KBO Kurier - Kliniken des Bezirks Oberbayern

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KBO Kurier - Kliniken des Bezirks Oberbayern

Dr. Wolfgang Eymer,

Chefarzt AP West, Irmi

Breinbauer, Stationsleitung

Soteria, Ursula Bittner,

stellvertretende

Bezirkstagspräsidentin,

Roswitha Hurtz,

Oberärztin Soteria, Prof.

Dr. Thomas Bock,

Uniklinikum Hamburg

(von links nach rechts)

KBO Kurier

Soteria des Isar-Amper-Klinikums feiert Jubiläum

Mit mehr als 160 Gästen feierte die Soteria –

Haus im Park am Klinikum München-Ost am 23.

Januar ihr fünfjähriges Jubiläum. Neben zahlreichen

Vertretern der Politik und Mitarbeitern des ambulanten

und stationären Bereichs nahmen auch sehr

viele ehemalige Patienten und Angehörige an der

Feier teil. Es konnten Gäste aus ganz Bayern und

Österreich, sowie Kollegen von der Internationalen

Arbeitsgemeinschaft Soteria aus Aachen und

aus der „Schwestersoteria“ in Zwiefalten begrüßt

werden.

Ursula Bittner, stellvertretende Bezirkstagspräsidentin

von Oberbayern, erinnerte in ihrer Rede

an die lange Vorlaufzeit bis zur Eröffnung der

Soteria im Jahre 2003. Bereits 1995 wurden erste

Gespräche über die Soteria und die konzeptionelle

Gestaltung geführt. Die Zusage des Bezirks

Oberbayern und der Krankenkassen ermöglichten

2003 die Eröffnung der Soteria. „Wir, der Bezirk

Oberbayern, sind stolz auf das Projekt Soteria.

Mein Dank geht an das multiprofessionelle Team

der Station, das sich so engagiert um die Patienten

und Angehörigen kümmert“, so Bittner.

Dr. Margitta Borrmann-Hassenbach, stellvertretender

Vorstand desKliniken des Bezirks Oberbayern

- Kommunalunternehmen“ betonte, dass die Soteria

ein wichtiger und erfolgreicher Baustein des

Klinikums München-Ost sei. Die Begleitforschung

der vergangenen fünf Jahre habe gezeigt, wie wichtig

und gewinnbringend die intensive Betreuung

der Patienten sei.

„Dass sich in Zeiten der Ökonomisierung auch

im Gesundheitswesen die Soteria etablieren kann,

zeigt den Erfolg des Konzepts Soteria“, erklärte Dr.

Wolfgang Eymer. Die humanitäre Idee des „being

with“ sei grundlegend für die Soteria. Dass sich die

Patienten und ihre Angehörigen gut aufgenommen

und betreut fühlen, zeigt sich an dem regen Besuch

der Feier. Seit Eröffnung ist die Soteria mit ihren

zwölf Betten stets voll belegt. Betroffene fragen

nicht nur aus dem gesamten Bundesgebiet nach,

sondern auch aus dem Ausland. „Wir versuchen

derzeit, dieser hohen Nachfrage gerechter zu

werden und arbeiten an neuen Strukturen, damit

die Patienten so rasch wie möglich aufgenommen

werden können“, betont Eymer.

Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Thomas Bock aus

Hamburg. In seinen Ausführungen stellte er seine

anthropologischen Thesen zum Verständnis für

Psychosen dar und berichtete über Ergebnisse aus

einer Untersuchung über den subjektiven Sinn von

Psychosen, an der sich auch die Soteria beteiligt

hat.

Der typische Soteria-Alltag bildete sich auch in der

gemeinsamen Gestaltung der Feier ab, an der Betroffene,

Angehörige und ein Laienhelfer beteiligt

waren: Ein Podcast, der im Rahmen eines Projekts

entstand, ließ Patienten über ihr Leben in der

Soteria zu Wort kommen. Dazu wurden Bilder aus

dem Alltag, von der Hausarbeit und von Ausfl ügen

gezeigt. Für Erheiterung sorgte die Darbietung des

„Münchner im Himmel“ durch einen ehemaligen

Patienten, die musikalische Umrahmung übernahmen

ein aktueller Soteria-Patient und ein Psychologie-Praktikant.

Ein ehemaliger Soteria-Patient berichtete in großer

Offenheit über sein Erleben in der akuten Psychose,

seine Verwirrung, das Chaos in den Gedanken

und im Tun, das für ihn aber Sinn ergab, ja überlebenswichtig

schien. Auch erzählte er von der

Behandlung sowohl auf einer klassischen Aufnahmestation

in einer Klinik im Allgäu als auch in der

Soteria. Wie unterschiedlich sich die verschiedenen

Rahmenbedingungen auf ihn auswirkten und wie

sehr er Klarheit und Begrenzung in einer annehmenden

Art brauchte, wurde für die Zuhörer sehr

anschaulich.

Zwei Angehörige stellten sowohl Eindrücke,

Überlegungen, Sorgen und Ängste mit der

psychotischen Krisensituation ihrer Tochter bzw.

ihres Ehemanns als auch ihre Erfahrungen mit der

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