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Morbus Parkinson

bim. Die parkinsonsche Krankheit ist eine der häufigsten

Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Sie

betrifft in der Schweiz etwa 15 Tausend Männer und

Frauen, vorwiegend Menschen fortgeschrittenen

Alters. Die Krankheit entsteht, weil im Gehirn Nervenzellen

die den Botenstoff Dopamin produzieren,

frühzeitig absterben. Dopamin ist unter anderem

zuständig für die Kontrolle der automatischen Bewegungen.

Wenn etwa zwei Drittel dieser Zellen abgestorben

sind, tritt das Krankheitsbild in Erscheinung.

Da sich die Nervenzellen nicht mehr nachbilden und

man die genauen Ursachen ihres Absterbens nicht

kennt, ist Morbus Parkinson unheilbar. Bei jeder Patientin

und bei jedem Patienten – Frauen und Männer

sind etwas gleichviel betroffen – zeigen sich die

Krankheit und ihr Verlauf wieder etwas anders. Zu

den typischen Symptomen gehören Muskelversteifungen,

Zittern, ein unrhythmischer Gang, Bewegungsstörungen

und eine allgemeine Verlangsamung.

Weitere Symptome, die in unterschiedlicher Ausprägung

hinzu kommen können sind Traurigkeit, verlangsamte

Denkabläufe, Störungen des vegetativen

Nervensystems, eine leise Stimme, eine gebückte

Körperhaltung sowie die Abnahme der Mimik. Im

fortgeschrittenen Stadium kann es vorkommen, dass

innerhalb kürzester Zeit Blockaden die Momente

guter Beweglichkeit ablösen, ohne dass die Patienten

darauf Einfluss nehmen könnten. Die Beschwerden

nehmen über die Jahre langsam zu und sind starken

Schwankungen unterworfen. Parkinsonpatienten

und -patientinnen werden oft verkannt, des Alkoholmissbrauchs

verdächtigt, als stur oder unwillig eingeschätzt

oder gar für dement gehalten. Ihre Leiden

können medikamentös, teilweise auch chirurgisch,

gelindert oder hinausgezögert werden, so dass in den

Anfangsjahren ein weitgehend normales Leben möglich

ist.

Vereinigung Parkinson Schweiz

Parkinson Schweiz ist seit ihrer Gründung im Jahr

1985 eine gemeinnützige unabhängige und neutrale

Vereinigung. Sie steht im Dienste der Betroffenen,

das heisst der Erkrankten und ihren Angehörigen. Die

Vereinigung bietet Information, Beratung und Unterstützung

an und versteht sich als Fachstelle gegenüber

den Betroffenen, anderen Fachpersonen und

der Öffentlichkeit. Um auch mit Parkinson eine möglichst

hohe Lebensqualität zu erreichen, engagiert

sich Parkinson Schweiz insbesondere für die Selbsthil-

2.2009

Thema

fe. Die Selbsthilfegruppen bilden das Rückgrat der

Organisation. Erfahrungsaustausch, Gespräch, Anregung

und Geselligkeit – die Selbsthilfegruppen helfen

den Betroffenen ihre Situation besser zu akzeptieren

und zu gestalten. Vorwiegend geleitet von Betroffenen,

organisiert sich jede Gruppe selber und gibt sich

ihre Inhalte. Parkinson Schweiz bietet den Leitungsteams

professionelle und finanzielle Unterstützung

an und hilft mit, neue Gruppen zu gründen.

Information

• Merkblätter, Broschüren , Ratgeber, Quartalszeitschrift

«Parkinson»

• Informationsveranstaltungen, Seminare,

Fortbildungen

• Dokumentations- und Medienstelle

Beratung

• Persönliche Beratung

• Gratis-Hotline «Parkinfon» (Neurologen geben

Auskunft)

Kontakt Selbsthilfegruppe: Parkinson Schweiz

Gewerbestrasse 12a

Postfach 123

8132 Egg

Tel. 043 277 20 77

www.parkinson.ch

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