Verbreitung, Ökologie und Schutz der Mauereidechse

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Verbreitung, Ökologie und Schutz der Mauereidechse

3. Zumindest in zwei Gebieten kommt die Mauereidechse syntop mit der

Zauneidechse (Lacerta agilis) vor. Wenn auch nicht untersucht, gibt es

hier bisher keine Anzeichen dafür, dass sich die Mauereidechse

invasiv (BNatSchG § 7 (2) 9) gegenüber der Zauneidechse verhält.

4. Die in Spanien bis an die Pyrenäen vorkommende Katalonische

Mauereidechse (Podarcis liolepis) ist in Deutschland nicht heimisch,

sondern gebietsfremd (BNatSchG § 7 (2) 8) und gilt damit als

Neozoon. Anzeichen für Invasivität gegenüber der syntop

vorkommenden Zauneidechse sind nicht erkennbar.

Im Hinblick auf die naturschutzfachliche Bewertung und Vorgehensweise

im Umgang mit den allochthonen Vorkommen der Mauereidechse stellt

sich heraus, dass es kein allgemein gültiges Rezept gibt, sondern dass

jede lokale Population einzeln betrachtet werden muss. Die Spanne

naturschutzfachlichen Handelns kann daher von Akzeptanz, über weitere

Beobachtung bis möglicherweise auch zum Wegfang der ausgesetzten

Tiere führen.

SCHULTE, U., B. THIESMEIER, W. MAYER & S. SCHWEIGER (2008): Allochthone

Vorkommen der Mauereidechse (Podarcis muralis) in Deutschland. –

Zeitschrift für Feldherpetologie 15: 139-156.

SCHULTE, U., K. BIDINGER, G. DEICHSEL, A. HOCHKIRCH, B. THIESMEIER & M.

VEITH (2011): Verbreitung, geografische Herkunft und naturschutzrechtliche

Aspekte allochthoner Vorkommen der Mauereidechse (Podarcis muralis) in

Deutschland. – Zeitschrift für Feldherpetologie (eingereicht).

RICHARD PODLOUCKY, Niedersächsischer Landesbetrieb für

Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), GB Naturschutz,

Göttinger Chaussee 76 A, 30453 Hannover; richard.podloucky@nlwknh.niedersachsen.de.

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