3

Elektrofilter II

Ascheiden der

Salz- und

Staubpartikel

4 5

6

Aerosolabscheider

Abscheiden

Flüssigkeitströpfchen,

Staubpartikel

Vor- / Hauptwäscher

Abscheiden

Schadgase

Chlor-/Fluorwasserstoff,Quecksilberverbindungen,

Schwefeldioxid

Katalysator

Umwandlung

Stickoxide,

Zerstörung

Dioxine +

Furane

7 8

Gewebefilter

Abscheiden

Schwermetall-

Reste, Reste an

Dioxinen,

Furanen +

Reststaub


Internationale Grenzwerte thermischer Abfallverbrennung

Schadstoff

(ng ng) ) mg/m3

Staub

SO 2

NO X

HCI

HF

CO

HC

Hg

Pb,Zn,Cr

As,Co, Ni

Cd+Verbind +Verbind

PCDD/F

BRD

2005

10

50

200

10

1

50

10

0,03

0,05

0,5

0,05

0,1

Nieder-

lande 95

5

40

70

10

1

50

10

0,03

0,05

0,5

0,05

0,1

Österreich

(2002)

15

50

100

10

0,7

50

20

0,05

0,05

0,5

0,05

0,1

EU-Sonderabfall

(94/67/EEC)

10

50

200

10

1

100

20

-

-

-

-

0,1

EU (1998)

Hausmüll

10

50

200

10

1

50

10

-

Quelle: [Sakai und

Vehlow1998], BMU-2007

UBA-Österreich 2008

-

0,1

Japan

(1995)

10-50

10-30

30-125

15-50

-

50

-

-

-

0,5


Das Dioxin Messproblem

In Österreich per Gesetz nach dem

vorgeschrieben:

2 Einzelmessung für Dioxine pro Jahr

(durch den Anlagenbetreiber – der ein Labor

seiner Wahl bestellt und auch bezahlt !)


Dioxin Messungen im europäischen Ausland

Kontinuierliche Messungen sind gesetzlich in Europa

vorgeschrieben in: Belgien, Niederlande

–diese liefern gravierende Unterschiede -

Belgien: Studie zum MVA-Messprogramm (1998-2000)

Zur Einführung neuer Filtertechniken wurde gemessen:

über Einzelmessung: 0,25 ng I-TEQ/m 3

über Dauermessung: 8.2 – 12,90 ng I-TEQ/m 3

Der Unterschied: Faktor 30 - 50


Messung von Schwermetallen

nach dem Immissionsschutzgesetz

Österreich ist vorgeschrieben:

2 Einzelmessung pro Jahr

(durch den Anlagenbetreiber)

im Rahmen der Emissionserklärung

für 1 bis maximal 6 Std.

1 bis maximal 6 Std.

(Betriebsstunden pro Jahr = ca. 8.000)


Fazit:

• Topografisch ungeeigneter Standort durch

exponierte Talkessellage (Inversionshäufigkeit)

• 155-jährige industrielle Standort-Vorbelastung

• Abfallmengen nicht in der Region vorhanden

• unzureichende Rauchgasreinigung

–nicht Bestverfügbarer Stand der Technik


Stand der Technik

• industrielle Vorbelastungsuntersuchung durch den

Investor am Standort / Werksgelände der 1853

gegründeten Papierfabrik W. Hamburger GmbH

• neue Ausbreitungsberechnung unter Einbeziehung

der Schadstoff-Hangbeaufschlagung im Pittental

• Immissionsrechtliche Erfassung und Bewertung

aller am Standort bereits vorhandenen Anlagenteile

• Verbesserung der Filteranlage nach BREF (bestverfügbarer

Stand der Technik – Sevillia 2006)


Danke für Ihre

Aufmerksamkeit !

Für Fragen stehe ich

Ihnen gerne zur Verfügung

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