Sommer 2012 - Kath. Pfarrgemeinde Hl. Dreikönige, Neuss

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Sommer 2012 - Kath. Pfarrgemeinde Hl. Dreikönige, Neuss

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Pfarrgemeinderat (PGR)

Gedanken aus dem Pfarrgemeinderat

zum Thema „Werktag“

Die Woche fängt mit dem Sonntag an.

Jeder Christ kann Zuspruch und den Segen

Gottes aus der Sonntagsmesse mit in

die Arbeitswoche nehmen und kann sich

daraus stärken. Leider nehmen drei Viertel

aller Christen diese Möglichkeit nicht wahr.

Christus, in der Mitte seiner Gemeinde, will

uns sonntags in der Messe für die Arbeitswoche

aufrichten. Aus dem Sonntagsgottesdienst

geht der Christ im Idealfall mit

einer Sendung („Ite missa est!“) in seinen

Arbeitsalltag zurück.

Raum für Gott auch im Werktag schaffen

ist unser Auftrag ab Montag. Unser Tagewerk

ist nicht mehr wie früher vom Läuten

des Glockenturms um sieben Uhr morgens

und abends und dazwischen um 12 Uhr zur

Mittagszeit bestimmt. Erfahren wir unter

der Woche Christus noch als Mitte unseres

Tuns? Bleibt noch Platz für ein Gebet im

Alltag?

Von Kardinal Meisner stammt der in

der letzten PGR-Sitzung vom April zitierte

Satz: „Morgens bete ich meine Arbeit und

anschließend arbeite ich mein Gebet“.

Vor dem Hintergrund dieses Gedankens

bekommt ein „Werktag“ eine neue Akzentuierung:

Die Trennung von Sonntag und Werktag

ist menschengemacht. An jedem Tag bin ich

als Christ verantwortlich für mein Tun oder

Unterlassen. Ich kann nicht am Sonntag

fromm sein und unter der Woche „normal“,

wie man es von manchen Mitmenschen zu

hören bekommt. Und trotzdem verlangt das

Tischgebet in der Kantine Mut. Die Kollegen

schauen fragend, wenn man sich für den

vermeintlich schwachen Kollegen einsetzt.

Mit Rückgrat als Christ im Alltag stehen ist

eine Forderung an jeden von uns. Ihr nachzukommen

kann schwerfallen.

„Wo mache ich Christus für andere berührbar?“

ist kein Thema einer Sonntagsrede,

sondern eine Frage, die sich jeder Christ

täglich stellen sollte. Unter der Woche

geschieht in unseren Gemeinden vieles. Wir

schätzen dabei den Wert von Arbeit - besonders

auch im Ehrenamt. Jede Pfarrgemeinderatssitzung

beginnt mit einem Impuls aus

dem Glauben und endet zumeist mit dem

Segen. So versuchen wir PGR-Mitglieder bei

unseren Beratungen Gott ein wenig in die

Mitte zu nehmen und nicht außen vor zu

lassen.

Georg Langer

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