Wettbewerb gegen Littering - Amt für Umwelt und Energie - Basel ...

aue.bs.ch

Wettbewerb gegen Littering - Amt für Umwelt und Energie - Basel ...

Nr. 3/10, Juni 2010

Wettbewerb gegen Littering

Lernende von Coop, Migros und Manor haben aus

Abfall Kunstwerke geschaffen. Diese Kunstwerke

machen auf die vielen Abfalleimer in der Stadt aufmerksam

und sollen Littering vermindern.

Seite 5

Tag der Landwirtschaft

Am Tag der Landwirtschaft vom 3. Juni 2010 stand

das Thema «Biodiversität» im Vordergrund. Rund 60

Personen nahmen am Anlass teil und lernten Neues

über die Bedeutung ökologischer Ausgleichsflächen.

Seite 9

Erneuerbare Energien fördern

Durch Investitionen in neue Grosskraftwerke würde

die Schweizer Volkswirtschaft Verluste machen. Investiert

die Schweiz hingegen in erneuerbare Energien,

fährt sie wirtschaftlich deutlich besser.

Seite 7


Impressum

AUE-News

Informationen aus dem Amt für Umwelt und

Energie

Hochbergerstrasse 158

CH-4019 Basel

Tel. +41 61 639 22 22

Fax +41 61 639 23 23

www.aue.bs.ch

aue@bs.ch

AUE-NEWS erscheinen i.d.R. alle zwei Monate

Hrsg.: Koordinationsstelle Umweltschutz

Redaktion:

René Etter (verantwortlich)

Katrin Sutter

Beiträge von:

Manfred Beubler (Be)

Marcus Diacon (Dim)

René Etter (Ré)

Martin Gruber (mg)

Viviane Joyce (VJ)

Dominik Keller (DK)

Priska Plüss (PP)

Katrin Sutter (KS)

Redaktionsschluss für die nächsten AUE-News

ist der 30. August 2010

Inhalt

Editorial

Wendezeit 3

Projekte

Innovative Ideen für Eventverpflegung ohne Abfall 4

«Mistkübel laden ein: Hier gehört der Abfall rein» 5

Vergeblicher Kampf mit Windmühlen 6

Vollzug

Erneuerbare Energien lohnen sich 7

Vuvuzela – Höllentrompeten? 8

Veranstaltungen und Aktionen

Tag der Landwirtschaft zum Thema Biodiversität 9

Mit Fakten kann man besser argumentieren 10

«water & energy day», das AUE an der Shanghai 11

Expo 2010

AUE-Intern

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess im AUE 12

Seitenwechsel

«Die Hälfte für sich, die Hälfte für den anderen» 13

Infobrett

Kurz und bündig 14

AUE-News Juni 2010 Seite 2


Wendezeit

Editorial

Regierungsrat Christoph Brutschin gratuliert den Lernenden

zu den originellen Kunstwerken gegen Littering.

Es ist wieder Wendezeit. Aber haben wir nun Sommer-

oder Wintersonnenwende? Mit Blick aufs Thermometer,

der übers Wochenende fast Minustemperaturen anzeigte,

bin ich versucht anzunehmen, dass wir bald das neue

Jahr einläuten werden. Aber irgendwie passt die Tageslänge

nicht zum Winter. Vuvuzela-Lärm bringt mich auf

den Boden der Realität zurück. Es ist WM, die Tage sind

lang und voller Hektik, es ist definitiv keine besinnliche

Vorweihnachtszeit. Zur Sommer-WM-Zeit passt auch,

dass sich die Abteilung Lärmschutz den Vuvuzela-

«Klängen» angenommen hat und die Auswirkungen auf

die Nachbarn in einem Selbstversuch untersuchte. Über

die Resultate, der nicht nach wissenschaftlichen Kriterien

durchgeführten Untersuchung, berichten wir in einem,

passend zur WM, nicht ganz bierernsten Beitrag.

Der kommende Sommer und die hoffentlich bald steigenden

Temperaturen bringen aber auch wieder bekannte,

uns näher liegende Probleme: Das warme Wetter wird

das Littering zu einem Thema machen. Gleich zweifach

haben sich junge Leute mit dem Phänomen befasst. Die

hoffnungsvollen Ergebnisse stellen wir in unserem Newsletter

vor. Einerseits haben Lernende aus dem Basler

Detailhandel witzige Kunstwerke geschaffen, die sich mit

der Problematik auseinander setzen und während des

Sommers an verschiedenen zentralen Orten in der Innenstadt

ausgestellt werden. Anderseits wurde mit der

Prämierung der Fingerfood-Wettbewerb abgeschlossen,

an dem sich Studierende und Auszubildende der Lebensmittelbranche

beteiligten konnten. Sie wurden eingeladen,

ein abfallarmes und ökologisches Fingerfood-

Angebot für Grossanlässe zu entwickeln. Das Produkt

musste ohne Verpackung, Geschirr oder Unterlage ausgegeben

werden können. Beim Lesen ist mir das Wasser

im Mund zusammengeflossen.

Die beiden Beratungsunternehmen INFRAS und TNC

haben im Auftrag von Umweltorganisationen (WWF,

Greenpeace, SES, Pro Natura), den Kantonen Basel-

Stadt und Genf sowie mit Unterstützung von Energie

Wasser Bern (ewb) die Auswirkungen der Investitionsstrategien

"Grosskraftwerke" und "Stromeffizienz und

erneuerbare Energien" untersucht. Für bemerkenswert

halte ich die Schlussfolgerungen für die künftige Versor-

AUE-News Juni 2010 Seite 3

gung mit Elektrizität, die wir in den AUE-NEWS vorstellen:

Wenn die Schweiz zur Stromversorgung bis 2035 in

Stromeffizienz und erneuerbare Energie investiert, fährt

sie wirtschaftlich deutlich besser als mit neuen Atomkraftwerken

oder anderen Grosskraftwerken. Ich hoffe,

für uns und die Sonnenkollektoren, als Teil der erneuerbaren

Energien, dass nun der Sommer endlich kommt

und uns mit den heiss ersehnten Sonnenstrahlen verwöhnt

und die Energiewende unterstützt. In diesem Sinne

wünsche ich Ihnen ruhige, warme Sommerabende am

abfallfreien Rheinbord oder anderswo in der Nähe.

René Etter


Innovative Ideen für Eventverpflegung ohne Abfall

Projekte

«Filleddog», «Curry Taschen» und «Snackballs in

Käseschale» heissen die Produktideen der Gewinnerinnen

und Gewinner des Wettbewerbs «Fingerfood

2010». Die mit einem Preis ausgezeichneten Creationen

kommen ohne Wegwerfunterlage aus. An der

Preisverleihung haben die Umweltämter und Entsorgungsbetriebe

aus Basel-Stadt, Zürich, Bern und

Solothurn die Branche aufgerufen, innovative und

abfallarme Foodprodukte für Grossveranstaltungen

zu entwickeln und anzubieten.

mg. Die Open-Air Saison ist eröffnet. Die Verpflegung an

Grossanlässen wie zum Beispiel Open-Air-Konzerte

hinterlassen oft grosse Abfallberge. Das muss nicht sein.

So wie für Getränke die Mehrwegbecher, sollen auch im

Food-Bereich moderne und umweltfreundliche Lösungen

eingesetzt werden. Deshalb lancierten die Umweltämter

und Entsorgungsbetriebe aus Basel, Zürich, Bern und

Solothurn in Zusammenarbeit mit dem Institut für Lebensmittel-

und Getränkeinnovation der Zürcher Hochschule

für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Wädenswil

einen Ideenwettbewerb für abfallarmen Fingerfood.

Der Wettbewerb richtete sich an Studierende und Auszubildende

der Lebensmittelbranche. Sie wurden eingeladen,

ein abfallarmes und ökologisches Fingerfood-

Angebot für Grossanlässe zu entwickeln. Das Produkt

muss ohne Verpackung, Geschirr oder Unterlage ausgegeben

werden können. Eine Serviette darf mitgegeben

werden.

Über 70 Ideen sind eingetroffen. Diese wurden am 29.

März am «Innovationstag» in Wädenswil zusammen mit

Experten auf ihre Praxistauglichkeit geprüft und weiterentwickelt

(s. AUE-NEWS 2/2010).

Fingerfood, der wenig Abfall produziert.

Eine hochkarätige Jury bestehend aus Hans-Peter

Hammel (bekannt als -minu, Basel), Irène Küng (Greenfield

Festival), Robert Rosanis (Olive Marketing GmbH),

Damian Oettli (WWF Schweiz) und Manfred Suter (Pro-

AUE-News Juni 2010 Seite 4

jektleiter Produktentwicklung Max Felchlin AG) ermittelte

zwei erste Plätze und folgende Gewinnerinnen und Gewinner:

1. «Filleddog» von Denise Langenegger, St. Gallen

1. «Curry Taschen» von Therese Tschanz, Signau

3. «Snackballs in Käseschale» von Christine Flury, Biberist

4. «Soupe gélifiez» von Iris Elsener und Petra Gerig,

Stäfa

5. «Pirogen – ein Schiffchen mit feinem Schmaus» von

Stephanie Schwander, Wädenswil

6. «Manzana al diavolo» von Johannes Meuli und Givanni

Caputo, Wädenswil

Die Gewinnerinnen und Gewinner erhielten einen Gutschein

im Wert von 1000 Franken. Mit je drei Tickets für

den Besuch eines Open-Air Festivals werden die Plätze

4 bis 6 belohnt.

Die Verpflegungs- und Lebensmittelbranche ist nun aufgerufen,

abfallarme und ökologische Angebote für die

Unterwegsverpflegung anzubieten und gute Ideen weiter

zu entwickeln. Der Wettbewerb «Fingerfood 2010» zeigt,

dass das Potenzial für abfallarme und ökologische Angebote

für die Unterwegsverpflegung vorhanden ist.

Weitere Informationen bei Martin Gruber-Gschwind,

Tel. 061 639 23 31


«Mistkübel laden ein: Hier gehört der Abfall rein!»

Projekte

In Basel stehen 1200 öffentliche Mistkübel. Trotzdem

landet noch Abfall auf dem Boden statt im Kübel.

Deshalb haben Lernende von COOP, Manor und

Migros aus diesem witzige Kunstwerke geschaffen,

die mit frechen Sprüchen zum Nachdenken animieren

und gleichzeitig mit Wegweisern aufzeigen, dass die

nächsten Mistkübel nur wenige Meter entfernt stehen.

Die Wanderausstellung startet auf dem Tellplatz

und wird auf der Pfalz, am Rheinweg sowie auf dem

Barfüsser- und dem Claraplatz gastieren. Die Aktion

entstand unter Regie der Migros und dem Amt für

Umwelt und Energie und wurde von COOP, Manor,

McDonald's, Gewerbeverband und Stadtreinigung

Basel-Stadt ideell und finanziell tatkräftig mitgetragen.

mg. «Hirn ischalte – Dräck ufhalte». Dieser Slogan steht

unter einem Gehirn, hergestellt aus –zig weggeworfenen

Zigarettenstummeln. «Badisch gärn im Rhy?» fragt eine

Lernende und füllte die Ausstellungsvitrine mit Scherben

aus zerbrochenen Einwegflaschen. Die Skulptur «Abfall

hätt kei Flügel» besteht aus weggeworfenen Dosen eines

bekannten Energy-Drinks.

20 solcher Werke können bis am 21. Juni in ästhetisch

passenden Schaukästen auf dem Tellplatz und der Pfalz

bewundert werden. In der Folge gastiert die Ausstellung

bis am 23. Juli am Unteren und Oberen Rheinweg. Zum

Schluss sind die Exponate noch bis am 6. August auf

dem Barfüsserplatz und dem Claraplatz ausgestellt.

Mit dieser Aktion weisen junge Lernende von COOP,

Migros und Manor darauf hin, wie viele Abfalleimer es in

der Stadt gibt. Um die Botschaft zu untermauern, zeigen

Wegweiser neben den Kunstwerken die Richtung und die

Distanz zu den nächsten Eimern an. Dem Betrachter wird

schnell klar: Eigentlich sind wir von Abfalleimern umzingelt,

nur benutzen muss man sie.

Das Liegenlassen von Abfällen, das so genannte Littering,

tritt besonders in der wärmeren Jahreszeit auf. Die

Sauberkeit stellt aber einen wesentlichen Faktor für die

Attraktivität und das Image Basels als Messe-, Tourismus-

und Einkaufsstadt dar. Aus diesem Grund engagieren

sich Staat und Wirtschaft gemeinsam gegen das

Littering.

Das Projekt ist eine von fünf freiwilligen Massnahmen,

welche im Rahmen der Basler Littering-Gespräche vorangetrieben

werden. An diesem runden Tisch, der fortgeführt

wird, beteiligen sich in aktiver Weise die Grossverteiler

COOP und Migros, Manor, McDonald’s, der

Gewerbeverband Basel-Stadt sowie das Amt für Umwelt

und Energie.

Weitere Informationen bei Martin Gruber-Gschwind,

Tel. 061 639 23 31

«… Müll wächst auch …» Beitrag von Claudio Gattiger,

Lernender bei Manor Basel

AUE-News Juni 2010 Seite 5


Vergeblicher Kampf mit Windmühlen

Projekte

Der Verein «Hebelarm» wird aufgelöst. Grund: Der zu

schmale Mitgliederbestand. Da half auch ein verstärkter

Einsatz des Vorstandes, mehr Mitglieder zu

erwerben, nichts mehr.

VJ. «Hebelarm war eine gute Idee. Wir konnten Erfolge

verzeichnen. Und dennoch, dennoch…» Präsident Ruedi

Jegge liess den Satz an der letzten Generalversammlung

des Vereins stehen – es entsprach der Stimmung an

diesem regnerischen Maiabend. Die Idee vom Hebelarm

war einfach und überzeugend gewesen: Mit dem Arbeitsplatzbonus

sollten Projekte zur rationellen Energienutzung

in Schwellen- und Entwicklungsländern gefördert

werden. Im Kanton Basel-Stadt wird seit 1999 auf elektrischem

Strom eine Lenkungsabgabe erhoben. Über den

Arbeitsplatzbonus wird dieses Geld wieder an die Unternehmen

ausbezahlt. Die Höhe des Arbeitsplatzbonus

hängt nicht von der verbrauchten Energiemenge ab,

sondern von der Anzahl Angestellter eines Unternehmens

respektive von der ausbezahlten ALV-Lohnsumme.

Und eben auf diesen Arbeitsplatzbonus konnten Unternehmen

und Selbständigerwerbende verzichten und ihn

stattdessen dem 2006 ins Leben gerufene Verein «Hebelarm»

zukommen lassen.

Der setzte das Geld etwa für Windmühlen auf Madagaskar

oder Kleinkraftwasserwerke in Laos ein. Wichtig war,

dass die Projekte vor Ort einen Beitrag an eine wirtschaftliche,

sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung

leisteten. Das hiess im Fall Madagaskar: Vier Dörfer

wurden an den Strom angeschlossen, den die Windmüh-

Windmühlen in Madagaskar – eines der Projekte, die

«Hebelarm» gefördert hat.

AUE-News Juni 2010 Seite 6

len erzielen; als direkte Konsequenz davon richtete einer

der Bewohner einen Dorfclub ein, wo man abends auch

tanzen gehen kann. Der Verein «Hebelarm» arbeitete

eng mit Swisscontact zusammen, der Entwicklungsorganisation

der Schweizer Wirtschaft. Wichtig war dabei,

dass die Projekte lokal gut verankert sind. Die Partner

vor Ort mussten einen substanziellen Beitrag an die

Finanzierung leisten.

Nun wird der Verein «Hebelarm» aufgelöst. Grund: Der

zu schmale Mitgliederbestand. Trotz verschiedenen

Massnahmen über die vier Jahre Bestehens des Vereins

schaffte es der Vorstand nicht, neue Mitglieder zu gewinnen.

Weder Massenanschreibungen noch persönliche

Anfragen schafften es, neue Mitglieder zu generieren –

da half selbst eine Auszeichnung vom Bund nicht. «Der

Verein fand nicht den Niederschlag, den es braucht, um

solch gemeinnützige, nachhaltige Projekte voll unterstützen

zu können », erklärte Ruedi Jegge enttäuscht.

Mit dem Restbetrag von rund 50'000 Franken will «Hebelarm»

ein Stromnetz für ein kenyianisches Dorf finanzieren,

das demnächst ein Kleinkraftwasserwerk erhalten

soll.

Weitere Informationen bei Viviane Joyce,

Tel. 061 639 22 43


Erneuerbare Energien lohnen sich

Vollzug

Wirtschaftlich besser: Investitionen in Effizienz und in

erneuerbare Energien lohnen sich.

Eine neue von Kantonen, Umweltverbänden und der

Energieversorgerin der Stadt Bern unterstützte Studie

zeigt: Wenn die Schweiz in erneuerbare Energie

investiert, fährt sie wirtschaftlich deutlich besser als

mit neuen Atomkraftwerken.

Dim. Die Prognosen der grossen Stromverbundunternehmen

gehen für das Jahr 2035 von einem zusätzlichen

Strombedarf in der Schweiz von 30 TWh aus. Dieser

kann zu zwei Dritteln mit Stromeffizienz und einem Drittel

erneuerbaren Energien wie Photovoltaik, Windkraft, Biomasse

oder Geothermie im In- und allenfalls im Ausland

abgedeckt werden, wie eine neue Studie von INFRAS

und TNC zeigt. Auftraggeber der Studie sind die Schweizer

Umweltorganisationen, die Kantone Basel-Stadt und

Genf. Auch Energie Wasser Bern, die Energieversorgerin

der Stadt Bern, hat die Studie unterstützt.

INFRAS hat die wirtschaftlichen Auswirkungen des Effizienz-Szenarios

mit einem Szenario verglichen, das auf

Grosskraftwerke baut, und ist zu einem eindeutigen Resultat

gelangt: «Investitionen in die Effizienz und in erneuerbare

Energien sind wirtschaftlich, bringen eine

höhere Wertschöpfung und schaffen mehr Arbeitsplätze

in der Schweiz», sagt Studienautor Rolf Iten. Das Szenario

Grosskraftwerke hingegen hat sich als unwirtschaftlich

herausgestellt. Mit Investitionen in neue Atomkraftwerke

würde die Schweizer Volkswirtschaft also Verluste machen.

Für Hans-Peter Fricker, CEO WWF Schweiz, ist darum

klar: «Unser Szenario ist nicht nur eine Alternative, es ist

die bessere Lösung.» Dies nicht nur aus ökologischen

Gründen. «Atomkraftwerke sind nicht nachhaltig und

zudem unwirtschaftlich. Sie führen sowohl ökologisch wie

ökonomisch in die Sackgasse», so Fricker.

Um dies zu vermeiden, braucht es neue Rahmenbedingungen.

Für die Auftraggeber der Studie steht die

Schweiz an einem Scheideweg, der zentraler Weichenstellungen

bedarf. So verlangt der Genfer Ständerat und

ehemalige Staatsrat Robert Cramer «mehr Gestaltungswillen

auf nationaler Ebene». Als wichtigstes Instrument

AUE-News Juni 2010 Seite 7

Nachhaltige Lösung: Der zusätzliche Strombedarf kann

zu einem Drittel mit erneuerbaren Energien, zu zwei

Dritteln mit Effizienzsteigerungen abgedeckt werden.

nennt die Studie eine staatsquotenneutrale Stromlenkungsabgabe,

die an die Bevölkerung und Wirtschaft

zurückerstattet wird. Gute Erfahrungen hat damit der

Kanton Basel-Stadt gemacht: «Die Lenkungsabgabe ist

etabliert. Es gibt keinerlei Anzeichen, dass sie der Wirtschaft

schadet», sagt Regierungsrat Christoph Brutschin.

Basel liegt seit der Einführung der Lenkungsabgabe beim

Stromverbrauch deutlich unter dem nationalen Trend, bei

der Wirtschaftsentwicklung aber deutlich darüber.

Weitere Informationen bei Marcus Diacon,

Tel. 061 225 97 34

oder auf der Infras-Website


Vuvuzela – Höllentrompeten?

Vollzug

Grössere Diskussionen als um die Resultate wurden

zu Beginn der Fussballweltmeisterschaft wohl um die

Vuvuzelas geführt. Das Blasinstrument heizt nicht

nur die Fussballspieler an, sondern auch die Gemüter

auf und wird mit allerlei Bezeichnungen belegt, so

auch mit «Höllentrompete».

PP. In den ersten Tagen der Fussballweltmeisterschaft

waren die Spielresultate beinahe nur Zubehör zum weit

wichtigeren Thema: dem Tröten der Vuvuzelas. Die südafrikanischen

Blasinstrumente dominierten die Titelseiten

und Kolumnen der meisten Tageszeitungen. Die Fernsehsender

sahen sich mit protestierenden Zuschauern

und grossen Mengen an E-Mails und Anrufen konfrontiert.

Das konstante Gebrumme der Vuvuzelas in den

Stadien erinnere an Bienen- und Hummelschwärme,

übertöne die Kommentare und verunmögliche das Verfolgen

der Spiele, waren die Argumente. Als Reaktion

wurde der Tonübertragung mehr Beachtung geschenkt,

das Tonniveau des Hintergrundes gesenkt. So weit, so

gut für die Fernsehzuschauer. Für den Lärmschutz stellen

sich natürlich noch andere Fragen. So zum Beispiel:

Ist es Gehör gefährdend, jemandem ins Ohr zu tröten?

Wie hoch ist der Schalldruck vor einer Vuvuzela?

In der Literatur finden sich Angaben von 120 bis zu 160

dB. Nicht ohne Grund dürfte daher auch das Lärmen mit

einer Vuvuzela während eines Inlandsfluges durch Südafrika

verboten worden sein und kann sogar mit einer bis

zu sechsmonatigen Gefängnishaft bestraft werden. Die

Stadt Köln hat die Tröten aus allen Public Viewing-

Bereichen verbannt. In der Schweiz wurde bisher kein

solches Verbot ausgesprochen. Auch in Bus und Tram ist

die Vuvuzela nicht prinzipiell verboten, allerdings würde

ein Fahrgast, der zu Tröten anfängt, gemäss den Zürcher

Verkehrsbetrieben wohl aus dem Fahrzeug geschickt.

Um die Diskussion endlich auf eine solide Grundlage zu

stellen, und um die Frage zu lösen, ob die Schweizer

Vuvuzelas nun auf 80 dB beschränkt seien, wie auch

gerüchteweise behauptet wurde, hat die Abteilung Lärmschutz

die Untersuchung in die Hand genommen und

einen Selbstversuch durchgeführt.

Mit Hilfe einer handelsüblichen Vuvuzela, einem geprüften

Pegelmessgerät und einer motivierten Bläserin (danke

Alexia) wurde sowohl der Mittelwert (Leq) als auch der

Maximalpegel ermittelt. Die Auswertung ergab einen Leq

von 118.5 dB und einen Lmax von 121.2 dB. Dies entspricht

einem Presslufthammer in einem Meter Entfernung

oder einem Flugzeugbetrieb in 30 Meter Entfernung.

Aus der Sicht der Arbeitssicherheit darf der

Mensch einem solchen Pegel höchstens 5 Minuten pro

Tag ausgesetzt sein. Das Tröten in die Ohren des Nachbars

kann daher gefährlich sein und ist auf jeden Fall zu

unterlassen. Die Vuvuzela ist also nicht nur nervig und

störend, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch

Ohren betäubend.

Weitere Informationen bei Priska Plüss,

Tel. 061 639 23 42

AUE-News Juni 2010 Seite 8

Illustration: Alexia Papadopoulos


Tag der Landwirtschaft zum Thema Biodiversität

Veranstaltungen und Aktionen

Dass in den Langen Erlen die Nachtigall wieder zu

hören ist und in blumenreichen Wiesen der Feldhase

auftaucht, ist auch der Landwirtschaft zu verdanken.

Ökologische Ausgleichsflächen leisten einen entscheidenden

Beitrag zum Naturschutz.

DK. Die Uno-Generalversammlung hat das Jahr 2010

zum internationalen Jahr der Biodiversität ernannt. Anlass

genug, um den alljährlichen «Tag der Landwirtschaft»

diesem Thema zu widmen, denn die Landwirtschaft

spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige

Rolle. Rund 60 Leute, die mit der Landwirtschaft im Kanton

Basel-Stadt in Beziehung stehen, versammelten sich

vormittags am 3. Juni in Riehen bei der Grendelmatte.

Landwirtschaftsminister Christoph Brutschin begrüsste

die fast vollständig anwesenden Landwirte, Vertreterinnen

und Vertreter von bäuerlichen Organisationen, der

Landgemeinden und Dienststellen, die mit der Landwirtschaft

zu tun haben sowie der Presse. Er definierte das

Thema mit sechs Wörtern: «Biodiversität ist die Vielfalt

des Lebens». Konkret geht es um die drei Ebenen Vielfalt

der Ökosysteme, Vielfalt der Arten und Vielfalt der

Gene. Die Landwirtschaft leistet in diesem Bereich Dank

der Abgeltung für ökologische Ausgleichsflächen einen

ganz wichtigen Beitrag. Umgekehrt profitiert sie aber

auch von der Arten- und der Sortenvielfalt.

Punkto Ausgleichsflächen steht Basel-Stadt im gesamtschweizerischen

Vergleich gut da – sie machen mehr als

10% der landwirtschaftlichen Flächen aus. In Zahlen

ausgedrückt: Darunter fallen mehr als 60 Flächenobjekte

und mehr als 600 Hochstamm-Obstbäume. Michael

Zemp von der kantonalen Naturschutzfachstelle zeigte

anschliessend am Beispiel einer mageren Wiese in der

Grundwasserschutzzone Lange Erlen die Bedeutung

einer Ausgleichsfläche für die Artenvielfalt auf. Dank dem

Grundwasserschutz darf die Landwirtschaft nicht intensiv

ausfallen. Entsprechend gross ist die Anzahl wertvoller

Pflanzen und Insekten.

Aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer bei den Ausführungen

von Michael Zemp über die Bedeutung ökologischer

Ausgleichsflächen in den Langen Erlen.

Jürg Schmid von der Gemeinde Riehen stellte die Dynamik

der Langen Erlen in den letzten Jahrzehnten vor.

Dank dem Entscheid, hier Grundwasser anzureichen, ist

AUE-News Juni 2010 Seite 9

die Lange Erlen ein Naherhohlungsgebiet geblieben, wo

die Landwirtschaft ein wichtiges, auch gestalterisches

Element einnimmt. Interessant sind auch die verschiedenen

künstlichen Wasserläufe, die früher der Bewässerung

dienten. Heute sollen sie im Rahmen der Umsetzung

der Wiese-Initiative renaturiert werden.

Der Rundgang endete auf dem Spittelmatthof. Der Bio-

Hof wird von den Brüdern Markus und Fredy Graber

bewirtschaftet. Dank den Ausgleichszahlungen von Bund

und Kanton lohnt es sich für die beiden Landwirte, ökologische

Ausgleichsflächen in der Wiese-Ebene zu unterhalten,

insbesondere die arbeitsintensiven Hochstamm-

Obstbäume. Der Anlass klang mit einem gemütlichen –

und köstlichen – Mittagessen aus.

Weitere Informationen bei Dominik Keller, Tel. 061 639

23 20


Mit Fakten kann man besser argumentieren

Veranstaltungen und Aktionen

An der Umweltkommunikationstagung vom Bundesamt

für Umwelt (BafU) boten sich dieses Jahr spannende

Workshops zu den Themen Evaluation und

Kommunikation von brisanten Inhalten.

VJ. Die Tagungen des BafU sind immer gute Anlässe,

um sich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Kantonen

zu treffen, Erfahrungen auszutauschen, bei

Workshops und Vorträgen Neues zu lernen. Besonders

spannend behandelt wurden dieses Jahr die Themen

Evaluation und Kommunikation von brisanten Inhalten.

Evaluation, betonte Workshopleiterin Annette Jenny, ist

nicht Controlling und auch nicht Monitoring, sondern

beinhaltet den ganzen Prozess – von der Problemdefinition

bis zur Revision. Ein Prozess notabene, der im Umweltbereich

gerne vergessen geht, zumal oft argumentiert

wird, man habe gar kein Geld, um die nötigen

Grunddaten (z.B. via Meinungsumfragen) zu ermitteln.

Dabei lässt sich eine vernünftige Evaluation auch im

kleinen Rahmen aufgleisen, mit Grunddaten, die relativ

schnell erfasst sind (Hits auf Website, bestellte Broschüren

etc.). Das Argument, im Umweltbereich lasse sich

vieles nicht messen, lässt Annette Jenny nicht gelten. Ein

Ziel sollte man bei jeder Kampagne haben, und jedes

Ziel ist messbar. «Wichtig ist, dass man sich fragt, warum

man eine Evaluation macht», so Jenny. Wer weiss, was

bei einer Evaluation die Fragestellung ist, ist sich auch

klarer darüber, was ein Kommunikationsprojekt erreichen

soll – und kann so klarer herauskristallisieren, was ein

Erfolg war und woran noch gearbeitet werden muss.

Tony Arborino vom Kanton Wallis berichtete in seinem

Workshop über die brisante Kommunikation der dritten

Rhone-Korrektur. Das Projekt, das den Fluss an verschiedenen

Stellen renaturieren oder ausweiten soll,

stösst zum Teil auf heftigen Widerstand, zumal Privat-

und Industrieland für diese Korrektur beansprucht werden.

Tony Arborino hat sich für solche Projekte eine

überzeugende Strategie ausgelegt: Zuerst die wichtigsten

Mitspieler identifizieren und nach Möglichkeit zur

einer Arbeitsgruppe einladen. Je vernetzter die Person,

desto weniger gross wird die Gruppe – ein wichtiger

Faktor für schnelles Handeln. Innerhalb dieser Gruppe

soll dann die erste Risikoanalyse stattfinden: Wo liegen

jene Stimmen, die die Kräfte umdisponieren könnten?

Danach soll die Gruppe Aktionen für verschiedene Entscheidungswege

ausarbeiten. Wichtig dabei, so Arborino:

«Schwache Signale sofort aufnehmen und sich damit

auseinander setzen. Sie wachsen schnell zu starken

Signalen heran.» Mithilfe einer Checkliste lassen sich

diese Schritte definieren: Was soll kommuniziert werden?

Wo, auf welchen Kanälen? Wie viel darf, soll das Ganze

kosten? Tony Arborino hatte dafür nützliche Tipps. Etwa,

dass es sich oft lohnt, Dokumente neutral (also ohne

Briefkopf) abzugeben, damit beim Lesen des Absenders

nicht bereits die ersten Vorurteile hoch kommen. Oder

dass nicht die Kommunikationspersonen sich in den

Mittelpunkt stellen sollen, sondern die Sache. Manchmal

nütze es sogar, sich als Kommunikationsperson ganz

zurück zu ziehen, Ideen so einzupflanzen, dass die politischen

Personen zur Überzeugung gelangen, es sei ihre

gewesen. «Eine Verwaltung soll nicht Politik treiben», so

AUE-News Juni 2010 Seite 10

Beispiel einer renaturierten Stelle im Unterlauf der Rhone

im Wallis.

Arbino. «Aber sie soll die nötigen Argumente liefern – am

besten in Form eines Faktenblattes» Denn wer sich an

die Fakten hält, kann besser argumentieren.

Weitere Informationen bei Viviane Joyce,

Tel. 061 639 22 43


«water & energy day», das AUE an der Shanghai Expo 2010

Veranstaltungen

Am 20. Mai hat das AUE im Dreistädte-Pavillon - Basel,

Zürich und Genf – in Shanghai ein Symposium

zum Thema Energie und Gewässerschutz durchgeführt.

Eingeladen waren Vertreter der Verwaltung, der

chemischen Industrie und der Universitäten.

Be. Das Zentrale Thema des Dreistädte-Pavillion ist:

«better water – best urban life». Was ist nahe liegender,

als den dornigen und langen Weg zu sauberem Wasser

in Basel dem interessierten Fachpublikum näher zu bringen

und darüber zu diskutieren? Wir präsentierten neben

einem Referat zur Energiepolitik Basels, die Massnahmen

bei der chemischen Industrie und beim Gewerbe.

Wichtig dabei war darzustellen, dass das sommerliche

Vergnügen, im Rhein wieder bedenkenlos zu schwimmen,

nicht zum Nulltarif zu erreichen ist. Dezidiert wiesen

wir auf die Entwicklung Basels zu einem Vorreiter im

zukunftsweisenden Gewässerschutz hin und auf die

Rolle der internationalen Zusammenarbeit im Gewässerschutz

am Rhein. In einem Film, mit chinesischer Sprache

unterlegt, zeigten wir die Produktion von Trinkwasser

in den Lange Erlen, die Anreicherung des Grundwassers

mit Rheinwasser. Sauberes Trinkwasser in einem industriell

stark genutzten Ballungsgebiet direkt zu produzieren,

ist in China unvorstellbar. Der Umweltschutz generell

steckt dort noch in den Kinderschuhen, wenn überhaupt.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Das Interesse

und die Diskussionen während und nach der Veranstaltung

beim abschliessenden Apero waren anregend. Interviews

durch Chinesische Medien, nationale und lokale,

haben das grosse Interesse Chinas am Umweltschutz

bestätigt. Was kann den Erfolg und auch den Sinn der

Veranstaltung besser beschreiben, als eine Anfrage

eines chinesischen Consultingbüros zur Zusammenarbeit

mit dem AUE resp. mit dem Referenten zum Gewässerschutz.

Dieses Consultingbüro arbeitet im Auftrag der

chinesischen Regierung und rekrutiert international Fachleute

um chinesische Städte bei der Implementierung von

Massnahmen zum Umweltschutz zu unterstützen.

Aber wie sieht es in Shanghai aus? Der Fluss Huanghu,

ein Nebenfluss des grossen Jangtsekiang, riecht so, wie

der Rhein in den 60igern bei uns. Die Stadt ist riesig,

eine internationale Grossstadt, beeindruckend in ihrer

Vielfalt und ihrer architektonischen Wirkung, beängstigend

in den Auswirkungen der Versäumnisse im Umweltschutz.

Die Luft ist heiss, mit einer Luftfeuchtigkeit

von mehr als 90% und Smog, wie in den 40igern in Los

Angeles. Auswirkungen des gigantischen Autoverkehrs,

der mittels 6-spurigen Highways direkt in die Stadt geleitet

wird. Imposant sicherlich die Kulisse der unzähligen

Hochhäuser, welche die kläglichen Reste früherer Siedlungsgebiete,

die noch spärlich vorhanden sind, schier

erdrücken. Ein Moloch. Jedoch quirlig und lebendig das

Bild auf den Strassen. Gegensätze zwischen Lachen,

freundlicher, interessierter Offenheit und bedingungslosem

Durchsetzungsvermögen in den U-Bahnen verwirren

den unkundigen Besucher.

Weitere Informationen bei Manfred Beubler

Tel. 061 639 22 33

AUE-News Juni 2010 Seite 11

Blick vom höchsten Gebäude auf das Zentrum

Schanghai bei Nacht


Kontinuierlicher Verbesserungsprozess im AUE

AUE-Intern

Was für Firmen unerlässlich ist, kann auch für die

Verwaltung gut sein: Nur wer Prozesse und Abläufe

regelmässig überprüft und das Arbeitsumfeld optimiert,

steigert die Qualität der Produkte – und die

Zufriedenheit der Mitarbeitenden.

Zum Erreichen mancher Ziele braucht es ein langer,

steiniger Weg.

DK. Eine neue Abkürzung hat seit gut einem Jahr Einzug

in das AUE gehalten: KVP. Dahinter steht keine neue

Partei oder Chemikalie, sondern ein Veränderungsprozess.

Um was geht es? Der «Kontinuierliche Verbesserungsprozess»

- eben KVP - ist mehr als nur ein Vorschlagswesen.

Hinter dem KVP steht die Grundhaltung,

das Umfeld, Abläufe und Prozesse laufend zu verbes-

sern und zu optimieren, damit das Wohl und die Motivation

der Mitarbeitenden steigt, sich die Dienstleistungen

und Produkte laufend verbessern und dass unnötige

Leerläufe vermieden werden. Der KVP ist somit ein aktiver,

ständiger Prozess; er soll sich an den übergeordneten

Leitsätzen des Amtes orientieren.

Wie ist das AUE vorgegangen? Nachdem von Seiten der

Amtsleitung grünes Licht gegeben wurde, bildete sich

eine Arbeitsgruppe mit je einer Vertretung aus den Abteilungen

(beim Gewässerschutz aus den drei Ressorts).

Mit dabei sind Regina Bucher (Lärmschutz), Reto Dolf

(Labor), Heinz Nyfenegger (Abwasser und Oberflächengewässer),

Gerti Engelhardt (Abfall), Dominik Keller

(Koordinationsstelle Umweltschutz), Rosa Gamma (Administration

und Finanzen), Katrin Sutter (Praktikantin),

Robi Neher (Grundwasser und Altlasten), Christian

Mathys (Energie).

Die Arbeitsgruppe hat zusammen mit einer externen

Fachperson das Thema aufgearbeitet, ihre Rolle definiert

und die Abläufe festgelegt. Einmal im Monat findet eine

Besprechung statt. Die Arbeitsgruppe nimmt die Vorschläge

entgegen und prüft, in welcher Form diese umgesetzt

werden können. Je nach dem gelangt sie an die

Geschäftsleitung (GL). Die Mitarbeitenden werden regelmässig

- zum Teil mit Flip-Chart-Aktionen - ermuntert,

Verbesserungsvorschläge einzureichen. In der GL selber

ist der KVP ein ständiges Traktandum geworden.

Bis jetzt sind knapp 50 Vorschläge eingegangen. Darun-

AUE-News Juni 2010 Seite 12

ter fallen einfach und schnell umsetzbare Vorschläge,

wie zum Beispiel die Beschriftung von Sitzungszimmern

für Externe, aber auch komplexere wie das Thema Fehlerkultur.

Auch gibt es einzelne Ideen, die sich bei genauerer

Überprüfung nicht umsetzen lassen.

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage bei den Mitarbeitenden

hat gezeigt, dass sich die Einführung des KVP im

AUE gelohnt hat. Eine grosse Mehrheit unterstützt den

Prozess und sieht ihn als geeignetes Instrument, um im

Amt etwas zu verändern.

Weitere Informationen bei Dominik Keller,

Tel. 061 639 23 20


«Die eine Hälfte für sich, die zweite für den anderen»

Seitenwechsel

Shorinji-Kempo, so heisst das Hobby von Stefan

Muth. Die japanische Kampfkunst ist ausserhalb

Asiens relativ unbekannt, doch der Laborant hat

Shorinji-Kempo für sich entdeckt.

KS. Zum ersten Mal mit Kampfkunst auseinandergesetzt

hat sich Stefan vor sieben Jahren, als er aus dem Tischtennisclub

ausgetreten war. Beim Tischtennis konnte er

nur eine Körperhälfte richtig betätigen und wegen Zeitmangel

das einseitige Training auch in einem Fitnessstudio

nicht ausgleichen. Er informierte sich über Sportarten,

bei denen alle Extremitäten eingesetzt werden und ist .so

auf diverse Kampfsportarten gestossen. Für Shorinji-

Kempo sprach, dass dies die einzige, ihm noch unbekannte

Kampfkunst war. Nach einem gelungene

Schnuppertraining in Reinach besuchte er weitere Trainings.

Mit der Zeit entwickelte sich aus der blossen Begeisterung

eine Leidenschaft und Lebensphilosophie.

«Der Respekt und die Grundphilosophie 'Die Hälfte für

sich, die Hälfte für den anderen' sind eine grosse Bereicherung

für mich.» Man passt sich dem Gegenüber an

und zeigt dessen Schwächen auf, statt sie für sich zu

nutzen. Man wächst mit den Partnern, kann die Schwächen

über die Jahre ausgleichen und sich verbessern.

Stefan trainiert zweimal pro Woche in der Reinacher

Branche. Dazu kommen pro Jahr drei spezielle Schwarzgurttrainings

in Aarau, Neuenburg und Reinach sowie

diverse nationale und internationale Stages, wo man mit

Schülern aus aller Welt trainiert. Wettkämpfe gibt es aber

keine, «diese würden die Philosophie der Kampfkunst

zerstören. Man könnte nicht mehr an einem Partner

wachsen, weil man sein Gegenüber als Feind sehen

müsste.» Durch Wettkämpfe ginge auch die kunterbunte

Durchmischung von älteren und jüngeren Frauen und

Männern verloren, Erlaubt ist beim «Kampf» der sinnvolle

und respektvolle Einsatz der erlernten Techniken;

Machtgetue dagegen ist nicht erwünscht. «Ich störe mich

nicht daran, dass es in diesem Sport keine Wettkämpfe

gibt, da ich nicht das Gefühl habe, mich jemandem beweisen

zu müssen.»

Weiterkommen kann man aber auch in dieser Sportart:

Wer verschiedene Programme in Form einer Prüfung mit

einem Partner besteht, erhält den entsprechenden Gurt.

Insgesamt sind 16 Gurte zu erreichen: Weiss, gelb,

orange, grün, blau, braun. Das sind die so genannten

«Kyu-Grade»; danach folgen zehn schwarze, «Dan-

Grade» genannt. Es gibt Schattenboxtechniken, Schlag-

und Tritttechniken mit dem Partner, Hebel, Würfe und

Festhalter, sowie Freistil mit den erlernten Techniken. Ab

dem grünen Gurt muss man zusätzlich einen philosophischen

Text über ein vorgegebenes Thema verfassen und

erhält dafür ein Diplom. «Die Texte werden sogar ins

Japanische übersetzt und abgelegt.» Stefan hat mittlerweile

den ersten schwarzen Gurt erreicht.

Der «Kampfanzug», der so genannte Dogi, besteht aus

einer Hosen, einem Oberteil und dem erworbenen Gurt.

Ausdrücke wie Zuki (Faustschlag), Geri (Fusstritt), Hiza

geri (Kniestoss) oder randori (lockeres, miteinander

kämpfen) gehören zur Kampfsprache.

AUE-News Juni 2010 Seite 13

Stefan (links) am diesjährigen, internationalen Stage

Was Stefan an diesem Sport besonders fasziniert, ist,

dass er alleine durch Freude am Trainieren weiterkommt

und Fortschritte feststellt, Muskelkraft ist dabei zweitrangig.

«Nach dem Training fühle ich mich körperlich und

geistig fit, Shorinji-Kempo ist Teil meines Lebens geworden.»

Stefan hat durch Shorinji-Kempo viele neue Bekanntschaften

gemacht. «Ich bin an diesem Sport gewachsen

und gereift und er ist für mich der optimale

Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit im Labor des

AUE, die aus Laborarbeiten und administrativen Aufgaben

besteht.

Weitere Informationen bei Stefan Muth,

Tel. 061 639 22 38


Kurz und bündig

Infobrett

Wegen sauberer Luft Gemüse anders düngen

Dank Luftreinhalte-Verordnung hat der Ausstoss von

Schwefel in die Atmosphäre seit den 1980er Jahren um

mehr als 80% abgenommen. Parallel dazu ist auch die

Schwefel-Menge zurückgegangen, die via Niederschläge

in landwirtschaftlich genutzte Flächen gelangt. Experten

der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil

fanden heraus, dass viele Gemüsekulturen an Schwefel-

Mangel leiden, wenn ihnen dieser essentielle Pflanzennährstoff

nicht gezielt bei der Düngung verabreicht wird.

Die Stadt Zürich beschafft nur noch fair hergestellte

Güter

Der Stadtrat von Zürich hat neue Richtlinien für eine

sozial verträgliche Beschaffung definiert. Mit diesen sollen

die soziale Dimension bei der Beschaffung umfassend

geregelt werden. Insbesondere möchte die Stadt

Zürich dazu beitragen, dass keine Produkte eingekauft

werden, die unter bedenklichen sozialen Bedingungen

hergestellt wurden: So will sie zum Einen durchsetzen,

dass die geltenden Arbeitsschutzbedingungen und Arbeitsbedingungen

sowie die Gleichbehandlung von Frau

und Mann eingehalten werden. Zum Anderen haben

Lieferanten von Produkten, die im Ausland hergestellt

werden, mindestens die IAO-Kernarbeitsnormen einzuhalten.

Weiter will die Stadt Zürich soziale Produktionsformen

wie z.B. die Angebote der Arbeitsintegration sowie

Produkte aus dem fairen Handel gezielt fördern.

Materiallager der schweizerischen Gesellschaft: Zuflüsse

und Abflüsse

Das Wachstum des Materiallagers der Gesellschaft

Die menschliche Gesellschaft wächst und damit nimmt

auch die Menge an Material zu, hauptsächlich in Form

von Bauten und Infrastruktur, aber auch von dauerhaften

Gütern wie Maschinen, Fahrzeuge oder Möbel. Das

Materiallager nimmt zulasten der natürlichen Ökosysteme

immer mehr Fläche ein. Umgekehrt stellt es einen Rohstoffvorrat

dar, der bei angemessener Wiederverwertung

unseren Bedarf an zusätzlichen natürlichen Ressourcen

und unsere Einwirkung auf die Umwelt minimieren kann.

Eine Publikation des Bundesamts für Statistik stellt die

AUE-News Juni 2010 Seite 14

ersten detaillierten Schätzungen der jährlichen Veränderung

des Materiallagers der schweizerischen Gesellschaft

für die Jahre 2002 bis 2007 vor.

Schweizer Klimapolitik auf einen Blick

Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat die Schweizer

Klimapolitik reich illustriert und kurz gefasst in einer

20-seitigen Broschüre veröffentlicht. Sie liegt in vier Sprachen

vor und ist für Schulen, Politik und weitere Interessierte

gedacht.

Renaturierung der Schweizer Gewässer: geänderte

Verordnungen in der Anhörung

Fliessgewässer und Seeufer werden wieder naturnäher.

Im Dezember 2009 hatte das Parlament entschieden,

dass Flüsse und Seen revitalisiert werden müssen, und

dass an jenen Flüssen, die für die Stromproduktion genutzt

werden, das Wasser natürlicher fliessen soll. Das

UVEK hat am 26. Mai 2010 die Anhörung zu den entsprechenden

Verordnungsänderungen eröffnet. Damit

startet eine weitere Etappe in diesem für den Zustand der

Schweizer Gewässer entscheidenden Prozess.

Quellen: Diverse Medienmitteilungen

Weitere Informationen bei René Etter, Tel. 061 639 23 24

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