PROTOKOLL ZUR PREISGERICHTSSITZUNG ... - D&K drost consult

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PROTOKOLL ZUR PREISGERICHTSSITZUNG ... - D&K drost consult

PROTOKOLL ZUR

PREISGERICHTSSITZUNG

am 28. Juni 2011 um 9:30 Uhr im

Festsaal des Alten Rathauses, Karmarschstraße 42, 30159 Hannover

Wettbewerb

Zentraler Omnibusbahnhof ZOB Hannover

Entwicklung einer ZOB-Überdachung und eines Nebengebäudes für Service-Einrichtungen

ausgelobt durch die

Landeshauptstadt Hannover

Rudolf-Hillebrecht-Platz 1

30159 Hannover

vertreten durch das

Baudezernat, Fachbereich Planen und Stadtentwicklung

D&K drost consult GmbH


1 EINFÜHRUNG

Wettbewerb

Zentraler Omnibusbahnhof Hannover ZOB

Das Preisgericht tritt um 9:30 Uhr im Festsaal des Alten Rathauses, Karmarschstraße 42 in 30159

Hannover, zusammen.

Herr Uwe Bodemann, Stadtbaurat der Landeshauptstadt Hannover, heißt die Anwesenden im Namen

der Ausloberin herzlich willkommen. Er hoffe, in der Preisgerichtssitzung einen guten und gleichzeitig

interessanten Entwurf zu finden, der die geforderten Funktionen erfülle und auch im vorgegebenen

Kostenrahmen zu realisieren sei.

Aus dem Kreis der Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter wird Frau Professor Gesche

Grabenhorst, freischaffende Architektin, für den Vorsitz der Preisgerichtssitzung vorgeschlagen und

einstimmig zur Vorsitzenden gewählt. Sie bedankt sich für das ihr entgegengebrachte Vertrauen und

nimmt die Wahl an. Im Folgenden wird die Vollzähligkeit der stimmberechtigten Preisrichter festgestellt.

2 ANWESENHEIT

Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter

Uwe Bodemann

Professor Dr.-Ing.

Landeshauptstadt Hannover, Baudezernat, Stadtbaurat

Stephan Engelsmann Ingenieur für Tragwerksplanung,

Engelsmann Peters Beratende Ingenieure GmbH, Stuttgart

Professor Gesche Grabenhorst Freischaffende Architektin,

Ahrens Grabenhorst Architekten BDA, Hannover

Professor Ulrike Lauber Freischaffende Architektin, Lauber + Zottmann, München

Stellvertretende Fachpreisrichter

Michael Heesch Landeshauptstadt Hannover,

Fachbereichsleiter Planen und Stadtentwicklung

Jörg Gronemann Landeshauptstadt Hannover,

Fachbereich Gebäude-Management,

Bereichsleiter Bereich Bauen 2 und Technische Anlagen

Wilhelm Martienssen Freischaffender Architekt,

Martienssen Architekten + Ingenieure, Hannover

Professor Alexander Furche Leibniz Universität Hannover,

Institut für Entwerfen und Konstruieren - Tragwerke

Sachpreisrichter

Michael Sandow Bezirksbürgermeister des Stadtbezirksrates Mitte

der Landeshauptstadt Hannover

Hans-Georg Hellmann Mitglied des Rates und des Stadtentwicklungs- und

Bauausschusses der Landeshauptstadt Hannover

Michael Dette Mitglied des Rates und des Stadtentwicklungs- und

Bauausschuss der Landeshauptstadt Hannover

Stellvertretender Sachpreisrichter

Wilfried Engelke Mitglied des Rates und des Stadtentwicklungs- und

Bauausschuss der Landeshauptstadt Hannover

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Wettbewerb

Zentraler Omnibusbahnhof Hannover ZOB

Sachverständige

Gerlinde Hublitz Landeshauptstadt Hannover,

Fachbereich Planen und Stadtentwicklung,

Sachgebiet Planungsbezirk Nord

Dr. Erich Breyer Landeshauptstadt Hannover,

Fachbereich Planen und Stadtentwicklung,

Bereichsleiter Bauordnung

Hans-Jürgen Meyer-Hublitz Landeshauptstadt Hannover,

Fachbereich Gebäude-Management,

Sachgebietsleiter Bereich Bauen 2 und Technische Anlagen

Heike Wesenberg Landeshauptstadt Hannover,

Fachbereich Gebäude-Management,

Bereich Bauen 2 und Technische Anlagen

Andreas Zunft Landeshauptstadt Hannover,

Fachbereich Planen und Stadtentwicklung,

Sachgebietsleiter Planungsbezirk Nord

Sabine Vögler-Pudziow Landeshauptstadt Hannover,

Fachbereich Tiefbau, Sachgebiet Verkehrsplanung

Hilmar Zander Landeshauptstadt Hannover,

Fachbereich Planen und Stadtentwicklung,

Bereich Bauordnung,

Sachgebietsleiter Statik, Prüfamt für Statik

Martin Gaupp Assmann Beraten + Planen GmbH, Hamburg

Michael Kaiser Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) e.V.

Henning Jürgens Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) e.V.

Wettbewerbskoordination/Organisation

Uwe Drost D&K drost consult GmbH, Hamburg

Cornelia Eggers D&K drost consult GmbH, Hamburg

Frauke Brockhausen D&K drost consult GmbH, Hamburg (Protokoll)

Herr Hans-Georg Hellmann, Mitglied des Rates und des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses der

Landeshauptstadt Hannover, verlässt die Preisgerichtssitzung aus terminlichen Gründen um 13:00

Uhr. Seine Funktion als Preisrichter wird ab diesem Zeitpunkt durch Herrn Wilfried Engelke, Mitglied

des Rates und des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses der Landeshauptstadt Hannover, übernommen.

Die Protokollführung übernimmt Frau Frauke Brockhausen von D&K drost consult GmbH.

Alle zur Sitzung des Preisgerichts zugelassenen Personen geben die Versicherung zur vertraulichen

Behandlung der Beratungen. Sie erklären weiterhin, dass sie keinen Meinungsaustausch mit den

Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmern über die Aufgabe hatten.

Die Vorsitzende versichert der Ausloberin, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie der Öffentlichkeit

die größtmögliche Sorgfalt und Objektivität des Preisgerichts auf der Grundlage der „RPW

2008 – Richtlinien für Planungswettbewerbe“.

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3 ERGEBNISSE DER VORPRÜFUNG

Wettbewerb

Zentraler Omnibusbahnhof Hannover ZOB

Die Ergebnisse der Vorprüfung sind in einem Vorprüfbericht zusammengefasst, der Aufschluss über

die formalen Kriterien gibt und einen vergleichbaren Überblick über alle Arbeiten gewährleistet. Für

jede Arbeit werden auf jeweils zwei DIN-A4-Seiten die stichwortartigen Vorprüfungsergebnisse der

Sachverständigen, die faktischen Überprüfungen sowie Ausschnitte der Planzeichnungen dargestellt.

Die Vorprüfung erfolgte anhand der in der Auslobung formulierten Kriterien.

Alle 12 Planungsteams haben ihre Arbeiten fristgerecht eingereicht. Zur Wahrung der Anonymität

wurden die Kennziffern der Arbeiten mit willkürlich gewählten Tarnzahlen von 1691 bis 1702 überklebt.

Eine Sammelliste mit Kennziffern, Tarnzahlen und Eingangsdaten wird zusammen mit den Verfassererklärungen

aufbewahrt.

Die geforderten Verfahrensleistungen wurden im Wesentlichen bei allen Arbeiten erbracht. Aus formalen

Gesichtspunkten besteht kein Anlass für die Vorprüfung, den Ausschluss eines Verfahrensbeitrages

durch das Preisgericht zu empfehlen.

Herr Martin Gaupp, Büro Assmann Beraten + Planen GmbH, erläutert seine Vorgehensweise bei der

Durchführung der Kostenprüfung.

Um 10:10 Uhr beginnt der Informationsrundgang, in dem die Vorprüfung die städtebaulichen, architektonischen,

tragwerksplanerischen und funktionalen Grundzüge der Arbeiten ausführlich und wertfrei

vorstellt. Während dieser Vorstellung werden von der Jury Rückfragen zum Verständnis der Entwurfsidee

und detaillierte Fragen in Bezug auf die Darstellung erörtert. Nach dem Informationsrundgang

beginnt das Preisgericht seine Beratung mit der Besprechung der Wettbewerbsaufgabe und des

Bewertungsverfahrens.

4 BEWERTUNG DER ARBEITEN

Um 11:45 Uhr erfolgt der erste Wertungsrundgang mit einer kritischen Beurteilung der Arbeiten und

der Feststellung von grundsätzlichen und schwerwiegenden Mängeln. Dabei wird zunächst jeder der

Wettbewerbsbeiträge von einer Fachpreisrichterin/einem Fachpreisrichter vorgestellt und dann im

Kreise des Preisgerichts unter Feststellung von Vorzügen, gelungenen Planungsansätzen und Mängeln

kurz diskutiert.

Folgende Entwürfe werden auf Grund von Defiziten auf konzeptioneller Ebene einstimmig ausgeschlossen:

Tarnzahl für den Ausschluss gegen den Ausschluss

1694 7 0

1697 7 0

1699 7 0

Nach einer Mittagspause werden im Kreise des Preisgerichts ab 13:00 Uhr in einem zweiten Wertungsrundgang

die verbliebenen Entwürfe unter Feststellung von Vorzügen, gelungenen Planungsansätzen

und Defiziten auf konzeptioneller Ebene eingehend diskutiert und gegeneinander abgewogen.

In die Beurteilung der Arbeiten fließen dabei unter anderem die Qualifizierung des öffentlichen

Raums, die architektonische Qualität, die technische Realisierbarkeit, die Funktionalität und die Einhaltung

des Kostenrahmens ein.

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Wettbewerb

Zentraler Omnibusbahnhof Hannover ZOB

Folgende Entwürfe werden aufgrund von Defiziten auf konzeptioneller Ebene in den vorgenannten

Kriterien ausgeschlossen:

Tarnzahl für den Ausschluss gegen den Ausschluss

1692 6 1

1695 7 0

1696 7 0

1698 7 0

1700 6 1

Somit verbleiben die Arbeiten 1691, 1693, 1701 und 1702 in der engeren Wahl des Verfahrens.

Beurteilung der Arbeiten der engeren Wahl

Arbeit 1691

Das Projekt wird unter dem Leitbild „Wolke – in der Weite dahintreiben, Ferne - Reisen“ vorgestellt

und übersetzt das Motto plausibel eins zu eins in die Form der weit ausladenden Überdachung des

neuen ZOB mit eingestellten, kreisrund ausformulierten Service-Gebäuden. Insbesondere die Ansichtszeichnungen

und die perspektivischen Darstellungen vermitteln die gewünschte solitärhafte

Wirkung des geplanten Bauwerks. Die Wolke ist Wetterschutz und adressbildendes Motiv zugleich.

Für Bustouristen und Passagiere wird der neue ZOB in Hannover als ein kultivierter Ort der Ankunft

und der Abfahrt dauerhaft und somit nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Fraglich bleibt allerdings, ob die unmittelbar angrenzende, heute vorhandene und künftig geplante

Bebauung die in der Plandarstellung vorgetragene Solitärwirkung des ZOB wirksam werden lässt. Die

umgebene Situation gibt nur aus wenigen Perspektiven den Blick auf das Gesamtgebäude frei.

Im Quervergleich verursacht das Konzept nach Plausibilitätsüberlegungen die höchsten Baukosten

und berührt damit eines der wesentlichsten Entscheidungskriterien empfindlich.

Die architektonische Qualität des Projekts wird jedoch ausdrücklich gewürdigt.

Das Tragwerk ist als Raumfachwerk in Stahlbauweise konzipiert mit veränderlicher, zu den Dachrändern

abnehmender Konstruktionshöhe. Die Ausbildung der Knotenpunkte in Form von Steckverbindungen

ist nicht dargestellt und nur bei geringen Beanspruchungen plausibel. Die Überdachung wird

getragen von geneigten Pendelstützen. Das Prinzip der horizontalen Aussteifung ist nicht näher beschrieben.

Die Ausbildung der Hülle mit Folienkissen ist gestalterisch überzeugend. Ob das Stützenraster

so auf das Haupttragwerk und die Hülle abgestimmt wurde, dass Durchstoßpunkte vermieden

werden können, ist aus den vorliegenden Unterlagen nicht ersichtlich.

Arbeit 1693

Eine markante transparente Überdachung mit einem wellenförmig bewegten Trägerrost bestimmt die

hohe Qualität der „leichten, sanft leuchtenden Wolke“.

Die Form und Gestaltung wird aus den nötigen Profilhöhen der Tragkonstruktion entwickelt und vermeidet

jegliche Beliebigkeit. Die entstehenden unterschiedlichen Höhen bewirken ein lebendiges Bild

und erlauben auch schräge Ausblicke.

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Wettbewerb

Zentraler Omnibusbahnhof Hannover ZOB

Das Dach ist soweit angehoben, dass auch von der Bahnseite aus hineingeschaut werden kann. Der

Raum darunter ist Tageslicht erleuchtet und hoch genug, um die Abgase frei abziehen zu lassen. Bei

starken Seitenwinden ist der Witterungsschutz in Randbereichen aber voraussichtlich etwas eingeschränkt.

Die Position der sehr schlank dargestellten Stützen im Innenbereich ist hinsichtlich der

Schleppkurven der Busse zu überprüfen. Die Anpralllasten sind zu berücksichtigen.

Das Service-Gebäude lässt durch seine Zweiteilung kurze Wege entstehen und öffnet den Zugang auf

eine angenehme Weise. Allerdings sind die inneren Funktionen nur suboptimal erfüllt und benötigen

eine grundlegende Neuordnung.

In die Glasscheiben des Dachs sind Photovoltaik-Dünnschichtmodule integriert, was als positiv gewertet

wird. Ebenso werden die durch farbige Gläser eingestreuten Farbtupfer von der Jury positiv bewertet.

Die Verglasung des Dachs verursacht allerdings einen gewissen Reinigungsaufwand; das glatte

und flache Dach ist aber leicht zu warten.

Die Ausführung der Beleuchtung über LED-Elemente bleibt noch unklar; wichtig wäre der Effekt eines

hell erleuchteten Tragrostes bei Nacht.

Die Kosten liegen bei reduziertem Ansatz für die Photovoltaik voraussichtlich im wirtschaftlichen Bereich.

Das sehr lebendige Dach verspricht eine freundliche und helle Atmosphäre – ein neuer und

moderner Blickfang für Hannover und seinen ZOB mit hohem Wiedererkennungseffekt und großer

städtebaulicher Präsenz.

Das Tragwerk ist als Trägerrost mit orthogonal verlaufenden Trägerscharen in Stahlbauweise ausgebildet.

Die näherungsweise Anpassung der Trägerhöhen an die Beanspruchungen mit großer

Konstruktionshöhe in den Stützbereichen führt zu einem filigranen Erscheinungsbild und einer spannungsvollen

und bewegten Untersicht und stellt eine in wirtschaftlicher Hinsicht sinnvolle tragstrukturelle

Optimierung dar.

Die Aussteifung erfolgt über eine Einspannung der Stützen (der Nachweis des Anprallschutzes ist zu

erbringen). Die in Teilen transparente Eindeckung mit Glas ermöglicht eine helle und freundliche Atmosphäre

unter der leicht wirkenden Konstruktion.

Die Entwässerung der horizontalen Dachfläche ist zu präzisieren.

Arbeit 1701

Die Grundidee des Entwurfs besteht in der Ausformung eines freischwebenden, von Stahlrundstützen

getragenen Daches in der Geometrie eines Rechtecks. Das Service-Gebäude ist als oberirdisches,

eingeschossiges Element (mit Teilunterkellerung) zur Bahnhofsseite eigenständig unter dem Dach

angeordnet.

Die Orientierung zur Hauptrichtung des Bahnhofs ist eindeutig und durch die transparente Zugangsseite

durchaus einladend. Allerdings ist das Raumprogramm in diesem Bauteil nicht vollständig umgesetzt.

Die Konstruktion der Überdeckung stellt sich als räumliche rektanguläre Stahlfachwerkkonstruktion

dar, als aufgelöste Platte. Die Dachdeckung ist als konventionelles Flachdach mit Trapezblechen angedacht.

Dieses wird sowohl in der Herstellung als auch in der Unterhaltung als wirtschaftlich angesehen.

Gleiches gilt für die Gesamtkonstruktion, die zudem in glaubwürdiger Dimensionierung dargestellt

ist.

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Wettbewerb

Zentraler Omnibusbahnhof Hannover ZOB

An der Längsseite ist außermittig eine längliche Lichtöffnung vorgesehen, offensichtlich transparent

überdacht. Dachunterseite und Attika sind folienbespannt.

In den Dachraum sind Beleuchtungselemente integriert, zusätzlich sind stützenseitige Strahler vorgesehen.

Die Konzeption schlägt weiterhin vor, die Deckenuntersicht als Projektionsfläche zu nutzen.

Insgesamt handelt es sich um einen durch Zweckmäßigkeit und im Grunde auch Wirtschaftlichkeit

geprägten Entwurf, der das vorgegebene Kostenlimit allerdings etwas überschreiten dürfte.

Funktionale Mängel sind nicht festzustellen.

Konzept und Konstruktion sind in einfacher Weise umgesetzt. Es entsteht hierdurch allerdings auch

ein Gebäude von einer gewissen Schlichtheit und – hieraus resultierend – mit geringem Wiedererkennungswert.

Arbeit 1702

Die Arbeit 1702 bietet eine identitätsstiftende, transparente und eigenständige Großform im Kontext

der vielgestaltigen Solitäre. Die regelmäßig umlaufende Stützenreihe schafft eine nachvollziehbare

Markierung der Fläche des ZOB. Die scharfe und erstaunlich schmal ausgeführte Kante des Dachs

lässt dieses schweben und hält das Objekt wohltuend in alle Richtungen offen.

Im rückwärtigen Bereich (als Abgrenzung zum Bahnkörper) im Süden ist eine „grüne Wand“ aus bewachsenem

Edelstahlnetz vorgesehen. Diese bietet einen schönen Hintergrund und Kontrast für die

Tragwerkskonstruktion und zur steinernen Umgebung.

Einen Reiz dieser Arbeit stellt das leicht erscheinende Dach aus Folienkissen dar. Diese ermöglichen

über die ganze Fläche des ZOB eine gleichförmige, natürliche Belichtung unter einem nicht durchbrochenen,

vollflächigen Dach.

Vom Verfasser als „leuchtendes Objekt“ gedacht, bieten sich an der Unterseite der Querträger angebrachte

Leuchten an. Zusätzlich beleuchten nach oben gerichtete Spots die Pneus; bei Nacht erscheinen

sie als leuchtender Himmel.

Der gestalterischen Absicht, ein maximal lichtdurchlässiges Dach zu entwerfen, wird durch die Wahl

von quergespannten Seilbindern und damit sehr kleinen Materialquerschnitten sehr gut begegnet. Die

vorgespannten Seilbinder werden durch umlaufende Druckstäbe aus Stahlrohren im Gleichgewicht

gehalten. Die Dachfläche ist regelmäßig an den Dachrändern gestützt, die Bussteige bleiben stützenfrei.

Etwas unbeholfen wirkt der Ansatz der Konstruktionen zur Aussteifung des Gesamttragwerks.

Die Scheibensteifigkeit der Dachfläche wird durch liegende Fachwerkträger an den beiden Schmalseiten

und an der Westkante erzeugt. Die Standsicherheit der auskragenden Dachränder ist nicht glaubwürdig

dargestellt.

Eine insgesamt filigrane Konstruktion mit einem hohen Anteil an Seilen wird zu einer überdurchschnittlich

teuren Tragkonstruktion führen.

Die vorgeschlagene Montagetechnik zur Vorspannung der Seilkonstruktion ist raffiniert, aber nicht

üblich im Hochbau, was die Kosten ebenfalls ungünstig beeinflussen wird.

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Wettbewerb

Zentraler Omnibusbahnhof Hannover ZOB

Ein weiterer Bestandteil des Gesamtkonzepts bildet der Kiosk, der – obwohl innerhalb des Stützenrasters

und damit vollständig unter dem Dach situiert – einen auffälligen Blickfang aus Richtung Lister

Meile anbietet.

Einen Rücken bildet die für Informationen bespielbare Wand in Richtung der Haltestellen des ÖPNV

an der Lister Meile. Nach innen passt sich das Gebäude den Linien der Bussteige an, die Wartezone

öffnet sich in freier Form wohltuend in Richtung der Busse.

Als Glaskörper konzipiert bilden die Kioske eine „leuchtende Vitrine“ unter dem Dach.

Das Ensemble aus Dach, Stützenraster und Service-Gebäude wirkt insgesamt wohl proportioniert –

allerdings ist die geringe lichte Höhe (insbesondere das Lichtraumprofil zwischen Busober- und Dachunterseite)

zu überdenken.

Nach erneuter Analyse und Diskussion der Arbeiten fasst das Preisgericht folgenden Beschluss:

Die Arbeit 1701 wird mit 7:0 Stimmen ausgeschieden.

1. Preis Arbeit 1693 mit 7 : 0 Stimmen

2. Preis Arbeit 1702 mit 7 : 0 Stimmen

3. Preis Arbeit 1691 mit 7 : 0 Stimmen

Die Preissumme wird gemäß der Auslobung wie folgt vergeben:

1. Preis Arbeit 1693 15.000,- Euro (netto)

2. Preis Arbeit 1702 9.000,- Euro (netto)

3. Preis Arbeit 1691 6.500,- Euro (netto)

5 EMPFEHLUNG DES PREISGERICHTS

Das Preisgericht empfiehlt der Ausloberin einstimmig, die Verfasser der mit dem 1. Preis ausgezeichneten

Arbeit 1693 mit der Weiterbearbeitung des hochbaulichen und tragwerksplanerischen Entwurfs

zu beauftragen.

6 PREISTRÄGER

Nach dem Öffnen der Umschläge mit den Verfassererklärungen durch die Vorprüfung werden um

15:45 Uhr die Namen der teilnehmenden Architekturbüros/Ingenieurbüros festgestellt. Im Ergebnis

wird durch das Preisgericht folgende Preisvergabe festgehalten:

1. Preis Arbeit 1693 Werner Sobek Stuttgart GmbH Co. KG

(Architektur und Tragewerksplanung)

2. Preis Arbeit 1702 Dietmar Feichtinger Architectes, F-Paris /

Werkraum Wien Ingenieure ZT-GmbH

3. Preis Arbeit 1691 Storch Ehlers Partner GbR Dipl.Ing. Architekten BDA, Hannover /

Wörzberger Ingenieure Gesellschaft mbH, Rösrath/H.

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Folgende Architekturbüros/Ingenieurbüros werden nicht ausgezeichnet:

7 ABSCHLUSS

Wettbewerb

Zentraler Omnibusbahnhof Hannover ZOB

Arbeit 1692 gmp Generalplanungsgesellschaft mbH, Hamburg /

Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart

Arbeit 1694 Konermann + Siegmund Architekten BDA Stadtplaner, Lübeck /

Ingenieurbüro C. Back Beratender Ingenieur BDB, Lübeck

Arbeit 1695 breshna_miethke_thiele, Berlin /

ProfessorPfeiferundPartner –

Ingenieurbüro für Tragwerksplanung, Darmstadt

Arbeit 1696 Axel Hummert Architekten, Dortmund /

Arup GmbH, Düsseldorf

Arbeit 1697 Staubach + Kuckertz Architekten und Designer, Berlin /

Prof. Dr.-Ing. Hilbers Ingenieurgemeinschaft mbH, Berlin

Arbeit 1698 welp architekten, Berlin /

Büro Dr. Hazzan, Berlin

Arbeit 1699 A. Römeth BDA – Architekten, Hannover /

Hannes Gerber, Hannover

Arbeit 1700 KOCH PANSE ARCHITEKTEN BDA, Hannover /

EILERS INGENIEURE GMBH, Hannover

Arbeit 1701 Pool 2 Architekten, Kassel /

Reitz und Pristl Ingenieurgesellschaft, Kassel

Die Vorsitzende zeigt sich erfreut über das gute Ergebnis des Verfahrens. Sie entlastet mit Zustimmung

aller Preisrichterinnen und Preisrichter die Vorprüfung und gibt den Vorsitz an die Ausloberin

zurück.

Herr Bodemann dankt dem Preisgericht und allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und weist

darauf hin, dass am Donnerstag, den 30.06.2011 um 14:00 Uhr eine Pressekonferenz in der Bauverwaltung

Hannover stattfinden wird. Die Wettbewerbsarbeiten sollen vom 30.06.2011 bis 29.07.2011 in

der Bauverwaltung (1. OG), Rudolf-Hillebrecht-Platz 1 in 30159 Hannover, ausgestellt werden. Die

Ausstellungseröffnung findet im Anschluss an die Pressekonferenz am 30.06.2011 um 15.00 Uhr statt.

Die Sitzung wird um 16:00 Uhr geschlossen.

Aufgestellt am 28.06.2011

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Anhang zum

PROTOKOLL ZUR PREISGERICHTSSITZUNG

am 28. Juni 2011 um 09.30 Uhr

Altes Rathaus, Festsaal im 1. Obergeschoss, Karmarschstraße 42, 30159 Hannover

Nicht offener, hochbaulicher und tragwerksplanerischer Wettbewerb mit

mit vorgeschaltetem Losverfahren zur Auswahl von 6 Teilnehmern und 6 gesetzten Teilnehmern

ZENTRALER OMNIBUSBAHNHOF ZOB HANNOVER

Entwurf einer Überdachung und eines Servicegebäudes

ausgelobt durch die

Landeshauptstadt Hannover

Rudolf-Hillebrecht-Platz 1

30159 Hannover

vertreten durch das

Baudezernat, Fachbereich Planen und Stadtentwicklung


Anhang zum Protokoll der Preisgerichtssitzung

235_01

Wettbewerb

ZENTRALER OMNIBUSBAHNHOF ZOB HANNOVER

Entwurf einer Überdachung und eines Servicegebäudes

3. Preis Tarnzahl: 1691

Kennzahl: 323311

Storch Ehlers Partner GbR Dipl.Ing. Architekten BDA, Hannover /

Wörzberger Ingenieure Gesellschaft mbH, Rösrath/H.

Hinrich Storch, Walter Ehlers, Reinhard W. Klaus, Martin Bockelmann

Prof. Dipl.-Ing. Ralf Wörzberger

Mitwirkende:

Christina von der Lühe, Lena Bode, Svea Franzke

Fachberatung:

WES&Partner Landschaftsarchitekten, M. Kaschke, Hamburg; Lichtkunstlicht AG, S. Grosse-Brockhoff, Bonn;

Verkehrstechnik: Prof. W. Haller, SHP Ing. GbR, Hannover; Janßen Energieplanung, Dr.-Ing. S. Janßen, Hannover;

Folientechnik, Ing. Büro Dr. Stefan Lehnert, Bremen, Brandschutz: HHP Nord Ost, Dr.-Ing. M. Kiel, Braunschweig

2. Rundgang Tarnzahl: 1692

Kennzahl: 110570

gmp Generalplanungsgesellschaft mbH, Hamburg /

Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart

Prof. Meinhard v. Gerkan, Nikolaus Goetze

Sven Plieninger

Mitwirkende:

Marc Ziemons, Matthias Heck, Phillip Schneider

Dr.-Ing. Rüdiger Weitzmann

Fachberatung:

Haustechnik: IGTech, Hamburg; Lichtplaner: Schlotfeldt Licht, Hamburg

02

D&K drost consult GmbH


Anhang zum Protokoll der Preisgerichtssitzung

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Wettbewerb

ZENTRALER OMNIBUSBAHNHOF ZOB HANNOVER

Entwurf einer Überdachung und eines Servicegebäudes

1. Preis Tarnzahl: 1693

Kennzahl: 134899

Werner Sobek Stuttgart GmbH Co. KG

(Architektur und Tragewerksplanung)

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Werner Sobek

Mitwirkende:

Johannes Pollkofer, Benjamin Springer, Christoph v. Moch

1. Rundgang Tarnzahl: 1694

Kennzahl: 444824

Konermann + Siegmund Architekten BDA Stadtplaner, Lübeck /

Ingenieurbüro C. Back Beratender Ingenieur BDB, Lübeck

Georg Konermann-Dall, Ingo Siegmund,

Cornelius Back

Mitwirkende:

Ludwig Stisser

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Anhang zum Protokoll der Preisgerichtssitzung

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Wettbewerb

ZENTRALER OMNIBUSBAHNHOF ZOB HANNOVER

Entwurf einer Überdachung und eines Servicegebäudes

2. Rundgang Tarnzahl: 1695

Kennzahl: 240410

breshna_miethke_thiele, Berlin /

ProfessorPfeiferundPartner – Ingenieurbüro für Tragwerksplanung, Darmstadt

Benjamin Thiele,

Prof. Dipl.-Ing. Matthias Pfeifer

Mitwirkende:

Hendrik Linder, Andrea Miethke, Andreas Sutic, Safet Ramadani

Fachberatung:

Kostenermittlung: Baugold Kostenconsulting: Felix Wolf; Lichtplaner: L-Plan: Prof. Michael F. Rohde

2. Rundgang Tarnzahl: 1696

Kennzahl: 921460

Axel Hummert Architekten, Dortmund /

Arup GmbH, Düsseldorf

Axel Hummert,

Thorsten Wilde-Schröter

Mitwirkende:

Silke Tinnefeld, Torsten Wilde-Schröter

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D&K drost consult GmbH


Anhang zum Protokoll der Preisgerichtssitzung

235_01

Wettbewerb

ZENTRALER OMNIBUSBAHNHOF ZOB HANNOVER

Entwurf einer Überdachung und eines Servicegebäudes

1. Rundgang Tarnzahl: 1697

Kennzahl: 340600

Staubach + Kuckertz Architekten und Designer, Berlin /

Prof. Dr.-Ing. Hilbers Ingenieurgemeinschaft mbH, Berlin

Uwe Kuckertz,

Gerald Schulze

Mitwirkende:

Aleksandr Gertman, Nicola Deindl, Uta Wenke

2. Rundgang Tarnzahl: 1698

Kennzahl: 795221

welp architekten, Berlin /

Büro Dr. Hazzan, Berlin

Christiane Tenbohlen Welp, Uwe Welp,

Dr.-Ing. Zahy Hazzan

Mitwirkende:

Benjamin Schellmann

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Anhang zum Protokoll der Preisgerichtssitzung

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Wettbewerb

ZENTRALER OMNIBUSBAHNHOF ZOB HANNOVER

Entwurf einer Überdachung und eines Servicegebäudes

1. Rundgang Tarnzahl: 1699

Kennzahl: 728691

A. Römeth BDA – Architekten, Hannover /

Hannes Gerber, Hannover

Andreas Römeth,

Hannes Gerber

Mitwirkende:

Frauke Schaper, Sarah von Hörsten, Phillip Walenta, Eric Dobewall

Fachberatung:

Lichtplaner: Fahlke & Dettmer - Licht in der Architektur: Christian Fahlke;

Werbegrafik - Blockstudie Berlin: Peer Runge

2. Rundgang Tarnzahl: 1700

Kennzahl: 725384

KOCH PANSE ARCHITEKTEN BDA, Hannover /

EILERS INGENIEURE GMBH, Hannover

Kai Koch, Anne Panse,

Reiner Eilers

Mitwirkende:

Kirsten Höpfinger

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D&K drost consult GmbH


Anhang zum Protokoll der Preisgerichtssitzung

235_01

Wettbewerb

ZENTRALER OMNIBUSBAHNHOF ZOB HANNOVER

Entwurf einer Überdachung und eines Servicegebäudes

3. Rundgang (engere Wahl) Tarnzahl: 1701

Kennzahl: 014078

Pool 2 Architekten, Kassel /

Reitz und Pristl Ingenieurgesellschaft, Kassel

Tore Pape,

Dieter Pristl

Mitwirkende:

Nelli Maier

2. Preis Tarnzahl: 1702

Kennzahl: 131131

Dietmar Feichtinger Architectes, F-Paris /

Werkraum Wien Ingenieure ZT-GmbH

Dietmar Feichtinger,

Peter Resch, Peter Bauer

Mitwirkende:

Katja Pargger, Ingrid Vindis

Fachberatung:

Peter Resch

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