PROTOKOLL ZUR PREISGERICHTSSITZUNG - D&K drost consult

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PROTOKOLL ZUR PREISGERICHTSSITZUNG - D&K drost consult

PROTOKOLL ZUR

PREISGERICHTSSITZUNG

am 11. Oktober 2007

Hochbaulicher Realisierungswettbewerb mit 9 Teilnehmern

Neubau zweier repräsentativer Firmensitze einschließlich ergänzender Nutzungen

RAINVILLETERRASSE

in Hamburg Altona

ausgelobt durch die

Rainvilleterrasse 4 GmbH & Co. KG

c/o QUANTUM IMMOBILIEN AG

im Einvernehmen mit der

Freien und Hansestadt Hamburg

Letztere vertreten durch

das Bezirksamt Altona – Baudezernat

die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt – Amt für Landesplanung


Hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Rainvilleterrasse

in Hamburg Altona

Das Preisgericht zum hochbaulichen Realisierungswettbewerb „RAINVILLETERRASSE - Neubau zweier

repräsentativer Firmensitze einschließlich ergänzender Nutzungen“ tritt um 9:30 Uhr in den Räumen der

ehemaligen Seefahrtschule – Rainvilleterrasse 4 in Hamburg Altona zusammen. Bevor alle

teilnehmenden Architekturbüros ihre Entwürfe abschließend präsentieren, findet eine kurze Begrüßungs-

und Einführungsrunde statt.

Herr Uwe Drost vom verfahrensbetreuenden Büro D&K drost consult begrüßt alle Anwesenden und leitet

die Wahl der/des Vorsitzenden ein. Aus dem Kreise der Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter wird

Herr Prof. Carl Fingerhuth einstimmig für den Vorsitz vorgeschlagen. Er nimmt die Wahl an und dankt im

Vorfeld für das erbrachte Vertrauen.

Herr Prof. Carl Fingerhuth gibt eine kurze Einführung in den Ablauf der Preisgerichtssitzung. Die

teilnehmenden Büros präsentieren ihre Arbeiten einzeln. Hierfür ist ein Zeitfenster von 20 Minuten

vorgesehen. Für anschließende Rückfragen durch das Preisgericht verbleiben 10 weitere Minuten. Im

Anschluss an die Präsentationen finden die Wertungsrundgänge statt. Im Hinblick auf die anspruchsvolle

Wettbewerbsaufgabe und deren Beurteilung betont Herr Prof. Carl Fingerhuth noch einmal die

prominente Lage des Grundstückes an der Rainvilleterrasse. Besonders die hohen Anforderungen an

eine herausragende Architektursprache in Kombination mit einer hohen Dichte auf dem Areal

versprechen interessante und spannungsvolle Arbeiten.

Herr Bertram R.C. Rickmers, Rickmers Reederei GmbH & Cie. KG, zeigt sich gespannt auf die

Weiterentwicklung der Arbeiten im Vergleich zu den Zwischenpräsentationen vom 01.08.2007. Die

Entwürfe der Zwischenpräsentation konnten ihn noch nicht überzeugen.

Herr Johann Stephan Reith, Reederei Orion Bulkers GmbH & Co. KG, schließt sich seinem Vorredner an

und hofft, dass die Erwartungen, die an dieses Verfahren gestellt wurden, bestätigt werden.

Herr Dr. Reinhold Gütter, Baudezernent des Bezirksamt Altona weist darauf hin, dass nicht alle Arbeiten

den Anforderungen des § 34 BauGB entsprechen und daher eine schnelle Realisierbarkeit in Frage

gestellt werden muss.

Herr Prof. Jörn Walter, Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg zeigt sich erfreut über die

grundsätzliche Durchführung dieses Wettbewerbsverfahren und hofft auf eine gute Lösung, die in

unterschiedlichster Form als Grundlage für eine Weiterbearbeitung dienen kann.

Herr Uwe Drost vom wettbewerbsbetreuenden Büro D&K drost consult stellt die Anwesenheit des

Preisgerichtes namentlich fest. Es sind erschienen:

Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter

Prof. Jörn Walter Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), Oberbaudirektor

Dr. Reinhold Gütter Bezirksamt Altona, Baudezernent

Prof. Carl Fingerhuth freischaffender Architekt und Stadtplaner, Zürich

Prof. Jörg Friedrich freischaffender Architekt, Hamburg

Andreas Hild freischaffender Architekt, München

Prof. Petra Kahlfeldt freischaffende Architektin, Berlin

Prof. Johannes Kister freischaffender Architekt, Köln

Volker Staab freischaffender Architekt, Berlin

Hubert Wiggenhorn freischaffender Landschaftsarchitekt, Hamburg

Lars Wittorf freischaffender Architekt, Hamburg

Protokoll zur Preisgerichtsitzung am 11.10.2007 D&K drost consult 2


Stellvertretende Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter

Evelyna Boué freischaffende Landschaftsarchitektin, Hamburg

Gerhard Salow Bezirksamt Hamburg-Altona, Fachamt Bauprüfung

entschuldigt fehlen:

Michael Scheuermann BSU, Amt für Landesplanung

Prof. Uwe Schröder freischaffender Architekt, Bonn

Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter

Bertram R.C. Rickmers Rickmers Reederei GmbH & Cie. KG

Jens-Christian Ludwig Rickmers Immobilien Management GmbH & Co. KG

Johann Stephan Reith Orion Bulkers GmbH & Co. KG

Holger Reiners Reiners Stiftung / Orion Bulkers GmbH & Co. KG

Philipp Schmitz-Morkramer Quantum Immobilien AG

Beate Waldtmann Mitglied des Stadtplanungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg Altona (SPD)

Vera Möller Mitglied des Stadtplanungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg Altona (GAL)

entschuldigt fehlt:

Uwe Szczesny Mitglied des Stadtplanungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg Altona (CDU)

Stellvertretende Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter

Johann Philipp Reith Orion Bulkers GmbH & Co. KG

Sven Hielscher Mitglied des Stadtplanungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg Altona (CDU)

entschuldigt fehlen:

Frank Bohlander Quantum Projektentwicklung GmbH

Dr. Birte Pusback Mitglied des Stadtplanungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg Altona (SPD)

Sven Hidde Mitglied des Stadtplanungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg Altona (GAL)

Hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Rainvilleterrasse

in Hamburg Altona

Sachverständige

Regina Donner Rickmers Immobilien Management GmbH & Cie. KG

Otto Eikenbusch Bezirksamt Altona, Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung

Johannes Gerdelmann BSU, Amt für Landes- und Landschaftsplanung

Frank Pieter Hesse Kulturbehörde, Denkmalschutzamt

Stephan Landgraf Bezirksamt Altona, Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung

Tanja Lucas Quantum Projektentwicklung GmbH

Werner Preuß Bezirksamt Altona, Fachamt für Management des öffentlichen Raums

Joachim Rieder Quantum Projektentwicklung GmbH

Dirk Rowedder Rowedder Architekt für Orion Bulkers GmbH & Co. KG

Hans-Otto Wiese Finanzbehörde, Immobilienmanagement der Finanzbehörde

Protokoll zur Preisgerichtsitzung am 11.10.2007 D&K drost consult 3


Hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Rainvilleterrasse

in Hamburg Altona

entschuldigt fehlen:

Dr. Hannes Alpheis Finanzbehörde, Immobilienmanagement der Finanzbehörde

Torsten Butenschön Bezirksamt Altona, Tiefbauabteilung

Gabriele Bohnsack-Häfner Kulturbehörde, Denkmalschutzamt

Heino Grunert Amt für Gartendenkmalpflege

Klaus Hampe Finanzbehörde, Immobilienmanagement der Finanzbehörde

Hermann Lortz Bezirksamt Altona, Fachamt für Bauprüfung

Rolf Niss Bezirksamt Altona, Fachamt für Management des öffentlichen Raums

Gäste

Michael Rink Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU),

Referent des Oberbaudirektors

Dennis Portheine Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU),

Referendar

Jan-Paul Donsbach D&K drost consult

Mareike Wirzoch D&K drost consult

Wettbewerbsmanagement und Verfahrensbetreuung

Uwe Drost D&K drost consult

Alexa Saure D&K drost consult

Katja Schulz D&K drost consult

Die Protokollführung übernehmen Frau Alexa Saure und Frau Katja Schulz, D&K drost consult.

Alle zu der Sitzung des Preisgerichts zugelassenen Personen geben die Versicherung zur vertraulichen

Behandlung der Beratungen. Sie erklären weiterhin, dass sie abgesehen des Zwischenpräsentationstermins

keinen Meinungstausch mit den Wettbewerbsteilnehmerinnen und –teilnehmern über die Aufgabe

hatten.

Der Vorsitzende versichert der Ausloberin, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie der

Öffentlichkeit die größtmögliche Sorgfalt und Objektivität des Preisgerichts nach den Grundsätzen der

„GRW 1995 – Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des

Städtebaus und des Bauwesens“.

ERGEBNISSE DER VORPRÜFUNG

Herr Uwe Drost vom wettbewerbsbetreuenden Büro D&K drost consult stellt im Anschluss die Ergebnisse

der Vorprüfung vor. Sie sind in einem Vorprüfbericht zusammengefasst, der Aufschluss über die formalen

Kriterien gibt und einen vergleichbaren Überblick über alle Wettbewerbsarbeiten ermöglicht. Für jede

Arbeit werden auf jeweils sechs DIN A4 Seiten die stichwortartigen Vorprüfungsergebnisse der

Sachverständigen, die rechnerischen Überprüfungen sowie die Planausschnitte der Wettbewerbsarbeiten

mit Kurzbeschreibungen dargestellt. Die Vorprüfung erfolgte anhand der in der Auslobung

formulierten Kriterien.

Alle neun, zur Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe eingeladenen Architekturbüros haben ihre Arbeiten

fristgerecht eingereicht. Zur Wahrung der Anonymität während der Vorprüfung wurden die Kenn-

ziffern der Arbeiten durch Tarnzahlen mit den Ziffern 1661 bis 1669 ersetzt. Eine Sammelliste mit

Kennziffern, Tarnzahlen und Eingangsdaten wird zusammen mit den Verfassererklärungen aufbewahrt.

Protokoll zur Preisgerichtsitzung am 11.10.2007 D&K drost consult 4


Hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Rainvilleterrasse

in Hamburg Altona

Die geforderten Leistungen werden im Wesentlichen bei allen Arbeiten erbracht und führt nicht zu einer

grundlegenden Beeinträchtigung der Vergleichbarkeit. Aus formalen Gesichtspunkten besteht kein Anlass

für die Vorprüfung, den Ausschluss einer Wettbewerbsarbeit von der Preisgerichtsentscheidung zu

empfehlen.

PRÄSENTATION DER WETTBEWERBSARBEITEN DURCH DIE TEILNEHMER

Um 10:00 Uhr beginnt die Entwurfspräsentation der teilnehmenden Architekturbüros, die für die

Darstellung des hochbaulichen und funktionalen Konzepts, der städtebaulichen Qualität und der freiraumplanerischen

Grundzüge der Arbeiten jeweils 20 Minuten Zeit haben. In den verbleibenden 10 Minuten

werden Rückfragen durch das Preisgericht gestellt. Die Präsentationen erfolgen entsprechend unten

stehender Reihenfolge:

10:00 bis 10:30 Uhr gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg

10:35 bis 11:05 Uhr Prof. Hans Kollhoff Architekten, Berlin

11:10 bis 11:40 Uhr GATERMANN + SCHOSSIG Architekten + Generalplaner, Köln

11:45 bis 12:15 Uhr Schenk + Waiblinger Architekten, Hamburg

12:45 bis 13:15 Uhr Allmann Sattler Wappner Architekten, München

13:20 bis 13:50 Uhr Baumschlager-Eberle Ziviltechniker GmbH, Lochau/Wein

13:55 bis 14:25 Uhr Michel Kagan architecte et associés, Paris

14:30 bis 15:00 Uhr Jo Coenen & Co Architects, Maastricht/Luxemburg

15:05 bis 15:35 Uhr García-Ruiz Arquitectos, Palma de Mallorca

BEWERTUNG DER ARBEITEN

Nach der Präsentation der Wettbewerbsarbeiten durch die teilnehmenden Architekturbüros beginnt das

Preisgericht den ersten Wertungsrundgang mit einer kritischen Beurteilung der Arbeiten und der

Feststellung von grundsätzlichen und schwerwiegenden Mängeln. Zunächst wird jeder der Wettbewerbsbeiträge

von einem Fachpreisrichter vorgestellt und dann im Kreise des Preisgerichts unter Feststellung

von Vorzügen, gelungenen Planungsansätzen und schwerwiegenden Mängeln diskutiert.

Im ersten Wertungsrundgang werden keine Arbeiten ausgeschieden, dieser Rundgang endet um 16:45

Uhr.

Im zweiten Wertungsrundgang, ab 16.45 Uhr, werden die Arbeiten erneut kritisch beurteilt. In diesem

Rundgang wird in erster Linie die Haltung und Faszination des Entwurfes unter Berücksichtigung der

besonderen geschichtlichen Bedeutung dieses Ortes bewertet. Dabei wird zunächst jeder

Wettbewerbsbeitrag von einer Fachpreisrichterin oder einem Fachpreisrichter vorgestellt und dann im

Kreise des Preisgerichts, unter Feststellung der Vorzüge, gelungenen Planungsansätze und

schwerwiegender Mängel, erneut diskutiert.

Protokoll zur Preisgerichtsitzung am 11.10.2007 D&K drost consult 5


Hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Rainvilleterrasse

in Hamburg Altona

Mängel in der Gesamtkonzeption und in einzelnen Prüfbereichen führen zum Ausschluss folgender

Entwürfe:

Tarnzahl für den Ausschluss gegen den Ausschluss

1661 16 2

1664 18 0

1665 11 7

1666 18 0

1667 13 5

1668 10 8

Der zweite Wertungsrundgang endet um 17.15 Uhr.

Es verbleiben drei Arbeiten in der engeren Wahl. Die Wettbewerbsbeiträge 1662, 1663 und 1669 werden

erneut ausführlich von den Preisrichterinnen und Preisrichtern diskutiert.

Beurteilung der ausgeschiedenen Arbeiten

Tarnzahl 1661

Die Arbeit erschließt den Gebäudekomplex von der elbabgewandten Seite. Dies wird vom Preisgericht

als nicht sinnvoll erachtet. Die Konfiguration der Baukörper wird insbesondere im Hinblick auf die Ansicht

von der Elbe kritisch gesehen. Die Fassaden sind zwar interessant gestaltet, verfehlen aber den Bezug

zum Ort. Die Höhenentwicklung ist im Bereich der Heine-Park-Villa so nicht realisierbar.

Die geometrische Fläche des Firmencampus führt zu künstlichen Übergängen und wenig identitätsstiftenden

Freiräumen sowohl zum landschaftlich geprägten Heinepark als auch zur Rainvilleterrasse. Die

Topografie des Ortes wird einer geometrischen Rasterung der Freiflächen auch über den Elbhang hinweg

untergeordnet.

Tarnzahl 1664

Aus der auf den ersten Blick so überzeugenden wie sorgfältigen Analyse des Standortes wird kein plausibles

Gesamtensemble entwickelt. Hauptproblem ist die unklare Adressenbildung vor allem für das Haus der

Reederei Rickmers. Durch den vorgeschlagenen Gassenraum in Ost-Westrichtung entsteht eine komplizierte

Bauvolumetrie, die aber keinen erkennbaren atmosphärischen Gewinn für das Ensemble generiert. Auch die

Gleichwertigkeit der Auftritte der beiden Reedereien wird durch den diagonal angeschnittenen Baukörper für

Orion Bulkers beeinträchtigt. Überzeugend ist der maßstäbliche Anschluss an die benachbarte Heine Park

Villa. Insgesamt kann die Arbeit aber keinen Beitrag liefern, der dem Selbstverständnis der Bauherren und dem

Anspruch der Stadt an diesem besonderen Grundstück gerecht wird.

Die Freiraumplanung weist eine sensible Auseinandersetzung mit der vorhandenen Landschaft auf –

Wegeverbindungen wurden untersucht und fortgeführt, das „Terrassenmotiv am Elbhang“ wird

aufgenommen und zelebriert. Die Einfassung der Parkvilla mit Hecken erscheint unbegründet.

Tarnzahl 1665

Die Erschließung über eine Vorfahrt an der Terrasse mit einem Vorplatz, die Staffelung der Gebäude in

Bezug zur Heine-Park-Villa und der rückwärtigen Bebauung erscheinen dem Preisgericht sinnvoll. Die

Büroorganisation ist durchdacht und sehr gut geeignet, ein Maximum an Elbblick zu gewährleisten. Die

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Hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Rainvilleterrasse

in Hamburg Altona

Fassaden sind subtil und im Grunde feinsinnig entwickelt. Das Preisgericht bewertet die große Sorgfalt

der Arbeit grundsätzlich positiv. Die schrägen Fluchten der Gebäude erscheinen nicht verständlich,

weiterhin wird die Fernwirkung, die unentschlossen wirkt bemängelt. Das zeichenhaft Einprägsame und

Unverwechselbare wird vermisst. Aber mit diesem Defizit steht die Arbeit nicht allein.

Der Entwurf präsentiert eine konsequente und detaillierte Durchdringung der gesamten Freiräume.

Sowohl das Terrassenmotiv für die öffentlichen als auch für die privaten Freiräume werden stilsicher

gelöst. Der Übergang zum Heinepark und zum Elbhang wird angemessen thematisiert. Das Lichtkonzept

von Terrasse und Hang überzeugt künstlerisch.

Tarnzahl 1666

Die Verfasser entscheiden sich für eine monolithische Großform, in diese wird ein Doppel-Trichter

eingeschnitten. Der in sich attraktive Solitär ist aber zu wuchtig und autistisch, als dass er sich an dem

Ort harmonisch einfügen würde. Dies gilt im Speziellen für die Nachbarschaft zur Heine-Park-Villa. Die

Vorschläge für die Fassade sind attraktiv, an diesem Ort und für diese Bauaufgabe aber zu

undifferenziert. Die Grundrisse sind zum Teil sehr unübersichtlich. Die Eingänge liegen richtig, hingegen

sind die Übergänge aus dem öffentlichen Raum in die Zwischenbereiche diffus.

In der Gestaltung des Freiraums überwiegen die befestigten Flächen, die besonders nördlich der

geplanten Gebäude, in Kombination mit der vollständigen Sperrung des Blicks zur Elbe, sich ausgesprochen

negativ auf die benachbarte Wohnbebauung auswirkt. Der Elbe zugewandte Bereich wirkt

überladen und überformt von massiven Stufenanlagen und einer nicht nachvollziehbaren Baumallenführung,

die mit der Ausrichtung der bestehenden Terrasse kollidiert.

Tarnzahl 1667

Die Verfasser versuchen die Aufgabe sehr ganzheitlich zu betrachten und beziehen den städtebaulichen

Außenraum stark mit ein. Jedes Bauteil hat seinen Platz, ein ganzes, aufgelöstes und mit

unterschiedlichen Volumen spielendes Ensemble ist das Ergebnis. Die Haltung ist eindeutig, der Mut zur

Überschreitung der Kubaturwerte und zur Abweichung von den Vorgaben des Planungsrechts sind

konsequent und aus der Konzeptidee heraus begründet. Der Entwurf spielt sensibel mit geschlossenen

und offenen Flächen, wenngleich das Volumenspiel zwischen den Rickmers und Orion-Gebäudeteilen

nicht ausreichend ausgewogen erscheint. Der große Baukörper wirkt nicht ausreichend aufgelöst und

dadurch sehr dominant, ohne die Landmark- Qualität übernehmen zu können. Der kleine Gebäudeteil löst

sich so zu stark auf, dass er in den Flächen des Ensembles sich fast negiert. Ein Beitrag, der

beachtenswert ist, aber in der Umsetzung eine Reihe von Kompromissen und zu viele planungsrechtliche

Zugeständnisse erfordert.

Die Freiraumgestaltung entwickelt sich aus dem Zusammenspiel zwischen Gebäudekörper und

Außenraum. Das konsequente Einbeziehen der Ausblicke betont die Besonderheit des Standortes und

setzt die großartige Landschaftskulisse in den Entwurf dramaturgisch ein.

Tarnzahl 1668

Zwei dynamische, L-förmige Gebäude werden zu den neu gestalteten Rainvilleterrassen orientiert. Auf

diese Weise schaffen die beiden Neubauteile einen großzügigen Innenhofbereich zur bestehenden

rückwärtigen Bebauung, was grundsätzlich begrüßenswert ist. Städtebaulich wirkt die Verspannung der

beiden Neubaukörper im Gesamtzusammenhang etwas formalistisch und leider weniger überzeugend.

Dies zeigt sich besonders bei den harten Maßstabssprüngen der Fassade des Rickmersbaues zur

bestehenden Heine-Park-Villa, die wenig gelungen scheinen. Im architektonischen Aufbau werden beide

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Hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Rainvilleterrasse

in Hamburg Altona

Gebäude als Mehrspänner organisiert, der Rickmersbau hat mit den mehrgeschossigen Lufträumen der

Erschließungsgalerien seine Besonderheit. Die Lufträume beeinträchtigen allerdings mögliche zukünftige

Veränderungen der inneren Bürostrukturen. Sie schaffen darüber hinaus eine merkwürdige Asymmetrie

der Arbeitsplätze „an den Galerien“. Der Orionbau wird als wenig attraktiv beurteilt. Die innere

Bürostruktur wirkt merkwürdig eng. Insgesamt wird die eher banale äußere Erscheinungswelt des

Neubauensembles kritisiert und für die Nutzeranforderung und für den besonderen Standort als für noch

nicht ausreichend gestaltet erachtet. Insgesamt beinhaltet die Arbeit interessante Einzelansätze, die im

Gesamtzusammenhang an diesem für Hamburg so einmaligen Ort in ihrer städtebaulichen,

architektonischen und strukturellen Umsetzung jedoch nicht zu überzeugen vermag.

Die Verfasser schaffen eine gute freiraumplanerische Verknüpfung zwischen Heinepark und neuer

Bebauung durch eine Abfolge von befestigten und begrünten privaten Freiflächen unter Einbeziehung der

Heine-Park-Villa. Die Rainvilleterrasse besitzt unter Einbeziehung gastronomischer Angebote hohe

Aufenthaltsqualität. Die maritime Gestaltung der privaten Eingangsflächen wirkt hingegen überladen.

Beurteilung der verbliebenen Arbeiten

Tarnzahl 1662

Die grundsätzliche architektonische Haltung des Entwurfes wird äußerst kontrovers diskutiert. Fragen wie

„Verklärung der Aufklärung“ und „wo stehen wir heute architektonisch gesehen“ werden aufgeworfen.

Wenngleich nicht geleugnet werden kann, dass dieser Entwurf einen Landmarkcharakter aufweist und in

seiner Höhenentwicklung gut proportioniert ist. Jedoch erscheint die von den Verfassern gewählte

Perspektive auf das Gebäudeensemble als unrealistisch und wie dargestellt nicht wahrnehmbar.

Insgesamt ein solider feinfühliger Entwurf, der jedoch durch seinen grundsätzlich historisierenden Ansatz

sehr unterschiedlich vom Preisgericht bewertet wird. So wird beispielsweise das Tympanondach von

einigen Preisgerichtsmitgliedern als schwierig umsetzbar erachtet. Die Eingangssituationen der beiden

Firmensitze erscheinen als Adressbildung unterrepräsentiert und von der falschen Seite ausgewählt.

Dennoch können sich Eingänge mit der Haltung des „Mauselochprinzips“ als sehr reizvoll herausstellen.

Die Empfangsbereiche könnten grundsätzlich größer dimensioniert sein und den Blick auf die Elbe mehr

betonen. Das Preisgericht bewertet die Grundrisskonzeption mit einem hohen Anteil an nach Norden

ausgerichteten Büroräumen als nicht wünschenswert.

Die Freiflächen beinhalten einen betont grünen Bereich mit harmonisierender Ausstrahlung auf die

benachbarten Wohnbebauung nördlich des Neubaus und einen klar ausformulierten Terrassenbereich im

Süden. Diese einfache Zonierung wirkt ruhig und selbstverständlich. Die Zufahrten scheinen sich in ihrer

Gestaltung dem Parkcharakter des Umfeldes angenehm unterzuordnen. Problematisch ist die ca. 5m

hohe Stützmauer, die die „private“ Terrasse vor dem Orion-Bulkers Bau an der Südgrenze einfasst.

Tarnzahl 1663

Die beiden gleichgroßen zur Elbe orientierten Atriumbaukörper werden durch die starke Gliederung der

transparent und weiß gestalteten Fassade, die dadurch eine leicht maritime Anmutung erhält, positiv

bewertet. Kontrovers wird die Rampensituation, die den Elbblick für diejenigen freigibt, die sich im

Gebäude bewegen und nicht direkt den Blick aus den Büroräumen ermöglicht, diskutiert. Die

Büroorganisation sowie die gesamte Grundrisskonzeption bewertet das Preisgericht als wenig flexibel,

dies begründet sich unter anderem durch das Fehlen an zusammenhängenden Büroflächen. Die

Erschließung erscheint in Bezug auf die Größe der Gebäude recht spärlich. Die Rainvilleterrasse wird

nach Westen weiter gezogen, ohne jedoch die Heine-Park-Villa mit einzubeziehen. Dies wird ebenfalls

kontrovers vom Preisgericht diskutiert. Insgesamt ein guter Beitrag, der jedoch nicht für diesen historisch

wichtigen Ort überzeugen kann.

Protokoll zur Preisgerichtsitzung am 11.10.2007 D&K drost consult 8


Hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Rainvilleterrasse

in Hamburg Altona

Die gewünschte Parkanbindung wird durch die Existenz des Verbindungsgebäudes nicht überzeugend

gelöst. Für die Rainvilleterrasse wird eine Rückbesinnung auf Platzfläche und -kante mit den historischen

Zierelementen empfohlen, die auch Ausgangspunkt für eine neue Fußwegeverbindung zur Elbchaussee

ist. Eine Vorfahrt über den Platz wird kritisch vor der Existenz der benachbarten Tiefgaragenzufahrt

gesehen.

Tarnzahl 1669

Mit der Anordnung von drei, etwa gleichgroß dimensionierten Einzelbaukörpern auf dem Baugrundstück,

gelingt es diesem Entwurf verschiedene, teilweise schwierig zu lösende Entwurfsbelange eindeutig zu

klären. Die Erschließung der beiden Firmensitze von Süden aus, entspricht dem Wunsch der Bauherren

die Lagegunst auszunutzen. Die Verteilung der gewünschten Flächen in drei Baukörper ergibt gut

dimensionierte und wohlproportionierte Größenverhältnisse. Die helle, weiße Gebäudehülle mit den

verschiedenen Öffnungen, der internen Strömungsbänder, die das Innere nach Außen inszeniert wird

positiv durch das Preisgericht bewertet. Ebenso bildet die klare Grundrisskonzeption eine besondere

Qualität. Das Preisgericht würdigt die Anordnung des westlichen Baukörpers, der hinter die

Gebäudekante der Heine-Park-Villa zurückspringt, und so das Denkmal nicht verdeckt und in das

Ensemble einbindet. Dieser positive Aspekt wird jedoch durch die geplante Höhe des westlichen

Baukörpers beeinträchtigt: eine 7-geschossige Bebauung entspricht nicht dem Planrecht. Das

Preisgericht erkennt den Zusammenhang zwischen der Erfüllung des vorgesehenen Bauprogramms,

dem Konzept der Arbeit, eine „lockere“ Einzelhausbebauung vorzuschlagen und die damit verbundene

Konsequenz in die Höhe bauen zu müssen. Die gleichförmige, uncharakteristische Architektursprache,

die den Duktus des Ortes wenig bereichert, vernachlässigt darüber hinaus auch die gestalterischen

Aspekte der Verbindung vom Baugrundstück zum öffentlichen Raum, insbesondere dem Heine-Park.

Die stark geometrisch geprägten Freiräume in Form verbindender Gebäudeterrassen wirken schlüssig

und erlauben vielfältige Verknüpfungspunkte zum Heinepark, der angrenzenden Bebauung und der

Rainvilleterrasse. Aussagen zur Qualität des „Ortes“ der Terrasse über die Angaben des verwendeten

Bodenbelags hinaus (Stirnholzbohlen) werden jedoch vermisst. Die geplante PKW-Vorfahrt über eine

Holzterrasse wird kritisch gesehen.

Für die Arbeiten 1665 und 1667 werden von Seiten der Fachpreisrichter Rückholanträge gestellt, die

jeweils mit einem Stimmenverhältnis 6 : 12 abgelehnt werden.

Nach erneuter Analyse und intensiver Diskussion fasst das Preisgericht den Beschluss drei gleichrangige

Ankäufe für folgende Arbeiten zu vergeben:

Ankauf 1662 mit 15 : 3 Stimmen

Ankauf 1663 mit 15 : 3 Stimmen

Ankauf 1669 mit 15 : 3 Stimmen

Abweichend zu den in der Auslobung formulierten Angaben wird das Bearbeitungshonorar und die

Preissumme einstimmig umverteilt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten ein Bearbeitungshonorar

von 13.000,- Euro. Die verbleibende Preissumme von 33.000,- Euro wird wie folgt verteilt:

Ankauf 1662 11.000,- Euro

Ankauf 1663 11.000,- Euro

Ankauf 1669 11.000,- Euro

Protokoll zur Preisgerichtsitzung am 11.10.2007 D&K drost consult 9


EMPFEHLUNGEN DES PREISGERICHTS

Hochbaulicher Realisierungswettbewerb

Rainvilleterrasse

in Hamburg Altona

Das Preisgericht kommt einstimmig zur Überzeugung, dass es in diesem Verfahren noch nicht gelungen

ist eine überzeugende Lösung zu finden und empfiehlt ein neues Verfahren durchzuführen. Weiterhin

empfiehlt das Preisgericht, da es aus den Erfahrungen dieses Wettbewerbs neue Erkenntnisse

gewonnen hat, und unter anderem zu nachfolgenden Punkten Präzisierungen durch die Ausloberin, die

Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und durch den Bezirk Altona vorzunehmen:

� Die qualitätvolle und angemessene Architekursprache an diesem historischen Ort.

� Gebäudehöhenentwicklung in Bezug auf die Anforderungen des § 34 BauGB.

� Klärung der Erschließung des Grundstücks und der eindeutigen Adressbildung.

Dieses Verfahren ist nach Übersendung des Preisgerichtsprotokoll an die beteiligten Architekturbüros

und alle verfahrensbeteiligten Jurymitglieder beendet.

ANKÄUFE

Folgende Architekturbüros werden mit Ankäufen ausgezeichnet:

Ankauf 1662 Prof. Hans Kollhoff Architekten, Berlin

Ankauf 1663 gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg

Ankauf 1669 Allmann Sattler Wappner Architekten, München

Nicht ausgezeichnet wurden:

1661 Baumschlager-Eberle Ziviltechniker GmbH, Lochau/Wein

1664 Jo Coenen & Co Architects, Maastricht/Luxemburg

1665 Schenk + Waiblinger Architekten, Hamburg

1666 García-Ruiz Arquitectos, Palma de Mallorca

1667 Michel Kagan architecte et associés, Paris

1668 GATERMANN + SCHOSSIG Architekten + Generalplaner, Köln

Der Vorsitzende entlastet dankend die Vorprüfung. Weiterhin dankt er der Ausloberin und dem

Preisgericht für die gute Zusammenarbeit. Die teilnehmenden Architekturbüros werden in diesem

Zusammenhang darauf hingewiesen, dass das Erstveröffentlichungsrecht bei der Ausloberin liegt.

Die Sitzung wird um 18:15 Uhr geschlossen.

Das vorliegende Protokoll ist mit dem Vorsitzenden des Preisgerichts, der Ausloberin, der Behörde für

Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) und dem Bezirk Altona abgestimmt.

29. Oktober 2007

D&K drost consult, Hamburg

Anlage: Unterschriften des Preisgerichts und Übersicht der eingereichten Arbeiten

Protokoll zur Preisgerichtsitzung am 11.10.2007 D&K drost consult 10

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