Lenkzeitvorteile im Verteilerverkehr

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Lenkzeitvorteile im Verteilerverkehr

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TRANSPORT & LOGISTIK

AKTUELL

Mehr Container via

St. Petersburg

Im russischen Hafen St. Petersburg

stieg das Containervolumen

in den ersten fünf Monaten dieses

Jahres um 38 Prozent auf

231.000 TEU. Der Gesamtumschlag

stieg Jänner bis Mai um

neun Prozent gegenüber dem

Vorjahr. 2010 wurden 59 Mio.

Tonnen umgeschlagen. St. Petersburg

profiliert sich zunehmend

als Universalhafen mit

Schwerpunkt Massengut.

Containerboom im Hafen

Singapur

Im weltgrößten Hub für den

Containerumschlag, Singapur,

wurden in den ersten fünf Monaten

dieses Jahres 12 Millionen

TEU umgeschlagen. Das sei ein

Zuwachs um 3,4 Prozent gegenüber

dem Vergleichszeitraum des

Vorjahres, teilt die Hafenverwaltung

mit. Allein im Monat Mai

wurden im Hafen 2,58 Millionen

Boxen über die Kais verladen

und gelöscht.

Russland: Neuer Hafenteil

in Novorossilisk

Ein Gruppe russischer Investoren

plant den Bau einer neuen Hafenanlage

im russischen

Schwarzmeerhafen Novorossilisk.

Das Projekt ist mit

100 Mio. Rubel (3,6 Mio. US-

Dollar) budgetiert und im neuen

Hafenteil sollen jährlich 66 Mio.

t umgeschlagen werden können.

Der Bau soll 2013 beginnen, die

Fertigstellung und Inbetriebnahme

ist für 2018 geplant.

Mehr Cargo auf dem

St.-Lawrence-Strom

Auf dem St.-Lawrence-Strom

sind im vergangenen Jahr

acht Mio. Tonnen Cargo transportiert

worden und seit Anfang

dieses Jahres verzeichnet man einen

signifikanten Zuwachs beim

Massengut. Der Strom ist der

Einfüllstutzen für den seeseitigen

Transport nach Kanada und in

die USA, entlang der Route sind

die 15 wichtigsten Häfen der

beiden Staaten angesiedelt.

USA gehen vom Full-

Container-Screening ab

Amerika rückt von seiner Forderung

ab, dass weltweit alle Container

mit Bestimmung USA in

den Abgangshäfen sicherheitstechnisch

zu 100 Prozent überprüft

werden müssen. Die amerikanische

Heimatschutzministerin

Janet Napolitano kam nach Rotterdam

und sprach sich dort für

eine Kombination aus Kontrolle,

Risikoanalyse und verstärkter

Kooperation mit den Häfen aus.

WIENER HAFEN

„Ein Ort der Vernetzung“

„Vor einem Jahr waren wir bescheiden

zuversichtlich, aber wie

sich zeigt, war unser Optimismus

sehr berechtigt.“ Herbert

Szirota, der kaufmännische Geschäftsführer

des Hafens Wien,

konnte vor wenigen Tagen eine

beachtliche Bilanz für das Jahr

2010 vorstellen.

Erfolg in allen Sparten

Mit einem Umsatz von beinahe

48 Mio. Euro erreichte der Hafen

Wien eine Steigerung um

rund 4,6 Prozent gegenüber dem

Vorjahr. Das Ergebnis der gewöhnlichen

Geschäftstätigkeit

lag bei mehr als acht Mio. Euro,

und die Gesamtmenge der auf

dem Wasser- und Landweg umgeschlagenen

Güter stieg um

rund eine halbe Mio. Tonnen auf

knapp fünf Mio. Tonnen.

Die Investitionen in die Infrastruktur

betrugen 2010 rund

15,9 Mio. Euro, ein Anstieg um

18 Prozent gegenüber 2009.

Laut Peter Hanke, Geschäftsführer

der Hafen-Mutter Wien Holding,

sind diese Werte nicht nur

ein Zeichen für die Widerstandskraft

des Hafens gegen die Wirtschaftskrise,

sondern auch „eines

der besten in der Geschichte der

Hafen-Wien-Gruppe“.

Besonders erfreulich für den Hafen:

Die Steigerungen gelangen

in beinahe allen Sparten. So stieg

das Volumen des wasserseitigen

Warenumschlags um 16 Prozent

auf 1,25 Mio. Tonnen. Die

durchschnittliche Lagerauslastung

erreichte 80 Prozent (plus

zehn Prozent). Am Containerterminal

wurden 320.000 TEU umgeschlagen,

ein Plus von zehn

Prozent bei Vollcontainern und

von 17 Prozent bei Leercontainern.

Leicht rückläufig war nur

der Neuwagen-Umschlag.

Massive Investitionen

Das Investitionsvolumen von

knapp 16 Mio. Euro des Jahres

2010 steckte der Hafen Wien in

eine Reihe von Infrastruktur-

Projekten. Im Sommer wurde

das neue Hafentor in der Freudenau

in Betrieb genommen. Das

große Zentrallager wurde teilsaniert,

im Verwaltungsgebäude

wurde mit der Flächenoptimierung

begonnen.

Vor allem aber startete das Projekt

Landgewinnung: In Bauphase

1, die bereits läuft, werden

rund 25.000 m 2 Betriebsfläche

gewonnen, wobei Bauschutt von

Wiener Großbaustellen zum Einsatz

kommt. Phasen 2 und 3 sind

prinzipiell für zehn Jahre genehmigt,

„doch die wollen wir bestimmt

nicht ausnützen“, erklärt

Rudolf Mutz, Technik-GF des

Hafens. Das Timing der weiteren

Landgewinnungsphasen hängt

von den Großbaustellen in Wien

ab, „wir sind derzeit zum Beispiel

in Gesprächen mit den ÖBB

bezüglich der Baustelle Nordbahnhof“.

Allein durch die Verwendung

des Bauschutts der WU

hat sich der Hafen im Vorjahr

um die 700.000 Euro erspart,

rechnet Mutz vor.

„Beruhigende Zahlen“

Bis 2015 wollen der Hafen gemeinsam

mit Wien Holding und

Stadt Wien rund 95 Mio. Euro

in den weiteren Hafenausbau

stecken, wobei die Landgewinnung

und der Hochwasserschutz

Verkehr | 1. Juli 2011 | Nr. 26

Der Hafen Wien hat die Krise gut überstanden und befindet sich wieder auf Wachstumskurs. Den Aufwind will das

Unternehmen in den kommenden Jahren vor allem für Investitionen in die Infrastruktur nutzen.

KONSTANZA

Konstanza und Jebel Ali setzen auf

hafenseitige Kooperation

Der Schwarzmeerhafen Konstanza und der UAE-Hafen

Jebel Ali haben ein Kooperationsabkommen beschlossen.

Die Hafenverwaltung von Konstanza

hat mit DP World UAE

(Vereinigte Arabische Emirate)

dieser Tage ein Kooperationsabkommen

unterzeichnet, das zum

Ziel hat, die hafenseitige Vernetzung

der beiden Hubs in Zukunft

zu forcieren. Das vom rumänischen

Verkehrsminister Anca

Boagiu und von Sultan Ahmed,

Chairman von DP Ports World,

unterschriebene Dokument bezieht

sich im konkreten Fall auf

den Hafen Jebel Ali in den UAE.

Viertes Abkommen

In Konstanza zeigt man sich erfreut

über das Abkommen, das

bereits das vierte ist, das Rumänien

mit anderen Häfen geschlossen

hat. Mit Rotterdam,

dem türkischen Hafen Pendik

und den Häfen in Turkmenistan

würden derartige Kooperationsabkommen

bereits mit Leben erfüllt,

heißt es dazu aus dem Bukarester

Verkehrsministerin.

„Mit den Abkommen kapitalisieren

wir das Potenzial des Hafens

in Europa und jetzt auch in

den Vereinigten Arabischen Emiraten“,

sagte Boagiu nach der

Unterzeichnung in Bukarest.

In Konstanza setzt man auf potente,

private Investoren, um den

Standort zu stärken. DP World

betreibt bereits einen Terminal in

Konstanza und ist zudem in 31

Ländern rund um den Globus

mit Terminals an den wichtigen

Logistik-Drehscheiben präsent.

Neues Geschäft im Visier

Im Kooperationsabkommen ist

u. a. vorgesehen, dass beide Häfen

Initiativen zur Entwicklung

von Liner Services zwischen den

beiden Hubs ergreifen, aber auch

neue Geschäfte aufzäumen, im

Bereich Sicherheit und Operating

Erfahrungen austauschen und

letztlich mehr Cargo auf die Beine

stellen. Via Konstanza wurden

im Vorjahr mehr als

520.000 Gütertonnen für und

von Österreich umgeschlagen,

um 137 Prozent mehr als im

Jahr 2009. Vor allem die Importe

haben im Vorjahr massiv angezogen.

Herbert Szirota (GF Hafen Wien), Wien-Holding-GF Peter Hanke, Rudolf Mutz

(GF Hafen Wien) und Monika Unterholzner (Prokuristin Hafen Wien) (v. li.)

GÜTERVERKEHRSZENTREN

Rund 80 Investoren von 100

wissen den Begriff GVZ zuzuordnen,

20 Prozent können allerdings

nichts damit anfangen. Ein

Fünftel der 100 überregional

agierenden Investoren, die allesamt

Logistik- und Industrieobjekte

in ihrem Anlageportfolio

gelistet haben, musste beim Thema

passen. Dies ergab eine Befragung

durch den Münchner

Logistikimmobilien-Spezialisten

Logivest.

Unter den 80 Prozent der sowohl

opportunistischen, als auch Core-Investoren,

die GVZ kennen,

war man sich in einem zentralen

Punkt einig: Ein GVZ an einem

Standort stellt für logistische Investitionen

durchaus einen Anziehungspunkt

dar.

GVZ kaum bekannt

Als Begründung gaben die Investoren

an, dass man dann den

Standort als einen „in der Logistikbranche

besonders nachhaltig

tätigen Standort“ wahrnehme,

was eine Investition dort und im

Umfeld begünstige. Kuno Neu-

prioritär sind. Massiv erweitert

sollen auch die Lagerflächen für

Umschlagsgeschäft und Lagerhaltung

werden. Prokuristin Monika

Unterholzner: „Wir können

zusehen, wie sich die Lager füllen

und die Containerberge immer

höher werden. Das Aufleben

der Konjunktur kann man wohl

nirgendwo so deutlich ablesen

wie an einem Logistikknoten.

Der Hafen Wien ist ein solcher

Ort der Vernetzung für die Logistikbranche.“

Und wird es wohl bleiben. Das

erste Halbjahr 2011, sagt Peter

Hanke, zeige bereits ein weiteres

Plus von 15 Prozent im Containerbereich.

„Die Zahlen sind

wirklich sehr beruhigend.“

Ein GVZ ist manchen Investoren

kein Begriff

In Österreich ein Fremdwort, in Deutschland gang und

gäbe: Güterverteilzentren (GVZ).

HAFENWIEN.COM

meier, Geschäftsführer der Logivest,

nahm seine Gespräche mit

Investoren zum Anlass, näher

nachzufragen. „Interessant für

mich war, dass die meisten Namen

der GVZ in Deutschland

kaum bekannt sind. Zu Unrecht,

denn dass sie einen wichtigen

Part in der Entscheidung für einen

Standort spielen könnten,

zeigt die obige Aussage der Investoren.“

Auf konkrete Namen von Güterverkehrszentren

angesprochen,

nannten die 80 Investoren in erster

Linie das GVZ Nürnberg, die

drei Berliner GVZ sowie das

GVZ Bremen. Sehr oft fielen

auch die Namen der Logistikzentren

Cargo City Süd in Frankfurt,

Hamburger Hafen und

Duisport.

Diese präsentieren sich jedoch

nicht unter dem Begriff GVZ.

(Alle deutschen GVZ auf einen

Blick sind auf der Website

www.logivest.de zu finden.) Logivest

legt in seiner Arbeit neben

der Vermarktung von Logistikflächen

auch viel Wert auf das

Thema Standortmarketing.

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