PROTOKOLL ZUR PREISGERICHTSSITZUNG - D&K drost consult

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PROTOKOLL ZUR PREISGERICHTSSITZUNG - D&K drost consult

PROTOKOLL ZUR

PREISGERICHTSSITZUNG

am 27. September 2007, Gebäude der Volksfürsorge, An der Alster 59, 20099 Hamburg

Beschränkter, einstufiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb

in Form eines Einladungswettbewerbes mit 7 Teilnehmern

ALSTERCAMPUS

in Hamburg St. Georg

ausgelobt durch die

Volksfürsorge 1. Immobilien AG & Co. KG

vertreten durch

AMB Generali Immobilien GmbH

vertreten durch

TAMM IMMOBILIEN GmbH

im Einvernehmen mit der

Freien und Hansestadt Hamburg

letztere vertreten durch

das Bezirksamt Hamburg-Mitte – Baudezernat

die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt – Amt für Landesplanung


Beschränkter, einstufiger, hochbaulicher Realisierungswettbewerb

ALSTERCAMPUS

in Hamburg St. Georg

Das Preisgericht zum hochbaulichen Realisierungswettbewerb ALSTERCAMPUS in Hamburg St. Georgtritt

um 9:30 Uhr im Gebäude der Volksfürsorge, An der Alster 59 in Hamburg zusammen.

Herr Achim Tillmann, Geschäftsführer der AMB Generali Immobilien GmbH, begrüßt alle Anwesenden im

Namen der Ausloberin und entschuldigt die Herren Jörn Stapelfeldt, Vorstandsvorsitzender der Volksfürsorge

Versicherungsgruppe und Volker Seidel, Vorstandsmitglied der Volksfürsorge Versicherungsgruppe,

wegen unverschiebbarer konzerninterner Verpflichtungen.

Nachdem Herr Prof. Carl Fingerhuth einstimmig zum Vorsitzenden des Preisgerichts gewählt wurde, gibt

er eine kurze Einführung in den Ablauf der Preisgerichtssitzung. Die teilnehmenden Büros präsentieren

ihre Arbeiten einzeln. Hierfür ist ein Zeitfenster von 20 Minuten vorgesehen. Für anschließende Rückfragen

durch das Preisgericht verbleiben 10 weitere Minuten. Im Anschluss an die Präsentationen finden die

Wertungsrundgänge statt. Im Hinblick auf die anspruchsvolle Wettbewerbsaufgabe und deren Beurteilung

betont Herr Prof. Carl Fingerhuth drei wesentliche Aspekte:

� Die qualitätvolle Entwicklung der einzelnen Baufelder.

� Die Dialogfähigkeit der einzelnen Gebäude mit der Außenalster und die Möglichkeit der Addition mit

anderen Wettbewerbsentwürfen.

� Die Entwicklung der Alsteradresse in die Tiefe des Grundstücks in Verbindung mit der Gestaltung der

Durchgänge.

Herr Uwe Drost vom wettbewerbsbetreuenden Büro D&K drost consult stellt die Anwesenheit des Preisgerichtes

namentlich fest. Es sind erschienen:

Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter

Prof. Jörn Walter Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), Oberbaudirektor

Prof. Thomas Bieling freischaffender Architekt, Kassel

Prof. Carl Fingerhuth freischaffender Architekt und Stadtplaner, Zürich

Prof. Jörg Friedrich freischaffender Architekt, Hamburg

Sandra Reershemius Bezirksamt Hamburg-Mitte, Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung

vertritt Michael Mathe

Hadi Teherani freischaffender Architekt, Hamburg

Michael Zimmermann freischaffender Architekt, Köln

entschuldigt fehlen:

Michael Mathe Bezirksamt Hamburg-Mitte, Leiter Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung

Stellvertretende Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter

Andrea von Mansberg BSU, Amt für Landes- und Landschaftsplanung

Niels-Christian Otzen freischaffender Architekt, Hamburg

vertritt ab 14.30 Uhr Hadi Teherani

entschuldigt fehlen:

Ulrich Gremmelspacher freischaffender Architekt, Braunschweig

Kai Richter freischaffender Architekt, Hamburg

Michael Stiefler Bezirksamt Hamburg-Mitte, Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung

Sachpreisrichter

Jens Tamm TAMM IMMOBILIEN GmbH

Achim Tillmann Geschäftsführer der AMB Generali Immobilien GmbH

Protokoll zur Preisgerichtssitzung am 27.09.2007 D&K drost consult 2


Dr. Gunter Böttcher Mitglied des Stadtplanungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte (CDU)

Hubert Piske Mitglied des Stadtplanungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte (SPD)

Christian Kückelhaus AMB Generali Immobilien GmbH

vertritt Jörn Stapelfeld

Volker Siemon Volksfürsorge Versicherungsgruppe

vertritt Volker Seidel

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ALSTERCAMPUS

in Hamburg St. Georg

entschuldigt fehlen:

Jörn Stapelfeld Vorstandsvorsitzender der Volksfürsorge Versicherungsgruppe

Volker Seidel Vorstandsmitglied der Volksfürsorge Versicherungsgruppe

Stellvertretende Sachpreisrichter

Manfred Blume-Witte Mitglied des Stadtplanungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte (CDU)

Dr. Michael Osterburg Mitglied des Stadtplanungsausschusses

der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte (GAL)

Markus Schreiber Leiter des Bezirksamts-Mitte (SPD)

Berater

entschuldigt fehlen:

Andreas Kirsch Generaldirektor Le Royal Méridien Hamburg

Martin Steinbrecher AMB Generali Immobilien GmbH

Wolfgang Schüler Quartiersmanager St. Georg, Bezirk Hamburg-Mitte

Sachverständige

Jesko Lohr Tamm Immobilien GmbH

Oliver Panz BSU, Amt für Landes- und Landschaftsplanung

Peter Skambraks Bezirksamt Hamburg-Mitte, Management des öffentlichen Raums

entschuldigt fehlen:

Stephan Gather KSP Engel und Zimmermann, Köln

Erika Schaar KSP Engel und Zimmermann, Köln

Karsten Lübkert BSU, Amt für Verkehr und Straßenwesen

Anke Dierken Bezirksamt Hamburg-Mitte, Bauprüfung

Susanne Winch Bezirksamt Hamburg-Mitte, Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung

Frank Pieter Hesse Kulturbehörde, Amt für Denkmalschutz

Gabriele Bohnsack-Häfner Kulturbehörde, Amt für Denkmalschutz

Gäste

Horst-Dieter Meyer Volksfürsorge, Abteilungsleiter Finanzierung

Michael Rink Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU),

Referent des Oberbaudirektors

Wettbewerbskoordination/Organisation

Uwe Drost D&K drost consult, Hamburg

Cornelia Höll D&K drost consult, Hamburg

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Alexa Saure D&K drost consult, Hamburg

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ALSTERCAMPUS

in Hamburg St. Georg

Die Protokollführung übernehmen Frau Cornelia Höll und Frau Alexa Saure, D&K drost consult.

Alle zu der Sitzung des Preisgerichts zugelassenen Personen geben die Versicherung zur vertraulichen

Behandlung der Beratungen. Sie erklären weiterhin, dass sie abgesehen des Zwischenpräsentationstermins

keinen Meinungstausch mit den Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmern über die Aufgabe

hatten.

Der Vorsitzende versichert der Ausloberin, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie der Öffentlichkeit

die größtmögliche Sorgfalt und Objektivität des Preisgerichts in Anlehung der „GRW 1995 – Grundsätze

und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens“.

ERGEBNISSE DER VORPRÜFUNG

Herr Uwe Drost vom wettbewerbsbetreuenden Büro D&K drost consult stellt im Anschluss die Ergebnisse

der Vorprüfung vor. Sie sind in einem Vorprüfbericht zusammengefasst, der Aufschluss über die formalen

Kriterien gibt und einen vergleichbaren Überblick über alle Wettbewerbsarbeiten gewährleistet. Für jede

Arbeit werden auf jeweils sechs DIN A4 Seiten die stichwortartigen Vorprüfungsergebnisse der Sachverständigen

und die rechnerischen Überprüfungen sowie die Planausschnitte der Wettbewerbsarbeiten mit

Kurzbeschreibungen dargestellt. Die Vorprüfung erfolgte anhand der in der Auslobung formulierten Kriterien.

Alle sieben, zur Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe eingeladenen Architekturbüros, haben ihre Arbeiten

fristgerecht eingereicht. Zur Wahrung der Anonymität während der Vorprüfung wurden die Kenn-

ziffern der Arbeiten durch Tarnzahlen mit den Ziffern 1671 bis 1677 ersetzt. Eine Sammelliste mit Kennziffern,

Tarnzahlen und Eingangsdaten wird zusammen mit den Verfassererklärungen aufbewahrt. Die

geforderten Leistungen wurden im Wesentlichen bei allen Arbeiten erbracht, wenngleich in Teilbereichen

Leistungen fehlen, so führt dies nicht zu einer grundlegenden Beeinträchtigung der Vergleichbarkeit. Aus

formalen Gesichtspunkten besteht kein Anlass für die Vorprüfung, den Ausschluss einer Wettbewerbsarbeit

von der Preisgerichtsentscheidung zu empfehlen.

Die Arbeiten zeigen insgesamt eine hohe Bandbreite und unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich

der Fassadengestaltung zur Alsterseite und dem Umgang mit den Staffelgeschossen. Die Hierarchisierung

der Wegebeziehungen und die Ausbildung der Durchgänge wird bei den Arbeiten unterschiedlich

aufgefasst. Die freiraumplanerische Durcharbeitung variiert in ihrem Detaillierungsgrad erheblich. Mit

Ausnahme einer Arbeit sehen alle Arbeiten eine getrennte TG-Zufahrt und –Abfahrt vor. Nur zwei Arbeiten

thematisieren die Anlieferung. Die rechnerische Vorprüfung ergab bei einigen Arbeiten eine äußerst hohe

Flächeneffizienz für die Büronutzung. Diese Zahl ist zu relativieren, da in diesen Fällen eine sehr geringe

Konstruktionsfläche dargestellt bzw. berechnet wurde.

Eine detaillierte und ausführliche Prüfung der Einhaltung baurechtlicher Vorschriften ist aufgrund der vorhandenen

Angaben nicht möglich. Behindertengerechte Zuwegungen in den baulichen Anlagen sowie in

den Außenanlagen sind vorzusehen. Für den Saal/Hotel ist die VersammlungsstättenVO heranzuziehen,

für das Hotel die BeherbergungsstättenVO.

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PRÄSENTATION DER WETTBEWERBSARBEITEN DURCH DIE TEILNEHMER

Um 10:00 Uhr beginnt die Entwurfspräsentation der teilnehmenden Architekturbüros, die für die Darstellung

der städtebaulichen, architektonischen, freiraumplanerischen und funktionalen Grundzüge der Arbeiten

jeweils 20 Minuten Zeit haben. In den verbleibenden 10 Minuten werden Rückfragen durch das Preisgericht

gestellt. Die Präsentationen erfolgen entsprechend unten stehender Reihenfolge:

10:00 bis 10:30 Uhr 1675 böge lindner architekten, Hamburg

10:35 bis 11:05 Uhr 1674 Jan Störmer Partner GbR, Hamburg

11:10 bis 11:40 Uhr 1671 Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

11:45 bis 12:15 Uhr 1676 Stefan Forster Architekten, Frankfurt am Main

12:20 bis 12:50 Uhr 1672 Weinmiller Architekten, Berlin

13:30 bis 14:00 Uhr 1677 gmp von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg

14:05 bis 14:35 Uhr 1673 Schenk + Waiblinger Architekten, Hamburg

BEWERTUNG DER ARBEITEN

Nach der Präsentation der Wettbewerbsarbeiten durch die teilnehmenden Architekturbüros beginnt das

Preisgericht den Wertungsrundgang mit einer kritischen Beurteilung der Arbeiten und der Feststellung von

grundsätzlichen und schwerwiegenden Mängeln. Zunächst wird jeder der Wettbewerbsbeiträge von einem

Fachpreisrichter vorgestellt und dann im Kreise des Preisgerichts unter Feststellung von Vorzügen, gelungenen

Planungsansätzen und schwerwiegenden Mängeln kurz diskutiert.

Die Entwürfe 1673 und 1676 werden aufgrund von Defiziten auf konzeptioneller Ebene in einzelnen Prüfbereichen

im 1. Rundgang einstimmig ausgeschlossen:

Der 1. Wertungsrundgang endet um 15:45 Uhr.

Beurteilung der ausgeschiedenen Arbeiten

Tarnzahl 1673

Der Entwurf modifiziert die Masterplanung und spielt mit flächig abgeschnittenen Gebäudeecken, die

durch Verengungen und Aufweitungen neue Platzsituationen entstehen lassen. Positiv zu beurteilen ist

die Ausbildung des Gebäudes D als „Gelenkkörper“, das im Innenbereich eine Staffelung über mehrere

Geschosse erfährt. Die Fassadengestaltung zur Außenalster erscheint beliebig und dem repräsentativen

Ort nicht angemessen. Zur Alsterseite weist sie eine klare Dreiteilung entsprechend der vorgegebenen

Baufelder auf. Die Gebäudestaffel führt die drei Baukörper im oberen Abschluss zusammen. Durch ihre

grüne Kupfereindeckung und die großflächige Verglasung ist sie zwar deutlich abgesetzt, wirkt dadurch

aber wie ein nachträglich aufgesetztes Staffelgeschoss. Der Entwurf erscheint unentschieden im Städtebau

und der Fassadengestaltung. Die teilweise recht guten Ansätze sind in der Arbeit nicht konsequent

genug weiterentwickelt worden.

Tarnzahl 1676

Der Entwurf sieht nur geringfügige Modifikationen der Masterplanung vor. Die Fassadengestaltung an der

Alsterseite weist eine Zweiteilung zwischen Hotel- und Bürogebäude auf. Die Gestaltung erfolgt mit horizontalen

und vertikalen Bändern in unterschiedlich hellem Naturstein. Das Bürogebäude hat symmetri-

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sche Aufbauten, beim Hotel sind kleine Balkone/ Austritte vorgesehen. Die „historisierende“ Entwurfslösung

erscheint dem Ort nicht angemessen. Das Grundrisskonzept erscheint nicht genügend ausgearbeitet.

Die Freiraumgestaltung ist nur wenig aussagekräftig.

Beurteilung der verbliebenen Arbeiten

Tarnzahl 1671

Der Entwurf folgt stringent den Vorgaben der Masterplanung. Die Fassadenfront zur Alsterseite ist nach

einer durchgängigen Typologie unter Verwendung von Sequenzen unterschiedlich angeschrägter Fassadenpfeiler

und vorwiegend vertikaler Fensterformate gestaltet. Durch diese Gestaltungsmittel sowie die

Verwendung verschiedener heller Muschelkalke erfolgt eine nur leichte Differenzierung der drei Bauteile.

Das so erzeugte Fassadenbild wirkt bezogen auf die gesamte Fassadenabwicklung relativ monoton.

Durch die nur schwach ausgebildete Traufkante und die einheitliche Fassadengestaltung bis in die Staffelgeschosse

tritt das Gebäude in seiner vollen Höhenentwicklung in Erscheinung und setzt sich dadurch

stilistisch von den benachbarten Gebäuden (Le Royal Méridien, Atlantikhotel) ab.

Die zweigeschossig ausgebildeten Durchgänge haben nur geringe Qualität. Sie werden von fensterlosen

Gebäudewänden flankiert, denen eine Stützenreihe vorgelagert ist. Eine Hierarchisierung der Durchgänge

erfolgt ausschließlich durch die wenig aussagekräftige freiraumplanerische Gestaltung. Der Höhenunterschied

wird durch Treppenanlagen überwunden, die zwischen den Bürogebäuden quer zur Laufrichtung

angeordnet sind, um die Durchgangsfunktion zu schwächen. Die Nutzung des Innenhofs für die Anlieferung

stellt eine erhebliche Beeinträchtigung der Aufenthaltsqualität dar.

Positiv zu werten ist die Ausbildung eines Sockelbereiches für die Bürogebäude sowie die Raumorganisation

für das Hotel mit dem zweigeschossigen Veranstaltungssaal im 2. OG und dem Wellnessbereich im

obersten Geschoss.

Tarnzahl 1672

Der Entwurf modifiziert den Masterplan insbesondere im Bereich des Baukörpers E, dessen Abknicken

nach Norden eine aufgeweitete Platzsituation am Schnittpunkt der beiden Achsen entstehen lässt.

Die besondere Qualität des Entwurfs besteht durch die feine und stilvolle Auseinandersetzung mit den

Fassaden zur Alsterseite. Durch unterschiedliche Nuancen und eine Feingliederung bis in die dritte Dimension

sind drei unterschiedliche Baukörper ablesbar. In Bezug auf die Einbindung in das städtebauliche

Umfeld ist zu bemängeln, dass die Fassadenrhythmik bis in die leicht zurückversetzten Staffelgeschosse

durchgezogen ist und dadurch die Traufkante des Hotels Le Royal Méridien keine Fortsetzung

findet. Die Fassadengestaltung im Innenbereich erscheint nicht ausreichend erarbeitet. Zu Fassadenaufbau

und -technik sowie Materialität werden keine detaillierten Angaben gemacht.

Positiv bewertet wird die Akzentuierung der Erdgeschosszone mit einer Arkadenreihe als durchgängiges

Gestaltungselement. Zu beanstanden ist, dass diese keine Nutzungsentsprechung im Erdgeschoss findet

und in Bezug auf die angestrebte Dreiteilung nur schwer umsetzbar ist. Der Höhenunterschied wird durch

breite Treppenanlagen in Laufrichtung, die von Baumreihen flankiert werden, überwunden. Der Entwurf

trifft keine weiteren detaillierten Aussagen zur Freiraumgestaltung. Die schwache Durcharbeitung und der

geringe Detaillierungsgrad macht eine Beurteilung der Grundriss- und Raumorganisation schwierig. Für

das Hotel werden keine Aussagen zum Wellnessbereich und zum Veranstaltungssaal getroffen. Die Tiefgarage

ist nicht realteilbar. Die Möglichkeit der Realteilung der Tiefgarage war Aufgabenstellung der Auslobung

und muss zwingend gegeben werden.

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Tarnzahl 1674

Der Entwurf besticht durch den sensiblen Umgang mit den im Masterplan vorgegebenen Gebäudekanten,

die durch Auffaltungen neue räumliche Spannungen erzeugen. Der Blockinnenbereich ist durch ein

Wechselspiel aus Plätzen und Gassenbildung gekennzeichnet. Das Gebäude D überzeugt durch die Ausbildung

eines Innenhofs, jedoch ist dieser hinsichtlich der Flächenausnutzung zu überprüfen.

Die Gebäude an der Alsterseite sind durch die Verwendung von horizontalen oder liegenden Fensterformaten

sowie durch die unterschiedliche Zusammenfassung von Geschossen in den jeweiligen Bauteilen

einzeln ablesbar. Es sind helle Natursteinfassaden vorgesehen. In der Fassadenabwicklung überzeugt die

Aufnahme der Traufkante des Hotels Le Royal Méridien in den Staffelgeschossen, die durch ihre Materialität

vom Rest der Fassade abgesetzt werden. Die Erdgeschosszone ist durch Faltungen in der Erdgeschossfassade

und großflächige Fenster offen gestaltet. Neben der Konferenz-Pool-Zone können ergänzende

Nutzungen wie ein Kiosk, ein Coffeeshop sowie im hofseitigen Bereich ein Restaurant zur Belebung

des Quartiers beitragen, dies ist jedoch kritisch zu hinterfragen.

Die Arbeit überzeugt insbesondere im Bereich Hotel durch die ganzheitliche und sensible sowie detailliert

durchgeplante Entwurfslösung. Während die Fassade der Alsterfront in ihrer gesamten Abwicklung etwas

zu „künstlich“ wirkt, bietet sie für das Hotel mit ihren großzügigen Fensteröffnungen und Alsterbezug eine

adäquate Lösung. Der Sinn des Blechsichtschutzes beim Hotel ist zu hinterfragen. Die Unterbringung des

Veranstaltungssaals im obersten Geschoss mit Alsterblick, die Verbindung aller Geschosse über ein innen

liegendes Atrium sowie die Betonung der in den Durchgang hineingezogenen Eingangssituation mit weitläufigem

Lobbybereich schaffen ein qualitätvolles, dem Ort angemessenes Ambiente.

Äußerst gelungen erscheint die einladende und großzügige Gestaltung des Höhenunterschieds im Bereich

der zweigeschossig ausgebildeten Durchgänge durch flache Stufen mit seitlich geführten Rampen,

die von geschnittenen Platanenalleen begleitet werden. Kritisch zu beurteilen ist dagegen die gleichwertige

Gestaltung der Durchgänge. Der Durchgang zwischen den Bürogebäuden wirkt überzogen. Der Entwurf

trifft keine weiteren detaillierten Aussagen zur Freiraumgestaltung.

Tarnzahl 1675

Der Entwurf besticht durch sein überzeugendes städtebauliches und freiraumplanerisches Konzept. Die

Höhenentwicklung der Masterplanung wird im Hofbereich deutlich zurückgenommen und weist für die

Bürogebäude sowie das Bauteil E nur 6 Geschosse auf. Der Flächenverlust wird durch einen zusätzlichen

Anbau an das Wohngebäude E kompensiert, wodurch die Wegeverbindung in Richtung Koppel deutlich

aufgewertet wird.

Die Ausführung als weiße Metallkastenfassade mit Metallklappläden wirkt aufgesetzt und dekorativ und

wird der noblen und repräsentativen Alsterlage nicht gerecht. Zudem ist die Dauerhaftigkeit und die langjährige

Ansehnlichkeit des Materials in Frage zu stellen. Das oberste Staffelgeschoss des Hotels sowie

die beiden Staffelgeschosse der Bürogebäude sind durch Ganzglasfassaden gestalterisch abgesetzt,

jedoch in ihrer Fernwirkung relativ dominant. Im Gegensatz zur Bürofassade, die aus vertikalen Fensterformaten

besteht, ist die Hotelfassade durch liegende Fensterformate geprägt. Die vollständig verglasten

Fassaden der Zimmer sind gegenläufig geknickt und durch den hohen Alsterbezug besonders reizvoll. Die

Erdgeschossnutzungen mit Galerie und Ausstellung sind zu hinterfragen. Das Hotelkonzept ist in seiner

Grundrissgestaltung und Raumorganisation sehr überzeugend. Die Unterbringung des Wellnessbereichs

im 7. OG, des Veranstaltungssaals im 8. OG sowie die individuellen Zimmerzuschnitte sind hervorzuheben.

Neben den geforderten Büronutzungen sind im EG an der Außenalster eine Galerie, Ausstellungsräume

und Einzelhandel vorgesehen.

Das Freiraumkonzept ist detailliert ausgearbeitet und überzeugend. Bei der Gestaltung der beiden zweigeschossigen

Durchgänge erfolgt eine eindeutige Hierarchisierung indem der Durchgang im Bereich der

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Bürogebäude deutlich schmaler ausgebildet und der anschließende Hof auf das obere Niveau angehoben

wird. Der Durchgang am Hotel ist mit einer langen, großzügigen Treppenanlage gestaltet. Die Mittelstütze

thematisiert den Durchgang, wirkt hier jedoch in ihrer Gestaltung als Fremdkörper. Die Heckengärten stehen

in deutlichem Kontrast zu den Natursteinflächen der Hauptachse und Durchgänge.

Tarnzahl 1677

Die besondere Qualität des Entwurfs liegt in der Entwicklung eines Atriumhauses mit überdachtem Innenhof

im Bereich des Baufelds D. Zum Innenbereich erfolgt bei allen Baufeldern eine Abtreppung auf 6 Geschosse,

wodurch großzügige Dachterrassen entstehen können.

Die Fassadengestaltung weist an der Alsterseite eine sehr klare Struktur und Gliederung in drei gleichartig

gestaltete Gebäudeteile auf. Die einzelnen Gebäude werden über die beiden Staffelgeschosse zusammengeführt,

deren Material bis über die Durchgänge heruntergezogen wird. Die Fassadenkonzeption ist

nur in ihrer Gesamtheit umsetzbar. Eine Teilung entsprechend der einzelnen Baufelder ist nicht möglich.

Die Dominanz der Vertikalen wird unterstützt durch die Zusammenfassung von jeweils 2 Geschossen in

der Fassade. Die Fassaden werden in beigefarbenem Sandstein mit Fensterleibungen aus Kupfer/Bronze

ausgeführt. Die Staffelgeschosse nehmen die Traufhöhe der Bestandsgebäude auf und sind durch vertikale

Lamellen aus gelochten Kupfer-/Bronzeblechen abgesetzt. Das Bild zur Außenalster erscheint durch

die kühle und monumentale Wirkung dem Ort nicht angemessen.

Die Grundrisse sind für alle Gebäude detailliert durchgeplant und erscheinen äußerst funktionell.

Die beiden Durchgänge lassen eine Hierarchisierung vermissen. Die Dimensionierung über 3 Geschosse

auf einer reduzierten Durchgangsbreite wirkt zudem wenig einladend. Auf der Länge der Alsterfront ist der

eingerückten und an den Gebäudeecken abgerundeten Erdgeschosszone eine Arkadenreihe vorgelagert.

Abgeknickte Gebäudekanten im Bereich der Durchgänge erzeugen eine trichterförmige Aufweitung, die in

den Innenbereich überleiten. Der Höhenunterschied wird bei beiden Durchgängen durch eine jeweils weit

im Innenbereich liegende Treppenanlage überwunden, an deren Ende je ein Wasserbecken vorgesehen

ist. Die zur Alstertwiete führende Hauptachse wird als Allee ausgeführt.

Für den 2. Wertungsrundgang verbleiben fünf Arbeiten in der engeren Wahl. Da das Preisgericht einstimmig

der Meinung ist, dass sich keine der verbliebenen Arbeiten als Grundlage für die städtebauliche und

architektonische Gesamtkonzeption eignet, wird der Antrag, die Arbeiten entsprechend der einzelnen

Baufelder zu bewerten und mit dem Baufeld F (Hotel) zu beginnen, einstimmig angenommen.

Baufeld F (Hotel)

Nach intensiver Diskussion der verbliebenen Wettbewerbsbeiträge durch das Preisgericht werden die

Arbeiten mit den Tarnzahlen 1671, 1674 und 1675 in die engere Wahl für das Baufeld F genommen.

Nach erneuter Analyse und Diskussion der Arbeiten fasst das Preisgericht folgenden Beschluss für das

Baufeld F (Hotel):

1. Preis 1674 mit 12 : 1 Stimmen

2. Preis 1675 mit 12 : 1 Stimmen

Ein Dritter Preis wird nicht vergeben.

Die Preissumme für das Baufeld F (Hotel) wird einstimmig wie folgt vergeben:

1. Preis 1674 11.000,- Euro

2. Preis 1675 7.000,- Euro

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Baufeld D (Büro)

Für das Baufeld D werden nach intensiver Diskussion die Arbeiten mit den Tarnzahlen 1672, 1674 und

1677 als preiswürdig eingestuft. Der Antrag mit zwei Zweiten Preisen für die Arbeiten mit den Tarnzahlen

1672 und 1674 und einem Dritten Preis für die Arbeit 1677 wird mit 2 : 11 Stimmen abgelehnt. Das Preisgericht

fasst folgenden Beschluss für das Baufeld D (Büro):

2. Preis 1672 mit 11 : 2 Stimmen

3. Preis 1674 mit 11 : 2 Stimmen

4. Preis 1677 mit 11 : 2 Stimmen

Ein Erster Preis wird nicht vergeben.

Die Preissumme für das Baufeld D (Büro) wird einstimmig wie folgt vergeben:

2. Preis 1672 10.000,- Euro

3. Preis 1674 8.000,- Euro

4. Preis 1677 5.000,- Euro

Baufeld G (Büro)

Für das Baufeld G werden nach intensiver Diskussion die Arbeiten mit den Tarnzahlen 1672 und 1674 als

preiswürdig eingestuft. Ein Antrag auf zwei Zweite Preisen für die Arbeiten mit den Tarnzahlen 1672 und

1674 wird mit 2 : 11 Stimmen abgelehnt. Das Preisgericht fasst folgenden Beschluss für das Baufeld D

(Büro):

2. Preis 1672 mit 11 : 2 Stimmen

3. Preis 1674 mit 11 : 2 Stimmen

Ein Erster Preis wird nicht vergeben.

Die Preissumme für das Baufeld G (Büro) wird einstimmig wie folgt vergeben:

2. Preis 1672 8.000,- Euro

3. Preis 1674 5.000,- Euro

Sonderpreis Städtebau und Freiraumplanung

Abweichend zur Auslobung wird die Arbeit mit der Tarnzahl 1675 mit einem Sonderpreis für Städtebau

und Freiraumplanung ausgezeichnet. Es wird eine Preissumme von 7.000 Euro vergeben.

EMPFEHLUNGEN DES PREISGERICHTS

Das Preisgericht gibt einstimmig folgende Empfehlung ab:

� Dass die durch das Preisgericht festgelegte Reihenfolge/ Rangfolge maßgeblich für die weitere Bearbeitung

ist.

� Bei den Baufeldern, bei denen kein Erster Preis vergeben wurde, ist eine grundlegende Überarbeitung

und Detaillierung der Entwürfe, insbesondere in Bezug auf die Grundrisse, notwendig.

� Die Ausgestaltung und Einbindung der Attika/ Staffelgeschosse ist eine übergreifende Koordinierungsaufgabe

für alle drei Baufelder. Die Staffelgeschosse sollen dabei so ausgebildet werden, dass die

Traufkante als oberer, gemeinsamer Gebäudeabschluss in Erscheinung tritt. Die Staffelgeschosse sollen

in ihrer Bedeutung deutlich zurück treten.

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� Der Sonderpreis Städtebau und Freiraumplanung soll als Grundlage für die Weiterbearbeitung des

Freiraums und Städtebaus dienen.

� Die planerische Überarbeitung des Hotels kann erst durchgeführt werden, wenn der zukünftige Hotelbetreiber

fest steht und dementsprechend ein Nutzungsprogramm vorliegt. In diesem Zusammenhang

wird auch entschieden, ob es sich um eine Hotelerweiterung handeln wird oder um ein eigenständiges

Hotel, was selbstverständlich Konsequenzen auf die architektonische Gestaltung haben wird.

PREISTRÄGER

Folgende Architekturbüros werden mit Preisen ausgezeichnet:

BAUFELD F (Hotel)

Ausgezeichnet wurden:

1. Preis 1674 Jan Störmer Partner, Hamburg

2. Preis 1675 Böge Lindner Architekten, Hamburg

BAUFELD D (Büro)

Ausgezeichnet wurden:

2. Preis 1672 Weinmiller Architekten, Berlin

3. Preis 1674 Jan Störmer Partner, Hamburg

4. Preis 1677 gmp Gerkan, Marg und Partner, Hamburg

BAUFELD G (Büro)

Ausgezeichnet wurden:

2. Preis 1672 Weinmiller Architekten, Berlin

3. Preis 1674 Jan Störmer Partner, Hamburg

SONDERPREIS STÄDTEBAU UND FREIRAUMPLANUNG

1675 Böge Lindner Architekten, Hamburg

mit Breimann & Bruun Garten- und Landschaftsarchitekten MAA, Hamburg

Nicht ausgezeichnet wurden:

1671 Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbh, Berlin

1673 Schenk + Waiblinger Architekten, Hamburg

1676 Stefan Forster Architekten, Frankfurt

Der Vorsitzende entlastet dankend die Vorprüfung. Weiterhin dankt er der Ausloberin und dem Preisgericht

für die gute Zusammenarbeit. Herr Jens Tamm, TAMM IMMOBILIEN GmbH, bedankt sich bei allen

Anwesenden und kündigt eine Pressekonferenz und Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten für Ende Okto-

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ber/ Anfang November an. Die teilnehmenden Architekten werden in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen,

dass das Erstveröffentlichungsrecht bei der Ausloberin liegt.

Die Sitzung wird um 17:30 Uhr geschlossen.

Das vorliegende Protokoll ist mit dem Vorsitzenden des Preisgerichts, der Ausloberin, der Behörde für

Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) und dem Bezirk Hamburg-Mitte abgestimmt.

17. Oktober 2007

D&K drost consult, Hamburg

Anlage: Unterschriften des Preisgerichts und Übersicht der eingereichten Arbeiten

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