Bericht 01.01.2011 - Deutscher Kinderschutzbund Landau

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Bericht 01.01.2011 - Deutscher Kinderschutzbund Landau

Bericht 01.01.2011 – 31.12.2011 Quartiersmanagement / Mehrgenerationenhaus

B e r e i c h s l e i t u n g: Margret Grannemann-Böhme (Dipl. Soz.-Päd. (FH)

1. Überblick

Die Arbeit des Quartiersmanagements (QM), die schwerpunktmäßig darin besteht, die

vorhandenen Angebote im Stadtteil weiter zu vernetzen, um mit wenig Reibungsverlust

und kurzen Wegen in Problemsituationen helfen zu können, wurde durch das Mehrgenerationenhaus

(MGH), das ab November 2007 an das QM angedockt wurde, durch verschiedenste

niedrigschwellige Angebote erweitert.

Das Konzept der Mehrgenerationenhäuser, das besonders das Miteinander von Jung und

Alt im Fokus hat und die täglichen Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 09:00 – 18:00

Uhr, haben dazu beigetragen, dass das MGH zur einer wichtigen Anlaufstelle für eine

interkulturelle und Intergenerative Begegnung geworden ist.

Zusätzlich nutzen verschiedene Gruppen und Vereine die Räume auch am Abend und an

den Wochenenden.

Die Angebote des Mehrgenerationenhauses werden in einem gesonderten Punkt weiter

hinten behandelt.

Die Schwerpunkte des Quartiersmanagement in 2011 waren:

• Integration der unterschiedlichen Nationalitäten im Stadtteil durch unterschiedliche

Angebote

• Vernetzung von Angeboten für Jung und Alt

• Unterstützung bürgerbezogener Aktivitäten und Nachbarschaftshilfe

• Ansprechpartner für die unterschiedlichsten Belange von Bürgern im Stadtteil -

Lotsenfunktion

Mit Unterstützung vieler ehrenamtlicher HelferInnen konnte ein sehr lebendiges und attraktives

Angebot für Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Nationalitäten

im Horst, insbesondere aber auch für Kinder und ihre Familien angeboten werden.

Auch die inzwischen sehr guten Kontakte zu Arzt, Apotheke, Sparkasse und anderen Bewohnern

direkt am Danziger Platz, zeugen von der Anerkennung des QM/MGH im Stadtteil.

Die bisherige Vernetzung der Angebote im Eltern-Kind-Treff mit den Angeboten im Stadtteiltreff,

als Bestandteil eines gelungenen Miteinanders zwischen Jung und Alt, wurde in

2011 fortgesetzt.

Durch gemeinsame Teambesprechungen und Angebote waren die Mitarbeiterinnen des

EKT in die Arbeit des Quartiersmanagements integriert.

Darüber hinaus stand das Beratungsangebot sämtlicher Fachbereiche des Kinderschutzbundes

zur Verfügung.

Mütter/Väter in besonderen Krisensituationen haben auch in 2011 durch die Mitarbeiterinnen

des Eltern-Kind-Treffs oder des Quartiersmanagements zeitnah Unterstützung

erhalten und wenn erforderlich, wurde der Kontakt für weitere Hilfe zu entsprechenden


Stellen persönlich hergestellt. Dazu gehörte auch eine enge Kooperation mit dem Allgemeinen

Sozialdienst des Jugendamtes Landau.

Der im Obergeschoss vorhandene Beratungsraum stand und steht auch weiterhin für

unterschiedliche Beratungen, auch durch Mitarbeiterinnen anderer Fachbereiche des

Kinderschutzbundes oder anderer Beratungsstellen (Jugendamt etc.) für die Zielgruppe

im Horst zur Verfügung. Die Hemmschwelle für Beratungen wird dadurch abgebaut und

eine Kinderbetreuung für die Kinder der Ratsuchenden ist ebenso gewährleistet.

Durch die Präsenz der Jugend- und Familienberatungsstelle 1 x in der Woche nahm die

Anzahl der Beratungen erheblich zu (sowohl Spontanberatungen als auch mit Termin)

Auch über die niedrigschwelligen Angebote im Mehrgenerationenhaus kamen zahlreiche

Beratungen zustande, die an entsprechende Beratungsstellen oder Jugendamt weiter

vermittelt wurden.

Mit dem Wegfall des Quartiersmanagements in Trägerschaft des Kinderschutzbundes,

werden einige Bereiche in 2011 zwangsläufig „wegbrechen“.

1.1 Die personelle Besetzung

1.1.1 Die Mitarbeiterinnen vor Ort

Margret Grannemann-Böhme (Dipl. Soz.-Päd.) - 25,5 Std.

Leitung QM/Mehrgenerationenhaus

Stelle finanziert durch Stadt Landau und Mehrgenerationenhaus.

Verantwortlich für

- Stadtteiltreff D 18

- Vernetzung der Fachkräfte vor Ort

- stadtteilbezogene Aktivitäten

- Aufspüren von Lücken im Stadtteil und Hilfestellung bei der Installation von neuen

Projekten

- Dienst- und Fachaufsicht Eltern-Kind-Treff

- Zusammenarbeit mit Kindergärten, Jugendtreff, Schulen und anderen Institutionen

vor Ort

- Elternberatung

- Koordination von Elternseminaren z.B. „Starke Eltern – Starke Kinder" und Elternabenden

zu Erziehungsthemen

- Aufbau/Konzept und Vernetzung Integration

- Mediation bei Familien- und Nachbarschaftskonflikten

- Koordination Mehrgenerationenhaus

Lena Kopp (Dipl. Päd.) – 29.25 Stunden

QM/Mehrgenerationenhaus

Stelle finanziert durch Stadt Landau.

Verantwortlich für

- Organisation von stadtteilbezogenen Aktivitäten

- Organisation und Koordination verschiedener Kurse, Feste und anderer Veranstaltungen

- Verantwortlich für die Gestaltung der Stadtteilzeitung „Elfenpost“

- Ausbildung Babysitter und Babysittervermittlung

- Vernetzung Angebote im Mehrgenerationenhaus

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- Spiel- und Internetcafé

- Wunschgroßelternprojekt zusammen mit einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin

- Praktikantenanleitung

- Kontakt/Ansprechpartnerin und Pflege ehrenamtliche Mitarbeiterinnen

Sigrid Kopp (Kinderkrankenschwester) - 15,60 Stunden

QM/Mehrgenerationenhaus

Stelle finanziert durch Eigenmittel des Kinderschutzbundes

Verantwortlich für

- Hilfestellung bei der Organisation der unterschiedlichen Angebote

- Bürotätigkeiten wie Kopieren, Plakate, Botengänge etc.

- Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit wie Aktualisierung der Informationen und

Aushänge in Schaukästen. Verteilung Flyer und Infos an die verschiedenen Institutionen

im Stadtteil.

- leichte Hausmeistertätigkeiten etc.

- Übernahme/Vertretung der Sprechstunden

- Organisatorische Vor – und Nachbereitung Frauenfrühstück

- Klön- und Spielnachmittag

- Mittagstisch für Jung und Alt

- Mitarbeit bei Angeboten im Mehrgenerationenhaus

Petra Klemens Eltern-Kind-Treff – 400,- -€ Kraft

Stelle finanziert über Honorartopf durch die Stadt Landau

Durch den Wegfall der hauptamtlichen Stelle konnten einzelne wichtige inhaltliche Bereiche

wie z.B. die frühzeitige Unterstützung von Eltern und Kindern bei Entwicklungsverzögerungen

im motorischen Bereich, die von Frau Dörner als Fachfrau in den letzten

Jahren verstärkt angegangen wurden, in 2010 nicht mehr aufgegriffen werden.

Dank der weiteren Unterstützung durch die Stadt Landau, konnte Petra Klemens, eine

langjährige Ehrenamtliche und zuletzt auch Honorarkraft im Eltern-Kind-Treff, über einen

Minijob, einen Teil der Aufgaben von Frau Dörner übernehmen. Ihr zur Seite standen zwei

Honorarkräfteund viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, die zum Teil schon seit Jahren

im Eltern-Kind-Treff tätig sind.

Die Arbeit im Eltern-Kind-Treff kann nur über das zusätzliche ehrenamtliche Engagement

von Frau Klemens, das sie neben ihrer Honorartätigkeit noch leistet, in gewohnter Form

aufrecht erhalten bleiben.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Honorarkräfte

Auch in 2011 konnten wieder mehrere neue ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

für die verschiedensten Angebote im MGH gewonnen werden.

Hinzu kam auch noch eine neue Art des Ehrenamtes, nämlich Menschen, die Kindern mit

Migrationshintergrund Unterstützung in der deutschen Sprache geben.

Praktikanten

Das Mehrgenerationenhaus wird zunehmend mehr wegen verschiedener Praktika angefragt.

In 2011 waren insgesamt 16 Praktikanten im MGH tätig:

4 Studenten der Universität Landau-Koblenz (Erziehungswissenschaften – Frühe Kindheit)

3


1 Studentin Fachhochschule Ludwigshafen

3 Vorpraktikanten

2 Schülerinnen/2 Schüler verschiedener Gymnasien

2 Schüler /1 Schülerin Realschule plus

1 Praktikantin über Jobkom

1.2 Die Aktivitäten

Das Quartiersmanagement im Horst, als Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf,

dessen Arbeitsschwerpunkt hauptsächlich in der Koordination und Vernetzung im Stadtteil

liegt, erhielt durch das Projekt Mehrgenerationenhaus eine Erweiterung seiner Aufgaben.

Die Zielsetzung, ganzheitlich die Lebensverhältnisse im Wohngebiet unter besonderer

Berücksichtigung der Situation von Kindern, Jugendlichen und ihrer Familien zu beobachten

und zu verbessern, konnte durch verschiedene neue Angebote des Mehrgenerationenhauses

für Menschen aller Generationen auch ganz praktisch umgesetzt werden.

Da unser Anliegen als Kinderschutzbund speziell auch im Vorfeld der Gewaltprävention

liegt, lag der Hauptschwerpunkt auf der Ausrichtung von Angeboten, die jungen Familien

Entlastung und Unterstützung bieten.

1.2.1 Kooperation mit verschiedenen Institutionen

Um die Bedarfe im Stadtteil aufzuspüren und die Lebensbedingungen von Kindern und

deren Familien zu verbessern, ist die Kooperation mit den verschiedenen Institutionen

ein wichtiger Ansatzpunkt.

Zusammenarbeit erfolgte mit

� der Fachgruppe „Jugend und Familie"

� dem Bezirksbeamten der Polizei

- der Aktion „Unser Horst“, Behörden, Institutionen, Vereinen, Kirchen, Ehrenamtlichen,

„pro seniore“, cbf, Jugendamt, städt. Jugendtreff,

- dem Eltern-Kind-Treff wie z.B. gemeinsames Frühstück auf dem Danziger Platz mit

Wassersuddelfest, ‚Familien-Ferien-Programm in der 1. Sommerferienwoche.

1.2.2 Sonstige Aktivitäten

1.2.2.1 Freizeitaktivitäten

Die Frauen des Frauenfrühstücks organisierten zum Teil mit Hilfe des QM/MGH verschiedene

Freizeitaktivitäten außerhalb des Mehrgenerationenhauses , wie z.B. Wanderungen, Frühstücke

etc..

1.2.2.2 Aktivitäten im Mehrgenerationenhaus(MGH)

In 2011 sind die unterschiedlichsten Aktivitäten und Projekte im Mehrgenerationenhaus entstanden.

Siehe dazu auch unter Punkt MGH

1.2.2.3 Elfenpost

Die im Jahr 2002 ins Leben gerufene Stadtteilzeitung „Elfenpost - Ihr Horschd-Bläddel"

erschien in 2011 halbjährlich mit einer Auflage von 3000 Stück.

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Verantwortlich: Lena Kopp / Mitarbeiterin QM , Petra Klemens, die ehrenamtlich für das

gesamte Layout der Elfenpost verantwortlich ist.

Die Elfenpost könnte ohne die vielen Helfer und Spender nicht erscheinen, aber vor allem

nicht ohne das Engagement der Mitarbeiterin vom QM und das unermüdliche und kreative

ehrenamtliche Engagement und Know-how von Petra Klemens.

Aus personellen Gründen ist die letzte Ausgabe der Elfenpost im 1. Halbjahr 2012 erschienen.

1.2.2.4 Ferienangebote

10 Jahre - Kinderferienangebot im Kinderclub „Blauer Elefant“

Das Ferienangebot für Kinder in sämtlichen Ferien (außer in den Weihnachtsferien) von

7:30 Uhr bis 15:00 Uhr, als inzwischen etabliertes Angebot, richtet sich vor allem an Kinder

berufstätiger Eltern. Für die Qualität dieses Angebotes sorgen die schon seit einigen

Jahren zuständigen Erzieherinnen, denen weitere Helferinnen und Praktikantinnen zur

Seite stehen. Die Koordination erfolgte über eine Mitarbeiterin im Kinderhaus „Blauer

Elefant“.

„10 Jahre Kinderclub „Blauer Elefant“ - anlässlich des 10jährigen Bestehens gab es im

Juli ein kleines Fest auf dem Danziger Platz, zu dem sowohl die Initiatoren (Elterninitiative)

der Ferienbetreuung als auch ehemalige Kinder und Eltern eingeladen wurden.

Familienferienangebot in der 1. Woche der Sommerferien

In Zeiten eines für viele Familien immer enger werdenden Familienbudgets, ist die Zielsetzung

unseres Familien-Ferien-Programmes, auch Kindern und deren Familien, die ein

geringes Einkommen haben, Ferienerlebnisse zu ermöglichen. So fanden zum Teil in Kooperation

mit dem Eltern-Kind-Treff, der Kinderferienbetreuung und dem städtischen

Jugendtreff gemeinsame Aktionen vor Ort statt. Angebote wie eine Olympiade, das Spiel-

und Spaßfest, sowie das Frühstück mit Wasserspielen auf dem Danziger Platz, wurden

von vielen Kindern und Erwachsenen angenommen.

Ferienangebote im Rahmen des Eltern-Kind-Treffs

Da die personelle Besetzung im Eltern-Kind-Treff wegen der fehlenden finanziellen Mittel

sehr eingeschränkt ist, fand für junge Eltern während der Ferien nur noch ein Angebot

statt.

Einige Eltern besuchten jedoch zahlreich die Aktionen beim Familien-Ferien-Angebot in

der 1. Sommerferienwoche.

1.2.2.5 Interkulturelle Öffnung des Mehrgenerationenhauses

Interkulturelle Öffnung bedeutet für die Mitarbeiterinnen im QM/MGH

a. Bereitstellung von Unterstützungs- und Hilfsangeboten für Familien mit Migrationshintergrund

zu allen Fragen und Problemen, die sich für sie im Alltag stellen.

b. Stärkung und Nutzung der vorhandenen Ressourcen der Migranten und Einbeziehung

in die vorhandenen Angebote im Mehrgenerationenhaus und den erweiterten

Sozialraum.

c. Ein respektvoller Umgang, sowie Achtung der anderen Kulturen und Werte der

Menschen, die das Mehrgenerationenhaus besuchen.

Ausgehend vom Begegnungscafé „International“ als „Keimzelle“, den verlängerten Öffnungszeiten

im Mehrgenerationenhaus, und dem Wissen, dass man im MGH immer ein

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„offenes Ohr“ findet, fanden sowohl viele Kinder als auch Erwachsene mit Migrationshintergrund

den Weg ins Mehrgenerationenhaus. Besonders zu Fragen und Problemen mit

Behörden oder anderen Fragestellungen suchten Migranten das Mehrgenerationenhaus

auf. Somit rückte die Frage der weiteren interkulturellen Öffnung des Mehrgenerationenhauses

immer mehr in den Vordergrund.

Da die Arbeit mit den Migranten einen immer größeren Schwerpunkt einnimmt, aber mit

den personellen Ressourcen nicht mehr bewältigt werden kann, stellte der Kinderschutzbund

für 2011 einen Antrag an das Bundesamt für Migration – Schwerpunktthema

„Stärkung der Eltern- und Erziehungskompetenzen“, der jedoch keinen Erfolg hatte.

Offenes Begegnungscafé „International“ für Menschen aller Nationen

Das im März 2007 eröffnete Begegnungscafé, finanziert durch Europäischen Sozialfond und

die Landesbeauftragte für Migration und Integration, war jeden Montag von 9:00 – 11:30 Uhr

für Menschen aller Nationen geöffnet. Von 11:30 – 13:00 Uhr stand die verantwortliche Honorarmitarbeiterin

für individuelle Fragen der Besucherinnen noch zur Verfügung

Konkrete Zielsetzung des Projektes ist, Frauen, die sich im Sprachkurs befinden, diesen

schon beendet oder noch nicht begonnen haben, einen offenen Austausch in ungezwungener

Atmosphäre zu ermöglichen, um ihre Sprachkenntnis zu vertiefen.

Zusätzlich sollen Migrantinnen bei der Integration in Beruf und im sozialen Umfeld Unterstützung

erhalten.

An den vier Computern des ehemaligen Bürgerterminals erlernten die Besucherinnen,

unterstützt durch eine Computerfachfrau, elementare PC-Kenntnisse.

Ein allerdings ganz wichtiger Aspekt dieses Treffpunktes ist die Unterstützung der Frauen

bei Fragen des täglichen Umgangs wie z.B. Erziehung, Schule, Behörden etc. Während

die Frauen sich im Begegnungscafé treffen, besteht die Möglichkeit der Kinderbetreuung

im Eltern-Kind-Treff im Obergeschoss.

Der Treffpunkt ist inzwischen Anlaufstelle für ca. 20 Frauen aus unterschiedlichen Nationen

mit den verschiedensten Sprachkenntnissen.

Positiv ist hier, dass die verantwortliche Honorarkraft auch Sprachkurse in der VHS Landau

durchführt und dadurch immer wieder neue Besucherinnen integriert.

Bedingt durch die sehr unterschiedlichen Voraussetzungen der Teilnehmerinnen, verliefen

die einzelnen Schritte hinsichtlich der Zielsetzung, nämlich die Chancen auf einen

Arbeitsplatz zu erhöhen, jedoch nur sehr langsam.

Bei den Besucherinnen, die das Begegnungscafé schon von Anfang an besuchen, ist jedoch

auch ein stärkeres Selbstbewusstsein festzustellen. So war ein Teil der Frauen mit

einem Programmpunkt am Tag der Integration der Stadt Landau beteiligt. Auch am Weltkindertag

waren einige Teilnehmerinnen ehrenamtlich tätig.

Das jährliche Fest anlässlich des internationalen Frauentages konnte nur mit Unterstützung

der Besucherinnen des Begegnungscafé durchgeführt werden.

Die Herstellung des internationalen Kochbuches wurde in 2011 beendet und erste

Exemplare wurden beim Tag der Integration gegen einen kleinen Unkostenbeitrag verkauft.

Dadurch, dass das Angebot gut etabliert ist, den Besucherinnen die Räumlichkeiten und

auch die anderen Mitarbeiterinnen im Mehrgenerationenhaus vertraut sind, nahmen einzelnen

Frauen mit ihren Familien an verschiedenen anderen Angeboten im MGH teil.

Für die psycho-soziale Beratung stand die Leiterin des Mehrgenerationenhauses zur Verfügung.

Die Hiobsbotschaft, dass das Begegnungscafé nicht mehr über den Europäischen Sozialfond

gefördert werden kann und damit auch die Kofinanzierung durch das Land wegfal-

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len würde, erreichte uns Mitte Oktober 2011. Über Gespräche und schriftliche Begründungen/Anträge

an den Beauftragten für Migration und Integration, konnte erreicht werden,

dass die Finanzierung für 2012 durch eine Ausnahmeregelung noch erfolgt. Die weitere

Zukunft dieses sehr gut angenommen Angebotes, das im März 2012 seinen 5. Geburtstag

begehen kann, steht ab 2013 in den Sternen.

März 2011

Fest im Begegnungscafé anlässlich des internationalen Frauentages .

Anlässlich des internationalen Frauentages luden die Frauen des Begegnungscafés wieder

zu einem Fest mit kulturellen Darbietungen und kleinen kulinarischen Köstlichkeiten

ein. An der Vorbereitung waren die Frauen mit großem Eifer dabei. Einzelne Frauen trugen

mit verschiedenen Beiträgen in deutscher Sprache zum Gelingen des Festes bei.

Elterngesprächsnachmittag mit Kinderbetreuung mit dem Film „Wege aus der Brüllfalle“

für Eltern mit Migrationshintergrund

Zu dieser Veranstaltung wurden die Teilnehmerinnen persönlich angesprochen bzw.

auch begleitet. Positiv zu vermerken ist, dass 8 Personen kamen.

April 2011

Veranstaltung „Aufwachsen in zwei Sprachen“ in Kooperation mit der Universität Koblenz-Landau

, Arbeitsbereich Interkulturelle Bildung

Die Veranstaltung fand sowohl bei Eltern als auch bei Experten einen großen Anklang. In

allen Angeboten im MGH insbesondere im Eltern-Kind-Treff und Begegnungscafé „International“

wurden die Eltern/Mütter gezielt auf die Veranstaltung angesprochen.

Ziel dieser Veranstaltung war, den Besucherinnen aufzuzeigen, wie Kinder zweisprachig

aufwachsen können und wie die Sprache im Kleinkind- und Kindergartenalter gefördert

werden kann.

Mai 2011

Veranstaltung zur gesunden Ernährung „Säuren und Basen“ mit einer ehrenamtlichen

Mitarbeiterin des Mehrgenerationenhauses mit Kinderbetreuung im Eltern-Kind-Treff .

Oktober 2011

„Entspannungstechniken“, durchgeführt durch eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des

Mehrgenerationenhauses.

Weitere Aktivitäten und Kontakte des Mehrgenerationenhauses

- Zusammenarbeit mit der Migrationsberatungsstelle der Caritas in Landau

- Zusammenarbeit mit der Integrationsbeauftragten der Stadt Landau

- Kontakt Bundesamt für Migration

- Kontakt Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsplatz der Agentur für Arbeit

- Teilnahme am Runden Tisch „Migration“

- Teilnahme an der Arbeitsgruppe Bildung /Integrationskonzept der Stadt Landau

- Vermittlung von Paten für Kinder mit Migrationshintergrund (Unterstützung im Bereich

der deutschen Sprache)

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2. Mehrgenerationenhaus (MGH) Landau

Auch in 2011 entwickelten sich im Mehrgenerationenhaus wieder neue Angebote für Jung

und Alt.

Das MGH Landau gehört zu den 500 geförderten Mehrgenerationenhäusern des Bundes

und gleichzeitig unter dem Namen „Haus der Familie“ zu den rund 40 Häusern, die durch

das Land Rheinland-Pfalz eine Anschubfinanzierung erhielten, die jedoch Ende 2009

endete.

Alle 500 Häuser sind im Intranet miteinander vernetzt und können so ihre Erfahrungen

und ihr „Know-how“ anderen Häusern zur Verfügung stellen oder sich selbst Ideen und

Erfahrungen anderer Mehrgenerationenhäuser zu Nutze machen. Dabei werden sie durch

die Serviceagentur im Aktionsprogramm der Mehrgenerationenhäuser begleitet.

Mit dem Projekt ist jedoch auch eine Vielzahl an Verpflichtungen verbunden, wie z.B.

- Pflege einer eigenen Homepage

- Durchführung einer Selbstdokumentation im März und September im Internet

- Teilnahme an Telefonkonferenzen

- Information über die Beiträge zu den verschiedensten Themen im Intranet

- Teilnahme an vier Moderationskreistreffen der Mehrgenerationenhäuser im Jahr

- Teilnahme an Treffen der „Häuser der Familien“ in Rheinland-Pfalz

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- Teilnahme an Fachtagen des Bundesprogrammes Mehrgenerationenhäuser

- Teilnahme an Fachgruppen der Häuser der Familien /Rheinland-Pfalz

- Teilnahme am Tag der Mehrgenerationenhäuser in Berlin im Juni 2011

Um die Fortführung und den Weiteraufbau des Mehrgenerationenhauses und die,

speziell durch das Bundesprojekt MGH gestellten Anforderungen zu erfüllen, bedurfte es

von der Leitung ein Vielfaches an Zeit.

Hinzu kam noch eine Vielzahl an Gesprächen mit Kooperanten und Menschen, die durch

die vielzähligen Pressemitteilungen auf das MGH aufmerksam wurden und mehr darüber

erfahren oder auch die Arbeit unterstützen wollten.

Positive Aspekte, die hier kurz zu nennen sind:

- Presse und Radio sind immer offen für die Präsentation der Angebote des

Mehrgenerationenhauses

- Menschen, sowohl im Vorruhestand/Ruhestand als auch Andere, die gern aktiv

etwas machen möchten, sind durch Presse oder Internet auf das MGH

aufmerksam geworden und bieten ihre Hilfe in unterschiedlichen Bereichen an.

- Durch das Miteinander zwischen Haupt und Ehrenamtlichen und deren

breitgefächertem „Know–how“, ist eine bunte Vielfalt an Angeboten entstanden.

- Mit Unterstützung der vielen Ehrenamtlichen war das MGH auch in 2011 jeden Tag

von 09:00 – 18:00/18:30 geöffnet.

- Die verlängerten Öffnungszeiten und die niedrigschwelligen Angebote bieten

vielen Menschen die Gelegenheit, bei einer Tasse Kaffee zum Gespräch zu

bleiben, Unterstützung bei Problemen oder aber auch Informationen zu erhalten.

Die Paten des Mehrgenerationenhauses

Die drei Paten des Mehrgenerationenhauses, sind für die Idee Mehrgenerationenhaus

wichtige Multiplikatoren, die bei Fragen und Problemen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Paten sind:

Petra Gillet, Geschäftsführerin Gillet-Hagebaumarkt

Gerd Anselmann, Weingut Anselmann in Edesheim

Peter Leiner, Professor an der Musikhochschule Saarbrücken und Ensembleleitung

„RENNQUINTETT“

Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle die praktische Hilfe der Paten, wie

Aushängen von Plakaten, Unterstützung durch eigene Mitarbeiter, zur Verfügung stellen

von Fahrdiensten oder Durchführung von anderen Aktivitäten zugunsten des

Mehrgenerationenhauses/Kindeschutzbundes.

Im 2011 wurde der in 2010 erstmals durchgeführte Weihnachtsevent im Weingut

Anselmann aufgrund der Nachfrage an 2 Tagen durchgeführt.

Mit Unterstützung der beiden Paten Petra Gillet und Gerd Anselmann sowie zahlreicher

ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen, war diese Benefizveranstaltung wieder ein großer

Erfolg.

2.1. Offener Treff im Mehrgenerationenhaus

Bei der Konzeption der Mehrgenerationenhäuser gilt der offene Treff, das sogenannte

„öffentliche Wohnzimmer“ als Herzstück des Mehrgenerationenhauses.

Hier sollen sich Menschen, die Hilfe benötigen, einfach mal reden wollen oder einfach

andere Menschen treffen oder Ideen einbringen möchten, willkommen fühlen.

Das Geben und Nehmen –„finden, was man braucht, geben, was man hat „ – gehört zur

Philosophie der Mehrgenerationenhäuser.

2.2 Stadtteiltreff D 18: Offener Treff für Begegnung und Kommunikation

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Der Stadtteiltreff D 18 im Erdgeschoss war schon vor der Eröffnung des Mehrgenerationenhauses

ein Treffpunkt für Vereine und Selbsthilfegruppen, wie z.B. Aktion „Unser

Horst“ ,Eltern helfen Eltern, Regiotauschnetz, ADFC, Linux., Tamilische Schule. Auch Eigentümerversammlungen

wurden in den Räumen des QM abgehalten.

Nun ist der Stadtteiltreff als offener Treffpunkt das Herzstück des Mehrgenerationenhauses,

der Montag bis Freitag geöffnet ist. Auch an den Wochenenden und am Abend finden

die verschiedensten Angebote statt,

Dadurch kommen inzwischen viele Menschen herein, die z.B. das Holen von Wertstoffsäcken

als Anlass nehmen, um mit den Personen, die dort tätig sind, ein wenig zu plaudern

oder auch ihre Sorgen loszuwerden. In Begegnungen unterschiedlicher Art werden Erfahrungen,

Telefonnummern aber auch andere Dinge ausgetauscht, Babysitter gesucht und

Lösungen für viele praktische Probleme gefunden. So kommen auch automatisch Kontakte

zwischen Jung und Alt zustande.

Menschen kommen inzwischen ins Mehrgenerationenhaus, weil sie wissen, dass sie

immer jemanden finden, der für ein Gespräch „ein offenes Ohr“ hat.

Aus diesem Treff heraus ergaben sich auch in 2011 verschiedene Angebote.

2.3 Frauenfrühstück

Das Frauenfrühstück, das schon seit Jahren an jedem Donnerstagvormittag, im Stadtteiltreff

D 18 stattfindet, gehört mit zu den Herzstücken des Mehrgenerationenhauses. Von

dem inzwischen festen Stamm von ca. 20 Frauen sind viele inzwischen wichtige verlässliche

Helferinnen bei Festen und anderen Aktionen. Gleichzeitig bieten sie sich untereinander

Hilfe und Unterstützung bei Krankheiten und anderen Hindernissen des Lebens

an und stehen auch in Notfällen, wenn Menschen im MGH schnelle unbürokratische Hilfe

benötigen, auch einmal als „Feuerwehr“ zur Verfügung. Auch der Fahrdienst für Seniorinnen,

die das Frauenfrühstück besuchen, fand weiter in Kooperation mit dem Club Behinderter

und Ihrer Freunde (CBF) statt.

Das 1 x im Monat durchgeführte Themen-Frühstück, dessen Zielsetzung ist, durch interessante

Themen das Mehrgenerationenhaus auch für Menschen zu öffnen, die nicht im

Stadtteil wohnen, zog durch die bunte Themenvielfalt mehrere neue Besucherinnen an.

Themenfrühstücke:

03.02.11 „Säuren und Basen“

03.03.11 „Faschingsfrauenfrühstück“

07.04.11 „Krise als Chance“

05.05.11 „Hilfe durch den Verpackungsdschungel im Supermarkt“

01.09.11 „Der richtige Umgang mit Geld“

03.11.11 „Seelische Ausgeglichenheit – Voraussetzung für körperliche Gesundheit“

2.4 Babysittervermittlung

Die Babysittervermittlung gehört zu den festen Angeboten des Mehrgenerationenhauses

und wird dank der verstärkten Öffentlichkeitsarbeit auch gut angenommen. 2011 meldeten

sich circa fünfmal im Monat Eltern zwecks Aufnahme in die Babysitterkartei. Jährlich

findet ein neuer Kurs zur Babysitterausbildung statt.

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2.5 Beratung

Dadurch, dass das Mehrgenerationenhaus den ganzen Tag geöffnet und auch telefonisch

bis in die Abendstunden erreichbar ist, nahmen die Beratungen im offenen Treff

und am Telefon in großem Umfang zu. Hier haben die Mitarbeiterinnen eine wichtige Lotsenfunktion

zu erfüllen.

Schwerpunkte der Beratungen waren im Bereich

• Beratung/Hilfestellung bei Problemen mit Behörden, Agentur für Arbeit etc.

• Erziehungsberatung

• Familienberatung

• Fragen, an wen man sich mit seinem Problem wenden kann.

Auch Anfragen zur Beratung aus dem im Obergeschoss sich befindenden Eltern-Kind-

Treff, kamen auf die Mitarbeiterinnen zu.

Da die Mitarbeiterinnen des Mehrgenerationenhauses den Besucherinnen des Eltern-

Kind-Treffs bekannt sind, ist die Hemmschwelle, sich Hilfestellung zu holen, erheblich

geringer.

Die wöchentliche Präsens der Jugend–und Familienberatungsstelle vor Ort, ermöglichte oftmals

eine schnelle Überleitung. Einerseits konnte der vertraute Rahmen des Mehrgenerationenhauses

genutzt werden, andererseits wurden den Ratsuchenden aus dem Horst, die teilweise

kein Auto zur Verfügung haben, aber auch lange Anfahrtswege erspart.

2.5.1 Beratung durch die Jugend- und Familienberatungsstelle des Kinderschutzbundes

Als ein niedrigschwelliges Angebot im Eltern-Kind-Treff ist die Anwesenheit einer Mitarbeiterin

der Jugend und Familienberatungsstelle des Kindeschutzbundes an jedem Donnerstagvormittag.

Die wöchentliche Präsens hat sich als sehr positiv herausgestellt. In den 33

Sprechstunden fanden 20 Beratungen statt. Da die Mitarbeiterinnen den Besucherinnen bekannt

sind, ist die Hemmschwelle für eine Beratung – auch ohne Anmeldung- erheblich gesunken.

3. Angebote im Mehrgenerationenhaus

Die Vielfalt der Angebote im Mehrgenerationenhaus erfordert durch die eingeschränkten

räumlichen Kapazitäten eine sehr gute Planung.

Viele Gespräche, Beratungen, Vermittlungen laufen jedoch neben und zwischen den einzelnen

Angeboten und nehmen einen immer größer werdenden Raum ein.

Im Sommer finden die Angebote hauptsächlich auf dem Danziger Platz selbst statt.

Über Seil springen, Bobbycar-Ausleihe, Ballspiele, Straßenmalkreide und das Aufstellen

von Tischen und Stühlen, wird sehr schnell auch ein Kontakt zu Menschen hergestellt

werden, die den Weg ins Mehrgenerationenhaus allein nicht fänden. Besonders nach

16:00 Uhr füllt sich der Danziger Platz durch die Angebote des Mehrgenerationenhauses

mit Leben. Dieser sehr niedrigschwellige Ansatzpunkt wurde im Sommer wieder dazu

genutzt, um Kontakt zu neune Eltern, fast ausnahmslos mit Migrationshintergrund, herzustellen.

3.1. Feste Angebote im Mehrgenerationenhaus

Im Mehrgenerationenhaus laufen viele Angebote schon über einen langen Zeitraum.

Einige wurde mangels Nachfrage beendet, neue kamen hinzu.

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Die Initiierung der verschiedensten Angebote entsteht sowohl auf Wunsch von Besuchern

aber auch über Menschen, die mit einer Idee an die Mitarbeiterinnen heran treten,

die sie gern umsetzen möchten und dabei Unterstützung benötigen.

Verschiedene Angebote fanden auch in 2011 sporadisch statt wie z.B. Bastelangebote

zu Ostern, in der ersten Sommerferienwoche oder zu Weihnachten, durchgeführt durch

ehrenamtliche Mitarbeiterinnen.

3.1.1 Mehrgenerationenhaus als „Drehscheibe“ für Informationen und Hilfestellung

jeglicher Art.

Erheblich zugenommen haben sowohl die telefonischen und persönlichen Anfragen zu

Themen und Problemen jeglicher Art. Es hat sich scheinbar herum gesprochen, dass man

im Mehrgenerationenhaus Hilfe auch zu Zeiten erhält, an denen andere Stellen geschlossen

sind.

So hat sich das Mehrgenerationenhaus immer mehr zu einer wichtigen Dienstleistungs-

und Vermittlungsdrehscheibe entwickelt. Enge Kontakte gab es hier auch zur Sozialberatung

der Arbeiterwohlfahrt, die oftmals schnell und unbürokratisch Ratsuchenden Unterstützung

gab.

3.1.2 Cafe „Zum schicken Fummel“ und Second-Hand-Laden

Das im Februar 2009 gestartete Cafe „Zum schicken Fummel“ und der damit verbundende

Second-Hand-Laden wird inzwischen sehr gut angenommen. Eine ehrenamtliche

Mitarbeiterin ist selbständig für das Projekt verantwortlich. Unterstützt wird sie von einer

weiteren ehrenamtlichen Mitarbeiterin, die mit den Verkauf übernimmt. Wenn Not

am Mann ist, z.B. neue Ware einsortiert, alte Ware aussortiert werden muss, stehen ihr

zwei weitere Unterstützerinnen zur Seite. Gespendete „Second-hand- Kleidung“ kann

jeden Dienstag und Freitag von Interessierten gegen eine kleine Spende erworben werden.

Aber auch zu den anderen Öffnungszeiten besteht die Möglichkeit, ein Schnäppchen

zu ergattern.

3.1.2 Englisch auffrischen in gemütlicher Atmosphäre

Das anfangs sehr schleppende anlaufende Projekt wird inzwischen von einem festen

Stamm von 8 – 10 Frauen besucht, die durch die 2 x im Jahr von der Gruppe organisierten

Frühstücke besser an das Mehrgenerationenhaus angebunden sind.

3.1.3 Klön- und Spielnachmittag

Das Angebot richtet sich an Frauen und Männer jeglichen Alters, sowie Kinder in Begleitung

von Erwachsenen. Bei einer Tasse Kaffee oder Tee kann man in gemütlicher Atmosphäre,

spielen, stricken, erzählen oder sich einfach informieren oder mit anderen austauschen.

Für Interessierte ist auch das Internetcafé geöffnet. Ein fester Stamm von

hauptsächlich Frauen trifft sich zum Stricken, manchmal gesellen sich auch Männer zum

Kartenspielen hinzu.

Die meisten Kinder, ein Großteil mit Migrationshintergrund, kommen erst nach der

Ganztagsschule und erhalten Ansprache durch eine Studentin (ehemalige Praktikantin

im MGH). Für die Älteren stehen eine ehrenamtliche Mitarbeiterin und eine hauptamtliche

Mitarbeiterin im Hintergrund, als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung.

Die Älteren spielen mit den Kindern und auch die verschiedenen Nationalitäten unterstützen

sich gegenseitig. Schwierig ist es speziell in den Wintermonaten, die Bedürfnisse

der Kinder nach Bewegung und das Bedürfnis der Älteren nach Unterhaltung und etwas

mehr Ruhe, in Einklang zu bringen.

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3.1.4 Rechtsinformation durch ortsansässige Rechtsanwälte

Die an jedem letzten Montag im Monat von 17:00 – 18:00 Uhr angebotene Rechtsinformation

durch ortsansässige Rechtsanwälte, wurde auch in 2011 sehr gut angenommen.

3.1.5 Spiel- und Internetcafé

Das „Spiel- und Internetcafe“ richtet sich an Menschen aller Altersstufen.

Besonders die Altersgruppe der 7 – 12-jährigen, davon fast ausschließlich Kinder mit

Migrationshintergrund, nahm dieses Angebot verstärkt wahr. Zum Teil blieben jedoch

auch die Eltern bei einer Tasse Kaffee oder Tee und einem kleinen Plausch da. Die „Spielrenner“

waren vor allem ein kleiner Tischkicker, „Make’n’Break“, „Wer bin ich“ und verschiedene

Puzzles.

Im Sommer wurde der autofreie Danziger Platz für Lauf- und Versteckspiele, Malen mit

Straßenkreide, Seilspringen und vielem mehr genutzt. Erfreulicherweise spielte die PC-

Nutzung - Spiele und Surfen im Internet - eine untergeordnete Rolle. Die Computer wurden

hauptsächlich für Lernspiele genutzt. Das Internet wurde meistens von Erwachsenen

genutzt, deren Internet aus irgendwelchen Gründen nicht zur Verfügung stand.

3.1.6 Sonntagsspielangebot

Die Resonanz auf das Sonntagsspielangebot, das in 2010 nur in den Wintermonaten

durchgeführt wurde, war so hoch, dass es in 2011 nicht nur in den Wintermonaten sondern

an jeden 2. Sonntag im Monat durch eine ehrenamtliche Mitarbeiterin durchgeführt

wird. Viele junge Familien aber auch Alleinerziehende nehmen dieses Angebot rege an.

3.1.7 Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen

Das Angebot einer Ehrenamtlichen, jeden 2. und 4. Montag im Monat Unterstützung

beim Ausfüllen von Anträgen und anderen Formularen zu geben, wurde nicht besonders

gut angenommen. Die Menschen kommen mit ihren Anliegen, wenn sie direkt Hilfe benötigen.

Aus diesem Grund wurde das Angebot nicht weiter angeboten, Hilfesuchende

werden trotzdem nicht abgewiesen. Oftmals unterstützen andere Besucher des Mehrgenerationenhauses

oder auch Ehrenamtliche die Ratsuchenden.

3.1.8 Wunschgroßeltern

Dem Wunschgroßelternprojekt, das Im Mai 2009 startete und danach auch einige

Wunschgroßeltern vermitteln konnte, mangelte es auch in 2011 an Wunschgroßeltern.

Da Mitte des Jahres klar war, dass die eine hauptamtliche Kollegin, die die verantwortliche

Ehrenamtliche fachlich begleitet hat, aus finanziellen Gründen zum Ende des Jahres

ihre Tätigkeit im Mehrgenerationenhaus beenden würde, wurde keine Energie mehr in

das Projekt gesteckt und Ende 2011 beendet.

3.2. Neue Angebote in 2011

Obwohl die drohende Beendigung des Quartiersmanagement in Trägerschaft des Kinderschutzbundes

ab April 2011 schon für sehr viel Unruhe sorgte, entwickelten sich trotz

dieser Aufregung neue Angebote im Mehrgenerationenhaus.

3.2.1 Unterstützung für Grundschulkinder mit Migrationshintergrund

Für dieses Projekt am Freitagnachmittag konnten einige Paten gewonnen werden. In

diesem Rahmen gab es auch eine Kooperation mit der Horstringgrundschule.

13


3.2.2 Tanzgruppe tamilischer Kinder

Dieses Angebot lief ca. über 6 Monate im Mehrgenerationenhaus und wurde dann, wie

geplant beendet.

3.3. Einmalige Angebote /Aktionen und Treffen Mehrgenerationenhaus

Es gab in 2011 verschiedene Einzelveranstaltungen und Treffen zu unterschiedlichen

Themen, die hier nicht alle aufgelistet werden können. Die wichtigsten waren:

Januar:

• Gemütliches Beisammensein aller ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen

(Mitarbeiterpflege)

• Sprechstunde des Jugendamtes Landau im MGH

Februar:

• Information über MGH im Rahmen eines Frauenprojektes

• Kontakt einer Patin (Kind mit Migrationshintergrund) zur Horstringgrundschule

März:

• Elterngesprächsnachmittag mit Film „Wege aus der Brüllfalle“ für Eltern mit Migrationshintergrund

(mit Kinderbetreuung)

April:

• Veranstaltung „Gesunde Ernährung“ für arabisch sprechende Frauen mit Kinderbetreuung

• Aufwachsen in zwei Sprachen“ in Kooperation mit der Universität Landau-Koblenz

– Bereich Interkulturelle Bildung

Mai:

• Besuch mit 100 Besucherinnen und Besuchern im Holiday Park ( „Rosa Wochen „

im Mai 2011)

• Interview zum MGH – Diplomarbeit Universität Koblenz-Landau

• Fortbildlung für Ehrenamtliche und Eltern „Entwicklung im 1. Lebensjahr“

Juni:

• Besuch einer Studentengruppe (der Erziehungswissenschaften im MGH

• Teilnahme Tag der Integration (

• Familien-Ferien-Programm (1. Sommerferienwoche“)

August:

• Weingutführung und Grillfest für alle Mitarbeiterinnen des Mehrgenerationenhauses

im Weingut Anselmann auf Einladung des Paten Gerd Anselmann

September:

• Vortrag in Kooperation mit der AOK

„Säuglingsernährung – gesund und lecker - - Was Babys gerne essen“ Start mit

der Beikost

• Weltkindertag

• Infoabend zur Mediation

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Oktober:

• Vormittag mit Kinderbetreuung „Entspannungstechniken“

November:

• Vortrag in Kooperation mit Verein für Psychomotorik „Die Bedeutung der Bewegung

für die Schulfähigkeit des Kindes“

• Vortrag in Kooperation mit der AOK „Schmecken soll’s“ – Kinderernährung in der

Familie ( mit Kinderbetreuung)

Dezember:

• Weihnachtsevent in Zusammenarbeit mit den Paten des Mehrgenerationenhauses

im Weingut Anselmann in Edesheim ( 10./11.12.11)

• Zirkuskartenvermittlung für den Weihnachtszirkus

Wie im letzten Jahr wurden dem Mehrgenerationenhaus auch in 2011kurz vor

Weihnachten über den Landtagsabgeordneten der SPD Herrn Wolfgang Schwarz,

Freikarten für den Weihnachtszirkus für Familien, die sich einen Zirkusbesuch

nicht leisten können, übergeben. Insgesamt 100 Besucherinnen und Besucher

konnten am 23.12. und direkt an den Weihnachtstagen den Zirkus besuchen.

4. Prävention und Entlastung für Familien im Mehrgenerationenhaus

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Aktivitäten im MGH ist die Prävention und Entlastung

für Familien. So ist der Eltern-Kind-Treff an 5 Vormittagen und am Mittwochnachmittag

geöffnet. Besonders zu Fragen und Problemen im Baby- und Kleinkindalter wird

niedrigschwellig für Rat und Unterstützung gesorgt. Elternbildungsangebote durch Kurse

oder Einzelvorträge helfen, latente Probleme im Vorfeld zu verringern. Auch die Kinderbetreuung

in den Ferien, die hauptsächlich für Kinder berufstätiger Eltern angeboten

wird, hat innerhalb der Prävention einen wichtigen Stellenwert.

4. 1. Familienbildungsangebote im Mehrgenerationenhaus

Die unten aufgeführten Familienbildungsangebote sind ebenfalls unter der Rubrik der

Prävention einzuordnen.

4.1.1 Elternseminar „Starke Eltern – Starke Kinder“

Insgesamt fanden im Horst zwei Elternseminare am Abend und ein Vormittagsseminar

mit Kinderbetreuung statt.

Es nahmen insgesamt 14 Mütter und 3Väter mit insgesamt 25Kindern daran teil.

15


4.1.2 Elterngesprächsabende und -nachmittage zu verschiedenen Themen

In einem immer wiederkehrenden jährlichen Rhythmus finden Elternabende zu bestimmten

Themen mit Modulen aus dem Elternkurs „Starke Eltern – Starke Kinder“ statt.

In 2010 waren dies:

Feb. 2011 Film „Wege aus der Brüllfalle“

März. 2011 Elterngesprächsnachmittag mit Film „Wege aus der Brüllfalle“ mit Kinderbetreuung

April 2011 Thema „Hilfe – mein Kind nervt mich.“

Mai 2011 „Das Baby besser verstehen“

Sept.2011 Film „Wege aus der Brüllfalle“

Nov. 2011 Thema “ Pubertät ist, wenn die Eltern schwierig werden“ oder „Wie umarme

ich einen Kaktus?“

4.1.3 Babysitterausbildung

Die Babysitterausbildung wurde durch eine Honorarkraft und eine Mitarbeiterin des

Mehrgenerationenhauses durchgeführt.

An den sechs Ausbildungsterminen des im April gestarteten 11. Babysitterkurses nahmen

15 Mädchen zwischen 15 und 21 Jahren teil.

5. Kooperationspartner des Mehrgenerationenhauses

Neben vielen Kooperationspartnern des Mehrgenerationenhauses ist an dieser Stelle der

Club Behinderter und ihrer Freunde (CBF) als offizieller Kooperationspartner des Mehrgenerationenhauses

zu nennen.

Mit dem CBF besteht eine Kooperation bezüglich der Beratung und Information im Behindertenbereich

und verschiedenen Fahrdiensten.

Auch einzelne Kooperationen mit einzelnen Firmen in der Region sind inzwischen vorhanden,

die es heißt, weiter auszubauen.

6. Weitere stadtteilbezogenen und Aktivitäten innerhalb der Stadt Landau

• Jüngere Seniorinnen des Frauenfrühstücks besuchten die Bewohner von „pro seniore“

an jedem ersten Montag im Monat.

• Vernetzung mit pro seniore im Rahmen der Kinderferienbetreuung

• Weltkindertag

7. Öffentlichkeitsarbeit/ Vernetzungen des Mehrgenerationenhauses

Durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit ist das Mehrgenerationenhaus mit seinen Angeboten

in der Fachwelt inzwischen sehr bekannt. Auch in vielen Netzwerken sind die

Mitarbeiterinnen des Mehrgenerationenhauses vertreten und deshalb mit den relevanten

Netzwerkpartnern gut vernetzt.

In folgenden Gremien/Arbeitskreisen war das MGH in 2011 vertreten:

Landau:

- Runder Tisch Migration/Integration

- Arbeitsgruppe „Bildung “Integrationskonzept“ der Stadt Landau

- Netzwerk Familienbildung

- Fachgruppe „Jugend und Familie“ im Horst

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Rheinland-Pfalz:

- Arbeitstreffen Häuser der Familien

- Zertifizierungstreffen/Visitationen Häuser der Familien

- Mehrgenerationenhäuser RLP

Länderübergreifend:

- Moderationskreis 05 MGH Saarland/Rheinland-Pfalz

8. Fortbildungen, Tagungen und Telefonkonferenzen in 2011

Das Mehrgenerationenhaus nahm an untenstehenden Fortbildungen/Tagungen teil:

• 1 Treffen der Mehrgenerationenhäuser in Rheinland-Pfalz

• 4 Moderationskreistreffen der Mehrgenerationenhäuser, Moderationskreis 05

• 2 Treffen der Häuser der Familien in Mainz

• Workshop Zertifizierung Häuser der Familien des Ministerium für soziale Arbeit, Ge-

sundheit und Demografie RLP

• Telefonkonferenzen MGH: „Nachhaltigkeit der Mehrgenerationenhäuser“

• Tagung „Familienkompetenz stärken – Kindergesundheit fördern“ im Heinrich-Pesch-

Haus, an dem auch eine ehrenamtliche Mitarbeiterin vom MGH teilnahm.

• Tagung „Interkulturelle Öffnung in der Sozialen Arbeit „ in Mainz durch Paritätischer

Wohlfahrtsverband Rheinland-Pfalz/Saarland

• Netzwerk Familienbildung: „ Gesundheitsförderung als Thema der Familienbildung“

• Fortbildung „Starke Großeltern – Starke Kinder“

• Supervision im Rahmen Mehrgenerationenhaus

9. Zertifizierung des Hauses im Rahmen der Häuser der Familien

Um die Qualität in den Häusern der Familien in Rheinland-Pfalz, die fast alle auch Mehrgenerationenhäuser

sind, zu sichern und auf einen ähnlichen Standard zu bringen, wurde

von Seiten des Ministeriums eine Zertifizierung der Häuser angeregt. Diese Zertifizierung,

die in enger Kooperation mit den örtlichen Jugendämtern in den Jahren 2011 – 2014

erfolgt, findet unter der wissenschaftlichen Begleitung des ISM Mainz statt.

Häuser, die sich an der Zertifizierung beteiligen, erhalten für 3 Jahre jeweils 5000,-- € pro

Jahr.

Das Haus der Familie/MGH Landau war das 1. Haus, das unter Mitwirkung des Jugendamtes

Landau, des ISM und zwei Vertretern anderer Mehrgenerationenhäuser/Häuser der

Familien schon im November zertifiziert wurde.

Die Leitung des Mehrgenerationenhauses war im Februar als Vertreterin in den Häusern

der Familie in Ingelheim und Alzey.

10. Resümee und Ausblick

Durch Mund- zu- Mundpropaganda, Erstellung der MGH-Homepage, Flyer, die in der

Stadt verteilt werden, eine vielfältige Pressearbeit und einen guten Kontakt zu anderen

Medien, hat sich die Arbeit im Mehrgenerationenhaus zu einer bunten Vielfalt entwickelt.

Plakate zu Angeboten zur Erziehung werden per Email den Kindergärten in der Stadt,

Jugendämtern (Stadt und Kreis), Kinderärzten und anderen Kooperanten zugeschickt.

17


Besonders über Pressemitteilungen kommen immer wieder Anfragen von Menschen, die

die Arbeit des Mehrgenerationenhauses unterstützen oder sich über die Angebote informieren

wollen. Die im MGH vorhandene Vielfalt niedrigschwelliger Angebote, deren

Vernetzung und die zunehmende Akzeptanz in der Öffentlichkeit, bietet eine große

Chance, auch Familien, die sonst kaum den Weg zu Beratungsangeboten finden, Hilfestellung

zu geben. So konnten über diesen Weg auch in 2011 gezielte Hilfen für einzelne

Familien angeboten bzw. Vertrauen und Motivation für eine Weiterleitung an andere Stellen

aufgebaut w erden.

Das Mehrgenerationenhaus als Drehscheibe und Dienstleistungsbörse für Hilfen und

Angebote in jeglicher Form, nimmt ständig an Wichtigkeit zu und führt zu Kontakten unterschiedlichster

Art. Leider ist trotz der vielen Öffentlichkeitsarbeit das MGH vielen

Menschen im Stadtteil, insbesondere Familien die neu zugezogen sind, oftmals lange

nicht bekannt. Hier muss sicher noch mehr daran gearbeitet werden, dass die Angebote

noch mehr in die Breite getragen werden z.B. im Sommer dorthin gehen, wo die Eltern

sind, auf Spielplätzen etc. oder den Danziger Platz als Treffpunkt noch attraktiver zu machen.

Viele Menschen mit Migrationshintergrund nutzen das MGH als Anlaufstelle. Deshalb

waren verschiedene Angebote auch verstärkt auf diese Zielgruppe ausgerichtet. Die Konflikte

zwischen Migranten und Deutschen forderten die Mitarbeiterinnen auch in 2011

immer wieder heraus, mit Sensibilität und Fingerspitzengefühl diesem Problem zu begegnen.

Die Ende des Jahres 2010 begonnene Unterstützung für einzelne Kinder mit Migrationshintergrund

im Bereich der deutschen Sprache, wurde in 2011 fortgesetzt. Neue ehrenamtliche

Mitarbeiterinnen konnten dafür gewonnen werden.

Mit dem Wegfall der Stelle einer Kollegin, kann dieses Projekt jedoch in dieser Form

nicht aufrecht erhalten werden.

So wird es in 2012 nicht darum gehen, neue Projekte/Angebote aufzubauen, sondern zu

schauen, welche wichtigen Angebote man mit Hilfe der Ehrenamtlichen und Honorarkräfte

überhaupt noch erhalten kann.

Dabei ist die fachliche Kompetenz und Kontinuität, die besonders für die Zielgruppe im

Stadtteil wichtig ist, nicht mehr gegeben.

Wünschenswert und dringend nötig wäre im Stadtteil Horst der Ausbau folgender Angebote:

- Individuelle Förderung einzelner Kinder mit Migrationshintergrund im Bereich

der deutschen Sprache.

- Aufbau von niedrigschwelligen Treffen zu Fragen der Erziehung, Gesundheit

etc.

- Weiterentwicklung von Unterstützungsangeboten zwischen den Generationen,

insbesondere für junge Familien

Der Standort des Mehrgenerationenhauses im Stadtteil Horst bietet die Chance, durch

viele verschiedene Angebote den Stadtteil aufzuwerten und dadurch auch Besucher aus

anderen Stadtteilen zu motivieren, an Angeboten vor Ort teilzunehmen.

Wichtig ist vor allem, ein Augenmerk darauf zu richten, dass nicht alle wichtigen und

insbesondere niedrigschwelligen Anlaufstellen wegbrechen. Dies ist besonders in einem

Stadtteil wie dem Horst besonders wichtig, da hier eine sehr hohe Fluktuation vorhanden

ist und immer mehr Menschen mit und ohne Migrationshintergrund „sozial vereinsamen“.

18


Mit dem Wegfall der offiziellen Förderung des Mehrgenerationenhauses Ende 2012,kann

auch das Netzwerk der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen mit ihren vielfältigen

Kompetenzen, die mit großem Engagement die Arbeit des Mehrgenerationenhauses mit

tragen, nicht mehr aufgefangen werden.

Um das von der Zielgruppe sehr gut angenommene Haus auch nachhaltig zu erhalten,

bedarf es jetzt von der Stadt Landau eines Konzeptes und einer Positionierung, da der

Kinderschutzbund nur noch bis Ende 2012 als Träger des Mehrgenerationenhauses eine

finanzielle Unterstützung über das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhaus erhält.

Landau im März 2012

Margret Grannemann-Böhme

Bereichsleitung Mehrgenerationenhaus

19


Eltern - Kind - Treff im Mehrgenerationenhaus (MGH)

2.1. Allgemeines zum Eltern-Kind-Treff

Der Eltern-Kind-Treff ist ein frühes präventives Angebot für junge Eltern mit Kindern von

der Geburt bis zum Eintritt in den Kindergarten. Die Zielsetzung dabei ist, Eltern so früh

wie möglich eine niedrigschwellige Anlaufstelle für Austausch und Kontakt zu bieten.

Hier können junge Eltern Erfahrungen miteinander austauschen, Freundschaften sowie

oft fehlende Netzwerke bilden; aber auch Entlastung und Hilfestellung erfahren. Vor Ort

sind außerdem kompetente Ansprechpartner, die bei möglichen Erziehungsproblemen

und Probleme in der Partnerschaft beraten können. Die Kinder können nach einer Eingewöhnungszeit

für eine bestimmte Zeit betreut werden.

Verschiedene zusätzliche Angebote spiegeln den präventiven Ansatz des Treffpunktes

wieder.

2.2. Personelle Besetzung

Der Eltern-Kind-Treff wird seit 2010 von Petra Klemens, die seit 1999 als ehrenamtliche

Mitarbeiterin schon im früheren Spielraum, seit 2002 im Eltern-Kind-Treff und später

auch als Honorarkraft vor Ort tätig war, geleitet.

Ihr standen 2 Honorarkräfte und geschulte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, die zum Teil

schon seit Jahren im EKT arbeiteten, zur Verfügung.

Immer wieder wurden im Laufe des Jahres Praktikanten eingesetzt, die ihre Stunden im

EKT absolvierten. Sie bekamen Einblick in die Arbeit mit den Allerkleinsten und deren

Müttern, erlernen Spielangebote und konnten auch ihre theoretischen Kenntnisse bzgl.

Verhaltensweisen von Babys und Kleinkinder in der Praxis erfahren. In Absprache übernahmen

sie zum Teil auch spezielle Unterstützung für Kinder und boten Entlastung für

Eltern.

Auch im Jahr 2011 konnte an jedem Tag der Woche mit einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin

das Team um Petra Klemens ergänzt und vergrößert werden. Da die Zahl der Mütter

mit Säuglingen erheblich zugenommen hat, war es dringend erforderlich, dass das Angebot

täglich von zwei Mitarbeiterinnen begleitet wurde.

2.3 Öffnungszeiten

Der Eltern-Kind-Treff ist Montag bis Freitag täglich von 9.00 - 11.30 Uhr und am Mittwochnachmittag

von 15.00 – 17.30 Uhr geöffnet. Der Mittwochnachmittag wurde auf

Wunsch vieler Eltern, deren Kind in den Kindergarten geht und die vormittags wieder ihre

berufliche Tätigkeit aufgenommen haben, geöffnet. So können sie die begonnenen

Freundschaften weiter pflegen. Allerdings ist zu verzeichnen, dass der Mittwochnachmittag

an den Tagen, an denen eine Mitarbeiterin /ein Mitarbeiter vor Ort ist, besser besucht

wird. Aus personellen Gründen ist dies leider nicht immer zu gewährleisten.

In den Ferien findet in den Räumen die Ferienbetreuung des Kinderschutzbundes statt.

2.4. Räumlichkeiten

Der Eltern-Kind-Treff befindet sich seit 1998 in den ehemaligen Räumen der Stadtbücherei

im ersten Obergeschoss.

Durch die deutlich gestiegene Zahl der Besucher, insbesondere der mit Säuglingen, war

zum Ende des Jahres 2010 eine Umgestaltung des Raumes erforderlich.

20


Um aber auch die Atmosphäre der Begegnung noch angenehmer zu gestalten, wurde das

Raumkonzept neu gegliedert.

Mit viel ehrenamtlichen Engagement entstanden eine neue „Puppen u-Küchenecke“ sowie

eine „Auto- u. Bausteine-Zone“ für die etwas größeren Kinder. Auch ein neuer Platz

mit Spielsachen für Babys sowie eine Ruhezone mit Still- und Wickelecke konnte eingerichtet

werden. Ebenso wurde der Eingangsbereicht durch ein neues, großes Schuhregel

besser genutzt.

2.5 Konzeptionelle Grundlagen

2.5.1. Zielgruppe

Der Eltern-Kind-Treff wurde hauptsächlich von Müttern besucht. Der Anteil der Mütter mit

Migrationshintergrund aber auch der mit ganz jungen Babys nahm 2011 erheblich zu.

Aber auch Väter mit ihren Kindern nahmen das Angebot in Anspruch. Hier stand der Kontakt

zu Gleichgesinnten im Vordergrund; aber auch das Bedürfnis über Ängste und Unsicherheiten

in der veränderten (Familien-) Situation zu sprechen. Durch die sehr vertraute

Atmosphäre kennen die Mitarbeiterinnen oft die private Familiensituation und konnten

so Kontakte zwischen den einzelnen Müttern herstellen oder standen als Ansprechpartner

für kleine und große Probleme zur Verfügung. Darüber hinaus war den Eltern der

frühzeitige Kontakt ihrer Kinder zu Gleichaltrigen wichtig, damit diese erste soziale Erfahrungen

machen konnten. Auch die Möglichkeit der Kinderbetreuung wurde in diesem

Jahr verstärkt angenommen, insbesondere von Besucherinnen mit Migrationshintergrund,

die z.B. an anderen Angeboten im Mehrgenerationenhaus teilnahmen.

Es gelang den Mitarbeiterinnen, frühzeitig entwicklungsbedingte Auffälligkeiten zu erkennen

und durch gezielte Ansprache die Mütter an Fachkräfte weiterzuleiten, wie z.B.

an den behandelnden Kinderarzt oder auch an Fachkräfte des Kinderschutzbundes. Der

vertrauensvolle Umgang vor Ort, war mehrfach für die Betroffenen ein guter „Türöffner“,

Hilfe und Beratung durch andere Fachdienste in Anspruch zu nehmen.

Die wöchentliche Präsens der Jugend–und Familienberatungsstelle vor Ort, hat sich als

sehr positiv herausgestellt. In den 33 Sprechstunden fanden 20 Beratungen statt. Da die

Mitarbeiterinnen den Besucherinnen bekannt sind, ist die Hemmschwelle für eine Beratung

– auch ohne Anmeldung- erheblich gesunken.

2.5.2 Arbeitsweise, Methoden

In lockerer Atmosphäre erhielten die Besucherinnen Entlastung und Unterstützung im

Umgang mit ihren Babys und Kleinkindern.

Damit auch die Musik nicht zu kurz kommt, kam auch in 2011 zweimal im Monat eine

Musiktherapeutin (ehemalige Mutter)ehrenamtlich in den Eltern-Kind-Treff, um mit Müttern

und Kindern Kinder- und Mitmachlieder auch für daheim einzuüben.

An allen Vormittagen bestand die Möglichkeit der Kinderbetreuung.

Der Mittwochnachmittag wurde am Anfang des Jahres von den Müttern nicht mehr so oft

genutzt, weil keine ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen zur Verfügung standen. Die Mütter

waren für den Ablauf im Raum eigenverantwortlich und dadurch wurde leider ein starker

Rückgang beobachtet. Mit Beginn von zwei Praktikanten konnte das Personalproblem ab

August gelöst werden, was auch wieder einen neuen Zugang für verschiedene Eltern

ermöglichte. Auch mit 2 Veranstaltungen z.B. der Veranstaltung „Gesunde Zähne von

Anfang an“ in Kooperation mit der Jugendzahlpflege Rheinland-Pfalz, mit Kinderbetreuung,

kamen wieder verstärkt Eltern in den Eltern-Kind-Treff

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2.6. Kooperation, Vernetzung

Um eine enge Vernetzung zu anderen Angeboten des Mehrgenerationenhauses zu sichern,

nahm die verantwortliche Mitarbeiterin des Eltern-Kind-Treffs einmal im Monat an

den Teambesprechungen der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen teil. Zusätzlich verschickte

sie eine monatliche INFO-Mail an alle ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Eltern-Kind-Treffs,

um Nachrichten besser und schneller vermitteln zu können. Dadurch

wurde der Kontakt zu allen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen gewährleistet.

Im monatlich stattfindenden Gesamtteam fanden neben organisatorischen Absprachen

einzelne Fallbesprechungen statt.

Um das Miteinander aller haupt-und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen zu fördern, fanden

in 2011 zwei gemeinsame Treffen aller Mitarbeiterinnen im MGH statt.

Seit der Eröffnung des Mehrgenerationenhauses, zeigen verstärkt Studenten der Universität

Landau – Koblenz, Bereich Frühe Kindheit/Interkulturelle Bildung Interesse an einem

Praktikumsplatz. Da diese Praktika über einen Zeitraum von vier Monaten gehen,

besteht die Möglichkeit, einzelnen Kindern gezielt Unterstützung zu bieten.

2.7. Beteiligung der Mitarbeiter des EKT

An folgenden Aktionen des Mehrgenerationenhauses/Quartiersmanagements und des

Stadtteiltreffs D 18 beteiligten sich die Mitarbeiterinnen des Eltern-Kind-Treffs:

• Weltkindertag

• Familien-Ferien-Programm

• Weihnachtsevent im Weingut Anselmann

• Mitmachspielfest im Goethepark

• Fortbildung „Babys besser verstehen- Entwicklung, Wahrnehmung, Umgang“ für Ehrenamtliche

und Eltern mit Pia Ohler-Hellman (Elternbesuchsdienst und Pekip-

Leiterin)

In sämtlichen Ferien fand in den Räumen des Eltern-Kind-Treffs eine Ferienbetreuung

hauptsächlich für Kinder berufstätiger Eltern statt.

2.8. Statistik

In 2011 besuchten vormittags durchschnittlich 12 Mütter und 1 Vater mit 13 Kindern (6

Mädchen, 7 Jungen) den Eltern-Kind-Treff. Der Mittwochnachmittag wurde durchschnittlich

von 6 Müttern und 1 Vater mit insgesamt 8 Kindern aufgesucht.

Insgesamt hatten 122 Familien zum Eltern-Kind-Treff Kontakt.

22


Besucher im Eltern-Kind-Treff in 2011

Mütter Väter Mädchen Jungen

Januar 11 1 4 7

Februar 10 1 4 7

März 13 1 6 8

April 13 0 5 8

Mai 13 0 6 8

Juni 13 1 7 8

Juli 4 0 3 3

August 13 1 6 8

September 14 1 6 9

Oktober 14 1 8 9

November 11 1 7 7

Dezember 9 1 5 5

2.9. Qualitätssicherung

2011 wurde das Eltern-Kind-Treff-Team, das über keine hauptamtliche Mitarbeiterin mehr

verfügt, fachlich durch die Fachmitarbeiterinnen vom Mehrgenerationenhaus/Quartiersma-

nagement unterstützt.

Die monatlichen Treffen mit Honorarkräften und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des

Eltern-Kind-Treffs, unter der Regie der verantwortlichen Mitarbeiterin Petra Klemens,

hat den Zusammenhalt im EKT-Team gestärkt. Sie war zusätzlich Ansprechpartnerin für

sämtliche Anliegen in diesem Bereich. Viele dieser Stunden wurden von ihr ehrenamtlich

geleistet. Die monatlichen Teambesprechungen sind unerlässlich um einen gemeinsamen

Überblick zu behalten und eventuellen, schwierigen Situationen frühzeitig zu begegnen.

Zusätzlich bestand die Möglichkeit jederzeit Unterstützung/Supervision durch andere

Fachkräfte des Kinderschutzbundes zu erhalten.

2.10. Zusammenfassung, Bewertung, Resümee

Der Eltern - Kind -Treff gilt als frühzeitiges präventives Angebot in einem Stadtteil mit

besonderem Entwicklungsbedarf. Unter dem Aspekt, dass immer mehr junge Eltern mit

der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind und viele Familien im Horst ohne soziales

Netz hier leben, ist der Eltern-Kind-Treff eine wichtige niedrigschwellige Anlaufstelle für

junge Familien. Dieser niedrigschwellige Zugang führte dazu, dass in 2011 auch verstärkt

Mütter mit Migrationshintergrund den Eltern-Kind-Treff besuchten. Wichtiger Aspekt war

auch hier, dass junge Eltern in gemütlicher Atmosphäre Kontakte zu „Gleichgesinnten“

knüpfen, für eine kurze Zeit die Aufsicht für ihr Kind einer Mitarbeiterin des Eltern-Kind-

Treffs übergeben oder auch ein Gespräch über Erziehungs- und Partnerprobleme führen

können. Dies bedeutet für viele Eltern schon eine große Entlastung.

Der Ansatz, Eltern/Müttern so früh wie möglich Entlastung und Hilfestellung zu Fragen

der Erziehung zu geben, um Verhaltensauffälligkeiten entgegenzuwirken , wurde auch

2011 verstärkt angegangen. Die Mitarbeiterinnen trugen auch dem Aspekt der immer höher

werdenden Anzahl von Müttern mit Säuglingen Rechnung. Das bedeutete oftmals,

diesen jungen Müttern für ein paar Stunden Unterstützung und Entlastung zu geben.

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Um jungen Eltern den Zugang zu Beratungsmöglichkeiten zu erleichtern, verstärkte die

Jugend- und Familienberatungsstelle des Kinderschutzbundes ab Januar 2011, ihre Präsenszeiten

vor Ort. Durch die wöchentlichen Anwesenheit einer Mitarbeiterin der Beratungsstelle

und die Vertrautheit, die die Mitarbeiterinnen des Eltern-Kind-Treffs zu der

Zielgruppe haben, konnten einige Beratungen in die Wege leiten können.

Auch über Elterngesprächsabende konnten Eltern in die offene Sprechstunde vermittelt

werden.

Der Elternkurs „Starke Eltern –Starke Kinder“ und verschiedene Elterngesprächsabende

zur Erziehung, die im Mehrgenerationenhaus stattfinden, sind unter dem Aspekt „Hilfen

in der Erziehung so früh wie möglich“ anzusehen.

Die weitere Zukunft des Eltern-Kind-Treffs ist für 2013 noch nicht geklärt, jedoch gibt es

große Bestrebungen des Kinderschutzbundes, diesen wichtigen niedrigschwelligen Anlaufpunkt

trotz aller finanziellen Probleme über 2012 hinaus zu erhalten.

Landau im März 2012

Petra Klemens Margret Grannemann-Böhme

Verantwortliche Mitarbeiterin Dipl. Soz.-Päd. (FH), Erzieherin,

Eltern-Kind-Treff Bereichsleitung MGH

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