PROTOKOLL ZUR PREISGERICHTSSITZUNG - D&K drost consult

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PROTOKOLL ZUR PREISGERICHTSSITZUNG - D&K drost consult

PROTOKOLL ZUR

PREISGERICHTSSITZUNG

am 20. Dezember 2007, um 10.00 Uhr

im Kaispeicher D – Große Elbstraße 277 in Hamburg

Beschränkter, einstufiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb

in Form eines Einladungswettbewerbes mit 15 Teilnehmern

NEUBEBAUUNG SICHELGRUNDSTÜCK

Neubebauung des Sichelgeländes zu einem gemischt genutzten Ensemble

in Hamburg Altona

Ausgelobt durch die

AUG.PRIEN Immobilien

Gesellschaft für Projektentwicklung

im Einvernehmen mit der

Freien und Hansestadt Hamburg

letztere vertreten durch

das Bezirksamt Altona - Baudezernat

die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt - Amt für Landes- und Landschaftsplanung


Beschränkter, einstufiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Neubebauung Sichelgrundstück

in Hamburg Altona

Das Preisgericht tritt um 10.00 Uhr in den Räumlichkeiten des Kaispeicher D, 2. OG, Große Elbstraße

277 in Hamburg zusammen. Nach einer kurzen Begrüßung benennt Herr Uwe Drost, vom wettbewerbsbetreuenden

Büro D&K drost consult, den Rahmen, in dem die Preisgerichtssitzung abgehalten

werden soll.

Herr Frank Holst begrüßt als Vertreter der Ausloberin AUG.PRIEN Immobilien - Gesellschaft für Projektentwicklung

mbH alle Anwesenden und bringt seine hohe Erwartung hinsichtlich der Ergebnisse der

eingereichten Arbeiten zum Ausdruck. Weiterhin betont er sein großes Interesse an einer langfristig

guten und kooperativen Zusammenarbeit mit den beteiligten Fachbehörden, der Politik sowie dem benachbarten

Grundstücksbesitzer der Plangeschen Villa, insbesondere in Bezug auf die nicht ganz unproblematische

Höhenthematik.

Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter unterstreicht seinerseits die Besonderheit des Grundstücks, das von

allen Seiten sehr dominant und gut einsehbar ist. Auf diesem Grundstück ist nicht alleine die Masse an

Bebauung ausschlaggebend, vielmehr gilt es Akzente und Durchblicke zu schaffen. Neben der Höhenentwicklung

sind Fragen des Umgangs mit den Gebäuden auf Erdniveau und mit den Anschlüssen zum

Polder von hoher Bedeutung.

Aus dem Kreis der Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter wird Frau Julia Tophof für den Vorsitz

der Preisgerichtssitzung vorgeschlagen und einstimmig zur Vorsitzenden gewählt. Sie nimmt die Wahl

an und bestätigt die Vollzähligkeit der stimmberechtigten Preisrichterinnen und Preisrichter.

ANWESENDE DES PREISGERICHTES

Herr Drost stellt die Anwesenheit des Preisgerichts namentlich fest. Es sind erschienen:

Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter

Prof. Jörn Walter Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Oberbaudirektor

Dr. Reinhold Gütter Bezirksamt Hamburg Altona, Dezernent Wirtschaft, Bauen, Umwelt

Henk Döll freischaffender Architekt, Rotterdam

Julia Tophof freischaffende Architektin, Berlin

Finn Warncke freischaffender Architekt, Hamburg

Ulrich Zeiger freischaffender Architekt, Hamburg

Stellvertretende Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter

Niels Christian Otzen freischaffender Architekt, Hamburg (ständig anwesend)

Lars Wittorf freischaffender Architekt, Hamburg

Nicole Stölken freischaffende Architektin, Hamburg

entschuldigt fehlen:

Michael Scheuermann BSU, Amt für Landes- und Landschaftsplanung

Rolf Niss Bezirksamt Hamburg Altona, Stadtplanungsabteilung

Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter

Frank Holst AUG.PRIEN Immobilien - Gesellschaft für Projektentwicklung mbH

Hans Jürgen Kühnbaum NSC Schifffahrtsgesellschaft mbH & Cie. KG

Uwe Szczesny Mitglied des Stadtplanungsausschusses der Bezirksversammlung

Hamburg Altona (CDU)

Arno Münster Mitglied des Stadtplanungsausschusses der Bezirksversammlung

Hamburg Altona (SPD)

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Beschränkter, einstufiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Neubebauung Sichelgrundstück

in Hamburg Altona

Gesche Boehlich Mitglied des Stadtplanungsausschusses der Bezirksversammlung

Hamburg Altona (GAL)

Stellvertretende Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter

Jan Petersen AUG.PRIEN Immobilien - Gesellschaft für Projektentwicklung mbH

Tim Schmuckall Mitglied des Stadtplanungsausschusses der Bezirksversammlung

Hamburg Altona (CDU)

Sven Hidde Mitglied des Stadtplanungsausschusses der Bezirksversammlung

Hamburg Altona (GAL)

entschuldigt fehlen:

Dirk Rößler NSC Schifffahrtsgesellschaft mbH & Cie. KG

Thomas Adrian Mitglied des Stadtplanungsausschusses der Bezirksversammlung

Hamburg Altona (SPD)

Sachverständige

Matthias Kathmann AUG.PRIEN Immobilien - Gesellschaft für Projektentwicklung mbH

Bernd Saar AUG.PRIEN Immobilien - Gesellschaft für Projektentwicklung mbH

Johannes Gerdelmann BSU, Amt für Landes- und Landschaftsplanung

Otto Eikenbusch Bezirksamt Hamburg Altona, Stadtplanungsabteilung

Stephan Landgraf Bezirksamt Hamburg Altona, Stadtplanungsabteilung

Peter Meyer Bezirksamt Hamburg Altona, Fachamt Management des

öffentlichen Raumes

Gerhard Salow Bezirksamt Hamburg Altona, Fachamt für Bauprüfung

Ralf-Peter Nische Finanzbehörde, Liegenschaftsverwaltung

Gabriele Bohnsack-Häfner Kulturbehörde, Denkmalschutzamt

entschuldigt fehlen:

Karl-Heinz Stehr Hamburg Port Authority

Willi Stegemann Hamburg Port Authority

Sven Maudrich Hamburg Port Authority

Rene Monreal Hamburg Port Authority

Dr. Anja Beyer Finanzbehörde, Liegenschaftsverwaltung

Frank Pieter Hesse Kulturbehörde, Denkmalschutzamt

Gäste

Holger Reiners Reiners Stiftung, Hamburg

Michael Rink Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Referent des

Oberbaudirektors

Wettbewerbskoordination/Organisation

Uwe Drost D&K drost consult, Hamburg

Cornelia Höll D&K drost consult, Hamburg

Alexa Saure D&K drost consult, Hamburg

Jan-Paul Donsbach D&K drost consult, Hamburg

Die Protokollführung übernehmen Cornelia Höll und Alexa Saure von D&K drost consult.

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Beschränkter, einstufiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Neubebauung Sichelgrundstück

in Hamburg Altona

Alle zu der Sitzung des Preisgerichts zugelassenen Personen geben die Versicherung zur vertraulichen

Behandlung der Beratungen. Sie erklären weiterhin, dass sie keinen Meinungstausch mit den Wettbewerbsteilnehmerinnen

und -teilnehmern über die Aufgabe hatten.

Die Vorsitzende versichert der Ausloberin, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie der Öffentlichkeit

die größtmögliche Sorgfalt und Objektivität des Preisgerichts in Anlehnung der „GRW 1995 –

Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und

des Bauwesens“.

ERGEBNISSE DER VORPRÜFUNG

Herr Uwe Drost erläutert den Aufbau des Vorprüfberichts und weist insbesondere auf allgemeine Anmerkungen

der zuständigen Fachbehörden hin.

Die Ergebnisse der Vorprüfung sind in einem Vorprüfbericht zusammengefasst, der Aufschluss über die

formalen Kriterien gibt und einen vergleichbaren Überblick über alle Arbeiten gewährleistet. Für jede

Arbeit werden auf jeweils sechs DIN A4 Seiten die stichwortartigen Vorprüfungsergebnisse der Sachverständigen,

die faktischen Überprüfungen sowie Ausschnitte der Planzeichnungen dargestellt. Die

Vorprüfung erfolgte anhand der in der Auslobung formulierten Kriterien.

Von den eingeladenen 15 Architekturbüros haben 13 ihre Arbeiten fristgerecht eingereicht. Ein Büro hat

bereits zum Rückfragenkolloquium die Teilnahme am Verfahren zurückgezogen. Ein weiteres Architekturbüro

hat keine Arbeit eingereicht. Zur Wahrung der Anonymität wurden die Kennziffern der Arbeiten

mit willkürlich gewählten Tarnzahlen von 1251 bis 1263 überklebt. Eine Sammelliste mit Kennziffern,

Tarnzahlen und Eingangsdaten wird zusammen mit den Verfassererklärungen aufbewahrt.

Die geforderte Verfahrensleistung wurde im Wesentlichen bei allen Arbeiten erbracht. Aus formalen

Gesichtspunkten besteht kein Anlass für die Vorprüfung, den Ausschluss einer Wettbewerbsarbeit vom

Verfahren zu empfehlen.

Das Preisgericht beginnt seine Beratung mit der Besprechung der Wettbewerbsaufgabe und des Bewertungsverfahrens.

Die in der Auslobung festgelegten Beurteilungskriterien werden diskutiert. Herr

Otto Eikenbusch, Bezirksamt Hamburg Altona, Stadtplanungsabteilung, stellt noch einmal heraus, dass

die Höhenentwicklung der neuzuplanenden Gebäude ein äußerst sensibles Thema ist, auf das besonderes

Augenmerk gelegt werden muss. Der geltende Bebauungsplan sieht eine maximale Höhe von

28,50 m vor, Abweichungen hierzu sind nur mit Zustimmung von Seiten der Politik möglich.

Aus denkmalpflegerischer Sicht weist Frau Gabriele Bohnsack-Häfner, Kulturbehörde, Denkmalschutzamt

darauf hin, dass die zukünftige Höhenentwicklung der Gebäude unter Berücksichtigung der nachbarschaftlichen

Bebauung und des generellen Stadtbildes diskutiert werden muss.

Weiterhin betont Herr Johannes Gerdelmann, BSU, Amt für Landes- und Landschaftsplanung die besondere

Bedeutung der vorhandenen Blickbeziehungen und Aussichtspunkte vom Geesthang zur Elbe.

Um 10.30 Uhr beginnt der Informationsrundgang, in welchem die städtebaulichen, architektonischen,

freiraumplanerischen und funktionalen Grundzüge der Arbeiten ausführlich vorgestellt werden. Während

dieser Vorstellung werden vom Gremium Rückfragen zum Verständnis der Entwurfsideen besprochen.

Nach dem Informationsrundgang verlässt Herr Hans Jürgen Kühnbaum, NSC Schifffahrtsgesellschaft

mbH & Cie. KG die Veranstaltung. Er wird als stimmberechtigter Sachpreisrichter für den Rest der Veranstaltung

durch Herrn Jan Petersen, AUG.PRIEN Immobilien - Gesellschaft für Projektentwicklung

mbH vertreten.

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BEWERTUNG DER ARBEITEN

Beschränkter, einstufiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Neubebauung Sichelgrundstück

in Hamburg Altona

Um 12.00 Uhr beginnt der erste Wertungsrundgang mit einer kritischen Beurteilung der Arbeiten und

der Feststellung von grundsätzlichen und schwerwiegenden städtebaulichen und architektonischen

Mängeln. Dabei wird zunächst jeder der Wettbewerbsbeiträge von einer Fachpreisrichterin oder einem

Fachpreisrichter vorgestellt und dann im Kreise des Preisgerichts unter Feststellung von Vorzügen,

gelungenen Planungsansätzen und schwerwiegenden Mängeln, sowie einer angemessenen Realisierbarkeit

im städtebaulichen Kontext kurz diskutiert.

Folgende Entwürfe werden auf Grund von Defiziten auf konzeptioneller Ebene einstimmig ausgeschlossen:

Arbeit 1251, Arbeit 1257, Arbeit 1259.

In einem ausführlichen zweiten Wertungsrundgang werden ab 12.20 Uhr die Arbeiten im Kreise des

Preisgerichts unter Feststellung von Vorzügen, gelungenen Planungsansätzen und Defiziten auf konzeptioneller

Ebene erneut diskutiert. Ausschlaggebend für die Beurteilung der Arbeiten sind die Höhenentwicklung

und Ausrichtung der Gebäude und die sich daraus ergebenden Durchblicke, der Umgang

mit den Zwischenräumen des Kaispeicher D zur neuen Polderbebauung sowie die Prägnanz der Eckbebauung

am östlichen Grundstücksende.

Folgende Entwürfe werden aufgrund von Defiziten auf konzeptioneller Ebene in den vorgenannten Kriterien

ausgeschlossen:

Tarnzahl für den Ausschluss gegen den Ausschluss

1253 11 0

1254 6 5

1255 8 3

1258 11 0

1260 11 0

1262 10 1

1263 10 1

Somit verbleiben die Arbeiten 1252, 1256, 1261 in der engeren Wahl des Verfahrens.

Nach einer halbstündigen Mittagspause von 13.30 Uhr bis 14.00 Uhr werden die Entwürfe der engeren

Wahl eingehend diskutiert und gegeneinander abgewogen.

Für die Arbeiten 1254 und 1262 werden von Seiten der Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter

Rückholanträge gestellt.

Die Arbeit 1254 wird mit 6 : 5 Stimmen wieder in das Verfahren aufgenommen und die Arbeit 1262 mit

7 : 4 Stimmen.

Beurteilung der verbliebenen Arbeiten

Arbeit 1252

Grundsätzlich werden die Vorgaben des Bebauungsplans eingehalten. Lediglich mit der Höhenentwicklung

des Bürokörpers wird die Vorgabe um ca. 10 m überschritten.

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Beschränkter, einstufiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Neubebauung Sichelgrundstück

in Hamburg Altona

Die Gliederung des Baufeldes in offene und geschlossene Bereiche überzeugt. Die Zwischenräume

erhalten eine eigenständige Bedeutung. Die Integration des Polders im Norden in das Gebäude und die

damit verbundenen Nutzungen der Erdgeschosszone für Eingänge und Läden bietet urbane Qualitäten.

Die öffentliche Promenade auf der Südseite des Polders hat städtebauliche Qualität. Konsequent werden

den erdgeschossigen Wohnbereichen Terrassenzonen vorgelagert. Notwendige Spielflächen werden

nachgewiesen. Die Wegeführung zur Entfluchtung des Kaispeichers D ist konsequent umgesetzt,

nicht überzeugend sind jedoch die Fluchtbalkone vor dem Kaispeicher, zumal sie als Rettungswege

nicht erforderlich sind. Vermisst wird jedoch ein sensibler Umgang mit der rückwärtigen Straßenführung.

Dem Straßenraum fehlt jede Gestaltungsqualität.

Mit Ausnahme des Bürogebäudes ist die gewählte Proportion der Baukörper gut. Durch die unterschiedliche

Stafflung der Gebäude ergibt sich eine einfache Möglichkeit unterschiedliche Wohntypologien

unterzubringen.

Die Akzentuierung des östlichen Kopfbaues ist richtig erkannt, überzeugt aber nicht in der architektonischen

Umsetzung. Dies gilt besonders für die Höhe. Die gewählte einheitliche Ausbildung in hellem

Ziegel wird positiv gewertet, hinterfragt wird jedoch die geschlämmte Ausführung.

Das Nutzungskonzept der Wohnbaukörper überzeugt. Durch geschickte Anordnung der Wohnungen

kann auf Sicherheitstreppenhäuser verzichtet werden. Bedauerlich ist in Teilbereichen, dass die Südausrichtung

der Loggien durch geschlossene Wandscheiben verstellt wird.

Die Bürostruktur ist angemessen und geeignet. Die Anordnung von Balkonen insbesondere auf der

Nordseite erscheint fraglich.

Arbeit 1254

Die Arbeit entwickelt mit ihrer Höhenstaffelung eine nahezu einheitliche Struktur mit Ausnahme des

Bürogebäudes, das sich im Rahmen der Bebauungsplanvorgabe bewegt. Die Höhe des östlichen Kopfbaues

wird vom Preisgericht als zu hoch angesehen.

Besonders gelobt werden die schrägen Anschnitte, die insbesondere in den Kopfsituationen die Blickbeziehung

vom Haus zur Elbe unterstützen.

Als besonders gelungen gegenüber den Wettbewerbern wird der Zwischenraum zum Kaispeicher D

bewertet. Hier wird auf Polderebene eine attraktive platzartige Verbindung hergestellt. Die damit verbundenen

Schwierigkeiten (Vielüberbauung, Strukturenbildung des Erdgeschosses des Kaispeicher D,

fehlende PKW-Zugänglichkeit zum Kaispeicher) werden durchaus gesehen und für schwer heilbar

gehalten. Die Kopfentwicklung des östlichen Baukörpers hält das Preisgericht für vorstellbar. Die bereits

kritisierte Höhenentwicklung wird für die Schaffung eines Eckpunktes als nicht erforderlich angesehen.

Der Eindruck von der Straße Neumühlen wirkt in seiner sehr regelmäßigen Einteilung rückseitig. Dagegen

schafft die Einteilung mit den großzügigen Treppenanlagen eine hohe Qualität für die Zugänglichkeit.

Der Preis dafür ist eine nicht ganz optimal organisierte Tiefgarage.

Die Grundrisse der Wohnungen sind nur zum Teil hochwertig.

Insgesamt wird der Wettbewerbsbeitrag zwar als ruhige, souveräne Arbeit gewürdigt, die in ihrer Geste

dem Charakter des Ortes entspricht. Wegen der oben beschriebenen Problematik (Anschluss auf Ebene

des Polders) wird sie jedoch nicht als realisierbar gehalten.

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Arbeit 1256

Beschränkter, einstufiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Neubebauung Sichelgrundstück

in Hamburg Altona

Der Entwurf ordnet vier Gebäude in Ost-West-Richtung versetzt zueinander an. Er bildet zur Straße

Neumühlen eine Vorzone und ordnet den Wohngebäuden nach Süden bzw. Westen terrassenartige

Freiräume zu. Der Abstand zwischen Polder und Kaispeicher D beträgt ca. 21 m, zwischen den Gebäuden

zum Teil mehr als 30 m.

Herausragend ist die Eckbebauung an der Kaistraße/Großen Elbstraße in Form zueinander versetzter

Gebäudeteile. Die Anbindung zur Straße Neumühlen gestaltet sich im Osten (Bürogebäude) als verglastes

Untergeschoss, ansonsten als geschlossener aber modellierter Sockel (einschließlich zurückhaltender

Garagezufahrt und sämtlichen Eingängen zu den Wohngebäuden).

Die siebengeschossigen Wohngebäude mit jeweils Büronutzung im Erdgeschoss werden durch zum

Teil schräg eingeschnittene Loggien stark gegliedert, ohne dass dadurch der skulpturale Eindruck verloren

geht. Die im Bebauungsplan festgesetzte Gebäudehöhe wird hier nur um ca. 10 cm überschritten.

Die gelungene Anordnung der drei östlichen Baukörper wird durch die Stellung und Formensprache des

westlichen Gebäudes stark gestört. Eine Korrektur der Überschreitung der Westgrenze des Kaispeichers

D erscheint unter Beibehaltung der städtebaulichen Figur kaum möglich. Selbst bei Wegnahme

dieses Gebäudes wird die geforderte Mindest-BGF jedoch nicht unterschritten. Die großzügig bemessene

Fläche zwischen Kaispeicher D und Polderwand ist ebenso wenig ausformuliert wie die Oberfläche

des Polders. Ansätze zur Modellierung der Polderwand sind vorhanden aber verbesserungsfähig.

Im Rahmen der Oberstadt-Unterstadt-Problematik (Blickbeziehungen vom Heinepark) erscheint eine

Reduzierung der Höhe des Bürogebäudes um ein Geschoss wünschenswert.

Arbeit 1261

Die Verfasser versuchen einen städtebaulichen Bezug zum Kaispeicher zu bilden. Die städtebauliche

Grundfigur bestehend aus drei einzelnen Gebäuden nimmt an dem westlichen und östlichen Ende die

Kanten des Kaispeichers auf, in der Mitte bildet der unterbrochene Polder einen Platz.

Während der Auftakt an der großen Elbstrasse durch eine prägnante Gebäudefigur erscheint nimmt die

Höhenentwicklung der übrigen Gebäude nach Westen ab. Die Höhe des Büroturms überschreitet deutlich

die Vorgaben des Bebauungsplans.

Die städtebauliche Zurückhaltung zum Kaispeicher D wird in der architektonischen Ausprägung weiterverfolgt.

Die Fassadengliederung der Wohngebäude und des Büroturms nehmen Bezug zu der Höhe

des Bestandsgebäudes.

Während einerseits der städtebauliche Ansatz die Blickbeziehung des Elbparks und die Inszenierung

zum Kaispeicher D gewürdigt wird, werden die angebotenen Freiräume kritisch hinterfragt. Der große

Platz wird durch die Zu- und Abfahrten der Tiefgarage überwiegend zu einem Verkehrsraum und kann

somit nicht überzeugen.

Die Wohnungen sind Ost-West durchgesteckt und entsprechen der Typologie des Einzelbaukörpers.

Die Erschließung der einzelnen Häuser ausschließlich über das Polderdeck wird kritisch bewertet.

Insgesamt muss man feststellen, dass der Entwurf auch in seiner architektonischen Ausformung weit

hinter dem von den Verfassern formulierten Anspruch einer Ensemblebildung mit dem Kaispeicher D

zurückbleibt.

Arbeit 1262

Der städtebauliche Ansatz, einen möglichst breiten Zwischenraum zwischen dem Kaispeicher D und

der Neubebauung zu schaffen, wird grundsätzlich begrüßt. Erreicht wird dies durch eine eher schlanke

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Beschränkter, einstufiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Neubebauung Sichelgrundstück

in Hamburg Altona

Bebauung entlang der Straße Neumühlen. Die Struktur nimmt einen deutlich erkennbaren städtebaulichen

Bezug zum Kaispeicher D auf, welches als Ensemble positiv bewertet wird. Die Zwischenräume

zwischen den einzelnen Häusern sind knapp bemessen, jedoch zugunsten der Gesamthöhenentwicklung

konsequent ausformuliert.

Begrüßt wird auch die Ausprägung der Neubauten zur Straße Neumühlen, bei der durch eine ansprechende

Erdgeschossnutzung mit Läden eine attraktive Adressbildung erreicht wird.

Zusammenfassend wird der Arbeit eine überdurchschnittlich gute Grundqualität zugesprochen.

Nach erneuter Analyse und Diskussion der Arbeiten fasst das Preisgericht folgenden Beschluss:

1. Preis Arbeit 1256 mit 10:1 Stimmen

2. Preis Arbeit 1252 mit 10:1 Stimmen

3. Preis Arbeit 1254 mit 10:1 Stimmen

Ankauf Arbeit 1261 mit 10:1 Stimmen

Ankauf Arbeit 1262 mit 10:1 Stimmen

Die Preissumme wird entsprechend der Auslobung wie folgt vergeben:

1. Preis Arbeit 1256 16.000,- Euro

2. Preis Arbeit 1252 10.000,- Euro

3. Preis Arbeit 1254 6.000,- Euro

Ankauf Arbeit 1261 4.000,- Euro

Ankauf Arbeit 1262 4.000,- Euro

EMPFEHLUNG DES PREISGERICHTS

Das Preisgericht gibt einstimmig folgende Empfehlung ab:

� Der durch das Preisgericht festgelegte 1. Preis ist maßgeblich für die weitere Bearbeitung. Die Ausloberin

behält sich jedoch vor auch mit dem 2. oder 3. Preis die weitere Bearbeitung durchzuführen.

� Grundsätzlich ist bei allen Preisträgern eine städtebauliche und architektonische Überarbeitung

zwingend notwendig.

� Im Hinblick auf die Blickbeziehung von der Plangeschen Villa auf die Elbe ist die Höhe und Länge

des östlichen Kopfbaues zu überprüfen. Eventuell sollte dieser etwas nach Westen verschoben oder

verkürzt werden. Weiterhin ist der südwestliche Aussichtspunkt im Heine-Park mit Blick auf die Elbe

zu berücksichtigen.

� Die Ausrichtung der Wohngebäude sollte zu Gunsten einer großzügigeren Platzbildung etwas nach

Norden abgerückt werden. Darüber hinaus sollte die architektonische Ausgestaltung der Wohnbauten

überarbeitet werden.

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Beschränkter, einstufiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Neubebauung Sichelgrundstück

in Hamburg Altona

� Der Kopfbau auf der Westseite des Grundstücks ist zu überprüfen, dieser sollte sich besser in das

Gesamtensemble einfügen. Eine grundsätzliche Neuausbildung bzw. möglicher Wegfall des Kopfbaues

sollte in Erwägung gezogen werden.

� In der Erdgeschosszone der Wohngebäude soll keine Büronutzung untergebracht werden, stattdessen

sollte über eine gewerbliche Nutzung zur allgemeinen Belebung, beispielsweise über eine Café-

oder Ladennutzung nachgedacht werden. Grundsätzlich sollte die Erdgeschosszone attraktiver gestaltet

werden. Weiterhin sollte die Ausbildung eines Gelenks am Ende der Elbtreppe mit einer Ansiedlung

von öffentlichen Nutzungen vorgesehen werden.

� Um die Aufenthaltsqualität des Freiraums zwischen dem Kaispeicher D und der neuen Polderbebauung

zu erhöhen, ist eine Ausgestaltung und Belebung des Polders sowie des Zwischenraumes

zwingend notwenig.

� Die Idee einer rotbraun eingefärbten Betonaußenhaut ist auf technische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit

zu überprüfen.

PREISTRÄGER

Nach Öffnung der Umschläge mit den Verfassererklärungen durch die Vorprüfung werden um 16.50

Uhr die Namen der teilnehmenden Architekturbüros festgestellt. Im Ergebnis wird durch das Preisgericht

folgende Preisvergabe festgehalten:

1. Preis Arbeit 1256 – CARSTEN ROTH ARCHITEKT, Hamburg

2. Preis Arbeit 1252 – gmp von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg

3. Preis Arbeit 1254 – ARGE bof architekten, Hamburg

mit Architekturbüro Bernd Leusmann, Hamburg

Ankauf Arbeit 1261 – LH Architekten, Hamburg

Ankauf Arbeit 1262 – Loosen, Rüschoff + Winkler Architekten, Hamburg

Folgende Architekturbüros werden nicht ausgezeichnet:

Arbeit 1251 – ARGE Antonio Citterio and Partners, Hamburg

mit HinrichsNicoloviusArchitekten, Hamburg

Arbeit 1253 – KBNK Architekten, Hamburg

Arbeit 1255 – KSP Engel und Zimmermann GmbH, Braunschweig

Arbeit 1257 – Spengler Wiescholek Architekten und Stadtplaner, Hamburg

Arbeit 1258 – böge lindner architekten, Hamburg

Arbeit 1259 – ARGE GRS ARCHITEKTURBÜRO REIMER + PARTNER,

Hamburg/Elmshorn

mit Arkitema, Aarhus, Dänemark

Arbeit 1260 – nps tchoban voss GbR, Hamburg

Arbeit 1263 – msm meyer schmitz-morkramer, Köln

Die Vorsitzende bedankt sich bei allen Beteiligten des Preisgerichts für die gute und konzentrierte Zusammenarbeit

und wünscht der Ausloberin viel Erfolg bei der Umsetzung dieses spannenden Projektes.

Herr Prof. Jörn Walter, Oberbaudirektor, merkt an, dass dieses Wettbewerbsverfahren ein sehr

hohes Bearbeitungsniveau hat und somit besonders gute Ergebnisse abgegeben wurden. Abschließend

betont Herr Frank Holst, als Vertreter der Ausloberin noch einmal seine Überzeugung, dass mit

diesem Ergebnis die richtige Entscheidung getroffen wurde und freut sich auf eine spannende Umsetzung.

Er dankt allen Beteiligten und der Vorprüfung für die engagierte Zusammenarbeit.

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Die Sitzung wird um 17.00 Uhr geschlossen.

Beschränkter, einstufiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Neubebauung Sichelgrundstück

in Hamburg Altona

Das Protokoll ist mit der Vorsitzenden des Preisgerichtes, der Ausloberin, dem Bezirk Altona und der

Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt abgestimmt.

Hamburg, 21. Januar 2007

D&K drost consult

Anlage: Anerkennung des Wettbewerbsergebnisses durch das Preisgericht

Übersicht der eingereichten Arbeiten

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