PROTOKOLL ZUR PREISGERICHTSSITZUNG ... - D&K drost consult

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PROTOKOLL ZUR PREISGERICHTSSITZUNG ... - D&K drost consult

PROTOKOLL ZUR

PREISGERICHTSSITZUNG

am 24. Januar 2008 um 10:30 Uhr im

Wilhelm-Kempf-Haus, 65207 Wiesbaden-Naurod

Beschränkter, einstufiger, baulicher Realisierungswettbewerb

in Form eines Einladungswettbewerbs mit 5 Teilnehmern

FASSADENGESTALTUNG DERN’SCHE HÖFE

in Wiesbaden

ausgelobt durch die

Dern’sche Höfe GmbH & Co. KG

c/o Quantum Projektentwicklung GmbH

Dornbusch 4

20095 Hamburg

im Einvernehmen mit der

Landeshauptstadt Wiesbaden

letztere vertreten durch den

Magistrat, Dezernat für Stadtentwicklung und Verkehr


1 ANWESENDE DES PREISGERICHTS

Baulicher Realisierungswettbewerb

FASSADENGESTALTUNG DERN’SCHE HÖFE in Wiesbaden

Fachpreisrichter

Thomas E. M. Metz Leiter Stadtplanungsamt Wiesbaden

Frank Bohlander Quantum Projektentwicklung GmbH, Hamburg

Prof.Thomas Bieling freischaffender Architekt, Kassel

Jürgen Engel freischaffender Architekt, Frankfurt

Ramsi Kusus freischaffender Architekt, Berlin

Martin Murphy freischaffender Architekt, Hamburg

Florian Pollmann Architekt, Wiesbaden

Stellvertretende Fachpreisrichter

Stefan Rausch-Böhm Stadtplanungsamt Wiesbaden

Peter Bitsch Beirat für Städtebau Architektur und Baukultur, Wiesbaden

Prof. Marcin Orawiec freischaffender Architekt, Aachen

Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter

Prof. Dr.-Ing Joachim Pös Stadtrat, Dezernent für Stadtentwicklung und Verkehr, Wiesbaden

Thomas Schwendler Planungsreferent Wiesbaden

Thorsten Schmidt Quantum Projektentwicklung GmbH

Maria Seibert-Gölz Ortsbeirat Wiesbaden-Mitte

Christian Stephan Quantum Projektentwicklung GmbH

Hans-Martin Kessler Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr

Stellvertretende Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter

Johann-Ludwig Seibert Stadtrat Wiesbaden

Gabriel Dessauer Ortsbeirat Wiesbaden-Mitte

Claus-Peter Große Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr, Wiesbaden

entschuldigt fehlen:

Tanja Lucas Quantum Projektentwicklung GmbH, Hamburg

Kai-Christopher Burghard Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr, Wiesbaden

(von 14:30 bis 15:30 Uhr anwesend)

Dr. Michael von Poser Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr, Wiesbaden

(von 10:45 bis 11:30 Uhr anwesend)

Wolfgang Schwarz Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr, Wiesbaden

Sachverständige

Gert Rübenach Bauaufsichtsamt Wiesbaden (i.V. Christ. Fordey-Stange)

Martin Horsten Leiter Untere Denkmalschutzbehörde, Wiesbaden

Heinz Wionski Hessisches Landesamtes für Denkmalpflege (i.V. Prof. Dr. Gerd Weiß)

entschuldigt fehlen:

Jan Reppin Quantum Projektentwicklung GmbH, Hamburg

Wettbewerbskoordination/Organisation

Uwe Drost D&K drost consult, Hamburg

Cornelia Höll D&K drost consult, Hamburg

D&K drost consult Hohe Brücke 1 20459 Hamburg 040-3609840 info@drost-consult.de 2


2 EINFÜHRUNG

Baulicher Realisierungswettbewerb

FASSADENGESTALTUNG DERN’SCHE HÖFE in Wiesbaden

Das Preisgericht zum baulichen Realisierungswettbewerb „FASSADENGESTALTUNG DERN’SCHE

HÖFE“ in Wiesbaden tritt um 10:30 Uhr im Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden-Naurod zusammen.

Herr Uwe Drost vom wettbewerbsbetreuenden Büro D&K drost consult übernimmt die Moderation des

Rückfragenkolloquiums und erläutert nach der Begrüßung des Preisgerichts den vorgesehenen Tagesablauf.

Die Protokollführung übernimmt Frau Cornelia Höll, D&K drost consult.

Herr Frank Bohlander, Quantum Projektentwicklung GmbH, Hamburg begrüßt alle Anwesenden im

Namen der Ausloberin und hofft auf ein qualitätvolles Ergebnis, das von der Politik und den Vertretern

der städtischen Behörden getragen wird und auf breite Zustimmung bei den Bürgern trifft. Er verleiht

seiner Hoffnung Ausdruck, baldmöglichst mit der Baumaßnahme beginnen zu können.

Herr Prof. Dr.-Ing Joachim Pös Stadtrat, Dezernent für Stadtentwicklung und Verkehr, Wiesbaden,

dankt allen Verfahrensbeteiligten für die Begleitung des Verfahrens und wünscht sich eine detaillierte

und kritische Auseinandersetzung mit allen Wettbewerbsarbeiten im Verlauf der Veranstaltung. Er

hofft auf interessante und kreative Lösungen für diesen bedeutsamen und sensiblen Ort im Herzen

Wiesbadens.

Nachdem Herr Prof. Thomas Bieling, freischaffender Architekt, Kassel, einstimmig zum Vorsitzenden

des Preisgerichts gewählt wurde, stellt Herr Uwe Drost die Anwesenheit des Preisgerichtes namentlich

fest (siehe Punkt 1) und gibt eine kurze Einführung in den Ablauf der Preisgerichtssitzung. Die

teilnehmenden Büros präsentieren ihre Arbeiten einzeln. Hierfür ist ein Zeitfenster von 15 Minuten

vorgesehen. Für anschließende Rückfragen durch das Preisgericht verbleiben 10 weitere Minuten.

Alle zu der Sitzung des Preisgerichts zugelassenen Personen geben die Versicherung zur vertraulichen

Behandlung der Beratungen.

Der Vorsitzende versichert der Ausloberin, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie der Öffentlichkeit

die größtmögliche Sorgfalt und Objektivität des Preisgerichts in Anlehnung der „GRW 1995 –

Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und

des Bauwesens“.

3 ERGEBNISSE DER VORPRÜFUNG

Herr Uwe Drost stellt im Anschluss die Ergebnisse der Vorprüfung vor. Sie sind in einem Vorprüfbericht

zusammengefasst, der Aufschluss über die formalen Kriterien gibt und einen vergleichbaren Überblick

über alle Wettbewerbsarbeiten gewährleistet. Für jede Arbeit werden auf jeweils 3 DIN A4

Seiten die stichwortartigen Vorprüfungsergebnisse der Sachverständigen sowie ausgewählte 3D-

Visualisierungen der Wettbewerbsarbeiten mit Kurzbeschreibungen dargestellt. Die Vorprüfung erfolgte

anhand der in der Auslobung formulierten Kriterien.

Alle fünf, zur Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe eingeladenen Architekturbüros, haben ihre Arbeiten

fristgerecht eingereicht. Zur Wahrung der Anonymität während der Vorprüfung wurden die Kenn-

ziffern der Arbeiten durch Tarnzahlen mit den Ziffern 1271 bis 1275 ersetzt. Eine Sammelliste mit

Kennziffern, Tarnzahlen und Eingangsdaten wird zusammen mit den Verfassererklärungen bei D&K

drost consult aufbewahrt. Die geforderten Leistungen wurden im Wesentlichen bei allen Arbeiten erbracht,

wenngleich in Teilbereichen Leistungen fehlen, so führt dies nicht zu einer grundlegenden

Beeinträchtigung der Vergleichbarkeit. Aus formalen Gesichtspunkten besteht kein Anlass für die Vorprüfung,

den Ausschluss einer Wettbewerbsarbeit von der Preisgerichtsentscheidung zu empfehlen.

Die Arbeiten zeigen insgesamt eine hohe Bandbreite und unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich

der Reaktionen des Fassadenspiels auf die jeweilige städtebauliche Situation an den drei Blockseiten

und des Umgangs mit dem Dachraum des historischen Polizeipräsidiums in der Friedrichstraße.

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Baulicher Realisierungswettbewerb

FASSADENGESTALTUNG DERN’SCHE HÖFE in Wiesbaden

Besondere Herausforderungen stellen die Gestaltung der Ecksituationen (Friedrichstraße/Marktstraße)

und der Übergang zum historischen Polizeipräsidium sowie die Ausbildung der Ecksituation

Marktstraße/Mauergasse und die Integration in die kleinteilige Struktur der Mauergasse dar.

Hier wurden zum Teil auch neue städtebauliche Lösungsansätze vorgeschlagen.

Abschließend dankt Herr Uwe Drost allen Sachverständigen für die konstruktiven Beurteilungen und

trägt die im Vorprüfbericht aufgeführten allgemeinen Anmerkungen des Bauaufsichtsamtes und des

Hessischen Amtes für Landespflege vor. In diesem Zusammenhang ergänzt Herr Gert Rübenach,

Bauaufsichtsamt Wiesbaden, dass sich zwei Entwürfe hinsichtlich des Dachausbaus nicht an die Gestaltungssatzung

halten. Nach Aufforderung durch den Vorsitzenden erläutert Herr Heinz Wionski,

Hessisches Landesamt für Denkmalpflege, nochmals die Stellungnahme des Hessischen Landesamts

für Denkmalpflege. Es gibt eine Gemengelage von unterschiedlichen denkmalpflegerischen Aspekten,

für die noch weiterer Abstimmungsbedarf besteht. Dies betrifft insbesondere die geplante Baukörperstruktur

und das Gebäudevolumen. Die geplante Verbindung der Fensterflächen von Erdgeschosszone

und 1. Obergeschoss ist möglich, wenn die Massivität des Sockelgeschosses nicht grundsätzlich

aufgegeben wird. Es herrscht Einigkeit darüber, dass die noch offenen Punkte im Zuge des weiteren

Vorgehens baldmöglichst geklärt werden müssen.

4 PRÄSENTATION DER WETTBEWERBSARBEITEN DURCH DIE TEILNEHMER

Um 11:00 Uhr beginnt die Entwurfspräsentation der teilnehmenden Architekturbüros, die für die Darstellung

der städtebaulichen, architektonischen und technisch-funktionalen Grundzüge der Arbeiten

jeweils 15 Minuten Zeit haben. In den verbleibenden 10 Minuten werden Rückfragen durch das Preisgericht

gestellt. Die Präsentationen erfolgen entsprechend unten stehender Reihenfolge:

11:00 bis 11:25 Uhr 1273 Schenk + Waiblinger Architekten, Hamburg

11:30 bis 11:55 Uhr 1272 Stephen Williams Architects, Hamburg

12:00 bis 12:25 Uhr 1275 Weinmiller Architekten, Berlin

12:30 bis 12:55 Uhr 1271 Zaeske + Partner, Wiesbaden

13:00 bis 13:25 Uhr 1274 Gatermann + Schossig, Köln

5 BEWERTUNG DER ARBEITEN

Nach der Präsentation der Wettbewerbsarbeiten durch die teilnehmenden Architekturbüros beginnt

das Preisgericht ab 14:45 Uhr den ersten Wertungsrundgang mit einer kritischen Beurteilung der Arbeiten.

Zunächst wird jeder der Wettbewerbsbeiträge von einem Fachpreisrichter vorgestellt und dann

im Kreise des Preisgerichts unter Feststellung von Vorzügen, gelungenen Planungsansätzen sowie

grundsätzlichen und schwerwiegenden Mängeln kurz diskutiert.

Die Entwürfe 1272 und 1273 werden aufgrund von Defiziten auf konzeptioneller Ebene in einzelnen

Prüfbereichen im 1. Rundgang einstimmig ausgeschlossen.

Der 1. Wertungsrundgang endet um 16:00 Uhr. Im Anschluss erfolgt die textliche Beschreibung aller

Wettbewerbsarbeiten durch aus jeweils einem Fach- und Sachpreisrichter zusammengesetzten

Teams.

5.1 Beurteilung der ausgeschiedenen Arbeiten

Arbeit 1272 (Stephen Williams Architects)

Die entwickelte städtebauliche Konzeption mit vier ineinander greifenden Gebäudeteilen wird nicht

konsequent umgesetzt und findet keine Entsprechung in der Fassadengestaltung. Die Platzierung der

Fugen und Zäsuren zur Marktstraße erscheinen zudem beliebig gewählt. Die einheitliche Fassadenstruktur

wird an den drei Blockseiten nur geringfügig variiert. Hier wäre eine Differenzierung gemäß

den Vorgaben des Wettbewerbs wünschenswert gewesen. Insbesondere die Fassade zur Mauergasse

kann der Forderung nach einer Kleinteiligkeit nicht entsprechen. Auch für das denkmalgeschützte

Polizeigebäude wird keine dem Ort angemessene Lösung gefunden. Der Anschluss und der Über-

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gang zum historischen Polizeipräsidium wird nicht gelöst. Die großflächige nach Süden gerichtete

Dachverglasung ist mit dem Denkmalschutz nicht verträglich.

Arbeit 1273 (Schenk + Waiblinger)

Den Verfassern gelingt es nicht eine einprägsame, konsequente städtebauliche Lösung zu erreichen.

Im Wesentlichen wird die Gestalt geprägt durch eine Addition mehrerer nicht kommunizierender Elemente,

die sich einzeln als Ereignisse verstehen aber keinen Zusammenhang ergeben. Am Beispiel

des vorgeschlagenen „Stadtfensters“ an der Ecke Friedrichstraße/Marktstraße wird deutlich wie störend

sich diese Versatzstücke im Stadtbild manifestieren. Auch der Umgang mit dem denkmalgeschützten

Gebäude des Polizeipräsidiums erscheint nicht angemessen. Der Versuch, die Vorgabe des

Wettbewerbes, die kleinteilige Gebäudestruktur in der Mauergasse aufzunehmen und neu zu interpretieren

ist nur in Teilen gelungen. Auch hier wäre eine etwas größere formale Zurückhaltung für das

Gesamterscheinungsbild förderlich. Die Durchdetaillierung der Fassaden ist sorgfältig überlegt und

dementsprechend gut lesbar dargestellt. Leider reicht dieser Aspekt nicht aus, um dieses Projekt als

eine angemessene Antwort auf die gestellte Aufgabe anzusehen.

5.2 Beurteilung der verbliebenen Arbeiten

Arbeit 1271 (Zaeske + Partner)

Die Arbeit überzeugt durch eine konsequente Umsetzung der Vorgaben des Wettbewerbs und eine

sorgfältige und detaillierte Durcharbeitung. Die Fassaden der drei Blockseiten werden entsprechend

des städtebaulichen Kontextes differenziert ausgebildet. Die städtebauliche Struktur mit der Ecklösung

zur Bebauung Friedrichstraße und der Anbindung der niedrigeren Straßenrandbebauung Mauergasse

ist detailliert ausgearbeitet und gut gelungen. Die Gebäudestruktur an der Mauergasse wirkt durch

den Anspruch, dem weiteren Verlauf und den Größenverhältnissen der Bebauung auf dieser Gassenseite

zu entsprechen, etwas zu kleinteilig. Durch breitere Parzellen könnte hier ein ruhigeres Fassadenbild

erzeugt werden. Die Ergänzung des Altbaus an der Friedrichstraße durch einen zusätzlichen

kleinen Turm auf dem östlichen Risalit und die modernen Gauben im Dach sind gelungen und bieten

in Zusammenhang mit der skulptural ausgebildeten Dach- bzw. Fassadenfaltung zum historischen

Polizeipräsidium einen neuen und kreativen Lösungsansatz. Durch eine plastische Schräge und die

geschlossene Fassadengestaltung tritt der Neubau auf der Ecke gegenüber dem historischen Polizeipräsidium

zurück. Die Hauptfassade zum Markt überzeugt durch ihr ruhiges und feingliedriges Gesamterscheinungsbild,

könnte aber plastisch noch etwas ausdrucksstärker durchformuliert sein. Die

Lage der so genannten „Skybox“ erschließt sich allerdings nicht zwingend aus dem städtebaulichen

Kontext und wirkt beliebig.

Arbeit 1274 (Gatermann + Schossig)

Die Arbeit zeigt durch die Entwicklung eines einheitlichen Gebäudekörpers mit einer nur geringfügig

differenzierten Fassadenstruktur eine klare Haltung, die die Präsenz und das Volumen des Baukörpers

unterstreicht. Die entwickelte durchgängige Fassadengestaltung ermöglicht eine hohe Flexibilität

und überzeugt durch ihre sorgfältige und detaillierte Durcharbeitung. In den Fassaden ist die Büronutzung

in den Obergeschossen klar ablesbar. Als große Schwäche der Arbeit wird die ungenügende

städtebauliche Einbindung gesehen. Die gestalterisch besonders herausfordernden Situationen Ecke

Friedrichstraße/Mauergasse und Ecke Marktstraße/Mauergasse sind nicht überzeugend gelöst. Der

bewusste Versuch in der Mauergasse einen Kontrast zu der bestehenden kleinteiligen Bebauung zu

erzeugen kann nicht überzeugen. Der obere Abschluss der Fassade Mauergasse mit einem „Kulissengeschoss“

wurde kontrovers diskutiert. Der Vorschlag zur Gestaltung des historischen Polizeipräsidiums

wird dem Altbau nicht gerecht. Auch der Übergang zum Altbau ist nicht gelöst. Die allseits

gleichartige Ausbildung der Fassade unterstreicht die Grundidee der „Bildhaftigkeit“, erscheint jedoch

für den Standort nicht angemessen.

Arbeit 1275 (Weinmiller Architekten)

Die Verfasser bilden das vorgegebene Bauvolumen in einer durchgängig gestalteten Fassade aus

Ziegelstein ab und erzeugen mit der klaren und selbstbewussten Haltung zum Dern’schen Gelände

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einen gelungenen und adäquaten Platzabschluss. Je nach städtebaulichem Kontext wird das Motiv

durch eine differenzierte Körnigkeit und Farbgestaltung der jeweiligen Situation angepasst. Die Fassade

ist durch ein gleichförmiges Raster, das im Erdgeschoss und Dachgeschoss in den Formaten

variiert, strukturiert. Dabei wird die Fassade gestalterisch überhöht, gewinnt große Plastizität durch

erkennbare, ablesbare und schattenwerfende Materialschichtungen. Kritisiert wird die aus dieser überbetonten

Plastizität resultierende Massivität des Baukörpers. Zusätzlich wird bemängelt, dass

durch die Gleichförmigkeit der Fassade zu wenig auf die kontextuellen Vorgaben sowie auf die funktionalen

Ansprüche eingegangen wird.

6 PREISTRÄGER

Nach dem 1. Wertungsrundgang verbleiben die drei Arbeiten mit den Tarnzahlen 1271, 1274 und

1275 in der engeren Wahl. Nach intensiver Diskussion grundsätzlicher städtebaulicher und denkmalpflegerischer

Aspekte, fasst das Preisgericht folgende Beschlüsse:

1. Preis 1271 Zaeske + Partner, Wiesbaden mit 12 : 1 Stimmen

2. Preis 1275 Weinmiller Architekten, Berlin mit 13 : 0 Stimmen

3. Preis 1274 Gatermann + Schossig, Köln mit 9 : 4 Stimmen

Die Preissumme wird entsprechend der Auslobung wie folgt vergeben:

1. Preis 1271 7.500,- Euro

2. Preis 1275 5.000,- Euro

3. Preis 1274 2.500,- Euro

7 EMPFEHLUNGEN DES PREISGERICHTS

Das Preisgericht gibt einstimmig folgende Empfehlungen für die Überarbeitung des Entwurfs des 1.

Preisträgers ab:

� Um die Unverwechselbarkeit des Ortes zu unterstützen und ein lebendigeres Fassadenbild zu

erzeugen, sollen die Fassaden an der Marktstraße hinsichtlich der Fensterformate (Breite), ihrer

Anordnung und Plastizität interessanter ausformuliert werden.

� Im Rahmen der Überarbeitung der Fassaden entlang der Marktstraße ist auch eine Lösung für den

Dachabschluss zu entwickeln. Darüber hinaus soll die so genannte „Skybox“ aus gestalterischer

und städtebaulicher Sicht überprüft werden.

� Die vorgeschlagene Fassadenabwicklung in der Mauergasse soll zugunsten eines ruhigeren Fassadenbildes

überarbeitet werden. Insbesondere der Mittelteil, der Fassadenverlauf zwischen dem

gelungenen Auftakt an der Ecke Marktstraße/Friedrichstraße und dem viergeschossigen Baukörper

am Ende, bedarf einer Anpassung.

� Im Bereich des denkmalgeschützten Gebäudes Friedrichstraße 25 bedarf es im Zuge des weiteren

Verfahrens einer engen Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde und dem Hessischen Landesamt

für Denkmalpflege. Die außen liegenden Markisen sowie die Notwendigkeit der Ausbildung

einer Sturzkonstruktion sollen überprüft werden.

Der Vorsitzende entlastet dankend die Vorprüfung. Weiterhin dankt er der Ausloberin und dem Preisgericht

für die gute Zusammenarbeit.

Herr Frank Bohlander bedankt sich bei allen Anwesenden für die konstruktive Zusammenarbeit und

fundierten Diskussionsbeiträge. Mit dem ersten Preisträger ist ein Entwurf prämiert worden, der die

Belange der Stadt Wiesbaden, dem Denkmalschutz sowie den Anwohnern kompromissvoll vereint. Er

verleiht seiner Hoffnung Ausdruck, mit dem Bau des neuen Herzens in der Wiesbadener Innenstadt

noch dieses Jahr beginnen zu können.

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Baulicher Realisierungswettbewerb

FASSADENGESTALTUNG DERN’SCHE HÖFE in Wiesbaden

Abschließend dankt Herr Prof. Dr. Joachim Pös, Stadtrat, Dezernent für Stadtentwicklung und Verkehr,

dem Investor, dem Preisgericht sowie den Politikern und Fachverwaltungen für die erfolgreiche

und intensive Begleitung des Verfahrens.

Die Sitzung wird um 17:45 Uhr geschlossen.

Das vorliegende Protokoll ist mit dem Vorsitzenden des Preisgerichts, der Ausloberin, dem Magistrat,

Dezernat für Stadtentwicklung und Verkehr der Landeshauptstadt Wiesbaden und dem Hessischen

Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt.

Eine Pressekonferenz ist für den Folgetag angesetzt. Die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten findet

vom 04.02. bis 14.02. im Stadtplanungsamt Wiesbaden, Gustav-Stresemann-Ring 15, statt.

Hamburg, 25. Januar 2008

D&K drost consult, Hamburg

Anlage: Unterschriften des Preisgerichts und Übersicht der eingereichten Arbeiten

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