Jahresbericht 2010 Fair. Menschlich. Nah. - Sparkasse Vest

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Jahresbericht 2010 Fair. Menschlich. Nah. - Sparkasse Vest

Fair. Menschlich. Nah.

Gut.

Jahresbericht 2010


= Zentrale der Sparkasse Vest

= Hauptstelle

= Geschäftsstelle

= SB-Stelle

Dorsten

Das Geschäftsgebiet der Sparkasse Vest

Recklinghausen umfasst acht Städte im Kreis

Recklinghausen: Castrop-Rauxel, Datteln,

Dorsten, Herten, Marl, Oer-Erkenschwick,

Recklinghausen und Waltrop.

Im Geschäftsgebiet unterhalten wir 72 Geschäfts-

stellen, in denen wir Sie persönlich begrüßen.

Zusätzlich sorgen 13 Selbstbedienungsstellen

für einen reibungslosen Geldverkehr.

Mit insgesamt 1.395 Mitarbeitern kümmern wir

uns um Ihre finanziellen Anliegen. So sind wir

auch einer der größten Arbeitgeber in der Region.

Mit 73 Auszubildenden sorgen wir für unser wichtigstes

Kapital: Menschen mit bestem Know-how.

Damit wir auch in Zukunft sind, was wir heute sind:

Ihre Sparkasse vor Ort mit Beraterinnen und

Beratern aus der Region und für die Region.

Marl

Herten

Oer-Erkenschwick

Recklinghausen

Castrop-Rauxel

Datteln

Waltrop

Gut.

Jahresbericht 2010


Die Halde Hoheward gewährt einen Einblick in den Ursprung der Zeit. 18

Walter Deckmann steht für das Prinzip

hinter der Sparkasse. 11

Die Tempelmann Unternehmensgruppe

investiert in einen neuen Stadtteil.

Die Sparkasse ist an ihrer Seite. 42

Das Unternehmen des Landschaftsbauers

Ludwig Scheidtmann wächst

und gedeiht. 24

Wie lernen Jugendliche den verantwortungsvollen

Umgang mit Geld? Detlef

Juraschek gibt Antworten. 28

100 Jahre Kultur- und Technikgeschichte: Der Schleusenpark

Waltrop besitzt das Potenzial zum Weltkulturerbe. 48

Dr. Michael Schulte möchte für die

Zukunft der Kreditwirtschaft

international abgestimmte Regeln. 8

Die Architekten Rainer Steinke

und Jürgen Zils bauen auf die

Sparkasse. 30

Für sechs Wochen im Jahr gehört der

Kundenberater Dirk Würfel zur Crew

der Ruhrfestspiele. 54

Er ist das neue Gesicht im Vorstand

der Sparkasse: Dr. Peter Lucke. 12

Jahresbericht 2010

Ihr Theater in Marl läuft phänomenal. Claudia Schwidrik-Grebe freut

sich auf die kommende Saison. 56

Wenn es um Geld geht, vertraut Philipp Walkenhorst der Sparkasse. 36

Hans Peter Schmidt verspricht die

beste Altersvorsorge im Vest. 16

Washington, Hamburg, Wien, Berlin,

Köln kennt er. Bernd Arends gründete

sein Theater in Datteln. 62

Der Personalleiter der Sparkasse,

Friedrich Dehos, setzt auf eine gute

Unternehmenskultur. 40

Ganz Recklinghausen liest. Dank der

Neuen Literarischen Gesellschaft. 66

Gut.

Gute Nachrichten: Die Sparkasse Vest

Recklinghausen berichtet aus dem

Jahr 2010. Ab Seite 70


Der Vorstand der Sparkasse Vest Recklinghausen

im Jahr 2011: Dr. Michael Schulte (Vorsitzender),

Willi Keeren (stellv. Vorsitzender), Martin Krause

und Dr. Peter Lucke (von links).

Sparkassen.

Gut für

Deutschland.

Recklinghausen, im April 2011

Liebe Kundinnen und Kunden,

liebe Geschäftsfreunde,

unsere Region verändert sich. Ständig. Der Strukturwandel ist weithin sichtbar. Neues zu schaffen, das erfordert

engagierte Menschen und Unternehmen, die ihre Träume und Ziele hier vor unserer Haustür verwirklichen.

Davon gibt es viele. Einige stellen wir Ihnen in unserem Jahresbericht wieder vor. Wir freuen uns, Ihnen einen

Jahresbericht präsentieren zu können, der nicht nur zeigt, wie erfolgreich das vergangene Geschäftsjahr für die

Sparkasse Vest verlaufen ist. Wir können auch zeigen, wie vielfältig die Wünsche und Ziele unserer Kunden sind.

Mit zukunftsweisenden Projekten prägen Menschen unsere Landschaft. Sie verändern das Aussehen unserer

Städte. Sie verbessern Lebensumstände. Sie entwickeln Kultur. Sie schaffen Identität durch Bewahrung moderner

technischer Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte. Sie sind gut für die Region.

Als Sparkasse Vest sind wir stolz darauf, diesen Wandel seit 156 Jahren zu begleiten. Unsere Aufgaben sind

dabei ebenso vielfältig, traditionell und modern. Die ortsnahe Finanzierung und Beratung mittelständischer

Unternehmen gehört ebenso dazu wie die private Finanzierung einer neuen, energiesparenden Heizungsanlage

oder eine verlässliche Anlageberatung. Wir begleiten den Strukturwandel aber natürlich auch durch

Beteiligung an Infrastrukturprojekten und selbstverständlich mit umfangreichen Sponsoring- und Spendenaktionen,

die ihre Wirkung unmittelbar für die Bürger in unserem Geschäftsgebiet entfalten. Dies ist nur möglich,

weil Sie als Kunden und Geschäftspartner uns häufig schon seit Jahrzehnten vertrauen. Wir danken Ihnen

für das Vertrauen und die erfolgreiche Zusammenarbeit im Jahr 2010. Gerne setzen wir dies, entsprechend

unserem Leitbild, auch in den nächsten Jahren fort: Sparkasse Vest Recklinghausen. Gut für die Region.

Mit freundlichen Grüßen

- 6 - - 7 -

Ihr

519,2

Mio. Euro

Dr. Michael Schulte Willi Keeren

Martin Krause Dr. Peter Lucke

Soziales: 130,2 Mio. Euro

Kultur: 149,9 Mio. Euro

Umwelt: 12,3 Mio. Euro

Sport: 84,8 Mio. Euro

Forschung: 26,0 Mio. Euro

Weitere Bereiche: 116,0 Mio. Euro

Spendentätigkeit der Sparkassen in Deutschland

steigt 2009 auf 519,2 Mio. Euro (Quelle: DSGV).


Die Zukunft der

Kreditwirtschaft liegt

auch in Europa.

Herr Dr. Michael Schulte, die Wirtschaft in Deutschland hat sich

schneller erholt als erwartet. 2010 stieg das Bruttoinlandsprodukt

nach einem drastischen Einbruch im Jahr 2009 (–4,7 %)

sogar um 3,6 %. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Die Gründe sind vielfältig. Die Liste beginnt mit wichtigen

strukturellen Reformen der letzten Jahre (Agenda 2010), wie

zum Beispiel der Erhöhung des Rentenalters. Sie enthält ferner

die Innovations- und Entwicklungsfähigkeit unserer Wirtschaft,

die zusammen mit moderaten Tarifabschlüssen die

Lohnstückkosten niedrig gehalten haben. Und dies insbesondere

im Vergleich zu anderen europäischen Nationen,

in denen die Kosten explodiert sind. Sie wird fortgeführt mit

dem temporär »schwachen« Euro, der die Exportwirtschaft

beflügelte, und schließlich mit dem niedrigen Zinsniveau,

das die Investitionsbereitschaft verstärkte. Wichtig ist sicher

auch die psychologische Komponente. 2010 kehrte das

Vertrauen der Menschen zurück. Die verschiedenen Indizes,

in denen das Geschäftsklima und das Verbrauchervertrauen

gemessen werden, haben 2010 schon fast wieder das Niveau

vom Zeitpunkt vor der Finanzmarktkrise erreicht. Auch

das Vertrauen der Banken untereinander ist schon wieder

deutlich angestiegen. Von dem Niveau vor der Finanzmarktkrise

ist es jedoch noch ein Stück entfernt.

Auch die Sparkasse Vest Recklinghausen kann für das Geschäftsjahr

2010 einen guten Abschluss vorweisen. Dies zeigt

sich an verschiedenen Zahlen in ihrer Bilanz.

Nur ein paar davon, die neben unserem guten Abschluss zeigen,

dass der Aufschwung bei unseren Kunden im Vest angekommen

ist. Viele Kunden setzten wieder auf ihre persönliche

Zukunft, so konnten wir mit 240 Mio. Euro privaten

Wohnungsbaukrediten, darunter 80 Mio. Euro öffentliche

Förderdarlehen, den Wunsch nach den eigenen vier Wänden

unterstützen. Das sind fast 20 % Wohnungsbaukredite

mehr als 2009. Und die über 500 Mio. Euro Darlehenszusagen

an Privat- und Firmenkunden insgesamt zeigen den Mut

zur Investition.

Es gibt jedoch auch immer wieder neue Nachrichten aus der

Finanzwelt, die uns als Verbraucher erschrecken. Sie kommen

aus Europa, die ungewissen Nachrichten aus Griechenland,

Irland, Portugal. Mancher wünscht sich daher die D-Mark zurück.

Ist das eine Option?

Zunächst einmal erlebt das EU-Europa seit dem Zweiten

Weltkrieg die längste friedliche und wirtschaftlich erfolgreiche

Zeit seit dem Beginn der Geschichtsschreibung. Das

liegt auch unzweifelhaft daran, dass die Menschen aus den

Erfahrungen gelernt und ihre Zukunft in Zusammenarbeit

und gemeinsamer Entwicklung gesucht haben. Ein national

egoistisches Handeln wird keinen langfristigen Erfolg haben.

Neben diesem deutlichen politischen Bekenntnis zu Europa

gibt es aber auch ganz sachliche Gründe. Zwar steigt die internationale

Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands weiter an.

Jedoch nur ein einheitlicher europäischer Wirtschaftsraum

ist weltweit betrachtet langfristig konkurrenzfähig. Und zu

dem einheitlichen Wirtschaftsraum gehört die gemeinsame

Währung, der Euro. Die Lösung für die »Euro-Krise« liegt daher

nicht im Ausstieg, sondern im stärkeren Einstieg in die

Konkretisierung der gemeinsamen europäischen Spielregeln.

Wobei ich »Euro-Krise« unbedingt in Anführungszeichen

sehen möchte. Keiner von uns kann genau sagen, wie

unser Währungssystem und die Wirtschaft in Europa nach

einer solchen Finanzkrise ohne den Euro heute dastehen

würden. Ich vermute allerdings, der Euro hat sogar stabilisierend

gewirkt.

Es gibt also keine Euro-Krise?

Es gibt eine Finanzmarktkrise, die zusammen mit der Wirtschaftskrise

zu einer Verschuldungskrise einiger europäischer

Staaten geführt hat, die auch unsere europäische

Währung zumindest temporär unter Druck setzt. Verantwortlich

ist aber doch nicht die gemeinsame Währung, sondern

der unverantwortliche Umgang einzelner Regierungen

mit dem Geld. Und hier liegt auch ein Ansatz zur Lösung dieser

Krise. Wir brauchen strengere Regeln und eine stärkere

Überwachung der Regierungen, die mit dem Euro haushalten.

Natürlich muss auch über mögliche Sanktionen nachgedacht

werden, mit denen Verstöße geahndet werden können.

In der Vergangenheit ging eine Regierung kein großes

Risiko ein, wenn sie gegen die gemeinsamen Regeln verstoßen

hat. Und die Institutionen, die eigentlich schon frühzeitig

hätten warnen müssen, haben nicht richtig hin- oder

zu großzügig darüber hinweggesehen. Also, ich befürworte

strengere politische Haushaltsregelungen für den Euro-

Raum, wobei vielleicht schon die Einhaltung bestehender

Regelungen gereicht hätte.

Sie beschreiben politische Fehler, die Verantwortung von Regierungen.

Hat nicht die Kreditwirtschaft auch Fehler gemacht,

zum Beispiel durch die dramatische Ungleichbewertung

europäischer Staatsanleihen?

Weder für die aktuelle »Euro-Krise« noch für die Finanzmarktkrise

ist ausschließlich die Politik oder ausschließlich

die Kreditwirtschaft verantwortlich. Vielmehr handelt es

sich um ein ausgesprochen komplexes Ursachengeflecht

mit einer Vielzahl von Akteuren. In der Öffentlichkeit entsteht

jedoch eher das Bild, die Krise wurde durch die Kreditwirtschaft

allein verursacht und die Politik muss diese mit

verschärften Regeln wieder bändigen. Die bisherigen Regeln

stammen aus der Politik und sie sind nicht einmal konsequent

angewendet worden, siehe den Umgang mit dem

Haushaltsdefizit Griechenlands zum Zeitpunkt der Aufnahme

in den Euro-Kreis und später.

Aber ich will die Kreditwirtschaft und den Markt selbstverständlich

nicht freisprechen. Veränderungen im Regelwerk

sind daher sicher notwendig. Starke Regulierungen für die

Kreditwirtschaft hat es aber immer gegeben. Das ist auch

richtig so. Wie heißt es neudeutsch? Die Kreditwirtschaft ist

schließlich »systemrelevant«. Es besteht bei den aktuellen

Überlegungen jedoch die Gefahr, dass verschärfte Regeln

auf der einen Seite die falschen Teilnehmer treffen, auf der

anderen Seite sogar für die Volkswirtschaft insgesamt deutlich

kontraproduktiv sein könnten. Um dies zu verdeutlichen,

genügt es nicht, sich eine einzelne Maßnahme anzusehen,

sondern es muss die Gesamtentwicklung aus dem Zusammenwirken

der verschiedenen Maßnahmenbündel abgeschätzt

werden.

Zunächst einmal zu den internationalen Aktivitäten, kurz

Basel III. Sie sehen die umfangreichsten Änderungen im Regelwerk

vor. Einen Teilbereich mit weitreichenden Folgen

stellen die neuen Anforderungen an das Eigenkapital einer

Bank dar. Quantität und Qualität sollen erhöht werden. Verschiedene

Kennziffern sollen verändert bzw. neu eingeführt

werden, wie zum Beispiel eine Höchstverschuldungskennziffer

(Leverage-Ratio) oder zwei neue Liquiditätskennziffern.

Auch die Zinsänderungsrisiken sollen durch verschärfte Regeln

stärker begrenzt werden. Alle einzelnen Regelungen

haben zumindest in Teilen ihren verständlichen Sinn. Im Zusammenhang

werden sie aber insbesondere dazu führen,

dass der Wettbewerb um klassische Kundeneinlagen massiv

- 8 - - 9 -


Interbankengelder: 18,0 %

Kundeneinlagen: 73,6 %

Eigenkapital: 6,4 %

Rückstellungen: 1,5 %

Sonstiges: 0,5 %

Refinanzierungsstruktur der

Sparkasse Vest Recklinghausen

ansteigt. Dies scheint gut für den Anleger zu sein, da er mit

höheren Anlagezinsen rechnen kann. Da jedoch auch an vielen

anderen Stellen regulierungsbedingt Kosten steigen

und Ertragsmöglichkeiten (z. B. Fristentransformationen, Eigenanlagen

und Provisionen) begrenzt werden, bleibt voraussichtlich

nur ein Ventil zum Ausgleich des Ertragsdrucks:

Die Kreditkonditionen müssen deutlich teurer werden. Es ist

fraglich, ob die Verteuerung von Krediten für die mittelständische

Wirtschaft, aber auch für die Verbraucher politisch

gewollt ist. Damit wird möglicherweise das Geschäftsmodell

Bank und damit natürlich auch die Sparkasse in Frage gestellt.

Die Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Verbraucherpreise

wage ich nicht zu prognostizieren. Möglicherweise

sind die Folgen des Löschwassers schlimmer als die des

Feuers.

Wie sich die internationalen Basel-III-Regeln konkret auf die

deutsche Kreditwirtschaft auswirken werden, ist entscheidend

davon abhängig, in welcher Form sie (unverändert oder

angepasst) durch die EU in europäisches Recht transformiert

werden. Klar scheint jedoch schon heute zu sein, dass in Europa

alle der über 8.000 Institute die Regeln anwenden müssen,

wogegen sie in den USA offensichtlich nur für die 35 international

tätigen Institute gelten sollen. Ein ziemliches

Ungleichgewicht.

Auf europäischer Ebene wird darüber hinaus insbesondere

eine EU-Einlagensicherung diskutiert. In Deutschland soll eine

Bankenabgabe ihre Wirkung entfalten. Während der deutsche

Gesetzgeber bei der Bankenabgabe die klassischen

Kundengelder richtigerweise ausgenommen hat und nur

die »problematischen« Interbankengelder (bei der Sparkasse

z. B. mit 0,02 % p. a.) belastet, führt die europäische Einlagensicherung

voraussichtlich in den nächsten 15 Jahren zu

einer Belastung normaler Kundeneinlagen von 0,10 % p. a.

Damit werden unter dem Strich die (guten) Kundeneinlagen

faktisch fünfmal stärker belastet als die eigentlich »problematischen«

Interbankengelder. Im Ergebnis werden somit

Sparkassen und Volksbanken deutlich stärker belastet als jede

europäische Großbank. Das stellt die Dinge ziemlich auf

den Kopf. Eine schöne Belohnung für das gute Geschäftsmodell

von Sparkassen und Volksbanken.

Sie üben scharfe Kritik an den aktuellen

Regulierungsüberlegungen.

Ich möchte keinen Zweifel aufkommen lassen, dass die Kreditwirtschaft

sicher auch in Teilen neue Regelungen braucht,

dass es hierzu auch neuer Instrumente bedarf. Die Banken

und Sparkassen sind weltweit »systemrelevant«. Daher müssen

die Regeln weltweit harmonisiert, auf europäischer Ebene

konkretisiert und national umgesetzt werden. Die Koordination

der Bemühungen um sinnvolle Maßnahmen auf allen

Ebenen ist für mich aber überhaupt nicht erkennbar. Im Gegenteil,

es werden sogar überflüssige nationale und europäische

Alleingänge angekündigt, siehe die deutsche Bankenabgabe

und die EU-Einlagensicherung. Im Moment gibt es

nach wie vor auch zu viele Lücken für ein »Schattenbanksystem«,

während die seriös operierenden Unternehmen immer

stärker in die Mangel genommen werden.

Ein Beispiel ist auch der sicher gut gemeinte Verbraucherschutz

in Deutschland. Viele Menschen fühlen sich im Nachhinein

vor der Finanzmarktkrise schlecht beraten. Viele haben

höhere Renditen gesucht, Verbraucher, Anleger und

Berater. Sie alle stehen heute verwundert vor dem Scherbenhaufen.

Auch vor der Krise gab es selbstverständlich keine

risikofreie Chance auf hohen Gewinn. Das will nur keiner

mehr wissen. Und das Nichteintreffen von Renditeerwartungen

bedeutet vor dem Hintergrund des historischen Ereignisses

der Finanzmarktkrise noch lange keine mangelhafte

Beratung. In der Folge muss heute jedes Kundengespräch

ausführlichst dokumentiert werden. Natürlich wird diese

Anforderung von unseren Beratern umgesetzt, die auch

schon vor der Krise ihre langfristige Bindung zu unseren

Kunden nicht durch »unseriöses« Geschäft gefährden

wollten. Ich bezweifle jedoch, dass hierdurch das Kundenvertrauen

nachhaltig wächst, und ich bezweifle darüber

hinaus, dass ein Kunde sich durch die Dokumentationen

wirklich besser aufgeklärt sieht. Natürlich geht es

nicht nur mit dem westfälischen Handschlag, aber vernünftige

schriftliche Abschlüsse hat es in der Sparkasse

auch vor der Krise gegeben. Aber ohne den Handschlag

geht es eben auch nicht, in der Sparkasse nicht

und auch im übrigen Wirtschaftsleben nicht. Wir kennen

unsere Kunden. Wir vertrauen ihnen und unsere Kunden

vertrauen uns. Das ist der Kern unseres Geschäfts, das

gegenseitige Vertrauen. Wenn wir das missbrauchen, haben

wir in Zukunft keine Kunden mehr. Diese Vertrauensbasis

nicht zu gefährden, ist unser Ziel und unser bester

Kundenschutz.


Als Unternehmer kennt er die

Sparkasse als verlässlichen Partner:

Walter Deckmann ist der Vorsitzende

der Zweckverbandsversammlung der

Sparkasse Vest Recklinghausen.

Das Prinzip Sparkasse.

Die Sparkassen folgen einem öffentlichen Auftrag. Sie orientieren

sich am Gemeinwohl. Sie versorgen Menschen

und Unternehmen flächendeckend mit Finanzdienstleistungen.

So fördern sie die regionale wirtschaftliche Entwicklung.

Städte oder Landkreise sind ihre öffentlichen Träger.

Im Kreis Recklinghausen haben acht Kommunen und der

Kreis selbst für diese Trägerschaft einen Zweckverband gegründet.

Die Kommunen und der Kreis entsenden sachkundige

Bürger als Vertreter in ein gemeinsames Gremium, das

für die Umsetzung des öffentlichen Auftrages einsteht: die

Zweckverbandsversammlung.

»Man sollte sich darüber klar sein, welch große Bedeutung ein

Kreditinstitut wie die Sparkasse Vest für die Region hat«, sagt

Walter Deckmann über die Verantwortung, die in der Funktion

des Zweckverbandes begründet liegt. Die Stadt Datteln

entsandte den studierten Betriebswirt in die Zweckverbandsversammlung

und 1999 wählten die Mitglieder ihn erstmals

zu ihrem Vorsitzenden. Obwohl er ein eigenes Unternehmen

führt und dem Dattelner Stadtrat angehört, nahm er zweimal

eine Wiederwahl an. »Eine spannende Aufgabe, für die ich mir

gern die notwendige Zeit nehme«, erklärt Walter Deckmann.

»Veränderungen wie zum Beispiel die Fusionen der Kreissparkasse

Recklinghausen und der Stadtsparkasse Recklinghausen

sowie der Sparkasse Castrop-Rauxel haben Auswirkungen

auf die wirtschaftliche Entwicklung im Kreisgebiet. Wir haben

damals intensiv überlegt und diskutiert. Heute können wir

stolz auf die gelungenen Fusionen zurückblicken und sicher

sein, dass auch in Zukunft eine leistungsfähige Sparkasse Vest

die Bürger und die mittelständischen Unternehmen mit modernen

Finanzdienstleistungen versorgt.«

Gerade der Unternehmer Walter Deckmann identifiziert sich

mit dem Prinzip Sparkasse. Nächstes Jahr feiert er seinen

siebzigsten Geburtstag und will dann etwas kürzertreten,

sagt er. Schaun mer mal.


- 10 - - 11 -


Glück auf,

Herr Lucke!

Dr. Peter Lucke tritt an die Stelle

von Heinz Josef Bzdega. Er wechsel-

te von der Sparkasse Münsterland

Ost in den Vorstand der Sparkasse

Vest Recklinghausen. Noch liest

er zum Frühstück die Ahlener

Zeitung, aber eigentlich hätte er

lieber die aus dem Vest. Peter Lucke

denkt, ein Vorstand der Sparkasse

soll dort leben, wo er arbeitet. Sonst

findet man keinen Zugang zu den

Dingen unter der Oberfläche.

»Ein Jahr vor meinem Abitur gab mir mein Vater den Rat:

›Auch wenn du studieren möchtest, mach vorher etwas Solides,

etwas, auf dem man immer aufbauen kann‹« erinnert

sich Peter Lucke. Dem Rat des Vaters folgend absolvierte

er dann zunächst eine Ausbildung bei der Landessparkasse

zu Oldenburg, bevor es ihn zum Studium der Rechtswissenschaften

an die Westfälische Wilhelms-Universität nach

Münster führte. »Der Liebe wegen«, wie Peter Lucke lächelnd

zugibt. Da seine damalige Freundin und heutige Frau bereits

dort studierte, war es für den Familienmenschen naheliegend,

ebenfalls in Münster zu studieren. »Nach der Referendarzeit

und der Promotion fühlten wir und die ersten beiden

von heute vier Kindern uns in Münster zuhause«, erzählt

er, »deshalb entschied ich mich trotz vieler Stellenangebote

für die Sparkasse Warendorf, nur 30 Kilometer von Münster

entfernt.«

»Der Vater bei der Landesbank,

die Mutter bei der Bausparkasse – aus

mir konnte nichts anderes werden.«

Sparkasse intern

Nach Stationen im Vorstandsstab und in der Kreditabteilung

der Sparkasse Warendorf sowie im Vorstandsstab der

Sparkasse Münsterland Ost wurde Lucke zunächst Direktor

für Filialvertrieb und später zuständiges stellvertretendes

Vorstandsmitglied für die Region und die Stadt Ahlen.

»Die Städte selbst sind einander ähnlich, denn Recklinghausen

wie Ahlen prägt der Strukturwandel. Beide Städte

liegen zudem an der Schnittstelle unterschiedlicher

Kulturlandschaften.«

- 13 -


Sparkasse intern

Peter

Lucke reizt an diesen Schnittstellen ihre Energie und

Dynamik: »Die Städte müssen sich verändern und sie wollen

sich verändern. Natürlich müssen sie Traditionen bewahren,

doch gleichzeitig vital genug sein, um sich neu zu

positionieren. Dieser Kontrast gefällt mir, ebenso wie der

Menschenschlag. Ich will keine stereotype Meinung bedienen,

doch die direkte und offene Art macht es einem leicht

anzukommen.«

Der neue Vorstand ist angekommen. Sein Aufgabenspektrum

kreist um den Vertrieb. Es umfasst das Geschäftsstellennetz

und neue, mediale Vertriebsformen. Kaum eingerichtet,

startete Peter Lucke deshalb zu einer Tour durch das

Vest, um alle Filialen zu besuchen. »Um Menschen zu führen,

muss man sich Menschen vertraut machen. Diesen Anfang

wollte ich schaffen. Ich möchte gern einmal im Jahr persönlich

mit den Filialleitern sprechen«, sagt er, »über konkrete

Fragen, die vor Ort bestehen. Oder besser noch über gute

Ideen, die eine Filiale oder das ganze Unternehmen voran-

bringen.«

»Wenn wir uns bei Facebook & Co.

engagieren, dann richtig. Mit ganzer

Kraft, ernsthaft und authentisch.«

»Bei einer solchen Gelegenheit spreche ich auch mit dem einen

oder anderen Mitarbeiter. Die Mitarbeiter erwirtschaften

schließlich die guten Ergebnisse. Sie sind Multiplikatoren

und Botschafter«, sagt Peter Lucke. »Wenn es gelingt, ihr

Vertrauen und ihre Unterstützung zu gewinnen, lassen sich

Konzepte verwirklichen. Nur dann sind die Mitarbeiter bereit,

sich über das alltägliche Maß hinaus für die Sparkasse zu engagieren.

Das ist notwendig, wenn man sieht, welche Herausforderungen

auf uns zukommen.«

Zu den Herausforderungen zählen administrative Neuerungen

wie die Bankenabgabe oder die Regelungen durch

Basel III zum Eigenkapital von Finanzinstituten. »Im Vest

kommt der Aspekt der Bevölkerungsentwicklung hinzu«,

Dr. Peter Lucke möchte sich mit den Menschen vertraut machen.

Links: Vor Ort in der Geschäftsstelle Hillerheide in Recklinghausen mit

Geschäftsstellenleiter Lars Radziej (links), Direktor Olaf Meyer (2. von rechts)

und Birgit Ilsen, stellv. Geschäftsstellenleiterin (rechts), im Gespräch.

sagt Peter Lucke, »und wir erleben eine Multiplikation der

Vertriebs- und Kommunikationskanäle. Die Sparkasse kann

Themen wie Mobile Banking und Social Marketing nicht ignorieren,

denn ansonsten läuft die gesellschaftliche Kommunikation

schlicht an uns vorbei. An dieser Stelle erreichen

wir die Frage, was ein einzelnes Institut sinnvoll und technisch

überzeugend leisten kann«, überlegt Peter Lucke. »Sie

stellt sich nicht allein für die Informationstechnologie, sondern

darüber hinaus. Ich glaube, die Antwort auf die Frage

lautet: Kooperation. Die Zusammenarbeit von mehreren Instituten

erhält künftig weit mehr Bedeutung. Darin liegt ein

enormes Potenzial unserer Organisation, und das Ruhrgebiet

stellt eine ideale Keimzelle für eine solche Zusammenarbeit

dar.«

Noch herrscht im Ruhrgebiet der Wettbewerb. »Wir wetteifern

um Investitionen, Einwohnerzahlen oder Kulturangebote«,

erklärt Peter Lucke, »es gehört Mut dazu, das Gegeneinander

aufzugeben und den Schritt zum Miteinander zu

machen. Das gilt für Städte wie für die Sparkassen. Die Ideen

zusammenzuführen, ihre Schnittmenge zu bestimmen

und eine Strategie zu erarbeiten, mit der sich alle gemeinsam

entwickeln, stellt eine einzigartige Chance dar. Die dürfen

wir nicht vertun.«


Dr. Peter Lucke, Stationen in der Sparkasse:

1986 bis 1989 Ausbildung, Landessparkasse zu Oldenburg

1997 bis 1998 Vorstandsassistent, Sparkasse Warendorf

1998 bis 1999 Leiter des Vorstandsstabes, Sparkasse Warendorf

2000 bis 2001 Firmenkundenbetreuung, Vertretung Abteilungsleitung, Sparkasse Warendorf

2001 bis 2003 Abteilungsdirektor Vorstandsstab, Sparkasse Münsterland Ost

2004 bis 2005 Direktor Filialbetrieb, Sparkasse Münsterland Ost

2006 bis 2010 Stellvertretendes Mitglied des Vorstands, Sparkasse Münsterland Ost

Seit Januar 2011 Mitglied des Vorstands, Sparkasse Vest Recklinghausen

- 14 - - 15 -


Sparkasse intern

Wir machen

nicht das mit

den Fähnchen.

»Die Sparkasse genießt ein enormes Vertrauen bei den Menschen«,

sagt Hans Peter Schmidt, »deshalb sind sie bereit,

sich zu öffnen und mit uns zusammenzuarbeiten. Ihr Vertrauen

verlangt von uns eine entsprechend hohe Verantwortung

in der Beratung. Unsere Kunden verlassen sich immerhin

in ganz entscheidenden Fragen auf uns. Ein Haus zum

Beispiel baut oder kauft man eben nur einmal im Leben.«

Zunächst fällt den meisten Menschen zum Stichwort Immobilie

nur die Frage nach deren Finanzierung ein. Doch das Thema

beinhaltet weitere Facetten, weiß Hans Peter Schmidt:

»Die Absicherung von Risiken gehört heute selbstverständlich

dazu. Wenn die Sparkasse einen Immobilienkredit vergibt,

dann selbstverständlich auch nur, wenn ein mögliches Risiko

für die Immobilie durch eine entsprechende Versicherung gedeckt

ist.«

»Feuer ist ein solches Risiko«, sagt der Versicherungsspezialist,

»doch Krankheit oder Arbeitslosigkeit der Kreditnehmer

oder deren Familienangehöriger stellen weitaus größere

Gefahren für die Finanzierung dar, weil möglicherweise

das Einkommen nicht mehr zur Verfügung steht, um die Finanzierungsraten

zu begleichen. Oftmals unterschätzen Immobilienkäufer

oder Bauherren dieses Risiko. Um die Kunden

umfassend zu beraten und sie mit allem Notwendigen

auszustatten, bietet die Sparkasse heute mehr als Girokonten

und Kredite.«

Die Provinzial Versicherung kooperiert bereits rund 40

Jahre mit den Sparkassen. In der Mitte der 1990er Jahre

entschieden sich die ersten Institute dafür, die Produkte ihrer

Partner aus der Finanzgruppe nicht nur zu empfehlen,

sondern aktiv zu vertreiben. »Das ist gut für den Finanzverbund

und gut für die Kunden«, sagt Hans Peter Schmidt, »sie

profitieren von einer Rundum-Betreuung, denn ihr Berater

kennt alle relevanten Produkte und greift direkt darauf zu. Im

Gegensatz zu einem Versicherungsmakler überblickt er die

finanzielle Gesamtsituation und berät von A wie Altersvorsorge

bis Z wie Zinsbindungsdauer.«

Bei A wie Altersvorsorge kommt Hans Peter Schmidt in Fahrt:

»Kaum eine Frage bewegt unsere Kunden derzeit so intensiv

wie die nach der finanziellen Sicherheit im Alter. So relevant

das Thema ist, so komplex ist es. Um hier am Ball zu bleiben,

entwickelte eine übergreifend besetzte Arbeitsgruppe im

letzten Jahr ein umfassendes Weiterbildungs- und Qualifikationsprogramm.

Dank diesem Programm wird die Sparkasse

2011 kompetenter denn je an der Seite ihrer Kunden stehen.

Wir machen eben nicht das mit den Fähnchen.«


Hans Peter Schmidt führt das Geschäft der

S-Finanzdienste GmbH. Die Tochtergesell-

schaft der Sparkasse Vest Recklinghausen

vermarktet die Produkte der LBS West, der

Westfälischen Provinzial sowie weiterer aus-

gewählter Partner. Die 23 Mitarbeiter wissen

alles über Bausparverträge und Versiche-

rungsschutz, sie schulen die Kundenberater

der Sparkasse und kommen als Spezialisten

zu deren Beratungsgesprächen mit den

Kunden hinzu.

LBS Bausparen

Vermittelte Verträge

in Stückzahlen

Lebensversicherungen

Vermittelte Verträge

in Stückzahlen

Sachversicherungen

Vermittelte Verträge

in Stückzahlen

- 16 - - 17 -

3.232

2007

1.193

2007

2.482

2007

3.769

2008

1.369

2008

2.776

2008

3.968

2009

1.772

2009

3.381

2009

4.837

2010

2.070

2010

4.020

2010


Zu Gast auf der Halde Hoheward

Der Ursprung

der Zeit.

»Am liebsten würden

die hier oben Autos

präsentieren und

Pommes frites verkaufen«, sagt Dr. Burkard

Steinrücken. Wen er mit »die« meint, sagt er

nicht. Mit »hier oben« meint der Leiter der

Westfälischen Volkssternwarte Recklinghausen

die Halde Hoheward und die monumentale

Stahlskulptur, die sich nach dem Aufstieg zum

Plateau der Halde als ein gigantisches Observa-

torium entpuppt – eine Sternwarte unter freiem

Himmel.

- 18 - - 19 -

www.fotodesigner.org


Inmitten der kreisrunden Fläche des Observatoriums bildet

das Plateau der Halde einen künstlichen Horizont. Über ihm

zerschneiden zwei Stahlbögen den Himmel. Der senkrechte

Bogen, der Ortsmeridian, teilt den Himmel in Vormittag und

Nachmittag. Der zur Seite geneigte Bogen, der Äquatorbogen,

teilt ihn in Nord und Süd. »Simpel, oder?«, fragt Dr. Burkard

Steinrücken, »dennoch genügen diese drei Elemente, um etliche

astronomische Beobachtungen zu machen: die Krümmung

der Erdkugel, die Himmelsrichtungen, die Tageszeit, die

Jahreszeit, die Sonnenwenden.« Am Tag genügt die Sonne, in

der Nacht helfen der Mond und die Sterne.

Weithin sichtbare Landmarken, wie der Gasometer in Oberhausen,

werden auf der Halde Hoheward zu Peilmarken. »Astronomische

Ereignisse spiegeln sich in der Ruhrgebietslandschaft

und laden sie mit einer neuen Bedeutung auf«, sagt Dr.

Burkard Steinrücken, »im besten Fall sagen die Menschen in

1.000 Jahren, das Ding, das wir heute als Gasometer kennen,

dient dazu, Zeitpunkte im Sonnenjahr zu markieren.«

Eigentlich denkt der Leiter der Westfälischen Volkssternwarte

Recklinghausen in langen Zeiträumen. Umso enttäuschter ist

er über das jähe Aus: »So einfach die Konstruktion aussieht,

so kompliziert ist sie. Dementsprechend aufwändig verliefen

die Planung und die Errichtung der beiden Bögen. Als sie Mitte

2008 aufgestellt wurden, fragte ich die Ingenieure, wie lange

das Observatorium halten werde. Ein halbes Jahrtausend,

lautete die Antwort – es hielt ein halbes Jahr.« Eine gerissene

Schweißnaht zwang den Regionalverband Ruhr dazu, das Observatorium

zu sperren.

»Was heute unsere Kultur und unseren

Alltag ausmacht, stammt aus einem

naturkundlichen Zusammenhang.«

»Unsere Arbeit in der Sternwarte richtet sich an Laien. Der Gedanke

liegt nahe, astronomische Zusammenhänge nicht allein

im Planetarium zu zeigen, sondern mit der Beobachtung

des Himmels zu verknüpfen«, erklärt Dr. Burkard Steinrücken

seinen Traum von einer Sternwarte auf der Halde, denn:

»Die wenigsten Kinder erkennen heute noch Sternbilder

wie die Plejaden oder wissen etwas über den Lauf der Sonne.

Dabei bestimmen astronomische Vorgänge unseren Alltag,

zum Beispiel die Länge des Tages oder den Wechsel der

Jahreszeiten.«

Die Sonnenuhr ist der zweite

große Anziehungspunkt auf der

Halde Hoheward (oben).

Auf dem Plateau der Halde

herrschen manchmal ungemütliche

Windstärken. Bernd Dietrich, Direktor

der Sparkasse in Herten, Stephan Rütt,

unser Autor, Dr. Burkard Steinrücken,

Leiter der Westfälischen Volkssternwarte

in Recklinghausen (von links).

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Zu Gast auf der Halde Hoheward

Die

Volkssternwarte ist ein kleines Institut und Dr. Burkard

Steinrücken ist der einzige wissenschaftliche Mitarbeiter. Ge-

meinsam mit Kollegen der Ruhr Universität Bochum tüftel-

te er an der Idee für eine Beobachtungsstätte im öffentlichen

Raum. »Der Ort sollte an die Tradition großer Kalenderbauwerke

anschließen«, beschreibt Dr. Burkard Steinrücken ihren

Plan, »und er sollte die fast vergessene Technik der

Zeitbestimmung mit Hilfe der Horizontbeobachtungen wiederbeleben

– ein modernes Stonehenge, gebaut aus Stahl,

orientiert an den industriellen Landmarken der Region.«

Der Blick in den Himmel hat eine lange Tradition. 1999 fand

man auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt die älteste

Darstellung astronomischer Phänomene auf einer

3.600 Jahre alten Bronzescheibe. »Schon immer deuteten

die Menschen Sonne, Mond und Sterne«, sagt Dr. Burkard

Steinrücken, »wir verdanken der Astronomie die Zeitrechnung

und unseren Kalender. Noch heute legen die Gestirne die Gebetszeiten

der Muslime oder das Osterfest der Christen fest.«

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Am Ende gründeten die Wissenschaftler den Initiativkreis

Initia Horae. Sie erarbeiteten das Konzept für einen ganzen

astronomischen Erlebnispark auf der Halde Hoheward und

stellten ihren Plan dem Regionalverband vor. Nicht nur dort

begeisterte man sich für die Idee, sondern ebenso in den beiden

Städten Herten und Recklinghausen, auf deren Gebiet die

Halde liegt. Dr. Burkard Steinrücken erinnert sich: »Um das

Projekt zu stemmen, mussten alle an einem Strang ziehen.

Die Vereinbarung dazu, mit den Unterschriften aller Beteiligten,

steht im Goldenen Buch der Stadt Recklinghausen.«

Direktor Bernd Dietrich verantwortet das Geschäft der Sparkasse

Vest in der Stadt Herten. Auch er freut sich über die

enge Zusammenarbeit der Kommunen, aus der letztendlich

diese bedeutende Landmarke entstand: »Projekte in Politik,

Wirtschaft und Kultur gemeinsam zu bewegen, davon profitiert

unsere ganze Region.«

Seit über zwei Jahren liegt das Observatorium still. Das

ist bedauerlich, weil es für weit mehr steht als das System

der Gestirne. Gleichzeitig astronomisches Instrument

und monumentale Skulptur, zeugt es ebenso von unseren

kulturellen Wurzeln wie von einer modernen Industriegesellschaft.

Es schenkt der Region ein Symbol ihrer neuen

Identität. Deshalb braucht es dort oben auch keine Autos

oder Pommes frites.

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Ludwig Scheidtmann wächst mit der Sparkasse

Ludwig Scheidtmann studierte Landespflege in Osnabrück.

Als er im Anschluss an das Studium nach Marl zurückkehrte,

stand das Ruhrgebiet in den Startlöchern für die Internationale

Bauausstellung Emscherpark. »Durch Zufall lernte

ich Ende der 1980er Jahre den Geschäftsführer der Bauausstellung,

Karl Ganser, kennen. Prompt stand ich mit ihm

und anderen Planern auf einer Duisburger Halde, mitten im

heutigen Landschaftspark Duisburg Nord«, erzählt der Unternehmer.

»Damals schien es unvorstellbar, eine ganze Region

in eine grüne Kulturlandschaft zu verwandeln.«

»Unser erstes handfestes IBA-Projekt entstand auf dem Gelände

der ehemaligen Zeche Erin in Castrop-Rauxel. Dort haben

wir Schutthalden bis in 18m Höhe mit Sandstein verkleidet.

Im weiteren Verlauf sammelten wir jede Menge

Erfahrungen mit Steinen und Felsen. Das Know-how kommt

uns heute bei Renaturierungsprojekten zugute«, sagt Ludwig

Scheidtmann und zeigt einige Bilder des Mühlenbaches

und des Torfheiderbaches in Castrop-Rauxel.

Was auf den Bildern nach unberührter Natur aussieht, ist

das Ergebnis guter Planung und Ausführung. »Durch den

enormen Grad an Industrialisierung existieren im Ruhrgebiet

kaum naturbelassene Flächen oder Flussläufe. Mit dem

Strukturwandel wächst der Bedarf, Landschaft zurückzugewinnen

und zu schützen«, weiß Ludwig Scheidtmann.

Investitionen

ins Grüne.

Seien wir ehrlich, so richtig grünt es noch nicht

im Ruhrgebiet. Aber Ludwig Scheidtmann arbei-

tet daran. Dabei wundert er sich manchmal über

die Menschen. Sie wünschen sich weiße Weih-

nachten, aber um Punkt sieben Uhr erwarten

sie geräumte Straßen und Gehwege. Die Natur

finden sie wichtig. Nur nass und schmutzig sollte

sie nicht sein. Das könnte dem Garten- und Land-

schaftsbauer Ludwig Scheidtmann eigentlich

recht sein. Ist es aber nicht.

Ein Olivenbaum mitten im Haus.

Eine der verrückten Ideen von Ludwig

Scheidtmann (rechts). Norbert Schutta

(Mitte), sein Firmenkundenbetreuer,

sieht in der Kreativität des Landschaftsbauers

einen Grund für den langjährigen

Erfolg.

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Ludwig Scheidtmann wächst mit der Sparkasse

Nicht immer geht es darum zu renaturieren. Auf der Halde

Hoheward realisierten die Landschaftsbauer die ringförmigen

Promenaden und Zugangswege für Fußgänger und

Radfahrer.

Urgroßvater errichtete hier seinen Betrieb, ich lebe hier, mei-

»Solche Großprojekte laufen grundsätzlich interdisziplinär

ab. Die Aufträge kommen meist von öffentlichen Trägern,

wie Städten, Landschaftsverbänden oder dem Regionalverband

Ruhr. Die schreiben Wettbewerbe aus, an denen

sich Planungsbüros oder Landschaftsarchitekten beteiligen«,

schildert Ludwig Scheidtmann das Procedere. »Wenn es gut

läuft, steigen wir schon während der Planungsphase in ein

Projekt ein und arbeiten dann mit den Architekten, Ingenieuren,

anderen Baufirmen oder Spezialisten, wie Biologen,

zusammen.«

Mit der Dimension der Aufgaben wuchsen das Unternehmen

und die Beziehung zur Sparkasse. Der Urgroßvater gründete

eine Gärtnerei, sein Urenkel führt eine Unternehmensgruppe

mit 100 Mitarbeitern und ebenso vielen Fahrzeugen. »Mein

ne Kinder wurden hier groß«, argumentiert Ludwig Scheidtmann,

»für mich kommt nur ein Partner aus der Region in

Frage.«

»Landschaftsbau bedeutet mehr als Rasen

pflanzen und eine Hecke drum herumziehen.

Wir sind eine Art Generalunternehmer

im Außenbereich.«

Der Investitionsbedarf steigerte sich, weil das Unternehmen

mehr und mehr Leistungen anbietet. »Öffentliche Träger, aber

auch Firmen lagern Serviceleistungen aus. Die Grünanlagen,

die wir planen und anlegen, pflegen wir auch. Wir reinigen

oder reparieren Wege und übernehmen den Winterdienst«,

zählt Ludwig Scheidtmann auf. So sehr er bei Projekten die

Phase der Ideenfindung genießt, so wichtig nimmt er diese

neuen Aufgabenbereiche. Ein wichtiger neuer Bereich ist auch

das Freiflächenmanagement.

Ludwig Scheidtmann liegt die Natur sehr am Herzen und in

dem Unternehmer steckt auch der Gärtner. »Im Berliner Regierungsviertel

wachsen jede Menge neu gepflanzter Eichen

und Linden«, erzählt er von einem Besuch in der Hauptstadt,

»die weisen schon jetzt irreparable Schäden auf, weil sie niemand

wässert. Mit etwas Glück steht ein Baum in der Stadt auf

einer vier Quadratmeter großen Pflanzfläche – in einem ansonsten

vollständig versiegelten Boden. Wie soll so ein Baum

an Wasser kommen?«

Wenn in dem Unternehmer ein Gärtner steckt, dann steckt

in dem wiederum noch ein Naturbursche. Und der bedauert,

Spielplätze nach ISO-Normen bauen zu müssen und dass

Kinder eine Eiche nicht von einer Buche unterscheiden können.

Die Welt von Ludwig Scheidtmann ist grün, alles Denken

und Arbeiten richtet sich auf die Natur.

»Die Auswahl und Zusammenstellung von Pflanzen erfordert

ein Riesenwissen. Gerade weil Pflanzen leben, wachsen,

blühen. Im Gegensatz zu einem Architekten beschäftigen einen

Landschaftsbauer dynamische Prozesse«, sagt Ludwig

Scheidtmann, »wir stellen immer erst 10, 15 oder 20 Jahre

später fest, ob wir alles richtig gemacht haben. Man braucht

eine enorme Vorstellungskraft, um die richtigen Pflanzen an

den richtigen Ort zu setzen, damit Jahre später ein beeindruckender

Park entsteht.«

So wie man erst heute, über 20 Jahre nach dem Start der Internationalen

Bauausstellung, wahrnimmt, wie sich die Industrielandschaft

Ruhrgebiet in eine Kulturlandschaft verwandelt

hat.



Projekt »Sanierung Rathaussee« in Marl.

Bauherr: Stadt Marl, Planungs- und Umweltamt, Liegnitzer Straße 5, 45768 Marl,

Ansprechpartner: Frau Thume und Herr Fischer, Planung und Bauleitung: Dipl.-

Ing. Andreas Freese, Landschaftsarchitekt AKNW/BDLA, Trogemannstraße 4, 45772

- 26 - Marl, Ansprechpartner Planung: Herr Freese, Herr Großmann, Ansprechpartner

Bauleitung: Herr Danne

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Sparkasse intern

Kein Girokonto ist cool.

Nicht einmal

das der Sparkasse.

»Für Mitarbeiter der Sparkasse ist der verantwortungsvolle

Umgang mit Geld selbstverständlich«, sagt Detlef Juraschek,

»im Beruf wie im Privatleben. Doch manchen Menschen fällt

es schwer, in finanziellen Dingen den Überblick zu behalten.

Die Berater der Sparkasse helfen ihren Kunden in einer solchen

Situation, zum Beispiel mit einem Haushaltsplan. Mit

dessen Hilfe lernen Kunden mit finanziellen Problemen, ihre

Einnahmen und Ausgaben in der Balance zu halten.«

Im besten Fall bringen Eltern ihren Kindern bei, wie man richtig

mit Geld umgeht. »Fehlt den Eltern diese Kompetenz, finden

die Kinder keinen Zugang dazu, denn auch im Schulunterricht

ist das Thema nicht verankert«, bedauert Detlef

Juraschek. »Als Sparkasse liegt es in unserem Interesse, dem

zu begegnen. Wir sind der Region und den Menschen verpflichtet

und deshalb engagieren wir uns. Für uns zählt dieses

Engagement zu unserem öffentlichen Auftrag.«

Die Sparkasse Vest organisiert in 70 von 80 Grundschulen in

ihrem Geschäftsgebiet das sogenannte Schulsparen, um die

Kinder frühzeitig bei der Entwicklung eines Sparsinns zu unterstützen.

Darüber hinaus stellt sie den Schulen ein von Pädagogen

erarbeitetes Paket mit Unterrichtsmaterialien zur

Verfügung und gestaltet auf Wunsch von Lehrern einzelne

Unterrichtsstunden. »Die didaktischen Angebote werden wir

in Zukunft deutlicher in das Blickfeld rücken«, verspricht Detlef

Juraschek, »denn die Sparkasse kann beim Thema Finanzen

Ähnliches leisten wie die Krankenkassen. Die werben bereits

in Kindergärten und Grundschulen für Sport und eine

gesunde Ernährung.«

coolcash = 32 %

Startgiro = 49 %

Giro Uno = 12 %

Giro X-tra X-TENSION = 7 %

Rund 35.000 junge Menschen

haben sich für ein Girokonto der

Sparkasse entschieden.

»Bei jüngeren Kindern können wir auf eine spielerische Art

einen Grundstein legen: Besichtigen Grundschüler unsere

Geschäftsstellen, dürfen sie den großen Tresor öffnen, in

dem sich manchmal das »Gold« in Form von Orangensaft

stapelt«, sagt Detlef Juraschek. »Eine solche emotionale Verbindung

zu 14-Jährigen aufzubauen, fällt deutlich schwerer.

Wenn wir ein Konto für Jugendliche coolcash nennen, hilft

es ihnen, ihr Produkt in unserem Angebot zu finden. Aber

das macht weder das Girokonto noch die Sparkasse cool, da

darf man sich nichts vormachen.«

»Jugendliche, die mit Geld umgehen

können, treffen als Erwachsene

nachvollziehbare Finanzentscheidungen.«

Die Sparkasse investiert in Kontomodelle für Schüler, Auszubildende

und Studenten aus sozialer Verantwortung und um

sie langfristig als Kunden zu gewinnen. Um diese erste Kundenbeziehung

zu festigen, entwickelt sie rund um die Konten

ein emotionales und informatives Programm. »Schon

jetzt gibt es die Internetportale coolcash-re.de und s-pool.de

und für die nahe Zukunft starten wir eine Reihe von regionalen

Veranstaltungen«, erläutert Detlef Juraschek die Pläne der

Sparkasse. »Kinotage zum Beispiel oder Knax-Olympiaden für

die Jüngsten.«

»Neben den emotionalen Kontakten sprechen wir ältere Jugendliche

zunehmend rationaler an. Wir stellen ihnen Informationen

zur Verfügung, die in ihrer Situation wichtig sind.

Unter anderem, wie man sich erfolgreich bewirbt«, erklärt

Detlef Juraschek. »Gedacht wird aktuell auch an eine Potenzial-Analyse,

die hilft, Vorlieben zu erkennen, um den passenden

Beruf zu finden.«

Je erwachsener das Gegenüber, desto individueller fällt die

Betreuung aus. »Ein Lehrling, der in die erste eigene Wohnung

zieht, stellt andere Fragen als ein Student, der über ein

Auslandssemester nachdenkt«, sagt Detlef Juraschek. »Was

beide vereint, ist der Wunsch nach einem verbindlichen Partner,

mit dem sie von Angesicht zu Angesicht über ihre finanziellen

Entscheidungen sprechen können. Darin unterscheiden

sie sich nicht von älteren Menschen. Im Gegensatz

zu denen erwarten sie von der Sparkasse die Kommunikationskanäle

und die technische Mobilität, die ihrem Alltag

entsprechen.«

Die Gruppe von jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 30

Jahren ist unüberschaubar heterogen. Trotzdem ist Detlef

Juraschek in einem Punkt sicher: »Wir können diesen

Menschen zeigen, dass die Sparkasse keine 08/15-Bank ist,

sondern sich engagiert und Verantwortung in der Region

übernimmt. Neben der Bedienung modernster Kommunikationswege

benötigen wir daher einen Strauß emotionaler

Kundenveranstaltungen. Junge Erwachsene wollen Nähe,

stabile soziale Netzwerke und Leitlinien, um sich an ihnen zu

orientieren. Damit können wir punkten.«

Kurzzeitig wollte Detlef Juraschek einmal

Grundschullehrer werden. Doch er blieb der

Sparkasse treu, studierte Betriebswirtschaft

an der Sparkassenakademie und leitet heute

den Regionalmarkt im Ostvest. Dazu zählen

23 Filialen und 200 Mitarbeiter in den Städten

Castrop-Rauxel, Datteln, Oer-Erkenschwick und

Waltrop. Detlef Juraschek braucht den direkten

Kontakt zu Menschen. Vermutlich wäre er

ebenso ein guter Lehrer geworden.

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Steinke + Zils bauen auf die Sparkasse

Über den Moment

hinaus gestalten.

Damals, nach dem Studium, profitierten Rainer Steinke

und Jürgen Zils von der Existenzgründungsförderung der

Sparkasse. Heute profitiert die Sparkasse vom Erfolg des

Architekturbüros Steinke + Zils. Direktor Jörg Thiele von

der Sparkasse schätzt es sehr, dass die beiden Architekten

von einer gleichberechtigten Partnerschaft sprechen.

Inmitten ihrer Baustelle im Kardinal-von-Galen-Haus der

Caritas erzählen die Architekten von aktuellen Projekten

und machen sich Gedanken über die Baukultur im Revier.

Am Objekt erläutern die Architekten ihr Konzept.

Jörg Thiele, Direktor für das regionale Firmenkundengeschäft

West, trifft Jürgen Zils und Rainer Steinke im

Kardinal-von-Galen-Haus (von links).

Modernisierung und Umbau Kardinal-von-Galen-

Haus, Herten, Bauherr: Kath. Kirchengemeinde St.

Maria Heimsuchung, Feldstraße 252, 45701 Herten

und Caritasverband für das Dekanat Herten e. V., Hospitalstraße

11–13, 45699 Herten

Akquisitionsverfahren / Architektenwettbewerb

(1. Preis) »Schaffung neuer Lebensräume« in fünf öffentlich

geförderten Hausgemeinschaften im Bestand

des Kardinal-von-Galen-Hauses in Herten-Langenbochum.

Das bestehende Altenwohn- und Pflegeheim

aus den Jahren 1954 bzw. 1982 wird konzeptionell

und baulich weiterentwickelt. Der Entwurf nimmt

die vorhandenen Qualitäten und die Baustruktur

des Hauses auf, stellt diese heraus und erweitert sie

mit einfachen und gezielten Neubaudetails. Bei einer

Realisierung in zwei Bauabschnitten entstehen

vier Wohngruppen mit je zwölf Einzelzimmern, eine

Wohngruppe mit zehn Einzelzimmern, fünf Einzelzimmer

im Erdgeschoss für mobilere Bewohner und ein

Kapellenneubau in direkter Anbindung an den Eingangs-

und Veranstaltungsbereich. Transparenz und

Offenheit prägen die neuen Raumeindrücke. Planung

2008–2009, Realisierung/Bezug 1. BA 2010, 2. BA

2010/2011 (beide Abb. auf dieser Seite).

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Steinke + Zils bauen auf die Sparkasse

Neubau Betriebsgebäude mit Lagerhalle.

Bauherr: W.T.V. Bodenbeläge für Messezwecke GmbH,

Burgstraße in Bochum-Wattenscheid,

Errichtung eines Neubaukomplexes, bestehend aus einer

Lagerhalle (ca. 4.000 m²) mit angrenzendem Verwaltungs-/

Bürobereich (ca. 350 m²) und einer Wohneinheit zur privaten

Nutzung. Die klare Struktur des Ensembles wird durch

die minimalistische und dynamische Architektursprache unterstrichen.

Gerade Linien und wenige Materialien zeichnen

den modernen Baukomplex aus. Planung 2010, Realisierung

ab 2011

»Die Schaffung von Lebensräumen für ältere Menschen ist

ein entscheidendes Thema unserer Zeit. Anders als bei Kindergärten,

die wir begreifen, weil wir eigene Kinder haben,

kann man sich das Know-how für den Bau eines Krankenhauses

oder einer Pflegeeinrichtung nicht mal eben aneignen

– sondern nur hart erarbeiten«, sagt Rainer Steinke, und

Jürgen Zils erinnert an eines der ersten Projekte für die Caritas:

»Wir erdachten ein Raumkonzept, das auf dem rhythmischen

Wechsel von Farben beruhte. Das sah klasse aus, sagte

auch die Caritas. Doch harte visuelle Kontraste stellen für

alte oder demente Menschen eine Barriere dar.«

Die Caritas weiß um die Wünsche von alten Menschen und

kennt die Anforderungen an eine Pflegeeinrichtung. »Von diesen

Erfahrungen profitierten wir«, erzählt Jürgen Zils, »wir vermieden

nicht nur Fehler, sondern erreichten in der Zusammenarbeit

neue und gute Architekturlösungen für eine bessere

Pflege wie für eine bessere Wohnsituation.« »Die intensive Zusammenarbeit

fordert uns und bringt manchmal Kontroversen

mit sich. Im Gegensatz zu privaten Bauvorhaben treffen

hier

deutlich mehr Anforderungen aufeinander«, sagt Rainer

Steinke. Doch er gewinnt solchen Diskussionen eine positive

Seite ab: »Die Reibung setzt die Energie frei, die nötig ist, um

Neues zu schaffen.« Mittlerweile besitzt das Architekturbüro im

Bereich des altersgerechten Wohnens eine hohe Kompetenz.

Doch Steinke + Zils arbeiten genauso gut in anderen Bereichen:

sie bauen Kindergärten und Schulen, realisieren Einfamilienhäuser

und sanieren Kirchen.

Jürgen Zils erklärt, warum die Diversifizierung für das Büro

wichtig ist: »Als Spezialist erblindet man irgendwann und

entwickelt sich nicht weiter. Die unterschiedlichen Arbeitsfelder

befruchten sich gegenseitig. Und natürlich machen sie

den Arbeitsalltag spannender – nicht nur für uns, auch für

unsere Mitarbeiter.« Spannende Aufgaben sehen die beiden

Architekten nicht allein in den deutschen Metropolen, sondern

ebenso gut im Ruhrgebiet.

»Natürlich ist das Ruhrgebiet aus der Sicht eines Architekten

völlig heterogen«, stellt Rainer Steinke fest, »gerade dadurch

entstehen unsere Aufgaben. Uns fehlt ein historischer Baubestand,

dafür besitzen wir eine einmalige Industriearchitektur.

Unsere Städte schrumpfen, aber Kunst und Kultur explodieren.

Wir wollen beratend und gestaltend an der Aufgabe

mitwirken, einer veränderten Demografie und Stadtlandschaft

zu begegnen.«

Das Ruhrgebiet braucht sich nicht zu verstecken.

Dass wir unsere guten Seiten nicht

andauernd in den Vordergrund kehren,

kann man getrost als Stärke sehen.

Auf der Suche nach einer Form für ein Bauvorhaben am

Marktplatz in Recklinghausen kreisen die Überlegungen

der beiden Architekten exakt um diese Fragen. »Der Investor

erwartet im innerstädtischen Kontext eine wirtschaftliche

Lösung und effiziente Flächennutzung«, erläutert Jürgen

Zils die unterschiedlichen Anforderungen. »Die Stadt

erwartet eine Lösung, die sich in ihr städtebauliches

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»Die Entwürfe von Steinke

+ Zils haben mich begeistert.

Die Finanzierung mit meiner

Sparkasse ist nach den

Jahrzehnten der guten Zusammenarbeit

ohnehin

selbst verständlich.«

Hugo Ibing

Neubau Geschäftshaus, Breite Straße 7 in Recklinghausen

Bauherr: IBA Ibing GmbH, Reitzenstraße 4 in 45657 Recklinghausen

Der klare Neubaukörper und die moderne Interpretation der Geschäftshausarchitektur

mit einer eigenständigen und ausdrucksstarken

Formensprache vermitteln zwischen den prägenden voluminösen

Kaufhäusern und der kleinteiligen Altstadtbebauung. Der Neubau

nimmt an der Breiten Straße die vorhandenen Gebäudefluchten auf.

Die derzeitige zerklüftete Baustruktur entlang des Lampengässchens

erhält eine klare städtebauliche Kante. Im EG und OG ist ein Geschäftslokal

vorgesehen, das DG wird mit einer zusätzlichen Galerieebene

zu einem Büro ausgebaut. Im KG sind Neben- und Lagerräume

vorgesehen. Planung 2010, Realisierung 2011

Neubau eines Pavillons mit Mensa, Otto-Burrmeister

Realschule, Bauherr: Stadt Recklinghausen

Neubau eines eingeschossigen Pavillons für die Ganztagsschule.

Das Raumprogramm sieht einen Küchenbereich

mit Bistro und Nebenräumen, sowie einen Aufenthaltsraum

vor. Die zurückhaltende ortsübliche Materialität »harmonisiert«

die durchaus expressive formale Ausprägung des

Gebäudes. Planung 2009, Realisierung in 2010

Steinke + Zils bauen auf die Sparkasse

Gesamtkonzept

fügt und dem Denkmalschutz gerecht

wird. Die Bürger wiederum erwarten eine Lösung, die ihrem

Wunsch nach Identifikation und Lebensqualität entspricht.«

Die Liste der Erwartungen ist lang. Mit den ästhetischen Prämissen

der Architekten wächst sie um einen weiteren Aspekt.

Rainer Steinke formuliert den Anspruch des Büros: »Ein

Objekt, das nicht zur Kenntnis genommen wird, trägt nicht

zur kulturellen Entwicklung bei. Dabei geht es uns nicht um

Effekthascherei, sondern um die Qualität einer Gestaltung,

die über den Moment hinaus begeistert.« Mit dem Blick auf

Recklinghausen schließt Jürgen Zils an: »Architektur darf an

dieser Stelle nicht historisieren, um zu gefallen. Sie soll ihre

Entstehungszeit widerspiegeln und ihrer Funktion im Hier

und Jetzt nachkommen.«

»Mutige Entwürfe brauchen mutige Bauherren. Je mehr Projekte

in diesem Geist entstehen, umso eher setzt sich eine

gute Baukultur durch«, darin sind sich die beiden Architekten

einig.


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Und plötzlich besaßen wir ein Freibad.

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Prof. Dr. Philipp Walkenhorst interessiert sich nicht sonder-

lich für Geld. Deshalb freut er sich, dass Christina Lagatz aus

dem Private Banking der Sparkasse sich darum kümmert.

Na gut, reden wir nicht über Geld, sondern über das Parkbad

Süd, über bürgerliches Engagement und darüber, ob man im Leben an das Gute

glaubt oder das Schlechte unterstellt.

»Steck deine Interessen nicht in Geld,

sondern dein Geld in deine Interessen.«

Oliver Wendell Holmes sr.

Philipp Walkenhorst vertraut der Sparkasse

»Das Bad befand sich in einem gottverlassenen Zustand«,

sagt Philipp Walkenhorst. »Schon während des Betriebs investierte

die Stadt kaum mehr in die Instandhaltung. Doch

nach der Schließung verfielen das Becken, das Gebäude und

die Technik zusehends. Im Winter platzten die Leitungen,

weil keiner das Wasser abgestellt hatte. Niemand übernahm

die Verantwortung.« Währenddessen gedachte die Stadt,

das Gelände zusammen mit Teilen des Stadtparks zu verkaufen.

Ihr Investor schmiedete bereits Pläne für eine luxuriöse

Seniorenresidenz im Grünen.

»Generationen von Menschen, junge wie

alte, reiche wie arme, nutzten das Parkbad

im Sommer.«

Bei den Bürgern läuteten die Alarmglocken. »Eine derartige

Kommerzialisierung von bisher öffentlichem Raum mochten

viele nicht hinnehmen. Sie gründeten eine Bürgerinitiative,

aus der 1995 der Verein ›Hände weg vom Stadtgarten‹ hervorging«,

fasst Philipp Walkenhorst das Ende und den Neuanfang

des Parkbads zusammen. Er übernahm den Vereinsvorsitz

und hoffte wie die übrigen Bürger, das Freibad für die

Öffentlichkeit zu erhalten. Nur wie?

Das Bad entstand 1926 nahe der Zeche Erin für die Arbeiter

und Bürger der Umgebung. Doch es wurde nicht nur für die

Anwohner gebaut, sondern auch von den Anwohnern. In den

1920er Jahren litt die Weimarer Republik unter einer hohen

Arbeitslosigkeit. Um den Menschen eine Perspektive zu bieten,

förderte der Staat freiwillige gemeinnützige Arbeiten: in

Castrop-Rauxel den Bau des Parkbads Süd.

»Die stadt- und kulturhistorische Dimension«, sagt Philipp

Walkenhorst, »machten wir zu unserem ersten Argument für

den Erhalt. Die Architektur, die ganz einmalig ist so fern der

Küste, machten wir zu unserem zweiten Argument.« Dem

folgten die Landesdenkmalpflege in Münster wie die Landesregierung

in Düsseldorf und stellten das Parkbad und

den Stadtgarten unter Denkmalschutz. »Wir freuten uns riesig«,

erinnert sich der Vereinsvorsitzende, »stellten aber

gleichzeitig fest, dass wir in der Verantwortung standen.«

Mit der Verantwortung wuchs die Erkenntnis, dass die Wiederaufnahme

des Badebetriebes unerschwinglich war. Zu

der Zeit startete die Internationale Bauausstellung Emscherpark

das Projekt ›Initiative ergreifen‹. Ihr Ziel lautete, bürgerliches

Engagement zu stärken. »In dieser Idee fanden

wir uns wieder«, sagt Philipp Walkenhorst. Der Verein erarbeitete

einen Antrag, der die Sanierungspläne beschrieb

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Zu Besuch im Parkbad Süd:

Steven Baginski, Geschäftsführer der

Gastronomie im Parkbad, Christina Lagatz

aus dem Private Banking der Sparkasse

und Philipp Walkenhorst mit unserem

Autor (von links).

Schlemmen statt Schwimmen.

Im Winter wie im Sommer lockt

das Gastronomieangebot in das

ehemalige Freibad.

Philipp Walkenhorst vertraut der Sparkasse

und

vorsah, das verlorene Schwimmbad als öffentlichen

Anziehungspunkt durch ein gutes Kulturangebot zu

kompensieren.

Um das Kulturprogramm zu finanzieren, sollte die alte Hausmeisterwohnung

im ersten Geschoss vermietet und eine

neu geschaffene Gastronomie verpachtet werden. »In dieser

Zeit führten wir Vereinsmitglieder heftige Debatten«, erinnert

sich Philipp Walkenhorst, »denn nicht alle Mitglieder

wollten die Idee einer begrenzten Kommerzialisierung mittragen.

Es schien ihnen nicht mit unserem ursprünglichen

Anliegen vereinbar.«

Die Verantwortlichen der Internationalen Bauausstellung reagierten

begeistert auf den Park und die Architektur und stellten

1,35 Mio. D-Mark für die Sanierung zur Verfügung. Die

Vereinsmitglieder versprachen die eigene Arbeitskraft einzubringen

und der Professor stand mit dem Presslufthammer

auf der Baustelle und knatterte die baufälligen Sanitärgebäude

weg. »Zwei Jahre dauerte die Bauphase und im Jahr 2001

eröffnete das neue Parkbad Süd«, berichtet Philipp Walkenhorst.

»In diesem Jahr feiern wir den zehnten Geburtstag.«

Am Ende der Geschichte findet sich noch eine schöne Parallele

zum Jahr 1926. Wie damals bauten 1999 an dem neuen

Parkbad engagierte Castrop-Rauxeler Bürger mit. »Aktuell

arbeiten immer noch Menschen auf dem Gelände, die auf

dem Arbeitsmarkt keinen Platz mehr finden«, erzählt Philipp

Walkenhorst. »Sie pflegen das Grün, errichten einen neuen

Spielplatz und genießen im Parkbad einen geschützten Raum.«

»Ich will mir meinen hellen Tag nicht

dunkel machen, weil ich mich frage,

ob meine Beraterin wohl die richtigen

Entscheidungen trifft.«

»Irgendwann fassten wir Mut und baten die Sparkasse um ihre

Hilfe. Denn nach der Sanierung fehlten uns die Mittel, die

Veranstaltungsräume einzurichten«, fährt Philipp Walkenhorst

fort, »wir besaßen weder Tische noch Stühle noch Lampen.«

Die Sparkasse unterstützte den Verein und wenn Philipp

Walkenhorst nicht bereits Kunde der Sparkasse gewesen wäre,

dann spätestens zu diesem Zeitpunkt. »Mir gefällt das gesellschaftliche

Engagement der Sparkasse. Davon profitiert ja

nicht allein das Parkbad, sondern der gesamte Kreis«, sagt er

und räumt lachend ein: »Daneben bin ich schlicht egoistisch.

Ich kümmere mich nicht wirklich gern um finanzielle Angelegenheiten.

Wenn es jemanden gibt, dem ich vertraue, lege ich

das liebend gern in seine Hände.«


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Für Menschen

zählt nicht allein

das Preisschild.

»Das war einmal«, lacht Friedrich Dehos und sieht auf die

Pfeifen, die unberührt im Regal stehen, »die Welt verändert

sich. Das Statistische Bundesamt sagt, drei Viertel der Bevölkerung

sind heute Nichtraucher.« Demografisch relevante

Veränderungen spielen eine bedeutende Rolle in der Arbeit

des Personalleiters. »Was die Pisa-Studie alle drei Jahre neu

dokumentiert, beschäftigt uns augenblicklich bei der Suche

nach Auszubildenden. Noch finden wir geeignete Kandidatinnen

und Kandidaten, aber wir suchen deutlich intensiver

und länger nach ihnen.«

Impressionen vom Gesundheitstag

für die Mitarbeiter der Sparkasse Vest

im Glashaus in Herten.

»Der Demografie entsprechend entwickeln sich neue Funktionen

des Personalressorts«, sagt Friedrich Dehos, »die Verwaltungsaufgaben

bleiben bestehen, aber wir werben und

kümmern uns intensiver um die Mitarbeiter, zum Beispiel im

Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Dass

dies auch den Nerv unserer Mitarbeiter trifft, zeigen die über

700 Teilnehmer an verschiedenen Informationsveranstaltungen

rund um das Thema Gesundheit. Wir informieren darüber

hinaus vor Ort in den Schulen über die Ausbildung und

laden zu berufsvorbereitenden Praktika ein. Wir bieten Trainee-Stellen

und begleiten die Mitarbeiter aktiv durch ihr Berufsleben,

unterstützen sie in Fragen der persönlichen Weiterentwicklung

oder der beruflichen Qualifikation. Hierdurch

tragen wir wesentlich zur Unternehmenskultur bei.«

Friedrich Dehos leitet die Personalabteilung der Sparkasse Vest

Recklinghausen. Als er 1995 von einer der großen deutschen

Banken zur Sparkasse wechselte, beeindruckte ihn die Art, wie seine

Kollegen ihn aufnahmen. Heute schickt er neue Mitarbeiter guten

Gewissens in das Unternehmen. Er weiß, dass er sich auf die positive

Unternehmenskultur verlassen kann.

Fakt ist, die Bevölkerungszahlen im Ruhrgebiet und auch im

Vest sinken. Das trifft uns nicht nur als Arbeitgeber, sondern

ebenso als Unternehmen, das von der Beziehung zu den

Kunden lebt. Wollen wir unsere Marktposition im Vest halten,

müssen wir uns für Mitarbeiter und Kunden gut aufstellen.

Die Unternehmenskultur ist ein Schlüssel dazu.«

»Die positive Unternehmenskultur

ist eines der Pfunde, mit denen wir

wuchern können.«

Das Bildungsniveau stellt nur einen Faktor der Suche nach

Nachwuchskräften dar. Friedrich Dehos nennt weitere Aspek-

»Arbeitnehmer schätzen die Sicherheit des Arbeitsplatzes

te: »Das Berufsbild des Bankkaufmanns wandelt sich. Heute

oder unsere Verankerung in der Region. Kunden honorieren

steht mehr und mehr der aktive Vertrieb von Bankprodukten

das Engagement unserer Mitarbeiter.« Das macht Friedrich

im Mittelpunkt der Arbeit. Hinzukommend wandelt sich auch Die gute Atmosphäre bei der Sparkasse freut den Personal-

Dehos sicher: »Für Menschen zählt nicht allein das Preis-

die Berufslandschaft. Durch die Informationstechnologie zum leiter: »Die positive Unternehmenskultur ist eines der Pfunschild.

Gerade weil wir mehr im Blick haben als das eigene

Beispiel, entstanden in den letzten beiden Jahrzehnten neue de, mit denen wir wuchern können. Dennoch beschäfti-

betriebliche Wachstum, sprechen wir von »Gut für die Regi-

Tätigkeitsfelder, die dem Bankkaufmann Konkurrenz machen.« gen wir uns intensiv mit den demografischen Perspektiven.

on«. 2011 und in der Zukunft.«


Sparkasse intern

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Die Tempelmann Unternehmensgruppe investiert mit der Sparkasse

Fürst Leopold kehrt zurück.

Was eine Tandemmaschine in Doppelzwillingsanordnung sein könnte, wusste Ralf Ehlert

nicht. Damals jedenfalls nicht, als die Tempelmann Gruppe erste Überlegungen anstellte,

ob und wie das ehemalige Gelände der Zeche Fürst Leopold zu revitalisieren sei.

Heute erklärt er Besuchern ganz nebenbei, wie die beiden Antriebsaggregate aus den

Jahren 1912 und 1913 funktionieren. Doch eigentlich ist Ralf Ehlert Geschäftsführer der

Prisma Immobilien GmbH, die zur Tempelmann Unternehmensgruppe zählt, und ist

mitverantwortlich dafür, dass nordöstlich der Dorstener Mitte ein neuer Stadtteil entsteht.

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Die Tempelmann Unternehmensgruppe investiert mit der Sparkasse

»530.000 Quadratmeter groß ist das Gelände«, erzählt Ralf

Ehlert, »es gibt Gemeinden, die sind kleiner.« Auch der berühmte

Vergleich mit der Größe eines Fußballplatzes hilft da

nicht weiter. Wer kann sich schon 74 Plätze nebeneinander

vorstellen? »Wir konzentrieren uns aktuell auf eine zwölf Hektar

große Fläche im Kern des Geländes. Dort steht das Ensemble

von denkmalgeschützten Industriegebäuden der

ehemaligen Zeche. Diesen Kern entwickeln wir zu einem Kreativ-Quartier«,

führt Ralf Ehlert in das aufwändige Immobilienprojekt

ein.

»Wir wollen, dass auf dem Gelände

etwas los ist. Das überlassen wir nicht

dem Zufall.«

Um der historischen Bedeutung und der Idee für einen Kulturstandort

gerecht zu werden, gründete der Unternehmer

Jürgen Tempelmann die Ruhrstadt Stiftung. Deren Stiftungsziel

liegt zum einen im Erhalt von denkmalgeschützten Gebäuden,

zum anderen in der Förderung von Kunst, Kultur, Erziehung

und Bildung. Auf Fürst Leopold lassen sich beide

Zielsetzungen miteinander verknüpfen. Mit den Mitteln, die

durch die Verpachtung und den Verkauf einzelner Flächen

entstehen, sichert die Ruhrstadt Stiftung langfristig das kreative

Herz des Quartiers.

Das Herz des Kreativ-Quartiers: In der alten Lohnhalle

entstehen Atelierflächen für Künstler und Kreative.

»Bis dahin ist es noch ein gutes Stück Arbeit«, weiß Ralf Ehlert,

»doch in einem der Torhäuser arbeiten bereits Unternehmer

aus der Musikbranche. Das ist möglich, weil dieser

Teil des Geländes nicht unter der Bergaufsicht steht.« Das

Bundesberggesetz verpflichtet den Eigentümer, im Fall von

Fürst Leopold die Ruhrkohle AG, ein von ihm genutztes Gelände

wieder in den Ursprungszustand zu versetzen. Von

dem Gelände und den Gebäuden darf keine Gefahr mehr

ausgehen. Erst nach einer Prüfung durch das Bundesbergamt

kann ein neuer Eigentümer das Gelände nutzen.

Ralf Ehlert ist guter Dinge: »In diesem Frühjahr fällt die Bergaufsicht

für die übrige Fläche weg und wir realisieren das Kreativ-Quartier

noch in diesem Jahr. Das müssen wir schaffen,

denn im Sommer zählt Fürst Leopold zu den Spielorten der Extraschicht.«

Das betrifft die alte Lohnhalle und die ehemalige

Kaue. Dieser Komplex bildet den architektonischen wie den

konzeptionellen Mittelpunkt des Quartiers. Dementsprechend

lautet die neue Adresse schon bald: Fürst-Leopold-Platz 1.

»In der Lohnhalle entstehen Atelierflächen für Künstler und

Kreative«, kommt Ralf Ehlert auf das Nutzungskonzept zu

sprechen, »für diese Flächen suchen wir professionelle

Zu Besuch auf der Zeche: Frank Werner und Hans-Jürgen Brock

von der Sparkasse treffen Ralf Ehlert und Dirk Buttler,

den Vorstand Ruhrstadt Stiftung (von links nach rechts).

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Beeindruckende Dimensionen: Die Waschkaue dient

zukünftig als Veranstaltungshalle.

Künstler,

also Kunstschaffende, die von ihrer Arbeit leben.

Im Gegenzug zu attraktiven Mietkonditionen erwarten

wir deren Engagement, an der Vitalität des Quartiers mitzuwirken.

Zum Beispiel indem sie Ausstellungen organisieren

oder Workshops anbieten.«

In der ehemaligen Kaue sieht das Team der Tempelmann

Gruppe eine perfekte Veranstaltungshalle. »Mit über 2.600

Quadratmetern Grundfläche, einer Höhe von 30 Metern und

3.500 Bergmannskörben an der Decke bietet die Kaue ein

beeindruckendes Raumerlebnis«, schwärmt Ralf Ehlert, »ergänzen

werden wir den Bereich der Lohnhalle und Kaue mit

einer Galerie, einer Oldtimer-Ausstellung und einigen gastronomischen

Angeboten. Daneben vermieten wir einzelne

Flächen an Unternehmen aus der Kreativwirtschaft, um das

Areal lebendig zu halten.«

Über das Kreativ-Quartier hinaus plant das Unternehmen

langfristig eine Diskothek und weitere Wohn- wie Gewerbeflächen.

Aber auch städtische Einrichtungen wie ein Jugendzentrum

oder ein attraktiver Festplatz für Dorsten sind

im Gespräch. »Wir reden aktuell mit diversen Partnern wie

dem Dorstener Stadtbaurat, der Industrie- und Handelskammer

oder dem Regionalverband Ruhr. Unsere Arbeit verläuft

parallel zu der Freigabe durch die Bergaufsicht und der

verkehrstechnischen Erschließung des Geländes durch die

Ruhrkohle AG und die Stadt Dorsten«, sagt Ralf Ehlert.

Daneben kooperieren die Immobilienentwickler mit der Industriedenkmal

Stiftung und dem Verein für Bergbau-,

Industrie- und Sozialgeschichte aus Dorsten. Der Verein

übernimmt die Pflege des Maschinenparks – in der Fördermaschinenhalle

stehen die beiden funktionsfähigen Tandemmaschinen

aus den Jahren 1912 und 1913. Gemeinsam

mit dem Verein erarbeitet Ralf Ehlert ein Konzept, um das

Ensemble in öffentlichen Führungen zu präsentieren.

»Unser Ziel ist es, das gesamte Revier rund um Fürst Leopold

langfristig in einen lebendigen Stadtteil zu verwandeln.

Einen Ort zum Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Leben mit

dem Kreativ-Quartier im Zentrum«, skizziert Ralf Ehlert die

Vision hinter dem Projekt und ergänzt: »Um das Revier in allen

Aspekten attraktiv zu gestalten, streben wir zum Beispiel

die CO₂-Neutralität an. Außerdem berät uns ein Biologe

in der Frage nach einer regionaltypischen und ökologisch

sinnvollen Bepflanzung. Solche Dimensionen lassen sich nur

angehen, wenn man das gesamte Areal in die Planung einschließt.

Zu Beginn mussten wir sehr dafür kämpfen, die

Beteiligten für diese ganzheitliche Sicht auf die Dinge zu

sensibilisieren.«

Das Vorhaben ist nicht allein aufgrund der Quadratmeterzahl

eine Herausforderung. Ralf Ehlert gesteht: »Auch für

uns stellt Fürst Leopold eine Art Pilotprojekt dar. Die Diskussionen,

die wir im Vorfeld führten, waren – rückblickend betrachtet

– fruchtbar. Das Ergebnis, das wir gemeinsam mit

der Stadt und Institutionen wie der Industrie- und Handelskammer

erarbeiteten, ist ganz eindeutig vollständiger.«

Die Tempelmann Gruppe realisiert unterschiedlichste Immobilienprojekte,

darunter befanden sich schon früh ungewöhnliche

Objekte. »Die Sanierung und Umnutzung von

Schulgebäuden zum Beispiel traute sich niemand zu«, erinnert

sich Ralf Ehlert. »Mit der Sparkasse fanden wir einen

Partner, der diesen anspruchsvollen Weg mit uns ging. Die

Sparkasse begleitet uns seit 30 Jahren als Partner. In der Zusammenarbeit

entstehen immer wieder wertvolle Impulse,

die uns weiterbringen.«

»Dank der Sparkasse standen wir

in den Verkaufsverhandlungen gut da.

Das ist unbezahlbar.«

Ralf Ehlert wagt einen Ausblick auf die Zukunft: »Ein Projekt

wie Fürst Leopold steht beispielhaft für die Zukunft des

Ruhrgebiets. Kultur ist ein Weg, den Strukturwandel positiv

zu begleiten und insbesondere jungen Menschen eine Perspektive

aufzuzeigen. Deshalb gilt das Engagement der Ruhrstadt

Stiftung – die im Übrigen mit der Unterstützung der

Sparkasse entstand – nicht nur dem Bestehenden, sondern

ebenso dem Zukünftigen.«


Die Tempelmann Unternehmensgruppe investiert mit der Sparkasse

Gestern Industriestandort, morgen Kreativ-Quartier:

Die beiden Torhäuser an der Haltener Straße markieren

den Eingang zum Zechengelände.

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Zu Gast im Schleusenpark

Die Museumsinsel.

Die in Waltrop, nicht die in Berlin.

Noch ist auf dem Schild an der Autobahn nur das alte Schiffshebewerk zu sehen.

Doch 15.000 engagierte Bürger sind sich sicher: Der Schleusenpark Waltrop

muss Weltkulturerbe werden. Jetzt kämpft sich der Förderverein zur Rettung des

neuen Schiffshebewerks durch die Mühlen der Bürokratie und das Regelwerk

der UNESCO.

Die Restaurierung der alten Schachtschleuse wurde 1994 abgeschlossen.

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Zu Gast im Schleusenpark

Die vier Bauwerke im Schleusenpark Waltrop:

- Schiffshebewerk Henrichenburg, in Betrieb von 1899 bis 1970, Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe

- Alte Schachtschleuse, in Betrieb von 1914 bis 1989, unter Denkmalschutz

- Neues Schiffshebewerk, in Betrieb von 1962 bis 2005, vorläufig stillgelegt

- Neue Großschleuse, seit 1989 in Betrieb, ca. 3 Millionen Tonnen Güterumschlag im Jahr

Die neue Großschleuse, überwindet die 13,5 Meter

Höhenunterschied in 60 Minuten.

Das historische Schiffshebewerk Henrichenburg ist das

Flaggschiff im Schleusenpark Waltrop. Das Industriedenkmal

zählt zu den Landesmuseen des Landschaftsverbandes

Westfalen-Lippe. Beinahe 100.000 Besucher aus aller

Welt bestaunen jedes Jahr dieses Juwel historischer Ingenieurskunst,

das bis zu seiner Stilllegung eine Kanalstufe von

14 Metern überwand. Die wenigsten Besucher ermessen,

dass sich im Schatten seiner Türme ein einmaliges Ensemble

der Technikgeschichte befindet.

»Im kleinen Waltrop liegen vier Abstiegsbauwerke auf engstem

Raum nebeneinander. Das ist eine weltweit einmalige

Situation«, erläutert Herbert Niewerth. Er leitet den Museumsstandort

Henrichenburg auf einer Insel inmitten des

Dortmund-Ems-Kanals. Dort erleben die Besucher neben

dem alten Schiffshebewerk das neue Hebewerk und zwei

Schleusen in Aktion. »Zumindest theoretisch«, schränkt Herbert

Niewerth bedauernd ein, »denn als die neue Schleuse

den Betrieb aufnahm, legte man die alte Schachtschleuse

still. Heute steht sie immerhin unter Denkmalschutz.«

Das große Sorgenkind des Museumsleiters ist das neue

Schiffshebewerk.

»Wir wollen das neue Hebewerk erhalten«, sagt der Vorsitzende

des Fördervereins Jürgen Siebert, »nicht als Denkmal,

sondern funktionstüchtig.« Einen ersten Erfolg erzielte der

Verein bereits: Er verhinderte den Abriss, der eine beschlossene

Sache war. »Der Beschluss zur Stilllegung erinnerte uns

an das Schicksal des alten Hebewerks. Damals fühlte sich

niemand zuständig, man zog einen Zaun um die Anlage und

ließ sie verwahrlosen«, erinnert sich Jürgen Siebert.

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Zu Gast im Schleusenpark

Der Schleusenpark auf dem Weg zum

Weltkulturerbe: Erich Holzinger, Direktor

der Sparkasse in Waltrop, Herbert Niewerth,

Museumsleiter, Stephan Rütt, unser Autor,

Jürgen Siebert, Vorsitzender des Fördervereins

(von links).

Der

Schleusenpark besitzt das Potenzial zum Weltkulturerbe,

davon sind die beiden überzeugt. »Das neue Hebewerk

mit seiner Schwimmerhebetechnik ist weltweit die

letzte betriebsbereite Anlage ihrer Art«, sagt Museumsleiter

Herbert Niewerth. »Auf unserer Insel stehen 100 Jahre

Kultur- und Technikgeschichte: die beiden Schleusen unterschiedlicher

Bauart, das historische Hebewerk aus dem

19. Jahrhundert und das neue Hebewerk. Nur zwei andere

Schleusenlandschaften in Europa bieten Vergleichbares.

Beide gehören schon zum Weltkulturerbe.«

Das alte Hebewerk musste in den

1980er Jahren mit viel Geld restauriert

werden. Je länger man heute wartet,

das neue Hebewerk instand zu setzen,

desto aufwändiger wird es.

»Unser Verein sammelte 15.000 Unterschriften zum Erhalt

des neuen Hebewerks«, berichtet Jürgen Siebert, »aber

erst das Stichwort Weltkulturerbe öffnete uns weitere Türen.

Heute stehen der Landschaftsverband, die Kanaldirektion

und das Bundesverkehrsministerium hinter der Initiative.«

Die Unterstützung ist notwendig, denn bis zum Status

des Weltkulturerbes ist es ein weiter Weg. »Fundierte Anträge

umfassen bis zu 500 Seiten«, sagt Herbert Niewerth,

»das kann nur ein wissenschaftlicher Referent des Landschaftsverbandes

leisten. Vor Ort kümmern wir uns um die

vorläufige Instandhaltung.«

Die Finanzierung erster Arbeiten ist gesichert. Das Bundesministerium

für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sicherte

dem Förderverein rund 800.000 Euro zu, die ansonsten

für die Stilllegung anfallen. »Natürlich dürfen wir das Geld

nicht einfach investieren«, erklärt Jürgen Siebert, »deshalb

hilft uns die Sparkasse, eine Stiftung zu gründen. Die erwirtschaftet

mit dem Kapital einen Anteil der Kosten für die

Instandhaltung des neuen Hebewerks.«

»Um den gesamten Schleusenpark als Weltkulturerbe zu erhalten,

benötigen wir einen zweistelligen Millionenbetrag«,

sagt Jürgen Siebert, »läuft alles nach Plan, kann es 2018

so weit sein.« Dann müsste auch das Autobahnschild, das

heute das Schiffshebewerk Henrichenburg ankündigt, neu

beschriftet werden. »Na ja«, lachen die beiden, »das wäre

wohl einer der kleineren Posten.«


Ein Aufzug für Schiffe – das Schiffshebewerk

Henrichenburg ist das

Flaggschiff im Schleusenpark Waltrop.

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Sparkasse intern

Dirk Würfel

wünscht gute

Unterhaltung.

Ob Nabucco im Xantener Amphitheater oder die Live-Übertragungen

aus der New Yorker Metropolitan Opera – Dirk

Würfel ist dabei. Zumeist als Zuschauer, einmal allerdings

stand er selbst auf der Bühne. »Na ja«, lacht er, »im Foyer der

Sparkasse, wo sonst?« Er kündigte Antonio Forcione an, ein

Gitarrenkonzert im Rahmen des Fringe Festivals. Die Sparkasse

fördert das Festival, das zum Programm der Ruhrfestspiele

zählt. Sechs Wochen im Jahr ist die Ruhrfestspiele

GmbH Dirk Würfels zweiter Arbeitgeber.

»Für sechs Wochen im Jahr ein Teil der

Festspiel-Crew: Das fühlt sich toll an.«

»Im Vergleich zur Sparkasse stellen die Festspiele eine andere

Welt dar. Sie ist spontaner, künstlerischer, familiärer«,

schwärmt der Kundenberater und freut sich, dass die Sparkasse

seine Liebe zur Kultur unterstützt. »Es geht mir nicht darum,

mehr Geld zu verdienen«, sagt er, »sondern darum, die

Aufführungen sehen zu können, die Menschen dahinter kennen

zu lernen: Organisatoren, Schauspieler, Techniker und die

übrigen Helfer. Obwohl ich nur die Eintrittskarten kontrolliere,

bin ich ein Teil der Festspiel-Crew. Das fühlt sich toll an.«

Seine Doppelrolle hilft den Festival-Machern und der Sparkasse

gleichermaßen. »Bei Veranstaltungen hier im Haus

kann ich mich frei bewegen und kenne die Ansprechpartner,

was die Organisation stark vereinfacht. Dazu achte ich auf

die Sicherheit«, erklärt Dirk Würfel. Sein Wissen um die Sicherheitsbestimmungen

kommt der Sparkasse während des

Festivals entgegen. Ebenso wichtig sind dem Unternehmen

das persönliche Engagement und das Verantwortungsbewusstsein

der Mitarbeiter.

Reizt ihn der Gedanke, selbst auf einer Bühne zu stehen?

»Nein, ich mag meine Arbeit und die kollegiale Atmosphäre

in der Sparkasse«, antwortet Dirk Würfel und ergänzt: »Viele

Künstler und Techniker arbeiten selbstständig und müssen

zusehen, ihr Auskommen zu finden. Ich schätze die Sicherheit,

die mir die Sparkasse bietet. Die Festspiele bilden einen

schönen Ausgleich zu Anzug, Hemd und Krawatte. Aber

wenn es nach mir geht, bleibe ich auch noch bis zur Rente

gern bei der Sparkasse.« Bis zur Rente, das sind immerhin

noch etwa drei Jahrzehnte für den Kundenberater.

Vor fast zwei Jahrzehnten startete Dirk Würfel

seine Ausbildung bei der Sparkasse Vest

Recklinghausen. Heute berät der Sparkassen-

betriebswirt die Kunden der Geschäftsstelle

am Königswall. Mit einigen Kolleginnen und

Kollegen arbeitet er in seiner Freizeit für die

Ruhrfestspiele. Warum macht er das?

Soziales: 1.135.000 Euro = 72,2 %

Kultur: 212.000 Euro = 13,5 %

Sport: 169.000 Euro = 10,7 %

Sonstiges: 57.000 Euro = 3,6 %

Spendentätigkeit der Sparkasse

Vest Recklinghausen 2010

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Zu Gast im Theater Marl

Ein Prozent Grimme,

neunundneunzig Prozent Theater.

Jedes Jahr überträgt der WDR die Verleihung des Grimme-Preises aus dem

Theater Marl und die ganze Stadt freut sich über das Stelldichein der Fernseh-

Prominenz. Doch ihr Theater verbinden die Marler zuerst einmal mit: Theater.

Das begeisterte Publikum und das engagierte Programm bescheren der Bühne

immer öfter ein volles Haus.

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Zu Gast im Theater Marl

»Momentan läuft es phänomenal gut. Im kommenden Sommer

bin ich zehn Jahre in Marl und dies scheint die beste

Saison zu werden, die ich hier erlebt habe«, sagt die Theaterleiterin

Claudia Schwidrik-Grebe, »aber es gehörte Mut

dazu, sich von alten Zöpfen zu trennen. Die ersten zwei Jahre

beschränkte ich mich darauf, den Betrieb zu beobachten.

Ich wollte zunächst die Strukturen, vor allem aber das Publikum

kennen lernen. Welche Stücke kommen gut an? Was

können wir besser machen? Erst dann begannen wir nach

und nach umzubauen.«

Neben großformatigen Inszenierungen in den klassischen

Sparten Schauspiel und Musiktheater zeigt das Haus heute

ambitioniertes Tanztheater. Zudem holt Claudia Schwidrik-

Grebe mehr und mehr Kleinkunst nach Marl. »Wir teilen die

Bühne und nutzen die Hinterbühne für Kammerspiele, Kabarett

oder Lesungen«, erläutert die Theaterleiterin ihr Konzept.

»Hinter dem eisernen Vorhang ist Raum für Neues. Der

kleine Rahmen erzeugt eine intensive Atmosphäre, in der

auch Experimentelles gedeiht.«

»Ich studierte in Passau. Von dort sind es

120 Kilometer bis zum Theater in Landshut.

Ich genieße die kulturelle Infrastruktur des

Ruhrgebiets, die Nähe zu anderen Bühnen.«

Das Marler Publikum reagierte mit großer Offenheit auf ihre

Ideen. »Selbst wenn ein Theaterabend einmal nicht den Erwartungen

entspricht, lassen sie das Stück und die Inszenierung

zunächst auf sich wirken«, erzählt Claudia Schwidrik-

Grebe, »diskutiert wird dann hinterher.« Ulrich Neuhofen

nickt: »Ich kenne das Theater schon seit 1967, als ich hier in

Marl die Handelsschule besucht habe«, erzählt der stellvertretende

Marktbereichsleiter der Sparkasse. »In all den Jahren

habe ich nie erlebt, dass Besucher laut protestierend

und türenknallend das Theater verlassen hätten.«

Mitten im Publikum sieht Claudia

Schwidrik-Grebe sich gerne. Hier in

Begleitung vom Marler Marktbereichsdirektor

Detlef Specovius und von

seinem Stellvertreter Ulrich Neuhofen

(links und ganz links).

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Zu Gast im Theater Marl

Das Theater Marl ist 1953 einer der ersten Theaterneubauten

nach dem Krieg. Von Anfang an lebt es ohne eigenes Ensemble

von Gastspielen. »Vielleicht liegt darin der Grund für

die Offenheit des Publikums«, sagt Claudia Schwidrik-Grebe.

»Damals ging es darum, gutes Sprechtheater nach Marl zu holen.

Entsprechend viele große Bühnen gastierten schon in

der Stadt.« Der Verzicht auf ein eigenes Ensemble birgt Vor-

und Nachteile: Das Programm bietet einen beeindruckenden

Querschnitt des aktuellen Theaterschaffens. Dafür fehlt

die Identifikation des Publikums mit den eigenen, vertrauten

Schauspielern.

Im Ausgleich sucht Claudia Schwidrik-Grebe die persönliche

Nähe zum Publikum: »Unser Foyer ist klein, da kommt man

schnell ins Gespräch. Wir leben von diesem engen Kontakt.

Und von dem, was um die Aufführungen herum geschieht.«

So setzt sie einen Schwerpunkt ihrer Arbeit im Kinder- und Jugendtheater

und kooperiert mit den Marler Schulen. »Theater

ist eine Form der kulturellen Bildung, die wir bewusst forcieren«,

betont Claudia Schwidrik-Grebe, »wir wollen die Jugendlichen

an das Erwachsenentheater heranführen und probieren

die Gratwanderung, mit zeitgemäßen Inszenierungen das junge

wie das ältere Publikum anzusprechen.«

Tanzproduktion »A-Z AkzepTanz« der

Kids-and Youth Dance Company Marl

»Helden«, eine Produktion des

Theaterjugendclubs »spieltrieb«.

»Vielen Kindern fehlt die Erfahrung mit dem Theater«, erzählt

Claudia Schwidrik-Grebe, »deshalb entwickelten wir einen

Theaterknigge, um einige der Regeln zu vermitteln, die wichtig

für das Miteinander im Theater sind.« Detlef Specovius,

der das Theater regelmäßig mit seinen Kindern besucht, mag

die familiäre Atmosphäre. Als Marktbereichsdirektor der Sparkasse

unterstützt er das Konzept aus einem weiteren Grund:

»Letztlich verfolgen wir das Ziel, Jugendliche durch auf sie zugeschnittene

Angebote langfristig an die Stadt und die Region

zu binden.«

Claudia Schwidrik-Grebe versucht das kulturelle Angebot unentbehrlich

zu machen, um nicht irgendwann der leeren

Stadtkasse zum Opfer zu fallen. Deshalb startete sie mit den

zusätzlichen Mitteln, die ihr das Kulturhauptstadtjahr bescherte,

ein Tanzprojekt für Marler Kinder und Erwachsene.

Die Akzep-Tanz-Company zählt heute zum festen Baustein im

Marler Kulturleben. »Wenn es gelingt, dass die Menschen eine

neue Identifikation über die Kultur finden, ist für unsere Region

viel gewonnen«, denkt sie. Und die Herren von der Sparkasse

denken das auch.


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Bernd Arends gründet dank der Sparkasse

Foyergespräch: Theatermacher Bernd Arends,

unser Autor und Marc Drenkelfort, Existenzgründungsberater

der Sparkasse (von links).

Für eine

Kleinkunstbühne

ganz schön groß.

Die Welt ist klein, erst recht in Datteln.

Nach wie vor kommt am Abend irgendwer ins

Katielli Theater, den Bernd Arends noch von

damals kennt – damals, als er in Datteln zur

Schule ging. Ist er in der Stadt unterwegs,

begrüßen ihn schon einmal ihm unbekannte

Menschen mit: Ach, der Herr Katielli! So etwas

passierte ihm in Washington D. C. nie. Deshalb

freut er sich, wieder daheim zu sein.

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Bernd Arends gründet dank der Sparkasse

Am Eröffnungsabend schlug Bernd Arends um kurz nach

achtzehn Uhr einen letzten Nagel in die Wand seines Theaters.

»Ich legte den Hammer zur Seite, fuhr nach Hause, um

mich umzuziehen, und dachte bei mir: Heute Abend eröffnest

du dein Theater«, erinnert er sich, »und wenn ich es

nicht bis halb acht zurück ins Theater schaffe, dann mache

ich eben erst um acht Uhr auf. Schließlich können die nicht

ohne den Besitzer anfangen.«

Bevor er sein eigenes Theater in Datteln eröffnete, kam

Bernd Arends ordentlich in der Welt herum. Mit 18 Jahren

ging er nach Amerika, um Künstler zu werden. Er lebte zwei

Jahre in Washington und besuchte danach für zwei Jahre in

Hamburg eine Schule für Musicaldarsteller. Er übte sich in

Schauspiel und Gesang, arbeitete vier Jahre in Wien, fünf in

Berlin und zwei in Köln.

»Die Odyssee durch die Welt verdanke ich meinen Omas«,

erzählt Bernd Arends, »so unterschiedlich sie waren, ermutigten

mich beide, Künstler zu werden.« Oma Elli, die Diva,

steckte sich noch mit 82 Jahren die Haare hoch und trug

dazu eine glamouröse Sonnenbrille. Oma Kati, die Köchin,

sorgte an ihrem großen Küchentisch für den Zusammenhalt

der Familie.

»Meiner Familie verdanke ich so einiges«, sagt Bernd Arends.

»Das begann schon mit dem Umbau: Onkel, Tanten, Cousins

und Cousinen – alle halfen mit, das alte Kino auf Vordermann

zu bringen. Hinter der Bühne sieht man immer noch ein wenig

davon, wie es vor der Renovierung aussah. Andere Dinge

muss ich noch angehen.« Zum Beispiel fehlt ihm eine Automatik

für den Vorhang. Spielt oder singt Bernd Arends selber

mit und will gleichzeitig den Vorhang bedienen, gerät er

schnell einmal ins Schleudern.

»Jetzt bin ich 40 Jahre alt und beginne das

Kleinstadtleben zu lieben – o. k., für ein

gutes Sushi fahre ich nach Düsseldorf.«

»Das Theater konnte nur in Datteln funktionieren, denn nur

hier habe ich den Rückhalt meiner Familie«, sagt Bernd

Arends. »An dem Eröffnungsabend konnte ich selbst kaum

etwas vorbereiten und verließ mich auf die vielen Freunde

und Kollegen. Für die Moderationen stieg ich schlicht als

Bernd Arends auf die Bühne und erzählte meine Geschichte.

Das gelang, der Funke sprang über, denn die Leute mochten

das Persönliche.«

Jetzt nimmt also seine Mutter am Mobiltelefon Kartenvorbestellungen

entgegen und seine Cousine steht hinter dem Tresen.

Sein ehemaliger Musiklehrer kümmert sich Abend für

Abend um das Licht. »Er liebt das und nimmt auch kein Geld

an. Meist bringt er seine Frau Marlies mit«, sagt Bernd Arends,

»sie war meine Mathematiklehrerin.« Den Dattelnern gefällt,

dass ihr Bernd hilft, die Garderobe herauszugeben. Oder dass

am Ende des Abends alle – auch die Schauspieler – im Foyer

stehen, miteinander plaudern und Sekt trinken.

»Das ist mein Konzept und das schrieb ich genauso in meinen

Businessplan«, sagt Bernd Arends. Seine Idee zu einem

kleinen Theater freute Marc Drenkelfort von der Sparkasse

Vest Recklinghausen: »Nicht allein weil es schlüssig

war, sondern weil Projekte wie dieses nicht alle Tage auf meinem

Schreibtisch landen.« Marc Drenkelfort gehört zu einem

Team, das Existenzgründer berät. Er prüft ihre Geschäftsstrategie

und analysiert, ob sie über den Tag hinaus funktioniert:

»Die Sparkasse sucht kein kurzfristiges Kreditgeschäft, sondern

eine langfristige Partnerschaft. Das ist ein Grund, warum

die Betreuung auf drei Jahre angelegt ist.«

Mit ein bisschen Glück heißt die Bushaltestelle direkt vor

der Tür bald Katielli Theater. Das verpflichtet Bernd Arends

wie die Dattelner Bürger. »Viele Besucher klagten darüber,

dass mit der Lichtburg das letzte Kino der Stadt schloss«, erzählt

Bernd Arends. »Fragt man sie, wann sie denn das letzte

mal im Kino waren, antworten sie: 1987, in Dirty Dancing. Da

kann selbst ich mir an fünf Fingern abzählen, warum das Kino

dichtmachen musste.«

»Deshalb predige ich den Dattelnern: Ihr könnt noch so stolz

sein auf euer kleines Theater, es funktioniert nur, wenn ihr

auch kommt«, sagt der Herr Katielli. Und wer jetzt noch immer

nicht weiß, warum das Katielli Theater Katielli Theater

heißt, der ruft am besten mal Bernd Arends’ Mutter an, bestellt

ein Ticket oder zwei und lässt sich das vor Ort bei einem

Glas Sekt erklären.


Damals Kino, heute Kleinkunst:

Das Katielli Theater bietet

114 Besuchern Platz.

Volles Haus:

Die Dattelner haben das neue Theater

bereits in ihr Herz geschlossen.

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Vorm Kutscherhaus: Wilfried Besser von der

Sparkasse trifft Werner Fondermann und

Stephan Schröder von der Neuen Literarischen

Gesellschaft Recklinghausen.

Wenn Werner Fondermann im Gästebuch der Neuen Literarischen

Gesellschaft blättert, blickt er auf ein Vierteljahrhundert

literarischer Kultur zurück. Der Vorsitzende

des Vereins prägt seit vielen Jahren die gemeinnützige

Arbeit: »Unser Anliegen ist es, den Dialog zwischen Autoren

und Lesern zu vermitteln. In einer Lesung erlebt

man den Autor persönlich. Das ist eine schöne Ergänzung

zu den Eindrücken, die sich beim Lesen einstellen.

1987, im Jahr der Gründung des Vereins, machten

viele Leser diese ganz neue Erfahrung.« Werner Fondermann

erinnert an intensive Begegnungen mit Autoren

wie Robert Gernhardt, Peter Bichsel, Donna Leon und

Elke Heidenreich.

»Wir knüpfen an eine alte Tradition an,

die im 18. Jahrhundert begann. Im Unterschied

zu damals sind wir kein elitärer

Zirkel.«

Ein anderes Anliegen der Neuen Literarischen Gesellschaft

gilt der Schreibförderung. »Im Vest gibt es mehr

Autoren, als man denkt«, sagt Werner Fondermann, und

der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Stephan

Schröder, ergänzt: »Unsere Autorennacht versteht sich

als Forum, in dem unbekannte Autoren den Schritt in die

Öffentlichkeit wagen. In diesem Jahr zum 24. Mal.« Der

Wettbewerb mauserte sich zu einer festen Größe im

Die

Vestische

Eule ruft

uns zur

Nacht.

Wer Literatur genießen will,

braucht ein Buch und ein wenig

Muße. Wer zudem den Austausch

über das Gelesene sucht, trifft bei

der Neuen Literarischen Gesell-

schaft Recklinghausen auf Gleich-

gesinnte. Bei Lesungen, Vorträgen

und der jährlich stattfindenden

Recklinghäuser Autorennacht wird

Literatur lebendig debattiert.

Zu Gast im Kutscherhaus

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Kulturleben

der Stadt. Aus bis zu 40 Einsendungen wählt

eine Jury zehn Autoren aus, die ihre Texte während der Autorennacht

in der Altstadtschmiede in Recklinghausen vortragen.

»Den besten Beitrag zeichnen wir mit der Vestischen

Literatur-Eule aus. Jede Eule ist ein Unikat. Sie entstehen in

Kooperation mit dem Vestischen Künstlerbund«, erläutert

Stephan Schröder. »Wir beauftragen Jahr für Jahr einen anderen

Künstler, eine Eule zu entwerfen. So bringen wir die Literatur

und die bildende Kunst zusammen.«

Da Stephan Schröder schon seit einigen Jahren der Jury vorsitzt,

kennt er die literarische Szene im Kreis: »Natürlich ist

die Qualität unterschiedlich, weshalb die Jury-Arbeit manchmal

mühsam ist. Aber es macht Spaß zu verfolgen, wie sich

einige Autoren über die Jahre entwickeln.« Man merkt ihm

an, dass er sich über jeden Einzelnen freut, der sich auf

das Wagnis Schreiben einlässt: »Das geht quer durch alle

Schichten und Berufsgruppen. Es waren schon Sozialarbeiter,

Hausfrauen, Handwerker und Sekretärinnen dabei. Oder

eben Bank- bzw. Sparkassenangestellte.«

Zum Beispiel Wilfried Besser. Seine Kollegen in der Sparkasse

kennen ihn als stellvertretenden Leiter der Marketingabteilung.

In seinem »zweiten Leben« schreibt Wilfried

Besser und veröffentlichte bisher drei Bände mit Gedichten

und Erzählungen. Selbstverständlich engagiert er sich

in der Neuen Literarischen Gesellschaft. Er betreut die Broschüren,

in der die Texte des Schreibwettbewerbs veröffentlicht

werden. Mehrfach enthielt dieser Band seine Texte

und zur 16. Autorennacht ging auch die Literatur-Eule an

Wilfried Besser.

In den 1980er und 1990er Jahren leistete die Neue Literarische

Gesellschaft Pionierarbeit für das kulturelle Leben im

Vest. »Wir verhandelten damals direkt mit den Autoren und

trotz unserer bescheidenen Honorarmöglichkeiten kamen

sie gern, um sich den Fragen ihrer Leser zu stellen«, sagt

Werner Fondermann. »Bis heute arbeiten wir ehrenamtlich

und finanzieren uns über die Mitgliedsbeiträge. Deshalb ist

die Unterstützung durch die Sparkasse besonders erfreulich.«

Mittlerweile gehören die handgemalten Plakate allerdings

der Vergangenheit an, denn die Sparkasse hilft beim

Druck von den Plakate und Broschüren. Auf andere liebgewonnene

Traditionen wollen weder das Publikum noch die

Veranstalter verzichten. Dazu zählt der alte Tisch, der aus

dem Recklinghäuser Drübbelken stammt und an dem schon

1987 in der ersten Autorennacht gelesen wurde.

»Das literarische Angebot ist heute breiter und das Publikum

verteilt sich mehr«, sagt Stephan Schröder, »das verändert

unsere Arbeit. Wir setzen verstärkt auf Kooperationen

mit der Stadtbücherei, mit Buchhandlungen oder der Volkshochschule,

um organisatorisch aufwändige Veranstaltungen

zu realisieren.« Standen früher die Autorenlesungen im

Mittelpunkt, bietet die Neue Literarische Gesellschaft heute

auch Vorträge und Rezitationsabende an. »Zuletzt trugen

bekannte Rezitatoren aus dem Vest aus dem Werk von Thomas

Bernhard oder von Annette von Droste-Hülshoff vor. Ein

Auch für Literatur-Lesungen wird das Kutscherhaus gern genutzt.

Die Veranstaltungsplakate repräsentieren das Programm der Gesellschaft

im Veranstaltungszeitraum 2010/2011.

fester Termin in unserem Kalender ist der Bücherherbst der

Literaturwissenschaftlerin Doris Maurer«, fügt Werner Fondermann

hinzu. »Sie informiert jedes Jahr über die Neuerscheinungen

der Frankfurter Buchmesse und stellt eine persönliche

Auswahl vor.«

Trotz aller Erfolge sorgen sich die beiden Vorsitzenden um

die nächste Generation, an die sie die Neue Literarische Gesellschaft

einmal übergeben wollen. »Schon junges Publikum

ist selten«, sagt Stephan Schröder, und Werner Fondermann

ergänzt: »Es fällt schwer, die jungen Leute zu motivieren –

gelingt es aber, begeistern sie sich auch.« Der mittlerweile

pensionierte Deutsch- und Lateinlehrer spricht aus Erfahrung:

»Empfahl ich früher meinen Schülern eine unserer Veranstaltungen,

waren die Rückmeldungen durch die Bank positiv.

Gerade Jugendliche erleben in Lesungen einen Dichter wie

Heinrich Heine nicht als Schulstoff, den man pauken muss,

sondern merken, dass eine Welt zu entdecken ist.«

Ob Thriller auf dem E-Book oder Schmöker

auf dem Nachttisch – die Menschen lesen

nicht weniger, sondern anders.

»Wir denken über neue Wege nach«, sagt Stephan Schröder,

»schließlich wollen wir eine breite Öffentlichkeit erreichen.«

Aus diesem Grund führte der Verein vor drei Jahren einen

Publikumspreis für die Recklinghäuser Autorennacht ein. »Im

letzten Jahr stimmte das Urteil von Publikum und Jury zum

ersten Mal überein«, freut er sich über das einmütige Votum.

Zumal die letzte Autorennacht mit einer kleinen Sensation

aufwartete. »Beide Preise gingen an den Erstlingstext einer

17-Jährigen«, erzählt Stephan Schröder. Nun übernimmt

die junge Autorin auch Verantwortung als Jurorin, denn der

Preisträger des vergangenen Jahres ergänzt die Jury in der

nächsten Autorennacht. Wir dürfen gespannt sein, wer in

diesem Jahr am Vorlesetisch in der Altstadtschmiede Platz

nimmt. Die Eule jedenfalls ist schon bestellt.


Zu Gast im Kutscherhaus

- 68 - - 69 -


Sparkasse Vest

Recklinghausen 2010

Der vollständige Jahresabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht

und kann auch bei der Sparkasse Vest, Vorstandsstab, angefordert werden.

- 70 - - 71 -


Geschäftsentwicklung 2010

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft hat sich nach dem starken Einbruch im

Jahr 2009 überraschend schnell erholt. Die Weltproduktion

erreichte im Jahr 2010 mit einer voraussichtlichen Steigerung

von 4,8 % wieder das Niveau vor der Finanzkrise. Auch der

Welthandel expandierte bis zur Jahresmitte außerordentlich

stark, konnte aber mit einem Zuwachs von 12,3 % gegenüber

dem Vorjahreshalbjahr nicht ganz an das Vorkrisenniveau anknüpfen.

Der Beitrag der einzelnen Ländergruppen zu dieser

Entwicklung verlief dabei sehr unterschiedlich. Die Expansion

der Weltwirtschaft wurde maßgeblich von der guten Konjunktur

in den aufstrebenden Volkswirtschaften vorangetrieben.

Insbesondere die Schwellenländer Asiens konnten nach

einer kleinen Konjunkturdelle wieder an die positive Entwicklung

vor der Wirtschafts- und Finanzkrise anknüpfen und der

Weltproduktion deutliche Impulse geben. Ebenso haben die

Länder Lateinamerikas nur einen geringen Schaden genommen,

was auch auf weniger in risikoreiche Geschäfte involvierte

Bankensysteme zurückzuführen ist.

Im Gegensatz dazu konnten die meisten Industrieländer das

Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreichen. Nach einer

deutlichen Erholungsphase seit dem zweiten Quartal 2009

schlug die Wirtschaftsentwicklung zur Jahresmitte 2010 aufgrund

auslaufender Konjunkturprogramme und der notwendigen

Haushaltskonsolidierung eine langsamere Gangart

ein. Belastungen für den weiteren Verlauf der Konjunktur ergaben

sich vor allem aus den Problemfeldern Finanzsektor,

Immobiliensektor, Staatsverschuldung und Arbeitsmarkt.

1. Entwicklung des

Bruttoinlandsproduktes

*2011 Prognose

5 %

2,5 %

0 %

-2,5 %

An den Finanzmärkten fehlt immer noch das vollständige

Vertrauen in die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems. Dies

zeigt sich daran, dass Banken mit ihren Ausleihungen untereinander

noch nicht zu dem vor der Krise gewohnten Niveau

zurückgekehrt sind. Außerdem beinhalten die Bankbilanzen

weltweit immer noch einen großen Abschreibungsbedarf,

der sich aus der nicht nachhaltigen Kreditvergabe im Immobilienbereich

ergibt und infolge der realwirtschaftlichen Krise

entsteht.

Viele industrielle Volkswirtschaften verzeichneten im Vorfeld

der Krise eine übermäßige Ausdehnung des Immobilienangebotes.

Dieser Prozess wurde von Preisanstiegen begleitet

und endete schließlich mit dem Platzen der aufgebauten

Blasen. Die Preiskorrekturen im Immobiliensektor dieser

Länder halten weiter an.

Darüber hinaus gehen von der stark gestiegenen öffentlichen

Verschuldung und den daraus resultierenden Konsolidierungserfordernissen

dämpfende Effekte auf die Konjunktur

in den Industrieländern aus.

Der Finanzsektor ist immer noch anfällig für Rückschläge.

Dies wurde besonders im Mai 2010 deutlich, als die

akuten Refinanzierungsprobleme Griechenlands und die

schwelenden Fiskalprobleme Irlands, Spaniens und Portugals

fast in einer Euro- und Bankenkrise gipfelten. So

stiegen die Risikoprämien für Griechenland im Laufe des

2. Entwicklung der

Arbeitslosigkeit in %,

im Jahresdurchschnitt

-5 %

7

2007 2008 2009 2010 2011* 2006 2007 2008 2009 2010

12

11

10

9

8

3. Entwicklung des

DAX 2010

Jahres mehrfach auf bis zu 10 % an. Erst die weitreichenden

Interventionen der Europäischen Zentralbank (EZB)

und der Regierungen des Euro-Raums konnten Schlimmeres

verhindern.

Schließlich hat die Arbeitslosigkeit während der Krise in vielen

Industrieländern spürbar zugenommen. Da die konjunkturelle

Erholung auf absehbare Zeit eher schleppend

verläuft, könnte es dort zu Verfestigungstendenzen am Arbeitsmarkt

kommen.

Trotz der positiven Tendenzen wird sich das Wirtschaftswachstum

im kommenden Jahr voraussichtlich wieder etwas

abschwächen. Gründe hierfür liegen in den anhaltenden

Spannungen auf den Finanz- und Immobilienmärkten sowie

den Maßnahmen zur Konsolidierung der Staatshaushalte.

Der Welthandel wird demgemäß im kommenden Jahr nur

noch mit gedämpfter Rate zulegen.

Deutschland nach dem wirtschaftlichen Einbruch

Die deutsche Wirtschaft befindet sich im Aufschwung. Im

Gegensatz zu vielen anderen Industrienationen ist sie auf einem

guten Weg, den krisenbedingten Produktionseinbruch

wettzumachen. Im Verlauf des Jahres 2010 hat die konjunkturelle

Erholung an Breite gewonnen und Deutschland wurde

zur Konjunkturlokomotive in Europa. Die Expansion wurde

– anders als noch im Vorjahr – nicht mehr allein von

einem Anstieg der Exporte getragen.

Vielmehr ist 2010 auch die Binnenkonjunktur angesprungen.

Die Unternehmensinvestitionen legten spürbar zu.

Auch die privaten Konsumausgaben verzeichneten einen

Zuwachs.

Da die Stimmungsindikatoren nach wie vor auf einem sehr

hohen Niveau liegen und die Auftragseingänge in der Industrie

aufwärtsgerichtet sind, wird sich der Aufschwung in den

kommenden Monaten fortsetzen. Allerdings wird sich das

Tempo der konjunkturellen Erholung verlangsamen. Maßgeblich

hierfür ist, dass die weltwirtschaftliche Expansion

an Fahrt verliert. In der Folge wird der Außenhandel wohl

kaum noch zum Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts in

Deutschland beitragen. Damit wird die Inlandsnachfrage das

Tempo der Expansion bestimmen. Stützend auf die Binnennachfrage

wirken die monetären Rahmenbedingungen. Das

niedrige Zinsniveau und die günstigen Finanzierungsbedingungen

dürften die Unternehmensinvestitionen stimulieren.

Die robuste Lage am Arbeitsmarkt wird sich voraussichtlich

positiv auf die private Konsumnachfrage auswirken. Mit

einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,6 % zählt

Deutschland zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften

im Euro-Raum.

Trotz der bisherigen Aufwärtsdynamik darf nicht übersehen

werden, dass sich das Inlandsprodukt zur Jahresmitte 2010

noch auf einem Niveau befand, das zuletzt zum Jahreswechsel

2006/2007 erreicht wurde. Voraussichtlich werden die

- 72 - - 73 -

7.500

7.000

6.500

6.000

5.500

1/10

3/10

6/10

9/10

12/10

4. Entwicklung

Euro/US-$ 2010

1,5

1,4

1,3

1,2

1/10

3/10 6/10 9/10 12/10


5. Entwicklung des

Ölpreises in

US-$/Barrel 2010

100

90

80

70

1/10

3/10 6/10 9/10 12/10

durch die Krise entstandenen Produktionseinbußen Ende

des Jahres 2011 vollständig ausgeglichen sein. Damit wird

die deutsche Volkswirtschaft rund drei Jahre benötigt haben,

um den krisenbedingten Rückgang des Bruttoinlandsproduktes

wieder aufzuholen.

Entwicklung der Finanzmärkte

Mit einem Punktestand von 5.957 gestartet, steigerte sich

der DAX im Jahresverlauf kontinuierlich. Der Index konnte

vor allen Dingen im letzten Quartal noch einmal deutlich zulegen

und überschritt die 7.000-Punkte-Marke. Letztendlich

schloss der DAX am 30. Dezember 2010 mit einem Plus von

16 % (6.914 Punkte).

Mit einem Jahresendpreis von 1,3289 US-$ lag der Euro

deutlich unter dem Wert von 2009 (1,4336 US-$). Insgesamt

verlief der Kurs des Euro im Jahr 2010 wieder recht schwankend

und lag deutlich unter dem Niveau von 2009. Nachdem

der Tiefststand am 7. Juni 2010 mit 1,1915 US-$ erreicht

wurde, kletterte der Kurs in der zweiten Jahreshälfte wieder.

Der Ölpreis stieg im Jahresverlauf um rund 20 %. Die Notierung

für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate

erreichte am 31. Dezember 2010 knapp 93 US-$

(Stand 31. Dezember 2009: 79 US-$).

Die Umlaufrendite lag mit 2,51 % am 30. Dezember 2010

deutlich unter dem Vorjahresendwert von 3,02 %.

6. Entwicklung der

Umlaufrendite 2010

3

2,75

2,5

2,25

2

1/10

3/10 6/10 9/10 12/10

Regionale wirtschaftliche Entwicklung

Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise trat die konjunkturelle

Entspannung im Ruhrgebiet schneller als erwartet ein.

Die aktuelle Geschäftslage hat sich bei vielen Unternehmen

erheblich verbessert. Zusätzlich blicken die Betriebe nach

der eher verhaltenen Einschätzung zu Jahresbeginn wieder

deutlich zuversichtlicher in die Zukunft. Der Wert des aus

diesen beiden Faktoren berechneten Konjunkturindikators

liegt mit 125 Punkten deutliche 28 Punkte über dem Ergebnis

vom Jahresbeginn 2010.

Im Kreis Recklinghausen waren Ende 2010 rund 30.000 Personen

arbeitslos. Die Arbeitslosenquote beträgt 11,8 %.

Verglichen mit den Zahlen aus Dezember 2009 ist dies ein

leichter Anstieg. Die Arbeitslosenquote liegt weiter deutlich

über dem Bundesdurchschnitt. Angesichts der optimistischen

Stimmung bei den Unternehmen erwarten wir 2011

eine leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt.

Im Kreis Recklinghausen wurden 2010 insgesamt 1.117 Insolvenzverfahren

eröffnet, davon 424 Unternehmensinsolvenzen

und 645 Verbraucherinsolvenzen. Das voraussichtlich

betroffene Forderungsvolumen hat mit 218,0 Mio. Euro

zugenommen (2009: 190,0 Mio. Euro). Während die Zahl der

Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahr (2009:

293) deutlich angestiegen ist, bewegt sich die Zahl der Verbraucherinsolvenzen

nahezu auf dem Niveau des Vorjahres

(2009: 626).

Entwicklung der westfälisch-lippischen

Sparkassen

Die Bilanzsumme der 74 westfälisch-lippischen

Sparkassen ist im Jahr 2010 um 1,5 % auf

115,9 Mrd. Euro angestiegen.

Die westfälisch-lippischen Sparkassen erzielten

2010 nach vorläufigen Zahlen ein Betriebsergebnis

vor Bewertung von 1.482,5 Mio. Euro (Vorjahreswert

1.300,0 Mio. Euro/+182,5 Mio. Euro). Die

Aufwands-Ertrags-Relation erreichte 57,5 % (Vorjahr

60,4 %).

7. Stimmungslage bei

westfälisch-lippischen

Unternehmen

(Quelle: SVWL)

Mitgliedssparkassen

im Sparkassenverband

Westfalen-Lippe

Bezirks-Arbeitsgemeinschaften:

01 Münsterland

02 Minden-Ravensberg-Lippe

03 Ruhrgebiet

04 Hellweg-Paderborner Land

05 Sauerland

06 Mark

07 Siegen-Wittgenstein-Olpe

- 74 - - 75 -

Schlecht

34 %

6/2009

Gut

16 %

01

03

Gut

41,2 %

Schlecht

10,6 %

12/2010

06

07

05

02

04


Geschäftsentwicklung 2010

Die Sparkasse Vest im Jahr 2010

Geschäftspolitische Strategie

Der öffentliche Auftrag der Sparkasse besteht gemäß

§ 2 SpkG NW insbesondere in der geld- und kreditwirtschaftlichen

Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft

innerhalb unseres Geschäftsgebietes. Die Kreditversorgung

dient vornehmlich der Kreditausstattung des

Mittelstandes sowie der wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungskreise.

Die Sparkasse stärkt den Wettbewerb im

Kreditgewerbe in der Region. Die Geschäfte werden unter

Beachtung des öffentlichen Auftrags nach kaufmännischen

Grundsätzen geführt. Die Gewinnerzielung ist nicht Hauptzweck

des Geschäftsbetriebes.

Die Hauptzielgruppen unserer Geschäftsstrategie als Universalbank

sind die Privatkunden und die Firmenkunden

in unserem Geschäftsgebiet. Darüber hinaus sind wir auch

im Geschäft mit unseren kommunalen Kunden engagiert.

Neben Zahlungsverkehrsdienstleistungen und der Vermögensanlage

bildet das Baufinanzierungsgeschäft einen

Schwerpunkt im Geschäft mit den privaten Kunden.

Als Finanzierer des Mittelstandes ist die Sparkasse Vest

Recklinghausen die führende Hausbank der gewerblichen

Wirtschaft in der Region. Als modernes Kreditinstitut behauptet

sich die Sparkasse Vest Recklinghausen erfolgreich

im intensiver werdenden Wettbewerb und trägt Verantwortung

in der Region. Mit ihren vielfältigen Förderaktivitäten

ist die Sparkasse ein wichtiges Element der kommunalen

Identität ihrer Träger.

Soziales: 1.135.000 Euro = 72,2 %

Kultur: 212.000 Euro = 13,5 %

Sport: 169.000 Euro = 10,7 %

Sonstiges: 57.000 Euro = 3,6 %

Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

In einem Jahr, das durch eine gesamtwirtschaftliche Erholung

und sich aufhellende Geschäftsaussichten geprägt war,

konnte die Sparkasse Vest Recklinghausen ihre Stellung im

Markt festigen. Die Bilanzsumme ist entsprechend unserer

Erwartung mit 5.217,5 Mio. Euro nahezu unverändert (Vorjahr

5.221,9 Mio. Euro). Das sich aus Bilanzsumme und Eventualverbindlichkeiten

ergebende Geschäftsvolumen hat sich

um 0,9 % von 5.290,1 Mio. Euro auf 5.339,3 Mio. Euro erhöht.

Kreditgeschäft

Der Kreditbestand hat sich im Berichtsjahr um 2,3 % erhöht.

Dabei entwickelten sich sowohl die Kredite an Privatpersonen

(+2,2 %) als auch die Kredite an Unternehmen und Selbstständige

(+2,6 %) positiv. Auch die Kommunalkredite erhöhten

sich im Vergleich zu 2009 um 4,8 %. Damit konnten wir unsere

Kreditbestände 2010 stärker ausweiten als erwartet.

Der Anteil der Kundenforderungen an der Bilanzsumme beträgt

66,6 % und hat sich gegenüber dem Vorjahr (65,0 %)

leicht erhöht. Im Vergleich zu den westfälisch-lippischen

Sparkassen liegt der Anteil weiter deutlich über dem Durchschnitt.

Das Kundenkreditgeschäft bildet nach wie vor die

bedeutendste Position der Aktiva der Sparkasse.

Das Kreditneugeschäft entwickelte sich 2010 sehr positiv. Das

niedrige Zinsniveau in Verbindung mit der wachsenden Zuversicht

in Bezug auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung

9. Darlehenszusagen an

Unternehmen und Selbstständige

hat zu einer hohen Kreditnachfrage geführt. Es wurden insgesamt

Darlehen im Volumen von 497,9 Mio. Euro zugesagt.

Dies bedeutet eine Steigerung von 7,9 % im Vergleich zu

2009. Dabei konnten die Darlehenszusagen an Privatkunden

um 12,7 % auf 250,4 Mio. Euro und die Darlehenszusagen an

Unternehmen und Selbstständige um 6,6 % auf 242,4 Mio. Euro

zulegen. In den Darlehenszusagen sind Konsumentenkredite

im Volumen von 20,0 Mio. Euro (Vorjahr 18,5 Mio. Euro)

nicht enthalten, die die Sparkasse Vest Recklinghausen an die

readybank ag vermittelt hat. Die Darlehenszusagen inklusive

der an die readybank ag vermittelten Konsumentenkredite haben

unsere Erwartungen übertroffen.

Wertpapierbestand

Der Bestand an eigenen Wertpapieranlagen nahm gegenüber

dem Vorjahr um 8,8 Mio. Euro auf 1.321,0 Mio. Euro

ab. Hierbei reduzierten sich die direkten Anlagen in

Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen

Wertpapieren um 5,2 Mio. Euro auf 708,9 Mio. Euro. Die

Anlagen in Aktien und anderen nicht festverzinslichen

Wertpapieren (insbesondere Spezialfonds) verminderten

sich um 3,5 Mio. Euro auf 612,1 Mio. Euro. Die Spezialfonds

bestehen überwiegend aus festverzinslichen Wertpapieren

guter Bonität (»investment grade«). Darüber

hinaus beinhalten die Spezialfonds zur Risikodiversifizierung

auch Aktien und in begrenztem Umfang Schuldverschreibungen

aus den Bereichen Emerging Markets und

High-Yield-Unternehmensanleihen.

11. Anzahl der begleiteten

Existenzgründungen

10. Darlehenszusagen

an Privatkunden

+ 12,7 %

Ebenfalls zur Risikodiversifikation gehaltene Asset-backed

Securities oder ähnliche Papiere haben für die Sparkasse eine

untergeordnete Bedeutung.

Beteiligungen/Anteilsbesitz

Bei den Beteiligungen der Sparkasse Vest Recklinghausen

haben sich 2010 keine wesentlichen Änderungen ergeben.

Die Beteiligungen betragen am Bilanzstichtag

102,4 Mio. Euro. Die Beteiligung am Sparkassenverband

Westfalen-Lippe beträgt unverändert 62,4 Mio. Euro und

stellt damit weiterhin die bedeutendste Position dar. Weitere

Beteiligungen hält die Sparkasse unter anderem an der

Erwerbsgesellschaft der Sparkassen-Finanzgruppe GmbH &

Co. KG für den Erwerb der Landesbank Berlin Holding AG, an

der Deutschen Sparkassen Leasing AG & Co. KG, der S Broker

AG & Co. KG sowie an regionalen Entwicklungsgesellschaften

wie der ELS Fonds GmbH & Co. KG.

Die S-Finanzdienste der Sparkasse Vest Recklinghausen

GmbH wird zu 100 % durch die Sparkasse getragen. In dieser

Tochtergesellschaft führt die Sparkasse das Versicherungsgeschäft

sowie das Bauspargeschäft zusammen. Die Entwicklung

der Tochtergesellschaft im Jahr 2010 war positiv.

Einlagengeschäft

Ein hohes Sicherheitsbedürfnis verbunden mit wachsenden

verfügbaren Einkommen hat 2010 bei unseren

Kunden zu einer hohen Sparneigung geführt.

2008 2009 2010

8. Spendentätigkeit der Sparkasse

Vest Recklinghausen 2010

- 76 - - 77 -

64

46

+ 6,6 %

53

80


Mit großem Engagement und hoher

Kreativität haben unsere Mitarbeiter die

erzielten Erfolge möglich gemacht.

Hierfür danken wir allen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern sehr herzlich.

Das Einlagengeschäft entwickelte sich 2010 insgesamt

gut. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden betrugen

3.696,9 Mio. Euro und sind mit einem Plus von

105,2 Mio. Euro um 2,9 % gewachsen. Die Erwartungen zu

Beginn des Geschäftsjahres, den Kundeneinlagenbestand

(ohne institutionelle Kunden) leicht auszubauen, konnten

somit übertroffen werden.

Wie im Vorjahr haben unsere Kunden 2010 bevorzugt Gelder

in kurzfristigen, schnell verfügbaren Produkten angelegt.

Stark nachgefragt waren unser Wachstumssparen, eine Spareinlage

mit jährlicher Verfügungsmöglichkeit, und die täglich

fälligen Cash-Konten. Die Spareinlagen konnten demzufolge

um 56,3 Mio. Euro (+3,0 %) und die täglich fälligen

Verbindlichkeiten um 51,5 Mio. Euro (+3,5 %) zulegen.

Interbankengeschäft

Die Forderungen an Kreditinstitute reduzierten sich um

62,7 Mio. Euro auf 111,2 Mio. Euro. Die Verbindlichkeiten

gegenüber Kreditinstituten liegen mit 920,2 Mio. Euro um

124,3 Mio. Euro unter dem Vorjahresbestand.

Dienstleistungen

Das Dienstleistungsgeschäft der Sparkasse zeigt im Jahr

2010 erfreuliche Entwicklungen in fast allen Geschäftsfeldern.

Unsere zu Jahresanfang formulierten Erwartungen im

Hinblick auf eine Geschäftsausweitung konnten weitgehend

realisiert werden.

12. Entwicklung der

Kundeneinlagen + 105,2

Mio. Euro

Die im Jahr 2010 vermittelten Bausparverträge wiesen eine

Bausparsumme in Höhe von 124,9 Mio. Euro auf. Damit

wurden unsere Planungen zwar nicht vollständig erreicht,

allerdings konnten wir gegenüber dem Vorjahr (108,7 Mio.

Euro) eine erfreuliche Steigerung um 14,8 % realisieren.

Der Absatz von Versicherungen konnte im zurückliegenden

Jahr entsprechend unseren Erwartungen nochmals gesteigert

werden.

Aufgrund der Erfahrungen aus der Finanzmarktkrise werden

von vielen Kunden Wertpapiere als Anlagemöglichkeit

nach wie vor gemieden. Der Gesamtumsatz im Kundenwertpapiergeschäft

einschließlich der Umsätze bei der

S Broker AG & Co. KG ist um 10,0 % hinter dem Vorjahreswert

zurückgeblieben.

Umsatzschwerpunkt waren wie im Vorjahr festverzinsliche

Wertpapiere. Der Nettoabsatz an Kunden, dies ist der Saldo

aus Käufen und Verkäufen, ist mit -21,8 Mio. Euro negativ.

Unsere Erwartungen im Hinblick auf eine Belebung des

Wertpapiergeschäftes im Jahr 2010 haben sich somit nicht

bestätigt.

Die Anzahl der Immobilienvermittlungen stieg im Jahr 2010

auf 172 Objekte. Hier wurden unsere Planungen erreicht. Erneut

erfolgreich verlief die Entwicklung unserer Leasinggeschäfte.

Das Neugeschäftsvolumen hat mit 20,6 Mio. Euro

(Vorjahr 17,0 Mio. Euro) unsere Erwartungen übertroffen.

13. Anzahl der vermittelten

Immobilienobjekte

64

142

2008

169

2009

173

2010

73 junge Menschen, verteilt auf drei Jahrgänge,

befanden sich 2010 bei der Sparkasse in der Ausbildung.

Investitionen

Im Rahmen des Gesamtinvestitionsbudgets investierte die

Sparkasse Vest Recklinghausen im Jahr 2010 insgesamt

rund 4,9 Mio. Euro. Davon wurden 1,0 Mio. Euro für den Umbau

und die Instandsetzung von Immobilien und 3,9 Mio.

Euro für den Bereich Mobilien eingesetzt.

Personalbericht

Am 31. Dezember 2010 beschäftigte die Sparkasse Vest Recklinghausen

einschließlich der Aushilfen 1.395 Mitarbeiter

(31. Dezember 2009: 1.423 Mitarbeiter), davon 360 Teilzeitkräfte

und 73 Auszubildende. Um unseren Kunden ein attraktives

und umfassendes Dienstleistungsangebot unterbreiten

zu können und um eine gute Beratungsqualität zu gewährleisten,

nahm auch im Berichtsjahr die gezielte Aus- und Weiterbildung

unserer Mitarbeiter einen hohen Stellenwert ein.

13 Mitarbeiter absolvierten an der Sparkassenakademie die

Fortbildung zum Sparkassenfachwirt, zum Sparkassenbetriebswirt

oder zum diplomierten Sparkassenbetriebswirt. Darüber

hinaus hat ein Mitarbeiter einen Hochschulabschluss erlangt.

Insgesamt sind wir mit dem Verlauf des Geschäftsjahres

2010 zufrieden. Die Vertriebsaktivitäten zeigten im zurückliegenden

Jahr die erwarteten Wirkungen.

Mit großem Engagement und hoher Kreativität haben unsere

Mitarbeiter die erzielten Erfolge möglich gemacht. Hierfür danken

wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich.

14. Unsere 1.395 Mitarbeiter

kümmern sich um die finanziellen

Anliegen ihrer Kunden. So sind

wir auch einer der größten Arbeit-

geber in der Region. Mit 73 Auszubildenden

sorgen wir für unser

wichtigstes Kapital: Menschen mit

bestem Know-how.

Angestellte Vollzeit: 962

Angestellte Teilzeit: 360

Auszubildende: 73

- 78 - - 79 -


Geschäftsentwicklung 2010

WestLB AG steht der Sparkasse Vest Recklinghausen im Bedarfsfall

mit einer Liquiditätskreditlinie zur Verfügung.

Ertragslage

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit liegt mit

25,2 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres (23,5 Mio. Euro).

Nach der Berücksichtigung des außerordentlichen Ergebnisses

und des Steueraufwandes beträgt der Jahresüberschuss

3,6 Mio. Euro (2009: 3,5 Mio. Euro). Die wesentlichen

Erfolgskomponenten sind auch in der Tabelle auf Seite 85

aufgeführt.

Die wichtigste Ertragsquelle der Sparkasse ist weiterhin der

Zinsüberschuss. Dieser ist um 0,3 % auf 126,2 Mio. Euro angestiegen.

Unsere Erwartung zu Jahresbeginn war, 2010 einen

Zinsüberschuss von 131,5 Mio. Euro erreichen zu können.

Wesentliche Ursachen für die Differenz waren von

unseren Planungsannahmen abweichende Renditestrukturen

an den Kapitalmärkten und ein höherer Rückstellungsbedarf

für steigende Kundenzinssätze bei unserem Erfolgsprodukt

Wachstumssparen. Effekte, die sich durch die

erstmalige Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes

(BilMoG) ergeben haben, haben sich im Zinsüberschuss

weitgehend kompensiert.

Der Provisionsüberschuss beträgt 30,2 Mio. Euro und liegt

damit 3,4 % über dem Wert des Vorjahres. Die zu Jahresbeginn

geplante Steigerung auf 30,8 Mio. Euro wurde nicht

16. Aufsichtsrechtliches

Eigenkapital nach SolvV in %

der Risikoaktiva

Die wirtschaftliche Lage der Sparkasse Vest 31.12.2009 31.12.2010

Vermögenslage

Die zum Jahresende ausgewiesenen Gewinnrücklagen erhöhten

sich durch die Zuführung des Bilanzgewinns 2009 in

Höhe von 3,5 Mio. Euro sowie durch Übergangseffekte in Höhe

von 1,2 Mio. Euro im Rahmen der Umsetzung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes

(BilMoG). Insgesamt verfügt

die Sparkasse am Bilanzstichtag über ein bilanzielles Eigenkapital

von 335,8 Mio. Euro.

Das anrechenbare Ergänzungskapital setzt sich zum Bilanzstichtag

aus den Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB sowie

den Verbindlichkeiten mit Nachrangabrede zusammen.

Die Eigenkapitalvorschriften des Kreditwesengesetzes wurden

jederzeit eingehalten. Der Solvabilitätskoeffizient als

Verhältnis der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel zur Summe

der Anrechnungsbeträge nach der Solvabilitätsverordnung

überschreitet am 31. Dezember 2010 mit einer Gesamtkennziffer

von 14,7 % (Vorjahr 12,5 %) deutlich den vorgeschriebenen

Mindestwert von 8,0 %.

Die Sparkasse verfügt damit weiterhin über eine ausreichende

Kapitalbasis für weiteres geschäftliches Wachstum.

Mit der Bildung von Wertberichtigungen und Rückstellungen

wurde den Risiken im Kreditgeschäft und sonstigen

Verpflichtungen entsprechend den strengen Bewertungsmaßstäben

der Sparkasse angemessen Rechnung

getragen. Der Wertpapierbestand wurde weit überwiegend

unter Anwendung des strengen Niederstwertprinzips

bewertet.

In geringem Umfang wurden Wertpapiere des Anlagevermögens

nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet.

Bei den übrigen Vermögensgegenständen erfolgte ebenfalls

eine vorsichtige Bewertung. Für die besonderen Risiken des

Geschäftszweigs der Kreditinstitute besteht weiter eine angemessene

zusätzliche Vorsorge.

Finanzlage

Die Zahlungsbereitschaft der Sparkasse Vest Recklinghausen

war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund einer angemessenen

Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Die

Anforderungen der Liquiditätsverordnung wurden stets eingehalten.

Zum 31. Dezember 2010 betrug der entsprechende

Kennziffernwert 3,44 (2009: 3,53) bei einer Mindestgröße

von 1,0. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden

Guthaben bei der Deutschen Bundesbank in erforderlicher

Höhe unterhalten.

Das Angebot der Deutschen Bundesbank, Refinanzierungsgeschäfte

in Form von Offenmarktgeschäften (Hauptrefinanzierungsinstrument

des Europäischen Systems der Zentralbanken)

abzuschließen, wurde 2010 nicht genutzt. Unter

Ertragsgesichtspunkten wurde ein kurzfristiger Liquiditätsbedarf

durch Aufnahmen am Interbankenmarkt gedeckt. Die

15. Jahresüberschuss

3,5

Mio. Euro

3,6

Mio. Euro

2009 2010

ganz erreicht. Mit Erträgen in Höhe von 15,4 Mio. Euro sind

Provisionen aus dem Giroverkehr weiter die wichtigste Einzelposition

des Provisionsüberschusses.

Die sonstigen betrieblichen Erträge waren mit 5,4 Mio. Euro

um 5,9 Mio. Euro niedriger als im Vorjahr. Im Vorjahr wurden

Erstattungen aus eigenen Wertpapieren und der Erlös aus

der Veräußerung eines Geschäftsstellengebäudes im Gesamtbetrag

von 5,4 Mio. Euro als aperiodische Erträge vereinnahmt.

Entsprechende Erträge sind im Berichtsjahr nicht

angefallen.

Die Personalaufwendungen nahmen von 66,7 Mio. Euro auf

65,1 Mio. Euro ab. Die Neubewertung von Rückstellungen für

Altersversorgung nach den Vorschriften des BilMoG haben zu

Entlastungen in Höhe von 1,6 Mio. Euro im ordentlichen Aufwand

geführt und die tariflichen Steigerungen im Personalaufwand

überkompensiert. Die anderen Verwaltungsaufwendungen

lagen mit 29,8 Mio. Euro um 0,7 Mio. Euro (+2,4 %)

höher als im Vorjahr. Insgesamt haben sich die Verwaltungsaufwendungen

günstiger entwickelt als von uns erwartet.

Zur internen Analyse der Ertragslage und für den überbetrieblichen

Vergleich wird der bundeseinheitliche Betriebsvergleich

der Sparkassenorganisation eingesetzt, in dem eine

detaillierte Aufspaltung und Analyse des Ergebnisses im

Verhältnis zur Durchschnittsbilanzsumme erfolgt. Zur Ermittlung

eines Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die

- 80 - - 81 -

Sparkasse Vest

12,5 %

Mindestwert

8,0 %

Sparkasse Vest

14,7 %

Mindestwert

8,0 %


in der Tabelle auf Seite 83 aufgeführten Erträge und Aufwendungen

berichtigt um periodenfremde und außergewöhnliche

Posten, die in der internen Darstellung einem neutralen

Ergebnis zugerechnet werden.

Nach den Werten des Sparkassen-Betriebsvergleiches ist die

Cost-Income-Ratio mit 61,5 % besser als im Vorjahr (63,7 %).

Das Ergebnis ist günstiger als zu Jahresbeginn erwartet. Sowohl

bei den deutschen Sparkassen insgesamt als auch bei

den westfälisch-lippischen Sparkassen kam es im Durchschnitt

zu deutlichen Verbesserungen der Cost-Income-Ratio.

Für das Ergebnis vor Bewertung und Risikovorsorge ergibt

sich in der Gewinn-und-Verlustrechnung ein Betrag von

55,1 Mio. Euro. Dies sind 2,7 Mio. Euro (-4,7 %) weniger als

im Vorjahr.

Der Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge einschließlich

Zuführungen bzw. Auflösungen gemäß § 340f HGB beträgt

29,9 Mio. Euro (2009: 34,3 Mio. Euro). Die Summe der

Abschreibungen und Wertberichtigungen im Kreditgeschäft

und bei den eigenen Wertpapieren ist geringer als erwartet,

so dass es auch mit dem Ergebnis 2010 möglich ist, angemessene

Zuführungen zu den Rücklagen gemäß § 340f HGB

vorzunehmen und damit die Risikotragfähigkeit der Sparkasse

weiter zu stärken. Für unerwartete Risiken aus der Abwicklungsanstalt

der WestLB AG (sogenannte »Bad Bank«) konnten

die geplanten Rücklagen gebildet werden.

Nach Berücksichtigung des Aufwandes aus Bewertung

und Risikovorsorge beträgt das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit

25,2 Mio. Euro (Vorjahr 23,5 Mio. Euro).

Die Neubewertung von Rückstellungen für Altersversorgung

zum 1. Januar 2010 nach den Vorschriften des BilMoG hat zu

einem außerordentlichen Aufwand in Höhe von 3,2 Mio. Euro

geführt.

Der Steueraufwand beträgt 18,4 Mio. Euro nach

20,0 Mio. Euro im Vorjahr.

Der Jahresüberschuss ergibt sich mit 3,6 Mio. Euro (Vorjahr

3,5 Mio. Euro). Der Bilanzgewinn soll mit Feststellung des

Jahresabschlusses und unter der Voraussetzung einer entsprechenden

Beschlussfassung der Verbandsversammlung

des Sparkassenzweckverbandes gemäß § 25 Abs. 1 SpkG NW

der Sicherheitsrücklage zugeführt werden und somit das bilanzielle

Eigenkapital erhöhen.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die wirtschaftliche Lage der Sparkasse Vest Recklinghausen

stellt sich insgesamt als geordnet und vor dem Hintergrund

der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen als

gut dar.


17. Die Sparkasse ist

einer der wichtigsten

Steuerzahler im Vest.

20,0

Mio. Euro

18,4

Mio. Euro

2009 2010

Ertragslage

GuV-Posten 2010 2009 Veränderung

Nr. Mio. Euro Mio. Euro Mio. Euro %

Zinsüberschuss 1 -4 126,2 125,8 0,4 0,3

Provisionsüberschuss 5, 6 30,2 29,2 1,0 3,4

Sonstige betriebliche Erträge 8, 9 5,4 11,3 -5,9 -52,2

Summe der Erträge - 161,8 166,3 -4,5 -2,7

Personalaufwand 10a 65,1 66,7 -1,6 -2,4

Anderer Verwaltungsaufwand 10b 29,8 29,1 0,7 2,4

AfA auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 11 6,5 6,5 0,0 0,0

Sonstige betriebliche Aufwendungen 12, 17, 18 5,3 6,2 -0,9 -14,5

Ergebnis vor Bewertung und Risikovorsorge - 55,1 57,8 -2,7 -4,7

Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge 13-16 29,9 34,3 -4,4 -12,8

Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 19 25,2 23,5 1,7 7,2

Außerordentliches Ergebnis 22 -3,2 0,0 -3,2 -

Ergebnis vor Steuern - 22,0 23,5 -1,5 -6,4

Steueraufwand 23, 24 18,4 20,0 -1,6 -8,0

Jahresüberschuss 25 3,6 3,5 0,1 2,9

- 82 - - 83 -


Aktivseite Jahresbilanz zum 31. Dezember 2010

EUR EUR EUR 2009 inTEUR

1. Barreserve

a) Kassenbestand 34.438.533,95 37.408

b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 80.210.303,84 82.762

114.648.837,79 120.170

2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel,

die zur Refinanzierung bei der Deutschen

Bundesbank zugelassen sind

a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen

sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen -,-- -

b) Wechsel -,-- -

-,-- -

3. Forderungen an Kreditinstitute

a) täglich fällig 4.124.288,31 3.947

b) andere Forderungen 107.086.926,56 169.953

111.211.214,87 173.900

4. Forderungen an Kunden

darunter:

3.475.471.600,37 3.396.487

durch Grundpfandrechte gesichert 1.924.208.484,98 EUR ( 1.874.261 )

Kommunalkredite 133.123.308,57 EUR ( 126.977 )

5. Schuldverschreibungen und andere

festverzinsliche Wertpapiere

a) Geldmarktpapiere

aa) von öffentlichen Emittenten -,-- -

darunter:

beleihbar bei der Deutschen

Bundesbank -,-- EUR ( - )

ab) von anderen Emittenten 24.858.179,15 19.800

darunter:

beleihbar bei der Deutschen

Bundesbank -,-- EUR ( - )

24.858.179,15 19.800

b) Anleihen und Schuldverschreibungen

ba) von öffentlichen Emittenten 43.190.103,43 17.648

darunter:

beleihbar bei der Deutschen

Bundesbank 43.190.103,43 EUR ( 17.648 )

bb) von anderen Emittenten 640.364.566,65 676.027

darunter:

beleihbar bei der Deutschen 683.554.670,08 693.675

Bundesbank 603.480.993,92 EUR ( 649.264 )

c) eigene Schuldverschreibungen 479.456,56 669

Nennbetrag 466.000,00 EUR ( 656 )

708.892.305,79 714.144

6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 612.053.932,56 615.614

7. Beteiligungen 102.351.382,93 102.875

darunter:

an Kreditinstituten -,-- EUR ( - )

an Finanzdienstleistungsinstituten

2.938.194,03 EUR ( 2.938 )

8. Anteile an verbundenen Unternehmen 51.129,19 51

darunter:

an Kreditinstituten -,-- EUR ( - )

an Finanzdienstleistungsinstituten

-,-- EUR ( - )

9. Treuhandvermögen 20.721.861,36 21.238

darunter:

Treuhandkredite 20.721.861,36 EUR ( 21.238 )

10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand

einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch -,-- -

11. Immaterielle Anlagewerte

a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte

und ähnliche Rechte und Werte -,-- -

b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche

Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte

sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 581.633,72 593

c) Geschäfts- oder Firmenwert -,-- -

d) geleistete Anzahlungen -,-- -

581.633,72 593

12. Sachanlagen 52.989.012,44 54.872

13. Sonstige Vermögensgegenstände 12.718.534,84 17.977

14. Rechnungsabgrenzungsposten 5.795.625,40 4.000

Summe der Aktiva 5.217.487.071,26 5.221.921

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2010 Passivseite

EUR EUR EUR 2009 in TEUR

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

a) täglich fällig 6.773.115,48 50.000

b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 913.462.475,79 994.452

920.235.591,27 1.044.452

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

a) Spareinlagen

aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist

von drei Monaten

ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist

1.901.774.658,95 1.843.925

von mehr als drei Monaten 27.812.565,17 29.383

1.929.587.224,12 1.873.308

b) andere Verbindlichkeiten

ba) täglich fällig 1.513.407.818,82 1.461.946

bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 253.926.281,73 256.409

1.767.334.100,55 1.718.355

3.696.921.324,67 3.591.663

3. Verbriefte Verbindlichkeiten

a) begebene Schuldverschreibungen 47.378.886,73 69.116

b) andere verbriefte Verbindlichkeiten -,-- -

darunter: 47.378.886,73 69.116

Geldmarktpapiere

eigene Akzepte und

-,-- EUR ( - )

Solawechsel im Umlauf -,-- EUR ( - )

4. Treuhandverbindlichkeiten 20.721.861,36 21.238

darunter:

Treuhandkredite 20.721.861,36 EUR ( 21.238 )

5. Sonstige Verbindlichkeiten 19.369.182,76 19.055

6. Rechnungsabgrenzungsposten 4.872.129,09 5.112

7. Rückstellungen

a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 34.610.361,00 31.368

b) Steuerrückstellungen 5.311.989,20 2.733

c) andere Rückstellungen 38.295.265,73 38.894

78.217.615,93 72.995

8. Sonderposten mit Rücklageanteil -,-- 746

9. Nachrangige Verbindlichkeiten 73.803.684,60 46.404

10. Genußrechtskapital 20.167.600,00 20.168

darunter:

vor Ablauf von zwei

Jahren fällig 20.167.600,00 EUR ( 20.168 )

11. Eigenkapital

a) gezeichnetes Kapital -,-- -

b) Kapitalrücklage -,-- -

c) Gewinnrücklagen

ca) Sicherheitsrücklage 323.458.027,55 318.711

cb) andere Rücklagen 8.731.719,67 8.732

332.189.747,22 327.443

d) Bilanzgewinn 3.609.447,63 3.529

335.799.194,85 330.972

Summe der Passiva 5.217.487.071,26 5.221.921

1. Eventualverbindlichkeiten

a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln -,-- -

b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 121.800.508,20 68.169

c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten -,-- -

121.800.508,20 68.169

2. Andere Verpflichtungen

a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften -,-- -

b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen -,-- -

c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 134.690.060,13 94.785

134.690.060,13 94.785

- 84 - - 85 -


Gewinn-und-Verlust-Rechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010

EUR EUR EUR 2009 in TEUR

1. Zinserträge aus

a) Kredit- und Geldmarktgeschäften

darunter:

181.520.449,37 192.188

aus der Abzinsung von Rückstellungen 1.683.191,08 (-)

b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 29.441.749,85 29.151

210.962.199,22 221.339

2. Zinsaufwendungen

darunter:

113.447.589,54 123.656

aus der Aufzinsung von Rückstellungen 2.163.366,43 (-)

97.514.609,68 97.683

3. Laufende Erträge aus

a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 25.521.296,23 25.532

b) Beteiligungen 1.411.848,59 1.256

c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 1.743.000,00 1.320

28.676.144,82 28.108

4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungsoder

Teilgewinnabführungsverträgen -,-- -

5. Provisionserträge 31.962.538,42 30.715

6. Provisionsaufwendungen 1.736.297,55 1.716

30.226.240,87 28.999

7. Nettoertrag oder Nettoaufwand aus Finanzgeschäften -,-- 232

8. Sonstige betriebliche Erträge 5.370.059,02 11.321

9. Erträge aus Auflösung von Sonderposten mit Rücklageanteil -,-- -

10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

a) Personalaufwand

161.787.054,39 166.343

aa) Löhne und Gehälter

ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für

50.950.781,86 51.259

Altersversorgung und Unterstützung

darunter:

14.109.715,59 15.408

für Altersversorgung 4.647.911,09 (6.104)

65.060.497,45 66.667

b) andere Verwaltungsaufwendungen 29.858.307,29 29.069

94.918.804,74 95.736

11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf

immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 6.514.534,26 6.539

12. Sonstige betriebliche Aufwendungen

13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen

und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu

5.262.622,93 6.203

Rückstellungen im Kreditgeschäft

14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und

bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung

29.456.258,64 32.588

von Rückstellungen im Kreditgeschäft -,-- -

29.456.258,64 32.588

15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf

Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen

und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere

16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen,

Anteilen an verbundenen Unternehmen und

462.955,09 1.750

wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere -,-- -

462.955,09 1.750

17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 5.112,68 5

18. Zuführung zum oder Entnahmen aus dem Fonds für allgemeine Bankrisiken -,-- -

19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 25.166.766,05 23.522

20. Außerordentliche Erträge -,-- -

21. Außerordentliche Aufwendungen

darunter:

Übergangseffekte aufgrund des

3.197.707,00 -

Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes 3.197.707,00 (-)

22. Außerordentliches Ergebnis 3.197.707,00 -

23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 18.015.169,50 19.635

24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 344.441,92 358

18.359.611,42 19.993

25. Jahresüberschuss 3.609.447,63 3.529

26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr

27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen

-,-- -

a) aus der Sicherheitsrücklage -,-- -

b) aus anderen Rücklagen -,-- -

-,-- -

28. Einstellungen in Gewinnrücklagen

a) in die Sicherheitsrücklage -,-- -

b) in andere Rücklagen -,-- -

-,-- -

29. Bilanzgewinn 3.609.447,63 3.529

Verwaltungsrat und Vorstand

Verwaltungsrat (ab 08.02.2010)

Lothar Hegemann (Vorsitzender) MdL, Versicherungskaufmann

Benno Portmann (1. Stellvertreter), Lehrer

Frank Cerny (2. Stellvertreter), wissenschaftlicher Mitarbeiter

(ab 02.06.2010, vormals ordentliches Mitglied)

Birgit Breuer, Sparkassenangestellte

Karl-Heinz Dargel, Abteilungsleiter

Hans-Josef Esser, Rechtsanwalt und Notar a.D.

Michael Gundlach, Sparkassenangestellter

Hermann Hegemann, Sparkassenangestellter

Ulrich Hempel, Verwaltungsangestellter

Tobias Köller, selbstständiger Unternehmer

Kurt Maurer, Sparkassenangestellter

Daniel Molloisch, Lehrer

Mathias Richter, Beschäftigter Land NRW

Karl-Heinz Rusche, Kaufmann

Dominik Schad, Büroleiter

Doris Schindler, Keramikerin

Dirk Wessels, Sparkassenangestellter

Martin Wißing, Sparkassenangestellter

Teilnehmender Hauptverwaltungsbeamter

Cay Süberkrüb, Landrat des Kreises Recklinghausen

Beratende Teilnahme (gemäß §10 Abs. 4b SpkG NW)

Werner Arndt, Bürgermeister der Stadt Marl

Johannes Beisenherz, Bürgermeister der Stadt Castrop-Rauxel

Anne Heck-Guthe, Bürgermeisterin der Stadt Waltrop

Lambert Lütkenhorst, Bürgermeister der Stadt Dorsten

Johannes-Joachim Menge, Bürgermeister der Stadt Oer-Erkenschwick

Dr. Uli Paetzel, Bürgermeister der Stadt Herten

Wolfgang Pantförder, Bürgermeister der Stadt Recklinghausen

Wolfgang Werner, Bürgermeister der Stadt Datteln

- 86 - - 87 -

Vorstand

Dr. Michael Schulte (Vorsitzender)

Willi Keeren (stellvertretender Vorsitzender)

Heinz-Josef Bzdega (bis 31.12.2010)

Martin Krause

Dr. Peter Lucke (ab 1.1.2011)

Vertreter des Vorstandes

(gemäß §15 Abs. 2b SpkG NW)

Hans-Günter Benthaus

Bernd Kurzweg

Ingrid Lebkücher

Olaf Meyer

Frank Werner


Geschäftsstellen

Castrop-Rauxel

Hauptstelle Castrop

Am Markt 13

44575 Castrop-Rauxel

Telefon: 02305 291-0

Fax: 02305 291-3277

Geschäftsstelle Habinghorst

Lange Straße 81

44575 Castrop-Rauxel

Telefon: 02305 97344-0

Fax: 02305 97344-44

Geschäftsstelle Ickern-Mitte

Ickerner Straße 32–34

44581 Castrop-Rauxel

Telefon: 02305 9471-03

Fax: 02305 9471-27

Geschäftsstelle Rauxel

Berliner Platz 12–13

44579 Castrop-Rauxel

Telefon: 02305 92306-0

Fax: 02305 92306-22

Geschäftsstelle Schwerin

Dortmunder Straße 156

44577 Castrop-Rauxel

Telefon: 02305 97345-0

Fax: 02305 97345-30

Geschäftsstelle Merklinde

Wittener Straße 326b

44577 Castrop-Rauxel

Telefon: 02305 291-3751

Fax: 02305 291-3775

Geschäftsstelle Engelsburgplatz

Wilhelmstraße 1

44575 Castrop-Rauxel

Telefon: 02305 358792

Fax: 02305 291-3875

Geschäftsstelle Frohlinde

Dortmunder Straße 395

44577 Castrop-Rauxel

Telefon: 02305 291-3901

Fax: 02305 291-3977

Geschäftsstelle Henrichenburg

Freiheitstraße 17

44581 Castrop-Rauxel

Telefon: 02367 8573

Fax: 02367 99040

SB-Stellen

SB Hagebaumarkt Sender

Gottlieb-Daimler-Straße

46282 Dorsten

SB Danielsmeier

Castroper Straße 31

45711 Datteln

SB Stadthalle

Raiffeisenplatz 1

45731 Waltrop

SB Kfz-Zulassungsstelle

Stettiner Straße 10

45770 Marl

SB Sinsen

In der Fräslänne 24-32

45770 Marl

Datteln

Hauptstelle Datteln

Am Neumarkt 7

45711 Datteln

Telefon: 02363 106-0

Fax: 02363 106-2077

Geschäftsstelle Ahsen

Lippestraße 2

45711 Datteln

Telefon: 02363 5685-0

Fax: 02363 5685-22

Geschäftsstelle Hötting

Arnoldstraße 29

45711 Datteln

Telefon: 02363 36198-0

Fax: 02363 36198-2

Geschäftsstelle Emscher-Lippe

Castroper Straße 232

45711 Datteln

Telefon: 02363 9701-0

Fax: 02363 9701-2677

Geschäftsstelle Hagem

Beethovenplatz 8

45711 Datteln

Telefon: 02363 5684-0

Fax: 02363 5684-22

Geschäftsstelle Meckinghoven

Böckenheckstraße 1

45711 Datteln

Telefon: 02363 7333-0

Fax: 02363 7333-2577

Geschäftsstelle Horneburg

Horneburger Straße 13

45711 Datteln

Telefon: 02363 97000-0

Fax: 02363 97000-22

SB Breite Straße

Breite Straße

45657 Recklinghausen

SB Am Markt

Schaumburgstraße 1

45657 Recklinghausen

SB Am Busbahnhof

Springstraße 1d

45657 Recklinghausen

SB Kunibertistraße

Kunibertistraße 23

45657 Recklinghausen

SB Prosperhospital

Mühlenstraße 27

45659 Recklinghausen

Dorsten

Hauptstelle Dorsten

Julius-Ambrunn-Straße 2

46282 Dorsten

Telefon: 02362 401-0

Fax: 02362 401-1077

Geschäftsstelle Wulfen

Hervester Straße 8

46286 Dorsten

Telefon: 02369 9169-0

Fax: 02369 9169-7577

Geschäftsstelle Barkenberg

Himmelsberg 6

46286 Dorsten

Telefon: 02369 2058-0

Fax: 02369 2058-22

Geschäftsstelle Lembeck

Schulstraße 12

46286 Dorsten

Telefon: 02369 9883-0

Fax: 02369 9883-7677

Geschäftsstelle Rhade

Erler Straße 26a

46286 Dorsten

Telefon: 02866 4124

Fax: 02866 4075

Geschäftsstelle Holsterhausen

Freiheitsstraße 7–9

46284 Dorsten

Telefon: 02362 9434-0

Fax: 02362 9434-1677

Geschäftsstelle Holsterhausen-Dorf

Hauptstraße 36

46284 Dorsten

Telefon: 02362 7966-0

Fax: 02362 7966-22

Geschäftsstelle Hellweg

Hellweg 4

46284 Dorsten

Telefon: 02362 9879-0

Fax: 02362 9879-7077

Geschäftsstelle Harsewinkel

Halterner Straße 72

46284 Dorsten

Telefon: 02362 9891-0

Fax: 02362 9891-7877

SB Ickern-End

Leveringhauser Straße 96a

44581 Castrop-Rauxel

SB Obercastrop

Bochumer Straße 79

44575 Castrop-Rauxel

SB Deininghausen

Dresdener Straße 8

44577 Castrop-Rauxel

Herten

Hauptstelle Herten

Ewaldstraße 8–10

45699 Herten

Telefon: 02366 806-0

Fax: 02366 806-5077

Geschäftsstelle Herten-Süd

Süder Markt 7

45699 Herten

Telefon: 02366 1851-0

Fax: 02366 1851-5477

Geschäftsstelle Disteln

Josefstraße 5

45699 Herten

Telefon: 02366 1855-0

Fax: 02366 1855-5877

Geschäftsstelle Langenbochum

Langenbochumer Straße 192

45701 Herten

Telefon: 02366 9581-0

Fax: 02366 9581-5377

Geschäftsstelle Paschenberg

Feldstraße 137

45699 Herten

Telefon: 02366 50080-0

Fax: 02366 50080-7

Geschäftsstelle Westerholt

Bahnhofstraße 27

45701 Herten

Telefon: 0209 96195-0

Fax: 0209 96195-5577

Geschäftsstelle

Westerholt auf der Heide

Bahnhofstraße 137

45701 Herten

Telefon: 0209 16589-0

Fax: 0209 16589-22

Geschäftsstelle Scherlebeck

Richterstraße 7

45701 Herten

Telefon: 02366 5039-0

Fax: 02366 5039-22

Marl

Hauptstelle Marl-Hüls

Bergstraße 6–10

45770 Marl

Telefon: 02365 417-0

Fax: 02365 417-6077

Geschäftsstelle Alt-Marl

Am Theater 4

45768 Marl

Telefon: 02365 5105-0

Fax: 02365 5105-4077

Geschäftsstelle Polsum

Kirchstraße 9b

45768 Marl

Telefon: 02365 79559-0

Fax: 02365 79559-22

Geschäftsstelle Brassert

Brassertstraße 104

45768 Marl

Telefon: 02365 92487-0

Fax: 02365 92487-4577

Geschäftsstelle Marler Stern

Marler Stern 2

45768 Marl

Telefon: 02365 92485-0

Fax: 02365 92485-22

Geschäftsstelle Hamm

Bachackerweg 84

45772 Marl

Telefon: 02365 92466-0

Fax: 02365 92466-22

Geschäftsstelle Waldsiedlung

Spechtstraße 30

45772 Marl

Telefon: 02365 92469-0

Fax: 02365 92469-22

Geschäftsstelle Drewer

Lipper Weg 83

45770 Marl

Telefon: 02365 9673-0

Fax: 02365 9673-6777

Geschäftsstelle Drewer-Nord

Lipper Weg 179

45772 Marl

Telefon: 02365 208-218

Fax: 02365 208-224

Geschäftsstelle Drewer-Süd

Breddenkampstraße 8

45770 Marl

Telefon: 02365 92477-0

Fax: 02365 92477-22

Geschäftsstelle Drewer-Mitte

Bergstraße 166

45770 Marl

Telefon: 02365 9738-0

Fax: 02365 9738-22

Geschäftsstelle

Lenkerbeck-Sinsen

Vor den Büschen 33

45770 Marl

Telefon: 02365 97417-0

Fax: 02365 97417-22

Oer-Erkenschwick

Hauptstelle Oer-Erkenschwick

Stimbergstraße 117

45739 Oer-Erkenschwick

Telefon: 02368 912-0

Fax: 02368 912-8077

Geschäftsstelle Oer-Erkenschwick

Kampstraße 18

45739 Oer-Erkenschwick

Telefon: 02368 890-9660

Fax: 02368 890-9661

Geschäftsstelle Klein-Erkenschwick

Stimbergstraße 260

45739 Oer-Erkenschwick

Telefon: 02368 9188-0

Fax: 02368 9188-8577

Geschäftsstelle Am Markt Oer

Pastor-Schmitz-Weg 1

45739 Oer-Erkenschwick

Telefon: 02368 890-9987

Fax: 02368 890-9988

Waltrop

Hauptstelle Waltrop

Hochstraße 111

45731 Waltrop

Telefon: 02309 931-0

Fax: 02309 931-3077

Geschäftsstelle Waltrop-Ost

Dortmunder Straße 124

45731 Waltrop

Telefon: 02309 9610-0

Fax: 02309 9610-3677

Geschäftsstelle Brockenscheidt

Egelmeer 20e

45731 Waltrop

Telefon: 02309 9584-0

Fax: 02309 9584-22

Recklinghausen

Hauptstelle Königswall

Königswall 33

45657 Recklinghausen

Telefon: 02361 205-0

Fax: 02361 202-9110

Geschäftsstelle Stuckenbusch

Stuckenbuschstraße 169

45659 Recklinghausen

Telefon: 02361 58218-35

Fax: 02361 58218-73

Hauptstelle Herzogswall

Herzogswall 5

45657 Recklinghausen

Telefon: 02361 205-0

Fax: 02361 205-9076

Geschäftsstelle Recklinghausen-Nord

Börster Weg 1

45657 Recklinghausen

Telefon: 02361 90458-0

Fax: 02361 90458-22

Geschäftsstelle Westerholter Weg

Westerholter Weg 81

45657 Recklinghausen

Telefon: 02361 58207-0

Fax: 02361 58207-22

Geschäftsstelle Hochlar

Hertener Straße 196

45659 Recklinghausen

Telefon: 02361 10627-0

Fax: 02361 10627-22

Geschäftsstelle Bruchweg

Bruchweg 41

45659 Recklinghausen

Telefon: 02361 58203-80

Fax: 02361 58203-2

Geschäftsstelle Hillerheide

Ovelgönnestraße 77

45659 Recklinghausen

Telefon: 02361 90913-0

Fax: 02361 90913-22

Geschäftsstelle Castroper Straße

Castroper Straße 48

45665 Recklinghausen

Telefon: 02361 93804-0

Fax: 02361 93804-22

Geschäftsstelle Quellberg

Amelandstraße 6

45665 Recklinghausen

Telefon: 02361 58293-0

Fax: 02361 58293-22

Geschäftsstelle Dortmunder Straße

Dortmunder Straße 120c

45665 Recklinghausen

Telefon: 02361 91596-0

Fax: 02361 91596-22

Hauptstelle Recklinghausen-Süd

Theodor-Körner-Straße 2–4

45661 Recklinghausen

Telefon: 02361 3020-0

Fax: 02361 3020-5177

Geschäftsstelle Bochumer Straße

Bochumer Straße 250

45661 Recklinghausen

Telefon: 02361 3034-20

Fax: 02361 3034-22

Geschäftsstelle Grullbad

Hochstraße 54

45661 Recklinghausen

Telefon: 02361 95029-0

Fax: 02361 95029-22

Geschäftsstelle König-Ludwig

Overbergstraße 79

45663 Recklinghausen

Telefon: 02361 30239-0

Fax: 02361 30239-22

Geschäftsstelle Röllinghausen

Niederstraße 1b

45663 Recklinghausen

Telefon: 02361 90445-0

Fax: 02361 90445-22

Geschäftsstelle Suderwich

Schulstraße 4

45665 Recklinghausen

Telefon: 02361 93948-0

Fax: 02361 93948-22

Geschäftsstelle Suderwicher-Heide

Sachsenstraße 160

45665 Recklinghausen

Telefon: 02361 90683-0

Fax: 02361 90683-22

Geschäftsstelle Hochlarmark

Westfalenstraße 206

45661 Recklinghausen

Telefon: 02361 30227-0

Fax: 02361 30227-22

Geschäftsstelle Hochlarmark-Nord

Westfalenstraße 66

45661 Recklinghausen

Telefon: 02361 30206-0

Fax: 02361 30206-22


Herausgeber: Sparkasse Vest Recklinghausen, Herzogswall 5, 45657 Recklinghausen

Redaktion: Stefan Fokken, Sparkasse Vest Recklinghausen

Christian Zumschilde, Sparkasse Vest Recklinghausen

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