Gut gerüstet - dwt-Zelte

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Gut gerüstet - dwt-Zelte

Praxis

Gestänge

Gut gerüstet

So sagt es das Lexikon:

„Stabilität (von lateinisch stabilis

= standhaft, stabil) ist die

Fähigkeit eines Systems, nach

einer Störung wieder in den

Ausgangszustand zurückzukehren.“

Eine treffende Beschreibung

für das, was auch für ein

Vorzelt Grundvoraussetzung

sein sollte.

Die wichtigste Zutat für

die Stabilität des Vorzelts ist das

Gestänge. „Stangenmaterial

und -durchmesser geben dem

Camper Gelegenheit, auf lokale

Gegebenheiten zu reagieren

und es dem jeweiligen Einsatzzweck

anzupassen“, so Claus

Winneknecht, Mitgeschäftsführer

von Vorzelthersteller dwt.

32 Camping, Cars & Caravans 7/2009

Stahl etwa zeichnet sich

aus durch seine Robustheit, ist

aber schwerer als alle anderen

Materialien. Deshalb wird Stahl

generell für Saison- und Dauercamping-Zelte

mit schwerem

und mittelschwerem Gewebe

benutzt. Bei Sturm und

hohen Schneelasten bieten

Stahlgestänge größtmögliche

Sicherheit. Für normale Witterungsverhältnisse

in Flachland

und Mittelgebirge empfehlen

sich Stangenquerschnitte mit

25 oder 28 x 1 Millimeter, für

extremes Wetter 32 x 1,5 Millimeter.

Stahl wird meistens galvanisch

verzinkt. Die Galvanisierung

ist ein elektroche-

Das richtige Gestänge verleiht einem

Vorzelt erst die notwendige Stabilität.

CCC nennt die wichtigsten Hintergründe.

mischer Prozess, bei dem eine

chemische Verbindung unter

Einwirkung des elektrischen

Stroms aufgespaltet wird. So

bekommt Stahl im Galvanisierungsbad

einen Zinküberzug,

wird danach versiegelt und auf

diese Weise weitgehend korrosionsbeständig.

Die leichte Alternative für

Stahl heißt Aluminium. Alu ist

nahezu rost- beziehungsweise

oxidationsfrei und kommt zum

Einsatz bei leichtem und mittelschwerem

Gewebe wie Polyester,

in kleinen und mittelgroßen

Vorzelten sowie in Urlaubsregionen

mit eher stabilen Wetterlagen.

Eine Faustregel besagt

jedoch: Um teurere Alugerüste

Aus

Camping,

Cars &

Caravans

Heft 7/2009

auf eine nahezu identische

Stabilität wie Stahlkonstrukte

zu bringen, wählt der Camper

den Durchmesser des Alurohrs

eine Nummer größer als beim

vergleichbaren Stahlrohr. Im

Vergleich zu 25er-Stahlstangen

bringt 28er Alurohr bis zu 50

Prozent weniger Packgewicht

auf die Waage. Alu gibt es auch

in der Größe 32 x 1,5 Millimeter.

Auch Aluminium unterscheidet

sich hinsichtlich der

Qualität (siehe Kasten). Es ist

in der Regel eloxiert. Das Eloxal-Verfahren

(Abkürzung für

Elektrolytische Oxidation von

Aluminium) ist eine Methode

der Oberflächentechnik zur Er-


Der Fall Hobby

Drei Vorzelthersteller entwickelten spezielle schraubenlose Halterungen

für das Hobby-Seitenwand-Profil 2009: Wigo, dwt und

Brand. Jede Firma hat ihre eigene Lösung umgesetzt. Wigo gilt

als Erfinder der No-Screw-Böckchen, das dwt-Produkt wird unter

dem Namen Hobby-Vario-Clip angeboten, Brand hat für sein

System entsprechende Schuhe entwickelt – das schraubenlose

Haltesystem (SHS) wird serienmäßig mit fünf Klemmprofilen und

fünf Aufsatzschuhen geliefert – zwei mit herkömmlichen Auflageflächen

und drei, die sich den Profilen angleichen.

CCC hat alle Varianten geprüft und musste feststellen, dass die

Systeme von dwt und Brand am besten abschnitten, bedingt durch

die Größe der Auflagenfläche. Interessant ist auch die Fixierung

der Böckchen. Während Wigo und dwt ihre Halteösen über den

Keder ziehen, klemmt Brand sein Haltesystem an den Keder.

dwt entschied sich zudem für eine weiße Auflagefläche, um keine

Rutschspuren auf den hellen Profilen zu hinterlassen.

1 2

Es gibt verschiedene Arten der Fixie-

3

rung. Am bekanntesten ist die Herzschraube

(4). Unkomplizierter verläuft

das Ausspannen mit dem Power-Grip

(1). Es genügt, den Klemmmechanismus

leicht anzudrücken – das

Rohr arretiert. Ein ähnliches System

entwickelte Isabella für sein CarbonX-

Gestänge (3). Das Alu-Easy (2) funktioniert

auf Knopfdruck – die Stange

lässt sich dann zusammenschieben.

4

zeugung einer Schutzschicht.

Dabei wird im Gegensatz zu

den galvanischen Überzugsverfahren

die schützende Oberfläche

nicht auf dem Werkstück

niedergeschlagen, sondern

durch Umwandlung der obersten

Metallzone ein Oxid gebildet.

Es entsteht eine 5 bis 25

Mikrometer dünne Schicht, die

vor Korrosion schützt – die natürliche

Oxidschicht von unbehandeltem

Aluminium beträgt

lediglich wenige Nanometer.

Als einziges Unternehmen

bietet Isabella unter der Bezeichnung

CarbonX ein Vorzelt-Gestänge

an, das sich aus

Glas- und Kohlefaser mischt.

CarbonX ist absolut rostfrei

und extrem zugfest, allerdings

auch teuer. Aus reiner Glasfaser

baut die Isabella-Tocher Ventura

das Gerippe seiner Vorzelte.

Der dänische Vorzelthersteller

Isabella unterhält mit der Firma

Campion in Vejle eine eigene

Gestänge-Produktion.

In Deutschland teilen sich

vier Unternehmen den Gestänge-Markt:

Piper in Stemwede,

Zeltgestängebau Lichtentanne

(ZGB), die von der Alu-Line

Metallverarbeitungsgesellschaft

in Bad Saulgau und von

der Hymer-Tochter Movera in

Bad Waldsee übernommene

EA-Metallbau und neuerdings

auch dwt in Baunatal (siehe

Kasten).

Wigo, dwt und

Brand (von oben

nach unten)

entwickelten für

das Hobby-

Seitenwand-

Profi l spezielle

Böckchen, die

sich der Form

anpassen. Bei

den Brand-

Böckchen lässt

sich der Schuh

abnehmen und

gegen einen mit

normaler Aufl age

austauschen.

Wo es Gestänge gibt, gibt

es auch Salat – Gestängesalat.

Aufbaupläne sind oft kryptisch

und schwer zu durchschauen.

Aber: Sie funktionieren alle nach

demselben Muster. Gernot

Haiges, Vertriebschef des Vorzeltherstellers

Herzog in Kirchheim

am Neckar, rät: „Messen

Sie die Stangen ab und legen

Sie sie nach Plan aus. Nachdem

das Vorzelt eingezogen

ist, beginnt man mit der mittleren

Firststange.“ Ist die an der

Caravanwand eingehakt und

gegenüber mit der Stützstange

fixiert, lassen sich bequem die

seitlichen Dachstangen anbringen.

Hilfreich sind farbige Aufkleber,

um beim nächsten �

Camping, Cars & Caravans 7/2009 33

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Praxis

Gestänge

Was ist was?

Aluminium

Etwa 50 Prozent leichter als Stahl. Für

ausreichende Stabilität meist kräftiger zu

dimensionieren als Stahlgestänge. Das

Stauvolumen ist etwa gleich. Aluminium ist

ein sehr leichtes Material (< 3 g/cm 3 ), aber

auch relativ weich und besitzt eine geringe

Abriebfestigkeit. Auch Aluminiumlegierungen werden im Bereich der Zeltgestänge

angewendet. Bei Kuppelzelten sind die Gestängebögen per Gummizug

verbunden. Bei kleineren Bögen mit engem Radius sind die Einzelsegmente

vorgebogen, um die Bruchgefahr zu verringern.

Aluminiumgestänge gibt es in sehr unterschiedlichen Qualitäten und Ausführungen.

Stahl

Sehr stabil. Bei einfacher Ausführung nur lackiert, besseren Rostschutz bietet

eine Verzinkung. Wichtig sind eine sehr gute Versteifung der Eckwinkel. Hohes

Gewicht und hohe Stabilität.

Behandeltes Stahlrohr besteht meist aus

mehreren Schichten. Der nackte Stahl erhält

eine Zink-, dann eine Chromatschicht

sowie eine äußere und innere Versiegelung.

Die deutsche Metallindustrie ist mit

ihrer DIN der Meinung, dass Stahl mindestens

zwölf Prozent Chrom enthalten muss, um als rostfrei zu gelten – auch

wenn diese Legierung bei dauerhaft feuchter Witterung, Kontakt mit Säuren,

Handschweiß oder Einsatz an der See dennoch oxidieren kann. Und das hat

auch gute Gründe: Theoretisch ist es zwar möglich, absolut rostfreie Gestänge

herzustellen, nur wären die dann extrem spröde.

Glasfiber

Glasfibergestänge besteht aus Epoxydharz

und kommt hauptsächlich als Material für

Zeltgestänge bei Tunnel- und Kuppelzelten

zum Einsatz. Etwas bessere Zelte haben

hohle Glasfiberstangen, die durch einen

Gummizug verbunden sind, der das Zusammenstecken

erleichtert. Außen liegende Verbindungshülsen aus Aluminium

machen Glasfibergestänge an den Verbindungen dicker und erschweren

den Aufbau bei Zelten mit Gestängekanälen.

Isabella arbeitet mit einer Mischung aus Glasfiber und Carbon – als einziger

Vorzelthersteller. Dieses Leichtgewichtgestänge eignet sich für Saison- und

Reisecamping. Das Gestänge ist absolut rostfrei und 25 Prozent steifer als

herkömmliche Glasfiberstangen, hat aber auch seinen Preis. CarbonX ist in

Zusammenarbeit mit der Firma Exel aus Finnland entwickelt worden.

34 Camping, Cars & Caravans 7/2009

Mal das Gestänge schneller zuordnen

lassen. Ab Werk angebrachte

Markierungen werden

wohl immer ein Wunschtraum

bleiben – warum, weiß keiner

so genau. Erleichterung schaffen

auch einzelne Stangen, die

mit einem Gummizug verbunden

sind. Sie werden ineinander

gesteckt und nach dem

Ausspannen fixiert.

Dafür gibt es verschiedene

Möglichkeiten: Am bekanntesten

ist die Herzschraube,

die über Schellen den

Zusammenhalt der Stangen

garantiert. Viel unkomplizierter

funktioniert das Ausspannen

mit dem Power-Grip-System

der Firma Piper, das in vielen

Fällen bereits serienmäßig dem

Vorzelt beiliegt. Es genügt, den

Klemmmechanismus leicht anzudrücken,

damit das Rohr arretiert.

Als Nachrüstsatz kostet

der Power-Grip-Komplettsatz

65,90 Euro und eignet sich für

Stahl und Alu.

Isabella hat ebenfalls ein

eigenes Schnellspannsystem

namens Isafix entwickelt. Dieser

Verschluss, den es auch als

Nachrüstsatz für alle CarbonX-

Gestänge gibt, funktioniert

ähnlich wie Power-Grip: Eine

einfache Handbewegung arretiert

das Gestänge. Ventura

hingegen benutzt für sein IXL-

Glasfibergestänge eine Spannvorrichtung

namens Fixus: Die

serienmäßige Flügelschraube

wird entfernt und der Fixus-

Verschluss montiert. Mit einer

einfachen Hebelwirkung kann

das Gestänge fixiert werden.

Ob Markise, Sonnendach oder

Vorzelt – die Funktion folgt der

Form. Erst die richtige Aus- und

Abspannung machen das Gebilde

zu einem Bollwerk.

Beinahe revolutionär mutet

nach wie vor das Alu-Easy-

System von EA-Metallbau an.

Nur ein paar Handgriffe und

das Alu-Easy steht wie eine Eins.

Die wenigen vorgefertigten

System-Elemente sind nicht zu

verwechseln, übersichtlich aufgebaut,

leicht zu handhaben

und durch einfaches Ausziehen

in der Länge verstellbar. Einmal

ausgezogen, arretiert das

Alu-Easy-Sys-tem von selbst.

Ein Knopfdruck genügt, und

es lässt sich wieder zusammenschieben.

Dieses System eignet sich

besonders für leichte bis mittelschwere

Zelte, Sonnendächer

oder Reisevorzelte, hingegen

nicht für schwere Dauerstand-

und Winterzelte. Alu-Easy gibt

es, wie der Name schon sagt,

nur für Aluminium.

In manchen Regionen

empfiehlt es sich, ein paar

Stangen mehr mitzunehmen,

besonders in windreichen Gebieten.

Die eine oder andere

Dachzusatzstange, Orkanstütze

oder ein Schellenstab hilft da

sehr. Zu überlegen wäre auch,

eine Aufstellstange mit Fuß zu

besorgen, die mit Zeltnägeln

fixiert werden kann. Das schafft

zusätzlichen Halt.

Besonderes Augenmerk

richten die Gerüsthersteller auf

die Eckelemente. Darauf lasten

die größten Kräfte, besonders,

wenn starker Wind weht, müssen

sie einiges aushalten – ob

aus Kunststoff, wie bei Isabella,

oder aus Alu und Stahl.

Dennoch stellt das Gerüst

nur eine Komponente des Gefüges

dar. Das beste Stangenwerk

nützt nichts, wenn das

Zelt nicht korrekt aufgebaut

wurde. Dazu gehört eben auch

das straffe Aus- und Abspannen.

Dann können Wind und

Wetter nichts mehr anrichten –

egal woraus das Gestänge besteht.

ras


Fotos: Dieter S. Heinz (S.32), Schneekloth, Hersteller

dwt mischt als Gestängeproduzent mit

Welches Material auch immer, zuerst muss es einmal in die richtige Form

gebracht werden, damit sich die Stangen passgenau zu einem Gerüst aufbauen

lassen. CCC fuhr ins sächsische Niesky und schaute sich die neue Stangenproduktion

von dwt einmal an. Mehr als 1,2 Millionen Euro investierte das Baunataler

Unternehmen in das Projekt. Claus Winneknecht, Mitgeschäftsführer,

erläutert den Schritt: „Wir schufen uns das zweite Standbein, um unabhängig

zu sein.“ 50 Prozent produziert der Vorzelthersteller für die eigene Vorzeltherstellung,

50 Prozent für den freien Markt, zum Beispiel für Fritz Berger. Der

Absender in diesem Fall: „Premium Metallsysteme“ und nicht dwt-Zelte.

Die Fertigungsstätte hat die Fläche einer mittleren Turnhalle. Auf der Stirnseite

lagern Hunderte von etwa zehn Meter langen Stahlrohren und Alurohren mit

unterschiedlichen Querschnitten, die per Handkran bündelweise zum Herzstück

transportiert werden, der so genannten Rohrendenverarbeitungsmaschine

– ein Multifunktionsgerät mit unterschiedlichen Verformungs- und Stanzmodulen,

auch Aktivwerkzeuge genannt.

Dort werden die Stahlrohre auf die richtige Länge getrimmt, Rohrenden verjüngt,

um sie steckfähig zu machen, sowie Löcher für Schellen gestanzt. Rund

2.000 Meter Stahlrohr verarbeitet dwt pro Tag. Gearbeitet wird im Drei-Schicht-

Betrieb.

Das Herzstück der Gestängeproduktion

ist die so genannteRohrendenverarbeitungsmaschine.

Unter anderem

verjüngt das Werkzeug die

Stangen, damit sie sich

zusammenstecken lassen

(Bild Mitte). Sensible Teile

werden von Hand gefertigt,

so zum Beispiel Gelenkverbindungen.

dwt-Geschäftsführer

Claus

Winneknecht und

Steffen Schwerdtner,

verantwortlich

für Entwicklung

und Konstruktion,

begutachten

Gestängeteile. dwt

produziert sie seit

April in einer neuen

Fertigung im sächsischen

Niesky.

Camping, Cars & Caravans 7/2009 35

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