Eigenkapital in Brandenburg Eigenkapital in Brandenburg - MBG

mbg.bb.de

Eigenkapital in Brandenburg Eigenkapital in Brandenburg - MBG

VentureCapital

Magazin

Sonderbeilage

VentureCapital

www.vc-magazin.de

Das Magazin für Investoren und Entrepreneure

Eigenkapital

in Brandenburg

in Kooperation mit:

© SPSG / Foto: Leo Seidel

Private Equity • Buyouts • M&A

Magazin

Special zum Brandenburger Eigenkapitaltag 2011


Organisatoren

Premiumpartner

EXPERIMENTE? NUR IM LABOR!

Für unsere Unternehmensgründung lieber nicht. Da haben wir

auf Wissen, Beratung und das Netzwerk des BPW gesetzt.

Das Gründerteam von Metabolomic Discoveries, BPW-Teilnahme 2009, Unternehmensgründung 2009

Für alle, die ihr eigenes Unternehmen gründen wollen:

Der BPW hilft kostenlos mit Wissen, Beratung, Netzwerk

und einem Wettbewerb. In drei Stufen entwickeln Sie Ihr

Geschäftskonzept und halten zum Abschluss Ihren

eigenen Businessplan in den Händen. Zusätzlich werden

die besten Pläne mit insgesamt 65.000 Euro Preisgeld

prämiert. Starten Sie jetzt!

BPW am Telefon: 0 30/ 21 25 21 21

in Brandenburg: 03 31 / 660 - 22 22

BPW im Netz: www.b-p-w.de

Premiumpartner

in Kooperation mit:

in Brandenburg gefördert durch:

Der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg ist ein erfolgreiches PPP-Projekt, hinter dem ein großes Netzwerk von Partnern steht. Der BPW wird zum Großteil aus privaten Mitteln von Partnern und Eigenmitteln der Organisatoren finanziert.

In Brandenburg wird das Projekt zusätzlich durch das Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg aus den Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.


Grußwort

Nach wie vor ist die Eigenkapitalquote

der kleinen und mittleren

Unternehmen in Ostdeutschland ge -

ring. So hat sich der Mittelstand

bis lang vorwiegend über Kredite

finan ziert. Doch eine geringe Eigenkapitalausstattung

begrenzt auch

den Kreditaufnahmespielraum der

Unternehmen und hemmt die Inves -

titionstätigkeit. Damit werden Produktinnovation

oder Expansion

verhindert und die Wettbewerbs -

fähigkeit beeinträchtigt.

Vor dem Hintergrund dieser Situation

haben wir gemeinsam mit der

Investitionsbank des Landes Brandenburg

(ILB) in den letzten Jahren

begonnen, Eigenkapitalprogramme

im Rahmen von revolvierenden

Fonds für den brandenburgischen

Mit telstand aufzulegen, die inzwischen

gut nachgefragt sind. Revolvie -

rende Fonds werden in den nächs -

ten Jahren angesichts rückläufiger

Fördermittel immer bedeutsamer

werden. So wird der Umfang der zur

Verfügung stehenden EU-Fördermit -

tel in der nächsten Förderperiode

ab 2014 voraussichtlich deutlich

sinken. Dennoch werden wir auch

dann noch – eventuell letztmalig –

EU-Gelder in erheblichem Umfang

zur Verfügung haben. Wir müssen

deshalb die Chance nutzen, durch

einen verstärkten Einsatz revolvierender

Förderinstrumente den Aufbau

eines Kapitalstocks zu beschleu -

nigen, der dem Land Brandenburg

mittel- und langfristig einen eigenständigen

Handlungsspielraum in der

Wirtschaftsförderung erhält.

www.vc-magazin.de

Beteiligungsfinanzierungen sind in

den letzten Jahren ein wichtiger

Baustein der Unternehmensfinanzierung

geworden und müssen es in

Zukunft noch stärker werden. Das

gilt für alle Phasen im Lebenszyk lus

der Unternehmen. Ein besonderer

Fokus der öffentlichen Förderung

liegt dabei auf der Frühphasenfinan -

zierung innovativer Unternehmen,

aber auch in späteren Phasen bestehen

Finanzierungsbedarfe, die

teil weise durch private Geldgeber

nicht gedeckt werden. Ein wichtiges

Instrument im Rahmen der Eigenkapitalfinanzierung

sind dabei mez -

zanine Finanzierungsformen, insbe -

sondere die Vergabe von Nachrang -

darlehen. Ein bedeutender Vorteil

ist, dass Nachrangdarlehen Anteils -

verhältnisse am Gesellschaftskapital

unberührt lassen. Es erfolgt keine

Erweiterung des Gesellschafterkrei -

ses und keine Verwässerung der An -

teile der Altgesellschafter. Dies ist für

unsere brandenburgischen Unterneh

mer, die „Herr im eigenen Haus“

bleiben möchten, von nicht zu unter -

schätzender Bedeutung. Da Nachrangdarlehen

wirtschaftlich als Eigen -

kapital gelten, kann das Unternehmen

aber auch von positiven Effekten

auf Bonität und Rating profitieren.

Mit dem BFB Frühphasenfonds

und dem Brandenburgkredit Mezzanine

bieten wir gemeinsam mit

der ILB zurzeit zwei Nachrangdarlehensprodukte

an, die sich sowohl

an Start-ups (Frühphasenfonds)

als auch an Bestandsunternehmen

(BK Mezzanine) wenden.

Ralf Christoffers

Um diese Ziele zu erreichen, wird

das Ministerium für Wirtschaft und

Europaangelegenheiten auch weiterhin

auf eine gute Zusammenarbeit

mit der ILB, aber auch mit

der Mittelständischen Beteiligungs -

gesellschaft setzen. Die Mittelständische

Beteiligungsgesellschaft Ber -

lin-Brandenburg vergibt offene und

stille Beteiligungen im kleinvolumigen

Bereich und ist deshalb seit

vielen Jahren ein wichtiger Partner

für die Unternehmen. Der Brandenburger

Eigenkapitaltag, den die ILB

in diesem Jahr zum ersten Mal veranstaltet,

kann einen wichtigen

Beitrag dazu leisten, das Thema

Eigenkapitalfinanzierung noch stär -

ker in das öffentliche Bewusstsein

zu rücken. Ich lade Sie deshalb

herzlich ein, die Angebote dieser

Veranstaltung zu nutzen und wünsche

Ihnen allen einen erfolgreichen

Tag.

Ralf Christoffers

Minister für Wirtschaft und

Europaangelegenheiten

des Landes Brandenburg

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg“ 3

Grußwort


Inhalt/Impressum

3 Grußwort

Ralf Christoffers, Minister

für Wirtschaft und Europa -

angelegenheiten des Landes

Brandenburg

Brandenburger

Eigenkapitaltag

6 Konferenzprogramm

Standort

8 Brandenburg setzt Akzente

Gute Chancen für Investoren

und Unternehmer gerade

bei Biotechnologie, Medien,

IT und Cleantech

12 „Unser Ziel ist, mehr

Eigenkapital anzubieten“

Interview mit Tillmann Sten -

ger, Mitglied des Vorstands,

ILB, und Olav Wilms, Bereichsleiter

Beteiligungsma -

nagement, ILB

14 Erfolg made in

Brandenburg

Das Bundesland punktet

bei Innovation, Forschung

und Clustern

Dr. Steffen Kammradt, ZukunftsAgentur

Brandenburg

16 Standpunkte

Prof. Dr. Detlev Hummel,

Universität Potsdam

Dietmar Thiele, Network

Corporate Finance

Ulf Pommerening,

EBS Technologies

8 Brandenburg setzt Akzente

Praxis

Gute Chancen für Inves -

toren und Unternehmer

Brandenburg bietet viele Vorteile für

junge, innovative Unternehmen. Die

wesentlichen Institutionen zur Innovationsfinanzierung

haben in der

Landeshauptstadt Potsdam ihren

Standort. Das Förder- und Finanzierungsumfeld

ist intakt. Und obwohl

der „Magnet“ Berlin viel Interesse

auf sich zieht, lockt Brandenburg

auch mit eigenen Pluspunkten.

18 Synergien und

Coaching nutzen

Technologiezentren als

Chance für Start-up-

Unternehmen

Dr. Udo Rettweiler,

Technologiezentrum Teltow

19 Gründungsmotivation

verstehen

Sechs Typen des univer -

sitätsnahen Technologiegründers

Dr. Enrico Sass,

Potsdam Transfer

12 „Unser Ziel ist, mehr

Eigenkapital anzubieten“

Interview mit Tillmann

Stenger und Olav Wilms, ILB

Fördermittel werden in Zukunft an

Bedeutung verlieren – die Investi -

tionsbank des Landes Brandenburg

(ILB) hat sich mit einer Reihe Eigenkapitalfonds

darauf bereits eingestellt.

Für die nächsten Jahre sind

weitere Fonds geplant, verraten Vorstandsmitglied

Tillmann Stenger

und der Leiter des Beteiligungsgeschäfts

Olav Wilms im Interview.

20 Aus Ideen werden Pläne

Der Businessplan-Wettbewerb

Berlin-Brandenburg

begleitet Gründer auf dem

Weg zum Erfolg

22 Lebenswelten 2020

Geschäftsmodelle, Produk te

und Kundenwünsche der

Zukunft

Sven Gábor Jánszky, 2b

AHEAD ThinkTank

24 „Die Zusammenarbeit zwischen

Business Angel und

Gründer sollte auf Augenhöhe

erfolgen“

Interview mit Bernhard

Böhm, Geschäftsführender

Vorstand, Business Angels

Club Berlin-Brandenburg e.V.

Eigenkapitalprodukte der ILB sind zu

75% aus Mitteln des Europäischen Fonds

für regionale Entwicklung (EFRE) und

zu 25% aus Mitteln des Landes Brandenburg

finanziert.“

4 Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg

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Fallstudien

25 Bilder erzählen

eine Geschichte

45info GmbH: Vertonung

mit wenigen Clicks

26 Rote Entwicklung

auf dem Sprung

Signature Diagnostics AG:

Ehrgeizige Wachstumsziele

28 Kleiner Hebel mit

großer Wirkung

Finow Automotive GmbH:

Wachstum dank Venture

Capital

29 Mehrere Fliegen

mit einer Klappe

Ruppiner Papier- und Folienwerke

GmbH: Mehr Freiraum

durch Mezzanine

Service

30 Finanzierungsangebote

der Investitionsbank des

Landes Brandenburg

VentureCapital

Magazin

Eigenkapital in Brandenburg“ –

Special des Venture Capital Magazins

Im -

pressum

12. Jg. 2011

Verlag: GoingPublic Media AG, Hofmannstr. 7a, 81379 München,

Tel.: 089-2000339-0, Fax: 089-2000339-39, E-Mail: info@goingpublic.de,

Internet: www.vc-magazin.de, www.goingpublic.de

Redaktion: Susanne Gläser, Torsten Paßmann (Redaktionsleiter),

Mathias Renz (Objektleiter)

Mitarbeit an dieser Ausgabe: Bernd Frank, Holger Garbs, Dajana Hent -

schel, Prof. Dr. Detlev Hummel, Sven Gábor Jánszky, Dr. Steffen Kamm -

radt, Rebecca Padberg, Ulf Pommerening, Lars Radau, Dr. Enrico Sass,

Dietmar Thiele

Lektorat: Sabine Klug, Magdalena Lammel

Gestaltung: Holger Aderhold

Titelbild: AA+W/Fotolia, Archiv, Marion Schmieding

u. Alexander Obst/Berliner Flughäfen, ILB

Druck: Joh. Walch GmbH & Co. KG, Augsburg

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg“ 5

Frühphasenfonds

Brandenburg

Eigenkapital für

junge Unternehmen

in Brandenburg

Wir finanzieren innovative Unternehmen

mit bis zu 1 Mio. €, die im Land Brandenburg

zuhause sind oder ihre unternehmerische

Zukunft dort aufbauen wollen.

Wir freuen uns auf spannende Projekte

und potenzielle Co-Investoren für

Brandenburg. Sprechen Sie uns an!

Kontakt:

bmp Aktiengesellschaft

Büro Potsdam

Steinstraße 104 –106

14480 Potsdam

Telefon: 0331 / 660 42 43

Fax: 0331 / 660 32 45

fruehphasenfonds@bmp.com

www.fruehphasenfonds-brandenburg.de

Büro Berlin

Schlüterstr. 38

10629 Berlin

Telefon: 030 / 20 30 50

Fax: 030 / 20 30 55 55

Der Frühphasenfonds ist eine Initiative des Ministeriums für Wirtschaft und Europa-

angelegenheiten des Landes Brandenburg und der InvestitionsBank des Landes

Brandenburg. Die Fondsmittel werden zu 75 % aus dem Europäischen Fonds für

Regionale Entwicklung (EFRE) und zu 25 % aus Haushaltsmitteln des Landes Branden-

burg bereitgestellt.


Brandenburger Eigenkapitaltag

1. Brandenburger Eigenkapitaltag

am 2. November 2011

Programm

09.30 Uhr

Eintreffen der Teilnehmer

10.00 Uhr Begrüßung

Tillmann Stenger,

Mitglied des Vorstandes der ILB

10.10 Uhr Eröffnungsvortrag

„Die Zukunft der Eigenkapital -

finanzierung in Brandenburg

Ralf Christoffers, Minister für Wirtschaft

und Europaangelegenheiten

des Landes Brandenburg

10.30 Uhr Kurzvortrag

Eigenkapitalmarkt in

Brandenburg

Olav Wilms, Bereichsleiter

Be teiligungsmanagement (ILB) und

Geschäftsführer BC Brandenburg

Capital GmbH

10.40 Uhr Kaffeepause

10.55 Uhr Panel I und Panel II

finden zeitgleich statt.

(siehe Spalten rechts)

12.00 Uhr Impulsvortrag

„Megatrends und Implikationen

für Unternehmen“

Sven Gábor Jánszky, Trendforscher

und Leiter 2b AHEAD ThinkTank AG

13.00 Uhr

get together/Mittagessen

10.55 Uhr

Panel I Venture Capital

Chancen nutzen mit

Venture Capital

Erfahrungsberichte

Anforderungen im aktuellen

Marktumfeld

Moderation

Mathias Renz

Leiter Business Development

GoingPublic Media AG

Teilnehmer

Thomas Krause

Beteiligungsmanagement (ILB)

Prokurist BC Brandenburg

Capital GmbH

Oliver Borrmann

Vorstand bmp media investors AG

Dr. Rouven Westphal

CFO & Partner HassoPlattner-

Venture Management GmbH

Cüneyt Göktekin

Geschäftsführer beyo GmbH

Ulf Pommerening

Geschäftsführer EBS

Technologies GmbH

Carsten Gersdorf

Geschäftsführer BestSearch

Media GmbH

Hanno Hepke

Executive Director Ernst & Young

Corporate Finance Beratung GmbH

Thomas Schröter

Geschäftsführer eventurecat GmbH

Corporate Finance Advisors

10.55 Uhr

Panel II Alternative Finanzierungsansätze

für KMU

Eigenkapital und eigenkapital -

nahe Finanzierungen als Baustein

der Finanzierungsstrategie von

KMU

Moderation

Prof. Dr. sc. Detlev Hummel

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche

Fakultät Universität

Potsdam

Teilnehmer

Michael Tönes

Referatsleiter

Beteiligungsmanagement (ILB)

Geschäftsführer BC Brandenburg

Capital GmbH

Dr. Miloš Stefanovic

Geschäftsführer Mittelständische

Beteiligungsgesellschaft

Berlin Brandenburg GmbH

Andreas Schulz

stv. Vorstandsmitglied Mittelbrandenburgische

Sparkasse

Potsdam

Volker Jung

Geschäftsführer Ruppiner

Papier- und Folienwerke GmbH

Patrick von Hertzberg

Geschäftsführer Finow

Automotive GmbH

Wolfgang Jahn

Geschäftsführer PC-Soft GmbH

Dietmar Thiele

Managing Partner Network Corporate

Finance GmbH & Co. KG

Rainer Kiekbusch

Partner AIOS GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

6 Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg

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Veranstaltungsort

Anfahrt:

Die Parkplatzkapazitäten auf dem Gelände vor der ILB sind

begrenzt.

Wir empfehlen Ihnen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Kontakt:

ILB

Steinstraße 104–106

14480 Potsdam

www.ilb.de

Beteiligungsmanagement

Telefon: 0331 660-1698

Telefax: 0331 660-1234

eigenkapitaltag@ilb.de

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Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg“ 7

Brandenburger Eigenkapitaltag


Standort

Brandenburg setzt Akzente

Gute Chancen für Investoren und Unternehmer

gerade bei Biotechnologie, Medien, IT und Cleantech

Brandenburg bietet viele Vorteile für junge, innovative

Unternehmen, auch wenn es zu den strukturschwä -

cheren Bundesländern gehört. Die wesentlichen Insti -

tu tionen zur Innovationsfinanzierung haben in der Landeshauptstadt

Potsdam ihren Standort. Das Förder- und

Finanzierungsumfeld ist intakt. Die Nähe Berlins macht

auch das Umland attraktiv für Firmenansiedlungen. Und

obwohl der „Magnet“ Berlin viel Interesse auf sich zieht,

lockt Brandenburg auch mit den eigenen Pluspunkten.

Kapital für die frühe Phase

Innovationen sind Triebfedern für Wachstum und die

Weiterentwicklung zukunftsträchtiger Unternehmen

und Branchen. Die eigenen finanziellen Mittel reichen

bei vielen Firmen für Investitionen in neue Produkte

und Verfahren in der Regel nicht aus. Deshalb ist es

wichtig, dass auch in Brandenburg genügend Kapital –

Fremd- und insbesondere Eigenkapital – zur Verfügung

steht. Die Finanzierungsszene ist im Bundesland

nicht so stark wie in einigen strukturstärkeren Regionen

Deutschlands, aber es tut sich mehr, als manche

vielleicht denken. Es gibt eine Menge Institutionen, die

entweder direkt finanzielle Fördermittel für innovative

Firmen bereitstellen oder die mit ihren Kontaktnetzwerken

jungen Unternehmern helfen, entsprechende

Finanzierungen zu erhalten. Das fängt an bei der Inves -

titionsbank des Landes Brandenburg (ILB), die von

2009 bis Mitte 2011 allein im Rahmen der Technologieförderung

(inkl. Luftfahrtforschung) 159 Mio. EUR

Fördermittel für Unternehmen und Forschungsinsti -

tute in Brandenburg zugesagt hat. Und das Spektrum

reicht über die Unternehmensbeteiligungsgesellschaft

der Sparkassen des Landes Brandenburg (S-UBG) bis

hin zu privaten Investoren wie den Seed- und Start-up-

Finanzierer Hasso Plattner Ventures. Zudem sind auch

hier der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und der von

der KfW verwaltete ERP-Startfonds aktiv.

Viel Unterstützung für Hightech

Insgesamt hat Brandenburg in den letzten sechs bis

acht Jahren deutlich aufgeholt bei der Förderung und

Finanzierung von Innovationen. Dazu haben viele Ins -

titutionen und Plattformen beigetragen, die Liste ist

umfangreich: die gemeinsame Innovationsstrategie der

Investitionen in Brandenburg 2010, nach

Unternehmensphasen (in Mio. EUR)

Quelle: BVK

8 Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg

www.vc-magazin.de

74,9

12,1

8,3

Venture Capital (Seed, Start-up, Later Stage)

Wachstumskapital Buyouts


Länder Berlin und Brandenburg (innoBB) mit dem Ziel

der Clusterbildung in mehreren Bereichen; eine gemeinsame

IT-Standortstrategie; die Go:Incubator GmbH;

die Technologie- und Gründerzentren im Land Brandenburg

e.V.; die Medienboard Berlin-Brandenburg

GmbH; IQ Brandenburg – Netzwerk der Technologietransferstellen;

der Businessplan-Wettbewerb Berlin-

Brandenburg; das Gründungsnetz Brandenburg und

nicht zuletzt die Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB).

Das Bundesland ist als Standort insbesondere in den

Branchen Informations- und Kommunikationstechnologie

(IKT), Medien, Biotech, Medtech, Cleantech und

Verkehrstechnik stark vertreten.

Anschlussfinanzierung schwieriger

„Die Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für die

sehr frühe Unternehmensphase sind breit gestreut und

von öffentlicher Seite her vorhanden“, sagt Oliver

Borrmann, Geschäftsführer der

bmp Beteiligungsmanagement AG,

die Venture Capital-Fonds und Pri -

vate Equity-Dachfonds für Dritte

verwaltet. Bmp erhielt im Jahr 2010

den Zuschlag für das Management

des BFB-Frühphasenfonds

(Volumen 20 Mio. EUR). Dieser investiert

in innovative Technolo-

Oliver Borrmann, bmp

Beteiligungsmanagement

giefirmen, die jünger als sechs

Jahre sind. In eineinhalb Jahren

wurden neun Investments in Bran -

denburg getätigt. Bmp ist in Berlin ansässig und kennt

die Szene in Brandenburg gut. Aus Borrmanns Sicht hat

hier die Frühphasenfinan zierung zwei unterschiedliche

Seiten, ähnlich wie dies in Deutschland insgesamt ist.

Staatliche und halbstaatliche Förderinitiativen decken

die ersten Finanzierungen – vor und nach der Gründung

inzwischen recht gut ab, während sich pri vate

Investoren stark zurückhalten.

www.vc-magazin.de

Banken sind vorsichtig

Im Anschluss, wenn die Firmen aus der sehr frühen

Phase herauswachsen, werden laut Borrmann die Finan -

zierungen deutlich schwieriger, da es nicht genügend

privates Wagniskapital gibt und die Banken mit ihrem

Fremdkapital in der Regel sehr zurückhaltend sind. Sie

verlangen Sicherheiten bzw. die Fähigkeit zur kontinuierlichen

Tilgung. Dieses Zurückhaltung beobachtet

auch Peter Klinkenberg, stellvertretendes Vorstandsmitglied

der Sparkasse Uckermark,

eine der Gesellschafterinnen der

Bran denburger S-UBG: „Oft besteht

in der Bankenlandschaft nur

eine geringe Bereitschaft, junge innova

tive Unternehmen mit Hausbankmitteln

zu begleiten.“ Zu

groß sei die Unsicherheit gegenüber

den oft wenig bekannten Fir -

men, ihren Führungskräften und

deren meist komplizierten Produk

ten. Venture Capital als Alter-

Peter Klinkenberg,

Sparkasse Uckermark

native sei erst langsam auf dem Vormarsch. „Beteiligungskapital

stellt bislang nur einen kleinen Anteil an

einer Gesamtfinanzierung dar“, berichtet Klinkenberg.

Guter Dealflow

Mit der Venture Capital-Gesellschaft Hasso Plattner

Ventures, die mit dem Hasso-Plattner-Institut verbunden

ist, sitzt in Potsdam einer der führenden privaten

Frühphasenfinanzierer im Bereich Software/IT. Deren

Geschäftsführer Eran Davidson bezeichnet Berlin-

Brandenburg zusammengenommen im Bereich Software/IT

als beste Region in Europa für Innovationen,

junge Unternehmen und auch für Investoren, die entsprechende

Beteiligungschancen suchen. Der Dealflow

im Bereich Hardware, Software, Internet etc. sei

sehr gut. „Bei uns fragen jede Woche im Durchschnitt

etwa zehn junge Unternehmen an“, sagt Davidson und

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg“ 9


Foto: Marion Schmieding, Alexander Obst/Berliner Flughäfen

Standort


Standort

fügt hinzu: „Die Qualität der Firmen

hat zugenommen, es gibt einen

harten Wettbewerb, das war

vor sechs Jahren noch ganz anders.“

Im laufenden Jahr sei die

Nach frage nach Finanzierungen

höher als 2010, da viele Firmen ei -

ne Internationalisierung anstrebten

und dafür oft mehr Geld benötigten

als zunächst gedacht.

Im aktu ellen Fonds hat Hasso

Plattner Ventures drei Unter neh -

men aus Brandenburg im Portfolio, die alle im Potsdamer

Hightech Park angesiedelt sind.

ILB: Umfangreiches Angebot

Eine wichtige Säule im Finanzierungsgeschäft vor Ort

ist die ILB mit der inzwischen eingegliederten Beteiligungs

gesellschaft BC Brandenburg Capital, die allein

sechs Venture Capital-Fonds managt.

Die Nachfrage gerade technologie

orientierter Unterneh men

nach Venture Capital sei unver än -

dert hoch, bestätigt Michael Tönes,

Referatsleiter Beteiligungs ma nage -

ment der ILB. „Wir haben vor dem

Hintergrund der Wissenschaftsland -

schaft einen recht stabilen Dealflow;

allerdings ist es inzwischen

Michael Tönes,

ILB

Eran Davidson,

Hasso Plattner Ventures

nicht gerade einfacher ge worden,

größere Finanzierungsrunden zu

strukturieren“, fügt Tönes hinzu.

Dies betreffe insbesondere kapitalintensive Projekte

wie z.B. solche im Life Sciences-Bereich. Das aktuelle

Angebot der ILB umfasst neben dem BFB Frühphasenfonds

auch den BFB Wachstumsfonds (30 Mio. EUR, bisher

17 Beteiligungen), den Brandenburg-Kredit Mezzanine-Fonds

(20 Mio. EUR, bisher zwei Firmenfinanzierungen)

sowie den Risikokapitalfonds der Sparkassen

des Landes (5,1 Mio. EUR, bisher 16 Beteiligungen).

MBG Brandenburg mit stabilem Geschäft

Ein anderer breiter, auch für den Mittelstand aufgestell -

ter Kapitalgeber ist die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft

Berlin-Brandenburg (MBG), die mit der

Landesbürgschaftsbank zusammenarbeitet. „Wir hatten

2010 ein hohes Finanzierungsvolumen, eine Verdoppelung

gegenüber 2009, und in diesem Jahr wollen wir

unser Geschäft auf dem hohen Niveau stabilisieren“,

sagt MBG-Geschäftsführer Dr. Milos

Stefanovic. Am gefragtesten

seien, wie in anderen Jahren

auch, Wachstumsfinanzierungen,

insbesondere für Investitionen –

während Betriebsmittel oft über

Bankkredite finanziert würden.

Zudem gehört die eigenkapitalnahe

Finanzierung von Existenz-

gründungen sowie von Nachfolgeregelungen

zum Programm der

MBG. Für Investitionen gibt es

Dr. Milos Stefanovic,

MBG

das „Kombi-Produkt“ mit stiller Beteiligung und verbürgtem

Kredit der Bürgschaftsbank. „Bei innovativen

Technologiefirmen versuchen wir immer eine Kombination

von stiller Beteiligung und – zu einem kleineren

Teil – offener Beteiligung“, erklärt Stefanovic. Im

ersten Halbjahr beliefen sich die Seed- und Start-up-

Finanzierungen insgesamt auf 3,2 Mio. EUR. Im Gesamtjahr

2010 waren 4,7 Mio. EUR ausgereicht worden.

Ausblick

Brandenburg hat in der Finanzierung innovativer Ideen

ein gut gespanntes Netz an Förderinstituten, allerdings

gibt es wenige private Kapitalgeber – insbesondere

bei größeren Anschlussfinanzierungen hapert es. In -

vestoren schauen sich häufig den Raum Berlin-Brandenburg

insgesamt an. Brandenburg ist immerhin

„Europäische Unternehmerregion 2011“: Die von der

EU zugesprochene Auszeichnung würdigt gezielte wirt -

schafts- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zur

Förderung des Unternehmertums. Noch nicht maßgeblich

durchgeschlagen hat die Lage an den Finanzmärkten,

sie wird aber durchaus kritisch gesehen.

Eine gewisse Unsicherheit sei schon zu spüren, bei

Unternehmen wie bei Investoren, heißt es von verschiedenen

Seiten. Sowohl bei geplanten Investi -

tionsprojekten als auch bei der Strukturierung neuer

Finanzierungsrunden gehe man insgesamt schon etwas

vorsichtiger vor.

Bernd Frank

redaktion@vc-magazin.de

10 Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg

www.vc-magazin.de


Venture Capital-Investitionen in Brandenburg 2010/2011

Jahr Unternehmen Branche Beteiligungsgesellschaften Anlass

2010 asgoodas.nu GmbH (wirkaufens.de),

Frankfurt (Oder)

E-Commerce/An- und Verkauf Team Europe Ventures, Privatinvestoren Start-up

2010 BestSearch Media GmbH, Potsdam Software/Suchmaschine bmp/BFB Frühphasenfonds Brandenburg Start-up

2010 beyo GmbH, Potsdam Software/kamerabasierte

BFB Wachstumsfonds Brandenburg GmbH, Start-up

Informationstechnologie

S-UBG

2010 castaclip GmbH, Potsdam Internet/B2B-Medienplattform bmp/BFB Frühphasenfonds Brandenburg Start-up

2010 CryLaS Crystal Laser Systems GmbH, Lasertechnologie SHS Beteiligungsgesellschaft, BFB Wachstum

Berlin/Wildau

Wachstumsfonds Brandenburg GmbH

2010 EBS Technologies GmbH, Kleinmachnow Medizintechnik Earlybird Venture Capital, BC Brandenburg

Capital, High-Tech Gründerfonds

Start-up

2010 Epionics Medical GmbH, Potsdam Medizintechnik SHS Beteiligungsgesellschaft, BFB

Wachstumsfonds Brandenburg GmbH

Seed

2010 Gilupi GmbH, Potsdam Diagnostik Aurelia Private Equity, High-Tech Gründerfonds,

KfW/ERP-Startfonds, BFB

Wachstumsfonds Brandenburg GmbH

Start-up

2010 Humedics GmbH, Großbeeren Medizintechnik/Analyse High-Tech Gründerfonds Seed

2010 komoot GmbH, Potsdam Software/Navigation bmp/BFB Frühphasenfonds Brandenburg Seed

2010 Medimatik GmbH, Potsdam Medizintechnik Business Angels, BFB Wachstumsfonds

Brandenburg GmbH

Start-up

2010 Metabolic Discoveries GmbH, Potsdam Biotechnologie/Analyse bmp/BFB Frühphasenfonds Brandenburg Start-up

2010 OD-OS GmbH, Teltow Medizintechnik MIG, IBG Beteiligungsgesellschaft mbH,

BFB Wachstumsfonds Brandenburg GmbH

Start-up

2010 Revotar Biopharmaceuticals GmbH, Biotechnologie bmp AG, IBG Beteiligungsgesellschaft Start-Up

Hennigsdorf

mbH, S-UBG, BFB Wachstumsfonds

Brandenburg GmbH

2010 Signature Diagnostics GmbH, Potsdam Diagnostik MAK Capital, EVP Capital Management

AG, IBG Beteiligungsgesellschaft mbH,

KfW/ERP-Startfonds, BFB Wachstumsfonds

Brandenburg GmbH

Start-up

2010 vis-á-pix GmbH, Potsdam Software/In-Store Marktforschung Munich Venture Partners, BFB Wachstumsfonds

Brandenburg GmbH

Wachstum

2010 Work-Life-Management GmbH, Potsdam Unternehmensberatung bmp/BFB Frühphasenfonds Brandenburg Start-up

2010 45info GmbH, Potsdam Internet/Multimedia bmp/BFB Frühphasenfonds Brandenburg Seed

2011 asgoodas.nu GmbH (wirkaufens.de),

Frankfurt (Oder)

E-Commerce/An- und Verkauf Ventech Start-up

2011 exCentos GmbH, Potsdam Software/Online-Produktberatung Business Angels, High-Tech Gründerfonds,

BFB Wachstumsfonds Brandenburg GmbH

Wachstum

2011 Flightright GmbH, Hennigsdorf Internet-Portal/Fluggastrechte bmp/BFB Frühphasenfonds Brandenburg,

DG Holding

Start-up

2011 Fludicon GmbH, Hennigsdorf/Darmstadt Industrie/Dämpfertechnologie Munich Venture Partners, LBBW Venture

Capital GmbH, Aeris Capital, BFB Wachstumsfonds

Brandenburg GmbH

Wachstum

2011 Fiagon GmbH, Berlin/Hennigsdorf Medizintechnik V+ Beteiligungs GmbH, High-Tech Gründer -

fonds, BFB Wachstumsfonds Brandenburg

GmbH

Start-up

2011 HIT Labs GmbH, Potsdam Software/Bildanalyse bmp/BFB Frühphasenfonds Brandenburg Start-up

2011 Inchron GmbH, Potsdam Software/Automotive Hasso Plattner Ventures, KfW/ERP-Startfonds

Start-up

2011 Medimatik GmbH, Potsdam Medizintechnik Business Angels, BFB Wachstumsfonds

Brandenburg GmbH

Start-up

2011 Pentracor GmbH, Hennigsdorf Medizintechnik High-Tech Gründerfonds, Business Angels,

BFB Wachstumsfonds Brandenburg GmbH

Seed

2011 Revotar Biopharmaceuticals GmbH, Biotechnologie bmp AG,

Start-up

Hennigsdorf

BFB Wachstumsfonds Brandenburg GmbH

2011 yourTime Solutions GmbH, Potsdam Software/Zeit- und E-Mail-Management High-Tech Gründerfonds Seed

Quelle: eigene Recherche/BVK, kein Anspruch auf Vollständigkeit

www.vc-magazin.de

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg“ 11

Standort


Standort

12

„Unser Ziel ist, mehr

Eigenkapital anzubieten“

Interview mit Tillmann Stenger, Mitglied des Vorstandes, ILB,

und Olav Wilms, Bereichsleiter Beteiligungsmanagement, ILB

In den vergangenen Jahren sprach vor allem eine Vielfalt

von Fördermitteln für den Unternehmensstandort Brandenburg.

Diese Mittel werden in Zukunft jedoch zurückgehen

– die Investitionsbank des Landes Brandenburg

(ILB) hat sich darauf bereits eingestellt. Mit einer Reihe

Eigenkapitalfonds unterstützt sie Unternehmen seit Jahren

über Zuschüsse und Darlehen hinaus. Für die nächsten

Jahre sind weitere Fonds geplant, verraten Vorstandsmitglied

Tillmann Stenger und der Leiter des Beteiligungs -

geschäfts Olav Wilms im Interview.

VC Magazin: Brandenburg wurde zuletzt als „Euro -

päische Unternehmerregion 2011“ und von der Euro -

päischen Kommission als „Exzellenz-Region“ ausgezeich -

net. Gleichzeitig gibt es große Unterschiede, was die

wirtschaftliche Dynamik der einzelnen Gebiete innerhalb

des Bundeslands angeht. Wo liegen die Stärken der

Region? In welchen Punkten sehen Sie Förderbedarf?

Stenger: In den vergangenen 20 Jahren wurden hierzulande

sehr gute Arbeits-, aber auch Lebensbedingungen

geschaffen. Brandenburg weist inzwischen eine sehr

gut ausgebaute, wirtschaftsnahe Infrastruktur und eine

breit aufgestellte Forschungslandschaft auf, z.B. an den

Standorten Potsdam, Wildau, Frankfurt an der Oder

und Cottbus. Viele Technologiezentren sorgen für den

Wissenstransfer. Natürlich ist das Bundesland nicht an

allen Standorten gleich stark, die wirtschaftliche Aktivität

ist regional noch recht unterschiedlich ausgeprägt.

Das Land reagiert darauf u.a. durch die Etablierung sogenannter

regionaler Wachstumskerne und Industriecluster,

die man schwerpunktmäßig fördern möchte.

Wilms: Im Bereich Venture Capital ist ebenfalls bereits

ein starkes Umfeld entstanden. Aufgrund rückläufiger

Fördermittel wird die Bedeutung von Eigenkapital und

eigenkapitalnahen Finanzierungen weiter steigen –

dieser Situation wollen wir uns stellen und unser Angebot

sowohl im Venture Capital-Bereich als auch für

etablierte mittelständische Unternehmen ausbauen.

VC Magazin: Das Förderangebot der ILB für Unternehmen

reicht von Darlehen und Zuschüssen bis zu Beteiligungskapital.

Welche Förderinstrumente werden derzeit

am häufigsten nachgefragt?

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg

Tillmann Stenger

Olav Wilms

Stenger: Es besteht nach wie vor eine sehr hohe Nachfrage

nach Zuschüssen. Aber auch zinsgünstige Darlehensprogramme

sind bei Brandenburger Unternehmen

sehr beliebt, hier haben wir aus Eigenmitteln die Produktreihe

Brandenburg-Kredit aufgelegt. Die ILB hat bis

heute Fördermittel in einem Volumen von insgesamt

30 Mrd. EUR ausgereicht – und damit Investitionen in

Höhe von 70 Mrd. EUR angeschoben. Heute überlegen

wir genau, in welchen Bereichen Förderung noch notwendig

und sinnvoll ist und welche Bereiche der private

Kapital- und Bankensektor übernehmen kann. Wir konzentrieren

uns z.B. auf die Ansiedlung von Unternehmen

in Brandenburg und eine Basisförderung im Bereich

kleiner und mittlerer Unternehmen.

Wilms: Sehr gute Resonanz zeigen unsere Eigenkapitalfonds,

der BFB Wachstumsfonds Brandenburg und

der BFB Frühphasenfonds Brandenburg. Wir verzeichnen

Anfragen im dreistelligen Bereich – für ein Flächen -

land wie Brandenburg ist das hervorragend. Auch mit

der Qualität der Anfragen sind wir zufrieden – wir sehen

viele interessante Projekte.

VC Magazin: Im Bereich Eigenkapital hat sich die ILB

in den vergangenen Monaten neu aufgestellt. Wie wollen

Sie Ihr Angebot zukünftig ausrichten?

www.vc-magazin.de


Stenger: Wir haben im vergangenen Jahr das Beteiligungsgeschäft

der Tochter BC Brandenburg Capital in

die ILB integriert. Das hat sich gelohnt: Wir haben jetzt

alle Eigenkapitalprodukte in einem Bereich gebündelt

und uns damit effizienter aufgestellt.

Wilms: Mit dem Brandenburg-Kredit Mezzanine und

dem BFB Frühphasenfonds Brandenburg haben wir

außerdem zwei weitere Produkte in diesem Bereich geschaffen.

Und wir planen eine weitere Vergrößerung

der Palette: Wir arbeiten gerade an der Konzeption

neuer Beteiligungsfonds, für die wir EU-Mittel einwerben

wollen, die in den kommenden Jahren ausgereicht

werden. Insgesamt wollen wir ein Volumen von 50 bis

100 Mio. EUR erreichen. Auch die Etablierung von

Fonds ohne EU-Mittel als Refinanzierungsquelle ist Bestandteil

unseres Planungsprozesses, um Angebotslü -

cken zielgerichtet schließen zu können.

VC Magazin: Vier Ihrer Eigenkapitalfonds befinden sich

bereits in der Desinvestitionsphase. Welche Performance

haben die Fonds bislang erzielt?

Wilms: Bei den klassischen Venture-orientierten Fonds

werden die Desinvestitionsphasen teilweise noch bis

2014 laufen. Aus heutiger Sicht lässt sich jedoch bereits

sagen, dass wir mit einer durchaus Venture Fonds-gerechten

Rendite rechnen können. Bei den wirtschaftsfördernden

Fonds, deren Ziel es ist, Impulse für die

Wirtschaft zu setzen, muss die Performance auch unter

dem Aspekt betrachtet werden. Auch hier ziehen wir

bislang eine positive Bilanz.

VC Magazin: Junge Unternehmen klagen hierzulande

über die mangelnde Verfügbarkeit von Venture Capital.

Welche Rolle können Förderbanken spielen, um die

Situation zu verbessern?

Wilms: Gerade in sehr frühen Phasen sind Förderbanken

und die öffentliche Hand an sich gefragt, weil hier

private Investoren vergleichsweise wenig investieren.

Ziel ist es, Unternehmen durch die erste Entwicklungsphase

zu begleiten, um sie fit zu machen für eine breitere

Investorenbasis. Wir können außerdem den Zugang

der Unternehmen zu Venture Capital-Gesellschaften

erleichtern, weil wir über Jahre hinweg ein stabiles

Netzwerk in der Branche aufgebaut haben.

Stenger: Durch unser Koinvestmentmodell holen wir pri -

vates Kapital nach Brandenburg, das sonst seinen Weg

vielleicht nicht gefunden hätte. Beispielsweise konnten

www.vc-magazin.de

wir mit jedem Euro, den unser Wachstumsfonds ausgereicht

hat, 2 EUR Kapital von Koinvestoren einwerben.

VC Magazin: Zahlreiche Unternehmen stehen in den

kommenden Monaten und Jahren vor der Herausforderung,

ihr Mezzanine-Kapital zu refinanzieren. Verzeich -

nen Sie hier bereits eine erhöhte Nachfrage?

Stenger: Nein. Ins Land Brandenburg dürften unserer

Schätzung nach 80 bis 100 Mio. EUR aus den standar -

disierten Mezzanine-Programmen der Vergangenheit

geflossen sein. Das Volumen ist hierzulande also deutlich

geringer, als bundesweite Studien suggerieren.

Nichts destotrotz ist Nachrangkapital auch für Unternehmen

in Brandenburg ein sehr wichtiger Bestandteil

der Unternehmensfinanzierung. Mit unseren Mezzanine-

Produkten legen wir allerdings den Schwerpunkt auf

Wachstums- und Expansionsfinanzierungen.

VC Magazin: Zum ersten Mal lädt die ILB im kommenden

November zu einem Brandenburger Eigenkapitaltag.

Was hat Sie dazu veranlasst, eine solche Veranstaltung

ins Leben zu rufen? Mit welchen Wünschen und

Erwartungen blicken Sie der Veranstaltung entgegen?

Stenger: Ziel der ILB ist es, in Zukunft vor dem Hintergrund

rückläufiger Fördermittel verstärkt Darlehen und

insbesondere auch mehr Eigenkapital und eigenkapi tal -

nahe Finanzierungsprodukte anzubieten. Mit der Konferenz

wollen wir dafür den Boden bereiten. Der Tag soll

eine Plattform sein für den Austausch zwischen Unternehmern,

Investoren und Multiplikatoren und Bewusst -

sein schaffen für den Finanzierungsbaustein Beteiligungs

kapital.

VC Magazin: Vielen Dank für das Gespräch!

Zu den Gesprächspartnern

susanne.glaeser@vc-magazin.de

Tillmann Stenger ist Mitglied des Vorstandes der

Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB).

Olav Wilms ist als Bereichsleiter Beteiligungsmanagement

verantwortlich für das Eigenkapitalgeschäft

der Bank. Die ILB ist die Förderbank des

Landes Brandenburg. Ihre Beteiligungsfonds verwalten

derzeit ein Gesamtvolumen von 150 Mio. EUR.

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg“ 13

Standort


Standort

Foto: Dirk Laubner/Berliner Flughäfen

14

Erfolg made in Brandenburg

Das Bundesland punktet bei Innovation, Forschung und Clustern

Brandenburg hat eine erfolgreiche Entwicklung durch -

gemacht: Dafür steht z.B. der Siegeszug im Bereich der

erneuerbaren Energien mit dem zweimaligen Gewinn

des „Leitsterns“ (eine Auszeichnung der Agentur für

Erneuerbare Energien, Anm. d. Red.) und ebenso der

erneute erste Platz des Landes im Dynamik-Ranking

der Bundesländer. Auch zwei europäische Auszeichnungen

bezeugen die Entwicklung, darunter als „Europäische

Unternehmerregion 2011“. Die Region zwischen Elbe

und Oder und rund um die Bundeshauptstadt Berlin hat

sich zu einem der attraktivsten Wirtschaftsstandorte

Europas entwickelt.

Zukunftsthemen und Innovationen

Es ist ein ebenso futuristischer wie faszinierender Anblick:

Glasrohre schlängeln sich über eine Länge von

1,5 Kilometern durch einen Raum, gefüllt mit einer pulsierenden

grünen Flüssigkeit: so zu erleben im Institut

für Getreideverarbeitung (IGV) in Nuthetal bei Potsdam.

In den Röhren werden Mikroalgen gezüchtet. Sie

verbrauchen beim Wachstum das klimaschädliche

Kohlendioxid. Mit ihrem CO 2 -Appetit leisten die Bio-Algen

einen wertvollen Beitrag für das Klima – und produzieren

neue Rohstoffe: zum Beispiel Öle, die bis zu

Kerosin für die Luftfahrt weiterverarbeitet werden

können – ein Innovationsthema, erforscht und entwi -

ckelt in Brandenburg. Und ein gutes Beispiel für die

Entwicklung, die das Land 20 Jahre nach der Deutschen

Einheit genommen hat.

Brummende Wirtschaft nicht nur am Airport

Besonders „brummt“ es im Umfeld des künftigen zentralen

Airports Berlin Brandenburg. Mehr als 4.000 neue

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg

Arbeitsplätze sind im 30-Minuten-Umfeld in Bran -

denburg und Berlin – der sogenannten Airport Region –

allein im vergangenen Jahr entstanden. Kein Wunder:

Hier lockt nicht nur ein neues Verkehrsdrehkreuz.

Direkt am Airport zahlen Unternehmen auch die niedrigste

Gewerbesteuer Deutschlands. Logistik, Luftfahrt -

technik und Life Sciences zählen zu den Branchen, die

sich bereits stark im Flughafenumfeld engagieren. Sie

gehören zugleich zu den starken Clustern, die sich in

der Hauptstadtregion entwickelt haben, ebenso wie

Medien/Informationstechnologien/Kreativwirtschaft,

Energietechnologie und Optik. Hinzu kommen die vor

allem im Land Brandenburg starken Industriecluster

Kunststoffe/Chemie, Metall und Ernährungsindustrie.

Vielgelobte Clusterinitiative

Um die Erforschung, Entwicklung und Umsetzung von

innovativen Ideen in diesen Clustern voranzutreiben,

hat Brandenburg mit Berlin eine gemeinsame Clusterund

Innovationsstrategie verabschiedet. Länderübergreifende

Managements unterstützen die Entwicklung

dieser Wachstumsfelder. Das ist nicht nur bundesweit

einmalig, es hat auch auf europäischer Ebene viel

Beach tung gefunden.

Bei Forschung und Ausbildung top

Gemeinsam haben beide Bundesländer innovativen

Clustern viel zu bieten: Die Region, gemeinsam fast so

groß wie Belgien, ist durch ein sternförmiges Autobahn -

netz in alle Himmelsrichtungen ausgezeichnet angebunden.

Mit sieben Universitäten, 21 Hoch- und Fachhochschulen

mit rund 200.000 Studenten sowie mehr

als 250 Forschungseinrichtungen verfügt Berlin-

www.vc-magazin.de


Brandenburg nicht nur über die höchste Forschungsdichte

in Deutschland, sondern auch über ein attraktives

Fachkräftepotenzial.

Fazit:

Brandenburg ist eine Region zum Gründen, Wachsen

und Investieren – mit entsprechendem Bedarf an Kapital.

Insbesondere Eigenkapital spielt für das Poten -

zial an innovativen Firmen und Existenzgründern eine

große Rolle – und ist eine Chance für Anbieter der

Venture Capital-Szene, dabei zu sein und von der dynamischen

Entwicklung der deutschen Hauptstadtregion

zu profitieren.

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BERLIN-BRANDENBURG GMBH

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Unsere Beteiligung ist Ihr Kapital

Geschäftsstelle Berlin

Schillstr. 9

D-10785 Berlin

Tel.:030/31 10 04-0

Fax.:030/31 10 04-55

E-Mail: berlin@mbg-bb.de

Dr. Steffen Kammradt ist

Sprecher der Geschäftsführung

der Zukunfts-

Agen tur Brandenburg

GmbH (ZAB). Die ZAB ist

die Wirtschaftsfördergesellschaft

des Landes

Brandenburg mit Hauptsitz

in Potsdam.

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D-14480 Potsdam

Tel.: 0331/649 63-0

Fax: 0331/649 63-21

E-Mail: brandenburg@mbg-bb.de

Standort


Standort

Standpunkte

Mehr Private Equity in Brandenburg

Für mittelständische Unternehmen und Neugründungen

sollte die Finanzierung über Private Equity eine

bedeutende Alternative im Finan zierungsmix darstellen.

Hiermit lässt sich einerseits die Eigenkapi talquote erhöhen,

womit sich vor allem auch die künftige Beschaffung

von Fremdkapital erleichtert. Andererseits

gilt es auch, nicht monetäre Syner giepotenziale aus

Unternehmenssicht zu beachten, um kontinuierlich

Wachstumspotenziale und Wettbewerbs vorteile zu erschließen.

Somit gilt es für den Wirtschafts- und Inno -

vationsstandort Brandenburg, die ausreichen de Ver -

fügbarkeit von Wagnis- und Beteiligungskapital zu

gewährleisten.

Aktuelle Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich der

deutsche Beteiligungsmarkt in einem noch unbefriedigenden

Entwicklungsstadium befindet. Innovative, mittel -

ständische Unternehmen haben weiterhin große Proble -

me, passende Beteiligungskapitalgeber zu finden. Besonders

kritisch ist, dass Seed- und Start-up-Finanzierungen

in Deutschland – im internationalen Vergleich

gesehen – ein Schattendasein genießen. Im innerdeutschen

Vergleich zeigt sich zudem, dass Private Equity-

Investitionen vor allem in den östlichen Bundesländern

stark unterentwickelt sind. So wurden im Jahr 2009 exklusive

Berlin nur knapp 10% der gesamten innerdeutschen

Investitionen in diesen Bundesländern getätigt,

wobei Brandenburg innerhalb dieser Region einen hinteren

Stellenplatz einnimmt.

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PRIVATE EQUITY

BUYOUTS

M&A

FINANZIERUNG

WACHSTUM

GRÜNDER KULTUR


Hemmend wirken überholte

und verbesserungswürdige

gesetzliche Rahmenbedingungen.

Auf der Nachfrageseite

gilt es, die Anzahl inno -

vativer Unternehmen(s grün -

dungen) zu fördern. Ein Über -

denken des aktuellen Verfah -

rens bei Privatinsolvenzen

könnte hierbei zu mehr unter -

nehmerischer Risikobereitschaft

führen. Unter Be rück -

sichtigung der besonders

Prof. Dr. Detlev Hummel

Lehrstuhl für

Betriebswirtschafts lehre

Universität Potsdam

klein teiligen Wirtschafts struktur in Brandenburg sind

zudem überregionale Kooperationsbemühungen mit an -

deren Unternehmen und Forschungsinstitutionen auf

der Unternehmensseite zu fördern. Die gemeinsame Inno -

vationsstrategie Berlin-Brandenburg ist hierbei ein ers -

ter Schritt. Auf der Angebotsseite könnten Steuererleich -

terungen auf direkte Beteiligungsgewinne oder auch

auf Dividendenzahlungen von börsennotierten Beteiligungskapitalgebern

die Attraktivität und somit das

Fundraising von Beteiligungs gesellschaften positiv

beeinflussen. Insgesamt gilt es, wirtschaftspolitische

Anreize gezielter zu setzen und bestehende gegenseitige

Hemmnisse durch Aufklärungs arbeit zu reduzieren,

sodass mittelständische Unterneh men und Neugründungen

künftig auch in Brandenburg verstärkt über

Private Equity finanziert werden.

KENNENLERN-ABONNEMENT

ich möchte das monatliche VentureCapital Magazin gerne testen und nehme

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gaben jährlich). Andernfalls kündige ich mein Ken nenlern-Abonne ment bis

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Ver pflichtungen.

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SB Bra


Beteiligungskapital in Brandenburg:

Flexibler werden – Privatinvestoren nutzen

Beteiligungskapital ist knapp, die Banken zurückhaltend

– gerade in dem unsicheren Marktumfeld. Vor diesem

Hintergrund leisten öffent liche Beteiligungsgesellschaften

ei nen wichtigen Beitrag zur besseren Eigenkapitalausstattung

der Unternehmen. Aber die angebotenen

Fonds und Instrumente müssen sich noch

mehr an Unternehmerbedürfnissen orientieren und

we niger an den teils überholten Vorgaben.

Dies gilt insbesondere dann, wenn die öffentlichen

Fonds Kofinanzierungsquellen erschließen wollen, die

zuneh mend für Wachstumsfinanzierungen zur Ver -

fügung stehen und die sehr flexibel, aber auch wäh -

lerischer sind: Family Offices und vermögende Pri -

vatinvestoren. Letztere treten zunehmend jenseits

ihrer Rolle als Business Angels auf. Vielmehr suchen

sie attraktive, langfristige Investments in mittelstän -

dischen Unternehmen. Sie bringen dabei nicht nur

Wachstumskapital mit, sondern auch Kontakte, erschlie -

ßen Netzwerke und unternehmerische Initiative, ohne

direkt in die Unternehmensführung einzugreifen –

Bekenntnis zum Standort Brandenburg

Die Gründung eines Unternehmens fußt maßgeblich auf

zwei Pfeilern: auf einer innovativen, markttauglichen

Idee und entsprechendem Kapital, diese entwickeln

und einführen zu können. Über das letzte Jahrzehnt

hat sich die Kapitalbeschaffung allerdings zunehmend

schwierig gestaltet. So bindet die Kapital beschaffung

für ein Start-up heute sehr viele Managementressourcen,

die die eigentliche Firmenentwicklung dadurch

langsamer werden lässt. Diesen deutlich gestiegenen

Aufwand erfuhr 2008 auch EBS Technologies bei der

Kapitalbeschaffung für die Einführung eines völlig neuen

Ansatzes für die Therapie neurologischer Störungen

von Schlaganfallpatienten, ein Behandlungs feld also,

das ein enorm großes Marktpotenzial bietet. Umso

wichtiger war es, zeiteffiziente Strategien zu entwi ckeln,

die EBS Technologies zu Kapital zu führen und auch

noch mit solchen Geldgebern zusammen zubringen,

die auch inhaltlich die Firmenentwicklung maßgeblich

unterstützten würden.

So fiel die Entscheidung leicht, EBS Technologies in

Kleinmachnow/Brandenburg und nicht in Berlin anzusiedeln,

da die Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB)

unkompliziert entsprechende Fördermittel vermittelte

und zusätzlich die Kontakte zu den Investment mana -

www.vc-magazin.de

und agieren ohne Exit-Druck

und zeitliche Limits.

Die seit mehr als 127 Jahren

bestehende Reiss Büromöbel

GmbH im brandenbur -

gischen Bad Liebenwerda

ist ein gutes Beispiel: Dort

übernahm ein Kreis privater

Investoren 2006 die Mehr-

gern der Investitionsbank des

Landes Brandenburg (ILB)

herstellte – als Komplementär

zur ersten Seed-Finanzierung

durch den High-

Tech Gründerfonds (HTGF).

Danach gelang es Ende 2009,

eine erste Finanzierungsrunde

mit der ILB und der Venture

Capital-Gesellschaft Ear -

lybird erfolgreich durchzufüh

ren. So konnte EBS Tech-

Dietmar Thiele

Managing Partner

Network Corporate Finance

heit, beteiligte das Management signifikant und eröffnet

dem Unternehmen seitdem konsequent Investitionsspielräume,

sodass die Möbel produktion am Standort

langfristig gesichert werden kann. Gerne hätten die Inves -

toren dabei die BC Capital mit an Bord genommen, doch

die Regeln erlaubten einen Einstieg nicht im Rahmen

eines Buyouts. Hier half damals die lokale Sparkasse; an -

sonsten stand ein Wettbewerber schon bereit: für Namen,

Patente, Kunden, nicht aber für die Arbeitsplätze in Bran -

denburg, die wären dann mit hoher Wahrscheinlichkeit

an den Sitz der Zentrale verlagert worden.

Ulf Pommerening

Geschäftsführer

EBS Technologies GmbH

nologies nicht nur das benötigte Kapital beschaffen,

sondern auch noch ein aktives Investorenteam mit

ganz unterschiedlichen Fachkompetenzen gewinnen.

Nachdem die Produkt- und medizinische Evidenzentwicklung

der neuen Therapie inzwischen nahezu abgeschlossen

ist, kommen die Stärken dieses Teams bei

der jetzt anstehenden Einwerbung weiteren Kapitals

für die Kommerzialisierungsphase erneut voll zum Einsatz.

Das Land Brandenburg hat für die Unternehmensgründung

und Entwicklung ganz klar seinen Teil

beigesteuert, und wir sind sicher, auch in Zukunft hier

richtig angesiedelt zu sein.

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg“ 17

Standort


Praxis

Gründungsmotivation verstehen

Sechs Typen des

universitätsnahen

Technologiegründers

Banal ist die Erkenntnis, dass Persönlichkeit und Motivation

von Gründern grundlegende Einflussfaktoren für Invest -

ments und den Erfolg eines Start-ups sind. Zu wenig ist

aber über die tatsächliche Motivation universitärer Technologiegründer

bekannt: Was für ein Typ ist der Naturwis -

senschaftler? Was motiviert den universitätsnahen Naturwissenschaftler,

ein Start-up zu gründen?

Die naturwissenschaftliche Motivation

Der Naturwissenschaftler ist von Natur aus ein neugieri -

ges Wesen, das ein herausforderndes Rätsel lösen möchte.

Dabei möchte er nicht der Zweite oder Dritte sein – nein!

Er muss der Erste sein. Ruhm und Anerkennung stehen

nur dem zu, der als Erstes die Entdeckung macht und

diese in einem renommierten Journal platziert. Das Betrei

ben von Wissenschaft definiert sich somit nicht nur

durch die Befriedigung der Neugierde, sondern vielmehr

durch das Erlangen von Anerkennung in der wissenschaftlichen

Community. In der extremsten Form bedeu -

tet das „Leistungssport“: Der Naturwissenschaftler muss

einen Zentimeter höher springen als sein wissenschaft -

licher Kollege im Wettkampf „Entdecken und Publizieren“.

Sechs Gründertypen im universitären Umfeld

Wird ein Blick auf das universitäre Umfeld geworfen, so

lassen sich sechs Gründertypen von Naturwissenschaft -

lern klassifizieren. Der „Fähigkeitserweiterer“ überträgt

seine wissenschaftliche Neugierde auf das unternehmerische

Betätigungsfeld. Er gründet ein Start-up, um

seine Fähigkeiten zu erweitern und sich auszutesten.

Der „Herausforderungssucher“ ist der Seriengründer,

der durch ein wettkampfähnliches Leistungsumfeld ins -

piriert wird. Wie ein Leistungssportler sucht er mit dem

Start-up die sportliche Herausforderung. Er möchte

zeigen, dass er einen Zentimeter höher springen kann

als sein wissenschaftlicher Konkurrent.

Wissen anwenden und frei gestalten

Neben diesen Gründertypen existieren noch weitere.

Der „Expertisenutzer“ möchte mithilfe eines Start-ups

sein Wissen zur Anwendung bringen und einen finanziellen

Return für seine Fähigkeiten generieren. Der

„Existenzsicherer“ gründet ein Start-up aufgrund einer

Es gibt vielfältige Motive für Wisssenschaftler, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

drohenden Arbeitslosigkeit. Der „Systemherausbrecher“

möchte mithilfe des eigenen Start-ups aus dem akademi -

schen System herausbrechen. Er möchte sich weiterentwickeln,

jenseits akademischer Anerkennungsmecha -

nismen wie „publish or perish“. Zuletzt existiert der „Unab -

hängigkeitsstreber“: Er sucht als klassischer Unterneh -

mensgründer, so wie wir ihn aus zahlreichen Untersuchungen

kennen, Gestaltungsfreiheit und Autonomie.

Fazit:

Gründungsmotivation von universitätsnahen Naturwissenschaftlern

kann Ausdruck der ursprünglichen

naturwissenschaftlichen Motivation sein. Um diese Moti

vation zu verstehen, ist es wichtig, die Wirkmechanismen

des akademischen Wertesystems zu betrachten.

Gründungsmotivation kann aber ebenso das Resultat

einer negativen Motivation sein. Das trifft dann zu,

wenn das universitäre Wertesystem nicht die benötigte

Anerkennung und ausreichende Entwicklungspers pek -

tiven für Wissenschaftler bietet.

Zum Autor

Dr. Enrico Sass verfügt

über Gründungserfahrun

gen und ist derzeit

Leiter des Start-up-Service-Bereiches

bei Potsdam

Transfer. Er ist spezialisiert

auf Technologiegrün

dungen und Tech -

nologie transfer im universitären

Umfeld. 2011

veröffentlichte er eine

um fangreiche Untersuchung

zur The matik „Der Naturwissenschaftler als

Unternehmer“.

18 Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg

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*) Die GoingPublic Media AG (www.goingpublic.de/ir) ist seit 1.1.2011 neuer Verlagspartner der Fachzeitschrift „M&A REVIEW“, die in Kooperation mit dem Institut für

Betriebswirtschaft (IfB) der Universität St. Gallen entsteht (Herausgeber: Prof. Dr. Günter Müller-Stewens).

SB Bra


Praxis

Aus Ideen werden Pläne

Der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg begleitet

Gründer auf dem Weg zum Erfolg

Eine zündende Idee zu haben, ist nicht allzu schwer – wenn

es darum geht, die Idee in ein erfolgreiches Geschäftsmodell

zu übertragen, stehen Unternehmensgründer dagegen

vor größeren Herausforderungen. Auf dem Weg zum Erfolg

begleitet Brandenburger Start-ups der Businessplan-Wettbewerb

Berlin-Brandenburg. Der Wettbewerb lockt mit

einem großen Netzwerk und bis zu 10.000 EUR Preisgeld.

Wichtige Anlaufstelle für Gründer

Er ist eine feste Institution im Bundesland: Schon zum

16. Mal fand der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Bran -

denburg 2011 statt. Die Statistik spricht für sich: 1.554

Teilnehmer, 808 eingereichte Businesspläne – der Wett -

bewerb spielt eine wichtige Rolle innerhalb der Brandenburger

und Berliner Gründerszene. Organisatoren

sind die Investitionsbank des Landes Brandenburg,

die Investitionsbank Berlin und der Unternehmensverbände

Berlin und Brandenburg e.V. Schirmherren sind

der Brandenburger Wirtschaftsminister und der Wirtschaftssenator

Berlins. In drei Stufen lernen potenzielle

Unternehmensgründer, wie man einen Businessplan

professionell verfasst, und feilen an Details ihrer Geschäfts

idee. Der Wettbewerb findet in drei Stufen statt,

die Anforderungen an den Geschäftsplan steigen mit

jeder Phase. Die Teilnehmer können ihre Ideen so Schritt

für Schritt ausarbeiten. Der Quereinstieg zu einer späte -

ren Phase ist allerdings ebenso möglich.

Feedback von Experten

Der Wettbewerb lässt die Gründer nicht allein: Rund

200 erfahrene Coaches begleiten die Teilnehmer bei

der Ausarbeitung des Geschäftsplans. Ein breites Ange -

bot von Seminaren und Veranstaltungen führt in die

einzelnen Fragestellungen ein, mit denen Jungunternehmer

bei der Gründung konfrontiert werden. Auch

auf das Thema Unternehmensfinanzierung bereitet der

Wettbewerb vor, in Netzwerk-Veranstaltungen können

Gründer bereits erste Kontakte zu möglichen Investoren

knüpfen. Feedback von allen Seiten ist garantiert:

Kapitalgeber, Unternehmer und Berater prüfen die eingereichten

Businesspläne und geben den Gründern individuelle

Rückmeldung.

Bei der Verleihung der Preise der dritten Stufe des Businessplan-Wettbewerbs

Berlin-Brandenburg 2011 freuten sich Organisatoren und Laudatoren mit den

strahlenden Gewinnern. (Foto: Leo Seidel, Fotodesign)

65.000 EUR zu gewinnen

So wichtig wie die persönliche Beratung und der Austausch

mit Experten und anderen Gründern dürfte für

viele Teilnehmer das Preisgeld sein: An die Gewinner

werden insgesamt 65.000 EUR als Anschubfinanzierung

für ihre Projekte ausgereicht. Je zwei Juroren bewerten

in jeder Stufe die eingereichten Geschäftspläne nach

einheitlichen Kriterien in den beiden Kategorien BPW -

service – für Unternehmen u.a. der Branchen Dienstleistungen,

Bildung, Handwerk oder Creative Indus -

tries – und BPW technology, in die u.a. die Branchen

Informations- und Kommunikationstechnologie, Life

Sciences und Umwelt technologie fallen. Pro Kategorie

erhalten dann die fünf Gewinner der ersten Stufe jeweils

500 EUR, die der zweiten Stufe 1.000 EUR. In der

dritten Stufe wird ein ers ter, zweiter und ein dritter

Platz verliehen, für die es 10.000 EUR, 8.000 EUR und

6.000 EUR gibt. Seit dem ver gangenen Jahr wird in der

dritten Stufe zudem ein mit 2.000 EUR dotierter Nachhaltigkeitspreis

verliehen.

Fazit:

Der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg hilft

Gründern dabei, ihre Geschäftspläne zu konkretisieren

und erste Businesskontakte zu knüpfen. Für die erste Stufe

2012 ist der Abgabetermin der 13. Dezember 2011.

Susanne Gläser, Rebecca Padberg

redaktion@vc-magazin.de

20 Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg

www.vc-magazin.de


Gründer

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Media

Erfolg sgeschichten

Magazin für Gründer und junge Unternehmen

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Veranstalter: Förderer:

Premiumpartner:

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VentureCapital

Magazin

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Europäische Unternehmerregion 2011

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Das regionale Wirtschaftsportal

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Berater

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Messepartner:


Praxis

22

Lebenswelten 2020

Geschäftsmodelle, Produkte und Kundenwünsche der Zukunft

Stellen Sie sich vor, Sie würden morgen auf -

wachen und jeder Gegenstand hätte eine eigene

IP-Adresse: Ihr Badspiegel, Ihre Kaffeetasse, Ihr

Küchentisch, Ihre Handtasche … Was würden

Ihre Kunden von Ihnen verlangen? Was würde

die Konkurrenz tun? Und wie würden Sie reagieren?

Wir steuern schon seit Jahren auf diese

Situation hin: Wenn Chiphersteller davon sprechen,

jeden Chip mit einer Antenne auszu -

statten, wenn Computer kleiner und in Alltags -

gegenstände eingebaut werden, dann wird jeder

Gegenstand zum Internetempfänger. Die Nachfolger

von iPad & Co. sind iMirror, iTable und

iWall. Unternehmer, die sich darauf einstellen,

haben die Nase vorn.

Digitalisierung des Alltags

Schritt für Schritt wird in den kommenden Jahren die

Internetlogik alle Orte und Geräte des Alltagslebens

erobern. Und diese werden damit intelligent: Bildanalyse,

Bilderkennung und beobachtende Interfaces sorgen

dafür, dass Alltagsgegenstände das Verhalten ihrer Benut

zer beobachten, diese Realwelt-Daten mit virtuellen

Daten kombinieren und über 3-D-Displays in allen Varian -

ten jeweils situationsgerechte Informationen in unseren

Alltag einspielen. Wir Konsumenten werden dies be -

nut zen – oder auch nicht, ganz wie wir es brauchen:

Wir benutzen die Technologie, wenn sie uns hilft – etwa

bei Preisvergleichen und Kundenempfehlungen binnen

weniger Sekunden per Barcode-Scan mit unseren

Handys – und schalten sie ab, wenn wir uns mit weniger

„Intelligenz“ durch unseren Alltag treiben lassen wollen.

Auf dem Weg in die Profigesellschaft

Wir Kunden werden uns Schritt für Schritt daran gewöh -

nen, dass wir unsere Alltagsdinge künftig mit einer Pro -

fessionalität tun, die bislang nur Profis nutzen konnten.

Denken Sie an den Hobbysportler, der per Herzfrequenz,

aerober Zone und intelligentem Assistenten in jeder

Sekunde seines Joggings gecoacht wird wie früher nur

Leistungssportler. Denken Sie an den Hausbesitzer, der

mittels Smart Metering und intelligentem Assistenten

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg

Die Welt verändert sich – Unternehmen müssen auf den Trend der Digitalisierung reagieren,

wenn sie nicht abgehängt werden wollen.

seinen Stromverbrauch nicht nur steuern, sondern sekun -

dengenau kaufen und verkaufen kann, wie früher nur die

Trader an der Strombörse. Denken Sie an den Fernsehzuschauer,

der vom intelligenten Assistenten sein indivi -

duelles Fernsehprogramm zusammengestellt bekommt,

wie es früher nur Programmdirektoren von ARD und

ZDF konnten.

Der Kunde informiert sich selbst

Doch neben den Gewinnern gibt es auch Verlierer: Wir

werden in den kommenden Jahren eine Devaluation

des Expertentums erleben, die große Teile unserer Wirt -

schaft radikal ändert und neue Märkte entstehen lässt.

Denn all jene Experten, die heute unsere Welt prägen,

müssen sich fragen lassen, ob ihre Expertise künftig

nicht schneller und individueller durch eine Software

angeboten werden kann. Im Klartext: Ihr Kunde der

Zukunft wird seinem Handy mehr vertrauen als Ihrem

Verkäufer! Er wird bei Fragen nicht Ihren Berater fragen,

sondern sein Handy! Das ist nichts Schlimmes, wenn

Sie sich darauf eingestellt haben und der Kunde in

seinem Handy Ihre Applikation benutzt – denn dann

läuft das Geschäft weiterhin über Sie. Kompliziert wird

es nur, wenn Sie das nicht getan haben: Dann benutzt

er die Applikation Ihres Konkurrenten.

www.vc-magazin.de


Vertrauen zählt

Bisher ging es in den meisten Business- und Marketingstrategien

um eine „Ökonomie der Aufmerksamkeit“.

Denn in Zeiten der Massenwirtschaft war die strate -

gische Aufgabe des Marketings, das eigene Produkt

im Regal inmitten der anderen Produkte auffallen zu

lassen. Produkte und dazugehörige Marketingkam -

pagnen sahen entsprechend schrill und reißerisch

aus und spielten mit den Emotionen der Menschen.

Doch wir müssen umdenken: Wenn unser Kunde einen

elektronischen Assistenten benutzt, dann treten emotionale

Markenbindungen hinter rationale mathe ma -

tische Nutzenberechnungen zurück. Als Unternehmen

müssen Sie die Macht über den Assistenten bekommen.

Doch welchen lässt der Kunde auf sein Handy?

Jenen, dem er am meisten vertraut! Nur wer es schafft,

ein besonderes Vertrauen zu seinen Kunden herzustellen,

wird in einer Welt des permanent und überall verfügbaren

Angebotschaos gute Geschäfte machen.

Doch wie entsteht Vertrauen?

Anerkennung statt Aufmerksamkeit

Vertrauen entsteht aus Anerkennung! Die bishe -

rige „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ geht über in

die „Ökonomie der Anerkennung“. Dies ist ein großer

Unterschied: Denn Aufmerksamkeit bekommt man

mit großen Push-Aktionen. Anerkennung hingegen

entsteht durch direkten Dialog auf gleicher Augen -

höhe. Es sind die gleichen Elemente wie in unserem

Privatleben, die auch zwischen Unternehmen und

Kunden zu Anerkennung führen: Für jeden einzelnen

Kunden immer ansprechbar sein, sich mit dem Kunden

mitfreuen und mitleiden und den Kunden hin

und wieder mit passenden Aufmerksamkeiten über -

raschen. Das sind Ihre Hausaufgaben der kommenden

Monate!

Bislang mangelnde Individualität

Es war das unauflösbare Dilemma der Massenwirtschaft,

dass sie Massenprodukte für Massenmärkte

produzierte. „Von der Stange“ sagten die Kunden und

meinten damit die größtmögliche Abwesenheit jeg -

licher Individualität. Es war kein Lob! Deshalb ersannen

die Unternehmen und Berater im Laufe der Jahre

Möglichkeiten, den Massenprodukten doch wenigs -

tens eine begrenzte Individualität zu geben, je mehr,

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desto besser. Und doch bleibt selbst der große Mass

Customization-Trend der vergangenen Jahre in seiner

Wirkung beschränkt. Bislang sind alle unsere Produkte

nur flexibel, das heißt: Für den Kunden veränderbar

im Rahmen jener Nutzungsszenarien, die der Produzent

bei der Produktion vorgedacht hat.

Die Zukunft gehört adaptiven Produkten

Doch was kommt in Zukunft? Sind Individualität und

Flexibilität steigerbar? Ja! Ihre Produkte der Zukunft

werden nicht mehr flexibel und individuell sein, sondern

adaptiv! Adaptiv sind Produkte, die neue Nutzungsszenarien

adaptieren können, auch wenn diese

nicht vorhergesehen und vorausgeplant wurden. Die

Möglichkeit für den Kunden, ein Produkt jederzeit an

seine sich verändernden Nutzungsszenarien anzu -

passen, wird zu einer neuen Produktgeneration der

Zukunft führen. In vielen Branchen sehen wir schon

heute, wie adaptive Produkte funktionieren, etwa in

den Plänen der Automobilbranche für „Mobility Service

Provider“ und beim ersten adaptiven Handytarif.

Das Grundkonzept ist immer das gleiche: Da die

Bedürfnisse der Menschen entsprechend ihrer Lebens -

situationen schwanken, lassen sich die Produkte der

Zukunft durch den Kunden jederzeit an diese neuen

Situationen anpassen.

Zum Autor

Sven Gábor Jánszky ist

Präsident des Verwaltungs

rates der Denkfabrik

2b AHEAD ThinkTank AG.

Auf Einladung des Trend -

forschers treffen sich be -

reits seit zehn Jahren die

CEOs und Innovations -

chefs der deutschen Wirt -

schaft und entwerfen

Zukunftsszenarien und

Strategieempfehlungen.

Jánszky ist außerdem Aufsichtsrat der Karlshochschule

International University, Unternehmensbeirat

der Management Circle AG sowie Autor mehrerer

Bücher zum Thema Zukunftstrends.

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg“ 23

Praxis


Praxis

24

„Wir planen einen weiteren

5 Mio. EUR-Fonds“

Interview mit Bernhard Böhm, Geschäftsführender

Vorstand, Business Angels Club Berlin-Brandenburg e.V.

Sie sind die Stütze für zahlreiche Start-ups in der ganz

frühen Unternehmensphase: Business Angels investieren

in junge Unternehmen, wenn sich noch kaum ein Kapitalgeber

traut, das Risiko abzuschätzen. Bernhard Böhm ist

geschäftsführender Vorstand des Business Angels Club

Berlin-Brandenburg, einer Plattform für den Austausch

der Investoren untereinander.

VC Magazin: Was würden Sie einer Person aus der

Region raten, die mit dem Gedanken spielt, sich als

Business Angel zu engagieren?

Böhm: Zunächst einmal natürlich, mit uns zu sprechen.

Wir freuen uns über neue engagierte Ratgeber für

Gründer in unseren Reihen. Dann sollte sich ein potenzieller

Business Angel genau überlegen, welche Ziele er

mit seinem Engagement verbindet, welche Motivation

ihn treibt und was er bewegen will. Und vor allem: Hat

er auch die Zeit, sich ehrenamtlich zu engagieren und

als Mentor für die oft technologiefixierten Unternehmens

gründer zur Verfügung zu stehen?

VC Magazin: Welchen Mehrwert bietet ihr Business

Angels Club für den einzelnen Investor?

Böhm: In unseren Matching-Veranstaltungen in Berlin

und Brandenburg präsentieren jedes Jahr zwischen 30

und 40 Unternehmer und Gründer ihre Geschäftskonzepte

und stellen sich den Fragen der insgesamt 65 Busi -

ness Angels unseres Vereins. Diese Business Angels haben

einen sehr unterschiedlichen Erfahrungs hinter grund,

sind in den unterschiedlichsten Technologiebereichen

zu Hause. Davon profitieren nicht nur die Gründer, die

in komprimierter Form und in kürzester Zeit unternehmerisches

Erfahrungswissen abschöpfen können. Es

nützt auch dem einzelnen Busi ness Angel, der bei der

Prüfung eines möglichen Invest ments natürlich auch

auf die Kompetenz seines Kollegen zurückgreifen kann –

Business Angels Club Berlin-Brandenburg e.V.

● Gründungsjahr: 1998, seit 2004 als e.V.

● Anzahl der Mitglieder: 65 Business Angels,

2 Firmenmitgliedschaften

● Geschäftsstellen: Berlin, Potsdam, Cottbus, Frankfurt/Oder

● Internet: www.bacb.de

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg

eine Win-win-Situation also

für alle Beteiligten.

VC Magazin: Wie attraktiv

ist Brandenburg für Beteiligungsinvestoren?

Böhm: Der Business Angels Club Berlin-Brandenburg

verfügt über einen eigenen Seed Capital-Fonds, der sich

in den letzten drei Jahren an sieben Unternehmen in

Berlin und Brandenburg beteiligt hat. Drei dieser Betei -

ligungen gelten Unternehmen in Brandenburg. Das

zeigt, dass es in Brandenburg genügend Potenzial an

technologiebasierten Unternehmensgründungen gibt.

Allerdings ist Brandenburg als Flächenland natür -

lich nicht in allen Landesteilen gleich stark vertreten,

sondern vor allem im Berliner Umland und an den

Hochschulstandorten für Gründer und damit für die

Investoren attraktiv.

VC Magazin: Wie beurteilen Sie die Rahmenbedin -

gungen für Investments in Brandenburg?

Böhm: Die Rahmenbedingungen in Brandenburg sind

bisher zu stark auf die vorhandenen öffentlichen Förderprogramme

ausgerichtet. Hier ist ein Umdenken

nötig. Brandenburg braucht mehr Unternehmertum

und Initiativen, um das Gründungspotenzial in Brandenburg

zu mehren, zu heben und auszubauen. Der

vorhandene Frühphasenfonds des Landes ist ein ers -

ter Schritt, er setzt allerdings zu spät an und investiert

nicht in die wirklichen Seed-Fälle. Unsere Business

Angels planen deshalb, einen weiteren Seed-Fonds mit

einem Volumen von 5 Mio. EUR auch für Investments

in Brandenburg aufzubauen.

VC Magazin: Danke für das Interview!

Zum Gesprächspartner

Bernhard Böhm

susanne.glaeser@vc-magazin.de

Bernhard Böhm ist seit 2007 geschäftsführender

Vorstand des Business Angels Club Berlin-Branden -

burg e.V. und Inhaber der Beteiligungsgesellschaft

BLS Venture Capital GmbH.

www.vc-magazin.de


Bilder erzählen eine Geschichte

45info GmbH: Vertonung

mit wenigen Clicks

Der Jahresurlaub, Familienfeste, persönliche Highlights –

Fotos spielen schon immer eine wichtige Rolle für die

meisten Menschen. Nicht nur Privatpersonen, auch Unternehmen

versuchen mithilfe von Fotos zu werben und

Informationen attraktiv darzustellen. Die Erstellung von

Videoclips war lange Zeit zu aufwendig und teuer, um eigene

Präsentationen zu verwirklichen. 45info möchte das

mit seiner neuen Plattform clipnow.com ändern. Hier kön -

nen Videos mit Bildinhalten einfach und schnell vertont

werden.

Einzigartige Kombination

Grundlage der Videos, die sich Kunden von 45info

selbst zusammenstellen können, bilden Fotos und Grafi -

ken, die sie auf das Portal hochladen. Mit einer speziellen

Text to Speech-Technologie werden vorgefertigte Texte

mithilfe von aufgenommenen Synchronisierungen ver -

tont und mit Bildern zu einem individuell gestalteten

Video vereint. Das Angebot richtet sich sowohl an Privat-

als auch Businesskunden, die Videos u.a. für

Image- oder Produktclips nutzen. Verfügbar sind zwei

Versionen: zum einen clipnow.com, ein Do it yourself-

Programm, mit dem vor allem Privatkunden adressiert

werden. Für Businesskunden ist der Multi Clip Creator

interessant, bei dem alle Videos von 45info erstellt und

automatisch aktualisiert werden. Der bekannteste Wett -

bewerber des Unternehmens ist Animoto. Laut 45info

werden hier „nur Slideshows mit Hintergrundmusik an -

geboten, die zwar einfach erstellt werden können, aber

kaum Individualisierungsmöglichkeiten bieten“. Anders

bei den Produkten des Babelsberger Unternehmens:

Hier bestehen 100% des Videos aus eigenen Bildern

und Texten.

Das Proof of Concept bewährte sich

Das Start-up wurde im Februar 2010 von Ralf von Grafenstein

gegründet und beschäftigt derzeit zehn Mitarbeiter.

Bereits das Proof of Concept-Projekt im März

2010 mit Wikipedia, bei dem rund 265.000 Clips vertont

wurden, wurde ein Erfolg. Mittlerweile zählt das Unternehmen

Firmen wie TUI zu seinen Kunden. Obwohl

45info zunächst mit privaten Mitteln finanziert wurde,

www.vc-magazin.de

45Info bietet auf der Website clipnow.com die Möglichkeit, aus eigenen Fotos

Video clips zu entwerfen.

beurteilt von Grafenstein das Gründungsumfeld und die

Fördersituation in Brandenburg als positiv. Er betont:

Brandenburg ist das beste Förderland Deutschlands!“

Öffentliche und private Finanzierung

Mit der Beteiligung des Frühphasenfonds Brandenburg,

der von der Investitionsbank des Landes Brandenburg

(ILB) im Auftrag des Brandenburger Wirtschafts minis -

teriums aufgelegt wurde und von der bmp verwaltet

wird, hat das Unternehmen im November 2010 seine

erste Finanzierungsrunde erfolgreich hinter sich gebracht.

Lars Michalak, verantwortlicher Partner der

bmp, beschreibt die Entwicklung wie folgt: „45info hat

unsere Erwartungen bislang übertroffen, besonders

erfreut sind wir über das große Potenzial im B2C-Bereich,

das jetzt über clipnow.com erschlossen wird.“

Mark Beyer, Geschäftsführer der mybey Beteiligungs

UG, ist seit Kurzem als Gesellschafter finanziell sowie

mit seinem Know-how als Marketing-Direktor bei clipnow.com

beteiligt und bestätigt diese Ansicht: „Uns

haben sowohl die Softfacts wie das Geschäftsmodell

und das Team als auch Hardfacts überzeugt.“

Ausblick

„Mit unserem Produkt wird keine Marktnische angesprochen

– sondern jedermann“, betont der Geschäfts -

führer von Grafenstein. Das noch offene Marktpoten -

zial ist seiner Ansicht nach enorm. 45info möchte

neben den bestehenden Einsatzmöglichkeiten bei

Privat- und Businesskunden weitere Anwendungs po -

tenziale erschließen und die Internationalisierung

vorantreiben.

dajana.hentschel@vc-magazin.de

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg“ 25

Fallstudien


Fallstudien

26

Rote Entwicklung auf dem Sprung

Signature Diagnostics AG: Ehrgeizige Wachstumsziele

Signature Diagnostics aus Potsdam entwickelt Diagnoseverfahren

im Bereich der molekularen Onkologie. Das

Unternehmen plant den Sprung an die europäische

Spitze. Unterstützung kommt dabei von der Beteiligungsgesellschaft

BC Brandenburg Capital, die einen Schwerpunkt

auf den Bereich rote Biotechnologie gelegt hat.

Komplettes Portfolio

„Signature Diagnostics hat ein abgerundetes Portfolio

an ‚Best in Class’-Produkten im Bereich der molekularen

Onkologiediagnostik anzubieten“, fasst Prof. Dr. André

Rosenthal, CEO des Unternehmens, zusammen. „Unser

wichtigstes Produkt, Detector C, ist der bislang leis -

tungsfähigste und genaueste, nichtinvasive und blutbasierte

Test zur Früherkennung von Darmkrebs in der

asymptomatischen Population.“ Zwei weitere Produkte

stehen kurz vor der Einführung in den deutschen

Markt. Predictor C ist ein gewebebasierter prognostischer

Test zur Ermittlung des Rezidivrisikos beim Patien

ten, während CDx-Cetuximab zur Vorhersage des

Therapieerfolgs mit Cetuximab eingesetzt wird. „Wir

sind einer der wenigen Anbieter mit diesem kompletten

Portfolio“, erklärt Rosenthal ein wesentliches Allein -

stellungsmerkmal von Signature.

Investor mit „roter“ Expertise

Mit Unterstützung der ZukunftsAgentur Brandenburg

entstand der Kontakt zu BC Brandenburg Capital, der

Managementholding der Investitionsbank des Landes

Brandenburg (ILB). Seit über 15 Jahren ist die ILB im

Venture Capital-Geschäft tätig, hat in dieser Zeit eine

größere Anzahl von Investments in Unternehmen aus

der Branche der roten Biotechnologie getätigt: Fast

ein Drittel des aktuellen Portfolios entstammt diesem

Bereich. Thomas Krause vom Beteiligungsmanagement

der ILB sieht hier große Chancen: „Wir gehen davon

aus, dass sich der Trend auch in den Folgejahren bestätigen

wird. Dafür sprechen gute regionale Rahmenbedingungen

sowie die Expertise unseres Hauses, die

wir in unserem Life Sciences-Team gebündelt haben.“

Mit Unterstützung der ILB gelang es Signature, vor

zwei Jahren einen namhaften amerikanischen Investor

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg

Mit ihrem breit aufgestellten Portfolio hat die Signature Diagnostics AG gute Aussichten,

die angestrebten Wachstumsziele zu erreichen.

zu gewinnen. „Für viele Unter nehmen ist eine Venture

Capital-Finanzierung aus dem Ausland ohne ‚Binnen‘-

Venture Capital-Investor nicht vorstellbar“, erläutert

Rosenthal.

Internationalisierung

In den nächsten drei Jahren will sich Signature als vollintegriertes

Diagnostikunternehmen, inklusive Entwick -

lung, Produktion und Vermarktung, am Markt weiterentwickeln

und europäischer Marktführer im Bereich

Predictive Kolorektalkarzinom-Diagnostik (CRC) werden.

Einen Hemmschuh für das weitere Wachstum sieht

man allenfalls in den beschränkten Refinanzierungsmöglichkeiten.

„Dies gilt sowohl für das Bundesland als

auch für ganz Deutschland“, meint Rosenthal. Die Verantwortlichen

sehen zukünftig große Gewinnchancen

in einem heute kaum erschlossenen Markt, „vorausgesetzt,

wir finden das für den Markteintritt benötigte

Kapital“, schränkt Rosenthal ein. „Märkte außerhalb

Deutschlands wollen wir durch Kooperationen erschlie -

ßen. Nur durch Zugang zu weiterem Kapital wäre die

Wertschöpfung ohne Partnerschaften für uns möglich“,

erläutert er.

Holger Garbs

redaktion@vc-magazin.de

www.vc-magazin.de


Nachgefragt bei Thomas Krause, Beteiligungsmanager, ILB:

VC Magazin: Wie hat sich Signature Diagnos -

tics aus Ihrer Sicht bislang entwickelt?

Krause: Signature hat wesentliche Meilensteine

erreicht. Die Leistungsfähigkeit des

Tests ist über qualifizierte und umfangreiche

Studien belegt, die Markteinführung ist

deshalb der nächste konsequente Schritt.

Das Produkt Detector C ist aus unserer Sicht

in der Lage, sich mittelfristig als Standard

im Bereich Darmkrebsvorsorge zu etablieren.

VC Magazin: Wie unterstützen Sie das Unternehmen über reines

Kapital hinaus?

Krause: Die Rolle unseres Hauses sehen wir eher als Sparringspartner.

Die Anforderungen an eine solche Rolle sind aber nicht

zu unterschätzen und bedürfen eines hohen Maßes an Branchenkenntnissen.

Ein guter Investor in der Biotech-Branche

muss die spezielle Klaviaturkennen, angefangen bei Besonderheiten

bei der Produktzulassung über regulatorische Anfor -

derungen bis zu Rahmenbedingungen für klinische Studien als

eine Basis für eine erfolgreiche Markteinführung, um Impulse

setzen und Einfluss nehmen zu können.

VC Magazin: Welche Rolle spielen Venture Capital-Investoren

in der Biotechnologie-Branche insgesamt?

Krause: Aufbau und Entwicklung junger Biotech-Unternehmen

sind gekennzeichnet durch lange Anlauf- und Markteintrittsphasen.

Daraus resultieren ein hoher Finanzierungsbedarf und

überdurchschnittliche Risikoaspekte. Venture Capital ist da oft -

mals der einzige Weg für Unternehmer, ihre Ziele umzusetzen.

Eine Aussicht auf Finanzierung haben allerdings nur solche

Geschäftsmodelle, die für Kostenträger wie Krankenversicherun -

gen Kosteneinsparpotenziale greifbar bzw. belegbar aufzeigen

können. Gesundheitsökonomische Ansätze und Argumentationen

nehmen dabei zunehmend eine zentrale Rolle ein.

VC Magazin: Wie sehen Ihre weiteren Pläne für die Zusammenarbeit

mit Signature Diagnostics aus?

Krause: Als Investor unterstützen wir zur Erschließung weiterer

Potenziale eine Internationalisierungsstrategie. Dafür sind

die regulatorischen und finanziellen Voraussetzungen ggf. in

internationalen Vertriebspartnerschaften herzustellen. Inwieweit

die Begleitung des Unternehmens ausschließlich über

Venture Capital-Partner in der Zukunft noch der richtige Schritt

ist, muss dann laufend abgewogen werden.

VC Magazin: Danke für das Interview!

Thomas Krause

susanne.glaeser@vc-magazin.de

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg“ 27

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Fallstudien

28

Kleiner Hebel mit großer Wirkung

Finow Automotive GmbH: Wachstum dank Venture Capital

Venture Capital trug 2004 mit dazu bei, dass die Eberswalder

Finow Automotive GmbH eine wichtige Hürde

nehmen konnte. Heute beliefert der Hydroform-Spezialist

alle großen deutschen Hersteller – und ist dreimal so

groß wie damals.

Auf dem Weg zum Exit

Die Beziehung hat ihr Endstadium erreicht. „Wir arbeiten

einvernehmlich an einem Exit“, sagen Michael Tönes und

Patrick von Hertzberg unisono. Dass die gemeinsame

Zeit „durchaus eine Erfolgsgeschichte“ war, darin sind

sich der Geschäftsführer der BC Brandenburg Capital

und der geschäftsführende Gesellschafter der in Ebers -

walde ansässigen Finow Automotive GmbH einig.

Denn die auf den ersten Blick recht überschaubaren

1,5 Mio. EUR, mit denen BC Brandenburg Capital über

den von ihr gemangten Fonds BC Venture offen und

still bei dem Teile-Spezialisten für die Automobilindus -

trie engagiert ist, seien ein wichtiger Baustein für die

Weiterentwicklung des Unternehmens gewesen.

Kleines Unternehmen mit großem Kapitalbedarf

Ende 2003 stand für die im Jahr 2000 in den alten Hallen

des Eberswalder Walzwerkes gegründete Finow Automotive

ein Großauftrag vor der Tür: Für die Produktion

von zwei Landrover-Modellen sollten die Hydroform-

Spezialisten Teile des Leiterrahmens und Seitenrohre

zuliefern. „Und zwar weltexklusiv“, betont von Hertzberg.

Das Problem: Für die dafür notwendige Erweiterung

des Maschinenparks war ein Investitionsvolumen

von rund 25 Mio. EUR erforderlich. Eigentlich viel zu

viel für ein kleines Unternehmen mit damals knapp 30

Mitar beitern und rund 5 Mio. EUR Umsatz, erzählt von

Hertzberg. Die meisten Banken sahen das ähnlich: „Sie

hätten das Geld nur gegen die Hinterlegung der gleichen

Summe zur Verfügung gestellt.“ Mithilfe der Beteiligungen,

Landeszuschüssen und dem finanziellen Engagement

des potenziellen Kunden sowie einiger Lieferanten

ließ sich die Hürde schließlich doch nehmen.

Referenzen gefragt

„Dieser Weg ist in der Automotive-Industrie gar nicht

so ungewöhnlich“, sagt auch Finow-Geschäftsführer

Hagen Hänelt. Durch die langen Produktzyklen der Auto -

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg

Ziel erreicht: Dank der mit Venture Capital getätigten Investitionen konnte die

Finow Automotive GmbH wichtige Referenzkunden gewinnen.

mobilbauer habe man eine relativ große Planungs -

sicherheit. Was für Finow Automotive mindestens ebenso

wichtig war: Mit Landrover hatte das Unternehmen einen

gewichtigen Referenzkunden. „Dann schaut sich auch

der Rest der Branche die Firma einmal an“, macht er die

Erfahrung. Heute liest sich die Kundenliste wie ein Who

is Who der Autoindustrie: Finow Automotive fertigt

Komponenten unter anderem für Audi, VW, Daimler,

Opel, Ford und Jaguar. Die Mitarbeiterzahl hat sich mittlerweile

verdreifacht, der Umsatz versechsfacht – in

diesem Jahr wird er bei knapp 30 Mio. EUR liegen.

„2011 wird das beste Jahr der Geschichte“, sagt Hänelt.

Ausblick

Um die Zukunft ist den Finow-Geschäftsführern jedenfalls

nicht bange. Die Nische, in der sich das Unternehmen

eingerichtet habe, sei durchaus komfortabel. „Wir

sind spezialisiert genug, um den Herstellern wichtige

Arbeit abnehmen zu können – und klein genug, um deren

Fachabteilungen, die sich mit ähnlichen Dingen beschäf -

tigen, nicht zur Gefahr zu werden“, sagt Hänelt. Insofern

sollte „einem gesunden organischen Wachstum nichts

im Wege stehen“, hofft Hänelt.

Lars Radau

redaktion@vc-magazin.de

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Mehrere Fliegen mit einer Klappe

Ruppiner Papier- und Folienwerke GmbH:

Mehr Freiraum durch Mezzanine

Die Ruppiner Papier- und Folienwerke GmbH

ist ein Brandenburger Finanzierungspionier:

Als erstes Unternehmen hat sie Mezzanine-Kapital

aus einem neuen ILB-Programm aufgenommen,

und damit nicht nur ihre Kapazität

ausgebaut, sondern in allen Bereichen wirtschaftlich

profitiert – ohne dafür Kontrolle abzugeben.

Herausforderung Wachstum

Volker Jung klingt noch immer hörbar zufrieden. Er habe,

erzählt der geschäftsführende Gesellschafter der Victor

Güthoff & Partner GmbH, „einfach einen kleinen Beauty

Contest“ veranstaltet. Gleich fünf Beratungsunternehmen

hatte Jung gegeneinander antreten lassen. Es galt,

so Jung, eine komplexere Finanzierungslösung zu entwickeln,

die sowohl für die im nordrhein-westfälischen

Frechen ansässige Victor-Gruppe als auch die Neuruppi -

ner Töchter Forti und Ruppiner Papier- und Folienwerke

„mehrere Fliegen mit einer Klappe“ schlagen sollte.

Denn gerade bei der Ruppiner, die sich auf die Produktion

von Papierservietten und Bio-Tragetaschen – unter

ande rem für Lidl, Aldi und Rewe – spezialisiert hat,

machte die stetig steigende Nachfrage nicht nur eine

Kapazitäts erweiterung erforderlich. Mit den Umsätzen

wuchsen auch der Materialkostenanteil und der Betriebsmitteleinsatz

und -bedarf erheblich. Zudem

wollte Jung auch die Eigenkapitalbasis der Ruppiner

und der Gruppe stärken – möglichst ohne dafür viel

Kontrolle oder gar Anteile aus der Hand zu geben.

Lösung Mezzanine-Kapital

Insofern, sagt Finanzierungsberater Arnd Heymann, der

sich mit seiner Fincor GmbH schließlich im „Beauty

Contest“ durchsetzte, habe eine Mezzanine-Lösung nahe

gelegen. Sie stärke das wirtschaftliche Eigenkapital

und habe, weil als Nachrangdarlehen gewährt, zudem

den Vorteil, dass die Kapitalgeber tatsächlich „relativ

stille Gesellschafter“ blieben, ergänzt Volker Jung. Weil

Heymann in Brandenburg gut verdrahtet ist, wurden die

Ruppiner Papier- und Folienwerke nicht nur zum Kunde

der MBG Berlin-Brandenburg, sonder auch erster

Kunde des erst im November 2010 aufgelegten Programms

Brandenburg-Kredit Mezzanine der Investi -

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Die Ruppiner Papier- und Folienwerke GmbH produziert u.a. Bio-Tragetaschen für Lebensmittelhändler

– durch Mezzanine-Kapital konnten die Kapazitäten noch ausgeweitet werden.

tionsbank des Landes Brandenburg (ILB). Und sie nahmen

gleich die größtmögliche Tranche des Programms in

Anspruch, betont Olav Wilms, Bereichsleiter Beteiligun -

gen bei der ILB: 2 Mio. EUR Mezzanine-Kapital stellt die

ILB der Ruppiner zur Verfügung. Das Darlehen hat eine

Laufzeit von bis zu zehn Jahren – und hat aus Jungs

Sicht zudem den Vorteil, dass die Tilgung im Gegensatz

zur sonst auf dem Markt üblichen Endfälligkeits-Gesamtzahlung

in regelmäßigen Raten erfolgen kann. „Das

lässt sich bes ser planen und handhaben.“ Insgesamt

hat Jung für die gesamte Gruppe rund 5,5 Mio. EUR

Mezzanine-Kapital aufgenommen – und damit die Eigenkapitalquote

sowohl bei der Ruppiner als auch insgesamt

von rund 20 auf „deutlich über 40%“ gesteigert.

Positive Effekte

Die daraus resultierenden Vorteile, betonen Heymann

und Jung, sorgen dafür, dass sich die Mezzanine-Finanzierung

„im Grunde von selbst trägt“. Nicht nur, weil die

Ruppiner inzwischen Kunden auch im europäischen

Ausland beliefert, für die die Eigenkapitalquote ein ent -

scheidender Auswahlfaktor war. Sondern auch, weil zum

Konzept der Fincor ein „regelrechtes Treasuring“ gehört,

wie Jung sich ausdrückt, im Zuge dessen unter an -

derem die Absatzfinanzierung und die Beziehungen zur

Firmen-Mutter neu aufgestellt wurden. „Da hat sich erheb -

liches Einsparpotenzial aufgetan“, sagt Heymann. Der

so gewonnene wirtschaftliche Spielraum soll die Weiterentwicklung

der Gruppe beschleunigen. Volker Jung

jedenfalls denkt schon über die nächste Finanzierungs -

runde – und den nächsten Beauty Contest – nach.

Lars Radau

redaktion@vc-magazin.de

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg“ 29

Fallstudien


Service

Finanzierungsangebote der Investitionsbank des Landes Brandenburg (Auswahl)

Finanzierungsangebot Ziele

Eigenkapital BFB Wachstumsfonds Brandenburg (BFB II) Stärkung der Eigenkapitalbasis gemeinsam mit Privatinvestoren

BK Mezzanine Stärkung der Eigenkapitalbasis und Verbesserung der Bonität

BFB Frühphasenfonds Brandenburg Stärkung der Eigenkapitalbasis

Zuschüsse Gemeinschaftsaufgabe zur Förderung der gewerblichen

Wirtschaft (GRW-G)

RENplus

Richtlinie zur Förderung des Einsatzes Erneuerbarer

Energien, von Maßnahmen zur Erhöhung der Energie -

effizienz und der Versorgungssicherheit

Forschung und Entwicklung –

Richtlinie für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Sicherung und Schaffung von wettbewerbsfähigen und qualifizierten

Dauerarbeitsplätzen sowie Stärkung der Wettbewerbs- und Anpassungsfähigkeit

der Wirtschaft

Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie des Landes

– Senkung des Energieverbrauchs und der CO 2 -Emmissionen

– Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien

– Sicherung einer klimaschonenden Braunkohlenverstromung

– Schaffung zukunftssicherer Energieversorgungsstrukturen und

Technologien

Verbesserung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von KMU

durch Entwicklung neuer Verfahren und Produkte

Innovationsgutschein Stärkung der Innovationsfähigkeit von KMU durch Förderung des

Zugangs zu den Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung

Innovationsassistent Stärkung des Humankapitals, Erleichterung des Zugangs zu wissen -

schaftlichen Erkenntnissen und Erhöhung der Innovations- und Wett -

bewerbsfähigkeit brandenburgischer KMU durch Beschäftigung von

Hoch- und Fachhochschulabsolventen als Innovationsassistenten

M4 Förderung von nicht-investiven Unternehmensaktivitäten zur Stärkung

der Wettbewerbs- und Anpassungsfähigkeit, insbesondere für die

internationale Markterschließung, sowie die Innovationskraft der KMU

im In- und Ausland

Darlehen Brandenburg-Kredit für den Mittelstand Langfristige Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln

Quelle: ILB

Brandenburg-Kredit Ländlicher Raum Langfristige Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln

Brandenburg-Kredit Mikro Langfristige Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln

(nur bei Ablehnung durch die Hausbank)

ILB Wachstumsprogramm Koopdarlehen für Mittelstand Langfristige anteilige Finanzierung von Investitionen in Form eines

Innenkonsortiums gemeinsam mit der Hausbank des Unternehmens

Eigenkapitalprodukte der ILB sind zu 75%

aus Mitteln des Europäischen Fonds für regio -

nale Entwicklung (EFRE) und zu 25% aus

Mitteln des Landes Brandenburg finanziert.“

30 Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg

www.vc-magazin.de


Wer wird gefördert? Was wird gefördert?

Innovative, technologieorientierte kleine und mittlere Unternehmen

(KMU) im Land Brandenburg in der Früh- und Wachstumsphase

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im breiten Mittelstand Nachrangdarlehen bis zu 2 Mio. EUR

Junge, innovative Unternehmen (KU)

in der Seed- und Start-up-Phase

Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, des

wirtschaftlichen Dienstleistungssektors und des Handwerks

Unternehmen,

Einzelunternehmer,

Öffentliche Hand,

Juristische Personen des Privatrechts

Kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und

des wirtschaftlichen Dienstleistungssektors und des Handwerks

Kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft des

wirtschaftlichen Dienstleistungssektors und des Handwerks

Kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft

des wirtschaftlichen Dienstleistungssektors und des Handwerks

Kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft

des wirtschaftlichen Dienstleistungssektors und des Handwerks

Mittelständische Unternehmen und freiberuflich Tätige

ab drei Jahre nach Geschäftsaufnahme, Vermieter/

Verpächter von Gewerbeimmobilien

Kleine und mittlere Unternehmen der Landwirtschaft, des Gartenund

Weinbaus, Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft

und Unternehmen der Energieproduktion

Kleine Unternehmen und freiberuflich Tätige bis drei Jahre

nach Geschäftsaufnahme

Mittelständische gewerbliche Unternehmen mit Sitz

im Land Brandenburg ab drei Jahre nach Geschäftsaufnahme

Kontakt:

E-Mail: kundencenter@ilb.de

Tel.: 0331/660-2211

Steinstraße 104–106

14480 Potsdam

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qualifizierte Minderheitsbeteiligung und/oder stille Beteiligung bis zu 2,5 Mio. EUR

in wachstumsstarken Branchen in Verbindung mit privater Kofinanzierung

Beteiligungen bis zu 1 Mio. EUR,

die Einbeziehung privater Investoren und Business Angels ist erwünscht

Errichtung und Erweiterung von Betriebsstätten, Umstellung/Rationalisierung/

Modernisierung der Produktion, Diversifizierung einer Betriebsstätte (neue

zusätzliche Produkte)

Investitionen (einschließlich der dazu notwendigen Maßnahmen wie Planung, Durch -

führungsmanagement, Evaluation etc.), die die Förderziele verfolgen, wie z. B.:

– Erhöhung der Energieeffizienz

– Investitionen in Wärmepumpensysteme

– Kraft-Wärme-Kopplung

– Wärme- und Kältespeicher, Nahwärmenetze

– Verstärkter Einsatz erneuerbarer Energien

– Innovative und effiziente Lösungen zur Energieerzeugung

In Brandenburg umgesetzte Forschungs- und Entwicklungsprojekte zugunsten

neuer Produkte, Verfahren und Technologien

Wissenschaftliche Beratung und Untersuchung im Vorfeld der Entwicklung eines/r

innovativen Produktes, Verfahrens oder Dienstleistung Anwendungsorientierte

wissenschaftliche Innovationsberatung mit dem Ziel der Verbesserung bestehender

Produkte, Verfahren und Dienstleistungen

Beschäftigungsverhältnisse von Innovationsassistenten, die aufgrund der Stel -

lenanforderung den Einsatz von Hoch- bzw. Fachhochschulabsolventen bzw.

eines Absolventen mit vergleichbarem Abschluss notwendig machen und die

die Entwicklung neuer Produkte, Verfahren, Innovationen und den Markt zugang

unterstützen und geeignet sind, die Marktchancen und die Leistungsfähig keit des

antragstellenden Unternehmens zu verbessern

Beratungsmaßnahmen, die der Steigerung der Leistungskraft und der Wettbewerbs -

fähigkeit bestehender Unternehmen sowie der Existenzsicherung dienen und sich

von Maßnahmen der laufenden normalen Geschäftstätigkeit deutlich abheben

sowie Messeteilnahmen und Einstellung eines Außenwirtschaftsassistenten

Investitionen für Grundstücks- und Immobilienkauf, gewerbliche Baukosten, Kauf

von Maschinen, Anlagen Fahrzeugen und Einrichtungen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

Betriebsmittel

Erwerb, Baumaßnahmen, Kauf von Maschinen, Flächenerwerb in landwirtschaftlichen

Unternehmen, Betriebsgebäude, Kauf von Maschinen und Produktionsanlagen,

Grundstückserwerb in Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft,

Investitionen im Zusammenhang mit der Verbesserung der Tierhaltung und des

ökologischen Landbaus, Investitionen in die Steigerung der Energieeffizienz,

Min derung von Emissionen, Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität,

Investitionen in die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien

Investitionen für Grundstücks- und Immobilienkauf, gewerbliche Baukosten,

Kauf von Maschinen, Anlagen, Fahrzeugen und Einrichtungen, Betriebs- und

Geschäftsausstattung, Betriebsmittel

Investitionen für Grundstücks- und Immobilienkauf, gewerbliche Baukosten,

Kauf von Maschinen, Anlagen, Fahrzeugen und Einrichtungen, Betriebs- und

Geschäftsausstattung und mit den o. g. Investitionen im Zusammenhang stehende

Betriebsmittel in angemessener Höhe, soweit sie einer langfristigen

Finanzierung bedürfen

Sonderbeilage „Eigenkapital in Brandenburg“ 31

Service


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