1. Klima und Umweltprobleme: eine Standortbestimmung.

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1. Klima und Umweltprobleme: eine Standortbestimmung.

Schweiz Tourismus bekennt sich mit dem Slogan get natural in ihrer Strategie eindeutig zur Natur. Wir sind

uns sehr bewusst, dass eine intakte Natur von elementarer Bedeutung für den Tourismus ist.

Bei Schweiz Tourismus gibt es schon längst umweltfreundliche Angebote, um die Schweiz zu entdecken,

sei es zu Fuss, mit dem Fahrrad, oder mit dem ausgezeichneten, gut ausgebauten öffentlichen

Verkehrssystem. Wir intensivieren deshalb u.a. die Kooperation mit den SBB und fördern stark den

öffentlichen Verkehr.

Es benötigt die Zusammenarbeit von allen Tourismus- und Umweltschutzorganisationen, um einen

umweltfreundlichen Tourismus in der Schweiz zu fördern. Wichtig ist auch zu wissen, dass der designierte

Direktor des Schweizer Tourismusverbandes, Mario Lütolf, den Umweltschutzgedanken, den Schutz der

Umwelt und den schonende Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen sowie die Umsetzung des EU

Eco-Labels in der Tourismusbranche in der Schweiz als Schlüsselthemen des Schweizer

Tourismusverbandes bezeichnet hat.

1. Klima und Umweltprobleme: eine Standortbestimmung.

Die Problematik von Klimawandel und Umweltproblemen ist im Tourismus ein vieldiskutiertes Thema.

Die GDI-Trendstudie - anlässlich des 100-Jahre Jubiläums von Kuoni erstellt 1 - identifiziert ökologische Faktoren

als einer der wichtigsten Triebkräfte für künftige Veränderungen im Tourismus:

• Reine Natur wird knapper und dadurch wertvoller

Klimaveränderung. Regionale Klimavorteile verschieben sich

• Ende der Ölreserven

• Verkehrsstaus werden chronisch, die Folgeschäden nehmen zu

• Ozonloch: Die Sonne wird gefährlich.

Der Klimawandel wird, so sind sich Trendforscher und Touristiker einig, grosse Auswirkungen auf die globale

Tourismusindustrie haben. Die Temperaturanstiege beispielsweise oder der Anstieg des Meeresspiegels können

als Beispiele genannt werden.

Mögliche (Extrem-)Szenarien sind:

� langfristig fundamentaler Wandel bezüglich gewählter Feriendestinationen

� Eine Umkehr der Nord-Süd-Reiserichtung, die momentan mehr als 70 Prozent des internationalen Reiseverkehrs ausmacht

� Destinationen in warmen Gefilden werden temperaturmässig zu heiss für gewisse Reisende; vermutlich positiver Effekt für

die nordeuropäischen Tourismusindustrien

� Destinationen, die ihren Reiz durch ihre natürliche Umgebung erhalten, gehen verloren

� Schneemengen in den Wintersportorten nehmen ab

� Steigende Nachfrage nach Ökotourismus, „natürlichen“ Ferien

Fazit: Der Klimawandel wird nebst anderen Trends beeinflussen, wann und wohin der Tourist in Zukunft in die

Ferien geht. Einige der oben genannten Szenarien betreffen den Schweizer Tourismus mehr, andere weniger.

Schweiz Tourismus ist sich der Problematik bewusst und agiert. Die alpine Bergwelt, das einzigartige, vielfältige

Natur- und Bergerlebnis, liefert die Basis für die touristische Marke Schweiz. Das Markenversprechen von

Schweiz Tourismus lautet: Natur und Authentizität („get natural“). Eine interessante Studie des Staatssekretariats

für Wirtschaft seco aus dem Jahr 2002 zeigt, dass die landschaftliche Schönheit der Schweiz jährlich eine

Wertschöpfung von geschätzten 2,5 Milliarden Franken für den Tourismus generiert. Sollte sich dieses

Landschaftsbild durch die Klimaerwärmung im negativen Sinne verändern, würde dies ein massiver

Einkommensverlust für den Tourismus bedeuten.

In der Schweiz hat der Umweltschutz bereits einen hohen Stellenwert. Der Bund, die einzelnen Regionen und

auch die Destinationen arbeiten immer häufiger mit Organisationen wie dem WWF oder Pro Natura zusammen.

Bei wichtigen Bauprojekten müssen in der Schweiz natur- und umweltschützerische Aspekte berücksichtigt

werden. So haben nicht nur Organisationen, sondern auch Privatpersonen ein Einspracherecht.

Das zunehmende Umweltbewusstsein der Schweizer Bevölkerung und der Tourismusbranche spielt eine wichtige

Rolle bei der Realisierung von grossen Tourismus-Projekten (siehe bspw. online im Internet http://www.umweltschweiz.ch/buwal/de/fachgebiete/fg_sport/planung/index.html).

1 GDI für Wirtschaft und Gesellschaft (2006). „Die Zukunft des Ferienreisens – Trendstudie“: S. 7.

Schweiz Tourismus

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*Reservationen durch STC AG, Ferienvermittler von Schweiz Tourismus


Der Klimawandel beeinflusst das ganze Tourismusjahr. In der Schweiz befinden sich die höchstgelegenen

Winterdestinationen in Europa. Ein Vergleich mit den zehn höchstgelegenen Wintersportorten in Österreich,

Deutschland, Frankreich, Italien und in der Schweiz hat zwar gezeigt, dass die Schweizer Destinationen im

Durchschnitt 545 Meter höher gelegen sind als diejenigen in den anderen Ländern. In der Schweiz gibt es aber

auch viele Destinationen, die nicht so hoch gelegen sind. Und diese werden vom Scheemangel

höchstwahrscheinlich betroffen sein, wenn die schneearmen Winter in Zukunft zunehmen würden. Die

Winterdestinationen in der Schweiz sind erfreulicherweise auch im Sommer gut ausgelastet. Je wärmer die

Sommermonate sind, umso besser verläuft auch die Saison in den Schweizer Bergen.

Falls es immer weniger Schnee geben wird in den tiefer gelegenen Destinationen, müssen diese Ferienorte nach

neuen Wegen suchen, um für die Touristen attraktiv zu bleiben. Sie könnten sich als Destinationen für Kletterer

oder Biker positionieren oder generell mehr naturbezogene Aktivitäten ins Angebot nehmen

Das Winterwanderweg-Netz der Schweiz ist schon jetzt mit 2600 Kilometern Länge das längste Europas. Nordic

Walking wird auch immer populärer. Walking ist bereits jetzt schon die Sportart Nr. 1 in der Schweiz. 2,7 Millionen

Schweizerinnen und Schweizer gehen regelmässig wandern (mehr als Skifahren).

2. Ausgewählte Massnahmen im Schweizer Tourismus.

- Politische Ebene: Der Schweizerische Bundesrat hat mit der Revision des Natur- und

Landschaftsschutzgesetzes die Schaffung von Naturparks bewilligt. Im Moment sind 30 Naturpark-Projekte in

Arbeit. Diese werden ohne Zweifel dazu beitragen, das Naturerbe der Schweiz zu erhalten und Reisende ins

Land bringen, welche die natürlichen Wunder der Schweiz entdecken wollen.

Weitere Massnahmen gegen Aktivitäten, welche die Umwelt belasten und die Klimaerwärmung beinflussen,

wie z.B. Heliskiing, sind in Planung. Der Schweizerische Bundesrat hat kürzlich darüber beraten, einen

Gesetzesentwurf vorzubereiten, der die Bedingungen für Landeplätze von Helikoptern beim Heliskiing regelt.

Dabei werden verschiedene Organisationen, inklusive Naturschutzorganisationen, in den

Gesetzgebungsprozess miteinbezogen.

- Schweiz Tourismus fühlt den inter(nationalen) Puls: durch die Teilnahme an Konferenzen (bspw. am World

Travel Monitor Forum 2006 in Pisa, Italien 1.-4. November 2006), die sich nebst anderem auch mit dem

Thema Umwelt und Klimawandel im Tourismus beschäftigen.

- Europäische Umweltlabel für Beherbergungsbetriebe als Chance für Tourismus und Umwelt. Der

Schweizer Tourismus-Verband STV 2 und das Bundesamt für Umwelt haben anfangs Oktober vier

Beherbergungsbetrieben das EU-Umweltlabel übergeben:

• Ferienart Resort & Spa, Saas Fee

• Jugendherberge Baden, Baden

• Ferienwohnungen Alpenfirn, Saas Fee

• Kesch-Hütte SAC, Bergün

• Gîte du Charron, Chavornay (wird zur Zeit zertifiziert)

• Boldern, Evang. Tagungs- und Studienzentrum (2005 zertifiziert)

Diese Betriebe unternehmen besondere Anstrengungen für die nachhaltige Nutzung der natürlichen

Ressourcen. Der STV bietet das EU-Umweltlabel als neues Label zur Qualitätsförderung im Schweizer

Tourismus an (für mehr Informationen, siehe online im Internet unter:

http://www.swisstourfed.ch/index.cfm/fuseaction/show/path/1-2-1769.htm).

- Die Touristen besuchen die Schweiz primär wegen ihrer einzigartigen, wunderschönen und vielfältigen

Landschaft, die sie hautnah erleben wollen. Diese Schönheit kann keine Postkarte und kein Bild in ihrer

ganzen Fülle wiederspiegeln. In China beispielsweise ist die Schweiz als „Garten der Welt“ bekannt. Deshalb

fühlen wir uns als Marketingorganisation für die Schweiz verpflichtet, dafür zu werben, die Schweiz auf

schonende und umweltfreundliche Weise zu entdecken: sei es zu Fuss, mit dem Fahrrad oder mit dem

ausgezeichneten, gut ausgebauten öffentlichen Verkehrssystem. Die Schweiz ist ein Wanderparadies. Sie

bietet ein markiertes Wanderwegnetz mit einer Länge von über 65'000 km. Die Winter- und

Sommerkampagnen von Schweiz Tourismus muntern dazu auf, die Landschaften der Schweiz und seine

Naturschönheiten auf umweltfreundliche Art zu entdecken.

2 Der Schweizer Tourismusverband vertritt als Dachorganisation die Interessen der Tourismusbranche in politischen und

wirtschaftlichen Angelegenheiten.

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*Reservationen durch STC AG, Ferienvermittler von Schweiz Tourismus


- Kampagne „Schweiz Pur“ von Schweiz Tourismus. Ziel ist es, touristische Angebote aufzuzeigen, die das

Naturverständnis im Allgemeinen und das Bewusstsein für komplexe Zusammenhänge in unserer Umwelt

fördern sollen (Verbindung Naturerlebnis und Unterkunft). Vertreter von Naturschutz-Organisationen und

Tourismusexperten entwickelten touristische Angebote, die das Interesse der Reisenden für die unverbauten

Naturlandschaften, für Fauna und Flora sowie das kulturelle Erbe der Schweiz wecken sollen. Diese Projekte

mussten strenge Kriterien betreffend nachhaltiger Entwicklung erfüllen. Ein weiteres Anliegen war, die

Vermarktung zu fördern von regional erzeugten Produkten wie Wein, Käse und anderen einheimischen

Spezialitäten.

Eine abschliessende Liste mit allen „Schweiz Pur“-Angeboten und den zu erfüllenden Kriterien finden sich im

Anhang (weitere Informationen, siehe online im Internet unter:

http://www.myswitzerland.com/de/page.cfm/91048). Stellvertretend für viele werden vier Angebote genannt:

• Estavayer-le-lac: Zivilisation und Natur in Grande Cariçaie, Freiburgerland

• Lukmanier: Wanderwochen ohne Rucksack im Naturetum von Acquacalda, Tessin

• Toggenburg: Barfuss übers Hochmoor

• Parc Jurassien Vaudois: Seltene Botanik und lichtdurchflutete Wald- und Weidelandschaft, Genferseegebiet

- Klimaneutrale Winterferien: Arosa lancierte im September diesen Jahres als erste Bergdestination

überhaupt “Klimaneutrale Winterferien”. In Arosa braucht der Skifahrer kein Auto im Dorf (Heimfahrtspisten,

Gratis-Bus, etc.) und reist zu 50% mit dem Zug an (Aussage RhB). Ausserdem befindet sich Arosa nah bei

den Zentren, ist also rasch und umweltschonend erreichbar. Arosa Tourismus will jetzt aber auch noch das

CO2 wieder abbauen, das durch seine Gäste verursacht wird (Weitere Informationen online im Internet unter:

www.arosa.ch/klimaneutral).

- hotelleriesuisse, ein Partner von Schweiz Tourismus bietet für verschiedene Kategorien Hotelklassifikationen

an. So gibt es unter den Spezialisierungskategorien auch die Möglichkeit, sich als Öko-Hotel klassifizieren zu

lassen. 2006 sind es bereits 9 Hotels, im nächsten Jahr bereits 11. Die genauen Anforderungen sind online im

Internet unter: http://www.hotelsterne.ch/index.cfm?BB4BB00B1143DAD15460ECE723C9FB8C einsehbar.

Beispielsweise muss ein Umweltleitbild in schriftlicher Form vorliegen, eine Energiebuchhaltung geführt und

bei Umbauten oder Renovationen umweltschonende Materialien und neuzeitliche, umweltschonende

Techniken eingesetzt werden.

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3. Anhang.

Schweiz Pur. Erlebbare Angebote in ganz natürlichen Landschaften.

Ausgezeichnete Angebote 2004-2006

Berner Oberland

1) Beatenberg: Der Weg zur Kohle

2) Griesalp/Kiental: Erholung im Einklang mit der Natur

3) Gstaad/Alp Turnels: Badeplausch auf hoher Alp

4) Sbrinz-Route: Kulturweg Luzern - Domodossola

Freiburgerland

5) Estavayer-le-lac: Zivilisation und Natur in Grande Cariçaie

6) Les Paccots: Pfad „A tire d’ailes“ („Geschwind wie ein Vogel“), Le Crêt

7) Schwarzsee: Urlandschaft Brecca

Genferseegebiet

8) Parc Jurassien Vaudois: Seltene Botanik und lichtdurchflutete Wald- und Weidelandschaft

9) Nyon: Tobleroneweg – in einer intakten Natur vom Jura an den Genfersee

Graubünden

10) Albulatal: Komplizierte Ferien bei Wasser + Brot

11) Cavaglia: Reiferien mit Islandpferden

12) Greina: Bus Alpin Greina – 2-Tageswanderung über die Greina-Ebene

13) Küblis: Mehrtageswanderung um den Rätikon

14) Nationalpark: Wander-Tour ohne Gepäck

15) Paspels: Trockenmauern selber bauen

16) St. Antönien/Sulzfluh: Heublumen-Whirlpool

17) Viamala: Ecomuseum Kulturraum Viamala

18) Via Spluga: Von Thusis nach Chiavenna

Mittelland

19) Seeland: Kulturlandschaft im Schweizer Mittelland

20) Seeland: Mühlenspur

Ostschweiz

21) Schwägalp/Säntis: NaturErlebnispark

22) Toggenburg: Barfuss übers Hochmoor

Tessin

23) Lukmanier: Wanderwochen ohne Rucksack im Naturetum von Acquacalda

24) Maggiatal: Steinpfade

25) Malcantone: Rund um die Kastanie

26) Monte Carasso: „Curzùtt“

27) Valle di Muggio: Openair-Museum

Wallis

28) Aletsch: Naturwunder

29) Vallée du Trient: Bergwelt pur

30) Ernen: Wander- und Reittrekking mit Maultieren

31) La Fouly: Demonstration und Fabrikation von Alpkäse, Alpage de la Peule

32) Saas-Fee: Smart Mountain Walking

4) Sbrinz-Route: Kulturweg Luzern - Domodossola

33) Sierre-Anniviers: Inmitten der Berge, in intakter Natur

34) Val d’Hérens: Mehrtageswanderung durch das Val d’Hérens

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Zentralschweiz

35) Entlebuch: UNESCO Biosphäre – Moorlandschaftspfad

36) Entlebuch: UNESCO Biosphäre – Biosphären-Schule

37) Entlebuch: Wandern und Kneippen im Biosphärenreservat

38) Göscheneralp: Wasserwelten

74) Sbrinz-Route: Kulturweg Luzern – Domodossola

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