GARTENPLANUNG HAUS GATHMANN - D&K drost consult

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GARTENPLANUNG HAUS GATHMANN - D&K drost consult

PROTOKOLL ZUR

JURYSITZUNG

am 10. Dezember 2007, um 15.00 Uhr

im Rödingsmarkt 16, 20459 Hamburg

Beschränkt offener, einstufiger, freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb

in Form eines Einladungswettbewerbes mit 3 Teilnehmern

GARTENPLANUNG HAUS GATHMANN

in Ramelsloh

ausgelobt durch

Eva + Winfried Gathmann

Auf dem Horn 15

21220 Ramelsloh


Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb

GARTENPLANUNG HAUS GATHMANN

in Ramelsloh

Die Jury zum freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb „GARTENPLANUNG HAUS

GATHMANN“ tritt um 15.00 Uhr in den Räumlichkeiten des Rödingsmarkt 16, 5.OG in Hamburg

zusammen. Bevor alle teilnehmenden Landschaftsarchitekturbüros ihre Entwürfe präsentieren,

begrüßt Herr Uwe Drost vom verfahrensbetreuenden Büro D&K drost consult alle Anwesenden und

erläutert kurz den Ablauf der Jurysitzung. Die teilnehmenden Büros präsentieren ihre Arbeiten einzeln.

Hierfür ist ein Zeitfenster von 20 Minuten vorgesehen. Für anschließende Rückfragen durch die Jury

verbleiben 10 weitere Minuten. Anschließend sprechen die Fachplaner der Jury eine Empfehlung aus.

Herr Uwe Drost erhofft sich für die Auslober den erfolgreichen Ausgang dieses Verfahrens. Er setzt

hierbei auf die intensive Auseinandersetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Thema

und den im Anschluss folgenden angeregten Diskussionen mit den Fachplanern.

ANWESENDE

Jury

Eva Gathmann Ausloberin

Winfried Gathmann Auslober

Prof. Christiane Sörensen Landschaftsarchitektin, Hamburg

Markus Weiler Landschaftsarchitekt, Hamburg

Berater

Ronald Lemm Architekt, Hamburg

Uwe Drost Architekt, Hamburg

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Martina Nitzl anp Stadtplanung und Landschaftsarchitektur, Hamburg

Tanja Piening anp Stadtplanung und Landschaftsarchitektur, Hamburg

Gordon Evans ILP Landschaftsarchitektur, Hamburg

Guido Herbst GHP Landschaftsarchitekten Gurr Herbst Partner, Hamburg

Franziska Werder GHP Landschaftsarchitekten Gurr Herbst Partner, Hamburg

Ljubsa Heinsen GHP Landschaftsarchitekten Gurr Herbst Partner, Hamburg

Wettbewerbskoordination/Organisation

Uwe Drost D&K drost consult, Hamburg

Katja Schulz D&K drost consult, Hamburg

Die Protokollführung übernimmt Frau Katja Schulz, D&K drost consult.

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PRÄSENTATION DER WETTBEWERBSARBEITEN DURCH DIE TEILNEHMER

Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb

GARTENPLANUNG HAUS GATHMANN

in Ramelsloh

Nach einer kurzen Orientierungsrunde der Jury beginnen um 15.30 Uhr die Entwurfspräsentationen

der teilnehmenden Landschaftsarchitekturbüros. Die Präsentationen erfolgen entsprechend unten

stehender Reihenfolge:

15:30 bis 16:00 Uhr anp Stadtplanung und Landschaftsarchitektur

16:10 bis 16:40 Uhr IPL Landschaftsarchitektur

16:45 bis 17:15 Uhr GHP Landschaftsarchitekten Gurr Herbst Partner

BEWERTUNG DER ARBEITEN

Nach den Präsentationen durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und einer anschließenden kurzen

Pause wird jeder der Wettbewerbsbeiträge von den Fachplanern der Jury einer kritischen Beurteilung

unterzogen und im Anschluss im Kreise der gesamten Jury unter Feststellung von Vorzügen,

gelungenen Planungsansätzen und Mängeln diskutiert.

Beurteilung der Arbeiten

Tarnzahl 1033 - anp Stadtplanung und Landschaftsarchitektur

Die Stärke dieses Entwurfs liegt in dem Raum- und Flächenprogramm des Gartens, welches aus dem

Gebäude heraus entwickelt wurde. Das Wohnhaus bildet mit dem Atrium als innersten Ort das

Zentrum eines konzentrisch angelegten Systems. Vorhandene, in ihrer Funktion bestätigte, Bereiche

werden gestärkt und weniger notwendige zurück genommen. Dies findet unter Anderem Ausdruck im

Wegesystem, durch die formale Unterscheidung von Haupt- und Nebenwegen. Die Zonierung ist

gelungen und lässt einen gewissen Spielraum für Variabilität ohne den Entwurfsgedanken zu

zerstören. Das Raumprogramm im Norden und Osten ist als Modulsystem angedacht und kann durch

die Auslober mitgestaltet werden. Ein Paradigmenwechsel mit einem Spielhof im Osten und einem

landschaftlich geprägten Teil im Westen ist klar ablesbar und wird positiv bewertet.

Positiv hebt die Jury die vielen ausgearbeiteten Einzelelemente hervor. Zum Teil sind sie aber in ihrer

Ausformulierung zu bemängeln. So wird sich für den Innenhof mehr Poesie gewünscht. Fehlende

Gartenelemente lassen ihn bisweilen sehr hart erscheinen. Das Beleuchtungskonzept erscheint nicht

gänzlich durchdacht und trotz der eleganten Lösung der Kasemattenproblematik bleibt das Maß der

Belichtung der Kellerräume fraglich. Der Hain als definierendes Objekt für den Vorplatz wird als sehr

gelungen bewertet. Mehr unversiegelte Fläche wäre für den gesamten Gartenbereich wünschenswert.

Als Besonderheit der Arbeit ist der zweite Zugang zu benennen. Neben der PKW-Zufahrt wird eine

separate Zuwegung ausschließlich für Fußgänger angeboten. Der Carport wird nicht direkt vor dem

Haus angedacht. Da Blickbezüge gestört werden, sollte seine Lage noch einmal überprüft werden.

Zudem kann der Kurvenradius zugunsten der Gartenfläche verringert werden.

Tarnzahl 1032 - IPL Landschaftsarchitektur

Eine starke Achsenbildung In Ost-West-Richtung zeichnet diese Arbeit aus. Die Achse läuft an dem

zentral liegenden Gebäude vorbei in die Landschaft und endet mit einem „Point of View“. Im Westen

des Hauses wird ein grünes privates Plateau geschaffen, vorhandene Hügel werden begradigt und die

Bepflanzung entfernt. Als Pendant entsteht östlich des Gebäudes ein großzügiger repräsentativer

Vorplatz, der neben der funktionalen Nutzbarkeit durch Solitärpflanzungen und die Erweiterung des

Garagentraktes seinen Charakter erhält. Durch die Verdopplung der Garagengröße wird eine

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Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb

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Gleichwertigkeit mit dem Wohngebäude und eine stark prägende Wirkung auf den östlichen Teil des

Geländes geschaffen, was von der Jury kritisch gesehen wird.

Die Terrasse als ein wichtiger Standort um in den Garten und die Landschaft zu blicken, wird in ihrer

Ausrichtung und Höhenentwicklung verändert. Die Verlegung der Treppenanlage wird als Gewinn

gewertet, da der Zugang der Terrasse vom Esszimmer erleichtert wird.

Bereiche abseits der Achse sind dieser untergeordnet ausgebildet. Die Zufahrt ist eher bescheiden.

Der „Paradiesgarten“ im Nordwesten des Grundstücks liegt auf einem niedrigeren Niveau als die

Achse, direkt unterhalb der Terrasse. Erlebbar ist er nur, wenn man zu ihm hinabsteigt. Der potentiell

niedrige Nutzungsgrad und die hohe Pflegeintensität werden als Schwachpunkte für diesen Bereich

des Entwurfs gewertet. Es wird festgestellt, dass sich die Entwurfsverfasser der Sprache von

Landschaftsgärten bedienen. Der Konzepttitel „Haus im Kiefernwald“ wird demzufolge als nicht stimmig

gewertet.

Detailfragen konnten nicht abschließend geklärt werden. So sollen beispielsweise die Kasematten in

sehr einfacher Weise, bestandsorientiert ausgebildet werden. Die genaue Funktionalität dieser aber

fraglich.

Der Grenzbereich zum nördlichen Nachbarn sollte zudem überdacht werden.

Tarnzahl 1031 - GHP Landschaftsarchitekten Gurr Herbst Partner

Die Herangehensweise und das Konzept des Entwurfes werden grundsätzlich als gut bewertet,

insbesondere die Öffnung des Gartens nach Westen und Osten. Die Zweiteilung in der Diagonalen

erschließt sich dagegen nicht. Die Jury kritisiert, dass zuviel Wert auf die östliche Seite des Grundstücks

gelegt wird. Der Umgang mit dem Haus und den Funktionen des Gartens wurden nicht ausreichend

dargestellt. Das sich schlängelnde Wegesystem steht im Kontrast zur Architektursprache des

Gebäudes. Die Formensprache ist zudem für ein Grundstück dieser Größe nicht geeignet. Die Möglichkeit

sich auch außerhalb der Erschließungswege frei bewegen zu können, ist wünschenswert.

Zudem widerspricht der Nutzgarten mit seiner Lage und Ausformung dem Konzept der mäandrischen

Inseln.

Die angebotene Terrassenlösung ist unklar, weder Höhenniveaus mit Stufen noch ein Gefälle sind

ablesbar. Es wird angenommen, dass die Terrasse daher nicht so großzügig ist, wie in den Plänen

dargestellt.

Als gelungen wird der Vorplatz gewertet, da durch die Nebengebäude ein kompakter Hof und damit

ein Pendant zum Atrium entsteht. Die Zufahrt ist dagegen zu weitläufig und bietet ein Überangebot an

Funktionen.

Die Kasemattenproblematik wurde originell gelöst, wirft aber neue Probleme auf. Um die Verschattungselemente

der Erdgeschossfenster bedienen zu können, muss die Erreichbarkeit dieser gewährleistet

bleiben.

Mängel in der Gesamtkonzeption und in einzelnen Prüfbereichen führen mit einstimmiger Wertung

zum Ausschluss des Entwurfes des Büros GHP Landschaftsarchitekten Gurr Herbst Partner.

EMPFEHLUNGEN DES PREISGERICHTS

Die verbleibenden Arbeiten werden vertiefend diskutiert und die Jury kommt einstimmig zu der

Überzeugung, dass es in diesem Verfahren noch nicht gelungen ist eine überzeugende Lösung zu

finden. Es wird angeregt die Arbeiten der Büros anp Stadtplanung und Landschaftsarchitektur und IPL

Landschaftsarchitektur jeweils mit dem ersten Rang zu bedenken. Im Weiteren wird den Auslobern

empfohlen vertiefende Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit mit den beiden Landschaftsplanungsbüros

zu führen.

Dieses Verfahren ist nach Übersendung des Jurysitzungsprotokolls an die beteiligten Architekturbüros

und alle verfahrensbeteiligten Jurymitglieder beendet.

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RANGVERTEILUNG

Ausgezeichnet wurden:

1. Rang 1033 anp Stadtplanung und Landschaftsarchitektur, Hamburg

1. Rang 1032 IPL Landschaftsarchitektur, Hamburg

Nicht ausgezeichnet wurden:

1031 GHP Landschaftsarchitekten Gurr Herbst Partner, Hamburg

Die Sitzung wird um 19:15 Uhr geschlossen.

Das vorliegende Protokoll ist mit den Auslobern abgestimmt.

Hamburg, 10. Dezember 2007

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