Behindertenforum Mitgliedorganisationen

behindertenforum.ch

Behindertenforum Mitgliedorganisationen

� Angehörigenhilfe

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� Assistenz auf vier Beinen

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der Gelähmten ASPr/SVG

Ortsgruppe beider Basel

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hirnverletzte Menschen

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insieme Lebenshilfe Basel

insieme Lebenshilfe

Baselland

IVB – Behindertenselbsthilfe

Schweizerischer

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Nordwestschweiz

Behindertensport Basel

für Menschen

mit Handicap

Vereinigung Cerebral Basel

2 09

Schweizerischer Blindenbund

Regionalgruppe

Nordwestschweiz

Schweizerischer Blindenund

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Sektion Nordwestschweiz

Schweizerische Multiple

Sklerose Gesellschaft

SMSG Regionalgruppe

beider Basel

Stiftung Melchior

Tagesstätte, Treffpunkt,

Angehörigen Selbsthilfe,

Wohnheim Phoenix


Rehabilitations- und

Orthopädietechnik

Orthesen

Prothesen

Fusseinlagen

Schuhtechnik

Bandagen

Orthoreha

MobilitätsundTherapiehilfen

stützt Menschen

schafft Bewegung

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1

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haben wir noch wenige freie

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Inhalt Editorial

Thema

An einer solchen Aufgabe wächst man 5– 6

Morbus Parkinson 7

Aktuell

Die Charta – Chancengleichheit im ersten Arbeitsmarkt 8

Trottoirabsenkungen: keine Schnellschüsse, aber schnell 9

Gehörlosigkeit: unsichtbar, doch folgenschwer 10

Behindertenkonzept: Stossrichtung gut – mit An-

passungen wegweisend 11

Beiträge

Freund und Helfer auf vier Beinen 12–13

Der Durchhaltewillen hat sich gelohnt 14–15

Vorstand – effizient und konstruktiv 16

Hinweise

www.behindertenforum.ch 17

Zugang zur Apothekerkunst 17

Mitgliedorganisationen

Procap: Generalversammlung vom 27. März 2009 22

Procap: Anlässe 23

IVB: Ein guter IVB-Jahrgang! 24

Fragile: Zwölf Jahre sind eine lange Zeit 25

Veranstaltungen

Veranstaltungen 25

Die Zweitletzte

Wichtige Adressen (BTD, Beratungsstellen etc.) 26

2.2009

Assistenzhunde können mobilitätsbehinderten

Menschen zu mehr Autonomie

verhelfen und beleben den

Alltag.

Liebe Leserin

Lieber Leser

Selbsthilfe hat viele Gesichter. In der

vorliegenden Ausgabe des Handicapforums

kommen die verschiedenen Facetten

zur Sprache. Zum Beispiel die Angehörigengruppe

von Parkinson Schweiz:

Selbsthilfe als persönliche Ermutigung

und Bewältigungsstrategie. Der SGB-FSS

bleibt nicht im privaten Bereich, sondern

präsentiert sich als Organisation, die

sich in der Öffentlichkeit entschieden für

die Anliegen gehörloser Menschen stark

macht und seine Schlüsselstellen konsequent

mit Betroffenen besetzt. Selbst-

hilfe heisst aber auch Präsenz bei allen

realpolitischen Prozessen, Teilnahme an

langwierigen Verhandlungen, Mitarbeit

in Gremien und Einmischung zu Gunsten

der Betroffenen. Darüber wird in den

Beiträgen über die Aktivitäten des Behindertenforums

berichtet. Das Engagement

in der Selbsthilfe kostet Zeit und

Energie, aber es lohnt sich. Nicht von

ungefähr sieht das neue Behindertenkonzept

vor, auf der Autonomie und Eigenverantwortung

der Betroffenen aufzubauen.

Zu solchen Fortschritten hat

die Behindertenselbsthilfe wesentlich

beigetragen!

Barbara Imobersteg

Behindertenforum

Barbara Imobersteg

3


An einer solchen Aufgabe wächst man

Anne-Marie Ochsner hat gelernt Prioritäten zu setzen und

eine Selbsthilfegruppe aufzubauen

«Wer fragt, wie es mir geht?» Angehörige von Parkinsonpatienten

leisten viel. Die Frage nach ihrem

Wohlergehen kommt manchmal zu kurz. Anne-Marie

Ochsner hat deshalb eine Selbsthilfegruppe gegründet.

bim. «Die Diagnose war erlösend», Anne-Marie

Ochsner hat diesen Satz schon oft gesagt und auch

gehört. Überrascht sind nur diejenigen, die noch nie

mit dieser Krankheit konfrontiert worden sind. Die

Krankheit heisst Parkinson. Meist haben die Betroffenen

über längere Zeit unter verschiedenen Beschwerden

und Einschränkungen zu leiden, ohne zu wissen,

woher sie rühren und wie sie zu behandeln sind. Die

Umwelt ist irritiert, Angst und Unsicherheit macht

sich breit. Anne-Marie Ochsner hat das bei ihrem

Mann erlebt. «Es begann mit Kleinigkeiten», erinnert

sie sich. Der schleppende Gang ist ihr schon früh aufgefallen.

Ihr Mann reagierte verärgert, wenn sie ihn

darauf ansprach. Dann machte sich eine weitere Auffälligkeit

bemerkbar: die veränderte Mimik. Immer

öfter sah sie ein völlig ausdrucksloses Gesicht vor sich

2.2009

Foto: Mirjam Spinnler

Thema

und musste sich fragen ‹hat er nicht zugehört oder ist

er wohl eingeschlafen?› Manchmal sei er tatsächlich

eingeschlafen und dies mit offenen Augen, erzählt

Anne-Marie Ochsner. Müdigkeit und verlangsamte

Bewegung gehörten auch bald zum Erscheinungsbild.

Doch all die Symptome wurden lange nicht als solche

erkannt. Man fand immer wieder eine mögliche Erklärung

und tatsächlich ging es zwischendurch auch

wieder besser. Insgesamt wurde die Situation aber

zunehmend belastend und die Verunsicherung nahm

zu. Als die Diagnose Parkinson bekannt wurde, erhielt

dieser diffuse, unangenehme und zuweilen auch

unheimliche Zustand einen Namen.

«Raus damit»

Das Ehepaar Ochsner engagiert sich in mehreren Vereinen

und pflegt einen grosses Freundes- und Bekanntenkreis.

Anne-Marie Ochsner ist eine lebhafte, kontaktfreudige

und aktive Frau. Nach Bekanntgabe der

Diagnose stellte sie deshalb ihrem Mann sogleich die

Frage «willst du dich nun verstecken?» Parkinson ist

je nach Stadium und Ausprägung mit Symptomen

verbunden, die in der Öffentlichkeit auffallen und

den Betroffenen und ihren Angehörigen auch sehr

unangenehm sein können. Das Zittern, die verlangsamten,

zeitweise erstarrten oder unkontrollierten

Bewegungen, die schwache Stimme, das zuweilen

ausdruckslose Gesicht – man sieht sich Blicken und

leider auch negativen Reaktionen ausgesetzt. Nicht

selten werden Parkinson-Erkrankte für betrunken,

dement oder psychisch behindert gehalten.

Die Frage nach dem Verstecken ist deshalb bedeutungsvoll.

Wird sie bejaht, geraten die Betroffenen

mitsamt ihren Angehörigen in die Isolation. Anne-

Marie Ochsner war deshalb froh, dass ihr Mann ihr

sogleich ein klares «raus damit» zur Antwort gab.

Informiert man sein Umfeld ohne Scheu, sind die

Leute meistens verständnisvoll und hilfsbereit, das

weiss Anne-Marie Ochsner mittlerweile aus Erfahrung.

Auch als Partnerin war sie nun aufgefordert sich

dieser Krankheit mit all ihren Folgeerscheinungen zu

stellen. Dass sie diese Herausforderung annehmen

würde, war für sie keine Frage. «Das ist mein Mann,

da stehe ich dazu», sagt sie ohne Umschweife.

«Ich halte an einigen Aktivitäten fest.»

Ihr Einsatz wurde unmerklich grösser: da und dort

eine Hilfeleistung, eine Begleitung oder Unterstützung,

mehr und mehr Präsenz und sei es nur im Hin-

5


Thema

tergrund und auf Abruf. Sie begann ihre Alltagsaktivitäten,

Ihren Tagesrhythmus und – vor allem – ihr

Tempo dem krankheitsbedingten Zustand ihres Mannes

anzupassen. Je nach Tagesform, die bei Parkinson

stark variieren kann, verhielt sie sich flexibel. Ihr Mann

musste mit dem Fortschreiten der Krankheit zunehmend

Einschränkungen in Kauf nehmen. Er nahm

nach wie vor am Vereinsleben teil, musste aber immer

mehr eigene Aktivitäten aufgeben. Besonders einschneidend

war der Verzicht aufs Autofahren. Durch

die Verlangsamung der Reaktionen wurde dies

gefährlich. Anne-Marie Ochsner hat das Thema eines

Tages mutig angesprochen und hat auch einen mutigen

Entscheid ausgelöst. Der Fahrausweis wurde

abgegeben. Das ist nicht selbstverständlich. Sowohl

die Betroffenen als auch ihre Angehörigen vermeiden

es, beim Thema Autofahren dem veränderten Sachverhalt

ins Auge zu blicken und weichen der klaren

Rede aus. «Ich habe meinem Mann sogar angeboten,

meinen Ausweis aus Solidarität auch abzugeben»,

verrät Anne-Marie Ochsner. So weit ist es aber nicht

gekommen, im Gegenteil, nun ist sie umso mehr als

Chauffeurin im Einsatz. Ihre ausserhäuslichen Verpflichtungen

begann sie ebenfalls zu reduzieren. «Ich

halte aber an einigen Aktivitäten fest», stellt sie klar.

Sie braucht den Ausgleich, den Kontakt mit anderen

Menschen, das Lob und die Anerkennung, wenn sie

für andere etwas organisiert und Erfolg hat. Ihr Engagement

im Privatleben bleibt meist unerkannt und

unerwähnt. Noch kann sie ihren Mann zeitweise

allein lassen und sich andern Aufgaben zuwenden.

Besonders wichtig ist ihr die Arbeit in der Parkinson-

Angehörigengruppe.

«Wir tanken Energie für den Alltag.»

Das Ehepaar Ochsner hat sich schon bald nach Kenntnis

der Diagnose Parkinson der Schweizerischen Parkinson-Vereinigung

angeschlossen. Eines Tages wurde

von Parkinson Schweiz ein Seminar angekündet

mit dem Titel «Und wer fragt, wie’s mir geht?». Angesprochen

wurden damit die Angehörigen. Anne-

Marie Ochsner hatte bereits am eigenen Leib erfahren,

dass diese Frage im Leben der Partnerinnen und

Partner von Parkinsonpatienten meist zu kurz kam.

Sie besuchte den Anlass und blieb mit einigen Teilnehmerinnen

und Teilnehmern in Kontakt. Zwei Jahre

später wurde an einer Tagung der Parkinson-Vereinigung

zur Gründung einer Selbsthilfegruppe in der

Region Basel aufgerufen. Anne-Marie Ochsner war

innerlich bereits fest entschlossen ihren Beitrag zu

leisten. Sie wusste, dass viele Angehörige Hilfe nötig

hatten. So stellte sie sich zur Verfügung, um eine

neue Selbsthilfegruppe für Angehörige aufzubauen.

«Ich hatte keine Ahnung, was auf mich zukommt,

aber ich war überzeugt von der Wichtigkeit des Angebots»,

erinnert sie sich. Sie packte die neue Aufgabe

an und aus dem anfänglichen Fünfer-Grüppchen ist

eine beachtliche Runde mit dreissig Mitgliedern

geworden. Sie treffen sich regelmässig alle zwei

Monate, Austausch, Kontakt und gegenseitige Unterstützung

kann aber jederzeit erfolgen. Anne-Marie

Ochsner bereitet die Einladungen besonders liebevoll

vor, denn dass die Angehörigen bei den Treffen verwöhnt

werden, ist ihr ein Anliegen. «Wir wälzen keineswegs

nur Probleme», hält sie fest, «wir geniessen

unsere Nachmittage, lachen viel und tanken neue

Energie für den Alltag.»

«Was im Jetzt möglich ist...»

Ratschläge könne man meist ohnehin nicht erteilen,

erklärt die Gruppenleiterin, denn jede Situation sei

wieder anders. Im Zentrum stehe deshalb das gegenseitige

Verständnis. Alle Betroffenen müssen lernen,

sich auf das Auf und Ab der Krankheit einzustellen,

anpassungsfähig sein und improvisieren. Die zeitlichen

Abläufe sind immer wieder anders, nur eines ist

sicher: es braucht endlos viel Geduld. Was ebenfalls

gewiss ist: was nicht mehr geht, ist unwiderruflich

verloren. Anne-Marie Ochsner denkt an die letztjährigen

Winterferien. Noch konnte ihr Mann Skifahren,

allerdings mit Mühe. Um Jacke oder Handschuhe an-

und auszuziehen, brauchte er Hilfe. Die nächsten

Winterferien sind gebucht. Ob das Skifahren noch

möglich sein wird, ist ungewiss, «Auch Spaziergänge

sind erholsam», meint Anne-Marie pragmatisch. Was

im Jetzt möglich ist, das wird gemacht. Was die

Zukunft bringt, wird sich weisen. Sie wird bestimmt

weitere Einschränkungen mit sich bringen. Umso

wichtiger wird es, Prioritäten zu setzen, das hat Anne-

Marie Ochsner gelernt. Sie ist zuversichtlich: «an

einer solchen Aufgabe wächst man auch und beginnt

zu spüren, wie viel Kraft man hat.»

Kontakt: Parkinson-Selbsthilfegruppe Basel

und Umgebung

Anne-Marie Ochsner

Tel. 061 601 22 11

6 2.2009


Morbus Parkinson

bim. Die parkinsonsche Krankheit ist eine der häufigsten

Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Sie

betrifft in der Schweiz etwa 15 Tausend Männer und

Frauen, vorwiegend Menschen fortgeschrittenen

Alters. Die Krankheit entsteht, weil im Gehirn Nervenzellen

die den Botenstoff Dopamin produzieren,

frühzeitig absterben. Dopamin ist unter anderem

zuständig für die Kontrolle der automatischen Bewegungen.

Wenn etwa zwei Drittel dieser Zellen abgestorben

sind, tritt das Krankheitsbild in Erscheinung.

Da sich die Nervenzellen nicht mehr nachbilden und

man die genauen Ursachen ihres Absterbens nicht

kennt, ist Morbus Parkinson unheilbar. Bei jeder Patientin

und bei jedem Patienten – Frauen und Männer

sind etwas gleichviel betroffen – zeigen sich die

Krankheit und ihr Verlauf wieder etwas anders. Zu

den typischen Symptomen gehören Muskelversteifungen,

Zittern, ein unrhythmischer Gang, Bewegungsstörungen

und eine allgemeine Verlangsamung.

Weitere Symptome, die in unterschiedlicher Ausprägung

hinzu kommen können sind Traurigkeit, verlangsamte

Denkabläufe, Störungen des vegetativen

Nervensystems, eine leise Stimme, eine gebückte

Körperhaltung sowie die Abnahme der Mimik. Im

fortgeschrittenen Stadium kann es vorkommen, dass

innerhalb kürzester Zeit Blockaden die Momente

guter Beweglichkeit ablösen, ohne dass die Patienten

darauf Einfluss nehmen könnten. Die Beschwerden

nehmen über die Jahre langsam zu und sind starken

Schwankungen unterworfen. Parkinsonpatienten

und -patientinnen werden oft verkannt, des Alkoholmissbrauchs

verdächtigt, als stur oder unwillig eingeschätzt

oder gar für dement gehalten. Ihre Leiden

können medikamentös, teilweise auch chirurgisch,

gelindert oder hinausgezögert werden, so dass in den

Anfangsjahren ein weitgehend normales Leben möglich

ist.

Vereinigung Parkinson Schweiz

Parkinson Schweiz ist seit ihrer Gründung im Jahr

1985 eine gemeinnützige unabhängige und neutrale

Vereinigung. Sie steht im Dienste der Betroffenen,

das heisst der Erkrankten und ihren Angehörigen. Die

Vereinigung bietet Information, Beratung und Unterstützung

an und versteht sich als Fachstelle gegenüber

den Betroffenen, anderen Fachpersonen und

der Öffentlichkeit. Um auch mit Parkinson eine möglichst

hohe Lebensqualität zu erreichen, engagiert

sich Parkinson Schweiz insbesondere für die Selbsthil-

2.2009

Thema

fe. Die Selbsthilfegruppen bilden das Rückgrat der

Organisation. Erfahrungsaustausch, Gespräch, Anregung

und Geselligkeit – die Selbsthilfegruppen helfen

den Betroffenen ihre Situation besser zu akzeptieren

und zu gestalten. Vorwiegend geleitet von Betroffenen,

organisiert sich jede Gruppe selber und gibt sich

ihre Inhalte. Parkinson Schweiz bietet den Leitungsteams

professionelle und finanzielle Unterstützung

an und hilft mit, neue Gruppen zu gründen.

Information

• Merkblätter, Broschüren , Ratgeber, Quartalszeitschrift

«Parkinson»

• Informationsveranstaltungen, Seminare,

Fortbildungen

• Dokumentations- und Medienstelle

Beratung

• Persönliche Beratung

• Gratis-Hotline «Parkinfon» (Neurologen geben

Auskunft)

Kontakt Selbsthilfegruppe: Parkinson Schweiz

Gewerbestrasse 12a

Postfach 123

8132 Egg

Tel. 043 277 20 77

www.parkinson.ch

7


Aktuell

Die Charta – Chancengleichheit im ersten Arbeitsmarkt

Ein neues Projekt von «RadioX» hilft die Arbeitsplatz-Situation

für Menschen mit Behinderungen

verbessern. Es zielt auf die Selbstverpflichtung der

Unternehmen ab.

bim. «Arbeit vor Rente» – die Absichtserklärung wird

immer wieder neu formuliert und begleitet die IV seit

es sie gibt. Im Zusammenhang mit der 5. Revision ist

sie einmal mehr als Zielsetzung ins Feld geführt worden.

Dass dabei die Arbeitgebenden nicht stärker in

die Pflicht genommen worden sind, war ein Kritikpunkt

– vor allem bei den Betroffenen und ihren

Interessensvertretungen. In der Schweiz ist nach wie

vor nicht einmal ein Prozent aller Stellen von Menschen

mit einer Behinderung besetzt. Man setzt

immer noch auf Freiwilligkeit. Quotenregelungen

werden, auch innerhalb der Behinderten-Selbst- und

Fachhilfe, heiss diskutiert. Dass Handlungsbedarf

besteht, ist wohl der kleinste gemeinsame Nenner.

Hundert zusätzliche Stellen

Der nicht kommerzielle Basler Sender «Radio X» hat

sich dem Thema Arbeitsintegration von Menschen

mit Behinderung angenommen und im Jahr 2006 die

Kampagne «zuMUTbar.info» mit einer eigenen Sendereihe

lanciert. In diesem Rahmen sind sowohl

behinderte ArbeitnehmehrInnen und Arbeitssuchende

als auch Arbeitgebende zu Wort gekommen und

die verschiedenen Sichtweisen aufgezeigt worden.

Nun ist, basierend auf den Erkenntnissen dieses Austauschs

und als weiterführendes Engagement ein

neues Projekt entstanden: die Charta. Sie baut auf die

Selbstverpflichtung der Unternehmen auf. Die Charta

soll die Arbeitgebenden für das Thema Arbeitsintegration

behinderter Menschen sensibilisieren, formuliert

aber auch die klare Zielsetzung: Hundert zusätzliche

Stellen in der Region Basel bis Ende des Jahres

2012. Am Projekt beteiligen sich der Arbeitgeber- und

der Gewerbeverband Basel, die Handelskammer beider

Basel, die Wirtschaftskammer Baselland, die IV-

Stellen Baselstadt und Baselland sowie die soziale

Stellenbörse. Bund und Kantone sind durch das Bundesamt

für Sozialversicherungen, das eidgenössische

Büro für Gleichstellung, die Abteilung Gleichstellung

und Integration sowie die Regierungsräte Christoph

Brutschin und Adrian Ballmer vertreten.

Mut, Initiative und Eigenverantwortung

Wer die Charta unterzeichnet, erhält Hilfestellungen

bei den Integrationsbemühungen wie Workshops,

DIE CHARTA

Im Bestreben,

die Integration von Menschen mit einer Behinderung

in den Arbeitsmarkt zu fördern

und mit der Zielsetzung,

bis Ende des Jahres 2012 in der Region Basel

100 zusätzliche Stellen – Arbeits- oder Ausbildungsplätze

im ersten Arbeitsmarkt durch

Menschen mit einer Behinderung zu besetzen,

wirken die unterzeichneten Wirtschaftsverbände

und Arbeitgebenden darauf hin, den Grundsatz

der Chancengleichheit und der Nicht-Diskriminierung

von Menschen mit einer

Behinderung in allen Bereichen des Arbeitslebens

zu achten und aktiv anzuwenden, namentlich

bei Stellenausschreibungen, Anstellungen

und Beförderungen, und die Anliegen und

Ansprüche dieser Charta intern und extern in

geeigneter Weise bekannt zu machen.

Dies im Wissen, dass

alle gesellschaftlichen Kräfte gefordert sind,

sich für Chancengleichheit und gegen Diskriminierung

zu engagieren, die Zusammenarbeit

zwischen Menschen mit und ohne einer Behinderung

die Kommunikation und die Sozialkompetenz

fördern kann, Bund, Kantone, Wirtschaftsverbände

und Stimmvolk sich zum Ziel

der 5. IV-Revision bekannt haben, Arbeitsplätze

für Menschen mit einer Behinderung zu

schaffen und zu erhalten, eine breite Palette

von Unterstützungsmassnahmen existiert,

und dem Willen,

als Unternehmende und Menschen der sozialen

Verantwortung nachzukommen, durch den

Tatbeweis der Integration von Menschen mit

einer Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt

Quotenregelungen unnötig zu machen, mit

gutem Vorbild bei der Durchsetzung von Chancengleichheit

voranzugehen sowie Schwellenängste

und Barrieren abzubauen.

Beratung und Coaching. Als weiterer Support werden

die beteiligten Firmen auf «RadioX» porträtiert. In

Zusammenarbeit mir der IVB Behindertenselbsthilfe

beider Basel informiert der Sender auch allgemein

über Unterstützungsmöglichkeiten bei der Schaffung

von behindertengerechten Arbeitsplätzen. Zur unter-

8 2.2009


haltsamen Vermittlung des Anliegens werden zudem

Hörspiele produziert. Autor der Sendereihe «Handicap

GmbH» ist Roland Suter von Touche ma Bouche.

Die Charta ist am 27 März in der Premium Lounge des

St. Jakob-Parks den Medien präsentiert worden.

Achtzehn Firmen konnten für die Erstunterzeichnung

gewonnen werden, unter anderen auch Migros und

Coop. Die Vertreter der Wirtschaftsverbände gaben

ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Unternehmen alsbald

Mut, Initiative und Eigenverantwortung zeigen

Trottoirabsenkungen: keine Schnellschüsse, aber schnell

Die schleppende Umsetzung der Trottoiabsenkungen

ist für diejenigen, die darauf angewiesen sind,

unhaltbar. Das Behindertenforum fordert ein

beschleunigtes Vorgehen.

bim. Anfang Jahr hat der Grosse Rat ein Budgetpostulat

an die Regierung überwiesen. Gefordert wurden

350 000 Franken, um Trottoirränder «aufzuteeren»,

das heisst mit Rampen zu versehen. Dass die Trottoirs

in Basel für mobilitätsbehinderte Menschen nach wie

vor weitgehend unpassierbar sind, ist bekannt, dass

eine baldige Verbesserung der Situation angesagt ist,

steht ausser Diskussion. Die so genannten Anrampungen,

die nun vorgeschlagen wurden, stellen

jedoch keine gute Lösung dar. Wohl haben sie den

Vorteil, dass sie schnell umgesetzt werden könnten,

nachteilig für die Betroffenen ist jedoch das Gefälle.

Da bis zu achtzehn Zentimeter Höhenunterschiede

überwunden werden müssen, sind die Rampen für

viele zu steil. Ausserdem hat die Erfahrung bereits

gezeigt, dass die provisorischen Anrampungen aufwändig

im Unterhalt sind. Aus diesen Gründen hat

der Regierungsrat beantragt, das Budgetpostulat

abzulehnen zu Gunsten einer nachhaltigen, allseits

befriedigenden Lösung, die über einen längeren Zeitraum,

dafür als definitive Massnahme umgesetzt

werden soll. Wie von den Behindertenverbänden

empfohlen, sollen Trottoirabsenkungen auf drei Zentimeter

vorgenommen werden, so dass sie mit dem

Rollstuhl befahrbar, aber auch von den Sehbehinderten

mit dem Stock tastbar sind. Das Behindertenforum

unterstützt diese Haltung und stellt sich klar

2.2009

gegen kurzfristige Schnellschüsse wie Anrampungen

und Aufteerung. Sie sind nicht nur problematisch für

die Betroffenen, sie verringern auch den Druck auf

eine schnelle Einführung der Trottoirabsenkungen. In

ihrer Medienmitteilung vom April stellt die Dachorganisation

der Selbsthilfe klar, dass sich die Betroffenen

mit der schleppenden Umsetzung der Anpassungen

nicht länger zufrieden geben. Dass von der ersten bis

zur letzten Trottoirabsenkung zwei Jahrzehnte verstreichen

sollen, kann nicht hingenommen werden.

Das Behindertenforum fordert daher von Parlament

und Regierung einen eigenen Ratschlag, der eine

beschleunigte Umsetzung vorsieht. Grundsätzlich

sollen für eine bestimmte Zeit in naher Zukunft die

Instandstellungsarbeiten der Stadt einer Trottoirabsenkungsplanung

folgen und nicht wie bisher umgekehrt.

Aufgeteert: zu steil und aufwändig im Unterhalt

Aktuell

und damit die drohende Quotenregelung überflüssig

machen würden. Martin Haug, Integrationsbeauftragter

des Kantons Basel-Stadt ist überzeugt, dass

sich soziale Verantwortung und Wirtschaftlichkeit

verbinden lässt und betont die positiven Aspekte

einer erfolgreichen Arbeitsintegration: «Mit der

Anstellung von Menschen mit Behinderungen gewinnen

die Unternehmen Persönlichkeiten mit vielfältigen

beruflichen und persönlichen Ressourcen.»

Foto: Barbara Imobersteg

9


Aktuell

Gehörlosigkeit: unsichtbar, doch folgenschwer

Viktor Buser, Soziokultureller Sachbearbeiter beim SGB-FSS

Nordwestschweiz

Das Behindertenforum heisst sein neues Mitglied

«SGB-FSS Norwestschweiz» willkommen.

bim. Gegründet im Jahr 1946 vertritt der Schweizerische

Gehörlosenbund (SGB-FSS) konsequent die Haltung

«Gleiche Rechte und gleiche Aussichten für

Gehörlose und Hörbehinderte in Bildung, Beruf,

Gesellschaft und Kultur». In der eigenen Organisation

sind selbstverständlich mehrheitlich gehörlose und

hörbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig

und auch in den Gremien haben überwiegend Betroffene

Einsitz. Der SGB-FSS setzt sich für eine optimale

Eingliederung ein und fördert die Kommunikation

zwischen Gehörlosen und Hörenden. Nach dem

Grundsatz «Hilfe zur Selbsthilfe» fördert er die Selbständigkeit

und Solidarität der Gehörlosen und Hörbehinderten.

Er strebt die regionale und nationale

Vernetzung der Organisationen im Gehörlosen- und

Hörbehindertenwesen an. Er engagiert sich insbesondere

für die Gebärdensprache und tritt als Vertreter

und Vermittler dieser Kultur auf. Er setzt sich dafür

ein, dass der Zugang zur Gebärdensprache für gehörlose

Kinder möglichst früh erfolgt. Der SGB-FSS

betreibt aktiv Öffentlichkeitsarbeit und sensibilisiert

Dienstleister für den Umgang mit gehörlosen und

hörbehinderten Menschen.

Angebote und Dienstleistungen in Gebärdensprache

Gehörlosigkeit ist in erster Linie eine Kommunikationsbehinderung.

Sie wird als unsichtbare Behinderung

in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Die

Tragweite und die Folgen von Gehörlosigkeit, beispielsweise

die erschwerte berufliche und soziale

Integration werden oft unterschätzt. Gehörlose Men-

10 2.2009

Foto: Barbara Imobersteg

schen sind auf die Gemeinschaft unter Gehörlosen

und auf Angebote und Dienstleistungen in Gebärdensprache

angewiesen. Diese verhindern Isolation

und fördern die Kommunikation und den Informationsaustausch.

Die Gemeinschaft der Gehörlosen

schafft gute Voraussetzungen für ein gleichwertiges

Leben und ermöglicht eine gesellschaftliche Teilnahme.

Zu den aktuellen Projekten des SGB-FSS gehört

derzeit der Aufbau eines Gebärdensprach-Lexikons,

die als Internet-Datenbank den Gebärden-Wortschatz

erfasst und stetig erweitert. Eine weitere Initiative

besteht im Angebot von Heimkursen für Familien. Im

Wissen, dass die gegenseitige Verständigung und die

Vermittlung von Informationen die Basis für den Aufbau

sozialer Kompetenzen und damit der Integration

in die Gesellschaft bildet, unterstützt der SGB-FSS

Gebärdensprachkurse im familiären Umfeld. Von den

ersten Lebenstagen an beginnt ein Kind Sprache zu

erwerben. Das bedingt, dass es einer Sprache ausgesetzt

ist, die es wahrnehmen kann. Wenn dies möglich

ist, baut sich auch eine vertrauensvolle, persönliche

Beziehung zwischen Kind und Eltern auf. Der

SGB-FSS unterstützt mit den Heimkursen deshalb den

frühen Erwerb der Gebärdensprache, die das Erlernen

der Lautsprache ergänzt.

Region Nordwestschweiz

In der Region Nordwestschweiz leben rund 1200

gehörlose Menschen. Die meisten von ihnen gehen

einer beruflichen Tätigkeit nach und haben ein gesichertes

Einkommen. Heutzutage ist – zum Glück –

nicht mehr Fürsorge gefragt, sondern grösstmögliche

Selbständigkeit und Eigenverantwortung sowie eine

gute Lebensqualität. Dies bedingt in unserer schnelllebigen

Zeit Informationszugang, Kommunikationsfähigkeit

und soziale Fähigkeiten. Unterstützt und

gefördert werden diese Kompetenzen nun vom SGB-

FSS Nordwestschweiz. Unter diesem Namen sind die

Mitglieder der Kantone Aargau, Solothurn sowie

Baselland und Basel-Stadt seit dem 1. Januar 2008

vereinigt. Die neue Geschäftsstelle besteht aus einem

Gemeinschaftsbüro mit Beratung und Information für

gehörlose und hörbehinderte Menschen. Sie befindet

sich in Olten an der Leberngasse 2. Sie kann auch für

Sitzungen, Infoabende oder Kurse genutzt werden.

Der Gehörlosen-Verein Basel steht für den SGB-FSS

als Kontaktstelle zur Verfügung. Sie vertritt gegenüber

dem SGB-FSS und nach aussen die Interessen

der Vereine in dieser Region.


Stossrichtung gut – mit Anpassungen wegweisend

Das Behindertenforum stellt sich grundsätzlich hinter

den vorliegenden Entwurf des neuen Behindertenkonzepts.

Es erachtet dieses als fortschrittlich

und begrüsst die Möglichkeit, aktiv am Prozess teilnehmen

zu können, fordert aber auch klar gewisse

Anpassungen.

bim. Im Hinblick auf die Umsetzung der Neugestaltung

des Finanzausgleichs zwischen Bund und Kantonen

(NFA) hat eine Projektgruppe unter Einbezug

von Fachpersonen und Betroffenen aus den Kantonen

Basel-Stadt und Baselland ein «Konzept zur Förderung

der Eingliederung von invaliden Personen»

erarbeitet. Ein erster Entwurf ist in die Vernehmlassung

gegangen. Das so genannte Behindertenkonzept

widerspiegelt und manifestiert zugleich einen

begrüssenswerten Paradigmawechsel im Umgang

mit behinderten Menschen. Die ehemals vorherrschende

fürsorgerische und bevormundende Einstellung

wird durch eine Haltung abgelöst, die den

Betroffenen Autonomie, Eigenverantwortung und

Fachkompetenz in eigener Sache zugesteht. Wichtigste

Neuerung des Konzepts ist die Ausrichtung auf

eine nachfrageorientierte, subjektbezogene Finanzierung.

Das heisst, es sollen nicht die Behörden und

Fachstellen allein für die Betroffenen entscheiden was

sie brauchen und wie sie ihren Bedarf zu decken

haben, sondern es sind die behinderten Menschen

selber, die ihren Assistenzbedarf definieren.

Freies Wahlrecht auf Leistungsangebote

Das Behindertenforum begrüsst in seiner Stellungnahme

vom April die neue Stossrichtung. «Dass die

Kantone von einem ganzheitlichen System der Behindertenhilfe,

bestehend aus stationären, teilstationären

und ambulanten Leistungsangeboten unterschiedlicher

Anbieterinnen und Anbieter ausgehen,

ist erfreulich», hält Geschäftsführer Georg Mattmüller

fest. Im Namen der Behindertenselbsthilfe postuliert

er aber klar, dass die Betroffenen ein freies Wahlrecht

auf Leistungsangebote, insbesondere im

nicht-intitutionellen Bereich, erhalten. Zudem sollte

gewährleistet sein, dass Menschen mit psychischen

und psychosozialen Einschränkungen anspruchsberechtigt

sind. Generell fehle dem Behindertenforum

der ausgewiesene und anspruchsberechtigende Miteinbezug

von Menschen mit Behinderung und dem

privaten, individuellen Umfeld. Ein wesentlicher

Makel an der aktuellen Versorgungssituation in der

Behindertenhilfe sei, dass pflegende und betreuende

2.2009

Aktuell

Angehörige, Verwandte und Bekannte ungerechte

finanzielle und persönliche Nachteile zu tragen hätten.

Paradoxerweise wären kluge Anreize für den

individuell-privaten Bereich mittel- und langfristig die

finanziell einträglichsten Massnahmen zur Kostensenkung

in der Behindertenhilfe, gibt Mattmüller zu

Bedenken.

Einkommens- und vermögensunabhängige Kostenberechnung

Als dringendste Korrektur fordert das Behindertenforum

aber das Bekenntnis der Behörden zu einer einkommens-

und vermögensunabhängigen Ausgestaltung

der behinderungsbedingten Kosten. Menschen

mit Behinderung, die arbeiten und für ihren Unterhalt

(mindestens anteilig) selber aufkommen, dürfen nicht

benachteiligt werden. Das Aufbürden von zusätzlichen

Kosten an arbeitstätige Behinderte wäre ein

falsches Zeichen und widerspreche den Bestrebungen

von Selbständigkeit und Integration in den ersten

Arbeitsmarkt, es verhindere Anreize und unterlaufe

letztlich die Fortschrittlichkeit des Konzepts, lässt das

Behindertenforum in seiner Stellungnahme verlauten.

Klarere Formulierungen

Verbesserungsbedarf sieht die Dachorganisation der

Behindertenselbsthilfe im übrigen bei der Ausformulierung

der Schnittstellen, etwa zum Assistenzbudget,

zu den beruflichen Massnahmen der IV, zur Pflege-

finanzierung, zum Erwachsenenschutzrecht und zu

den ambulanten Dienstleistungen. Hier ist mehr Klarheit

gefragt. Auch wenn in einem Konzept nicht alles

bis ins Detail konkretisiert werden kann, regt das

Behindertenforum an, mit klareren Formulierungen

die bestehenden Unsicherheiten zu beseitigen. Es

stellt sich aber grundsätzlich hinter das neue Behindertenkonzept:

«Das System des persönlichen Budgets

ist schweizweit durchaus wegweisend und

kommt den Anliegen von Menschen mit Behinderung

auf Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Partizipation

entgegen, sofern die Mängel des vorliegenden

Entwurfs beseitigt werden.» Die geforderten

Anpassungen haben das Behindertenforum sowie die

IG Umsetzung NFA in ihren Stellungnahmen ausdrücklich

festgehalten.

11


Beiträge

Freund und Helfer auf vier Beinen

Mirjam Spinnler und Assistenzhund Bayou

Ein Assistenzund wird eingesetzt.

bim. Bayou ist etwas aufgeregt. Kein Wunder, alle

Anwesenden schauen erwartungsvoll auf ihn: Natalie

Corman, seine Trainerin, Mirjam Spinnler, seine neue

Halterin, die im Rollstuhl sitzt, und die Journalistin.

Bayou ist ein Golden-Retriever und frisch ausgebildeter

Assistenzhund. Heute führt er vor, was er gelernt

hat. Auch Mirjam Spinnler ist leicht nervös. Ob Bayou

seine Aufgaben erfolgreich lösen kann, hängt schliesslich

von ihr ab. Auf die gute Zusammenarbeit von

Hund und Halterin kommt es an – sie wird derzeit

noch geprüft. «Wir befinden uns in der Einführungsphase»,

erklärt Natalie Corman. Jetzt zeige es sich, ob

Mirjam Spinnler und Bayou eine gute Beziehung aufbauen

können und zusammen passen. Vor anderthalb

Jahren hat die Hundetrainerin Bayou ausgesucht.

12 2.2009

Foto: Natalie Corman

Sie wählt die Welpen bei verschiedenen Züchtern

sorgfältig aus. Schon in den ersten Lebenswochen

lässt sich abschätzen, ob ein Tier in Frage kommt für

die Ausbildung zum Assistenzhund. Die erforderlichen

Eigenschaften wie Motivation, Lernbereitschaft,

Ausgeglichenheit und Freude an Menschen zeichnen

sich bald ab. Natalie Corman hat Erfahrung und ein

gutes Auge. Sie hat die Ausbildung zur Hundetrainerin

in den USA absolviert und nach ihrer Rückkehr in

die Schweiz die Vereinigung «Fides Assistenzhunde»

ins Leben gerufen. Wie alle andern Mitwirkenden des

Fördervereins arbeitet sie ehrenamtlich.

Belohnt, aber niemals bestochen

Bayou kann es kaum erwarten, etwas zu tun. Vor Eifer

bringt er das Handy zum Tisch, obwohl ihn niemand

dazu aufgefordert hat. Mirjam Spinnler ignoriert die

Handlung. Gelobt wird nur das korrekte Ausführen

eines Befehls. Da ist sie konsequent und das ist unabdingbar.

Sie lacht: «absolut konsequent sein, das

gehört zu meinen persönlichen Lernzielen.» Sie fordert

nun Bayou auf, ihr zu helfen. Sie möchte sich ins

Bett legen. Da sie an Rumpf und Beinen Lähmungen

hat, ist ihre Mobilität sehr eingeschränkt. Sie öffnet

die Klettverschlüsse ihrer Beinorthese und gibt den

Befehl «tire». Mit den Assistenzhunden wird französisch

gesprochen, da diese Sprache vokalreich und

dadurch besser verständlich ist. Bayou fasst die Schiene

nun sorgfältig mit den Zähnen und zieht beharrlich,

bis sie sich vom Bein löst. Mirjam Spinnler hätte

die Kraft nicht, dies selbst zu tun. Nach getaner Arbeit

gibt es einen Hundekuchen. Der Hund soll belohnt,

aber niemals bestochen werden. Das heisst, er wird

dazu erzogen, auf den Befehl und nicht etwa auf das

Fressen zu reagieren. Das Fressen, das bei der Arbeit

aus winzigen «Hundegutzi» besteht, dient einzig der

Motivation. Sobald ein Befehl sitzt und keine besondere

Herausforderung mehr darstellt, reicht eine verbale

Bestätigung oder ein sanftes Streicheln über den

Kopf.

In der Öffentlichkeit zeigt sich, ob das Team funktioniert.

Bayou hat, wie alle Assistenzhunde, als Familienhund

bei einer Gastfamilie begonnen. Dort hat er die normalen

Befehle wie «viens», «couché» und «reste»

gelernt – das, was jeder beherrschen sollte. Er ist

zugleich mit seiner Umwelt vertraut geworden und

hat die Abenteuer des Alltags kennen gelernt. «Sozi-


Foto: Mirjam Spinnler

alisation» heisst das Stichwort dieser ersten, wichtigen

Lernerfahrungen. Später hat Bayou bei Natalie

Corman seine Grundausbildung absolviert und täglich

mehrere Stunden intensiv trainiert. Nun werden

noch die speziellen Aufgaben, die auf die Bedürfnisse

der neuen Halterin zugeschnitten sind, vermittelt. Die

Trainerin bleibt im Hintergrund, die Halterin übernimmt

die Führung. Wenn sich das neue Team eingespielt

und bewährt hat, wird es eine Prüfung ablegen,

wobei vor allem das Verhalten in der Öffentlichkeit

getestet wird. Unterwegs gibt es viele Ablenkungen,

Gefahren und Versuchungen, andere Menschen,

Hunde, Lärmquellen und unabsehbare Ereignisse –

da zeigt sich, ob das Team funktioniert

«Tire Bayou» – es gilt, die Beinorthese auszuziehen

Die Hilfe im Alltag gibt Autonomie

Bayou hilft nun beim Transfer vom Rollstuhl ins Bett.

Geschickt fasst er das Brett, auf dem Mirjam Spinnler

von der einen auf die andere Seite rutschen kann.

«tire», ruft sie einmal mehr. Dieser Grundbefehl wird

immer wieder benötigt, um Türen, Fenster und

Schubladen zu öffnen, Kleidungsstücke abzuziehen

oder – wie gerade jetzt – die gelähmte Beine zu strecken

und richtig zu lagern. «Wenn ich den Assistenz-

2.2009

hund nicht hätte, könnte ich nicht selbständig zu Bett

gehen und müsste mehr Spitex beanspruchen», hält

Mirjam Spinnler fest. Die Hilfe im Alltag gibt ihr Autonomie.

«Es ist wunderbar, nun weitgehend selber

handeln zu können und nicht von fremder Hilfe

abhängig zu sein, «schwärmt die Rollstuhlfahrerin.

Der Hund ist aber nicht nur ihr Assistent, er ist auch

ihr vierbeiniger Freund, der auf seine Weise Freud

und Leid teilt. Er hat zudem eigene Ansprüche, die

erfüllt werden müssen. Er muss gut ernährt, versorgt

und versäubert werden und er soll auch täglich seine

Freizeit haben und sich austoben können. «Nicht nur

er hat zu tun, auch ich habe einen Job,» fasst Mirjam

Spinnler zusammen. Dass ihr dies Freude bereitet,

steht ihr ins Gesicht geschrieben. «Mein Assistenzhund

ist in jeder Beziehung eine Bereicherung, « fährt

sie fort, «allein die vielen Begegnungen die durch den

liebenswerten Begleiter entstehen, sind ein Geschenk.»

Gerade jetzt steht Bayou auf der Bettdecke und nimmt

seine Belohnung entgegen. Die Vorführung ist beendet.

Alle sind zufrieden. Natalie Corman ist überzeugt,

dass das neue Team Erfolg hat. Sie wird als Trainerin

weiterhin zur Verfügung stehen, bei Bedarf Coaching

anbieten oder auch allfällige neue Aufgaben angehen.

«Unsere Hunde lernen gern und lebenslang,»

sagt sie stolz. Nun ist die Zeit gekommen für einen

Spaziergang: Mirjam Spinnler trifft mit Bayou die

nötigen Vorbereitungen. Beide freuen sich auf den

Ausgang. «Mein Hund, das ist ein Stück Freiheit»,

sagt die Rollstuhlfahrerin abschliessend, «wenn ich

ihn laufen lasse und er losrennt, dann renne ich innerlich

mit.»

• Die Assistenzhunde werden gratis abgegeben

an mobilitätsbehinderte Menschen mit

IV-Berechtigung.

• Gastfamilien, die während anderthalb

Jahren einen jungen Hund aufnehmen, sind

weiterhin sehr gesucht.

Kontakt:

Fides Assistenzhunde, Förderverein

Kornfeldstrasse 14

4125 Riehen

Tel. 061 643 05 36

info@fides-assistenzhunde.ch

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Beiträge

13


Beiträge

Der Durchhaltewillen hat sich gelohnt

Bauberater Eric Bertels: «Heute ist die Zusammenarbeit

selbstverständlich».

Eric Bertels, Fachberater der Pro Infirmis für hindernisfreies

Bauen, vertritt seit 18 Jahren die Interessen

von Menschen mit Behinderungen gegenüber Architekten

und Bauherrschaften im Kanton Basel-Stadt.

Was einst als kaum zu berücksichtigende Spezialwünsche

einer Minderheit eingestuft worden ist,

nennt sich Heute «Design for all». Handicapforum

hat Eric Bertels zu diesem beachtlichen Wandel –

insbesondere mit Blick auf die öffentlich zugänglichen

Bauten und Anlagen – befragt.

Handicapforum (Hf). Im St. Jakob-Park gibt es endlich

mehr Rollstuhlplätze. Ausserdem sind bauliche Massnahmen

ergriffen worden, damit die Sicht aufs Spielfeld

nicht mehr durch aufspringende Fans versperrt

wird. Sie sagen, der St. Jakob-Park sei eine gutes Beispiel

– wofür denn?

Eric Bertels (E.B.) Für unsere Arbeit. Die Geschichte

des St. Jakob-Parks zeigt sehr gut auf, wie und wo wir

eingreifen und was wir bewirken können.

Hf. Das neue «Joggeli» hat 1997 seinen Anfang

genommen, waren sie damals auch schon am Ball?

E.B. Wir waren präsent, aber wir hatten noch nicht so

viel zu sagen. Als die Baupublikation erschien und

damit bekannt wurde, dass lediglich 32 Rollstuhlplät-

14 2.2009

Foto: Barbara Imobersteg

ze vorgesehen waren, hat sich die Pro Infirmis ans

Bauinspektorat gewandt und um 60 bis 70 weitere

Rollstuhlplätze gebeten, die zumindest bei Grossanlässen

zur Verfügung stehen würden.

Hf. Und was geschah?

E.B. Nichts ist passiert. Und das hat seine Gründe. In

der damals gültigen Norm zum behindertengerechten

Bauen gab es weder Hinweise über die erforderliche

Anzahl Rollstuhlplätze für solche Stadien noch

Angaben, wie solche Plätze ausgestaltet sein sollten

oder wo allfällige Begleitpersonen untergebracht

werden könnten.

Hf. Das heisst: freiwillig machen die nichts…

E.B. …das klingt etwas provokant. Tatsache ist, dass

es bestimmte Voraussetzungen braucht. Es braucht

ein Gesetz, das die allgemein gültigen Regeln vorgibt,

beispielsweise, dass Rollstuhlplätze vorhanden sein

müssen. Es braucht aber eben auch Normen bezüglich

Anzahl, Standort, Ausführung usw. Man kann

sich ja nicht nach individuellen Wünschen richten,

sondern muss etwas hinstellen, das möglichst vielen

Erfordernissen gerecht wird und sich in der Praxis für

alle bewährt.

Hf. Das klingt vernünftig, ist aber vermutlich sehr

anspruchsvoll. Allein durch die verschiedenen Behinderungen

ergeben sich ja unterschiedliche Bedürfnisse

und Notwendigkeiten.

E.B. Die Normen müssen deshalb sorgfältig, zuweilen

auch langwierig, ausgehandelt werden und stellen

am Ende immer einen Kompromiss dar.

Hf. Zurück zum Stadion: ist das damalige Schreiben

«schubladisiert» worden?

E.B. Nein, man teilte uns schliesslich mit, dass bei

Bedarf 30 weitere Rollstuhlplätze nachträglich

geschaffen werden könnten. Daraufhin beanstandete

die Pro Infirmis die nach wie vor zu kleine Anzahl

sowie die Platzierung der Begleitpersonen vor den

Rollstühlen. Geändert hat die Intervention aber nichts.

Das Stadion wurde eröffnet, so wie es die Architekten

und Bauherren vorgesehen hatten.

Hf. Im Jahr 2001 ist ein neues Baugesetz verabschiedet

worden, das griffigere Bestimmungen zugunsten

von Menschen mit Behinderung aufweist. War das für

unsere Anliegen bezüglich St. Jakob-Park hilfreich?

E.B. Zunächst hat das Gesetz keine Veränderungen

verursacht. Wenn etwas bereits gebaut ist kann man

rückwirkend keine Anpassungen geltend machen.

Intervenieren kann man nur dann, wenn ein neues

Baugesuch gestellt wird. Es gibt immer wieder Bauten,


die nach der aktuellen Gesetzgebung nicht errichtet

werden dürften, aber zu einem früheren Zeitpunkt

unter anderen gesetzlichen Voraussetzungen bewilligt

worden sind und deshalb nicht mehr anzufechten

sind.

Hf. Nun sind am St. Jakob-Park ja weitere Bauten vorgenommen

worden, haben Sie da etwas ausrichten

können?

E.B: Das war unsere Chance. Im Jahr 2005 ist die

Aufstockung im Hinblick auf die Euro 08 im Kantonsblatt

publiziert worden. Wir wiederholten unsere Forderungen

nach weiteren Rollstuhlplätzen und freier

Sicht aufs Spielfeld für die, die sitzen bleiben müssen.

Daraufhin ist der Bauentscheid entsprechend angepasst

worden.

Hf. Ende gut, alles gut?

E.B. So schnell ging es auch wieder nicht. Bei der Bauabnahme

im Jahr 2007 mussten wir feststellen, dass

lediglich 82 Rollstuhlplätze realisiert worden waren

und dass die Sicht nach wie vor eingeschränkt war.

Nun hatten wir aber eben andere Voraussetzungen

als noch in den 90er Jahren. Wir konnten auf die

Mängel hinweisen und infolge dessen verlangte das

Bauinspektorat, dass entsprechende Korrekturen vorgenommen

wurden. Im Fall St. Jakob-Park wurde

allerdings bis zur Umsetzung dieser Auflagen eine

Fristverlängerung gewährt, da bis zur Euro noch die

Verträge mit der UEFA wirksam waren. Diese enthielten

bezüglich Zuschauerplätze andere Vereinbarungen.

Hf. Und was ist nach Ablauf der Frist geschehen?

E.B. Ende 2008 wurden die Sitze der Jahresabonnenten

vor den Rollstuhlplätzen etappenweise entfernt.

An ihrer Statt wurde ein Metallpodest errichtet, so

dass die Rollstuhlfahrenden nun nach vorne verschoben

werden können und mit unverstellter Sicht über

den unteren Zuschauerreihen sitzen. Die Begleiterinnen

und Begleiter können neben den Rollstühlen

Platz nehmen. Insgesamt sind die Rollstuhlplätze auf

90 erhöht worden. Über diese Zahl muss künftig nicht

mehr verhandelt werden. Seit diesem Jahr ist die neue

Norm «Hindernisfreie Bauten» in Kraft. Sie schreibt

vor, dass auf 300 reguläre Sitzplätze ein Rollstuhlplatz

eingerichtet werden muss.

Hf. Werden Sie von den Architekten und Bauherrschaften

eigentlich als Störenfried wahrgenommen?

E.B. Die Zusammenarbeit hat sich über die Jahre sehr

verändert. Früher war ich als Mitarbeiter der Pro Infirmis

lediglich Interessensvertreter. Wir mischten uns

2.2009

Beiträge

ein ohne gesetzlichen Auftrag. Heute sind wir eine

anerkannte Fachstelle, die aufgrund der neuen

gesetzlichen Bestimmungen von den Behörden eingesetzt

worden ist. Die Architekten ziehen mich bei

und legen ihre Konzepte vor. Im St. Jakob-Park war

ich beispielsweise zusammen mit einem Rollstuhlfahrer,

dem Stadionbetreiber und dem Stuhlbauer vor

Ort, damit die neuen Sitze so ausgeführt und montiert

werden, dass es künftig alle zufrieden stellt. Der

Durchhaltewillen hat sich gelohnt, heute ist unsere

Zusammenarbeit für alle Beteiligten selbstverständlich.

Hf. Haben Sie vielleicht bald nichts mehr zu tun?

E.B. Oh nein. Es gibt nach wie vor grossen Handlungsbedarf.

Hf. Zum Beispiel?

E.B. Ein aktuelles Projekt umfasst die Trottoirabsenkungen.

Wir sind bereits dabei, einen Schweizerischen

Städtevergleich zu erheben. Mit dem Datenmaterial

lässt sich dann ein politischer Vorstoss

lancieren, so dass finanzielle Mittel bereitgestellt werden

können. Einmal mehr wird Durchhaltewillen

gefragt sein.

15


Foto: zVg Beiträge

Vorstand – effizient und konstruktiv

Georg Mattmüller. Geschäftsführer

des Behindertenforums,

freut sich auf die

Vorstandarbeit in neuer

Zusammensetzung.

Das Behindertenforum erhält neue, schlankere Strukturen

und ist für die Zukunft gerüstet.

bim. Das Behindertenforum hat ein schönes Alter:

55 Jahre. Da hat man schon einiges hinter sich. Wirft

man einen Blick auf die Geschichte der Organisation,

kann man sehen, wie sie das sozialpolitische Geschehen

ihrer Zeit widerspiegelt und wie Sie sich den sich

veränderten Anforderungen stets angepasst hat.

Gegründet als AKI (Arbeitsgemeinschaft der Invalidenselbsthilfe)

im Jahr 1953 vereinigte der Zusammenschluss

vorerst vier Mitgliedorganisationen: die

Invalidenvereinigung beider Basel, das Band, die Sektion

Basel des Schweizerischen Blindenverbands und

des Schweizerischen Bunds der Militärpatienten.

Wichtigste Zielsetzung war dazumal die finanzielle

und soziale Sicherheit von behinderten Menschen. Es

gab weder eine kantonale noch eine eidgenössische

Invalidenversicherung. Die Gründung des Basler Invalidensportvereins

war eines der ersten Projekte. In

den sechziger und siebziger Jahren rückten die Invalidenwohnungen

ins Zentrum des Interesses. Behinderten

Menschen standen kaum hindernisfreie Wohnungen

zur Verfügung, die ihnen ein selbstbestimmtes

Leben ermöglicht hätten. Alsdann richtete sich das

Augenmerk der AKI verstärkt auf den öffentlichen

Raum: Trottoirabsenkungen sowie die Zugänglichkeit

öffentlicher Bauten wurden mit verschiedenen Aktionen

und Vorstössen thematisiert. Das neue Theater

sollte genau so selbstverständlich rollstuhlgängig sein

wie der öffentliche Verkehr. Gleichzeitig wurde der

Rechtsdienst für Behinderte seit 1987 kontinuierlich

ausgebaut. Nach dem die existenziellen Benachteiligungen

insbesondere durch den Ausbau der Sozialversicherungen

gemildert waren, baute der Verein

seine Angebote im sozialen Bereich aus. Reisen, Ausflüge,

Einkaufsrabatte und Abendverkauf gehörten

zu den daraus folgenden Aktivitäten. In den achtziger

und neunziger Jahren wurde die AKI aber immer stär-

ker in die parlamentarische und behördliche Zusammenarbeit

eingebunden. Kommissionsarbeit, Vernehmlassungen

und Stellungsnahmen gehören

seither zu den steten Aufgaben im Geschäftsalltag.

Die Zukunft aktiv mitgestalten

Der Dachverband konnte mehr und mehr Selbsthilfeorganisationen

vereinigen, der Vorstand erhielt entsprechen

Zuwachs. Um die operativen Geschäfte

trotzdem zügig erledigen zu können, wurde deshalb

ein Vorstandsauschuss gebildet. Im neuen Jahrtausend

hat sich die AKI schliesslich nicht nur einen neuen

Namen gegeben, sondern mit der Anstellung eines

Geschäftsführers auch die Professionalisierung des

Betriebs weiterverfolgt. Im 2009 hat das Behindertenforum

eine weitere Anpassung vorgenommen.

Die eher behäbige Struktur mit den drei Organisationsstufen

– Delegiertenversammlung, Vorstand und

Vorstandsausschuss – wurde in zwei Gremien übergeführt:

Vorstand und Mitgliederversammlung. Neu

setzt sich der Vorstand aus zehn gewählten Mitgliedern

zusammen. Laut Statuten müssen zwei Drittel

von ihnen einer Mitgliedorganisation angehören.

«Das gibt uns mehr Handlungsspielraum», erläutert

Georg Mattmüller, Geschäftsführer des Behindertenforums,

den Entscheid. Engagierte Betroffene, aber

auch andere interessierte und kompetente Mitstreiter

und Mitstreiterinnen können so für das Ehrenamt

gewonnen werden. Dass es mit dem Einsatz von Freiwilligen

immer wieder hapert, hat sich auch in der

jüngeren Geschichte des Behindertenforums gezeigt.

Man hat mit verschiedenen Mitteln versucht, die Vorstandsarbeit

attraktiver zu gestalten, zum Beispiel mit

thematischen Veranstaltungen und Referaten. Die

Angebote haben aber nicht die gewünschte Wirkung

gezeigt. Das alte System habe durch das Delegiertenprinzip

an zwei Organe und personelle Wechsel eine

gewisse Schwerfälligkeit mit sich gebracht, meint

Georg Mattmüller rückblickend. Er ist überzeugt, dass

die schlankeren Strukturen des Behindertenforums

den heutigen Erfordernissen gut entsprechen. Besonders

freut er sich, dass nun aufgrund der Wahlvorschläge

aus den Mitgliedorganisationen zehn Vorstandsmitglieder

gewählt werden konnten, die ihre

aktive Mitarbeit zugesichert haben: «Nun haben wir

eine sehr gut abgestützte Basis, um die Verantwortung

gemeinsam zu tragen und die Zukunft aktiv zu

gestalten. Ich bin sicher, dass wir die anstehenden Probleme

effizient und konstruktiv anpacken können.»

16 2.2009


www.behindertenforum.ch

Das Behindertenforum hat seine Website aktualisiert

und neu gestaltet. Sie lädt alle Interessierten

ein, sich genauer zu informieren und die Dachor-

Zugang zur Apothekerkunst

Das Pharmazie-Historische Museum macht das alte

Apothekerhandwerk im Rahmen der «Sinnestage»

mobilitätsbehinderten Menschen zugänglich.

bim. Das Apothekermuseum befindet sich am Totengässlein

3 in einem Altstadthaus. Man kann sich vorstellen,

dass hier Paracelsus und Erasmus einst ein-

und ausgegangen sind. Wie so oft in der

mittelalterlichen Stadt Basel, sind die alten Gebäude

mit besonderen Hindernissen für mobilitätsbehinderte

Menschen verbunden. So sind auch die Ausstellungsräume

des Pharmazie-Historischen Museums,

wie der korrekte Name lautet, über zwei Stockwerke

verteilt und nicht rollstuhlgängig. Im Rahmen der Sinnestage

sollen nun aber auch mobilitätsbehinderte

Besucherinnen und Besucher auf ihre Kosten kommen.

Sinnlich erfahren werden können insbesondere

Kräuter und Heilkräuter. Im Zentrum steht dabei der

Museumshof, der über das Pharmazeutische Institut

per Lift mit dem Rollstuhl erreicht werden kann. Am

Samstag, 20 Juni, werden durch besondere Installati-

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Konfektionieren.

Versenden.

ganisation mit ihren Mitgliedern, ihrem Umfeld

und ihren Aktivitäten näher kennen zu lernen. Die

Seite ist selbstverständlich barrierefrei.

onen im Hof und in den Räumen des angrenzenden

Hauses die Museumsinhalte auch im Rollstuhl erlebbar.

Es gibt einen Heilkräutermarkt, Demonstrationen

zur Kräuteraufbereitung, eine Extraktionsküche und

verschiedene Workshops mit Namen wie «Aus dem

Kraut geholt», «Schöne Dinge aus schönen Flaschen,

und «Mit Museumsobjekten auf eine virtuelle Museumsreise».

Die Zugänglichkeit wird so gut wie möglich

und unter Einsatz von zusätzlichem Personal

gewährleistet. Sie bleibt aber teilweise eingeschränkt

und muss eventuell genau abgeklärt werden. Auch

gibt es keine rollstuhlgängige Toilette im Museum.

Die Kräuterwoche, vom 16. bis 20. Juni, in der dieser

Sinnestag eingebettet ist, kann auf Anfrage ebenfalls

von mobilitätsbehinderten Menschen besucht werden.

Schützen.

Fördern.

Wiedereingliedern.

Kontakt: Corinne Eichenberger

Tel. 061 264 91 16

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17


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21


Behindertenforum Mitgliedorganisationen

Für Menschen

mit Handicap

Generalversammlung vom 27. März 2009

40 Mitglieder versammelten sich am Freitagabend,

27. März im L’Esprit in Basel zur 2. ordentlichen GV

von Procap Nordwestschweiz. Zuerst wurden die Jahresberichte

des Präsidenten und des Geschäftsführers

sowie die Jahresrechnung genehmigt. Mit diesem

Abschluss ist der Verein wieder schuldenfrei und kann

hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Procap hat

unserer Sektion eine weitere Schuld erlassen, damit

unsere Bilanz positiv, d.h. mit einem Eigenkapital

abschliessen kann. Diese gute Nachricht haben die

Mitglieder mit Freuden und Dankbarkeit gegenüber

dem Zentralverband aufgenommen.

Auch die Wahlen zeigten ein erfreuliches Ergebnis: In

den ersten zwei Jahren hatte der Vorstand nur 4 Mitglieder.

Die Versammlung konnte nun 3 neue Mitglieder

wählen: Pia Fankhauser, Oberwil, Cyrill Rinders-

pacher und Dr. André Weissen, beide Riehen. Damit

ist der Vorstand von Procap Nordwestschweiz zum

ersten Mal vollzählig. Mit Frau Fankhauser und Herrn

Weissen sind die beiden Parlamente von Baselland

und Basel-Stadt – der Landrat und der Grosse Rat –

auch wieder im Vorstand vertreten. Procap Nordwestschweiz

steht eine grosse Aufgabe bevor, so dass

es wichtig ist, wenn die Sektion auch politisch vernetzt

ist. Der Geschäftsführer informierte noch über

Der neue Vorstand von Procap Nordwestschweiz

von links nach rechts: Anita Burau, Markus Hausheer, Cyrill

Rinderspacher, Andreas Steiner, Dr. André Weissen (Vizepräsident),

Ruedi Zurflüh (Präsident) Pia Fankhauser Zenhäusern.

22 2.2009

Fotos: zVg

die verschiedenen Anlässe und regionalen Veranstaltungen,

die in diesem Jahr durchgeführt werden. Er

forderte die Mitglieder auf, diese Angebote zu sozialen

Kontakten zu nutzen. Ein Mitglied äusserte den

Wunsch, dass auch vermehrt Anlässe und Treffpunkte

in der Stadt durchgeführt werden.

Der Präsident konnte auch die anwesenden Mitarbeiterinnen

vorstellen. Im Beratungsteam geht Frau

Myrna Tarköy und für sie kommt Regula Weller aus

Basel.

Im Anschluss an den offiziellen Teil servierte der Küche

des L’Esprit einen kleinen Imbiss. Dieser mundete

allen gut. Dieser gab ihnen die Gelegenheit für einen

«Schwatz» mit den Nachbarn oder Bekannten. Manche

Geschichte wurde ausgetauscht. Es war noch so

ein gemütlicher Ausklang vor dem Wochenende.

Werner Good

Geschäftsführer

Das neue Team der Geschäftsstelle

vorne von links nach rechts: Isabella D’Andrea, Franziska Borer

(beide Regionalleiterinnen) und Regula Weller, Sozialver-

sicherungsberaterin

hinten stehend von links: Rosie Blattner (Buchhalterin) Susanna

Huber, Regionalleiterin, Jacqueline Anliker, Sekretariatsleiterin,

Werner Good, Geschäftsführer, Antonio Errante Sekretariatsmitarbeiter,

Christina Etter, Sozialversicherungsberaterin.

Fotos: zVg


Fotos: zVg

Anlässe

Sektionsreise 2009

Diese findet am Sonntag, 13. September 2009 statt.

Wir fahren zusammen in den Schwarzwald, essen am

Mittag im Hofgut Sternen bei Hinterzarten und fahren

dann ins Landhaus Ettenbühl, wo Sie die schöne

Rosenanlage besichtigen können.

Besammlung ist um 9 Uhr in Liestal und um 9.30 Uhr

in Basel. Sie erhalten im Juli eine Einladung mit dem

Anmeldeformular.

Grillplausch

Dieses Jahr führen wir diesen Anlass wieder durch,

den viele Mitglieder sehr geschätzt haben, und zwar

am Freitag, 21. August 2009

in der Waldhütte der Zunzger Hard in Zunzgen

Die Mitglieder aus dem Kanton Baselland werden mit

einem Oldtimer-Bus transportiert, der einige Stationen

anfahren wird. Detaillierte Informationen sowie

Anmeldeformulare folgen später mit separater Post.

Eingeladen sind natürlich alle Mitglieder insbesondere

jene vom Laufental und dem Schwarzbubenland.

«slowUP Basel-Dreiland»

Menschen mit Behinderung erobern den slowUP

Basel-Dreiland am Sonntag, 20. September 2009

Reservieren Sie dieses Datum. Für Fragen stehen

Ihnen zur Verfügung: Tel. 061 685 93 63 (Jacqueline

Anliker oder Antonio Errante).

2.2009

Für Menschen

mit Handicap

Die drei neuen Regionalleiterinnen

von links nach rechts: Susanna Huber für das obere Baselbiet,

Isabella D’Andrea-Lucarella für das untere Baselbiet und

Franziska Borer für die Region Laufental und Dorneck/

Thierstein.

Voranzeige

Weihnachtsfeier 2009

Dazu laden wir Sie am Sonntag, 29. November in das

Hotel Engel in Liestal ein. Reservieren Sie dieses

Datum. Sie werden im Oktober eine Einladung erhalten.

Programm der Regionalstelle Laufental-Dorneck-

Thierstein

Mitgliedorganisationen

Montag, 10. August um 14 Uhr Mitgliedertreff im

Restaurant Bahnhof in Laufen

Freitag, 21. August Grillplausch in Zunzgen

Montag, 19. Oktober um 14 Uhr Mitgliedertreff im

Restaurant Bahnhof in Laufen Kurs zum Thema neue

Billetautomaten

Montag, 7. Dezember um 17.00 Uhr Mitgliedertreff

im Restaurant Bahnhof in Laufen Samichläusletä

Informationen und Anmeldungen:

Franziska Borer Regionalstelle Laufental-Dorneck-

Thierstein, Tel. 061 763 15 15 Behindertenforum

23


Behindertenforum Mitgliedorganisationen

IVB

Behindertenselbsthilfe

2008: Ein guter IVB-Jahrgang!

Die IVB Behindertenselbsthilfe beider Basel blickt

auf ein erfolgreiches Vereinsjahr 2008 zurück. Bei

einem Gesamtaufwand von 3,7 Mio Franken schliesst

die Jahresrechnung mit einem erfreulichen Mehrertrag

von rund 24 000 Franken ab. Der IVB Behindertentransport

beider Basel, der im vergangenen Jahr

sein 50-jähriges Bestehen feiern konnte, führte beinahe

140 000 Transporte durch.

Gegen 100 behinderte und betagte Mitglieder nahmen

an der 77. Generalversammlung der IVB Behindertenselbshilfe

beider Basel teil. Sie fand Ende April

im Kronenmattsaal in Binningen statt. Nach dem

geschäftlichen Teil wurde den Teilnehmern ein feines

Essen serviert und anschliessend sorgten die «Grandfathers

Happy-Jazz-Band, Basel», der Kunstturnverein

BTV und zwei «Putzfrauen» von der «Laiebühni

Glögglifels», Grellingen, für beste Unterhaltung.

Ein ereignisreiches Jahr

Das letzte Vereinsjahr stand voll und ganz im Zeichen

des 50 Jahr-Jubiläums des IVB Behindertentransportes.

Mit verschiedenen publikumswirksamen Aktivitäten

konnte die gemeinnützige, bald 80 Jahre alte

Institution auf sich aufmerksam machen. Mit der

Inbetriebnahme einer eigenen Betriebsgarage in

Allschwil, mit der Zweitauflage der Sonderschau VitaMobil

an der Basler Herbstwarenmesse und mit der

Herausgabe des IVB-Handbuches «ABC Arbeit und

Behinderung» fanden weitere nennenswerte Ereignisse

statt. Die IVB hat einiges bewegt. Im Besonderen

war Sie wiederum ein zuverlässiger Dienst-

leister in verschiedenen Bereichen. Die IVB machte

auch 2008 Menschen mit einer Behinderung mo-

bil und hat im Rahmen ihrer vielfältigen sozialen

Arbeit zu ihrer gesellschaftlichen Integration beigetragen.

Fast 140 000 Transporte

Der Behinderten-, Betagten- und Schülertransport

bildet seit 1958 die Kerntätigkeit der IVB. Im letzten

Jahr fanden insgesamt gegen 140 000 Transporte

statt. Mit einem Fuhrpark von 54 behindertentauglichen

Fahrzeugen wurden rund 880 000 Kilometer

zurückgelegt. Täglich werden über 350 mobilitätsbehinderte

Menschen zu Arbeit, in geschützte Werkstätten,

in die Heilpädagogischen Schulen, zur Therapie,

ins Tagesheim oder ins Tagesspital gefahren. Die

IVB unterhält 25 Behinderten-Arbeitsplätze.

24 2.2009


Zwölf Jahre sind eine lange Zeit

In der Fragile Basel ist nach zwölf Jahren Präsidium

Blanca Bolinger von Ihrem Amt zurückgetreten. Sie

hat viel Aufbauarbeit geleistet. Stand vielfach alleine

und kämpfte sich durch. Ihrer Behinderung zum Trotz,

hat sie dieses Amt angetreten und mit grosser Umsicht

und Begeisterung bearbeitet. Viele, viele Stunden

Veranstaltungen

Juni

Samstag, 13.6.2009, 9 bis 16.30 Uhr

Fachtagung Freiwilligenarbeit

Themen: Bauen am «Freiwilligenhaus» / wo besteht Handlungsbedarf

um die Rahmenbedingungen für Freiwilligenarbeit

zu verbessern

Im Schmiedenhof 10, Basel

Teilnahme und Verpflegung: kostenlos

Kontakt und Anmeldung: Tel. 061 267 91 31, josef.frey@bs.ch,

www.freiwilligenarbeit.bs.ch

Sonntag, 21.6.2009, 8 bis 18 Uhr

Kurs Behindertentransport

Grundausbildung für FahrerInnen von Behindertentransport-

Fahrzeugen

TCS-Zentrum Betzholz Hinwil

Veranstalter: handi-cab Suisse

Kontakt: handi-cab c/o IVB Schlossgasse 11, 4102 Binningen,

Fax: 061 426 98 05 info@handi-cab.ch

2.2009

ihrer Freizeit hat sie geopfert um diese Regionalvereinigung

zu führen. An vielen Sitzungen hat sie teilgenommen

und Basel vertreten. Mit vielen hirnverletzten

Menschen hat sie sich auseinander gesetzt,

geholfen, vermittelt und ist immer da gewesen. Sie

versuchte die Vielschichtigkeit der Menschen in der

Vereinigung zu verstehen und zu begleiten. Aus eigener

Erfahrung wusste sie, wie schwer teilweise die

Kontakte zu hirnverletzten Menschen sind. Immer

wieder hat sie mit ihrer gewinnenden Art die Menschen

zusammen gebracht. Sie lässt eine Organisation

zurück, die sie aufgebaut hat. Ein grosses Glück

hat Fragile Basel, dass Blanca Bolinger die Administration

weiter betreut. Von ihrem Wissen kann noch eine

Weile profitiert werden. Beim Uebergang wird sie uns

im Hintergrund beistehen und dafür ist ihr der Vorstand

sehr dankbar.

Ruedi Kern

Freitag, 19.6.2009 bis 28.6.2009

wildwuchs – Das Kulturfestival für Solche und Andere

wildwuchs 09 spriesst – in der Kaserne Basel und Region.

Programm: www.wildwuchs.ch

August

FRAGILE Suisse

Basler Vereinigung für

hirnverletzte Menschen

Mittwoch, 12.8.2009, 17.30 Uhr

Café Art

Ausstellung von KlientInnen des PSAG Tageszentrums Vernissage

im Freejob-Raum, Maulbeerstrasse 18, Basel

Behindertenforum Mitgliedorganisationen

25


Behindertenfahr- und Begleitdienste

Subventionierte Behindertenfahrten

BTB Behindertentransport beider Basel, Jägerstrasse 5, 4058 Basel

Fahrtenbestellung: Telefon 061 666 66 66 (6–22 Uhr)

Anmeldung Fahrberechtigung: KBB, Koordinationsstelle

Fahrten für Behinderte, Telefon 061 926 98 82

Regelmässige Fahrten und Freizeitfahrten für Alle

IVB-Behinderten-Selbsthilfe, Geschäftsstelle, Schlossgasse 11,

4102 Binningen, Telefon 061 426 98 00 (Mo–Fr 6–18 Uhr)

Rollimobil, rollstuhlgängiges Mietauto

IVB, Adresse s.o. Telefon 061 426 98 15 (Mo–Fr 7–18 Uhr)

Taxifahrten für Behinderte

Telefon 061 222 22 22 (Rollstuhl-Taxi, 7–17 Uhr)

Telefon 061 333 33 33 (Rollstuhl-Taxi, 8–17 Uhr)

Fahrten ausserhalb der Region

Behinderten-Fern-Transport (Schweiz)

Münchensteinerstr. 270, 4053 Basel, Telefon 061 33 34 34

Fahrdienst SRK Kanton Basel-Stadt

Fahrten zu Erholungs- / Klinikaufenthalten und Besuchen ausser -

halb Basel durch Freiwillige (nur beschränkt für Rollstuhlfahrende)

SRK Basel-Stadt, Engelgasse 114, 4052 Basel, Tel. 061 319 56 56

Montag–Freitag 8–12 Uhr / 14–16 Uhr

Rollstuhlbusunternehmen in der Region (Preis auf Anfrage):

Hofmeier AG, Lausenstrasse 29, 4410 Liestal, Tel. 061 921 22 24

Kleinrath AG, Arisdörferstrasse 87, 4410 Liestal, Tel. 061 921 22 11

Kuster AG, Car-Reisen, 4133 Pratteln, Telefon 061 811 14 26

Recher, Hauptstrasse 116, 4417 Ziefen, Telefon 061 931 19 60

Kontaktstellen für ÖV-Reisende mit einer Behinderung

SBB Call Center Handicap Gratistel: 0800 007 102 mobil@sbb.ch,

Mobility International Schweiz (MIS), Reisefachstelle für Menschen

mit Behinderung, Telefon 041 62 206 88 35 / www.mis-ch.ch

« Compagna »

Begleitservice für Reisende / Bahnhofhilfe

Einsatzzentrale, Eschenstr. 1, 9000 St Gallen, Telefon 071 220 16 07

Begleit- Betreuungsdienste BS und BL

SRK Basel-Stadt, Engelgasse 114, 4052 Basel, Tel. 061 319 56 53

SRK Baselland, Fichtenstrasse 17, 4410 Liestal, Tel. 061 905 82 00

Vermittlung von Assistenzdienstleistungen BL

Beratungsstellen für Behinderte BL, Frau C. Pannier,

Wiedenhubstrasse 57, 4410 Liestal, Telefon 061 926 89 00

Impressum

Herausgeber

Behindertenforum (AKI Region Basel)

Redaktion

Barbara Imobersteg (bim)

Georg Mattmüller (gm)

Redaktionsschluss für die nächste

Ausgabe ist der 30. 31. April Juli 2009

Auflage: 5250 5100 Exemplare

Gestaltung, Satz und Druck

Bürgerspital Basel,

Grafisches Zentrum

Flughafenstrasse 235, 4025 Basel

Bauberatungsstellen

Schweiz. Fachstelle für behindertengerechtes Bauen

Kernstrasse 57, 8004 Zürich, Telefon 01 299 97 97

Fax 01 299 97 98, info@hindernisfreies-bauen.ch

Basel-Stadt: Pro Infirmis Basel-Stadt

Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel, Telefon 061 225 98 60

Baselland: Procap Nordwestschweiz

Wiedenhubstrasse 57, 4410 Liestal, Tel. 061 821 04 81 (Di + Fr)

Fax 061 823 01 48, info@procap-bl.ch

Rechtsberatung

Behindertenforum Rechtsdienst

Klybeckstrasse 64, 4057 Basel, Telefon 061 205 29 29

Telefonische Rechtsauskünfte und Kontaktnahmen Rechtsdienst

Dienstag und Mittwoch 10 – 12 Uhr

Behinderung und Krankheit

Patientenstelle Basel

Beratungsstelle bei Problemen mit Ärzten, Spitälern etc.

Hebelstrasse 53, Postfach, 4002 Basel, Telefon 061 261 42 41

Zentrum Selbsthilfe – Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen

Mo–Mi 10 –12.30 Uhr, Do 14–16 Uhr, Feldbergstrasse 55,

4057 Basel, Telefon 061 692 81 00

Informationen im Netz:

www.sozialkompass.ch

Soziale Angebote und Institutionen in Basel von A – Z

www.stiftungmosaik.ch

Informationen und Dienstleistungen in Baselland, unter

« Beratungsstellen für Behinderte »:

www.behindertenforum.ch

unter « Adressen »

Erscheinungsweise

Vierteljährlich; März, Juni, September und

Dezember

Abonnement

Für die Mitglieder der angeschlossenen

Vereine ist das Abonnement im Jahres-

beitrag inbegriffen

Anzeigenverwaltung

Redaktionsadresse

Behindertenforum, Klybeckstrasse 64

CH-4057 Basel, Telefon 061 205 29 29

Fax 061 205 29 28

info@behindertenforum.ch

www.behindertenforum.ch

26 2.2009


2.2009

ASPr / SVG (Schweizerische Vereinigung der Gelähmten), Ortsgruppe Basel

Mathis Spreiter, Präsident, General Guisan-Strasse 43, 4144 Arlesheim, Telefon 061 701 33 25

www.aspr-svg.ch

Audioclub / Schwerhörigen-Verein Basel, Sekretariat

Falknerstrasse 33, 4001 Basel, Telefon 061 261 22 24

www.audioclub.ch

Band-Werkstätten Basel, Büro und Werkstätten

Prattelerstrasse 23, 4052 Basel, Telefon 061 378 88 77

www.band-Werkstätten.ch

FRAGILE SUISSE, Basler Vereinigung für Hirnverletzte Menschen, Sekretariat

Steinenring 5, 4051 Basel, Telefon 061 271 15 70

www.fragile.ch

insieme Baselland insieme Lebenshilfe Basel, Sekretariat

Fischmarkt 13, 4410 Liestal, Telefon 061 922 03 14 Wettsteinallee 70, 4058 Basel,

insieme.bl@bluewin.ch Telefon 061 281 17 77 (morgens)

www.insieme-bl.ch www.insieme-basel.ch

Stiftung Melchior

Thiersteinerallee 51, 4018 Basel, Telefon 061 206 97 60

www.stiftungmelchior.ch

IVB, Behinderten-Selbsthilfe beider Basel, Geschäftsstelle

Schlossgasse 11, 4102 Binningen, Telefon 061 426 98 00

www.ivb.ch

Plusport, Behindertensport Basel (BSB), Sekretariat

Tulpenweg 7, 4123 Allschwil, Telefon 061 481 59 40 (11–12 Uhr)

www.bs-basel.ch

Procap Nordwestschweiz

Sektion Basel und Umgebung Geschäftsstelle

Klybeckstrasse 64, 4057 Basel, Telefon 061 685 93 63, info@procap-nws.ch, www.procap.ch

Regionalstelle Oberes Baselbiet: Telefon 061 821 04 81

Regionalstelle Unteres Baselbiet: Telefon/Fax 061 751 30 25

SBb Schweiz. Blindenbund, Regionalgruppe Nordwestschweiz (RGN)

Janka Steiner, Etzelweg 11, 8604 Volketswil, Telefon 043 300 45 21

www.blind.ch

SBV Schweiz. Blinden- und Sehbehinderten-Verband, Nordwestschweiz

Markus Feer, Präsident, Solothurnerstrasse 31, 4053 Basel, Telefon 061 681 06 60

www.sbv-fsa.ch

SMSG Schweiz. Multlipe Sklerose Gesellschaft, Regionalgruppe Basel und Umgebung

Beatrice Brändle, Im Brunnacker 20, 4112 Bättwil, Telefon 061 733 04 43

www.multiplesklerose.ch

Vereinigung Cerebral Basel, Geschäftsstelle

Bachlettenstrasse 12, 4056 Basel, Telefon 061 271 45 66

www.celebral-basel.ch

Kontaktadressen der Mitgliedorganisation

SGB-FSS Schweizerischer Gehörlosenbund Nordwestschweiz

Leberngasse 2, 4600 Olten, Schreibtelefon 062 212 52 87, Fax 062 212 52 88,

Telefonvermittlung für Hörende 0844 844 071, nordwest@sgb-fss.ch, www.nordwest.sgb-fss.ch

Gehörlosen-Fürsorgeverein der Region Basel

Oberalpstr. 117, 4054 Basel, Schreibtelefon 061 272 13 19, Telefon 061 272 13 13, Fax 061 272 13 16

info@gehoerlosenfachstellen.ch, www.gehoerlosenfachstellen.ch

27


gaw, Postfach, 4020 Basel

AZB

4020 Basel

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