129 Politikwissenschaft - DVPW

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129 Politikwissenschaft - DVPW

129 Politikwissenschaft

Rundbrief der

Deutschen Vereinigung für

Politische Wissenschaft

Herbst 2003

Hergestellt mit freundlicher Unterstützung des

LIT – Verlag Münster – Hamburg - London


Der DVPW-Rundbrief mit dem Titel

Politikwissenschaft“ ist die

zweimal jährlich erscheinende

Mitgliederzeitschrift der Deutschen

Vereinigung für Politische Wissenschaft

und wird üblicherweise Mitte

April und Mitte Oktober eines jeden

Jahres an die derzeit ca. 1400

Mitglieder der DVPW und an die

Fachbibliotheken der politikwissenschaftlichen

Institute in Deutschland

versandt. Die Beiträge der

Sektionen, Arbeitskreise, Landes-

und Ad-hoc-Gruppen stehen in

Verantwortung der jeweiligen

Sprecherinnen und Sprecher. Für

die Beiträge der Mitglieder zeichnen

diese persönlich verantwortlich. Für

unverlangt eingesandte Manuskripte

übernimmt die Redaktion keinerlei

Haftung. Beiträge zum Rundbrief

sollten der Redaktion spätestens

zwei Monate vor Semesterbeginn

als Datei (möglichst in einem Word

für Windows-Format) zusammen mit

einem Probeausdruck vorliegen.

Gedruckt auf 100% Recyclingpapier.

Bitte beacht en Sie die Beilagen des

LIT-Verlages und des

Westdeutschen Verlages

Herausgegeben im Auftrag von

Vorstand und Beirat der DVPW

Redaktion und Organisation:

Felix W. Wurm

Dipl.Soz.Wiss., M.A. (USA)

DVPW

c/o Universität Osnabrück

FB 1 - Sozialwissenschaften

D-49069 Osnabrück

Telefon 0541.9 69-62 64

Telefax 0541.9 69-62 66

eMail: dvpw@uos.de

http://www.dvpw.de

Telefonzeiten:

Mo bis Do 9.30 – 12.30 Uhr

Herbst 2003

Nr. 129


Inhalt

Seite 5 Editorial

10 Nachruf auf Manfred Hättich

12 Nachruf auf Horst Hegmann

13 I. Protokoll der Mitgliederversammlung

22 II. Rechnungsprüfungsbericht/Finanzen

28 III. Ethik-Kommission

32 IV. Ständiger Ausschuss für Fragen der

Frauenförderung (StAFF)

36 V. Wissenschaftspreise der DVPW

37 VI. Berichte der Sektionen

37 Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik

39 Internationale Politik

41 Politik und Ökonomie

42 Politische Soziologie:

43 Arbeitskreis Parteienforschung

46 Arbeitskreis Politik und Kommunikation

49 Arbeitskreise Soziale Bewegungen und Verbände

60 Arbeitskreis Wahlen und politische Einstellungen

64 Politische Theorien und Ideengeschichte

70 Politische Wissenschaft und politische Bildung

72 Regierungssystem und Regieren in der BRD

73 Staatslehre und politische Verwaltung

76 Vergleichende Politikwissenschaft

77 VII. Berichte der Arbeitskreise

77 Film und Politik/Visuelle Politik

79 Gesamteuropäische Sicherheitspolitik: OSZE

82 Geschichte und Politik

84 Handlungs- und Entscheidungstheorien

85 Integrationsforschung

90 Interkultureller Demokratievergleich

95 Lokale Politikforschung


Seite 98 Migrationspolitik

100 Politik, Kultur, Sprache

102 Politik und Geschlecht

105 Politik und Religion

108 Politik und Technik

113 Politikfeldanalyse Innere Sicherheit

118 PolitikON

119 Politische Psychologie

120 Politische Steuerung

124 Postsozialistische Gesellschaften

129 Systemwechsel

131 Umweltpolitik/Global Change

138 VIII. Berichte der Ad-hoc-Gruppen

138 Empirische Methoden der Politikwissenschaft

140 Ideelle Grundlagen außenpolitischen Handelns

142 Internationale Politische Ökonomie

143 Internet und Politik

146 Menschenrechte

147 Politikberatung

151 Politischer Extremismus

153 Verfassung und Politik

155 IX. Verschiedenes

157 X. Schader-Stiftung

160 XI. Terminplan, Vorankündigungen

162 XII. Veröffentlichungen unserer Mitglieder

166 XIII. Mitteilungen zur Mitgliedschaft


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Editorial

Liebe Mitglieder,

im ersten Editorial des neuen Vorsitzenden steht naturgemäß die zugleich

nach vorne gerichtete Nachlese des gerade zu Ende gegangenen Kongresses

im Mittelpunkt. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von weiteren

mitteilenswerten Dingen zu berichten und nicht zuletzt auch einige Bemerkungen

zum voraussichtlichen Arbeitsprogramm des in Mainz neu gewählten

Vorstands und Beirats zu machen.

Aus meiner ganz persönlichen Sicht, um gleich damit zu beginnen, war der

Kongress in Mainz, das wird niemanden sonderlich verwundern, natürlich ein

besonders erfreulicher. Für den überwältigenden Vertrauensvorschuss, der

mir mit dem Ergebnis meiner Wahl zum Vorsitzenden zuteil wurde, möchte

ich mich auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken. Ich werde

mich nach Kräften bemühen, den weitgespannten Erwartungen gerecht

zu werden, die die Mitgliederversammlung damit zum Ausdruck gebracht

hat. Ich habe den Kongress insgesamt als sehr gelungen empfunden und

möchte allen, insbesondere den Verantwortlichen vor Ort, namentlich meinem

Vorgänger Jürgen Falter und Frau Sandra Cartes, die in der Vorbereitung

und Durchführung zum reibungslosen Gelingen des Kongresses beigetragen

haben, noch einmal ein großes Dankeschön aussprechen. Über den

unverzichtbaren Beitrag, den Felix Wurm wie stets auch dieses Mal zum Erfolg

des Kongresses geleistet hat, mag man schon gar keine Worte mehr verlieren.

So selbstverständlich ist uns das außergewöhnliche und kompetente

Engagement des Geschäftsführers der DVPW inzwischen geworden.

Inhaltlich und hinsichtlich des Formats werden es die Kongressveranstalter

nie jedem und jeder gleichermaßen recht machen können – das galt für die

zurückliegenden DVPW-Kongresse und dies gilt auch für diesen. Dafür ist die

Diskrepanz zwischen der Vielzahl wünschbarer Funktionen, die eine solche

Veranstaltung erfüllen könnte und sollte, und dem, was davon innerhalb beschränkender

Rahmenbedingungen tatsächlich realisierbar ist, einfach zu

groß: Soll der Akzent auf die integrierende Wirkung auf das Fach gelegt werden

oder auf die Dokumentation von Vielfalt? Sollen primär Möglichkeiten

zum Einblick in die verschiedenen „Werkstätten“ eröffnet werden, deren Aktivitäten

man angesichts der eigenen Spezialisierung sonst nur am Rande

verfolgen kann? Soll der Kongress vor allem nach außen wirken? Man wird

sich immer zwischen solchen Prioritätensetzungen zu entscheiden haben

und dabei versuchen müssen, möglichst das eine zu tun, ohne das andere zu

lassen.

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Insoweit wird auch der nächste Kongress wiederum nicht allen Wünschen

gleichermaßen gerecht werden können. Gleichwohl wollen wir die anstehenden

Vorstands- und Beiratssitzungen intensiv nutzen, um uns erneut über die

Vorzüge und Nachteile unterschiedlicher Formate Gedanken zu machen. Für

die auf der Mitgliederversammlung vorgebrachten Anregungen bin ich dankbar.

Vor allem scheint mir die Rückkehr zu einem Fünf-Tage-Format mit weniger

Parallelveranstaltungen bedenkenswert, um den Kongressteilnehmerinnen

und –teilnehmern wieder mehr Möglichkeiten zu bieten, in verschiedene

Veranstaltungen hineinzuschnuppern. Für überlegenswert halte ich es

im Übrigen auch, die Vorbereitung und Durchführung von Plenumsveranstaltungen

stärker in die Verantwortung der Sektionen zu übergeben.

Die Vorbereitung des nächsten Kongresses könnte dabei zu einem nützlichen

Vehikel werden, um die Einbindung der Sektionen in die Arbeit von

Vorstand und Beirat auf eine breitere Grundlage zu stellen. Ich verstehe die

DVPW als eine Vereinigung, die ihre Lebendigkeit vor allem „bottom up“, also

von der Ebene der Ad-hoc-Gruppen, Arbeitskreise und Sektionen her beziehen

muss. Vorstand und Beirat können wichtige Akzente setzen, Anstöße

aufnehmen und weitergeben. Wir wollen dabei verstärkt den Austausch mit

den Untergliederungen suchen, die die im Rahmen eines Kongresses angebotenen

Kommunikationsräume schließlich auszufüllen haben. Die Einladung

von Sektionssprecherinnen und -sprechern zu Sitzungen von Vorstand und

Beirat könnte zu einer Intensivierung sowohl des horizontalen Kommunikationsflusses

zwischen den Sektionen untereinander als auch zwischen ihnen

und Vorstand und Beirat beitragen. Von einem möglichst breit gestreuten

fachlichen Kompetenzspektrum könnten alle Beteiligten profitieren. So

könnte der Austausch zwischen den Sektionen über „best practices“ nicht

zuletzt auch der Nachwuchsförderung neue Impulse geben.

Im Protokoll, das in diesem Rundbrief veröffentlicht ist, finden Sie die Ergebnisse

der Mitgliederversammlung vom 24.9.2003. Zu den Verfahren und den

Ergebnissen der Wahlen zu Vorstand und Beirat noch einige ergänzende

Bemerkungen: Ich bin der Mitgliederversammlung sehr dankbar, dass sie

sich meinem Wahlvorschlag für die Wahl der Mitglieder des Vorstandes angeschlossen

hat. Auch diesen Vertrauensvorschuss betrachte ich als alles

andere als selbstverständlich. Gemeinsam mit meiner Stellvertreterin und

meinem Stellvertreter, Suzanne S. Schüttemeyer und Arthur Benz, sowie allen

übrigen Vorstandsmitgliedern freue ich mich zugleich sehr auf die Zusammenarbeit

mit dem neuen Beirat, dessen aus den Wahlvorschlägen der

Mitgliederversammlung hervorgegangene Zusammensetzung sowohl Kontinuität

als auch einen gewissen Generationenwechsel bei einer angemesse-

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nen Repräsentation der weiblichen Mitglieder unserer Vereinigung verspricht.

Die Mitgliederversammlung hat die Entscheidung des letzten Vorstands und

Beirats nachträglich gebilligt, neben einem Preis für ein herausragendes Lebenswerk

je einen nicht geschlechtsspezifischen Preis für die beste Dissertation

und die beste Post-Doc-Arbeit einzurichten. Den Trägern der neuen

Wissenschaftspreise der DVPW – Gerhard Lehmbruch für sein Lebenswerk

sowie Timm Beichelt (Nachwuchspreis 2002) und Ulrich Schneckener

(Nachwuchspreis 2003) für die beste Dissertation, seien auch von dieser

Stelle noch einmal die herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen. Die Laudationes

auf die Preisträger und das Manuskript der anlässlich der Preisverleihung

von Gerhard Lehmbruch mit einem Augenzwinkern nicht gehaltenen

Rede finden Sie in Heft 4/2003 der PVS. Die Einreichungsbedingungen für

die Preise 2004 werden im Dezember auf der Homepage der DVPW und im

Frühjahrsrundbrief bekannt gegeben werden. Dies gilt auch für den thematisch

gebundenen Preis, der künftig alle drei Jahre – erstmalig zum Kongress

2006 und bei seiner ersten Verleihung für eine herausragende Leistung aus

dem Bereich der politikwissenschaftlichen Genderforschung – vergeben

werden soll.

Eine weitere wichtige Entscheidung der Mitgliederversammlung betrifft die

Erhöhung der Mitgliedsbeiträge auf 70,00 bzw. 50,00 Euro ab 2004. Damit

wurde ein notwendiger Schritt getan, um die Arbeitsfähigkeit der DVPW auch

für die kommenden Jahre sicherzustellen.

Einigen der zukünftigen Herausforderungen für die Arbeit von Vorstand und

Beirat sehe ich mit besonderer Spannung entgegen. Dazu gehört vor allem

das PolitikON-Projekt, dessen Verstetigung mit Beginn des Jahres 2004 nun

endgültig zur Aufgabe der DVPW als der neuen Eigentümerin geworden ist.

Die Zukunftsperspektiven für dieses einzigartige Projekt eines virtuellen

Lehrbuchs schienen noch vor einem Jahr sehr viel ungewisser als sie es heute

sind. Dass inzwischen recht gute Aussichten bestehen, ein tragfähiges

Verstetigungskonzept umzusetzen, liegt nicht zuletzt an der hervorragenden

Vorarbeit des bisherigen Vorstandes/Beirats. Insbesondere Hans Rattinger

ist hier Dank für sein Engagement abzustatten. Die durchaus bestehende

Chance zu einer Fortsetzung der öffentlichen Förderung würde nicht nur das

bisher Erreichte konsolidieren und ausbauen helfen. Damit würde zugleich

die Möglichkeit eröffnet, in der gebotenen Ruhe über den nicht gerade risikolosen

kommerziellen Betrieb nachzudenken. Hierzu gibt es einige vielversprechende

Optionen.

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Ein immer wichtiger werdendes Dauerthema bleiben die neuen Studiengänge.

Deren flächendeckende Einführung in einem europäisch definierten

Hochschulraum steht nach der Bologna-Folgekonferenz in Berlin im September

dieses Jahres nun noch zeitnäher als zuvor auf der Tagesordnung.

Die DVPW hat bereits wichtige Beiträge geleistet, um curriculare Essentials

zu definieren, die die Identität und unverzichtbaren Qualitätsstandards unseres

Faches auch unter veränderten Anforderungen an politikwissenschaftliche

Studiengänge bewahren sollen. Probleme stellen sich zuhauf. Nicht wenige

davon ergeben sich daraus, dass das universitäre Angebot und die öffentliche

und private Nachfrage auf dem Markt für die neuen Studiengänge

noch immer nicht miteinander synchronisiert sind. So erfreulich es auf der

einen Seite ist, dass im Rahmen der Novellierung der Bundeslaufbahnverordnung

eine neue Fachrichtungslaufbahn „Gesellschafts- und sozialwissenschaftlicher

Dienst“ auf den Weg gebracht wurde, so sehr gewinnt man auf

der anderen Seite den Eindruck, dass wir ausgerechnet mit der an uns vehement

herangetragenen Aufforderung, praxisorientierte BA-AbsolventInnen

auszubilden, auf einen Arbeitsmarkt stoßen, auf dem das Feld für die Nachfrage

nach diesem Angebot noch nicht bestellt ist. Nirgendwo kommt dies

deutlicher zum Ausdruck als in der Undurchlässigkeit der Laufbahndifferenzierung

im Öffentlichen Dienst. Dort wird BA-AbsolventInnen mit dem Argument

der Zugang zum höheren Dienst verwehrt, sie seien zu praxisorientiert

ausgebildet! Eine größere Durchlässigkeit der Laufbahnen erscheint mir

überfällig. Von der nochmaligen Überprüfung der auch auf den internationalen

Raum ausstrahlenden Selbst-Entwertung des deutschen BA-Abschlusses

hierzulande ganz abgesehen...

Die Defizite setzen sich im internationalen Raum fort. Sie bestehen nach wie

vor im Bereich der europäischen Standardisierung, der europaweiten Anerkennung

von Studienleistungen und –abschlüssen, ohne die eine Verbesserung

der Mobilität und der Berufschancen der AbsolventInnen ein leeres

Postulat bleiben wird. Vor uns liegen flankierende Konsultationen in den bestehenden

europäischen Netzwerken, vor allem epsnet und der European

Conference of National Associations, um Qualitätskorridore zu definieren,

die die gegenseitige Anerkennung und damit die Mobilität der Studierenden

erleichtern sollen. Es muss - bei aller berechtigten Sorge um die Erhaltung

von Vielfalt - zu einer europaweiten fachlich-inhaltlichen Abstimmung zumindest

über Kernbereiche kommen, aber auch über Fragen der Qualitätsstandards

und deren Sicherung etwa im Rahmen geeigneter Evaluations- und

Akkreditierungsverfahren. Eine große, für den „trainierten Außenpolitiker“

natürlich besonders spannende Herausforderung!

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Abschließend wurden mir noch einige Hinweise aufgetragen. Alle Referierenden

des Kongresses sind aufgefordert, ihre Beiträge entweder bei der

PVS einzureichen oder aber der Geschäftsstelle für den Paperroom auf der

Homepage der DVPW zur Verfügung zu stellen. Wie ich bereits zum Ende der

Mitgliederversammlung angekündigt habe, sollten auch Vorschläge für das

PVS-Sonderheft 2005 möglichst bis zum 8.12.2003 bei der Geschäftsstelle

eingereicht werden, damit sich Vorstand und Beirat auf ihrer konstituierenden

Sitzung am 12./13.12.2003 damit befassen können. Auf dieser Sitzung

sollen auch die Modalitäten der Themenvergabe für die PVS-Sonderhefte

besprochen werden. Mir schiene es wünschenswert, hierüber gegenüber der

Mitgliedschaft noch mehr Transparenz zu schaffen und auch für den Entstehungsprozess

bestimmte Richtlinien festzulegen.

Mit meiner Wahl bin ich aus der Redaktion der Politischen Vierteljahresschrift

ausgeschieden. Mir hat die Arbeit mit den Kollegen Oscar Gabriel,

Reinhard Zintl und dem gesamten Team große Freude gemacht und ich bedanke

mich bei allen für die gute Zusammenarbeit. Vorstand und Beirat haben

dem Vorschlag des geschäftsführenden Redakteurs Oscar Gabriel entsprochen,

als meinen Nachfolger den Kollegen Reinhard Wolf von der Ernst-

Moritz-Arndt Universität Greifswald in die Redaktion der PVS aufzunehmen.

Ich freue mich, dass so schnell eine so gute Lösung gefunden werden konnte

und wünsche der Redaktion in der neuen Zusammensetzung viel Erfolg.

Auf die betrübliche Nachricht vom Tod von Manfred Hättich hat die DVPW

bereits mit einem in Heft 2/2003 der PVS veröffentlichten Nachruf reagiert.

Der Nachruf ist in diesem Rundbrief noch einmal abgedruckt.

Ganz zum Schluss noch etwas Erfreuliches: Max Kaase wurde zum IPSA-

Präsidenten und Dirk Berg-Schlosser in das Executive Committee der IPSA

gewählt. Dazu unsere herzlichen Glückwünsche an die beiden Kollegen. Die

hat sich auch der BA/MA-Studiengang Sozialwissenschaften der Universität

Düsseldorf verdient, der im Rahmen eines Wettbewerbs im Aktionsprogramm

„ReformStudiengänge“ als einer von vier neu geschaffenen Bachelor-

und Masterstudiengängen eine Auszeichnung durch den Stifterverband für

die deutsche Wissenschaft erhalten hat und in den nächsten drei Jahren mit

jährlich 100.000 € unterstützt werden wird.

Bleibt noch, Ihnen allen ein erfolgreiches Wintersemester und eine gute Zeit

zu wünschen.

Ihr

Klaus Dieter Wolf

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Nachruf auf Manfred Hättich

Politikwissenschaft als Demokratiewissenschaft/Wissenschaft von der Politik

1

Zum Tod von Manfred Hättich (1925 – 2003)

Für Manfred Hättich war es nicht der Beruf der Politikwissenschaft, politische

Angelegenheiten zum Gegenstand wissenschaftlich gewonnener Erkenntnis

zu machen, um dann die Politik zu beraten, sie leistungsfähiger zu

machen und Mängel zu beheben. Er betrieb sie als „Wissenschaft von der

Politik“, wie man sie seinerzeit zwar ungelenk, aber unmissverständlich bezeichnete.

Er wollte Politik in ihrer Eigenart verstehen und ließ sie deshalb

selbst in ihrer Vernünftigkeit zu Wort kommen. So war seine wissenschaftliche

Arbeit nach der praktischen Seite auf politische Bildung ausgerichtet.

Man kann da verschiedene Wege wählen, z.B. Aristoteles’ Schriften zeitgemäß

erschließen. Hättich ging von einem aktuellen Problem und dem

Bedarf seiner Aufklärung aus und betrieb Politikwissenschaft als Demokratiewissenschaft:

„Demokratie als Herrschaftsordnung“ (1967) war sein

erstes großes Werk.

Es entsprach seinem unprätentiösen Naturell, dass er den Stoff nicht abstrakt-theoretisch

aufbereitete. Im mündlichen Vortrag, vor allem auch in

seinen Schriften, ging er von einer Fülle von Beobachtungen aus und erörterte

deren Probleme dialogisch. Dies tat er, indem er nicht nur seine Hörer

und Leser zum Dialog einlud; er bezog immer schon selbst gegenteilige

Auffassungen als bedenkenswert ein. Dafür beispielhaft ist seine dreibändige

Aufsatzsammlung unter dem Titel „Freiheit und Ordnung“: Jedes dieser

beiden Prinzipien gewinnt seinen Geltungsanspruch dadurch, Voraussetzung

des anderen zu sein.

Hättichs Tätigkeit in Forschung und Lehre (Professor seit 1966, erst in

Mainz, dann in München) stand seinem Engagement in der außeruniversitären

Bildung zumindest gleichwertig gegenüber. Zwischen seiner Promotion

(1957) und seiner Habilitation (1964) in Freiburg/Br. leitete er das Institut

für politische Bildung „Haus Wiesneck“. 1970 bis 1993 war er Direktor der

Akademie für politische Bildung in Tutzing. Spätestens seitdem griff er weit

über sein ursprüngliches Spezialgebiet hinaus, praktisch mit einem viele Jahre

regelmäßig veranstalteten Pfingst-Symposion „Zur Zeitdiagnose“. Diese

Veranstaltung ließ an Themenvielfalt nichts zu wünschen übrig.

1 Dieser Nachruf wurde bereits in der PVS 2/2003 veröffentlicht.

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1976 veröffentlichten er, Dieter Grosser, Heinrich Oberreuter und Bernhard

Sutor ein in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiertes Gutachten über

„Politische Bildung. Grundlagen und Zielprojektionen für den Unterricht an

Schulen“. Es zielte, wie die Verfasser schrieben, auf „kritikfähige Identifikation

mit den Werten und Normen der Verfassung auf der Basis rationalen

Urteilens“.

Noch größeres Aufsehen erregte Hättichs Schrift „Weltfrieden durch Friedfertigkeit?“,

eine Antwort auf Franz Alts Buch „Frieden ist möglich – die

Politik der Bergpredigt“ (1983). Hättichs Fazit war: „Man tut weder den

Schülern noch der Gesellschaft einen Dienst, wenn man ihnen die Illusion

vermittelt, ihr alltägliches Sozialverhalten stünde in einem ursächlichen

Zusammenhang mit dem Weltfrieden.“ Einleitend bemerkte er: „Meine

Antwort kann die Empörung nicht verleugnen. Ich hoffe aber, mich bei der

Erörterung der realen Probleme einigermaßen diszipliniert zu haben.“

Manfred Hättich war von 1981 bis 1983 Vorsitzender der DVPW. Er verstarb

am 31. März 2003 in Tutzing.

Hans Buchheim

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Nachruf auf Horst Hegmann

ZUM TODE VON PROF. DR. HORST HEGMANN (16.02.1961-04.05.2003)

Unser Kollege und Freund Horst Hegmann ist tot. Er ist am 3. Mai bei einer

Bergwanderung im Thuner Gebirge in der Nähe seines Wohnortes Bern tödlich

abgestürzt, seine Leiche wurde erst am nächsten Tag von der Bergwacht

aufgefunden. Wir behalten Horst Hegmann als einen Kollegen in Erinnerung,

der durch seine Neugier, Offenheit und Diskussionsbereitschaft das akademische

Gespräch auf vielen Tagungen von DVPW-Sektionen und Arbeitskreisen

bereicherte. Seine Aufgeschlossenheit gegenüber Themen, die über den

Horizont konventioneller Forschung in der Politikwissenschaft hinausgingen,

war vorbildlich. Horst Hegmann fand nicht nur in der Politikwissenschaft ein

Betätigungsfeld, er beteiligte sich auch rege an den konzeptionellen Debatten

der Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft. Er hatte es sich zur

Aufgabe gemacht, Grundlagenkonzepte der neueren politischen Ökonomie

auf ihre Konsistenz und Übertragbarkeit in politische Zusammenhänge zu

überprüfen und um kulturwissenschaftliche, soziologische und rechtstheoretische

Theorien zu ergänzen. Dieser Ansatz einer erweiterten Ökonomie findet

sich ausgearbeitet in seiner höchst anregenden Habilitationsschrift über

„Die Verfassung der kulturell fragmentierten Gesellschaft“ (Marburg: Metropolis

Verlag, 2001) und in seinen aktuellen Beiträgen zur Theorie der Verfassungsökonomie,

zu Geltungsproblemen der Institutionenökonomik und zur

Kulturabhängigkeit der Finanzpolitik. Zuletzt hatte Horst Hegmann eine Vertretungsprofessur

für Politische Theorie und Organisation des öffentlichen

Sektors im Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft der Universität

Konstanz inne. Horst Hegmanns Tod ist für uns und unsere wissenschaftlichen

Diskussionen ein großer Verlust. Er wird besonders schmerzlich von

seiner Familie – seiner Ehefrau Anne und seinen beiden Kindern – und seinen

Angehörigen vermisst.

Frank Janning

Frank Nullmeier Ulrich Willems 12

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I. Protokoll der ordentlichen Mitgliederversammlung der DVPW am

24. September 2003

Ort: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, neues ReWi-Gebäude, Hörsaal

RW1, Welderweg 9, Mainz

Beginn: 18:15 Uhr; Ende: 22:55 Uhr

TOP 1: Wahl der Versammlungsleitung

Herr Greven wird in offener Abstimmung einstimmig (bei einer Stimmenthaltung)

gewählt. Künftig: "VL".

TOP 2: Wahl der Protokollführung

Herr Schumann wird per Akklamation gewählt.

TOP 3: Genehmigung der Tagesordnung

Die Tagesordnung wird wie folgt modifiziert: Es wird ein Top 12 (neu) eingeführt:

"Frauenförderung". Die nachfolgenden Tops verschieben sich entsprechend.

Die modifizierte Tagesordnung wird mit großer Mehrheit angenommen.

TOP 4: Rechenschaftsbericht des Vorstandes und Aussprache

Herr Falter erstattet folgenden Bericht:

Entwicklung der Mitgliederzahlen seit 2000

Die DVPW hat zur Zeit 1.398 Mitglieder. Die Mitgliederzahlen haben sich seit

der letzten Mitgliederversammlung weiterhin positiv entwickelt – wenn auch

ein wenig verlangsamt. Es wurden seit Oktober 2000 215 neue Mitglieder

aufgenommen (in der Amtsperiode davor traten 265 neue Mitglieder bei).

Dem stehen 141 (1997-2000 = 115) Austritte, Löschungen wegen nicht gezahlter

Beiträge und einige Todesfälle gegenüber. Per Saldo hat die Mitgliedschaft

in den letzten drei Jahren um 74 (1997-2000 = 150) Personen zugenommen.

Anhand der Eintrittsdaten lässt sich feststellen, dass mehr als die

Hälfte der heutigen Mitglieder (724 Personen) in den letzten 10 Jahren beigetreten

sind.

Verstorben sind in den vergangenen drei Jahren u.a.:

Horst Hegmann, Dietrich Herzog, Dieter S. Lutz, Günter Trautmann, Manfred

Hättich (ehemals Vorsitzender; Herr Falter erwähnt, dass die DVPW bei der

Beerdigung von Herrn Hättich durch Herrn Oberreuter vertreten war und

dass ein Kranz niedergelegt wurde.)

Finanzielle Situation der DVPW

Die finanzielle Situation der DVPW ist differenziert zu bewerten, da einerseits

zwar ein recht großes Vereinsvermögen vorliegt (derzeit ca. 135.000,00 Euro),

andererseits aber aufgrund veränderter Kosten und auch Einnahmen ein

strukturelles Defizit von ca. 17.000,00 Euro im Jahr entstanden ist, das sehr

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schnell zur Aufzehrung des Vermögens führen könnte. Die Kosten für das

Personal sind gestiegen, da wegen des erheblichen Arbeitsaufwandes in der

Geschäftsstelle die Stelle von Herrn Wurm auf eine volle Stelle aufgestockt

und eine Sachbearbeiterin eingestellt wurde. Zudem verursacht der erweiterte

Service der Mitgliederhomepage zusätzliche Kosten und die Beteiligung

am PolitikON-Projekt erfordert verstärkten Personaleinsatz. Ferner sind aufgrund

gesunkener Zinssätze die Vermögenserträge und aufgrund der schwierigen

Situation für viele Verlage die Einnahmen für Annoncen zurückgegangen.

Das zwischenzeitlich gebildete Vermögen der DVPW gibt der Vereinigung

derzeit noch eine gute finanzielle Sicherung für die Kongresse, die mit

durchschnittlichen Ausgaben in Höhe von 150.000 Euro jeweils ein beträchtliches

finanzielles Risiko darstellen. Damit dieses „Polster“ nicht aufgezehrt

wird, sollte der Mitgliedsbeitrag erhöht werden (TOP 11).

Den Mitgliedern ist bei der Registrierung zum Kongress der Bericht der

Rechnungsprüfer übergeben worden, zu dem auch eine Übersicht der Finanzen

gehört (s. TOP 8). Der Finanzbericht wird für die nicht anwesenden Mitglieder

im Rundbrief Nr. 129 veröffentlicht.

Kongress 2003

Mit 730 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist der Kongress 2003 erneut

ausgesprochen gut besucht.

Sektionen und Arbeitskreise

Die umfangreichen Aktivitäten der DVPW werden auch deutlich an der steigenden

Zahl von Arbeitskreisen. Derzeit verfügt die DVPW über 9 Sektionen,

26 Arbeitskreise (2000 = 23), 9 Ad-hoc-Gruppen (2000 = 7) und 8 Landesgruppen.

PVS

Herr Falter berichtet kurz von dem Rücktritt der Redaktion im Herbst 2001

und dem Übergang der Redaktionsgeschäfte auf Oscar W. Gabriel, Klaus

Dieter Wolf und Reinhard Zintl im Frühjahr 2002. Herr Falter dankt Herrn

Seibel, Frau Medick-Krakau und Herrn Zintl für die geleistete Arbeit.

PVS-Sonderhefte

Folgende Sonderhefte wurden von Vorstand und Beirat auf den Weg gebracht:

2002 „Politik und Religion“ (Hrsg. Michael Minkenberg / Ulrich Willems)

2003 „Politik und Markt“ (Hrsg. Roland Czada / Reinhard Zintl)

2004 „Politische Korruption“ (Hrsg. Ulrich von Alemann)

Homepage der DVPW

Das Bamberger Internetteam hat in Zusammenarbeit mit Herrn Wurm die

Homepage der DVPW professionalisiert und um einen mitgliederinternen Bereich

ergänzt. Damit ist der Internetservice der DVPW erheblich ausgeweitet.

Es ist dort z.B. möglich, den DVPW-Rundbrief ca. sechs Wochen vor der ge-

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druckten Version einzusehen, jedes Mitglied kann über die Angaben im Mitgliederverzeichnis

hinaus weitere Informationen zu eigenen Forschungstätigkeiten

usw. einstellen. Zudem besteht die Möglichkeit, Diskussionsforen einzurichten,

Stellenausschreibungen bekannt zu machen usw.

PolitikON-Projekt

Die DVPW ist seit drei Jahren am BMBF-geförderten PolitikON-Projekt beteiligt

und wird zum Jahresende Eigentümerin des dort erstellten Portals. An

dem Projekt sind viele Kolleginnen und Kollegen beteiligt und es ist davon

auszugehen, dass bald ein umfangreiches Portal mit Lerneinheiten und Informationen

zur Politikwissenschaft zur Verfügung steht. Am Donnerstag um

16.00 Uhr gründet sich der Arbeitskreis „PolitikON“. Interessierte an der

Mitarbeit sind willkommen. Herr Falter dankt Wolfgang Leidhold für seine Initiierung

und Leitung des Projektes und Hans Rattinger, der die DVPW vertreten

hat und künftig das Projekt leiten wird.

DFG-Fachgutachter

Vorstand und Beirat haben nach Abstimmung mit der DGfP eine Nominierungsliste

für die Mitglieder des DFG-Fachkollegiums „Sozialwissenschaften“

bei der DFG eingereicht. Zur Wahl stehen im November:

Für das Fach Politikwissenschaft:

Arthur Benz

Wolfgang Merkel

Thomas Risse

Edeltraud Roller

Rainer Schmalz-Bruns

Roland Sturm

Hans Vorländer

Ruth Zimmerling

Für das Fach Empirische Sozialforschung:

Ursula Hoffmann-Lange

Verhältnis zur DGfP

Das Verhältnis zur DGfP ist gut, wie an der gemeinsamen Abstimmung von

Nominierungslisten für die DFG und gegenseitigen Einladungen zu Veranstaltungen

zu sehen ist.

Gemeinsame Tagung von DVPW, ÖGPW und SVPW

Die letzte gemeinsame Tagung von DVPW, ÖGPW und SVPW wurde von der

DVPW ausgerichtet. Sie fand im Juni 2001 an der Humboldt-Universität in

Berlin zum Thema „Der Wandel föderativer Strukturen“ statt. Aufgrund vollständig

ausgefallener öffentlicher Förderung hat diese Tagung die DVPW

20.644,40 Euro gekostet, die aus Eigenmitteln der DVPW aufgebracht werden

mussten. Die nächste gemeinsame Tagung findet im November in Bern

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statt. Thema: Governance – Partizipation – Demokratie. Gastgeber ist die

SVPW.

BA/MA-Studiengänge

Vorstand und Beirat haben für die Ausgestaltung der neuen BA/MA-

Studiengänge Empfehlungen ausgesprochen und ein Kerncurriculum entwickelt.

Beides ist auf der Homepage der DVPW abfragbar.

European Conference of National Associations / EPSNet

Die DVPW war bei verschiedenen Treffen der europäischen Vereinigungen

für Politikwissenschaft durch Suzanne Schüttemeyer vertreten. Es gibt regen

Austausch zwischen den Vereinigungen.

Zudem ist die DVPW assoziiertes Mitglied im neugegründeten EPSNet.

50 Jahre DVPW

Anlässlich des im Februar 2001 stattgefundenen 50. Jubiläums der DVPW

fand im Gründungsort der Vereinigung, Königstein i.Ts., eine Jubiläumsfeier

mit ehemaligen Vorsitzenden statt. Hieraus ist ein Jubiläumsband hervorgegangen,

der unter dem Titel „Politikwissenschaft in der Bundesrepublik

Deutschland – 50 Jahre DVPW“ im Westdeutschen Verlag erschienen ist

(Hrsg. Falter und Wurm).

Wissenschaftspreise

Vorstand und Beirat haben beschlossen, den ersten Theodor-Eschenburg-

Preis der DVPW für das Lebenswerk einer Kollegin/eines Kollegens an Gerhard

Lehmbruch zu verleihen. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung am

Donnerstag, dem 25.9.03, wird dies geschehen.

In der selben Veranstaltung werden die Preisträger der Nachwuchspreise für

die beste Dissertation 2002 (Timm Beichelt) und 2003 (Ulrich Schneckener)

gewürdigt. Die Nachwuchspreise sind mit je 1.000 Euro dotiert.

Für die Preise der besten Publikation nach der Dissertation gab es für 2002

keine Einreichungen und für 2003 nur zwei Bewerbungen. Diese sollen mit

den Einreichungen für 2004 begutachtet werden.

Vorstand und Beirat schlagen der MV zudem einen Förderpreis vor, der alle

drei Jahre zum Kongress verliehen werden und dessen Schwerpunkt wechseln

soll. Als erstes soll eine Arbeit aus dem Bereich der Genderforschung

prämiert werden. Es sind 2.000 Euro Preisgeld vorgesehen.

Über die künftige Ausgestaltung der Wissenschaftspreise wird unter einem

separaten Tagesordnungspunkt später am Abend zu diskutieren sein.

Umfrage zu Karriereverläufen in der DVPW

Die Beteiligung an dieser vom wissenschaftlichen Nachwuchs im Beirat angeregten

Umfrage war recht gut. Frau Knodt und Herr Willems geben kurz

erste Ergebnisse bekannt und verweisen auf eine baldige Publikation.

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Personalia

Max Kaase wurde beim IPSA-Kongress in Durban zum neuen IPSA-

Präsidenten gewählt; Dirk Berg-Schlosser in das Executive Committee.

Nach Klaus von Beyme wird die IPSA mit Herrn Kaase zum zweiten mal von

einem deutschen Präsidenten geführt.

Vorstand und Beirat

Herr Falter dankt Vorstand und Beirat unter Hinweis auf die gute Zusammenarbeit

in den letzten drei Jahren.

Dank

Herr Falter dankt ferner den Ausschussmitgliedern, Sprecherinnen und

Sprechern der Sektionen, Arbeitskreise, Landes- und Ad-hoc-Gruppen, den

PVS-Redakteuren, den Rechnungsprüfern, den DFG-Fachgutachtern und

Herrn Wurm für die geleistete Arbeit. Dank für die Organisation des Kongresses

gebührt Frau Cartes, Frau Lipp sowie den beteiligten Hilfskräften.

Aussprache: Vorstand und Beirat danken Herrn Falter für die geleistete Arbeit.

Eine Diskussion über Frauenförderung wird nach kurzer Aussprache auf

Top 12 (neu) "vertagt".

Herr Weller stellt den Antrag, die Mitgliederversammlung möge beschließen:

"Beim nächsten DVPW-Kongress sollen die Möglichkeiten für Sektionen, Arbeitskreise

und Ad-hoc-Gruppen, ihre Veranstaltungen im Rahmen des Kongresses

durchzuführen, deutlich erhöht sein". Ziel dabei sei zu erreichen,

dass weniger Veranstaltungen der Sektionen, Arbeitskreise und Ad-hoc-

Gruppen parallel stattfinden müssen. Der Antrag wird angenommen.

TOP 5: Rechenschaftsbericht der PVS-Redaktion und Aussprache

Herr Gabriel präsentiert den Rechenschaftsbericht der PVS-Redaktion für die

Zeit seit April 2002. Er dankt Herrn Seibel für die Unterstützung in der Übergangsphase

seit dem Wechsel der Redaktion. Der Bericht ist in Heft 3

(2003), Seite 287-291 der PVS veröffentlicht.

Herr Seibel berichtet anschließend ergänzend über den ersten Teil der Legislaturperiode,

in der inhaltlich besonderer Wert auf eine stärkere Kommentierung

von Tagespolitik gelegt wurde. Ansonsten erläutert er die Umstände,

die zum Wechsel der Redaktion geführt haben. Ein veröffentlichter Artikel,

der das Begutachtungsverfahren nicht durchlaufen habe, habe Verunglimpfungen

und Unwahrheiten enthalten. Als Konsequenz sei die Redaktion

zurückgetreten. Ein Bericht an Vorstand und Beirat der DVPW sei erfolgt.

Herr Seibel bedankt sich anschließend beim Vorstand der DVPW, der sich

dafür eingesetzt habe, keinen Schaden für die Zeitschrift und für die persönlichen

Beziehungen der Beteiligten entstehen zu lassen, bei der Redaktion,

bei Herrn Schindler und bei Herrn Gabriel für die Übernahme der Redaktion.

Aussprache: Der VL stellt auf Nachfrage fest, dass das Wort nicht gewünscht

wird.

17


TOP 6: Rechenschaftsbericht des StAFF und Aussprache

Frau Zimmer präsentiert den Rechenschaftsbericht des StAFF, der – zusammen

mit Empfehlungen an den neuen Vorstand – im Rundbrief Nr. 129

im Detail veröffentlicht wird.

Aussprache: Eine Aussprache wurde auf Anfrage des VL nicht gewünscht.

TOP 7: Rechnschaftsbericht der Ethik-Kommission und Aussprache

Frau Kohler-Koch präsentiert den Rechenschaftsbericht der Ethik-

Kommission, der im Rundbrief Nr. 129 veröffentlicht wird.

Aussprache: Eine Aussprache wurde auf Anfrage des VL nicht gewünscht.

TOP 8: Rechnungsprüfungsbericht und Aussprache

Frau Bröcker erstattet den Bericht der Rechnungsprüfer.

Den Mitgliedern ist bereits bei der Registrierung zum Kongress der Bericht

der Rechnungsprüfer, der für nicht Anwesende im Rundbrief Nr. 129 veröffentlicht

wird, übergeben worden.

Frau Bröcker bekräftigt: "Die Prüfung der Bestände für die Zeit vom 08.08.

2000 bis zum 31.07.2003 und Stichproben bei Belegen und Buchungen ergaben

keine Beanstandungen. Nachfragen wurden von Herrn Wurm zufriedenstellend

beantwortet. Die Rechnungsfrüfer anerkennen erneut die unfangreiche

und sorgfältige Arbeit des Geschäftsführers, Herrn Wurm."

Frau Bröcker verweist ferner auf ein strukturelles Finanzdefizit der DVPW

und schlägt eine angemessene Angleichung der Mitgliedsbeiträge vor.

Die Rechnungsprüfer empfehlen der Mitgliederversammlung die Entlastung

des Vorstandes für die Zeit vom 08.08.2000 bis zum 31.07.2003.

Abschließend kündigt Frau Bröcker an, keine neue Kandidatur für das Amt

der Rechnungsprüferin mehr anzustreben. Der VL bedankt sich bei ihr für die

geleistete Arbeit.

Aussprache: Lediglich eine kurze "technische Frage" zur Vermögensbildung

von Herrn Schatz, die Herr Wurm beantwortet.

TOP 9: Entlastung des Vorstandes

Der Vorstand wird ohne Gegenstimme (bei einigen Enthaltungen) entlastet.

TOP 10: Wahlen

TOP 10a: Bestimmung des Wahlvorstandes

Frau Ritter und Herr Gebhardt werden ohne Gegenstimme (bei einigen Enthaltungen)

zum Wahlvorstand bestellt.

TOP 10b: Wahl des Vorsitzes

Der im Zeitraum 2000-2003 amtierende Vorstand schlägt als Kandidaten für

den Vorsitz der DVPW Prof. Klaus Dieter Wolf (TU Darmstadt) vor. Herr Wolf

erklärt seine Bereitschaft zur Kandidatur, erläutert sein Programm für die

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Vorstandsarbeit und beantwortet Fragen, insbesondere des AK "Politik und

Geschlecht". Er wendet sich gegen absolut bindende Beschlüsse der Mitgliederversammlung

für den Vorstand. In geheimer Wahl werden 183 Stimmen

abgegeben. Herr Wolf erhält 169 gültige Stimmen. 8 Mitglieder enthalten

sich der Stimme. Es gibt 2 Nein-Stimmen und 4 ungültige Stimmen. Damit

ist Herr Wolf zum Vorsitzenden der DVPW gewählt. Er nimmt die Wahl an

und bedankt sich für das Vertrauen.

Der VL spricht dem scheidenden Vorsitzenden, Herrn Prof. Falter, Dank für

die geleistete Arbeit aus.

TOP 10c: Wahl des Vorstandes

Herr Wolf schlägt die nachfolgend aufgeführten Kandidatinnen und Kandidaten

vor. Alle Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich vor und nehmen auf

Wunsch einiger Mitglieder des AK "Politik und Geschlecht" zur Frauenförderung

Stellung. Alle Vorgeschlagenen erklären ihre Bereitschaft zur Kandidatur.

In geheimer Abstimmung werden 182 Stimmzettel abgegeben, davon einer

ungültig, eine Enthaltung und drei Nein-Stimmen. Auf die zur Wahl stehenden

Kandidatinnen und Kandidaten entfallen die folgenden Stimmenzahlen:

Prof. Dr. Arthur Benz, FernUni Hagen 137 Stimmen gewählt

Prof. Dr. Suzanne Schüttemeyer, Uni

Halle-Wittenberg

132 Stimmen gewählt

Dr. Ulrich Willems, Uni Hamburg 128 Stimmen gewählt

Dr. Michèle Knodt, Uni Mannheim 126 Stimmen gewählt

Prof. Dr. Annette Zimmer, Uni Münster 126 Stimmen gewählt

Prof. Dr. Hans Rattinger, Uni Bamberg 114 Stimmen gewählt

Die Gewählten nehmen die Wahl an und bedanken sich für das Vertrauen.

Der VL spricht dem scheidenden Vorstand Dank für die geleistete Arbeit

aus.

TOP 10d: Wahl des Beirates

Die Mitgliederversammlung beschließt mit großer Mehrheit, sieben Mitglieder

für den Beirat zu wählen. Auf der Versammlung werden die nachfolgend

aufgeführten Vorschläge unterbreitet. Die Vorgeschlagenen erklären sich zur

Kandidatur bereit und stellen sich vor. In geheimer Abstimmung werden 148

Stimmzettel abgegeben, davon einer ungültig. Es entfallen auf die Kandidatinnen

und Kandidaten die folgenden Stimmenzahlen:

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20

Dr. Katharina Holzinger, Max Planck

PG, Bonn

72 Stimmen gewählt

Prof. Dr. Everhard Holtmann, Uni Halle-

Wittenberg

66 Stimmen gewählt

Dipl.Pol. Delia Schindler, Hamburg 60 Stimmen gewählt

PD Dr. Andrea Römmele, Uni Mannheim

59 Stimmen gewählt

Dr. Gabriele Abels, Uni Bielefeld 57 Stimmen gewählt

Prof. Dr. Jürgen Falter, Uni Mainz 55 Stimmen gewählt

Prof. Dr. Emanuel Richter, TH Aachen 54 Stimmen gewählt

Prof. Dr. Hanns W. Maull, Uni Trier 53 Stimmen nicht gew.

Dr. Susanne Pickel, Uni Greifswald 49 Stimmen nicht gew.

Dr. Timm Beichelt, Europa-Universität

Viadrina

48 Stimmen nicht gew.

Prof. Dr. Ralf Kleinfeld, Uni Osnabrück 43 Stimmen nicht gew.

Prof. Dr. Volker Schneider, Uni Konstanz

41 Stimmen nicht gew.

Prof. Dr. Detlef Jahn, Uni Greifswald 39 Stimmen nicht gew.

Die Gewählten nehmen die Wahl an und bedanken sich für das Vertrauen.

Der VL dankt den ausgeschiedenen Beiratsmitgliedern für ihre Arbeit.

TOP 10e: Wahl der Rechnungsprüfung

Frau Bröcker steht nicht mehr zur Wahl (s. Top 8).

Prof. Kurt Beyer und PD Dr. Jörg Bogumil werden auf Vorschlag des bisherigen

Vorstands zur Wahl gestellt und mit großer Mehrheit (ohne Gegenstimme)

gewählt.

TOP 11: Erhöhung des Mitgliedsbeitrages

Der VL stellt unter Verweis auf den Rechnungsprüfungsbericht den Antrag,

die Beiträge für Mitglieder mit unbefristetem Arbeitsvertrag auf 70 € und

für Mitglieder mit befristetem Arbeitsvertrag auf 50 € zu erhöhen.

Frau Reichart-Dreyer stellt den Antrag, einen Mitgliedsbeitrag von 30 € für

arbeitslose Mitglieder einzuführen. Nach einer Diskussion, in der Herr

Wurm auf die gängige Praxis, arbeitslosen Mitgliedern gegen Nachweis jeweils

für ein Jahr den Beitrag zu erlassen, verweist, wird darüber abgestimmt,

ob dieses Verfahren formalisiert oder ob das informelle Verfahren

beibehalten werden soll. Die MV spricht sich mehrheitlich für das informelle

Verfahren aus.

In einem weiteren Schritt beschließt die MV die Beitragserhöhung auf 70

bzw. 50 € wie ursprünglich vom VL beantragt.

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TOP 12 (neu): Frauenförderung

Der Sprecherinnenrat des Arbeitskreises Politik und Geschlecht stellt den

Antrag, die Mitgliederversammlung möge beschließen: "Der Vorstand der

DVPW wird beauftragt, regelmäßig zu den Mitgliederversammlungen über die

Situation der Frauen in der DVPW zu berichten und dabei die Arbeiten und

Erfahrungen des StAFF und des AK Politik und Geschlecht aufzunehmen".

Nach einer Diskussion wird der Antrag wie folgt abgeändert und in dieser

Form angenommen: "Der Vorstand der DVPW wird beauftragt, regelmäßig zu

den Mitgliederversammlungen über die Situation der Frauen in der DVPW zu

berichten und dabei die Arbeiten und Erfahrungen des StAff und des AK Politik

und Geschlecht zu berücksichtigen".

TOP 13: Wissenschaftspreise der DVPW

Der Sprecherinnenrat des Arbeitskreises Politik und Geschlecht stellt den

Antrag: "Umsetzung des Beschlusses der MV der DVPW in Halle: Preis für

die beste Doktorarbeit einer Wissenschaftlerin". Wortlaut des Beschlusses:

"Vorstand und Beirat schreiben jährlich einen Preis für die beste Doktorarbeit

einer Wissenschaftlerin aus. Ein Komitee soll die Arbeit auswählen und

eine Laudatio verfassen, die dann in der PVS veröffentlicht wird". Der Beschluss

sei "unverzüglich mit der Dotierung eines Preises für die Doktorarbeit

einer Wissenschaftlerin, der Bildung eines Auswahlkommites unter Beteiligung

des StAFF und des AK Politik und Geschlecht und der Ausschreibung

des Preises umzusetzen".

Nachdem auf Nachfrage des VL niemand zu dem Antrag sprechen möchte,

eröffnet der VL die Debatte. Nach ausführlicher Aussprache stellt Frau Kohler-Koch

Antrag auf Schluss der Debatte. Da keine Gegenrede gewünscht

wird, schließt der VL die Debatte. In der nachfolgenden Abstimmung stimmt

niemand für den Antrag. Der Antrag ist damit abgelehnt.

TOP 14: Verschiedenes

Es wurde angeregt, Wahlordnung und Satzung in Bezug auf die Regeln der

Wahlverfahren zu präzisieren. Der neue Vorstand verspricht, sich dem Problem

zu widmen. Der VL gibt zu bedenken, dass es aufgrund des nötigen

Quorums sehr schwierig sei, die Satzung der DVPW zu ändern.

Der neue Vorsitzende bittet um Einreichung von Vorschlägen für Schwerpunktthemen

künftiger PVS-Sonderhefte bei der Geschäftsstelle.

Der VL schließt die Mitgliederversammlung.

Mainz, den 6.10.2003

Siegfried Schumann

21


II. Rechnungsprüfungsbericht und Finanzübersichten

Barbara Bröcker

Kurt G. Beyer

Rechnungsprüfungsbericht für die Zeit vom 08.08.2000 bis zum

31.7.2003 1

Im Berichtszeitraum fanden folgende Rechnungsprüfungen in der Geschäftsstelle

der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft in

Anwesenheit des Geschäftsführers Herrn Wurm statt:

Barbara Bröcker Kurt G. Beyer

22

am 10.07.2002 für die Zeit vom 08.08.2000 bis zum 30.06.2002

am 05.08.2003 für die Zeit vom 01.07.2002 bis zum 31.07.2003

Die Prüfung der Bestände für die Zeit vom 08.08.2000 bis zum

31.07.2003 und Stichproben bei Belegen und Buchungen ergaben keine

Beanstandungen. Nachfragen wurden von Herrn Wurm zufriedenstellend

beantwortet. Die Rechnungsprüfer anerkennen erneut die umfangreiche

und sorgfältige Arbeit des Geschäftsführers, Herrn Wurm.

Die Rechnungsprüfer weisen darauf hin, dass gestiegene Kosten und die

Erweiterung der Aufgaben zu einem strukturellen Defizit geführt haben,

was durch die wirtschaftliche Entwicklung voraussichtlich noch verstärkt

werden wird. Das aktuell vorhandene Vermögen, das als Reserve für unvorhergesehene

Kosten dient, könnte dadurch rasch aufgezehrt werden.

Es ist für die Zukunft daher ein angemessener Ausgleich, z.B. durch eine

Anpassung der Mitgliedsbeiträge, zu empfehlen.

Die Rechnungsprüfer empfehlen der Mitgliederversammlung die Entlastung

des Vorstandes für die Zeit vom 08.08.2000 bis zum 31.07.2003.

Osnabrück, den 05.08.2003

1 Der von den Rechnungsprüfern unterschriebene Bericht liegt dem Vorstand vor.

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Übersicht der Vermögensbestände der DVPW 2000 - 2002 in Euro

2000 2001 2002

Bestand am 01.01. 122.771,25 164.975,02 138.725,14

Kasse: 52,49 0,00 259,70

Girokonten: Postbank Berlin 7.175,54 14.447,90 25.950,72

Deutsche Bank Osnabrück 2.877,31 1.567,19 11.076,13

Commerzbank Darmstadt 188,50 -- --

Sonderkonten:

-- --

Deutsche Bank Konto DFG 3.538,55

Deutsche Bank Kongresskonto 1.496,65 -- --

Anlagekonten:

-- --

Deutsche Bank Festgeld #02 21.116,00

Deutsche Bank Festgeld #03 10.225,84 -- --

Deutsche Bank Festgeld #04 51.129,19 -- --

Deutsche Bank Festgeld #05 -- 51.129,19 10.000,00

Deutsche Bank Festgeld #06 -- 71.580,86 40.000,00

Deutsche Bank Festgeld #07 -- -- 50.000,00

Commerzbank Sparbuch #90 204,00 -- --

Commerzbank Sparbuch #91 66.970,95 -- --

Bestand am 31.12. 164.975,02 138.725,14 137.286,55

23


24

Ausgaben- und Einnahmenrechnung der DVPW vom 01.01.2000 bis 31.7.2003 in Euro

Ausgaben in Euro 2000 2001 2002 31.7.03

Personalkosten Geschäftsführer (Anteil

Geschäftsstelle)

16.081,72 41.645,79 33.233,76 10.092,36

Personalkosten Mitarbeiterin/ Aushilfen

--- 9.620,72 14.305,19 8.066,43

Sozialversicherung Arbeitgeberanteil 3.222,42 9.851,66 9.429,29 4.071,70

Geldverkehrskosten 466,99 486,18 325,42 365,45

Bürokosten, allgemein 765,47 1.043,90 547,14 504,36

Kopierkosten 138,05 380,40 100,00 100,00

Porto, allgemeiner Geschäftsbetrieb 1.147,34 1.191,92 915,83 553,80

Porto, Rundbriefe 2.914,06 3.024,80 2.780,14 1.602,80

Telefon / Telefax 55,59 --- 849,42 337,40

Homepage 480,02 3.063,20 290,00 2.173,94

Reisekosten Gremien DVPW 3.775,23 7.434,70 6.033,39 2.661,95

Zuschuss Sektionen und AKs 478,25 920,33 815,68 702,41

Druckkosten Rundbriefe + Mitgliederverzeichnisse

(Geschäftsbetrieb)

2.981,81 2.218,84 2.167,46 835,22

Druckkosten Rundbriefe, MV etc.

(ideeller Betrieb)

4.846,97 3.778,72 3.251,20 1.252,83

IPSA-Mitgliedsbeitrag 2.121,65 2.280,56 bez. v. DFG ---

Geräte / Ausstattungen 3.018,23 3.129,00 --- 896,90

Umsatzsteuer 391,04 2.194,11 1.110,04 307,64

Autorenkonferenz PVS-Sonderheft 1.699,89 --- --- ---

Umzug der Geschäftsstelle 997,12 --- --- ---

Zuschuss PVS-Redaktion 3.067,75 --- --- 12.800,00

Frauenförderung (StAFF) 2.007,60 --- --- ---

Kosten Nachruf in FAZ 978,61 --- --- ---

Jubiläum der DVPW --- 9.852,16 255,90 1.544,00

Nachwuchsförderung --- 255,65 500,00 160,80

Mitarbeiterfortbildung --- --- 523,40 --sonstige

Kosten 52,66 555,02 62,49 229,40

Zwischensumme 51.688,47 102.927,66 77.495,75 49.259,39

Ausgaben Kongress (sep. Tabelle) 64.468,44 3.442,92 29.629,07 50.279,62

Ausgaben Tagung Berlin (sep. Tabelle) --- 22.512,22 --- ---

Gesamtsumme Ausgaben 116.156,91 128.882,80 107.124,82 99.539,01

Einnahmenüberschuss 42.203,77

Für das Haushaltsjahr 2003 ist noch mit Einnahmen in Höhe von Euro 79.000,00 und mit Ausgaben

in Höhe von Euro 108.000,00 zu rechnen.


Einnahmen in Euro 2000 2001 2002 31.7.03

Mitgliedsbeiträge

70.801,35 71.310,38 72.151,11 71.810,20

Beiträge Fördermitglieder

2.556,46 3.211,30 2.400,00 2.400,00

Vermögenserträge 4.696,46 7.488,95 3.678,77 1.524,46

Erträge Anzeigenverkauf (inkl. USt.) 4.273,18 15.887,96 7.456,35 5.427,06

Fördermittel (DFG für IPSA) 2.121,65 2.280,56 --- ---

Zwischensumme 84.449,10 100.179,15 85.686,23 81.161,72

Einnahmen Kongress (sep. Tabelle) 73.911,58 565,49 20.000,00 16.930,70

Einnahmen Tagung Berlin (sep. Tab.) --- 1.888,28 --- ---

Gesamtsumme Einnahmen 158.360,68 102.632,92 105.686,23 98.092,42

Ausgabenüberschuss 26.249,88 1.438,59 1.446,59

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Anlagen zur Ausgaben- und Einnahmenrechnung der DVPW vom 01.01.2000 bis 31.7.2003

Ausgaben Kongress Halle

Euro Einnahmen Kongress Halle

Euro

01.01. – 31.12.2000

01.01. – 31.12.2000

Personalkosten Geschäftsführer (2/3) 31.479,09 Teilnahmegebühren 45.289,46

Personalkosten Aushilfen 4.655,21 Fördermittel DFG 12.756,73

Sozialversicherung Arbeitgeberanteil 5.553,71 Spenden 444,83

Bürokosten, allgemein 813,99 Erträge Anzeigenverkauf (inkl. USt.) 7.947,52

Kopierkosten 382,28 Erträge Miete Büchertische 7.473,04

Porto 1.652,14

Telefon / Telefax 342,77

Reisekosten Kongressvorbereitung 3.489,04

Reisekosten Gremien 1.211,25

Reisekosten ausländische Referenten 13.161,30

Umfrage Kongresse 2000 + 2003 341,80

Pressearbeit 240,82

Umsatzsteuer 850,79

sonstige Kosten 294,25

Summe Kongressausgaben 2000 64.468,44 Summe Kongresseinnahmen 2000 73.911,58

Ausgaben Kongress Halle

Euro Einnahmen Kongress Halle

Euro

01.01. – 31.12.2001

01.01. – 31.12.2001

Personalkosten Geschäftsführer 684,35 Teilnahmegebühren 209,63

Sozialversicherung Arbeitgeberanteil 764,68 Erträge Miete Büchertische (inkl.

USt.)

355,86

Geldverkehrskosten 69,34

Porto 5,62

Telefon / Telefax 525,14

Pressearbeit 76,57

Rückzahlung Fördermittel DFG 253,95

Umsatzsteuer 1.063,27

Summe Kongressausgaben 2001 3.442,92 Summe Kongresseinnahmen 2001 565,49

Ausgaben 3-Länder-Tagung Berlin Juni Euro Einnahmen 3-Länder-Tagung Berlin Euro

2001 - 01.01. – 31.12.2001

01.01. – 31.12.2001

Personalkosten Geschäftsführer 7.797,87 Teilnahmegebühren 1.888,28

Sozialversicherung Arbeitgeberanteil 1.451,84

Personalkosten Aushilfen 1.866,22

Bürokosten, allgemein 44,42

Poster + Faltblatt 4.935,98

Porto + Versandservice 2.794,07

Reisekosten Gremien 1.519,30

Reisekosten Tagungsreferenten 1.972,94

sonstige Kosten 129,58

Summe Tagungsausgaben 2001 22.512,22 Summe Tagungseinnahmen 2001 1.888,28

26


Ausgaben im Jahr 2002 für die Kon- Euro Einnahmen im Jahr 2002 für den Euro

gresse in Halle 2000 und Mainz 2003

Kongress in Mainz 2003

Personalkosten Geschäftsführer 17.261,44 Fördermittel Land Rheinland-Pfalz 20.000,00

Sozialversicherung Arbeitgeberanteil 2.806,50

Reisekosten Kongressvorbereitung 715,56

Reisekosten Gremien f. Kongress

2003

1.592,15

Druckkosten 2003 577,80

Kongressband Halle 2000 6.675,62

Summe Kongressausgaben 2002 29.629,07 Summe Kongresseinnahmen 2002 20.000,00

Ausgaben Kongress Mainz

Euro Einnahmen Kongress Mainz

Euro

01.01. – 31.07.2003

01.01. – 31.07.2003

Personalkosten Geschäftsführer (2/3) 20.184,75 Teilnahmegebühren 13.624,70

Personalkosten Aushilfen 1.150,00 Erträge Anzeigenverkauf (inkl. USt.) 3.306,00

Sozialversicherung Arbeitgeberanteil 3.766,16

Bürokosten 650,00

Porto 5.076,50

Dienstleistung Versand Kongressunterlagen

2.633,78

Reisekosten Kongressvorbereitung 3.446,20

Reisekosten ausländische Referentin 1.357,55

Druckkosten (Geschäftsbereich) 1.577,96

Druckkosten (ideeller Bereich) 8.125,06

ÖPNV-Tickets 1.840,00

sonstige Kosten Kongress 2003 107,25

Versand Kongressband Halle 2000 364,41

Summe Ausgaben 01.01. –

50.279,62 Summe Einnahmen 01.01.- 16.930,70

31.07.2003

31.07.2003

Grundlegende Kosten der DVPW

Ausgaben Euro Einnahmen Euro

Gehalt Geschäftsführer ca. 50.000,00 Mitgliedsbeiträge ca. 72.000,00

Personalkosten Mitarbeiterin ca. 15.000,00 Förderbeiträge ca. 2.400,00

Arbeitgeberanteil Sozialvers. ca. 12.000,00 Erträge Anzeigenverkauf ca. 8.000,00

2 Rundbriefe, 1 M-Verzeichnis ca. 6.000,00 Vermögenserträge ca. 3.600,00

Telefonkosten ca. 1.000,00

Reisekosten Gremien ca. 8.000,00

Kopierkosten ca. 1.000,00

allg. Bürokosten ca. 1.000,00

Porto ca. 5.000,00

Homepage ca. 1.000,00

Geräte/Ausstattungen ca. 1.000,00

Sektionen und Arbeitskreise ca. 1.000,00

Umsatzsteuer ca. 1.000,00

Gesamtsumme Ausgaben ca. 103.000,00 Gesamts. Einnahmen ca. 86.000,00

strukturelles Defizit ca. 17.000,00

27


III. Ethik-Kommission

1. Bericht anlässlich der Mitgliederversammlung der DVPW, 24.9.2003

• Amtszeit: 2001- 2006

• Mitglieder: Greven, Kohler-Koch, Landfried, Lehmbruch, Meyer, Sauer;

Vorsitz Beate Kohler-Koch.

• Auf der konstituierenden Sitzung wurden auf der Grundlage der Erfahrungen

der vorangegangenen Kommission Verfahrensfragen geklärt.

• Seit Beginn ihrer Tätigkeit wurde die Ethik-Kommission viermal angerufen.

Zweimal führte dies zur Einleitung eines Verfahrens.

Fall 1: Verstoß gegen die wissenschaftliche Integrität; es wurde der Vorwurf

der missbräuchlichen Einflussnahme auf einen abhängigen Mitarbeiter

zu Lasten Dritter erhoben. Nach eingehender Prüfung beschloss die

Ethik-Kommission keine weiteren Verfahrensschritte einzuleiten, weil der

Vorwurf anhand der Quellenlage nicht nachzuweisen war.

Fall 2: Teilweise Veröffentlichung einer vertraulichen Stellungnahme der

ersten Ethik-Kommission (zitiert in missverständlicher Form). Die Veröffentlichung

einer Klarstellung im Namen der ersten Ethik-Kommission unterblieb

auf Bitte des Vorstandes. Hierüber kam es zu einer Kontroverse

zwischen Ethik-Kommission und Vorstand, die in kollegialer Weise beigelegt

und zu einem Einverständnis über das Verfahren in zukünftigen Fällen

führte.

Fälle 3 und 4: Vorwurf der unzulässigen Verwertung der geistigen Arbeit

von Kollegen. Nach Anhörung der Parteien nahm die Ethik-Kommission

Stellung. Die Stellungnahme und die Empfehlung von Maßnahmen wurden

dem Vorstand übermittelt. Der Sachverhalt und dessen Einstufung

als Verstoß gegen den Ethik-Kodex der DVPW wurde (Fall 1) bzw. wird

(Fall 2) im Rundbrief veröffentlicht.

Die Ethik-Kommission wertet die jeweiligen Umstände als eher problematisch,

denn entlastend: In beiden Fällen kam es durch die Vorarbeit eines

Studenten bzw. Mitarbeiters zu dem Verstoß. Die Vorlage übernahm die Gesamtargumentation

eines fremden Beitrages, lange Passagen wurden sinngemäß

und teils wörtlich übernommen, ohne dass dies kenntlich gemacht

und ohne dass die Gedanken ihrem Urheber zugeschrieben wurden. Bei der

Bearbeitung der Vorlage zur Veröffentlichung wurde dies nicht korrigiert. In

beiden Fällen haben die Autoren den Tatbestand sofort anerkannt, den Vorfall

bedauert und betont, dass es keine willentliche Verletzung des Ethik-

Kodexes sei, sondern Ergebnis eines Kommunikationsdefizits. Nach Auffassung

der Ethik-Kommission enthebt dies die Autoren nicht ihrer Verantwortung.

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Anzeigen von Verstößen gegen den Ethik-Kodex richten Sie bitte direkt an

die Vorsitzende der Ethik-Kommission.

Adresse:

Prof. Dr. Beate Kohler-Koch

DVPW-Ethik-Kommission

Universität Mannheim

Politische Wissenschaft II

Seminargebäude A 5, 68131 Mannheim

2. Stellungnahme der Ethik-Kommission

Der von Herfried Münkler und Skadi Krause veröffentlichte Text „Geschichte

und Selbstverständnis der Politikwissenschaft in Deutschland“, in: Herfried

Münkler (Hg.) (2003): Politikwissenschaft. Ein Grundkurs, Reinbek:

Rowohlt, S. 13-54 übernimmt in wesentlichen Teilen die Gedanken und

Formulierungen des Buches von Wilhelm Bleek (2001): Geschichte der Politikwissenschaft

in Deutschland, München: Beck Verlag.

Bei den textnahen Passagen wurde nur in ganz wenigen Fällen auf die Arbeit

von Bleek (2001) verwiesen; die wörtlich übernommenen Stellen wurden

in keinem Fall als Zitat kenntlich gemacht. Der Leser wird an keiner

Stelle darauf verwiesen, dass der Artikel sich in seiner Gedankenführung,

seinen Nachweisen und seiner konkreten Ausführung eng an das Buch von

Bleek (2001) anlehnt. Damit verstößt die Veröffentlichung von Herfried

Münkler und Skadi Krause gegen den fachwissenschaftlichen Ethik-Kodex,

wonach bei Publikationen „Daten und Materialien, die wörtlich oder sinngemäß

von einer veröffentlichten oder unveröffentlichten Arbeit anderer

übernommen wurden, ...kenntlich gemacht und ihren Urheber/innen zugeschrieben

werden (müssen). Verweise auf Gedanken, die in Arbeiten anderer

entwickelt wurden, dürfen nicht wissentlich unterlassen werden.“

Die Autoren bedauern die Veröffentlichung ihrer Arbeit in der vorliegenden

Form, die - wie sie versichern - durch ein Kommunikationsversagen zustande

gekommen sei. Die Ethik-Kommission vertritt jedoch die Auffassung,

dass Überarbeitung und Kommunikationsprobleme die Autoren nicht

von der Verpflichtung der sorgfältigen Prüfung eines Textes entheben, den

sie zur Veröffentlichung freigeben. Dies betrifft vor allem Herrn Münkler,

der als erst genannter Autor dem Leser gegenüber eine besondere Verantwortung

für den Text übernimmt. Aber auch Frau Krause kann sich ihrer

Verantwortung nicht entziehen, denn sie hat nicht dagegen Einspruch erhoben,

dass sie als Mitautorin genannt wird. Bei gemeinsamer Autoren-

29


schaft müssen alle Beteiligten das endgültige Manuskript zum Druck freigeben

und können sich nicht darauf berufen, dass der Text nicht angemessen

von anderen überarbeitet worden sei.

Der Rowohlt-Verlag hat auf Bitten des Herausgebers den Band inzwischen

zurückgezogen.

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Internationale Politik

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IV. Ständiger Ausschuss für Fragen der Frauenförderung (StAFF)

Bericht des StAFF 2001-2003

Grundlage der Arbeit des STAFF von 2001 bis 2003 waren die Agenda zur

Frauenförderung in der DVPW, veröffentlicht im Herbst-Rundbrief von

1999 sowie einzusehen auf der aktuellen Homepage der DVPW, sowie die

Empfehlungen des Vorgänger-STAFF, veröffentlicht im Rundbrief vom

Herbst 2000.

Unter anderem hatte der Vorgänger-STAFF eine personelle Verkleinerung

des Gremiums vorgeschlagen und angeregt, den STAFF wie folgt zu besetzen:

zwei VertreterInnen des akademischen Mittelbaus, zwei Politikwissenschaftler,

eine Politikwissenschaflerin als Sprecherin. Auf der konstitutierenden

Sitzung des STAFF am 11. Februar 2001 wurde dieser Empfehlung

entsprochen, die folgenden STAFF-Mitglieder gewählt und Vorstand und

Beirat zur Bestätigung vorgeschlagen: Dr. Clarissa Rudolph, Universität

Marburg, Renate Niekant, Universität Frankfurt, Prof. Dr. Mathias Albert,

Universität Bielefeld, Prof. Dr. Roland Czada, Universität Osnabrück, Prof.

Dr. Annette Zimmer, Universität Münster (Sprecherin).

Während der Gastprofessur des Kollegen Czada in Kapstadt wurde er vertreten

durch den Kollegen Prof. Dr. Rainer Schmalz-Bruns, Universität

Darmstadt, der sich engagiert auf den Sitzungen von Vorstand und Beirat

der DVPW für die Anliegen des STAFF eingesetzt hat.

Zur Organisation und Ko-ordination der Arbeit fanden Treffen des STAFF in

Frankfurt (Februar 2001), Köln (Oktober 2001), Frankfurt (Mai 2002) und

Köln (Dezember 2002) statt. Als Zielsetzung seiner Tätigkeit hatte sich

dieser STAFF vorgenommen, zur Profilierung von Politikwissenschaftlerinnen

innerhalb und außerhalb der DVPW beizutragen. Sein Arbeitsprogramm

hat er auf der ersten Sitzung im Februar 2001 in Frankfurt festgelegt

und seine Zielsetzungen operationalisiert im Sinne von Profilierung a)

des Berufsbilds Politikwissenschaftlerin, b) durch Wissenschaftspreise, c)

durch Präsenz in der DVPW und insbesondere auf dem DVPW-Kongress.

Zur Profilierung des Berufsbilds Politikwissenschaftlerin Ziel des STAFF war es, Berufsperspektiven von Politikwissenschaftlerinnen

stärker zu beleuchten und insofern Studium und Beruf attraktiver zu machen.

Insbesondere Nachwuchswissenschaflerinnen in der DVPW sollte ein

Eindruck von "Politikwissenschaft als Beruf" vermittelt werden. Hierzu wurden

Portraits - persönlich gehaltene Beschreibungen des beruflichen Werdegangs

unter besonderer Berücksichtigung des Stellenwerts des politikwissenschaftlichen

Studiums - verfaßt, wobei die Portraits jeweils von den

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STAFF-Mitgliedern "eingeworben" wurden. Erschienen sind im Rundbrief

der DVPW die Portraits von:

- Dr. Marita Haibach, Studium der Politikwissenschaft und Amerikanistik,

ehemalige Staatssekretärin in der ersten Rot-Grünen Koalitionsregierung in

Hessen und jetzt als Organisationsberaterin sowie Expertin für Fragen des

Fundraising tätig.

- Dr. Heidi Wedel, Politikwissenschaftlerin und Turkologin, leitet die Türkeiarbeit

im Internationalen Sekretariat von Amnesty International in London.

- Theresia Bauer, Studium der Politikwissenschaft, Germanistik und VWL,

ist als Landtagsabgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen des Wahlkreises

Heidelberg tätig.

Die Kolleginnen waren jeweils gebeten worden, in ihrem Portrait auf die

Frage einzugehen, welchen Nutzen sie aus ihrem politikwissenschaftlichen

Studium gezogen haben und welches Rüstzeug ihnen das Studium für die

derzeitige Tätigkeit mitgegeben hat. Die Portraits vermitteln ein facettenreiches

Bild der Werdegänge von Politikwissenschaftlerinnen, wobei insbesondere

die Praxisorientierung der Politikwissenschaft als hilfreich herausgestellt

wurde. Unter anderem wurde von Theresia Bauern darauf hingewiesen,

dass im Studium der Politikwissenschaft in Bezug auf das politische

Alltagsgeschäft und insbesondere hinsichtlich der Parlamentsarbeit

ein Verständnis für "mühsames Bohren dicker Bretter" erworben wird.

Profilierung durch Wissenschaftspreise Der STAFF hat sich auf seiner konstituierenden Sitzung im Januar 2001

zum Ziel gesetzt darauf hinzuwirken, dass 1) gemäß der Agenda zur Frauenförderung

von 1999 und dem Votum der Mitgliederversammlung von

2000 in Halle ein dotierter Preis für eine Nachwuchswissenschaftlerin

(Promotionspreis) von der DVPW vergeben wird, 2) die Auslobung eines

Preises für eine Arbeit (Aufsatz oder Monographie) im Bereich Genderforschung

durch die DVPW anzustreben ist, und 3) die Auszeichnung für das

wissenschaftliche Lebenswerk - jetzt Theodor-Eschenburg-Preis - undotiert

erfolgt und somit als Ehrenpreis gestaltet werden soll.

Während die beiden letztgenannten Aspekte - Theodor-Eschenburg-Preis

und Prämierung einer Arbeit im Bereich Genderforschung - von Vorstand

und Beirat im Sinne des STAFF entschieden wurden, trifft dies für den explizit

als Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen vorgesehenen

Promotionspreis nicht zu. Auf der zweiten Sitzung von Vorstand und Beirat

im Dezember 2000 in Erfurt wurden Anregung und Votum der Mitgliederversammlung

des Kongresses in Halle, den Promotionspreis zu dotieren,

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positiv aufgegriffen. Gleichzeitig wurde jedoch die an sich als Förderpreis

für eine Politkwissenschaftlerin konzipierte Auszeichnung in einen allgemeinen

Preis der Nachwuchsförderung umgewandelt. Mit diesem Beschluß

wurde eine Maßnahme, die ursprünglich als Förderung weiblicher Nachwuchswissenschaftlerinnen

in der DVPW angedacht und konzipiert worden

war, zu einer allgemeinen Nachwuchsförderung. Über einen adäquaten Ersatz

der mit der Preisidee verbundenen Maßnahme zur Förderung speziell

von Politikwissenschaftlerinnen wurde in der Folge von Vorstand und Beirat

nicht mehr nachgedacht. Insofern wurde ein als Instrument der Förderung

von Wissenschaftlerinnen angedachtes Instrument ersatzlos gestrichen.

Entsprochen wurde von Vorstand und Beirat auf der Sitzung in Düsseldorf

im Dezember 2002 der Anregung des STAFF, auf dem Kongress 2006 eine

Arbeit im Bereich Genderforschung zu prämieren, wobei die Konkretisierung

- Auslobung, Ausgestaltung und Auswahlkriterien - dem im Mainz neu

zu wählenden Vorstand und Beirat übertragen wurde. Vorstand und Beirat

bezwecken mit dieser Prämierung, solche Bereiche politikwissenschaftlicher

Forschung und Lehre besonders herauszustellen, die zwar im internationalen

Kontext, nicht aber im deutschsprachigen Raum einen zentralen

Stellenwert haben. Insofern handelt es sich bei dem "Genderforschungspreis"

um eine einmalige Vergabe. Der neu gewählte Vorstand und

Beirat wird zu entscheiden haben, welche Sub-Disziplin der Politikwissenschaft

nach der Genderforschung eine stärkere Berücksichtigung finden

soll.

Profilierung durch Präsens in der DVPW und insbesondere auf dem Kongress

Gemäß der Agenda zur Frauenförderung besteht eine wesentliche Aufgabe

des STAFF darin, darauf zu achten, dass Politikwissenschaftlerinnen in der

Verbandsarbeit und insbesondere auf dem DVPW-Kongress maßgeblich

berücksichtigt werden. Im Hinblick auf den Kongress in Mainz war es ein

zentrales Anliegen des STAFF, dass Kolleginnen insbesondere in die Gestaltung

der Plenums- und Sektionsveranstaltungen maßgeblich eingebunden

wurden. Um die Präsenz von Politikwissenschaftlerinnen zu erhöhen,

wurde angesichts des Kongressthemas "Politik, Wissenschaft, Öffentlichkeit"

von Seiten des STAFF ferner die Organisation eines Diskussionsforums

"Politikwissenschaftlerinnen fragen Politikerinnen" zu einem aktuellen

Thema als Programmpunkt vorgeschlagen.

Leider wurde dieser Vorschlag des STAFF von Vorstand und Beirat nicht

aufgegriffen. Auch hätte sich der STAFF auf den Plenums- und Sektionssitzungen

des Mainzer Kongresses eine stärkere Repräsentanz von DVPW-

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Mitgliederinnen gewünscht. Positiv ist jedoch herauszustellen, dass auf Initiative

und Vorschlag des STAFF der Gastvortrag besetzt und die Kollegin

Jean Cohen von der Columbia University eingeladen wurde.

Insgesamt zieht der STAFF für den Zeitraum 2001-2003 in punkto Förderung

von Politikwissenschaflerinnen in der DVPW eine eher kritische Bilanz.

Er empfiehlt daher dem neuen Vorstand und Beirat, dem Thema

Frauenförderung in der DVPW mehr Bedeutung beizumessen und insbesondere

über konkrete Maßnahmen der aktiven Förderung nachzudenken.

Im einzelnen wären hier u.a. zu denden an: a) die Einwerbung eine Postdoc

Stipendiums für Nachwuchswissenschaftlerinnen bei den bekannten

Förderorganisationen, b) in Kooperation mit den Sektionen und Arbeitskreisen

eine stärkere Einbindung von Politikwissenschaftlerinnen bei der

Kongressgestaltung c) die Ausarbeitung von Anti-Diskriminierungsrichtlinien,

d) die Einsetzung einer Kommisssion, die, vergleichbar mit der Ethikkommission,

Ansprechpartner für Politikwissenschaftlerinnen ist und Verstößen

gegen die Antidiskriminierungsrichtlinien nachgeht, e) die Bekanntgabe

von Vertretungsprofessuren auf der DVPW-Homepage, f) die Akzentuierung

des Networking unter Politikwissenschaftlerinnen im Rahmen der

Profilierung der DVPW als Berufsverband.

Zur letzten Anregung noch eine Anmerkung: Aus Sicht des STAFF sollte

sich die Vereinigung angesichts ihrer Größe und im Hinblick auf die weitere

Etablierung der Politikwissenschaft in Deutschland gerade auch an Politikwissenschaftlerinnen

richten, die außerhalb der Hochschulen tätig sind.

Dies ist durchaus auch von dem Hintergrund der Einführung gestufter Studiengänge

mit akzentuierter Praxisorientierung zu sehen. Kontakte in die

politische, journalistische wie auch verwaltungsmäßige Praxis sind für politikwisschenschaftliche

Forschung und Lehre unabdingbar. Insofern kann

die Frage der Frauenförderung im Prinzip nicht losgelöst von Auftrag und

Zielsetzung der DVPW als primär wissenschaftliche Vereinigung und/oder

als Berufsverband diskutiert werden.

Annette Zimme r (5.10.2003)

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V. Wissenschaftspreise der DVPW

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung des 22. wissenschaftlichen Kongresses

der DVPW am 25. September 2003 wurden erstmalig die neu geschaffenen

Wissenschaftspreise der DVPW verliehen.

Prof. Dr. Gerhard Lehmbruch erhielt den Theodor-Eschenburg-Preis der

DVPW für sein Lebenswerk.

Dr. Timm Beichelt erhielt für seine Dissertation mit dem Titel „Demokratische

Konsolidierung im postsozialistischen Europa“ (Opladen: Leske +

Budrich 2001) den Nachwuchspreis 2002 der DVPW.

Dr. Ulrich Schneckener erhielt für seine Dissertation mit dem Titel „Auswege

aus dem Bürgerkrieg. Modelle zur Regulierung ethno-nationalistischer

Konflikte in Europa“ (Suhrkamp 2002) den Nachwuchspreis 2003

der DVPW.

Die beiden Nachwuchspreise sind mit je 1.000,00 Euro dotiert.

Die bei der Abschlussveranstaltung gehaltenen Laudationes auf die Preisträger

werden in Heft 4/2003 der PVS veröffentlicht.

Ab Mitte Dezember 2003 werden die Bewerbungsmodalitäten für die

Nachwuchspreise 2004 auf unserer Homepage (www.dvpw.de) bekannt

gegeben.

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VI. Berichte der Sektionen

Sektion „Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik“

Staatenzerfall als Weltordnungsproblem – liberale Protekorate als Antwort?

Im Rahmen des Kongresses der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft:

„Politik-Wissenschaft-Öffentlichkeit“ (22.-25. September), lud die

Sektion Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik Vertreter aus Wissenschaft,

Praxis und den Medien nach Mainz, um über Chancen und Risiken

des neuen „liberalen“ Interventionismus aus entwicklungspolitischer Perspektive

zu diskutieren. Ausschlaggebend für die Themenwahl der sehr gut

besuchten Veranstaltung war die wachsende Sorge, dass sich Staatenzerfall,

ein ursprünglich eher „afrikanisches Problem“ inzwischen zu einem Weltordnungsproblem

entwickelt hat. Failing states an der Peripherie der „Weltgesellschaft“

können auch in anderen Weltregionen eine destabilisierende Wirkung

entfalten. Spätestens seit den Terroranschlägen des 11. September,

deren Chefplaner in Afghanistan Unterschlupf gefunden hatten, wurde klar,

dass Staatenzerfall günstige Entwicklungsbedingungen für den transnationalen

Terrorismus und transnational organisierte, kriminelle Akteure schaffen

kann. Da die klassischen Instrumente der Entwicklungspolitik in diesen Ländern

nicht greifen, setzt die internationale Staatengemeinschaft inzwischen

ihre Hoffnungen auf die Einrichtung „liberaler Protektorate“ unter dem Dach

der UNO. Während diese Protektorate von einigen Wissenschaftlern und Politikern

als Chance zum nation building und zur Demokratisierung von außen

gesehen werden, kritisieren sie andere als „liberalen Imperialismus“.

Kontrovers wurde auch auf der Sektionsveranstaltung diskutiert. Ulrich Menzel

(Universität Braunschweig), der zu Beginn der neunziger Jahre mit dem

Reizwort „Treuhandschaft“ eine längere entwicklungspolitische Kontroverse

ausgelöst hatte, vertrat die Ansicht, dass die klassische EZ angesichts der

gegenwärtigen Ausbreitung von Gewalt- und Kriegsökonomien zu „neuem Interventionismus“

angehalten sei. Entwicklungszusammenarbeit, so Menzel,

könne ohne die Herstellung eines staatlichen Gewaltmonopols – wenn nötig

von außen - nicht sinnvoll betrieben werden. Um das Netzwerk der Gewaltakteure

in failing states zu zerreißen, müssten westliche Industriestaaten

auch zu humanitären Interventionen ggf. mit „robuster“ militärischer Komponente

bereit sein. Franz Nuscheler (Institut für Entwicklung und Frieden,

Duisburg) konnte Ulrich Menzel zwar dahingehend zustimmen, dass es

durchaus ein humanitäres Interventionsrecht gäbe, vertrat jedoch die Ansicht,

dass der Irak-Konflikt das Konzept eines liberalen Interventionismus

gründlich und langfristig diskreditiert habe. Angesichts der mageren Erfolgs-

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ilanz der Blauhelmmissionen der Vereinten Nationen sprach sich Nuscheler

ferner für eine Aufwertung der Regionalorganisationen beim Krisenmanagement

und der Sicherung der regionalen Stabilität aus. Aurel Croissant (Universität

Heidelberg) setzte sich kritisch mit den UN-Protektoraten in Kambodscha

und Ost-Timor auseinander, wobei er eine nüchterne Bilanz zog.

Humanitäre Interventionen könnten zwar durchaus einen positiven Beitrag

zur Befriedung von Bürgerkriegsstaaten leisten, die Möglichkeiten einer Demokratisierung

von außen schätzte er aber ebenso wie Nuscheler als äußerst

begrenzt ein. Dieser Ansicht folgte auch Adolf Kloke-Lesch (BMZ), der

insbesondere die Fähigkeit und Bereitschaft der internationalen Gemeinschaft

anmahnte, nicht nur kurzfristiges Krisenmanagement zu betreiben,

sondern längerfristige Perspektiven zu entwickeln. Als Vertreter der Medien

wies Hans-Christian Rößler (FAZ) kritisch darauf hin, dass ein langfristiges

Engagement seitens der Politik auch eine nachhaltige öffentliche Debatte

voraussetze. Der gegenwärtige Staatenzerfall, so Rößler, finde aber – abgesehen

vom konjunkturellen Krisenjournalismus – weitgehend unter Ausschluss

der Öffentlichkeit statt. Rainer Tetzlaff (Universität Hamburg) wies in

seinem Beitrag darauf hin, dass fragmentierte Staaten mit einem Nebeneinander

von illegitimen Gewaltmonopolen und legitimen Gewaltoligopolen zu

einer Dauererscheinung geworden seien. Im Gegensatz zu Menzel sah Tetzlaff

die Herstellung des staatlichen Gewaltmonopols in Hybridsystemen nicht

unbedingt als erstrebenswert an. Unter bestimmten Bedingungen könne

auch die Anerkennung von lokalen Gewaltoligopolen, die aus der Sicht der

Bevölkerung häufig größere Legitimität beanspruchen, zur externen Stabilisierung

von failing states beitragen.

Sektionsvorstand:

PD Dr. Heribert Weiland, Arnold-Bergstraesser-Institut, Freiburg (Sprecher)

Dr. Jörg Faust, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik Bonn

Dr. habil. Dirk Messner, Institut für Entwicklung und Frieden, Duisburg

Dr. Ingrid Wehr, Arnold-Bergstraesser-Institut, Freiburg

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Sektion „Internationale Politik“

1. Ergebnisse der Mitgliederversammlung im Rahmen des DVPW- Kongresses

2003

Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung stand die Diskussion der über

die Mailing-Liste verschickten Tätigkeitsberichte des Vorstands sowie

Neuwahlen. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Arbeit der Sektion in den

vergangenen drei Jahren gehören zwei Sammelbände über „Die neuen Internationalen

Beziehungen“ (hrsg. von Gunther Hellmann, Klaus Dieter

Wolf und Michael Zürn) sowie „Global Economic Governance“ (hrsg. von

Stefan Schirm). Beide Bände resultierten aus thematisch fokussierten Sektionstagungen.

In der Diskussion wurde kritisch angemerkt, dass die Produktion

kohärenter Sammelbände zwar die Binnenkommunikation unter

denjenigen fördern helfe, die in demselben Feld arbeiten, die ausschließliche

Konzentration der Sektionsarbeit auf thematisch eng definierte Sektionstagungen

allerdings wichtige Segmente der Sektion zu vernachlässigen

drohe, die bei thematisch offenen Tagungen eher zum Zuge kommen könnten.

Zudem würde dadurch eine wichtige potenzielle Quelle für Manuskripte

ausgetrocknet, die bei der ZIB eingereicht werden könnten. Der neue

Sektionsvorstand wird diese Anregungen aufgreifen und in den nächsten

drei Jahren eine Tagung organisieren, die für unterschiedliche Felder offen

ist.

Bei den Neuwahlen des Sektionsvorstandes wurden Gunther Hellmann, Peter

Rudolf und Frank Schimmelfennig gewählt. Die Geschäftsführung

2003/2004 wird in Frankfurt angesiedelt sein. Neben der bereits erwähnten

Tagung mit offener Ausschreibung plant der neue Vorstand eine Tagung,

die sich u.a. aus der Perspektive der neueren Wissenschaftsforschung

mit dem Verhältnis von Wissenschaft und Praxis bzw. Wissenschaft

und Öffentlichkeit beschäftigen wird. Der Vorstand ist offen für Anregungen

zur Ausgestaltung beider Tagungen und bittet, entsprechende Rückmeldungen

bzw. Vorschläge bis 15. Dezember 2003 an Gunther Hellmann

zu richten, damit sie bei der weiteren Planung berücksichtigt werden können.

2. Adressen- und Mailing-Liste / Aktualisierung

Mitglieder der DVPW, die sich in ihren Arbeits- bzw. Interessensschwerpunkten

der Sektion „Internationale Politik“ zurechnen, sollten dies dem

Sektionsvorstand mitteilen. Sie werden dann in die Adressen- und Mailing-

Liste der Sektion aufgenommen. Die aktuelle Liste der Sektionsmitglieder

ist über die homepage der Sektion unter Fehler! Textmarke nicht definiert.

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zugänglich. Wir möchten die Mitglieder der Sektion bitten, ihre Adressdaten,

insbesondere aber die in der Adressenliste aufgeführte E-mail Adresse

zu überprüfen, da die Kommunikation zwischen Vorstand und Sektion zunehmend

über die Mailing-Liste erfolgt. Adressergänzungen bzw. –

korrekturen sollten dem jeweils geschäftsführenden Vorstandsmitglied

mitgeteilt werden.

Adressen der Sektionssprecher:

Prof. Dr. Gunther Hellmann

Geschäftsführung vom 1.10.2003 - 30.9.2004

Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main

Institut für Vergleichende Politikwissenschaft und internationale

Beziehungen

Robert-Mayer-Str. 5, Fach 102, 60054 Frankfurt am Main

Tel: 069-798-25191 oder -22667

g.hellmann@soz.uni-frankfurt.de

http://www.soz.uni-frankfurt.de/hellmann/start.htm

PD Dr. Peter Rudolf

Stiftung Wissenschaft und Politik

Ludwigkirchplatz 3-4, 10719 Berlin

Tel. 030-88007-242

peter.rudolf@swp-berlin.org

http://www.swp-berlin.org/mitarb/rdf.html

PD Dr. Frank Schimmelfennig

Universität Mannheim

Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung

68131 Mannheim

Tel 0621-181-2813, Fax 0621-181-2845

frank.schimmelfennig@mzes.uni.mannheim.de

http://www.mzes.unimannheim.de/users/schimmelfennig/Homepage.html

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Sektion „Politik und Ökonomie“

Die Sektion veranstaltete im Rahmen des DVPW-Kongresses in Mainz eine

Sitzung zum Thema „Politische Ökonomie heute“. Die insgesamt drei Referate

führten in unterschiedliche Felder der politischen Ökonomie ein und

präsentierten einen Überblick über den jeweiligen Forschungsstand sowie

zukünftige Forschungsperspektiven.

Prof. Christoph Scherrer ( Universität Kassel) diskutierte unterschiedliche

Ansätze der kritischen Internationalen Politischen Ökonomie zur Erklärung

von Globalisierungsprozessen und plädierte für eine Verknüpfung von

struktureller und akteursbezogener Perspektive, die er am Fallbeispiel des

Übergangs zum Regime flexibler Wechselkurse illustrierte.

PD Dr. Philip Manow (Max-Planck Institut für Gesellschaftsforschung

Köln) ging dem Stand und Perspektiven der quantitativ-vergleichenden

Wohlfahrtsstaatsforschung nach. Unterschiede in den Anpassungsstrategien

nationaler Wohlfahrtsstaaten an eine wirtschaftlich unwirtlich gewordene

Umwelt liegen nach Auffassung von Manow vornehmlich in den politischen

Opportunitätskosten unterschiedlicher sozialstaatlicher Kürzungsmaßnahmen

begründet.

PD Dr . Susanne Lütz (FernUniversitä t Hagen) vermittelte einen Überblick

über den Verlauf der institutionell ausgerichteten governance-

Debatte in der vergleichenden politischen Ökonomie. In der kritischen

Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen des „Varieties of Capitalism“

Ansatzes plädierte sie für eine stärker prozeß- und akteurorientierte

Forschungsperspektive, die die Entstehung „hybrider“ governance-

Strukturen in den Mittelpunkt rückt.

Als neue Leiter der Sektion wurden gewählt:

Prof. Christoph Scherrer (Universität Kassel)

PD Dr. Philip Manow (Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung Köln)

PD Dr. Susanne Lütz (FernUniversität Hagen)

Als mögliche Themen für die kommenden Sektionstagungen wurden vorgeschlagen:

„Die politische Ökonomie der Europäischen Wirtschafts- und Währungsintegration“

„Zum State of the Art in der politischen Ökonomie“

„Die Gender-Perspektive in der politischen Ökonomie“

„Zum Spannungsfeld von positiver und negativer Marktintegration“

Die nächste Sektionstagung wird im Herbst 2004 stattfinden; ein Call for

Papers wird im Frühjahrsrundbrief 2004 der DVPW veröffentlicht werden.

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Sektion „Politische Soziologie“

Zur DVPW-Sektion "Politische Soziologie" gehören fünf Arbeitskreise, nämlich

"Parteien", "Politik und Kommunikation", "Soziale Bewegungen", "Verbände",

"Wahlen und politische Einstellungen". Die Sektion versteht sich

als Dach dieser Arbeitskreise und ist bemüht, den Austausch zwischen den

Mitgliedern der Arbeitskreise zu fördern. Dazu dient unter anderem die regelmäßig

während des Hauptkongresses der DVPW stattfindende gemeinsame

Tagung der Arbeitskreise, die darüber hinaus außerhalb dieses Rahmens

ihre jeweils eigenen Tagungen organisieren.

Auf dem diesjährigen Treffen wurden am ersten Tag aus jedem Arbeitskreis

zunächst kurze Berichte der Sprecher zur Arbeit der Aks in den letzten

drei Jahren vorgetragen. Alle Arbeitskreise haben mehrfach getagt und

aus ihrem Kreise heraus Publikationen hervorgebracht. Ebenso sind in allen

Arbeitskreisen weitere Treffen und zum Teil gemeinsame Projekte geplant.

Nach diesen Berichten wurde jeder Arbeitskreis durch zwei Fachvorträge

vertreten (vgl. das Programm unten). Die Vorträge stießen durchweg auf

die Arbeitskreise übergreifend gutes Interesse und riefen, trotz des dichtgedrängten

Programms, rege Diskussionen hervor.

Insgesamt waren auch die Besuchszahlen der diesmaligen Tagung im Vergleich

zur letzten Tagung wieder erfreulich angestiegen, so dass von einem

zufriedenstellenden Interesse und einer zunehmenden Vernetzung der Arbeitskreise

ausgegangen werden kann.

Die Sprecherin wurde für eine weitere Amtszeit bestätigt.

Detaillierte Informationen zu den Arbeitskreisen sind den dortigen Berichten

zu entnehmen.

Realisiertes Programm auf dem DVPW-Kongress vom 22.-25.9.2003:

(A) Begrüßung und Kurzberichte der 5 Arbeitskreise

(B) Referate aus den Arbeitskreisen und Diskussion:

Ak Verbände:

(1) Verbändeforschung in Deutschland – eine aktualisierte Bilanz (Ralf

Kleinfeld/Ulrich Willems)

(2) Vom Korporatismus zum Lobbyismus (Thomas von Winter)

Ak Soziale Bewegungen:

(3) Soziale Bewegungen als Wirkungsfaktoren in der Demokratietheorie

(Claudia Ritter)

(4) Medienstrategien und Medienresonanz globalisierungskritischer Bewegungen

(Dieter Rucht)

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Ak Politik und Kommunikation:

(5) Amerikanisierung? Zur Struktur und Kultur der politischen Kommunikation

in der Mediendemokratie (Pfetsch)

(6) Politikwissenschaft und Medien. Bemerkungen zu einem ungeklärten

Verhältnis (Gellner; ausgefallen)

Ak Parteien:

(7) Sozialwissenschaftliche Politikberatung (Joachim Hofmann-Göttig)

(8) Der Internetwahlkampf der Parteien (Andrea Römmele)

Ak Wahlen und politische Einstellungen:

(9) Wahlen in der Mediendemokratie (Frank Brettschneider)

(10) Parties, Candidates and Issues: Die Bedeutung klassischer Bestimmungsfaktoren

der Wahlentscheidung bei den Bundestagswahlen 1994

bis 2002 (Oscar W. Gabriel/Charlotte Kellermann/Hans Rattinger)

(C) Neuwahl der Sektionssprecher/in

Bettina Westle

(Sektionssprecherin)

Nachfolgend finden Sie die Berichte und Ankündigungen der zur Sektion

gehörenden Arbeitskreise:

Arbeitskreis „Parteienforschung“

Die nächste Tagung des Arbeitskreises findet im Herbst 2004 statt. Termin

und Ort werden noch bekannt gegeben. Das Rahmenthema lautet:

Regionale und lokale Parteiensysteme.

Wer über Parteien auf Landes- oder kommunaler Ebene arbeitet bzw. gearbeitet

hat und sich mit einem Beitrag an der Tagung beteiligen möchte,

wird gebeten, sich mit den Sprechern des AK in Verbindung zu setzen.

Die Homepage des AK ist unter folgender URL zu erreichen:

http://www.polwiss.fu-berlin.de/osz/akpf/index.shtml

In der Rubrik "Papers" können Studien, Vorträge, Artikel, Working und Discussion

Papers sowie Aufsätze von Mitgliedern des Arbeitskreises veröffentlicht

und zum Download angeboten werden. Wenn Sie Ihren Aufsatz

gerne in dieser Rubrik sehen würden, dann senden Sie ihn bitte als PDF-

Dokument im Anhang einer E-Mail an

mhaas@zedat.fu-berlin.de

43


Nähere Informationen:

http://www.polwiss.fu-berlin.de/osz/akpf/papers_door.shtml

Für alle Fragen betreffend des Mitgliederverzeichnisses, der Mailingliste

und der Homepage ist Melanie Haas zuständig: mhaas@zedat.fu-berlin.de

Sprecher des Arbeitskreises:

Prof. Dr. Oskar Niedermayer

Freie Universität Berlin

Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften

Ihnestr. 26, 14195 Berlin

Tel. (030) 838-54959, Fax (030) 838-54960

E-Mail: niederm@zedat.fu-berlin.de

http://www.polwiss.fu-berlin.de/people/niedermayer/

PD Dr. Richard Stöss

Freie Universität Berlin

Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften

Ihnestr. 26, 14195 Berlin

Tel. (030) 838-52023, Fax (030) 838-54960

E-Mail: rstoess@zedat.fu-berlin.de

Internet: http://www.polwiss.fu-berlin.de/people/stoess/

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Arbeitskreis „Politik und Kommunikation“

Beim DVPW-Kongress in Mainz traf sich der Arbeitskreis „Politik und

Kommunikation“ im Rahmen der Veranstaltung der Sektion „Politische Soziologie“

am 23. September 2003. Andreas Wilhelm gab im Namen des

bisherigen geschäftsführenden Sprechers, Winand Gellner, einen Kurzbericht

über die Aktivitäten des Arbeitskreises in den vergangenen zwei Jahren.

Er berichtete über die Jahrestagung vom 7.-9. Februar 2002 zum

Thema "Europäische Union und europäische Öffentlichkeit" in Nürnberg

und über die Jahrestagung vom 6.- 8. Februar 2003 an der Universität Passau

zum Thema „Repräsentation und Präsentation in der Mediengesellschaft”.

Die Beiträge der jüngsten Tagung sind inzwischen in einem Sammelband

publiziert (Winand Gellner / Gerd Strohmeier (Hrsg.): Repräsentation

und Präsentation in der Mediengesellschaft. P.I.N. Jahrbuch 2003,

Baden-Baden: NOMOS, 2003). Weiter verfügt der Arbeitskreis „Kommunikation

und Politik” nun über eine eigene Homepage, die an der Universität

Passau gepflegt wird (Link http://www.phil.uni-passau.de/politik/apuk/).

In diesem Forum sind Informationen über die Aktivitäten des Arbeitskreises

verfügbar. Für den Arbeitskreis sind weiterhin die Sprecher Winand

Gellner und Barbara Pfetsch verantwortlich. Seit der Tagung in Mainz liegt

die Geschäftsführung bei Barbara Pfetsch, Uni Hohenheim.

Beim DVPW-Kongress in Mainz wurden auch inhaltliche Referate gehalten,

die sich mit dem Selbstverständnis der Politischen Kommunikationsforschung

einerseits und mit dem übergeordneten Tagungsthema „Politik

Wissenschaft Öffentlichkeit“ andererseits auseinandersetzten. Barbara

Pfetsch (Universität Hohenheim) argumentierte in ihrem Beitrag am 23.

September 2003, die politische Kommunikationsforschung solle die Amerikanisierungsdiskussion

beenden und sich stattdessen um eine Anbindung

an die politische Kulturforschung bemühen. Ulrich Sarcinelli (Universität

Koblenz-Landau) machte am 25. September 2003 „kritische Anmerkungen

zur wissenschaftlichen und politischen Relevanz“ der politischen Kommunikationsforschung

als „einer expandierenden Branche“. Sein Beitrag über

die Perspektiven und die Forschungsagenda der politischen Kommunikationsforschung

provozierte konträre Positionen zur Integration und Abgrenzung

der Teildisziplin innerhalb der „Mainstream-Politikwissenschaft“.

Frank Marcinkowski, Universität Zürich, setzte sich mit dem Thema der

Mainzer Tagung aus wissenssoziologischer Perspektive auseinander, indem

er die Beziehung zwischen Wissenschaft und Medienöffentlichkeit

problematisierte. Er kam zu dem Ergebnis, dass sich die Wissenschaft an

ihren Rändern in zum Teil dysfunktionaler Weise an den Erfordernissen

moderner Medienöffentlichkeit orientiert. Der dritte Beitrag von Frank

46

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Brettschneider bearbeitete das Thema der Tagung, indem er die Agenda-

Setting-Mechanismen der Wahlkampfkommunikation zur Diskussion stellte

und Befunde über das Themen- und Ereignismanagement im jüngsten

Bundestagswahlkampf vorstellte.

Der Arbeitskreis trifft sich zu seiner nächsten Tagung vom 12.-14. Februar

2004 im Gästehaus der Universität Hamburg. Die Tagung zum Thema

„Krieg als mediatisiertes Ereignis“ wird von Lutz Hagen und Christiane Eilders

im Namen des Arbeitskreis „Kommunikation und Politik“ der DGPuK

organisiert (siehe Call for Papers).

Sprecher des Arbeitskreises:

Prof. Dr. Barbara Pfetsch (geschäftsführend)

Universität Hohenheim

Institut für Sozialwissenschaften 540 E

FG Medienpolitik

70593 Stuttgart

Tel. 0711/459-2628, Fax 0711-459-3739

e-Mail: pfetsch@uni-hohenheim.de

Prof. Dr. Winand Gellner

Universität Passau

Lehrstuhl für Politikwissenschaft II

Innstr. 39, 94030 Passau

Tel. 0851/509-2900 oder 2901 (Sekr.)

Fax 0851/509-2902

e-mail: gellner@uni-passau.de

Homepage des Arbeitskreises:

http://www.phil.uni-passau.de/politik/apuk/)

Call for papers

Gemeinsame Jahrestagung des Arbeitskreis "Politik und Kommunikation"

der DVPW und der Fachgruppe "Kommunikation und Politik" der DGPuK

zum Thema

Krieg als mediatisiertes Ereignis

12.-14. Februar 2004, Gästehaus der Universität Hamburg

Mediatisiert sind Ereignisse, die im Hinblick auf die Berichterstattung der

Medien gestaltet werden - auch wenn sie nicht alleine der Medien wegen

veranstaltet werden. Dies trifft auf Kriege in der Moderne anscheinend

47


immer stärker zu, zumindest wird es durch die Medien selbst zunehmend

thematisiert.

Die Arbeitskreise der DGPuK und der DVPW, die sich mit politischer Kommunikation

befassen, widmen daher ihre gemeinsame Jahrestagung der

Mediatisierung des Krieges, ihren Ursachen, Folgen und Epiphänomenen.

Aus der Perspektive der politischen Kommunikation interessiert vor allem

das Machtgefüge zwischen dem politischen System und dem Mediensystem

in der Sondersituation des Krieges. Im Mittelpunkt steht auch die Frage,

wie sich der Wandel des Mediensystems und der damit im Wechselspiel

befindlichen PR-Apparate auf das Handeln der politischen Primärakteure,

der publizistischen Akteure und der Bürger bzw. des Publikums

auswirkt.

Beiträge, die theoretische Hintergründe und aktuelle Forschungsergebnisse

präsentieren, sind zu folgenden Gebieten erwünscht:

48

- Öffentlichkeitsarbeit im Krieg durch den politischen und den militärischen

Apparat

- Neue und alte Formen des Kriegsjournalismus

- Deutungen von Krieg im öffentlichen Diskurs

- Wahrnehmung und Wirkung der Kriegsberichterstattung

Da sowohl in der politischen wie in der wissenschaftlichen Diskussion viel

von grundsätzlichen Wandlungsprozessen die Rede ist, sind Beiträge mit

diachronen Ansätzen besonders willkommen.

Vorschläge für Beiträge zur Tagung, die einem anonymen Review-Verfahren

unterzogen werden, sollten bis spätestens 30.11.2003 eingereicht werden.

Interessierte werden gebeten, ausführliche Vorschläge (2.000 bis

maximal 4.000 Zeichen) in ausgedruckter Form und als WORD/RTF-Datei

einzusenden.

Jeder Vorschlag sollte den Inhalt eines zwanzig Minuten langen Vortrages

angemessen betiteln und zusammenfassen, d.h. den thematischen Bezug

klarstellen, die Angemessenheit und Qualität der theoretischen Herangehensweise

und der eingesetzten Methoden und Datengrundlage verdeutlichen

und die wichtigsten Erkenntnisse benennen.

Bitte legen Sie ihrem Schreiben drei anonymisierte Ausdrucke bei und

senden Sie Ihren Vorschlag bis spätestens 30.11.2003 an folgende Adresse:

Dr. Christiane Eilders, Hans-Bredow-Institut, Heimhuder Straße 21, 20148

Hamburg, c.eilders@hans-bredow-institut.de

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Arbeitskreise „Soziale Bewegungen“ und „Verbände“

1. Berichte

AK Soziale Bewegungen

Workshop „Symbole, Ästhetik und Medien in sozialen Bewegungen“

3. Oktober 2003, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Der mit 22 Personen gut besuchte Workshop ging der Bedeutung expressiver

Aspekte der Bewegungskommunikation nach. Eingeladen hatte Dieter

Rucht, die Veranstaltung wurde von der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert.

An anschaulichem Material untersucht wurden symbolische, ästhetische

und mediale Ausdrucksformen von sozialen Bewegungen und Protestgruppen.

Am Vormittag stand die Bedeutung politischer Plakate und visueller

Botschaften aus verschiedenen Perspektiven im Vordergrund. Sebastian

Haunss (Hamburg) und Markus Mohr (Berlin) präsentierten aus ihrer ca.

10.000 Exemplare umfassenden Sammlung von Plakaten der Protestbewegungen

seit den 1960er Jahren eine Auswahl. Rudi Maier (Ludwigsburg)

ging der Ikonographie des Protestes in kommerziellen Werbeanzeigen

nach. Rainer Erb (Berlin) führte am Beispiel von Plakaten, CD-Covern u.a.

in die Bedeutung der politischen Ästhetik für das Identitätsmanagement

des gegenwärtigen Rechtsradikalimus ein.

Am Nachmittag standen Film, Radio und Printmedien auf dem Programm.

Zunächst stellte Thymian Bussemer (Berlin) zwei Bearbeitungsvarianten eines

aktuellen Dokumentarfilms („Der Junker und der Kommunist“, Regie Ilona

Ziok) vor, um auf Unterschiede gängiger journalistischer Darstellungsformen

in der TV-Produktion einerseits, einer stärker auf die Ausdrucksmittel

des Films setzenden Darstellungskonzepts andererseits aufmerksam zu

machen. Torsten Michaelsen und Ole Frahm (beide Hamburg) berichteten

über Konzept, Umsetzung und Wirkung der über einen Hamburger Radiosender

realisierten Aktionsprojekte „Radioballett“ und „Radiodemo“. In einer

abschließenden Diskussionsrunde ging es um das Verhältnis der Redaktionen

von taz, Junge Welt und Indymedia zu sozialen Bewegungen. Alle

drei Redaktionen waren durch RedakteurInnen vertreten. Alle Beteiligten

waren sich darin einig, dass Fragen von Medien, Symbolen und Ästhetik

sozialer Bewegungen im Arbeitskreis künftig vertieft werden sollten.

49


Bericht vom 22. Kongress der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft

in Mainz, 22.-25. September 2003

Sektionstreffen „Politische Soziologie“, am 23. September 2003, zum

Thema „Wandel politischer Einstellungen und politischen Verhaltens im

Zeitalter der Massenmedien“

Die Sektionsveranstaltung bot dem Arbeitskreis ‚Soziale Bewegungen’ die

Gelegenheit, seine Arbeit vorzustellen und auf aktuelle Diskussionen innerhalb

der Bewegungsforschung hinzuweisen. Christian Lahusen stellte in

einem Kurzvortrag die Tätigkeiten des AKs der letzten zwei Jahre vor, wobei

er insbesondere auf die enge Kooperation mit dem Arbeitskreis ‚Verbände’

einerseits und dem Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen

andererseits hinwies. Claudia Ritter gab in ihrem Themenreferat Einblicke

in die jüngsten Diskussionen innerhalb der nordamerikanischen Bewegungsforschung,

und hier vor allem in die Problematisierung kollektiven

Handelns vor dem Hintergrund kultureller Differenzen. Dieter Rucht stellte

Ergebnisse einer Studie vor, die sich mit den Medienstrategien globalisierungskritischer

Bewegungen auseinander setzte.

Vortragsveranstaltung des Arbeitskreises „Soziale Bewegungen“, am 25.

September 2003, zum Thema „Politische Mobilisierung, Öffentlichkeit und

Medien in der EU“

Die Suche nach einer demokratischen Legitimation der Europäischen Union

hat in jüngster Zeit zu einer Renaissance der Öffentlichkeitsthematik

geführt. Denn in dem Maße, in dem sich die EU als ein eigenständiges

Herrschaftssystem etabliert, wird sie auch Strukturen vorsehen müssen,

die eine Vermittlung zwischen den politischen Entscheidungsträgern und

den Betroffenen übernehmen können. Die Dringlichkeit des Problems stellt

sich dabei nicht nur aufgrund der gefestigten politischen Realität der EU,

sondern in zunehmendem Maße auch bereits infolge eines steigenden Erwartungsdrucks

von außen, der an die EU in der Form von politischer Mobilisierung

und Protest der Bürger herangetragen wird. Empirisch wissen

wir dennoch erst wenig über das Ausmaß und die Art und Weise, in denen

der Prozess der europäischen Integration eine Restrukturierung von

Öffentlichkeit sowohl auf der nationalen als auch auf der europäischen

Ebene einleitet. Das Öffentlichkeitsdefizit der EU ist demnach vor allem ein

Defizit empirischer Forschung über Öffentlichkeit in der EU.

In diesem Workshop wurden die vorliegenden Reflexionen und Erwartungen

deshalb mit empirischen Studien über die Entstehung, Reichweite und

Wirkungsweise politisch-medialer Kommunikation in der EU verbunden. Die

Ergebnisse verschiedener Forschungsprojekte legten einerseits nahe, dass

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die Europäisierung massenmedialer Kommunikation gegen Ende der

1990er Jahre doch signifikant zugenommen hat. Cornelia Dereje und

Hans-Jörg Trenz (Humboldt-Universität zu Berlin) machten dies an der Berichterstattung

nationaler Prestigezeitungen im Jahre 2000 zu verschiedenen

europäischen Themen ebenso deutlich, wie Thomas Risse (Freie Universität

zu Berlin) im Hinblick auf die Haider-Debatte im Spiegel der nationalen

Presse. Andererseits wurde auf die Wechselwirkung zwischen Medienöffentlichkeiten

und politischer Mobilisierung verwiesen. Christian Lahusen

und Britta Baumgarten (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) setzten

sich in diesem Sinne mit den Arbeitslosenprotesten der 90er Jahre auseinander

und zeigten, dass die Arbeitslosen auf Grund der ausgeprägten

Staats- und Verbandszentrierung der medialen Berichterstattung kaum

wahrgenommen wurden. Ann Zimmermann schließlich verdeutlichte im

Hinblick auf die Zeitungsberichterstattung und die Internetauftritte, dass

die Sichtbarkeit von NGOs und sozialen Bewegungsorganisationen im öffentlichen

Raum und im Vergleich verschiedener Politikfelder relativ bescheiden

ist. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob eine Europäisierung

von Öffentlichkeiten, die ja faktisch allmählich einzutreten scheint,

die Probleme einer Inklusion minoritärer Interessen und zivilgesellschaftlicher

Akteure auf der europäischen Ebene bloß perpetuiert.

Neuwahl der SprecherInnen des AK Soziale Bewegungen

Auf der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises „Soziale Bewegungen“

am 25. September 2003 wurde der alte Sprecherkreis entlastet und eine

Neuwahl vorgenommen. Zur Wahl stellten sich die Mitglieder des alten

Sprecherkreises Ansgar Klein, Christian Lahusen, Silke Roth und Dieter

Rucht. Es wurde einstimmig beschlossen, die Liste als ganzes per Akklamation

zur Wahl zu stellen. Alle KandidatInnen wurden ohne Gegenstimme

für die kommenden 2 Jahre gewählt

AK Verbände

Sektionstreffen „Politische Soziologie“, am 23. September 2003, zum

Thema „Wandel politischer Einstellungen und politischen Verhaltens im

Zeitalter der Massenmedien“

Auf der Sektionsveranstaltung berichtete Annette Zimmer zunächst kurz

über die Arbeit des AK Verbände der letzten drei Jahre. Ralf Kleinfeld und

Ulrich Willems präsentierten anschließend eine Bilanz der Verbändeforschung.

Sie zeigten auf, dass sich die Forschungsagenda vornehmlich auf

Prozesse der Individualisierung und Fragmentierung von Interessen, die

Pluralisierung der Akteurslandschaft sowie die Europäisierung und Globali-

51


sierung der Handlungsfelder konzentriert hat. Thomas von Winter plädierte

in seinem Beitrag dafür, dass die Pluralisierung der Akteurslandschaft zusammen

mit der Fragmentierung der politischen Entscheidungsstrukturen

und der Ausdifferenzierung von Entscheidungsebenen eine Veränderung

des theoretischen Fokus der Erforschung der Staat-Verbände-Beziehungen

weg vom Korporatismus hin zum Lobbyismus nötig mache.

2. Programmplanung

Call for Papers

Dominanz des Nordens? Akteure und Praxisfelder transnationaler Zivilgesellschaft

02./ 03. Juli 2004 am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Der Arbeitskreises "Soziale Bewegungen" und der Arbeitskreis "Verbände"

der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW), das Forschungsjournal

Neue Soziale Bewegungen und das Wissenschaftszentrum

Berlin (WZB) führen am 02. / 03. Juli 2004 in Berlin einen Kongress zum

Thema "Dominanz des Nordens? Akteure und Praxisfelder internationaler

Zivilgesellschaft" durch.

Der Kongress setzt die Tradition gemeinsamer Tagungen fort, die 2000 mit

einer Tagung zum Thema "Politische Partizipation und Protestmobilisierung

im Zeitalter der Globalisierung" begonnen wurde. 2001 hieß das Kongressthema

"Bürgerschaft, Öffentlichkeit und Demokratie in Europa". Im Sommer

2002 fand der Kongress "Demokratie und Sozialkapital – Die Rolle zivilgesellschaftlicher

Akteure" am WZB statt.

Wie schon bei den Kooperationen in den Jahren 2000 bis 2002 werden mit

der Bundeszentrale für politische Bildung,

der Friedrich Ebert Stiftung,

der Heinrich Böll Stiftung,

der Hans Böckler Stiftung und

der Otto Brenner Stiftung

Gespräche über eine finanzielle und ideelle Förderung des Kongresses geführt.

Zum Konferenzthema:

In den letzten Jahren sind die Konturen einer internationalen Zivilgesellschaft

deutlicher hervorgetreten. Der Kongress will die internationalen Aktivitäten

von Gewerkschaften, NGOs, Verbänden und transnationalen Protestnetzwerken

stärker beleuchten und setzt dabei drei Schwerpunkte des

Zugangs zum Thema: (1) Entwicklungspolitik, (2) Krisenprävention und

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Friedensarbeit und (3) Nord-Süd-Verhältnis. Ziel wird sein, durch die Begegnung

von Praktikern und Theoretikern Erkenntnisgewinne über die

Entwicklungstendenzen einer transnationalen Zivilgesellschaft zu gewinnen.

Der besondere Fokus wird dabei auf die Nord-Süd- Dimension gelegt. Gefragt

wird, ob die Akteure einer internationalen Zivilgesellschaft, insbesondere

die sozialen Bewegungen und NGOs, die Nord-Süd-Spaltung überwinden

oder nur auf einem anderen Niveau reproduzieren. Hat sich auch bei

den NGOs zwischen Nord und Süd eine Arbeits- und Machtteilung etabliert

und welchen Niederschlag hat dies bei den Organisationsformen gefunden?

Es wird darum gehen, die Akteure in ihren Aktionsformen und Leistungen

genauer zu untersuchen.

Die Anzahl der international tätigen Akteure hat seit den 70er Jahren stark

zugenommen. Kirchen, Gewerkschaften und Verbände sind schon lange international

aktiv. Mit sozialen Bewegungen und NGOs sind neue Akteure

hinzugekommen. Viele international tätige NGOs haben sich von den meist

national agierenden sozialen Bewegungen entfernt. Aber auch die neuen

sozialen Bewegungen haben einen Prozess der Institutionalisierung durchlaufen.

Die Mehrheit der NGOs, die inzwischen auch Zugang zu internationalen

Organisationen der etablierten Politik gewonnen haben, stammen

immer noch aus den industrialisierten Gesellschaften des Nordens. In den

Entwicklungsländern sind zahlreiche soziale Bewegungen entstanden, die

von den NGOs und den sozialen Bewegungen des Nordens unterstützt

werden. Insgesamt ist ein dichteres Netz zivilgesellschaftlicher Akteure

entstanden.

Der Kongress wird wie folgt strukturiert sein:

Es wird drei große Plenarvorträge geben. Sie stehen in enger Verbindung

mit den drei Panels, in die sich der Kongress inhaltlich aufteilt. In diesen

drei Panels wird es jeweils drei Workshops geben, an denen Sie sich mit

Ihren Beiträgen beteiligen können.

Für die Plenarvorträge sind angefragt:

Prof. Dr. Franz Nuscheler, Gerhard-Mercator-Universität Duisburg

Prof. Mary Kaldor, London School of Economics

Prof. Kathryn Sikkink, University of Minnesota

Panel 1: Zivilgesellschaftliche Akteure in der Entwicklungszusammenarbeit

In dem Workshop gehen wir von dem Befund aus, dass in der Entwicklungszusammenarbeit

die zivilgesellschaftlichen Akteure inzwischen nicht

mehr wegzudenken sind. Insbesondere Entwicklungs-NGOs haben sich

durch ihre Professionalisierung im nationalen wie internationalen Politik-

53


prozess eine gewisse Autorität geschaffen und es gelingt ihnen auch ohne

unmittelbares Mandat, spezifische Funktionen in politischen Netzwerken

(Voice, Agenda Setting, Advocacy, Lobbying und Operative Action) wahrzunehmen.

Anders als die politischen Aktivitäten von NGOs und deren politikfeldspezifischen

Effekte im nationalen und internationalen politischen und gesellschaftlichen

System, insbesondere in der Umweltpolitik, sind diejenigen

von Entwicklungs-NGOs bisher kaum untersucht worden. Auch die Auswirkungen

von Professionalisierungsprozessen auf die Organisationen und ihre

Netzwerke sind bisher nur wenig bekannt.

Nach einer Standortbestimmung des Politikfeldes Entwicklung soll in

Workshop 1 die Professionalisierung der Lobbyarbeit auf nationaler, europäischer

und internationaler Ebene diskutiert werden. Die Netzwerke und

Verbünde auf EU-Ebene stehen im Mittelpunkt des Workshop 2: Hier geht

es um die Frage möglicher Koalitionen, aber auch um Konkurrenzbeziehungen,

z.B. bei der Mitteleinwerbung. In Workshop 3 fragen wir schließlich

nach Formen organisationsinterner Reformen und Entwicklungen (u.a.

PR, Personalmanagement, Finanzierung und Fundraising) sowie zukunftsfähigen

Strategien für NGOs in einer Zeit veränderter Bedingungen im

nationalen und internationalen politischen System.

Panel 2: NGOs im Spannungsfeld von Krisenprävention und Sicherheitspolitik

Nicht-Regierungsorganisationen, oftmals eingebunden in Netzwerke sozialer

Bewegungen, spielen sowohl in der internationalen Krisenprävention als

auch in der Förderung demokratischer Nachkriegsgesellschaften eine

wichtige Rolle. Gleichzeitig werfen Ereignisse wie das Genozid in Ruanda,

der Jugoslawienkrieg sowie die Kriege und terroristischen Anschläge seit

dem 11. September 2001 die Frage auf, welche Spielräume es für eine effektive

Tätigkeit von NGOs gibt. Wie erfolgreich bzw. erfolglos sind Friedensbewegungen

in der Verhinderung von Kriegen? Wie gestaltet sich das

Verhältnis von Entwicklungshilfe und Friedenssicherung in der Praxis? Welche

Rolle spielen Hilfsorganisationen in Konflikt- und Postkonfliktsituationen?

Und wie wirken sich Terrorismus, Sicherheitspolitik und insbesondere

der von den USA proklamierte internationale Kampf gegen den Terrorismus

auf die Arbeitsbedingungen von NGOs in Krisen- und Konfliktgebieten

aus?

Im Rahmen des Workshop 1 (Kriegs- und Krisenprävention) sollen die Erfolge

bzw. Misserfolge der Friedensbewegung hinsichtlich der Verhinderung

von Kriegen bilanziert werden. Dabei soll auch die Bedeutung der

Entwicklungspolitik im Hinblick auf Krisenprävention und Sicherheitspolitik

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behandelt sowie eine Bilanz rot-grüner Regierungspolitik geleistet werden.

Schließlich soll im Rahmen des Workshops die aktuelle feministische Debatte

um Sicherheitspolitik und den Sicherheitsbegriff aufgegriffen werden.

Im Workshop 2 soll die konkrete Praxis von NGOs in Konflikt- und Postkonfliktsituationen

beleuchtet werden. Es soll u.a. darum gehen, wie Hilfsorganisationen

– beispielsweise das Internationale Rote Kreuz – angesichts

ihrer Verpflichtung zu Neutralität mit den politischen Auswirkungen ihrer

Interventionen umgehen. Weiterhin wird danach gefragt, inwiefern NGOs

und Hilfsorganisationen zur Stabilisierung von Konflikten beitragen, indem

sie für die Konfliktparteien Ressourcen bereitstellen.

Der Workshop 3 wird als Podiumsdiskussion gestaltet. Dort wird u.a. danach

gefragt werden, wie sich Terrorismus, Sicherheitspolitik und insbesondere

der von den USA proklamierte internationale “Kampf gegen den

Terrorismus” auf die konkreten Arbeitsbedingungen von NGOs in Krisen-

und Konfliktgebieten auswirken (Sicherheitsfragen, veränderte Schwerpunkte

der Friedensarbeit, Tabuisierung bestimmter Themen oder Ansprechpartner

usw.).

Panel 3: Soziale Bewegungen der südlichen Halbkugel

Die Forschung zu (transnationalen) sozialen Bewegungen und Protestkampagnen

findet überwiegend in den Industrieländern des Nordens bzw. Westens

statt und bezieht sich vorrangig auf dort angesiedelte Gruppierungen.

Entsprechend sind auch angeblich allgemeine Theorien und Konzepte vor

allem vor diesem Hintergrund entwickelt worden bzw. finden dort Anwendung.

Insofern wird die ethnozentristische Perspektive, die beispielsweise

die Modernisierungsdebatte der letzten Jahrzehnte charakterisierte, auch

in der Bewegungsforschung fortgesetzt. Das Panel versucht dazu beitragen,

diese Einseitigkeit zu überwinden.

Entsprechend stehen in Workshop 1 Organisierungs- und Mobilisierungsprozesse

in Regionen der südlichen Halbkugel im Mittelpunkt. Innerhalb

dieses breiten Rahmens sollen jedoch vorab keine geographischen oder

thematischen Beschränkungen erfolgen. Beiträge können sich auf den lateinamerikanischen,

afrikanischen, asiatischen und ozeanischen Raum beziehen;

sie können ebenso die inzwischen schon klassischen Themenbereiche

der neuen sozialen Bewegungen wie auch auf Mobilisierungen von

Bauern, Arbeitern, Migranten und religiösen Fundamentalisten zielen. Dabei

wird es jedoch wichtig sein, nicht nur Fälle zu „erzählen“, sondern auch

theoretische und analytische Fragen zu stellen, die Vergleiche mit westlichen

bzw. nördlichen Mobilisierungen und Anschlüsse an Theorien der

Bewegungs- und Protestforschung erlauben.

55


In Workshop 2 wird die NGOisierung von Basisbewegungen im Süden im

Mittelpunkt stehen und gefragt, ob dadurch den teilweise radikalen Basisbewegungen

der kritische Stachel gezogen wird.

Die Zusammenarbeit zwischen den Gruppen des Nordens und des Südens

wird in Workshop 3 diskutiert werden. Werden die Gruppen des Südens

bevormundet oder bekommen sie auch die erhoffte Unterstützung für ihre

Arbeit (Empowerment)?

Hinweise für Beiträge

Wenn Sie in einem der Panels Ihre Forschungsergebnisse oder Positionen

präsentieren wollen, so schicken Sie uns ein abstract (max. 2 Seiten oder

4.500 Zeichen) Ihres geplanten Konferenzbeitrages. Die Konferenzbeiträge

sollten pointiert und nicht länger als 20 Minuten sein.

In den Workshops selbst wird es jeweils 4 - 5 Beiträge geben, die durch

eine professionelle Moderation zusammengebunden werden. Die Workshops

werden stark durch Diskussionselemente gekennzeichnet sein,

denn es soll um einen Austausch zwischen Theoretiker und Praktikern gehen.

Es ist geplant, ausgewählte Beiträge in Buch- und Zeitschriftenform zu publizieren.

Einsendeschluss für abstracts: 15. Januar 2004

Kontakt:

Dr. Ansgar Klein

Mahlower Straße 25/26, 12049 Berlin

ansgar.klein@snafu.de

oder

Dr. Rudolf Speth

Jagowstr. 30, 10555 Berlin

rudolf.speth@web.de

Siehe auch: www.fjnsb.de; www.wz-berlin.de

Call for Papers

Interessenvermittlung in Politikfeldern

Tagung des AK ‚Verbände‘ im ersten Quartal 2005

Fragen der Interessenvermittlung, der politischen Steuerung, der Produktion

und Implementation der Politik bilden traditionell eine Schnittmenge

zwischen der Verbände- und der Policy-Forschung. Nach dem Paradig-

56

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menwechsel der Verbändeforschung zum Korporatismus und der akteurstheoretischen

Wende der Policyforschung haben sich beide Disziplinen

noch weiter aufeinander zu bewegt. Der theoretische und empirische Ertrag

dieser Konvergenz ist aber vor allem von Seiten der Verbändeforschung

bislang nur unzureichend ausgeschöpft worden. Die Korporatismusdiskussion

hat z. T. den Blick dafür verstellt, dass die Formen der Interessenvermittlung

sektoral sehr unterschiedlich sind und vom zeitweise

dominierenden mesokorporatistischen Grundmuster erheblich abweichen.

Ein Vergleich zwischen den Interessenvermittlungsstrukturen unterschiedlicher

Politikfelder bietet daher die Chance, sowohl den Beitrag verschiedener

politikfeldspezifischer Akteurskonstellationen zur Lösung von politischen

Steuerungsproblemen als auch die Rückwirkungen der institutionellen

Gegebenheiten in verschiedenen Politikfeldern auf Netzwerkkonstellationen,

Verbändesysteme sowie auf innerverbandliche Strukturen und Willensbildungsprozesse

zu untersuchen. Dabei kann deutlich werden, wie die

unterschiedlichen institutionellen Rahmenbedingungen, Akteurs- und Interessenkonstellationen

zu politikfeldspezifischen Ausprägungen der Artikulations-

Integrations- und Legitimationsfunktion von Verbänden führen.

Perspektivisch ist zudem von Belang, wie sich die zunehmende Differenzierung

der Interessen- und Verbändelandschaft auf die staatlich-verbandlichen

Beziehungen auswirkt und inwieweit es zu einer Erosion mesokorporatistischer

Arrangements bzw. zu ihrer Ablösung durch pluralistische oder

lobbyistische Strukturen kommt oder bereits gekommen ist. Dabei ist auch

zu fragen, ob es funktionale Elemente für korporatistische Arrangements

gibt, die ihre Stabilisierungs-, Befriedungs- und Konsenbildungsfunktion

übernehmen können. Schließlich interessiert generell die Zukunft der Verbände

in einem System der Interessenvermittlung, das zunehmend durch

nicht verbandliche gesellschaftliche Akteure (Unternehmen, professionelle

Lobbyisten, wissenschaftliche Experten, Neue soziale Bewegungen) geprägt

ist.

Wenn Sie zu dieser Tagung einen Beitrag beisteuern wollen, schicken Sie

uns bitte ein abstract von etwa einer Seite Ihres geplanten Beitrages. Einsendeschluss

für die abstracts ist der 15. Februar 2004. Es ist geplant, die

Ergebnisse der Tagung in Form eines Sammelbandes zu publizieren.

Kontakt:

Prof. Dr. Thomas von Winter

Deutscher Bundestag

- Verwaltung –, Fachbereich II

Luisenstraße 32-34, 11011 Berlin

E-mail: thomas.von-winter@bundestag.de

57


oder

Dr. Ulrich Willems

Liebigstrasse 30, 64293 Darmstadt

E-Mail: UWillems@aol.com

3. Publikationen

Buchreihe „Bürgergesellschaft und Demokratie/

Als erste Bände der Reihe sind für 2004 in Planung:

- Sebastian Hauns: Identitätsbewegungen oder Bewegungsidentitäten.

Prozesse kollektiver Identität bei den Autonomen und in der zweiten

Schwulenbewegung in Deutschland (Arbeitstitel)

- Michèle Knodt/Barbara Finke (Hrsg.): „Europäisierung der Zivilgesellschaften

oder Europäische Zivilgesellschaft – Konzepte, Akteure, Strategien“

4. Die Sprecherinnen und Sprecher des Arbeitskreises soziale Bewegungen:

Dr. Ansgar Klein

Geschäftsführer des Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement

(BBE), Ernst-Reuter-Haus, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin

E-Mail: ansgar.klein@snafu.de

PD Dr. Christian Lahusen

Otto-Friedrich Universität Bamberg, Lehrstuhl Soziologie II

neu: Lichtenhaidestr. 11, D-96052 Bamberg

fon: (++49) (0)951-8632615, fax: (++49) (0)951-8632622

www.uni-bamberg.de/sowi/soziologie-ii/lahusen/lahusen.html

christian.lahusen@sowi.uni-bamberg.de

Dr. Silke Roth

Sociology Department, University of Pennsylvania

3718 Locust Walk, Philadelphia, PA 19104-6299, USA

Tel. 001-215-898-0942, Fax. 001-215-573-2081

E-Mail: silkerot@ssc.upenn.edu

Prof. Dr. Dieter Rucht:

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

Reichpietschufer 50, 10785 Berlin

Tel.: 030/25491-306

E-Mail: rucht@wz-berlin.de

Homepage des Arbeitskreises: http://aksb-online.de/

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Die Sprecherinnen und Sprecher des AK Verbände

Prof. Dr. Annette Zimmer

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Institut für Politikwissenschaft

Scharnhorststr. 100, 48151 Münster

Tel.: 0251/83-253 25, Fax: 0251/83-293 56

E-Mail: zimmean@uni-muenster.de

Prof. Dr. Ralf Kleinfeld

Vergleichende Politikwissenschaft

Universität Osnabrück

Seminarstr. 33, 49069 Osnabrück

Tel.: 0541/969-4601, Fax: 0541/969-4600

E-Mail: rkleinfeld@aol.com

Dr. Ulrich Willems

Liebigstrasse 30, 64293 Darmstadt

Tel.: 06151/295851, Fax: 040/3603-240787

E-Mail: UWillems@aol.com

Homepage des Arbeitskreises:

http://www.politikon.org/~akverbaende/

Berichterstatter: Christian Lahusen, Ansgar Klein, Ulrich Willems

59


Arbeitskreis „Wahlen und politische Einstellungen“

1. Neue Veröffentlichung des Arbeitskreises

Die Beiträge der Jahrestagung 2002 an der Universität Augsburg sind in

dem Band „Europäische Integration in der öffentlichen Meinung“ (hrsg. von

Frank Brettschneider, Jan van Deth und Edeltraud Roller) bei Leske +

Budrich 2003 erschienen.

Inhaltsverzeichnis:

Frank Brettschneider, Jan van Deth und Edeltraud Roller: Europäische Integration

in der öffentlichen Meinung. Forschungsstand und Forschungsperspektiven

I. Einstellungen zur Europäischen Union und zum europäischen Integrati onsprozess

Dieter Fuchs: Das Demokratiedefizit der Europäischen Union und die politische

Integration Europas. Eine Analyse der Einstellungen der Bürger in

Westeuropa

Lars H. Schmitt: Vertrauenskrise in der EU? Ausmaß, Struktur und Determinanten

des Vertrauens in die zentralen Institutionen der EU unter besonderer

Berücksichtigung des Europäischen Parlaments

Siegmar Schmidt, Jens Tenscher und Andrea Weber: Mit Herz oder

Verstand? Zur Akzeptanz des europäischen Integrationsprozesses in der

Südpfalz

Bettina Westle: Universalismus oder Abgrenzung als Komponente der Identifikation

mit der Europäischen Union?

II. Osterweiterung der Europäischen Union

Gert Pickel: Die Osterweiterung der Europäischen Union als Konsolidierungsfaktor?

Beurteilungen der Demokratie und Bereitschaft zum EU-

Beitritt in den neuen Demokratien Osteuropas

Viktoria Kaina, Franziska Deutsch, Ireneusz und Pawel Karolewski: Zwischen

Euphorie und Skepsis - Demokratieverständnis und EU-

Beitrittsakzeptanz in Polen

III. Einstellungen zum Euro Jürgen Maier, Frank Brettschneider und Michaela Maier: Medienberichterstattung,

Mediennutzung und die Bevölkerungseinstellungen zum Euro in

Ost- und Westdeutschland

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Hermann Schmitt und Cees van der Eijk: Die politische Bedeutung niedriger

Beteiligungsraten bei Europawahlen. Eine empirische Studie über die

Motive der Nichtwahl

Sandra Wagner: Nichtwählertypen bei Europawahlen und Bundestagswahlen

Daniela Klos: Motivtransfer bei Nebenwahlen: Ein Vergleich wahlspezifischer

und bundespolitischer Einflussfaktoren auf die Wahlentscheidung bei

der hessischen Landtagswahl und der Europawahl in Deutschland 1999

I V . Politische Elite und Europa

Bernhard Wessels: Parlamentarier in Europa und europäische Integration:

Einstellungen zur zukünftigen politischen Ordnung und zum institutionellen

Wandel der Europäischen Union

Thorsten Faas: Europa, wie es den Bürgern gefällt? Positionen von Wählern,

Parteien und ihren Europa-Abgeordneten im Vergleich

2. Jahrestagung 2003

Die Jahrestagung 2003 zum Thema

„Die Bundestagswahl 2002:

Analysen der Wahlergebnisse und des Wahlkampfes“

fand am 5. und 6. Juni 2003 an der Universität Stuttgart statt. Es wurden

folgende Beiträge präsentiert:

I. Kandidaten und Wahlkampf Harald Schoen (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Wandeln sich die Wählerkriterien im Wahlkampf? Eine Analyse zu Priming-

Effekten vor der Bundestagswahl 2002

Jürgen Hofrichter (Infratest dimap, Berlin)

Die Rolle der TV-Duelle im Bundestagswahlkampf 2002

Jürgen Maier (Otto-Friedrich Universität Bamberg)

Wie stabil ist die Wirkung von Fernsehduellen? Eine Untersuchung zum Effekt

der TV-Debatten 2002 auf die Einstellung zu Gerhard Schröder und

Edmund Stoiber

Winfried Schulz und Reimar Zeh (Universität Nürnberg-Erlangen)

Das Fernsehen als Instrument und Akteur im Wahlkampf 1990-2002

Sandra Wagner (Otto-Friedrich Universität Bamberg)

Nutzung des Internets als Medium für politische Kommunikation: Reinforcement

oder Mobilisierung?

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II. Theorien rationalen Wählens

Bernhard Weßels (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung)

Parteiorientierungen und Kompetenzurteile: Zur Konditionierung präferenzorientierten

Wählens

Thomas Gschwend und Franz Urban Pappi (Universität Mannheim)

Stimmensplitting und Koalitionswahl

III. Teilnahme an Wahlen

Oscar W. Gabriel und Kerstin Völkl (Universität Stuttgart)

Auf der Suche nach dem Nichtwähler neuen Typs. Eine Analyse aus Anlass

der Bundestagswahl 2002

Silvia Ellermann (Forschungsgruppe Internetwahlen, Universität Osnabrück)

Die Bedeutung der Briefwähler bei der Bundestagswahl 2002

IV. Neuere methodische Entwicklungen Thorsten Faas und Hans Rattinger (Otto-Friedrich Universität Bamberg)

Drei Umfragen, ein Ergebnis? Ergebnisse von Offline- und Online-Umfragen

anlässlich der Bundestagswahl 2002 im Vergleich

Andreas Kohlsche (Institut für Wahl-, Sozial- und Methodenforschung,

Kaufbeuren)

Was taugen Befragungen wirklich? Vorwahl- und Wahltagsbefragungen bei

den Bundestagswahlen von 1983 bis 2002 in Deutschland im Vergleich zu

ökologischer Inferenz und Individualdaten der amtlichen Statistik

Markus Tiesmeyer (Forschungsgruppe Internetwahlen, Universität Osnabrück)

Einsatz von Wahlwetten am Beispiel der Bundestagswahl 2002

V . Politische Repräsentation

Hermann Schmitt und Andreas Wüst (Universität Mannheim)

Direktkandidaten bei der Bundestagswahl 2002: Politische Agenda und

Einstellungen im Vergleich zu den Wählern

Joachim Behnke (Otto-Friedrich Universität Bamberg)

Parteienstruktur und Überhangmandate

Silke I. Keil (Universität Stuttgart)

Parteiprogrammatik in Wahlkampfanzeigen und Wahlprogrammen 1957-

2002: Und es gibt ihn doch - den (kleinen) Unterschied

Die Beiträge werden in der Reihe des Arbeitskreises bei Leske und Budrich

veröffentlicht.

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3. Mitgliederversammlung 2003

Am Rande der Tagung des Arbeitskreises in Stuttgart fand am 5. Juni die

Mitgliederversammlung 2002 statt. Das Protokoll kann auf der Homepage

des Arbeitskreises

(http://www.wz-berlin.de/zkd/dsl/akwahlen/index.html) nachgelesen

werden.

4. DVPW-Kongress 2003 in Mainz

Der Arbeitskreis war auf dem DVPW-Kongress im Rahmen der Sektion „Politische

Soziologie“ vertreten. Edeltraud Roller hat über die Arbeit des Arbeitskreises

berichtet; Frank Brettschneider hat ein Referat über „Wahlen

in der Mediendemokratie“ gehalten und Oscar W. Gabriel, Charlotte Kellermann

und Hans Rattinger haben über „Parties, Candidates and Issues:

Die Bedeutung klassischer Bestimmungsfaktoren der Wahlentscheidung

bei den Bundestagswahlen 1994 bis 2002“ referiert.

5. Jahrestagung 2004

Die nächste Jahrestagung zum Thema

„Jugend und Politik

– zwischen Entfremdung, Anpassung und Konflikt“

wird am 13. und 14. Mai 2004 im Studienhaus Wiesneck (Institut für politische

Bildung, Baden-Württemberg e.V.) in Buchenbach bei Freiburg stattfinden.

Der Call for Papers und weitere Informationen zur Tagung stehen

ab November 2003 auf der Homepage des Arbeitskreises

(http://www.wz-berlin.de/zkd/dsl/akwahlen/index.html).

6. Kontaktadressen der Sprechergruppe des Arbeitskreises

Prof. Dr. Edeltraud Roller (Geschäftsführerin)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 55099 Mainz

Tel.: 06131/39-22728, Fax: 06131/39-23328

E-Mail: roller@politik.uni-mainz.de

Prof. Dr. Frank Brettschneider

Universität Augsburg, Universitätsstrasse 10, 86135 Augsburg

Tel.: 0821/5985665, Fax: 0821/5985666

E-Mail: brettschneider@web.de

Prof. Dr. Jan van Deth

Universität Mannheim, Seminargebäude A5, 68131 Mannheim

Tel.: 0621/181-2098, Fax: 0621/181-2099

E-Mail: jvdeth@rumms.uni-mannheim.de

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Sektion „Politische Theorien und Ideengeschichte“

Auf der Frühjahrstagung 2003 der Sektion in Mainz wurde ein neuer Vorstand

gewählt. Jürgen Gebhardt und Rainer Schmalz-Bruns sind nach langer

und erfolgreicher Tätigkeit ausgeschieden. Zum neuen Vorstand gehören:

Harald Bluhm (Sprecher), André Brodocz, Hubertus Buchstein, Anna

Geis und Ruth Zimmerling. Die Homepage der Sektion ist jetzt an der Universität

Mainz angebunden (www.politik.uni-mainz.de/theorie/dvpwtheo/)

sie kann auch über das Portal der DVPW (www.dvpw.de, Linkservice,

DVPW, Sektionen) aufgerufen werden. Auf dieser Seite sind auch die Kontaktadressen

der Vorstandsmitglieder zu finden.

Auf der Sektionsmitgliederversammlung am 23.09.2003 ebenfalls in Mainz

wurde über den Vorbereitungsstand der kommenden Tagungen informiert.

1. Die Frühjahrstagung der Sektion findet zum Thema „Neuere Kriegstheorien

– Eine Zwischenbilanz“ (25.-27.03.04 in Frankfurt a.M.) in Kooperation

mit Vertretern der IB statt. Für diese Tagung ist Anna Geis die Ansprechpartnerin.

Wegen der Begrenzung der Raumkapazitäten ist eine

Voranmeldung unerlässlich. Anmeldungen bitte ab Anfang nächsten Jahres

über Email an Anna Geis: geis@hsfk.de, bei Rückfragen auch telefonisch

unter 069/ 959 104 52. Zur Deckung von Kosten wird vor Ort ein Tagungsbeitrag

von 10 Euro pro Person erhoben. Hinweise zu den Tagungsräumlichkeiten

auf dem Westend-Campus der Universität Frankfurt a.M.,

zur Anfahrt und zu empfohlenen Hotels entnehmen Sie bitte ab Januar der

Sektionshomepage (http://www.politik.uni-mainz.de/theorie/dvpwtheo/)

Tagung: “Neuere Kriegstheorien - eine Zwischenbilanz” 25. - 27. 3. 2004

Universität Frankfurt a. M. (Westend-Campus) (alle Titel sind Arbeitstitel)

Donnerstag

14:00 – 14.15 Begrüßung : Harald Bluhm (Berlin), Harald Müller (HSFK

Frankfurt a.M.)

14:15 – 16:00 Panel 1: ”Klassische Kriege”: ein obsolete r Kriegstypus?

Moderation: Hubertus Buchstein (Greifswald)

Vortrag: Die historische Bindung des Krieges an den Staat: Anna

Geis (Frankfurt a.M.)

Kommentar: Sven Chojnacki (Berlin)

16:00 – 16:15 Kaffeepause

16:15 – 18:00 Panel 2 : ”Neue Kriege” als ein besonderer Typus des

Bürgerkriegs?

Moderation: Ruth Zimmerling (Mainz)

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Vortrag: Staatszerfall und Neue Kriege: Klaus Schlichte (Berlin)

Kommentar: Andreas Herberg-Rothe (Fulda)

18:00 – 18:15 Pause

ab 18:15 Sektionsversammlung Freitag

9:15 – 11:00 Panel 3 : Die Theorie des “Kleinen Krieges”

Moderation: Christoph Weller (Duisburg)

Vortrag: Die Theorie des Kleinen Krieges: Christopher Daase

(Brüssel)

Kommentar: NN

11:00 – 11:15 Kaffeepause

11:15 – 13:00 Panel 4 : Die Aktualität des ”Gerechten Krieges”

Moderation: Andreas Hasenclever (Frankfurt)

Vortrag: Zur Rechtfertigung militärischer Gewalt in der zeitgenössischen

politischen Theorie und Praxis: Mattias Iser (Berlin)

Kommentar: Peter Mayer (Bremen)

13:00 – 14:30 Mittagessen

14:30 – 16:15 Panel 5 : ”Demokratischer Frieden” – “Demokratischer

Krieg”?

Moderation: André Brodocz (Dresden)

Vortrag: Gewaltsame Rechtserzwingung: Umrisse einer Theorie

des “demokratischen Krieges”: Lothar Brock (Frankfurt

a.M.)

Kommentar: Bernd Ladwig (Magdeburg)

16:15 – 16:45 Kaffeepause

16.45-18.00 Gespräch Herfried Münkler (Berlin) und Dieter Senghaas

(Bremen)

Samstag

9:15 - 11.00 Panel 6: Makrotheoretische Deutungen des Krieges

Moderation: Rainer Schmalz-Bruns (Darmstadt)

Vortrag: Krieg und die Theorie der Weltgesellschaft: Thorsten

Bonacker (Marburg)

Kommentar: Alex Demirovic (Wuppertal)

11:00 – 11:15 Kaffeepause

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11:15 – 12:30 Abschlusspodium: Zwischenbilanz der neueren Kriegstheor

ien : Begriffe, Defizite und Potenziale

Moderation: Harald Bluhm (Berlin)

Podium: Wilfried von Bredow (Marburg), Marcus Llanque (Berlin)

Matthias Lutz-Bachmann (Frankfurt a.M.), Klaus Dieter

Wolf (Darmstadt)

2. Die Herbsttagung 2004 steht unter der Überschrift „Erfahrung als Argument“.

Für diese Tagung ist André Brodocz der Ansprechpartner. Auf

der Grundlage des unten stehenden Textes schreiben wir hiermit einen

Call for Papers aus und bitten darum Abstracts von 2 bis maximal 3 Seiten

bis zum 16.01.04 an André Brodocz zu senden. Der Vorstand nimmt eine

Auswahl vor und gibt bis Ende März 2004 Bescheid.

Erfahrung als Argument

Zur Relevanz von Erfahrungen für die politische Theorie

Ziel der Herbsttagung der Sektion in Dresden (2004) ist es, die empirische,

methodologische und normative Relevanz von Erfahrungen für politische

Theorien auszuloten. Das Thema erscheint als aktuell, da gegenwärtig

eine normative Aufwertung von Erfahrungen in der Demokratietheorie beobachtet

werden kann und weil Erfahrungen sowie ihre politische Bedeutung

zunehmend umstritten sind. Die vielfach beschriebene Pluralisierung

und Individualisierung führt zum Verwischen von Konturen intersubjektiv

geteilter Erfahrungen generell wie von Generationserfahrungen. Darüber

hinaus ist die politische Publizistik voll von kulturkritischen Klagen über

bloß sekundär und tertiäre Erfahrungen in Mediengesellschaft und Mediendemokratie.

Wiewohl in der politischen Theorie bis hin zur politischen

Kulturforschung vielfach Erfahrung eine prominente Rolle spielt, wird der

Erfahrungsbegriff kaum näher geklärt. Das gilt auf zu klärende Weise auch

für im weiten Sinne feministische Theorien, in denen weibliche Erfahrung

eine zentrale Kategorie ist.

Zwar sind sich etwa die verschiedenen Spielarten des Pragmatismus darüber

einig, grundsätzlich den Vorrang der unbedingten theoretischen Erklärung

vor der – historisch notwendigerweise immer bedingten – praktischen

Erfahrung als normative Begründung für politisches Handeln im allgemeinen

und die Setzung von Normen im besonderen in Frage zu stellen.

Doch ist ihr Verständnis von Erfahrung durchaus unterschiedlich. So hat

Robert Brandom deutlich gemacht, dass sich die verschiedenen Facetten

des Pragmatismus danach unterscheiden lassen, wie sie Erfahrung argumentativ

einsetzen. Im Fundamentalpragmatismus ist die Erfahrung ein

normatives Argument, weil die Richtigkeit einer Norm nur beurteilt werden

kann, wenn man weiß, wie sie auszuführen ist. Dieses Wissen-Wie beruht

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auf Gewohnheiten und praktischen Fähigkeiten – kurz: Erfahrungen –, die

der normativen Beurteilbarkeit einer Norm vorangehen. Im methodologischen

Pragmatismus ist Erfahrung ein methodisches Argument, da normative

Äußerungen als Hinweis auf Erfahrungen mit einer politischen und sozialen

Praxis begriffen werden, die zum Verständnis dieser Äußerungen

immer schon vorausgesetzt werden müssen. Schließlich fungiert Erfahrung

im semantischen Pragmatismus insofern als empirisches Argument, als die

tatsächliche Bedeutung normativer Überzeugungen nur adäquat rekonstruiert

werden kann, wenn sie im Kontext der jeweils betroffenen Gewohnheiten

und Praktiken gesehen werden.

Andererseits gibt es eine Reihe von Ansätzen, die etwa im Rahmen des Rational-Choice-Paradigmas

mit einem ausgefeilten Interessenkonzept auf

den Erfahrungsbegriff weitgehend verzichten. Vor diesem Hintergrund geht

es auf der Tagung darum, die Relevanz von Erfahrung und Pfade ihrer Konzeptualisierung

kritisch und kontrovers auszuloten.

Für die Tagung erscheinen vier Fragenkomplexe/Themenblöcke ( je 2 Vorträge

+ Kommentare) als sinnvoll:

Erstens sollen ideengeschichtlich bedeutsame Konzepte, die mit dem Erfahrungsbegriff

operieren, vergleichend analysiert werden. Dabei sind der

Status des Erfahrungsbegriffes und seine Verwendungsstrategien zu klären.

Mögliche Themenfelder: Aristoteles, Erfahrung im „klassischen“ Kontraktualismus,

Kontroverse Kant-Hegel.

Zweitens soll in wissenssoziologisch-erkenntnistheoretischer Perspektive

erörtert werden, wie Erfahrungen gedacht werden können, mit welchen

Gesellschaftsstrukturen sie in der Moderne verknüpft sind und welche Relevanz

ihnen bei der Selbstbeschreibung von Gesellschaften und politischen

Akteuren zukommt. Vor diesem Hintergrund könnten auch die für

die deutsche Politikwissenschaft und politische Theorie zentralen Bezugspunkte,

nämlich „Weimarer“ und „totalitäre“ Erfahrung inklusive ihrer Deutungen

diskutiert werden.

Drittens sind Fallstudien zur politischen Praxis erwünscht, die die empirische

Relevanz des Erfahrungs-Arguments in der politischen und rechtlichen

Praxis darlegen. Nicht nur die Kontexte, in denen Erfahrung als Argument

zählt, sondern auch die Arten der Erfahrung, denen argumentatives

Gewicht zugeschrieben wird, sollen auf diese Weise deutlich werden.

Viertens soll anhand jüngerer Theorien, die Tragfähigkeit des Erfahrungsbegriffes

kritisch erörtert werden. Dabei gilt es sowohl Ebenen, auf denen

Erfahrung zum Argument wird, zu klären als auch, ob und inwieweit von politischer

Erfahrung im engeren Sinn gesprochen werden kann. Gedacht ist

hier zum einen an die Aufarbeitung eines weit verstandenen neoaristotelischen

Denkens (Arendt, Voegelin, Oakeshott) und an pragmatistische

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Konzepte (James, Dewey, Rorty) sowie die eingangs angesprochenen feministischen

Theorien. Zum anderen soll deutlich werden, mit welchen Gründen

andere politische Theorien – z.B. Rational Choice, Diskurstheorie, Dekonstruktion

– bestreiten, daß Erfahrung als Argument taugt.

3. Weitere Themenvorschläge für Sektionstagungen lauten in der momentanen

Fassung:

Frühjahr 2005 „Public Bads – Ein vernachlässigtes Thema politischer Theorie?“

(Ansprechpartner Ruth Zimmerling), Herbsttagung 2005 „Intellektuelle

als Produzenten und Protagonisten politischer Ideen im internationalen

Vergleich“. Gedacht ist an einen Vergleich der politischen Rolle von Intellektuellen,

ihrer faktischen Rolle wie von Konzeptualisierungen der Rolle in

politischen Theorien, und zwar insbesondere in amerikanischen, deutschen

und französischen Kontexten mit dem zeitlichen Schwerpunkt nach 1945

(Ansprechpartner Walter Reese-Schäfer, Harald Bluhm), Frühjahr 2006

„Postdemokratie? – Neue Ansätze der Demokratiekritik“ (Ansprechpartner

Hubertus Buchstein). Diese sowie eventuell weitere Themen werden vor

der nächsten Tagung näher skizziert und per Rundbrief sowie auf der Homepage

bekannt gemacht, so dass auf der Sektionsversammlung im Frühjahr

2004 Klarheit über das weitere Vorgehen gewonnen werden kann.

Auf der Mitgliederversammlung ist ein Gremium für die Herausgabe von

Schriften in der Sektionsreihe beim Nomos-Verlag eingesetzt worden. Die

Sektion kommt damit dem Wunsch des Verlages entgegen, außer den Tagungsbänden

pro Jahr ca. zwei Graduierungsarbeiten als Monographien in

dieser Reihe zu veröffentlichen. Dem Gremium, das bis zum nächsten Politologentag

(Herbst 2006) eingesetzt ist, gehören Joachim Behnke, Hubertus

Buchstein, Barbara Holland-Cunz, Walter Reese-Schäfer und Rainer

Schmalz-Bruns an. Wenn wir einen neuen Reihenvertrag mit dem Nomos-

Verlag haben, wird das Gremium im Auftrag des Vorstandes seine Arbeit

aufnehmen. Darüber wird auf der Homepage informiert.

gez . Harald Bluhm

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Anzeige Nomos-Verlag

Politische Theorie

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Sektion „Politische Wissenschaft und politische Bildung“

Die Sektion „Politische Wissenschaft und Politische Bildung“ hat während

des Berichtzeitraumes drei wissenschaftliche Fachtagungen durchgeführt.

Die erste Tagung an der Universität Halle beschäftigte sich mit dem Thema

„Jugend und Demokratie“. Bei den weiteren Tagungen an der Universität

Münster standen die Themenfelder „Geschlecht und Politik“ sowie „Migration

und politische Bildung – Integration durch Information“ im Mittelpunkt.

Die Fachtagungen wurden mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Kooperationspartner

vorbereitet und durchgeführt. Die Kooperationen dienten der

inhaltlichen Konturierung der Veranstaltung. Aus organisatorischen und vor

allem finanziellen Gründen wäre es der Sektion aber auch nicht möglich gewesen,

Tagungen dieser Größenordnung alleine zu veranstalten. Die Zahl der

Teilnehmerinnen und Teilnehmer betrug jeweils zwischen 80 und 100 Personen.

Erfreulich ist, dass alle Veranstaltungen ein zufriedenstellendes Echo in

regionalen und wissenschaftlichen Medien fanden. Aus der Tagung „Migration

und politische Bildung“ ist eine Veröffentlichung hervorgegangen, die

2003 im Waxmann-Verlag erschienen ist.

Die weiteren Tätigkeiten der Sektion wurden durch den bisherigen Sprecherkreis

(Prof. Dr. Sibylle Reinhardt, Prof. Dr. Peter K. Fritzsche und Dr. Karin

Meendermann) in persönlichen Treffen und Email-Konferenzen koordiniert.

Der Vorstand der DVPW hat – aus nachvollziehbaren Gründen – dem

Wunsch der Sektion, als Mitglied dem Dachverband der fachdidaktischen

Gesellschaften (GFD) beizutreten, nicht entsprochen. Die Frage hat sich

auch insofern geklärt, als die „Politische Bildung“ inzwischen durch die GPJE

in dem Dachverband repräsentiert wird. Die GPJE (Gesellschaft für Politikdidaktik

und politische Jugend- und Erwachsenenbildung) ist ein neu gegründeter

Verband für wissenschaftlich arbeitende Politikdidaktikerinnen und –

didaktiker.

Die Sektionssitzung auf der Jahrestagung in Mainz stand unter dem Titel „Politische

Bildung und Bildungspolitik im Spiegel empirischer Forschung“. Angeregt

durch zwei Referate von Dr. Uwe Hunger und Dr. Christian Boeser

beschäftigte sich die Sektion mit der Bedeutung von geschlechts- und herkunftsbedingten

Aspekten für die Politische Bildung und die Bildungspolitik.

Auf der anschließenden Mitgliederversammlung wurde ein neuer Sprecherkreis

gewählt, der sich nunmehr zusammensetzt aus:

Prof. Dr. Dirk Lange (Universität Oldenburg)

Prof. Dr. Gerhard Himmelmann (Universität Braunschweig)

Stefan Rappenglück (Universität München).

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Für die weitere Sektionsarbeit wurden von den Anwesenden u.a. folgende

Schwerpunktbildungen vorgeschlagen:

- Förderung der empirisch ausgerichteten Politikdidaktik

- Internationalisierung der Politischen Bildung (Konzepte zur Politischen Bildung

in anderen Ländern)

- Migration und Politische Bildung

- Demokratie-Lernen und Politische Bildung

Für den Sprecherkreis

Dirk Lange (dirk.lange@uni-oldenburg.de)

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Sektion „Regierungssystem und Regieren in der Bundesrepublik

Deutschland“

Im Rahmen des Mainzer Politologenkongresses hat sich die Sektion, wie

geplant, an zwei Tagen mit dem Thema „Protestparteien in der Regierung“

beschäftigt. Es referierten Reinhold Gärtner (Innsbruck) über die FPÖ, Peter

Weber (Pisa) über die italienische Lega Nord, ferner Julia von Blumenthal

(Hamburg) über die P.R.O. (Schill-Partei) sowie Klaus Armingeon

(Bern) über die SVP in der schweizerischen Bundesregierung. Vorträge und

Diskussion wurden an beiden Tagen von jeweils ca. 30 Teilnehmenden besucht.

Ursula Münch (München) ist auf eigenen Wunsch aus dem Sektionssprecher-Team

ausgeschieden. Everhard Holtmann (Halle) und Werner J. Patzelt

(Dresden) haben sich bereit erklärt, die Sprecherfunktion weiter wahrzunehmen.

Dies wurde von der Mitgliederversammlung zustimmend zur

Kenntnis genommen.

Folgende Veranstaltungen sind geplant: Im Sommer 2004 wird in Tutzing

gemeinsam mit der dortigen Akademie für Politische Bildung eine 2-tätige

Tagung (Do und Fr) zum Thema „Regieren und Medien“ stattfinden. Der

genaue Termin wird erst mit Abschluß der terminlichen Feinplanung der

Akademie bekannt werden. Darüber werden wir im nächsten Rundbrief

sowie vorher über den e-mail-Verteiler informieren. Wir bitten interessierte

KollegInnen, uns Vorschläge zur inhaltlichen Gestaltung der Tagung zu übermitteln.

Für das Jahr 2005 ist eine Tagung zum Thema „Richtlinienkompetenz“ vorgesehen.

Tagungsort wird voraussichtlich ebenfalls Tutzing sein. Hier sollen

möglichst auch intra- wie transnational vergleichende Aspekte einbezogen

werden. Für eine eventuelle gemeinsame Planung und Durchführung

dieser Veranstaltung werden wir das Gespräch mit den SprecherInnen der

Sektionen Vergleichende Politikwissenschaft sowie Staatslehre und politische

Verwaltung rechtzeitig suchen.

Everhard Holtmann (Holtmann@politik.uni-halle.de)

Werner J. Patzelt (Werner_J.Patzelt@mailbox.tu-dresden.de)

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Sektion „Staatslehre und politische Verwaltung“

Bericht von der Sektionssitzung auf dem DVPW Kongreß in Mainz

Die Sitzung der Sektion auf dem DVPW Kongreß in Mainz war mit über 70

Personen sehr gut besucht. Im Rahmen der Themenstellung „Staatshandeln

durch Verantwortungsübertragung und Selbstverpflichtung“ hielten

Nathalie Behnke (Hagen), Jörg Bogumil (Berlin), Frank Nullmeier (Bremen)

und Annette Töller (Hamburg) jeweils Kurzreferate, die rege diskutiert wurden.

Im Anschluss an die inhaltliche Debatte kam es zu einer Neuwahl der

Sprecher, nachdem die bisherigen Sprecher, Edgar Grande (München) und

Rainer Prätorius (Hamburg), nach nunmehr über sechs Jahren Amtszeit

nicht wiederkandidierten. Zu ihren Nachfolgern wurden Jörg Bogumil und

Frank Nullmeier gewählt.

Aktivitäten für die nächsten Jahre

Vorgesehen sind zunächst für 2004 und Anfang 2005 zwei Tagungen, zunächst

eine Tagung zum „Stand und Perspektiven der politikwissenschaftlichen

Verwaltungsforschung“ sowie darauf folgend zum Thema „Staatslehre

und Neoinstitutionalismus“. Als mögliche weitere Themen wurden erörtert:

„Regierungszentralen und Ministerialbürokratien im Vergleich" sowie

eine Tagung unter Einbeziehung der ersten Ergebnisse des Bremer Sonderforschungsbereichs

unter der Themenstellung „Legitimation und Souveränität

- Wandlungen moderner Staatlichkeit“. Für weitere Vorschläge und

Anregungen sowie Hinweise zu den geplanten Tagungen sind die Sprecher

dankbar.

Um den Informationsaustausch innerhalb der Sektion zu optimieren, ist

der Aufbau eines Emailverteilers geplant. Wer in die Liste aufgenommen

werden möchte, maile dies bitte Jörg Bogumil. Zudem ist Aufbau einer homepage

geplant. Auf dieser möchten wir u.a. eine Art Datenbank mit Qualifikationsarbeiten

und Projektberichten aus dem inhaltlichen Umkreis der

Sektion aufbauen. Genaue Angaben zu abgeschlossenen Arbeiten der letzten

drei Jahre sowie zu aktuellen Vorhaben bitte ebenfalls an Jörg Bogumil

übersenden.

PD Dr. Jörg Bogumil

Humboldt-Universität zu Berlin

Institut für Sozialwissenschaften

Lehrgebiet Verwaltungswissenschaft

Unter den Linden 6, 10099 Berlin

Tel: 030- 2093-1531 oder 1530 (Sekr.), Fax: 030-2093-1500

joerg.bogumil@rz.hu-berlin.de

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Prof. Dr. Frank Nullmeier

Universität Bremen

Zentrum für Sozialpolitik

Abteilung „Theorie und Verfassung des Wohlfahrtsstaates“

Parkallee 39, 28209 Bremen

Tel.: 0421-218-4051, FAX: 0421-218-4052

E-Mail: frank.nullmeier@zes.uni-bremen.de

Aufruf zur Gründung einer Nachwuchgruppe

Liebe Mitglieder der Sektion Staatslehre und politische Verwaltung,

in der Sektion gibt es seit einiger Zeit Bestrebungen, den wissenschaftlichen

Nachwuchs zu organisieren und zu vernetzen. Die „Nachwuchstagung“,

die die bisherigen Sprecher Edgar Grande und Rainer Prätorius im

Juni 2002 in München organisiert hatten, wurde von allen Beteiligten als

großer Erfolg gewertet, nicht nur, weil sie in angenehmer Atmosphäre inhaltlich

Interessantes zu Tage brachte, sondern auch und gerade, weil sich

in der Folge eine Reihe guter fachlicher und persönlicher Kontakte bildete.

Wir (Katrin Auel und Annette Elisabeth Töller) überlegen nun seit einiger

Zeit, wie eine dauerhafte Organisation des Nachwuchses in der Sektion am

besten aufzuziehen ist, und was sie zu leisten hat. Hierüber haben wir bereits

Kontakt zur Nachwuchsgruppe der Sektion Internationale Beziehungen

aufgenommen. Als Edgar Grande auf der Mitgliederversammlung am

24. September in Mainz dieses Thema anschnitt, war das Interesse der

anwesenden Mittelbauler/innen groß, so dass wir nun zur Tat schreiten

und uns mit dem Aufbau einer „Nachwuchsgruppe“ befassen wollen. Die

neuen Sprecher der Sektion, Jörg Bogumil und Frank Nullmeier, unterstützen

das Vorhaben nachdrücklich.

Die Fragen, was genau eine solche Nachwuchsgruppe leisten soll und wie

sie organisiert sein soll, wollen wir nun also mit denen diskutieren und entscheiden,

die sich für die Nachwuchsgruppe interessieren. In Mainz haben

bereits einige ihr Interesse bekundet; dies ist die Bitte an alle, die Interesse

haben, sich mit uns in Verbindung zu setzten und sich auch zu den im

folgenden aufgeworfenen - und weiteren - inhaltlichen und organisatorischen

Fragen zu äußern. Natürlich gibt es naheliegende Kriterien, wer zu

einer Nachwuchsgruppe gehören kann, aber dies sollte, so meinen wir,

letztlich von der Selbstdefinition des/der Einzelnen abhängen.

Als eine mögliche Leistung einer Nachwuchsgruppe stellen wir uns einen

E-mail-Verteiler vor, über den Veranstaltungshinweise, Stellenangebote

etc. verbreitet werden. Schließlich erscheint es uns auch sinnvoll, ähnlich

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wie die IB-Nachwuchsgruppe, in regelmäßigen Abständen (dort alle zwei

Jahre) eine Nachwuchstagung zu veranstalten, wobei eine offene Frage ist,

ob eine derartige Nachwuchstagung thematisch völlig offen sein sollte (wie

in der IB) oder ob eine thematische Strukturierung möglich ist, ohne Mitglieder,

die zu anderen Themen arbeiten, auszugrenzen.

Offen ist auch, ob die Nachwuchsgruppe ihre eigenen Sprecher wählt, und

wenn ja, wie diese mit den Sektionssprechern zusammenarbeiten. Zu allen

diesen Fragen würden wir uns über Anregungen, Meinungen und Vorschläge

von Seiten der Interessierten (aber auch von denen, die sich nicht mehr

zum Nachwuchs zählen) freuen. Wir werden uns bemühen, diese zu verarbeiten

und in Kooperation mit den neuen Sprechern in organisatorische

Bahnen zu lenken.

Wir freuen uns auf rege Resonanz.

Mit besten Grüßen

Katrin Auel und Annette Elisabeth Töller

Dr. Katrin Auel

FernUniversität Hagen

Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaft

Institut für Politikwissenschaft / ESG

58084 Hagen

Dr. Annette Elisabeth Töller

Universität der Bundeswehr

Institut für Verwaltungswissenschaft

Holstenhofweg 85

22043 Hamburg

Bitte richten Sie Ihre Nachrichten an: annette.toeller@unibw-hamburg.de

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Sektion „Vergleichende Politikwissenschaft

Die Sektion „Vergleichende Politikwissenschaft“ wird in den nächsten Jahren

zusammen mit den Arbeitskreisen „Systemwechsel“ und „Interkultureller

Demokratievergleich“ zwei Tagungen zum Thema „Horizontale und vertikale

Gewaltenteilung“ durchführen. Dabei sollen westliche Demokratien

mit „hybriden“ oder „defekten“ Systemen und, sofern thematisch sinnvoll

und methodisch möglich, mit Autokratien verglichen werden. Im Jahr 2005

soll mit einer Tagung zum Thema „Vertikale Gewaltenteilung“ begonnen

werden. Dabei stehen neben theoretischen und konzeptionellen Überlegungen

sowie methodischen Fragestellungen empirische Studien zu föderalen

Systemen und zum Verhältnis von Demokratie und Dezentralisierung

im Vordergrund. Willkommen sind dabei auch interkulturell vergleichende

Studien. Im Folgejahr sollen Probleme horizontaler Gewaltenteilung bzw.

Gewaltenhemmung thematisiert werden.

Als Sektionssprecher wurden auf dem DVPW-Kongress in Mainz gewählt:

Prof. Dr. Detlef Jahn

Universität Greifswald

Baderstr. 6-7, 17487 Greifswald

Tel. (03834) 86 3150

Email: djahn@uni-greifswald.de

PD Dr. Sabine Kropp

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

LS Regierungssystem BRD/Innenpolitik

Universität Potsdam

Postfach 601553, 14415 Potsdam

Tel. (0331) 977-3341 o. –3340 (Sekr.)

Email skropp@rz.uni-potsdam.de

Prof. Dr. Michael Minkenberg

Europa-Universität Viadrina

Postfach 1786, 15207 Frankfurt (Oder)

Tel. (0335) 5534-2257

Email: mminken@euv-frankfurt-o.de

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VII. Berichte der Arbeitskreise

Arbeitskreis „Film und Politik/Visuelle Politik”

Der Arbeitskreis beschäftigte sich beim DVPW-Kongress in Mainz mit Fragen

der filmisch-visuellen Konstitution von personalen und kollektiven politischen

Identitäten. Es wurden Beiträge zur theoretischen Konzeptionalisierung

und exemplarische Überlegungen zu diesem Thema diskutiert. Eine

Veröffentlichung der Beiträge (mit zusätzlichen Texten) ist in Vorbereitung.

Der Arbeitskreis beschloss einstimmig die Erweiterung des Sprechergremiums

um eine Person und kooptierte ebenfalls einstimmig Dr. Frank

Lesske (Magdeburg). Die nächste Tagung des AK soll im Herbst 2004 in

Augsburg stattfinden. Dazu ergeht ein Call for Papers.

Call for Papers: Sprachpolitik/Bildpolitik

Politik ist zumal in entwickelten Demokratien nicht ohne ein hoch entwickeltes

und kompliziertes Kommunikationssystem vorstellbar. Dabei gilt

ganz prinzipiell, dass jede Veränderung im Bereich der kulturellen und gesellschaftlichen

Kommunikation massive Folgen für politische Institutionen,

Akteure und Prozesse hat. Sprache und Bilder ermöglichen die

gleichzeitige und teilweise gegenläufige Herausbildung regionaler bzw.

globaler Kommunikationsnetze. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen

planen die beiden Arbeitskreise „Politik, Kultur, Sprache“ und „Film und

Politik/Visuelle Politik“ eine interdisziplinäre Tagung, die folgende

Schwerpunkte zum Thema haben soll:

• das Verhältnis von Sprache und Bildkommunikation bei der Differenzierung

und Integration politischer Gemeinschaften

• die unterschiedlichen oder auch komplementären Leistungen von

sprachlicher und bildlicher Kommunikation bei der Politikvermittlung

bzw. politischen Entscheidungsfindung

• die Relation von politischer Sprach-Botschaft und Bild-Botschaft in

(audio)- visuellen Medien

• die theoriestrategische Bedeutung der Bild/Sprachoption für die

Modellierung politischer Ordnung.

Verantwortliche Planung für den AK: PD Dr. Willi Hofmann

Neue Homepage des AK: www.visuelle-politik.de (im Aufbau)

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Die Sprecher - Kontakte:

PD Dr. Wilhelm Hofmann

Politikwissenschaft/Kommunikationswissenschaft

Philosophisch-sozialwissenschaftliche Fakultät

der Universität Augsburg

86135 Augsburg

wilhelmhofmann@my-box.de

Dr. Frank Lesske

Politikwissenschaft

Universität Magdeburg

Postfach 4120, 39016 Magdeburg

Frank.Lesske@gse-w.uni-magdeburg.de

Professor Dr. Michael Strübel

Staatswissenschaftliche Fakultät

Universität Erfurt

Postfach 99105, 900221 Erfurt

michael.struebel@uni-erfurt.de

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Arbeitskreis „Gesamteuropäische Sicherheitspolitik:

OSZE“

Der Arbeitskreis führte seine Herbsttagung im Rahmen des DVPW-

Kongresses in Mainz am 24.9.2003 mit einer Forumsdiskussion zur Frage

einer etwaigen Existenz-Krise der OSZE angesichts der Expansion von

NATO und Europäischer Union durch. Als erster Referent betonte Kurt P.

Tudyka (IFSH-CORE Hamburg) zum Thema „Die OSZE in und vor einer Mehrfach-Krise“,

dass diese vor allem einer wachsenden Desorientierung und Divergenz

zwischen den europäischen Staaten nebst den USA geschuldet sei, die

sich auch bei den anderen europäischen Organisationen finde. Die OSZE sei

seit Beginn der neunziger Jahre zu einem komplexen Gebilde geworden. Es

gleiche einem vielgliedrigen, höchst unterschiedlich instrumentierten Orchester

mit einer kaum noch überschaubaren Collage von übernommenen, erfüllten

und unerfüllten Aufgaben und Tätigkeiten . Die Gründe für diese Phänomene lägen

offensichtlich darin, dass die Teilnehmerstaaten nicht mehr wissen, was sie

mit der OSZE anstellen sollen. Die OSZE sollte Sicherheit nicht verwalten. Sie

sollte auch kein Technischer Überwachungsverein sein, der die sogenannte europäische

Sicherheitsarchitektur auf Verschleiß und Schäden fortlaufend nach

Plan überprüft. Es habe sich ein starres West-Ost-Gefälle der Aufmerksamkeit

und der Operationen ergeben. Die OSZE böte das assymetrische Bild einer Fürsorge-Organisation

von 45 Staaten für zehn andere, - die fünf mittelasiatischen,

die drei transkaukasischen, Belarus und Moldau. In Südosteuropa sei sie zunehmend

ausgehebelt worden; sie hat dort noch Restaufgaben, vor allem in

Serbien ist sie sogar vorerst noch "lead-organization".

Es fehle an Führung, an Orientierung, an Visionen. Symptomatisch sei der

regelwidrige Ausfall der Gipfeltreffen. Als mögliche Perspektiven für die OSZE

nannte Tudyka, erstens, neben der Fortsetzung der klassischen Aufgaben im

Bereich Rüstungskontrolle und vielleicht vertrauensbildender Maßnahmen eine

Konzentration auf Polizei-Aufgaben und Medien-Beobachtung. Zweitens,

könnte die OSZE auch das zentrale Forum zur öffentlichen Debatte

gesamteuropäischer Fragen bieten. Schließlich, drittens. könnte die OSZE in

einer - wie Tudyka es relativierend nannte - traumhaften Vorstellung zur

direkten Vernetzung und arbeitsteiligen Umstrukturierung der europäischen

Institutionen und ihrer Einfügung in ein "Gemeinsames Haus" führend beitragen.

Die frühere Bundestagspräsidentin und langjährige Abgeordnete in der

Parlamentarischen Versammlung der OSZE, Rita Süssmuth, wies auf die

besonderen Charakteristika der OSZE im Vergleich zu EU und NATO hin, die sie

unersetzlich machte, wie ihre alle Staaten zwischen Vancouver und

Wladiwostok einschließende Zugehörigkeit, das umfassende Sicherheitskonzept,

die kooperativ betriebene Politik, die offene Beteiligung an den

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Funktionen und den Aufgaben für alle Teilnehmerstaaten, die

Mitwirkungsmöglichkeit für NGOs und die Zivilgesellschaft, die Vorbildfunktion

für die benachbarten Regionen. Rita Süssmuth, die gerade zur Leiterin der

OSZE-Wahlbeobachtungsmission für die kommenden russischen Wahlen

berufen worden ist, hob auch die Wirkung der OSZE für die Demokratisierung

und die Tätigkeit der 20 Missionen in den verschiedenen Krisengebieten hervor.

Daran konnte der dritte Referent, der frühere österreichische Außenminister

Friedhelm Frischenschläger anknüpfen, der innerhalb der OSZE-Kosovo-Mission

in Pristina für deren Mandat zur Förderung der Demokratisierung zuständig ist.

Er berichtete mit vielen Beispielen aus seiner praktischen Arbeit, wie erst die

Voraussetzungen für einen demokratischen Prozess angefangen mit dem

Wecken für das Verständnis von Wahlen und von politischen Ämtern

geschaffen werden müssen. Der letzte Referent, der Vizedirektor des Moskauer

Instituts für Angewandte Internationale Politik, Andrei Zagorski, interpretierte

die russischen Klagen über die Einseitigkeit der OSZE-Aktivitäten als taktisches

Verhalten, dem kein ernsthafter Wille mehr entspreche, die OSZE zu einer

führenden Organisation zu machen. Die russische Politik sei durchwegs

pragmatisch, indem sie sich mit den USA arrangiere und auf die NATO richte.

Eine von anderen Teilnehmerstaaten ernsthaft betriebene Reform der OSZE, die

vielleicht sogar die rhetorische Kritik der Moskauer Regierung berücksichtigte,

würde diese in Verlegenheit bringen. Zagorskis politisch-realistische Analyse

der OSZE wurde nicht von allen Podiumsteilnehmern geteilt. Am Ende der

Sitzung berichtete der Leiter des Hamburger Zentrums für OSZE-Forschung

(CORE), Wolfgang Zellner, über Forschungsprojekte, die vor allem in den

zentralasiatischen Ländern ausgeführt werden.

Informationen über den Arbeitskreis können erfragt werden bei Dr. Wolfgang

Zellner, IFSH-CORE Hamburg, Tel. 040-866 077 63; zellner@public.unihamburg.de

oder bei Prof. Dr. Kurt P. Tudyka, 0228 - 33 51 08; tudyka.kurt@tonline.de.

Prof. Dr. Ku rt P. Tudyka (Bonn)

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Schroeder usw.

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Arbeitskreis „Geschichte und Politik“

1. Call for Papers

Der Arbeitskreis "Geschichte und Politik" wird sich am Freitag, den 4., und

Samstag, den 5. Juni 2004 an der Universität Siegen zu seiner Halbjahrestagung

treffen.

Das Thema lautet:

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Kontroversen über die Vergangenheit als Geschichtspolitik:

theoretische Ansätze und empirische Fallstudien

Bei der Tagung soll des darum gehen, empirische Daten und Fakten mit

theoretischen Überlegungen zur Geschichtspolitik zu verknüpfen. Der inhaltliche

Rahmen ist bewußt weit gespannt, um ein breites Spektrum an

Vorträgen präsentieren zu können und damit einen fruchtbaren, auch interdisziplinären

Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Gewünscht sind ebenfalls

Beiträge mit übergreifender Thematik, in denen zu einem bestimmten

Aspekt verschiedene Kontroversen vergleichend nebeneinander

gestellt werden. Denkbar sind zum Beispiel Arbeiten, die die Konstruktion

nationaler Identität anhand von Geschichtsdebatten untersuchen.

Wir freuen uns über Beiträge, in denen die unterschiedlichsten Geschichtsdiskurse

als Exempel für Geschichtspolitik vorgestellt werden. Wer

sich mit einem Beitrag an der Tagung beteiligen möchte, wende sich bitte

per Email mit einem Themenvorschlag sowie einem Abstract (nicht länger

als eine halbe Seite) bis zum 20.12.2003 an:

Claudia Fröhlich

polhist5@zedat.fu-berlin.de

oder

Karsten Stephan (Organisation der Tagung in Siegen)

stephan@soziologie.uni-siegen.de

2. Wahl des SprecherInnen-Teams

Im Rahmen unserer Tagung in Siegen steht auch die Wahl eines neuen

Sprecherteams auf dem Programm. Die Mitglieder und SprecherIn des Arbeitskreises

möchten Prof. Dr. Peter Steinbach, der den AK gegründet hat

und nun als Sprecher ausgeschieden ist, ganz herzlich für seine konstruktive

Arbeit danken.

3. Homepage

Der Arbeitskreis wird seine Aktivitäten demnächst auf einer Homepage

präsentieren. Neben Informationen über Tagungen und Publikationen, sol-

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len Projekte zu geschichts- und vergangenheitspolitischen Themen vorgestellt

werden. Zunächst möchten wir mit einer Sammlung laufender, geplanter

oder gerade abgeschlossener Forschungsvorhaben zum Themenkomplex

”1968 und Geschichtspolitik” beginnen. Wir freuen uns über einen

kurzen Hinweis auf Ihr Projekt an die SprecherIn des AKs:

PD Dr. Horst-Alfred Heinrich

Institut für Sozialwissenschaften

Abt.f.Pol.Theorie u.Politikfeldanalyse

Universität Stuttgart

Keplerstr. 17, 70174 Stuttgart

Email: hahein@po.pol.uni-stuttgart.de

oder

Claudia Fröhlich

FU Berlin, Otto-Suhr-Institut

Historische Grundlagen der Politik

Ihnestraße 22, 14195 Berlin

Email: polhist5@zedat.fu-berlin.de

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Arbeitskreis „Handlungs- und Entscheidungstheorien“

Call for Papers

Die nächste Tagung des Arbeitskreises Handlungs- und Entscheidungstheorie

findet am 21. und 22. Mai 2004 an der Otto-Friedrich-Universität in

Bamberg statt.

Der Workshop des AKs ist traditionell thematisch offen, Beiträge sollten im

weitesten Sinne ökonomische Theorien der Politik diskutieren oder Handlungs-

und Entscheidungstheorien analytisch nutzen.

Interessenten senden ihre aussagekräftigen Paperentwürfe (1 Seite) bitte

bis 15.03.04 an Joachim Behnke (Joachim.Behnke@sowi.uni-bamberg.de).

Darüber hinaus möchten wir darauf hinweisen, dass der 31. Mai die Deadline

für Beiträge für das 4. Jahrbuch für Handlungs- und Entscheidungstheorie

(wird Ende 2004 erscheinen) ist. Manuskripte können aber jederzeit

bei den Sprecher des AKs eingereicht werden. Das Jahrbuch wendet doppelt

blind review Verfahren an.

Generelle Fragen zu den Aktivitäten des Arbeitskreises richten Sie bitte an

einer der Sprecher:

Dr. Joachim Behnke, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Feldkirchenstr.

21, 96045 Bamberg, Tel: 0951-863- 2698, 0179-4850172, Fax: 0951-

863-2641, eMail: joachim.behnke@sowi.uni-bamberg.de

Dr. Thomas Plümper, Universität Konstanz, Fachbereich Politikwissenschaft,

Postfach, 78457 Konstanz, Tel. 07531.883003,

eMail: thomas.pluemper@uni-konstanz.de

Dr. H.-P. Burth, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut f. Politikwissenschaft,

Abt. Politische Theorie, Colonel-Kleinmann-Weg 2, D-55099

Mainz, Tel. 06131.3922907, eMail: burth@politik.uni-mainz.de

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Arbeitskreis „Integrationsforschung“

Neue Zielsetzungen des Arbeitskreises Integrationsforschung (AKI) für die

Jahre 2003-2006

Tanja Börzel/ Jürgen Neyer/ Antje Wiener

Der Arbeitskreis Integrationsforschung hat auf dem Kongress in Mainz ein

neues Sprecherteam für die nächsten drei Jahre gewählt, das aus Tanja

Börzel, Jürgen Neyer und Antje Wiener (Kontaktdetails s.u.) besteht. Wir,

das neue Sprecherteam, möchten diesen Rundbrief zum einen dazu nutzen,

uns im Namen der Mitglieder des AKI ganz herzlich bei Thomas Gehring,

Markus Jachtenfuchs und Antje Wiener für die engagierte Arbeit der

letzten drei Jahre zu bedanken. Zum anderen möchten wir uns mit einem

kurzen „Mission Statement“ vorstellen, um unsere inhaltlichen Vorstellungen

auch denjenigen zu vermitteln und zur Diskussion zu stellen, die in

Mainz nicht anwesend sein konnten.

Wir verstehen unsere geplante Arbeit als im wesentlichen darin liegend,

auf den Erfolgen der jüngeren Vergangenheit aufzubauen und mit neuen

Impulsen fortzuführen. Unsere Ausgangsbeobachtung ist dabei, dass die

europäische Integrationsforschung noch bis in die frühen neunziger Jahre

darunter gelitten hat, entweder primär deskriptiv oder aber an den beiden

großen Theorieschulen des Intergouvernementalismus oder des Neufunktionalismus

ausgerichtet zu sein. Beides war unbefriedigend. Während die

Forschung auf der einen Seite immer unwissenschaftlicher wurde und den

Bezug zu den sozialwissenschaftlichen Methoden aus dem Blick verlor,

verirrte sie sich auf der anderen Seite in einem immer bemühteren Versuch,

Kategorien aus den Internationalen Beziehungen auf einen politischen

Gegenstand zu übertragen, der diesem schon lange nicht mehr angemessen

war. Auch wenn dieser beklagenswerte Zustand heute noch

nicht vollkommen überwunden sein mag, so dürfte es doch offensichtlich

sein, dass die Integrationsforschung in den letzten Jahren eine rasante Dynamik

angenommen hat. Mit der Gründung des DFG-Schwerpunktes „Regieren

in Europa“ wurden genügend Ressourcen bereit gestellt, um allgemeine

sozialwissenschaftliche Fragestellungen im Rahmen wissenschaftlich

anspruchsvoller Methoden bearbeiten zu können. Das Ergebnis kann

sich durchaus sehen lassen. An einer Vielzahl von Universitäten entstanden

Studien, die die Integrationsforschung mit der politischen Theorie, den

internationalen Beziehungen und der komparativen Policy-Analyse verbanden.

Die Integrationsforschung darf heute wahrscheinlich mit Recht von

sich behaupten, die am stärksten in den verschiedenen Bereichen der Politikwissenschaft

verankerte Teildisziplin zu sein. Weder die Demokratiefor-

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schung noch die Analyse der Innenpolitik oder die Internationalen Beziehungen

können heute mehr ohne die Ergebnisse der Integrationsforschung

auskommen oder die EU als Analyseeinheit vernachlässigen. Bei aller Zufriedenheit

über das Erreichte scheinen uns gleichwohl noch eine ganze

Reihe von weiteren Herausforderungen vor uns zu liegen. Hierzu gehören:

1 . Verbindung von Integrationsforschung und Policy-/Europäisierungs forschung

Die Policy-Forschung hat sich früh für die Integrationsforschung geöffnet

und den EU-Politikprozess in seinen Phasen (Agendasetting, Politikformulierung,

Entscheidung, Implementation), auf den verschiedenen Ebenen

(EU, national, regional, lokal), in den unterschiedlichsten Sektoren (Umwelt,

Verkehr, Landwirtschaft, Strukturförderung usw.) und für nahezu alle

Mitgliedsstaaten analysiert. Sie hat damit wichtige Einblicke in Struktur

und Funkionsweise des Europäischen Mehrebenensystems erbracht. Während

die empirischen Ergebnisse der zahlreichen Länder- und Politikfeldstudien

die theoretische Diskussion um Dynamik und Finalität des Integrationsprozess

informiert haben, ist es der Policy-Forschung nur selten gelungen,

einen eigenständigen Beitrag zur Theoriebildung zu leisten. Viele

Policy-Studien verlieren sich in der empirischen Komplexität ihres Forschungsgegenstandes,

die sie möglichst umfassend abbilden wollen. Die

Generalisierbarkeit des empirischen Befunds im Lichte verschiedener

(konkurrierender) Erklärungsansätze bleibt dabei oft auf der Strecke oder

wird ausdrücklich verneint. Dies ist umso bedauerlicher als die Theoriediskussion

in der Integrationsforschung stilisiert und oft auch ein wenig steril

wirkt. Nun hat gerade die Europäisierungsforschung gezeigt, dass es auch

anders geht. Policy-Studien haben wichtige Hypothesen hinsichtlich der

Bedingungen, unter denen Europäisierung innerstaatlichen Wandel erzeugt,

generiert. Die Herausforderung liegt nun darin, bestehende Theorien

und Ansätze entsprechend dieser Hypothesen und empirischen Ergebnissen

zu überarbeiten und „fit“ für die Osterweiterung zu machen. Auch hier

hat die Policy-Forschung bisher empirische Pionierarbeit geleistet, die jetzt

der theoretischen Aufarbeitung harrt.

2 . Ist das Mehrebenen System außenpolitikfähig? Wo liegen die Grenzen

politischer Integration?

Die europäische Integrationsforschung verfügt mit dem Governance-

Ansatz über ein Instrumentarium zur Beschreibung der EU, das unter anderem

ihren Mehrebenencharakter, die vergleichsweise hohe Relevanz von

argumentativen gegenüber abstimmungsbezogenen Verfahren und die begrenzte

Legitimität der EU betont. Alle drei Merkmale beschreiben die EU

als ein politisches Wesen, das sich qualitativ von der Idee des intern hie-

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rarchisch geordneten und demokratisch verfassten Nationalstaates unterscheidet.

Was bisher allerdings noch weitgehend fehlt, ist eine systematische

Analyse der Frage, inwiefern sich diese Merkmale in eine spezifisch

europäische Außenpolitik übersetzen. Zwar sind in den letzten Jahren eine

Vielzahl von Studien zur Rolle der EU als internationaler Akteur entstanden.

Allgemeiner Tenor dieser Studien ist es, dass der EU eine kohärente

Außenpolitikformulierung und –umsetzung im Rahmen der Außenwirtschaftspolitik

eher leicht fällt, in der Asyl-, Migrations- und Rechtsharmonisierungspolitik

schon schwerer zu sein scheint, und dass in der Sicherheitspolitik

das reine Debakel zu beobachten ist. So weit so gut. Aber was

lernen wir daraus? Handelt es sich hierbei um Befunde, die im besten Fall

das unterstreichen, was Realisten und Institutionalisten schon immer gewusst

haben, also dass „high politics“ dem Integrationsprozess nun mal

nicht zugänglich sind und sich in entsprechenden intergouvernementalen

Verfahren zum Ausdruck bringen? Oder fällt uns dazu noch mehr ein? Beobachten

wir hier etwas, das sich als „Grenzen der Integration“ beschreiben

lässt? Ein Phänomen also, dass sich nicht im Rahmen der Logik einer „ever

closer union“ in den nächsten Jahren erledigen wird, sondern mit dem wir

langfristig werden leben müssen? Sind die Phänomene der mangelnden

Vergemeinschaftung im Rahmen der Sicherheitspolitik vielleicht gar indikativ

dafür, dass die normativen Ansprüche der EU der faktisch vorhandenen

Integrationsbereitschaft zu weit vorausgeeilt sind und wieder zurückgeholt

(sprich: bescheidener) werden müssen? Ist die EU damit letztlich gar nicht

„außenpolitikfähig“, da ihr die interne normative Konsolidierung (noch?)

abgeht? Oder allgemeiner gefragt: welches sind eigentlich die internen gesellschaftlichen

und politischen Vorbedingungen welcher Form externer Interessenartikulation?

3 . Theoretische Perspektiven: Interdisziplinaritaet als Herausforderung der

Integrationsforschung Die Integrationsforschung ist in den vergangenen fünf Jahrzehnten von unterschiedlichen

politikwissenschaftlichen Perspektiven gespeist worden.

Während die internationalen Beziehungen mit funktionalistischen und realistischen

Grundlagen von supranationaler Institutionenbildung in den ersten

beiden Jahrzehnten die Grundlagen – vornehmlich US-amerikanischer -

methodologischer Diskussionen lieferte, hat sich das Bild in der zweiten

Phase der Integrationsforschung, d.h. seit den 1980er Jahren grundlegend

verändert. Seit dem Inkrafttreten der Einheitlichen Europäischen Akte

1987 ist die Politikwissenschaft weniger an der Erklärung supranationaler

Institutionenbildung als vielmehr an der Erforschung subnationaler institutioneller

Veränderung interessiert. Governance und Europäisierungsforschung

haben vor allem den zunehmenden Einfluss der vergleichenden

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Regierungslehre, der Verwaltungswissenschaft und der Policyforschung in

der Theoriebildung der Integrationsforschung gefördert. Seit der Einführung

der Unionsbürgerschaft mit dem Inkrafttreten des Maastrichter Vertrages

1993 sowie der gleichzeitigen Festlegung der Erweiterungskriterien

ist in einer dritten Phase der Integrationsforschung der Blick auf Verfassungsfragen,

Identität, normative Grundlagen und politisches Rational der

Integration erweitert worden. Mit dieser Phase wird der Zirkel von supranational-

über subnational-geleiteter Integrationsforschung quasi auf höherer

Ebene wieder geschlossen. Es stellt sich die Frage nach der Rolle von Europa

in der Welt, nicht nur als politisch und (verfassungs-)rechtlich fundiertem

und soziokulturell eingebettetem Institutionengefüge, sondern auch

als regional verankerte politische Kraft in der Weltpolitik. Normative Fragestellungen

nach dem Weg, den das ‚europäische’ Konstrukt gehen

wird/sollte, und den Erfolgschancen im Rahmen anstehender dramatischer

Veränderungen im weltpolitischen Institutionengefüge bringen neue

Fragen für regional vergleichende, weltpolitisch orientierte, und kritisch

völkerrechtlich orientierte Europaforschung zur Kernfrage, welche Rolle

kann/sollte die EU als politischer Akteur in der Weltpolitik zukünftig einnehmen?

Zu jedem dieser drei Themen könnten wir uns gut vorstellen, in den nächsten

drei Jahren Workshops oder Tagungen zu veranstalten. Ob das auch

wirklich sinnvoll ist, hängt natürlich nicht zuletzt von dem Feedback ab,

dass wir von Ihnen erhalten. Daher: betrachten Sie diese drei Schwerpunktsetzungen

erst einmal als unverbindliche Vorschläge, die wir uns die

Freiheit nehmen, in Abhängigkeit von dem Feedback, das wir von Ihnen

erhalten, zu modifizieren.

Kontakte

Prof. Dr. Tanja A. Börzel

Associate Professor of International Relations

Institut für Politikwissenschaft, Universität Heidelberg

Marstallstraße 6, D-69117 Heidelberg

Tel. 06221/542868, Fax 06221/542896

email: boerzel@uni-hd.de

http://www.projektgruppe-compliance.uni-hd.de

Prof. Dr. Jürgen Neyer

Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft

Ludwig-Maximilian-Universität

Oettingenstr. 67, D-80538 München

Tel: +49-(0)89-2180 9010, Fax: +49-(0)89-2180 9012

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und

Heisenberg Fellow of the Deutsche Forschungsgemeinschaft

Center for Transatlantic Foreign and Security Policy

Freie Universität Berlin

Ihnestr. 21, D-14195 Berlin

Tel: +49-(0)30-838-55527 (Secretary), Fax: +49-(0)30-838-54160

e-mail: neyer@zedat.fu-berlin.de

Prof. Dr. Antje Wiener

Professor of International Relations & Jean Monnet Chair

School of Politics and International Studies

Queen's University

21 University Square

UK-Belfast BT7 1NN

NORTHERN IRELAND

email: a.wiener@qub.ac.uk

www.qub.ac.uk/ies/staff/wiener

Tel +44 (0)2890 274151 (dir), Tel +44 (0)2890 273651 (sec)

Fax +44 (0)2890 235373

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Arbeitskreis „Interkultureller Demokratievergleich“

Kurzbericht der Arbeitskreistagung anlässlich des DVPW-Kongresses in

Mainz

Vom 22.-25. September 2003 fand in Mainz der 22. wissenschaftliche

Kongress der Deutschen Vereinigung für politische Wissenschaft statt. Auf

diesem führte der Arbeitskreis gemeinsam mit der Sektion „Vergleichende

Politikwissenschaft“ eine Sitzung zum Thema „Demokratien – Nicht-

Demokratien im Vergleich. Methodische Aspekte und empirische Befunde“

durch. Gerade der erste Teil der Sitzung fand reges Interesse unter den

Kongressbesuchern. Der zweite Teil war ein wenig durch die große Konkurrenz

vieler alternativer Veranstaltungen beeinträchtigt. Insgesamt kann

aber diese Zusammenarbeit als Erfolg betrachtet werden und soll in größeren

Tagungen (siehe zukünftige Planung), die in nächster Zeit detailliert

angekündigt werden, ihre Fortsetzung finden. Anbei noch einmal kurz das

Programm der Sitzung.

Dienstag, 23.09.

Einleitung: Sabine Kropp (Universität Potsdam) / Hans-Joachim Lauth (Universität

Landau)

Hans-Joachim Lauth (Universität Koblenz-Landau, Campus Landau): Zur

Abgrenzung von Diktatur und Demokratie. Möglichkeiten der Verwendung

von reduzierten Subtypen

Elke Grawert (Universität Bremen): Soziale Dynamiken und politische Systeme

im Kontext neoliberaler Globalisierung

Steffen Kailitz (Technische Universität Chemnitz): Der Zusammenhang von

Regierungsform und Demokratiestabilität wie Demokratiequalität in alten

und neuen Demokratien

Silvia von Steinsdorff (Humboldt-Universität Berlin): Verrechtlichung der

Politik – Politisierung des Rechts?

Mittwoch, 24.09.

Susanne Pickel und Gert Pickel (Universität Greifswald/ Europa Universität

Frankfurt (Oder)): Subjektive Legitimität von Demokratie als ein Faktor der

Beurteilung ihrer Qualität in Demokratien und Nicht-Demokratien

Christian Wagner (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin): Demokratische

Entwicklung im Spannungsfeld wirtschaftlicher Entwicklung und multi-ethnischer

Gesellschaften: Erfahrungen aus Südasien

Zoltán Tibor Pállinger (Liechtenstein-Institut): Strategien zum Ausgleich

des Ressourcenmangels – Auswirkungen der Kleinheit auf die Qualität der

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Demokratie in Andorra, Liechtenstein, Luxemburg, Monaco und San Marino

Kurzbericht der Arbeitskreistagung in Bremen

Vom 19. Juni bis 21. Juni 2003 wurde auf dem Campus der International

University Bremen (IUB) die Tagung “Reassessing Democracy: New Approaches

to Citizenship, Governance and Multiple Identities in Comparative

Research” des Arbeitskreises durchgeführt. Die Englischsprachige Tagung

traf auch bei internationalen Kollegen auf ein breites Interesse. Dies wird

allein aus der Teilnahme von Ronald Inglehart und Philippe Schmitter erkennbar.

Die Tagung fand in Kooperation mit dem Jean Monnet Center for

European Studies (CEuS) der Universität Bremen (UB) und der „School of

Humanities and Social Sciences“ der International University Bremen (IUB)

statt. Verantwortliche Gastgeber waren Prof. Dr. Chris Welzel und Prof. Dr.

Ulrike Liebert.

Freitag 20. Juni

Fritz Schaumann (IUB, Bremen); Sabine Bröck (UB, Bremen): Welcome

Addresses

Ulrike Liebert (CEuS, Bremen); Chris Welzel (IUB, Bremen): Introduction to

the Conference

Keynote: Philippe C. Schmitter (EUI, Florence): The Consolidation of Democracy

I. Panel: Reassessing Democracy: New Frameworks and Methodologies

Heidrun Abromeit (TU, Darmstadt): Contextualizing the Measurement of

Democracy

David Beetham (Manchester): Assessing Democracy at Home and Abroad

Axel Schulte (University Hannover): Norberto Bobbio’s Theory of Democracy

and Democracy Assessment

Hans-Joachim Lauth (University Koblenz/Landau): Limits and Problems of

Measuring Democracy

II. Panel: Assessing Citizenship, Gender and Human Rights

Ingvill Thorson Plesner (Norwegian Centre for Human Rights, Oslo): Religion,

Security and Human Rights

Ulrike Liebert (CEuS, Bremen): Citizenship Rights and Practices in Transnational

Perspective

Pamela Paxton (OSU, Ohio): Pathways to Power: Understanding Women's

Political Representation

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Mercedes Mateo Diaz (EUI, Florence): Gender Assessments of the Quality

of Democracy

Regina Heller (IFSH, Hamburg): Chances and Limits of International Human

Rights Protection in Russia

Samstag 21. Juni

III. Panel: Assessing Democratic Governance

Martha Gutierrez (GTZ, Eschborn): Assisting Democratic Governance:

Measures and Policies

Dirk Berg-Schlosser (University Marburg): Indicators of Good Governance

as Measures of Democracy

Chris Welzel (IUB, Bremen): Effective Democracy: the Human Development

Perspective

Marianne Camerer (Center for Public Integrity, Washington D.C.): Assessing

the Quality of Governance and Institutions

Juris Rozenvalds (Latvian University, Riga): “Ethnic Democracy”? Democratic

Governance in Baltic Countries

Natalya Shatina (RGGU, Moscow): Democracy and Governance” in Russia

Subrata Mitra (Ruprecht-Karls-University, Heidelberg): The Puzzle of India’s

Governance: Culture, Context, and Comparative Theory

Keynote: Ronald Inglehart (ISR, University of Michigan, Ann Arbor): Self

Expression Values as a Condition for Democracy?

IV. Panel: Assessing Political Identities and Democratic Values

Juan Díez Medrano (IUB, Bremen): Framing European Identities

Isabelle de Keghel (UB, Bremen): Active Citizenship by Symbolic Inclusion?

State Symbolism in the Russia

Ruth Zimmerling (University Mainz): “Guilt Cultures” vs. “Shame Cultures”:

Political Implications?

Neuwahl des Sprecherrats

In der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises anlässlich des DVPW-

Kongresses in Mainz wurden die bisherigen Sprecher: Ulrike Liebert, Hans-

Joachim Lauth, Gert Pickel einstimmig für eine weitere Periode als Sprecher

des Arbeitskreises gewählt.

Sie danken an dieser Stelle den Mitgliedern für das von Ihnen entgegengebrachte

Vertrauen.

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Weitere Planungen des Arbeitskreises

Als nächste Tagung des Arbeitskreises ist für den Herbst 2004 ein Workshop

zu vergleichenden Methoden (in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis

„Empirische Methoden der Politikwissenschaft“) der Politikwissenschaft

geplant. Ein Call for Papers und nähere Informationen werden im

nächsten DVPW-Rundbrief und in einem Rundbrief des Arbeitskreises Anfang

2004 bekannt gegeben. Der Workshop wird mit großer Sicherheit in

Lüneburg stattfinden.

Auf dem DVPW-Kongress in Mainz wurde eine engere Zusammenarbeit mit

der Sektion „Vergleichende Politikwissenschaft“ abgestimmt. Für 2005

und 2006 sind zwei gemeinsame Veranstaltungen mit der Sektion „Vergleichende

Politikwissenschaft“ zum Themenkomplex „Gewaltenteilung“

anvisiert. Es sollen zwei Tagungen zu den Themen „Vertikale Gewaltenteilung“

(2005) und „Horizontale Gewaltenteilung (2006) durchgeführt werden.

Auch hier wird näheres in späteren Rundbriefen veröffentlicht.

Unabhängig von dieser Planung rufen die Sprecher des Arbeitskreises interessierte

Mitglieder auf eigene Themenvorschläge und Tagungsangebote

einzubringen.

Publikationen des Arbeitskreises

An dieser Stelle sei kurz auf zwei Publikationen, die aus der Arbeit des Arbeitskreises

hervorgegangen sind und in nächster Zukunft erscheinen werden,

verwiesen:

Susanne Pickel/ Gert Pickel/ Hans-Joachim Lauth/ Detlef Jahn (Hrsg.)

(2003): Vergleichende politikwissenschaftliche Methoden. Neue Entwicklungen

und Diskussionen. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. (Erscheint

November 2003)

Siegmar Schmidt/Susanne Pickel/Gert Pickel (Hrsg.) (2003): Amnesie,

Amnestie oder Wiederaufarbeitung. Der Umgang mit der Vergangenheit in

Demokratien. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. (Erscheint wahrscheinlich

Januar-Februar 2004)

An dieser Stelle erscheint es uns angebracht dem Westdeutschen Verlag

in Person von Herrn Frank Schindler, für seine fruchtbare Zusammenarbeit

zu danken.

Ein kurzer Bericht der Greifswalder Tagung ist im letzten Heft der Zeitschrift

Welttrends abgedruckt.

93


Die Internetseite des Arbeitskreises ist derzeit unter http://viadrina.euvfrankfurt-o.de/~vgkulsoz/arbeitskreis.htm

einzusehen, wird aber in den

nächsten Wochen neu gestaltet und eingestellt Wer noch Informationen,

Querverweise oder Hinweise besitzt, die hierfür interessant wären, sollte

diese an Gert Pickel weitergeben.

Adressen der Sprecher des Arbeitskreises:

PD. Dr. Hans-Joachim Lauth

Johannes Gutenberg-Universität

Institut für Politikwissenschaft

Colonel Kleinmann-Weg 2, D-55099 Mainz

Tel.: 06131 – 395572, Fax: 06131 – 395642

Lauth@mail.uni-mainz.de

Prof. Dr. Ulrike Liebert

Universität Bremen/FB 8 Sozialwissenschaften:

Vergleich politischer Systeme

Postfach 330440, D-28334 Bremen

Tel.: 0421-218 9033/9037, Fax: 0421-218-3625

liebert@uni-bremen.de

Dr. Gert Pickel

Europa Universität Viadrina

Lehrstuhl für vergleichende Kultursoziologie

Fakultät Kulturwissenschaft

Postfach 1786, D-15207 Frankfurt/Oder

Tel.: 0335-5534-2922, Fax: 0335-5534-2923

pickel@euv-frankfurt-o.de

gz .

Gert Pickel

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Nr. 129


Herbst 2003

Nr. 129

Arbeitskreis „Lokale Politikforschung“

1. Bericht der Sprecher des Arbeitskreises “Lokale Politikforschung” der

DVPW über Aktivitäten seit der Sitzung des Arbeitskreises im Rahmen des

21. DVPW-Kongresses in Halle am 05.10.2000

Bei der Sitzung des Arbeitskreises am 5. Oktober 2000 wurde ein neuer

Sprecherkreis gewählt – Jörg Bogumil, Hubert Heinelt und Angelika Vetter.

Außerdem einigte sich der Arbeitskreis auf ein Arbeitsprogramm für die

nächsten drei Jahre. Es sollte sich auf eine kritische Bilanzierung von Reformdebatten

und politischen Veränderungen auf der lokalen Ebene beziehen

– und zwar nicht zuletzt auch unter einer international vergleichenden

Perspektive. Entsprechend wurden die folgenden drei Tagungen durchgeführt:

• Am 15./16. März 2001 fand in Heppenheim eine Tagung zum Thema

"Lokale Politik und Bürgergesellschaft" statt, die Michael Haus (TU

Darmstadt) organisierte. Die Ergebnisse sind publiziert in Michael

Haus (Hrsg.): Bürgergesellschaft, soziales Kapital und lokale Politik.

Theoretische Analysen und empirische Befunde, Leske & Budrich:

Opladen 2002.

• Jörg Bogumil (FernUniversität-Gesamthochschule Hagen) organisierte

am 27./28. September 2001 in Hagen eine Tagung zu "Kommunale

Entscheidungsprozesse im Wandel – Theoretische und empirische Analysen".

Aus dieser Tagung ging der von Jörg Bogumil herausgegebene

Band „Kommunale Entscheidungsprozesse im Wandel. Theoretische

und empirische Analysen“, Leske & Budrich: Opladen 2002 hervor.

• Vom 25. bis zum 27.9.2002 fand in Stuttgart eine mit dem RC 05 der

IPSA gemeinsam veranstalteter Kongress zum Thema “Reforming Local

Government in Europe: Closing the Gap between Democracy and

Efficiency" statt. Die Organisation dieses Kongresses, an dem eine

große Zahl ausländischer Kolleginnen und Kollegen teilnahm, hatten

Norbert Kersting (Universität Marburg) und Angelika Vetter (Universität

Stuttgart) übernommen. Ein von den beiden Organisatoren herausgegebener

Tagungsband wurde vom Verlag Leske & Budrich im September

2003 unter dem oben genannten Titel veröffentlicht.

Außerdem veranstaltete der Arbeitskreis – getragen von Sylvia Greiffenhagen

und Katja Neller, (IfSS/Evangelische Fachhochschule Nürnberg/Universität

Stuttgart) – am 8./9. Mai 2003 in Stuttgart gemeinsam

mit der Schader-Stiftung eine Tagung zum Programm „Soziale Stadt“. Diese

Tagung fand große Resonanz sowohl bei Praktikern als auch bei

Kolleginnen und Kollegen aus Nachbardisziplinen (vor allem aus der Stadtund

Regionalsoziologie) Praxis ohne Theorie? Auch die Ergebnisse dieser

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Regionalsoziologie) Praxis ohne Theorie? Auch die Ergebnisse dieser Tagung

werden in einem Buch dokumentiert, das von Sylvia Greiffenhagen

und Katja Neller im Frühjahr 2004 beim Verlag Leske & Budrich herausgegeben

wird unter dem Titel „Praxis ohne Theorie? Wissenschaftliche Diskurse

zum Programm ‚Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Die

Soziale Stadt’“.

2. Mitgliederversammlung während des AK-Treffens zum DVPW-Kongress

am 25.9.2003 in Mainz

a) Neue Tagungsreihe

Für die nächsten drei Jahre hat sich der Arbeitskreis auf eine weitere Tagungsreihe

verständigt zum Thema „Kommunalpolitik in den deutschen

Bundesländern aus vergleichender Perspektive“. Entsprechende Ideenskizzen

zu den drei geplanten Tagungen wurden von Michael Haus, Lars Holtkamp

und Angelika Vetter bei der Sitzung des Arbeitskreises am

25.9.2003 vorgestellt. Dabei ging es im einzelnen um:

• „Institutionen und Strukturen lokaler Politik in der Bundesrepublik

Deutschland. Entwicklungstendenzen, Ursachen und Bewertungskriterien“

(Michael Haus),

• „Die Rolle der Parteien in der Kommunalpolitik. Hypothesen für eine

vergleichende Analyse“ (Lars Holtkamp),

• „Lokale Bürgerbeteiligung im Vergleich der Bundesländer. Welche Rolle

spielen politische Kontextbedingungen?“ (Angelika Vetter).

Die erste der drei Tagungen wird voraussichtlich im Herbst 2004 in Heppenheim

stattfinden. Wir informieren Sie darüber im Frühjahrsrundbrief.

Neben diesem Schwerpunkt soll aber auch in Zukunft die Möglichkeit bestehen,

dass Interessierte nach Rücksprache mit den Sprechern Tagungen

des Arbeitskreises zu anderen Gegenstandsbereichen anbieten – nicht zuletzt

zu aktuellen Themen.

Ein entsprechender Vorschlag von Brigitte Geissel (Universität Halle) liegt

bereits vor. Dabei wird der Schwerpunkt auf dem Vergleich kommunaler

Politik (Institutionen, Institutionenakzeptanz, Bürgerbeteiligung, politische

Eliten usw.) in den neuen und alten Bundesländern liegen. Näheres hierzu

finden Sie ebenfalls im nächsten Rundbrief.

b) Wahl der Arbeitskreissprecher

Jörg Bogumil übernimmt ab diesem Herbst eine neue Sprecherfunktion in

der Sektion "Staatslehre und politische Verwaltung". Aus diesem Grund

kandidierte er nicht erneut bei der Sprecherwahl. Die Mitgliederversammlung

bestätigte aber die beiden anderen bisherigen Sprecher Angelika Vetter

und Hubert Heinelt in ihrem Amt.

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3. Internationales

Schon an dieser Stelle möchten wir Sie auf die kommende „IX. European

Summer School in Local Government Studies“ hinweisen, die vom 6.-16.

Juli 2004 in Enschede (NL) stattfinden wird. Die Summer School richtet

sich an junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die im

Bereich der lokalen Politikforschung arbeiten und vor der Promotion stehen.

Wir bitten Sie, in Ihrem Umfeld mögliche Kandidatinnen und Kandidaten

auf die Summer School anzusprechen und für eine Teilnahme zu motivieren,

damit sie auch von internationalen Forschungserfahrungen profitieren

können.

Nähere Informationen hierzu gibt es demnächst unter

http://www.EUROLOC2004.nl (Kontakt: Henk van der Kolk oder Bas Denters;

e-mail: EUROLOC@Utwente.nl).

4. Mitteilungen in eigener Sache

Drei Jahre lang haben wir zusammen mit Jörg Bogumil als Sprecherteam

des AK fungiert. Wir möchten an dieser Stelle Jörg Bogumil ganz besonders

für sein Engagement in dieser Zeit und die gute kollegiale Zusammenarbeit

danken. Gleichzeitig wünschen wir Ihm ein erfolgreiches weiteres Wirken

als Sprecher der Sektion „Staatslehre und politische Verwaltung“.

Weitere Informationen zu den Aktivitäten des AK‘s sowie interessante

Links finden Sie auf der Homepage unter http://www.ifs.tudarmstadt.de/lopofo/index.

html.

Mitglieder und Interessenten des AK werden über den Lopofo-Email-

Verteiler mit aktuellen Informationen angeschrieben. Änderungen der bisherigen

Adresse oder Neuanmeldungen schicken Sie bitte an Hubert Heinelt

(heinelt@pg.tu-darmstadt.de).

Um einen aktuellen Überblick über die lokale Politikforschung zu ermöglichen,

sammelt der AK auf seiner Homepage aktuelle Projekte und Forschungsschwerpunkte

im Bereich der lokalen Politikforschung. Bitte schicken

Sie uns einen kurzen Hinweis auf Ihre Projekte oder Forschungsvorhaben

(heinelt@pg.tu-darmstadt.de). Wir veröffentlichen diese dann auf

unserer Homepage oder verweisen von dort auf Ihre Seiten.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr AK-Sprecherteam

Angelika Vetter und Hubert Heinelt

97


Arbeitskreis „Migrationspolitik“

Auf dem DVPW-Kongress hat sich der Arbeitskreis Migrationspolitik mit

dem Kongressthema „Politik – Wissenschaft – Öffentlichkeit in der Migrationsdebatte“

beschäftigt. Das Thema wurde von nationalen und internationalen

Experten aus verschiedenen Perspektiven diskutiert. Auf der nächsten

Jahrestagung des Arbeitskreises im Herbst 2004 soll das Thema „Politische

Steuerung von Integrationsprozessen: Intention und Wirkung“ im

Mittelpunkt stehen. Ein Call for Paper ist am Ende des Berichts angefügt.

Auf der Mitgliederversammlung wurden die Sprecherinnen und Sprecher

des Arbeitskreises neugewählt. Nach über einem Jahrzehnt trat Prof. Dr.

Dietrich Thränhardt, Universität Münster, vom Amt des Arbeitskreissprechers

zurück. Für die geleistete Aufbauarbeit bedanken sich die Mitglieder

des Arbeitskreises sehr herzlich. Als neue Sprecherinnen und Sprecher

wurden gewählt:

Prof. Dr. Sigrid Baringhorst, Universität Siegen

Dr. Uwe Hunger, Universität Münster

PD Dr. Karen Schönwälder, Wissenschaftszentrum Berlin

Um die Mitarbeit der Mitglieder im Arbeitskreis zu intensivieren und auszuweiten,

soll der E-mail-Verteiler des Arbeitskreises aktualisiert und erweitert

werden. Alle Interessierten, die noch nicht in den Verteiler aufgenommen

worden sind oder deren Adresse sich geändert hat, werden gebeten,

sich per email an hunger@uni-muenster.de zu wenden.

CALL FOR PAPERS

98

Tagung des Arbeitskreises „Migrationspolitik“

in der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW)

„Politische Steuerung von Integrationsprozessen:

Intentionen und Wirkungen“

29./30. Oktober 2004, Wissenschaftszentrum Berlin

Wie steuerbar sind gesellschaftliche Integrationsprozesse? Mit dieser Frage

wird sich der Arbeitskreis „Migrationspolitik“ in der DVPW auf seiner

nächsten Jahrestagung im Herbst 2004 beschäftigen. Erbeten werden Paper,

die diese Frage auf verschiedenen Ebenen und aus unterschiedlichen

Perspektiven behandeln.

Welche theoretischen Ansätze bieten sich zur Erklärung politischer Steuerungsprozesse

im Kontext der Migrations- und Integrationsforschung an?

Welche Erfahrungen und Ergebnisse politischer Steuerungsversuche kann

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in verschiedenen Politikbereichen (Arbeitsmarkt, Bildung, Wohnen etc.)

liegen bereits vor, auf die zukünftig aufgebaut werden kann? Wie arbeiten

verschiedene Steuerungsebenen (supranationale, nationale, regionale und

kommunale Ebene) und zu welchen Ergebnissen kommen sie? Wie sehen

die Ergebnisse im internationalen Vergleich oder auf transnationaler Ebene

aus? Gibt es Erkenntnisse für eine 'best practice’ hinsichtlich der politischen

Steuerung von Integrationsprozessen? Wie sieht es mit kontraintentionalen

Effekten politischer Integrationssteuerung aus?

Willkommen sind sowohl Beiträge aus wissenschaftlicher wie auch aus

praktischer Perspektive.

Referatsangebote mit einem max. 1-seitigen Abstract werden bis zum 15.

Februar 2004 erbeten an:

Dr. Uwe Hunger

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Institut für Politikwissenschaft

Scharnhorststr. 100/ Platz der Weißen Rose

48151 Münster

email: hunger@uni-muenster.de

99


Arbeitskreis „Politik, Kultur, Sprache“

Der Arbeitskreis Politik, Kultur, Sprache explorierte mit sieben in Fragstellung

und Methodik vielfältigen Vorträgen die Thematik der politischen

Symbolik und symbolischen Politik der sog. ”Globalisierung”:

Klaus-Bernhard Roy: Globalisierung als Ideologie / Marc Schattenmann:

Die Sprachlosigkeit der Globalisierung / Christoph Weller: Die Ereignisse

am 11.9.2001: Politische Symbolik der Globalisierung oder kriegerischer

Angriff auf die USA? / Andreas Hepp: Translokale Konnektivitäten: Globale

Medienereignisse und deterritoriale politische Netzwerke / Mark Arenhövel:

Das Gedächtnis der Welt. Versuch einer systemtheoretischen Rekonstruktion

/ Harald Mey: ”Dialog der Kulturen”/”Dialog der Religionen”:

Abwehr oder Öffnung? / Wolfgang Bergem: Globale Identität? Räume,

Feinde und Vergangenheiten in zeitgenössischen Identifikationsprozessen.

Der Arbeitskreis wird die Problematik in geeigneter Form weiterverfolgen;

eine Veröffentlichung der Vorträge in ausführlicher Form und ergänzt

durch weitere Texte ist geplant.

Ein Ergebnis dieses Treffens, so der Konsens der meisten Vortragenden

und Diskutanten, ist, daß gerade für die Wahrnehmung bzw. Herstellung

von ”Globalität” und für fast alle symbolische Formen des Umgangs mit

“Globalisierungs”-Phänomenen Bildlichkeit von erheblicher, wenn nicht

entscheidender Bedeutung ist – die “globalisierte Welt” entsteht in und

durch Bilder, seien es Metaphern in der politischen Sprache, Fernsehbilder

wie die vom “11.September” oder auch aufwändig inszenierte visuelle

”Events”.

Folglich plant der Arbeit skreis Politik , Kultur, Sprache zusammen mit dem

Arbeitskreis Film und Politik - Visuelle Politik eine interdisziplinäre Tagung

unter dem Arbeitstitel “Sprachpolitik”/”Bildpolitik”. Ein erster Call for Papers

dazu und die Kontaktadresse sind im Bericht des Arbeitskreises Film und Politik - Visuelle Politik zu finden.

Sprecher des Arbeitskreis Politik, Kultur, Sprache:

Dr. Wolfgang Bergem

Bergische Universität Wuppertal, FB 2, Gaußstraße 20, 42097 Wuppertal,

Tel. (0202) 439-2769, bergem@uni-wuppertal.de

Dr. Reinhard Wesel

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Politikwissenschaft,

Postfach 4120, 39016 Magdeburg, Tel. (0391) 67-16691

Reinhard.Wesel@gse-w.uni-magdeburg.de

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Anzeige LIT-Verlag

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Arbeitskreis „Politik und Geschlecht“

Bericht des Sprecherinnen-Rates des Arbeitskreises Politik und Geschlecht

Auf der DVPW-Tagung in Mainz im September 2003 organisierte der Arbeitskreis

Politik und Geschlecht ein Panel zum Thema „Parteilichkeit, Distanzierung

oder Instrumentalisierung? Erkundungen zum Verhältnis von politikwissenschaftlicher

Frauen-/Geschlechterforschung, Frauenbewegung

und Politik“. Das Echo auf den vorab u.a. im DVPW-Rundbrief veröffentlichten

Call for Papers war sehr gut, so dass wir aus den eingesandten Abstracts

ein interessantes und anregendes Panel zusammenstellen konnten.

Auf dem Panel erhielten neben etablierten Vertreterinnen des Fachs auch

eine Reihe von Nachwuchswissenschaftlerinnen die Gelegenheit, ihre Arbeiten

zu präsentieren. Das durchweg hohe Niveau der Beiträge und der

anschließenden lebhaften Debatten bestätigen uns darin, dass wir mit dieser

Form der Nachwuchsförderung auf dem richtigen Weg sind.

Ein weiteres Thema, das uns bei der im Rahmen des Kongresses abgehaltenen

Mitgliederversammlung der DVPW beschäftigte, war die Auseinandersetzung

um die Nicht-Umsetzung des von der letzten DVPW-MV in Halle

beschlossenen Frauenförderpreises. Der scheidende Vorstand hatte diesen

Frauenförderpreis in einen allgemeinen Nachwuchspreis umgewandelt

und beschlossen, einen zusätzlichen themenspezifischen Preis auszuschreiben,

der einmalig für Arbeiten zum Thema Gender vergeben werden

soll. Der Sprecherinnen-Rat empfand diese Entscheidung als unbefriedigend,

zumal die fortbestehende Schlechterstellung von Frauen in der Politikwissenschaft

von statistischen Erhebungen immer wieder bestätigt wird.

Dies belegen nicht zuletzt die im Rahmen des DVWP-Kongresses vorgestellten

Ergebnisse einer Erhebung zur Situation des wissenschaftlichen

Nachwuchses.

Diese Situation veranlasste uns, auf der Mitgliederversammlung die KandidatInnen

für die Wahlen zu Vorstand und Beirat aufzufordern, zu ihrer Position

zur Frauenförderung und zu Beschlüssen der Mitgliederversammlung

Stellung zu nehmen. Weiterhin beantragten wir auf der Mitgliederversammlung

die Wiedereinsetzung der Beschlusslage von Halle zum Frauenförderpreis

und eine Berichtspflicht des Vorstands zur Situation von Frauen in

der DVPW sowie in der Politikwissenschaft. Während der letzte Antrag von

der MV beschlossen wurde, konnten wir uns mit unserem Antrag zum

Frauenförderpreis nicht durchsetzen. Ein weiterer, von uns eingebrachter

Antrag zur Einführung eines ermäßigten DVPW-Mitgliedsbeitrags für Erwerbslose

ergab die sicherlich für einige Mitglieder interessante Information,

dass Erwerbslose sich bereits jetzt durch einen informellen Antrag bei

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der Geschäftsführung der DVPW von der Zahlung von Mitgliedsbeiträgen

freistellen lassen können.

Bei den Wahlen zu Vorstand und Beirat wurden mit Gabi Abels und Delia

Schindler erstmalig zwei dem AK Politik und Geschlecht nahe stehende

Kandidatinnen in den Beirat gewählt. Wir gratulieren allen Mitgliedern des

neuen Vorstands und Beirats zur Wahl und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit.

Aus unserer Sicht steht dabei die Konzipierung von konkreten

Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Frauen in der DVPW und

in der Politikwissenschaft auf der Tagesordnung.

Kontakt und Information

Dagny Eggert, Pilatuspool 13, 20355 Hamburg, Tel. 040 / 3571 4560,

dagny_eggert@public.uni-hamburg.de

Hellen Fitsch, Karl-Brodrück-Str. 11, Tel. 06181 / 9456239,

hellenFitsch@web.de

Ursula E. Frübis, Freie Universität Berlin, Osteuropa-Institut, Garystr. 55,

14195 Berlin, Tel. 030/ 8385 2063, fruebis@zedat.fu-berlin

Dr. Annette Henninger, Zentrum für Sozialpolitik, Parkallee 39, 28209

Bremen, Tel. 0421/ 218 4398, A.Henninger@zes.uni-bremen.de

Prof. Dr. Ingrid Reichart-Dreyer, Technische Universität Berlin, Institut für

Gesellschaftswissenschaften und historisch-politische Bildung, Fachgebiet

Politikwissenschaft, Franklinstr. 28/29, 10587 Berlin, Tel. 030/314-

28990, reichart-dreyer@tu-berlin.de

Call for Papers für die Jahrestagung des Arbeitskreises Politik und Geschlecht

2004 vom 12. – 14.03.2004 (voraussichtlich)

Macht Erfahrung Politik?

„Erfahrung“ ist in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen analytischen

Kategorie verschiedenster kultur- und sozialwissenschaftlicher Zugangsweisen

und Disziplinen geworden, allerdings spielt die Politikwissenschaft

hier eine Ausnahmerolle. So sind im Hinblick auf Fremdheits- und Ohnmachterfahrungen

von Frauen - beispielsweise im Wissenschaftsbetrieb -

zahlreiche Studien entstanden. Doch eine Übertragung auf die Bedeutung

der unterschiedlichen Erfahrungswelten politisch engagierter ost- und

westdeutscher Frauen und ihren Handlungsweisen steht noch aus. Wir sehen

die Relevanz des Erfahrungsbegriffs für die Politikwissenschaft insofern

gegeben, als das Missachten der jeweils anderen gesellschaftspolitischen

Erfahrung eine Erklärung für Fehlschläge im politischen Institutio-

103


nentransfer liefern könnte. Wie ist es z.B. zu erklären, dass gerade politisch

engagierte ostdeutsche Frauen sich nicht weiter in den übertragenen

Westparteien einbringen konnten oder wollten?

Vor diesem Hintergrund möchten wir die Rolle der Erfahrung für das politische

Engagement von Frauen im Osten und im Westen Deutschlands zum

Thema der nächsten Tagung des AK Politik und Geschlecht im Frühjahr

2004 machen. Die Wahl des Tagungsthemas ist auch unserem Unbehagen

darüber geschuldet, dass 12 Jahre nach der deutschen Vereinigung die

Mitglieder des AK Politik und Geschlecht der DVPW immer noch zu großen

Teilen aus den alten Bundesländern stammen. Dies würden wir gerne ändern

und hoffen, mit unserer Tagung einen Anlass zum Dialog zwischen

Frauen mit Erfahrungen in beiden Teilen Deutschlands zu bieten.

Mögliche Fragen/ Zugangsweisen könnten sein:

- Wie unterscheidet sich das parteipolitische Engagement von Frauen

in Ost- und Westdeutschland?

- Welche Erfahrungen machen ost- und westdeutsche Frauen in den

Parteien?

- Warum gelangen nach wie vor nur wenige Frauen in die Spitzenpositionen

der Parteien?

- Lassen sich Veränderungen durch Quotierungsregelungen (für Frauen,

für Ostdeutsche) beobachten?

- Wie kommt es, dass der Unabhängige Frauenverband und der

Demokratische Frauenbund ostdeutsche Phänomene geblieben sind?

- Lässt sich die für Westdeutschland belegte Bedeutung von Frauennetzwerken

auch in Ostdeutschland beobachten?

Zusätzlich möchten wir in einer Abendveranstaltung jeweils eine Wissenschaftlerin

bitten, über ihre Arbeitserfahrung im jeweils anderen Teil der

Republik zu berichten, zu analysieren und zu diskutieren.

Interessierte ReferentInnen werden gebeten, bis zum 15.01.2004 ein Abstract

mit max. 200 Worten an eine der folgenden Adressen zu senden:

Ursula E. Frübis, Freie Universität Berlin, Osteuropa-Institut, Garystr. 55,

14195 Berlin, Tel. 030/ 8385 2063, fruebis@zedat.fu-berlin

Prof. Ingrid Reichart-Dreyer, Technische Universität Berlin, Institut für Gesellschaftswissenschaften

und historisch-politische Bildung, Fachgebiet

Politikwissenschaft, Franklinstr. 28/29, 10587 Berlin, Tel. 030/314-

28990, reichart-dreyer@tu-berlin.de

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Arbeitskreis „Politik und Religion“

A. Veröffentlichungen

Mathias Hildebrandt/Manfred Brocker/Hartmut Behr (Hrsg.): Säkularisierung

und Resakralisierung in westlichen Gesellschaften. Ideengeschichtliche

und theoretische Perspektiven, Wiesbaden 2001.

Manfred Brocker/Hartmut Behr/Mathias Hildebrandt (Hrsg.): Religion –

Staat – Politik: Religiöse Einflussfaktoren auf die nationale und internationale

Politik, Wiesbaden 2003.

Hartmut Behr/Mathias Hildebrandt/Manfred Brocker (Hrsg.): Politik und

Religion in einer erweiterten EU: Nationale Traditionen und religiöser Pluralismus

im Europäischen Integrationsprozess, Wiesbaden (voraussichtlicher

Erscheinungstermin: Frühjahr 2004).

Mathias Hildebrandt/Manfred Brocker/Hartmut Behr (Hrsg.): Unfriedliche

Religionen? Politisch-religiöse Konflikte in der nationalen und internationalen

Politik, Wiesbaden 2004 (voraussichtlicher Erscheinungstermin: Juli

2004).

B. Tagungen

Der Arbeitskreis hat seinen neuen Themenzyklus „Politik und Religion im

interkulturellen Vergleich“ mit der Tagung „Unfriedliche Religionen? Politisch-religiöse

Konflikte in der nationalen und internationalen Politik“ vom

11. - 13. Juli im Kardinal-Schulte-Haus in Zusammenarbeit mit der Thomas-

Morus-Akademie Bensberg unter großer Publikumsbeteiligung fortgeführt.

Die Beiträge dieser Tagung werden wie die vorangegangenen Forschungsergebnisse

des Arbeitskreises im Westdeutschen Verlag veröffentlicht.

Auf der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises während der letzten Tagung

in Bensberg wurde beschlossen, den Themenzyklus „Politik und Religion

im interkulturellen Vergleich“ im Juni/Juli 2004 abzuschließen mit einer

Tagung zum Thema:

„Friedensstiftende Religionen?

Zum Konfliktlösungspotential von Religionen

in der nationalen und internationalen Politik“

Nachdem der Gegenstand der letzten Tagung des Arbeitskreises sich mit

den konfliktprovozierenden und konfliktfördernden Aspekten von Religionen

auseinander gesetzt hat, wird sich die folgende Tagung mit den friedensstiftenden

Potentialen von Religionen und religiösen Organisationen

beschäftigen, um beide Seiten religiöser Orientierungen angemessen zu

105


erücksichtigen. Folgende Themen sollten zum Gegenstand dieser Tagung

werden:

1. Auf der ideengeschichtlichen Ebene könnten die theologischen Voraussetzungen

der unterschiedlichen Religionen im Hinblick auf ihr konfliktlösendes

und friedensstiftendes Potential hin untersucht und die Frage gestellt

werden, inwieweit die verschiedenen Religionen historisch gesehen

einen Dialog mit konkurrierenden Religionen gesucht haben und welche

Lösungsvorschläge hierbei unterbreitet wurden. In diesem Zusammenhang

könnten z. B. die (fiktiven) Religionsdialoge des Hochmittelalters zwischen

dem Christentum, dem Judentum und dem Islam ebenso untersucht werden,

wie die Vermittlungsversuche während der Religionskriege bis hin

zum Ökumenischen Dialog der Gegenwart.

2. Auf einer theoretischen Ebene böte es sich auch an, die Dialog- und Relativierungsfähigkeit

der jeweiligen Religionen unter die Lupe zu nehmen

und danach zu fragen, inwieweit sie in der Lage sind, eigene Positionen zu

relativieren oder sogar aufzugeben, um die Konfrontation mit dem religiöspolitischen

Gegner zu mildern. Dabei wären auch die Ergebnisse dieser Dialoge

kritisch zu betrachten. In diesem Zusammenhang könnte auch der

unter dem Titel ‚Weltethos‘ laufende ‚Dialog der Religionen‘ kritisch analysiert

und um eine Betrachtung des ‚Dialogs der Kulturen‘ erweitert werden.

3. Unter einem stärker empirischen Gesichtspunkt sollten auch politischreligiöse

Konfliktlösungen auf die Frage hin untersucht werden, welche

Strategien zur Beendigung von Konflikten geführt und welche Rolle dabei

die Religionen und Religionsgemeinschaften gespielt haben. Hierbei ist

insbesondere zu fragen, welche Konfliktlösungspotentiale die verschiedenen

Religionen und religiösen Akteure zu bieten haben und wie diese erfolgreich

eingesetzt werden konnten.

In diesem Zusammenhang könnten konkrete Versöhnungsprojekte zwischen

verfeindeten Parteien auf nationaler und internationaler Ebene vorgestellt

und auf ihre Voraussetzungen, Akteure und Erfolgsbedingungen

hin untersucht werden. Abschließend sollten auch Überlegungen angestellt

werden, welche politischen Ordnungsmodelle unter welchen Voraussetzungen

die friedliche Koexistenz verschiedener Religionen am besten gewährleisten

können.

Wir bitten interessierte Kolleginnen und Kollegen um die Zusendung von

Vortragsvorschlägen mit einem 1-2-seitigen Abstract bis zum 15. Januar

2004 Wir freuen uns auf ihr Interesse und hoffen wieder auf eine rege Teilnahme.

Der Tagungsort und der Tagungstermin werden spätestens im

Frühjahrsrundbrief der DVPW bekannt gegeben.

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C. Kontaktadressen

PD Dr. Hartmut Behr, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena,

Ernst-Abbe-Platz 8, 07740 Jena, Tel.: 03641 – 945493, email: hartmut.behr@uni-jena.de

Prof. Dr. Dr. Manfred Brocker, Vertreter des Lehrstuhls für Politische Theorie,

Geschwister Scholl Institut, Universität München, Tel.: 0221 – 425379,

Fax: 0221-9418851; e-mail: manfred.brocker@uni-koeln.de

Prof. Dr. Mathias Hildebrandt, Vertreter des Lehrstuhls für Politische Wissenschaft,

Universität Augsburg Universitätsstr. 10, 86135 Augsburg, Tel.:

09131 – 8526326 oder 0821 - 598 5614, Fax: 8522371, e-mail: mshildeb@phil.uni-erlangen.de

Unsere homepage:

http://www.phil.uni-erlangen.de/~p1pol/home.html >>Forschung>>

DVPW Arbeitskreis "Politik und Religion"

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Arbeitskreis „Politik und Technik“

1. Bericht über die Frühjahrstagung 2003

Die Frühjahrstagung 2003 des Arbeitskreises Politik und Technik fand statt

zum Thema

108

Technologiepolitik unter den Bedingungen der Globalisierung

vom 9.–10. Mai 2003 in Hagen.

Vor dem Hintergrund einer komplexen Mehrebenenstruktur politischer Koordinierung

von der lokalen bis zur internationalen Ebene stand im Mittelpunkt

des Workshops die Frage, welche Strategien öffentliche und private

Akteure im Hinblick auf die Form und die Effektivität der Koordination und

Steuerung technischer Entwicklungen im Kontext der Globalisierung entwickeln.

Um dieser Frage nachzugehen, wurden drei inhaltliche Schwerpunkte

gesetzt: Nationale und regionale Innovationsstrategien, staatliche

Regulierung technologischer Entwicklungen und Wandel von Staatlichkeit

als Folge der Globalisierung.

Als wesentliche Ergebnisse des Workshops können festgehalten werden,

dass durch die Globalisierung technologische Innovationsprozesse dynamisiert

werden und die Staaten untereinander zunehmend unter Standortkonkurrenz

geraten. Eine wesentliche Voraussetzung für eine internationale

technologische Wettbewerbsfähigkeit ist dabei die Integration nationaler

Sektoren und Regionen in die Weltwirtschaft, wobei feststellbar ist, dass

die Akteure auf regionaler Ebene sich in ihren Strategien verstärkt international

mit unterschiedlichem Erfolg ausrichten.

Unter den Bedingungen der Globalisierung hat die Bedeutung des Nationalstaates

dabei keineswegs ab-, sondern eher noch zugenommen, weil

nationale Technologiepolitik zum einen eine wichtige Rolle in der Unterstützung

von Internationalisierungsbemühungen regionaler Standorte und

Sektoren spielt, zum anderen weil durch Kooperationen mit anderen Staaten

und durch Stimulierung von Formen gesellschaftlicher Selbstregulierung

die regulativen Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen.

Der Nationalstaat hat also keineswegs an Handlungsfähigkeit verloren,

sondern als „Manager-Staat“ kommt ihm eine zentrale Bedeutung im

technologischen Innovationsprozess zu. Nationale Besonderheiten, wie

besondere technologische Stärken, unterschiedliche Regulierungsstile und

gesellschaftliche Interessen verhindern, dass sich eine zwischen den Staaten

einheitliche Strategie staatlicher Technologiepolitik entwickelt hat.

Die im Rahmen der Globalisierung feststellbare Ausdifferenzierung von

Handlungsebenen und der zunehmenden internationalen Ausrichtung privater

(wirtschaftlicher wie zivilgesellschaftlicher) Akteure haben nicht nur

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Herbst 2003

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zu einer erhöhten Komplexität technologischer Innovationsprozesse geführt,

sondern auch die Optionen staatlicher Politik erweitert, die jeweils

unterschiedlich genutzt werden.

Die in den Beiträgen vorgestellten empirischen Untersuchungsergebnisse

weisen darüber hinaus auf die Gefahren einer durch die Globalisierung verschärften

weltweiten Konkurrenzbeziehung und den bisherigen Formen internationaler

Regulierung hin, die die nationale Gesellschaft zunehmend

durchdringen: Regionale Studien lassen den Schluss zu, dass bereits bestehende

regionale „Leistungs“-gefälle vergrößert werden. Studien zu einzelnen

Technologiefeldern wie der Biotechnologie zeigen, dass zukünftig

mit sich verschärfenden Legitimationskonflikten zukünftig zu rechnen ist.

Sollten diese Prognosen zutreffen, wird das nicht ohne Folgen auf die wissenschaftliche

Auseinandersetzung mit Technologiepolitik bleiben. Nachdem

in den 1990er Jahren Fragen technologischer Innovationsfähigkeit die

Technikforschung dominierten, könnte die Technikfolgenabschätzung zukünftig

wieder an Bedeutung gewinnen, allerdings im Unterschied zu den

1970er Jahren nicht aus einer überwiegend nationalstaatlichen, sondern

aus einer transnationalen und intergouvernementalen Perspektive.

Interessierte können die Abstracts der einzelnen Beiträge sowie die Kontaktadressen

der AutorInnen der Homepage des Arbeitskreises Politik und

Technik entnehmen (s.u.).

(Maria Behrens)

2. ECPR General Conference 2003, Marburg, Section on „Politics and

Technology“

Internationale Präsenz hat der AK Politik und Technik durch sein Engagement

auf der zweiten allgemeinen Konferenz des European Consortium for

Political Research (ECPR) in Marburg gezeigt, die vom 18. bis zum 21.

September 2003 veranstaltet wurde. Wie auf den meisten internationalen

politikwissenschaftlichen Großkonferenzen fanden die Tagungsaktivitäten

überwiegend innerhalb von unzähligen Panels statt, die in 27 Sektionen

gruppiert waren. In der „Section 22 – Politics and Technology“, die von

Volker Schneider geleitet wurde, gab es insgesamt 9 Sitzungen (Panels)

mit breiter internationaler und interdisziplinärer Beteiligung. In den beiden

Veranstaltungen von Frank Janning und Volker Schneider ging es hauptsächlich

um politische Aspekte von Risikotechnologien, während die Panels

von Maria Behrens und Raymund Werle Referate und Präsentationen

zur Technologiepolitik auf europäischer und globaler Ebene versammelten,

womit inhaltlich an die Tagung in Hagen angeschlossen wurde. Thomas

Saretzki leitete mehrere Veranstaltungen zum Thema „Technological

Conflicts and the Democratic State“. Ein Panel zu „Technology and Regu-

109


lation“ wurde von Jacint Jordana von der Universität Pompeu Fabra (Barcelona)

durchgeführt. Aufgrund des Erfolgs dieses internationalen Austauschs

strebt der Arbeitskreis auf in Zukunft an, sich auf ECPR-Ebene zu

engagieren.

(Volker Schneider)

3. DVPW-Kongress Mainz

Veranstaltung des AK Politik und Technik zum Thema: „Technik außer Kontrolle?

Neue Technologien, neue Risiken und die Chancen ihrer politischen

Bewältigung“

Die Veranstaltung des AK Politik und Technik auf dem DVPW-Kongress

„Politik –Wissenschaft – Öffentlichkeit“ am 24. September 2003 in Mainz

wurde durch vier Vorträge strukturiert, die sich aus unterschiedlicher Perspektive

dem Veranstaltungsthema „Technik außer Kontrolle? Neue Technologien,

neue Risiken und die Chancen ihrer politischen Bewältigung“ näherten.

Dr. Ingrid Schneider (Universität Hamburg) beschäftigte sich mit

den Policy-Kontroversen bei der Verabschiedung und Umsetzung der sog.

EU-Biopatent-Richtlinie, die auch die Patentierbarkeit von „humanbiologischem

Material“ regeln soll. Politische Handlungsoptionen wurden beim

„framing“ der Policy-Diskurse über die Regulierung der Zulassung von biotechnologischen

Erfindungen skizziert. Dies ermöglicht auch die Einbeziehung

ethischer Normen als Bewertungsgrundlage für die patentrechtliche

Regulierung. D r. Gerhard Fuchs (Akademie für Technikfolgenabschätzung,

Stuttgart) kam in seinem Erfahrungsbericht über die Arbeit der Akademie

für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg demgegenüber zu

der Einschätzung, dass zwar ein großer Bedarf an Wissen über technische

Risiken und über Technikfolgen auf Seiten der politischen Entscheidungsträger

vorliegt und die entsprechenden wissenschaftlichen Einrichtungen

auch wertvolle Erkenntnisse zur Technikfolgenabschätzung beitragen

konnten. Jedoch ist die politische Bereitschaft, wissenschaftliche Einrichtungen

für die Risikoeinschätzung langfristig zu fördern, starken Schwankungen

unterworfen. D r.

Frank Janning (Universität Konstanz) wies in einem

konzeptionell orientierten Beitrag auf die Strukturierungsleistungen

von Regulierungsparadigmen für Akteurkonstellationen und Policy-

Orientierungen in Politikfeldern der regulativen Politik hin. Am Beispiel der

EU-Gesetzgebung in Problemfeldern der Risikoregulierung (Lebensmittelregulierung,

Verbraucherschutz) wies er auf die besondere Bedeutung des

Vorsorgeprinzips (precautionary principle) für die Integration und Vereinheitlichung

der Policy-Diskurse und Interessenkonflikte hin. Robert Fischer

M.A. (Universität Erlangen-Nürnberg) analysierte analog dazu die Legitimi-

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tätsprobleme bei Risikoentscheidungen auf der EU-Ebene. Wie soll entschieden

werden, wenn Experten und Sachverständige über kein sicheres

Wissen über die potentiellen Gefahren von technischen oder biotechnologischen

Innovationen verfügen? Aus dieser Problemperspektive offeriert

das Vorsorgeprinzip einen Regulierungsmodus, um Gemeinwohlanforderungen

an politische Entscheidungen, potentielle Gefahren von Risikotechnologien

und ökonomische Gewinnerwartungen miteinander abzugleichen.

(Frank Janning)

Mitgliederversammlung

Im Anschluss an die oben genannte Veranstaltung fand auf dem DVPW-

Kongress wie üblich die Mitgliederversammlung des AK Politik und Technik

statt. Maria Behrens und Volker Schneider gaben zunächst für das Sprechergremium

einen Rechenschaftsbericht über die Aktivitäten des Arbeitskreises

während der vergangenen drei Jahre (die im einzelnen in den

DVPW-Rundbriefen Nr. 123 bis 128 dokumentiert sind und auch auf der

Homepage eingesehen werden können). Sodann wurde die Entlastung des

Vorstandes ohne Gegenstimmen und Enthaltungen beschlossen. Im Rahmen

des Tagungsordnungspunktes „Wahl eines neuen Sprechergremiums“

konnten keine weiteren Kandidatinnen oder Kandidaten für das Sprechergremium

gefunden werden. Das bisherige Sprechergremium bestehend

aus Maria Behrens, Volker Schneider, Raymund Werle und Thomas Saretzki

wurde anschließend einmütig für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. In

Bezug auf das weitere Programm wurde zunächst die Durchführung einer

Nachwuchstagung im Frühjahr 2004 beschlossen (s.u.). Das Sprechergremium

hat darüber hinaus bereits eine Reihe weiterer Tagungsaktivitäten

bis zum nächsten DVPW-Kongress diskutiert. Vorschläge für Tagungen und

weitere Aktivitäten insbesondere auch in Zusammenarbeit mit anderen Arbeitskreisen

und Sektionen sind jederzeit gern willkommen.

(Thomas Saretzki)

4. Frühjahrstagung 2004: Call for Papers

Der Arbeitskreis Politik und Technik plant vom 21.–22. Mai 2004 eine

NachwuchswissenschaftlerInnen-Tagung

in Hagen oder Kassel

Eine inhaltliche Schwerpunktsetzung ist nicht vorgesehen. Vielmehr richtet

sich die Tagung allgemein an Promovierende, die sich in ihren Dissertationen

mit dem Komplex Politik und Technik auseinandersetzen. Die Tagung

111


zielt zum einen darauf ab, NachwuchswissenschaftlerInnen die Möglichkeit

zu geben, ihre Arbeiten zu präsentieren und gemeinsam zu diskutieren.

Zum anderen erhoffen sich die Sprecher des Arbeitskreises von der Tagung

neue inhaltliche Impulse für die zukünftige thematische Ausrichtung

des Arbeitskreises.

Interessierte werden gebeten, abstracts von ca. einer Seite bis zum 13.

Februar 2004 an folgende Kontaktadresse zu schicken:

Dr. Maria Behrens

Universität Kassel, FB 5 Gesellschaftswissenschaften

Nora-Platiel- Str. 1, D-34127 Kassel

Tel.: 0561/804-3107, Maria.Behrens@FernUni-Hagen.de

5. Home-Page

Die Home-Page des Arbeitskreises und die Mitgliederdatei werden von

Prof. Dr. Volker Schneider (Universität Konstanz) betreut. Aktuelle Informationen

über die Aktivitäten des Arbeitskreises finden sich über seine

Home-Page an der Fakultät für Verwaltungswissenschaften der Universität

Konstanz:

http://www.uni-konstanz.de/FuF/Verwiss/Schneider/Akpt/index.html

Neue Interessenten und alte Mitglieder des Arbeitskreises, deren Adresse

sich geändert hat, werden gebeten, ihre aktuellen Daten nach Konstanz zu

melden (volker.schneider@uni-konstanz.de).

6. Kontaktadressen

Dr. Maria Behrens, Universität Kassel, FB 5 Gesellschaftswissenschaften,

Nora-Platiel-Str. 1, D-34127 Kassel, Tel.: 0561/804-3107 oder 3145, E-

Mail: Maria.Behrens@FernUni-Hagen.de

Prof. Dr. Volker Schneider, Universität Konstanz, Fakultät für Verwaltungswissenschaft,

Fach D 81, D-78457 Konstanz, Tel.: 07531/88-2318,

Fax: 07531/88-4006, E-Mail: volker.schneider@uni-konstanz.de

Dr. Raymund Werle, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung,

Paulstr. 3, D-50676 Köln, Tel.: 0221/2767-224, Fax: 0221/2767-452, E-

Mail: werle@mpi-fg-koeln.mpg.de

Prof. Dr. Thomas Saretzki, Universität Lüneburg, Fachbereich Umweltwissenschaften,

Institut für Umweltstrategien, D-21322 Lüneburg, Tel.:

04131/78-2460, Fax: 04131/78-2464, E-mail: thomas.saretzki@unilueneburg.de

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Arbeitskreis „Politikfeldanalyse Innere Sicherheit“

1. Tagung im Rahmen des DVPW-Kongresses in Mainz

Der Arbeitskreis „Politikfeldanalyse Innere Sicherheit“ behandelte im

Rahmen des DVPW-Kongresses das Thema „Innere Sicherheit und demokratische

Öffentlichkeit. Neuausrichtung der Rolle der Wissenschaft?“. Im

Mittelpunkt der Beiträge standen Fragen der Institutionalisierung des Forschungsthemas

Innere Sicherheit innerhalb der Politikwissenschaft.

Moderation: PD D r. Hans-Jürgen Lange (Universität Marburg)

Prof . D r. Peter Nitschke (Hochschule Vechta)

Die Innere Sicherheit als Problemthema in der deutschen Politikwissenschaft

PD Dr. Hans-Jürgen Lange (Universität Marburg)

Politikfeldanalyse, Konfliktforschung oder Polizeiwissenschaften.

Perspektiven der Institutionalisierung des Themenfeldes Innere Sicherheit

in Forschung und Lehre

Dr. Hartmut Aden (Universitä t Hannover)

Innere Sicherheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit?

Geheimhaltungsklauseln im Konflikt mit wissenschaftlicher Forschung

Dr. Bernhard Frevel (FHöV NRW, Münster)

Europäisierung der Inneren Sicherheit.

Konsequenzen für die politikwissenschaftliche Polizeiforschung

Abschlussdiskussion:

Aufklärung oder Systemoptimierung: Zur Rolle der Politikwissenschaft im

öffentlichen Sicherheitsdiskurs

2. Mitgliederversammlung: Tätigkeitsbericht 2000-2003

Im Berichtszeitraum von 2000-2003 hat der Arbeitskreis neun Tagungen

durchgeführt sowie eine Sondertagung zum „11. September“. Fünf der Tagungen

fanden statt in Kooperation mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen.

Die Veranstaltungen im Einzelnen:

- 7. Workshop in 2000: im Rahmen der DGS zum Thema „Interdisziplinäre

Polizeiforschung“, veranstaltet von Prof. Dr. Günter Endruweit (Kiel)

- 8. Workshop in 2000: zum Thema „Kriminalpolitik in entgrenzten Räumen

– Konturen neuer Begrenzungen?“, veranstaltet von PD Dr. Hans-

Jürgen Lange (Marburg)

113


- 9. Workshop in 2001: zum Thema „Kriminalpolitik und Innere Sicherheit“,

veranstaltet von PD Dr. Hans-Jürgen Lange (Marburg)

- 10. Workshop in 2001: in Kooperation mit der Sektion „Staatslehre

und politische Verwaltung“ zum Thema „Wachsam und kooperativ? Der

lokale Staat als Sicherheitsproduzent“, veranstaltet von Prof. Hans-

Joachim Heuer (PFA), Prof. Dr. Karlhans Liebl (FHS für Polizei Sachsen)

und Prof. Dr. Rainer Prätorius (UBW Hamburg)

- 11. Workshop in 2001: in Kooperation mit der Sektion „Wissenssoziologie“

der DGS zum Thema „Hermeneutische Polizeiforschung“, veranstaltet

von Prof. Dr. Jo Reichertz und PD Dr. Norbert Schröer (beide

Essen)

- 12. Workshop in 2001: in Kooperation mit der „Arbeitsstelle Historische

Anthropologie“ des MPI für Geschichte an der Uni Erfurt und des

„Polizeigeschichtlichen Kolloquiums“ zum Thema „Polizei und Gewalt“,

veranstaltet von Prof. Dr. Alf Lüdtke (Erfurt) und Dr. Herbert Reinke

(Wuppertal)

- Sonderworkshop in 2002: zum „11. September“, veranstaltet von PD

Dr. Hans-Jürgen Lange (Marburg)

- 13. Workshop in 2002: zum Thema „Kustodialisierung der Inneren Sicherheit“,

veranstaltet von Gisbert van Elsbergen (Osnabrück)

- 14. Workshop in 2002: im Rahmen der DGS zum Thema „Empirische

Polizeiforschung“, veranstaltet von Prof. Dr. Jo Reichertz und PD Dr.

Norbert Schröer (beide Essen)

- 15. Workshop in 2003: zum Thema „Innere Sicherheit und demokratische

Öffentlichkeit“, veranstaltet von PD Dr. Hans-Jürgen Lange (Marburg)

In der Buchreihe „Studien zur Inneren Sicherheit“, verlegt bei

Leske+Budrich, erschienen im Berichtszeitraum vier Bände:

- 2000: Hans-Jürgen Lange (Hrsg.), Staat, Demokratie und Innere Sicherheit

in Deutschland, Band 2

- 2000: Hubert Beste, Morphologie der Macht. Urbane „Sicherheit“ und

die Profitorientierung sozialer Kontrolle, Band 3

- 2003: Hans-Jürgen Lange (Hrsg.), Die Polizei der Gesellschaft. Zur Soziologie

der Inneren Sicherheit, Band 4

- 2003: Jo Reichertz/Norbert Schröer (Hrsg.), Hermeneutische Polizeiforschung,

Band 5

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In der Bearbeitung sind die Bände:

- Hans-Jürgen Lange/Jean-Claude Schenck, Polizei im kooperativen

Staat. Verwaltungsreform und Neue Steuerung in der Sicherheitsverwaltung,

Band 6

- Gisbert van Elsbergen (Hrsg.), Wachen, kontrollieren, patrouillieren.

Kustodialisierung der Inneren Sicherheit, Band 7

- Alf Lüdtke/Herbert Reinke (Hrsg.), Polizei, Gewalt und Staat im 20. Jh.,

Band 8

- Hans-Jürgen Lange (Hrsg.), Kriminalpolitik, Band 9

und als Sonderbuch:

- Hans-Jürgen Lange (Hrsg.), Wörterbuch zur Inneren Sicherheit

Auf dem Sonderworkshop des AKIS am 11.01.2002 wurde die „10-Punkte-

Erklärung des AKIS zum 11. September“ verabschiedet, die eine Stellungnahme

zum Sicherheitsdiskurs und zur Sicherheitspolitik in der Bundesrepublik

bezog. Die Erklärung ist zu finden auf der Homepage des AKIS:

www.AK-Innere-Sicherheit.de

Die Mitgliederzahl des AKIS hat sich bis Ende September 2003 auf 195

Mitglieder erhöht.

3. Mitgliederversammlung: Arbeitsprogramm für die Jahre 2003-2006

Die Mitgliederversammlung legte drei Arbeitsvorhaben fest:

Es wird ein Tagungs- und Buchprojekt zum Arbeitsthema „Terrorismus“

bearbeitet. Veranstalter der entsprechenden Tagung und Hrsg. des Buches

wird Prof. Dr. Peter Nitschke (Vechta) sein.

Es wird ein Tagungsprojekt zum Arbeitsthema „Europäisierung der Inneren

Sicherheit und besonderer Berücksichtigung der vergleichenden Perspektive“

geplant.

Es wird ein weiteres Tagungsprojekt zum Thema „Internationalisierung der

Inneren Sicherheit“ geplant.

Genauere Arbeitspläne und Ansprechpartner werden in einem der nächsten

Mitglieder-Rundschreiben mitgeteilt. Alle drei Projekte sollen offen

sein für Kooperationen mit anderen wissenschaftlichen Arbeitskreisen und

Einrichtungen.

4. Mitgliederversammlung: Wahl des Sprechers

Auf der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises „Politikfeldanalyse Innere

Sicherheit“ in der DVPW wurde PD Dr. Hans-Jürgen Lange als Sprecher

des Arbeitskreises wiedergewählt. Die anschliessende Mitgliederversammlung

des AKIS legte fest, dass der Sprecher des DVPW-Arbeitskreises wei-

115


terhin die Sprecherfunktion für den „Interdisziplinären Arbeitskreises Innere

Sicherheit“ (AKIS) wahrnehmen soll.

5. Mitarbeit im Arbeitskreis

Alle Kolleginnen und Kollegen, die sich an der Arbeit des Arbeitskreises

beteiligen möchten und noch nicht in die Mitgliederliste aufgenommen

sind, wenden sich bitte an folgende Kontaktadresse:

PD Dr. Hans-Jürgen Lange

Philipps-Universität Marburg

Institut für Politikwissenschaft

Wilhelm-Röpke-Str. 6

35032 Marburg

Neu: Telefon, Fax, E-Mail der AKIS-Geschäftsstelle:

Tel.: 0203 / 933 14 63

Fax: 0203 / 933 13 62

E-Mail: langeh@staff.uni-marburg.de

Internet: www.AK-Innere-Sicherheit.de

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„Kölner Zeitschrift ...“

117


Arbeitskreis „PolitikON“

PolitikON ist ein kooperatives Projekt, mit dem durch die Nutzung des

Internet und anderer neuer Medien eine Vernetzung der Fachwelt sowie

eine Verbesserung der Qualität des Studiums erzielt werden soll. Die

Inhalte werden arbeitsteilig von den Projektteilnehmern erstellt. Die

Produktion der Inhalte ist der Wissenschaft verpflichtet, die Teilnahme

offen und die Ergebnisse dienen dem Austausch innerhalb der Lehre,

Forschung und Weiterbildung.

Die fünf Teildisziplinen der Politikwissenschaft werden im Projekt vertreten

durch die Konsortialpartner Prof. Dr. Everhard Holtmann (Politisches System

der Bundesrepublik Deutschland), Prof. Dr. Ralf Kleinfeld (Politische

Systeme im Vergleich), Prof. Dr. Wolfgang Leidhold (Konsortialführer, Politische

Theorie), Prof. Dr. Hanns Maull (Internationale Beziehungen) und

Prof. Dr. Jan van Deth (Methoden der Politikwissenschaft). Die Fachvertretung

der Disziplin (DVPW) wird von Prof. Dr. Hans Rattinger wahrgenommen.

Auf dem Portal (www.politikon.org) haben Sie Zugriff auf eine

wissenschaftliche Linksammlung, eine digitale Bibliothek (in Bearbeitung),

einen Newsletter und Diskussionsforen. Sie finden Informationen zu

politikwissenschaftlichen Tagungen, Stellenangeboten und –gesuchen,

politikwissenschaftlichem Studium in Deutschland, Stipendien sowie

laufenden Dissertationen und Habilitationen.

Die Lerneinheiten finden Sie im Portal unter „Unsere Angebote“ => „Inhaltsübersicht“.

Momentan ist für den Zugang zu den Lerneinheiten ein

Besucher-Login eingerichtet, so dass Sie sich problemlos einen ersten Überblick

über die bisher eingestellten Lerneinheiten aus den verschiedenen

Teilbereichen der Politikwissenschaft verschaffen können.

Um die weitere Integration des Gesamtprojekts und der Projektteilnehmer

zu fördern, haben Vorstand und Beirat der DVPW am 23. Mai 2003 die

Gründung eines Arbeitskreises PolitikON beschlossen. Prof. Dr. Rattinger

wurde dabei als Sprecher dieses Arbeitskreises bestellt. Die Stellvertreter

sind die fünf Projekt-Konsortialpartner.

Das Gründungstreffen des AK PolitikON hat im Rahmen des DVPW-

Kongresses in Mainz stattgefunden. In Zukunft soll der neue Arbeitskreis in

einem jährlichen Intervall zusammentreten. Das nächste Treffen ist für

Frühjahr 2004 geplant. Falls Sie Mitglied im neuen Arbeitskreis werden

möchten, können Sie sich per Mail (thorsten.preunkert@sowi.unibamberg.de)

anmelden. Der Standort Bamberg (Prof. Dr. Rattinger) wird

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die Mitgliederliste verwalten und Ihnen in Zukunft regelmäßig Informationen

über das Projekt und den Arbeitskreis mitteilen. Wir, das Projekt PolitikON,

würden uns über Ihr Interesse sehr freuen.

Beim Treffen des AK PolitikON haben sich die Teilnehmer darauf geeinigt,

den geschlossenen Bereich (inkl. Lerneinheiten) ab dem 1. Januar 2004 für

alle Universitäten und Fachhochschulen mit politikwissenschaftlichem

Standort zu öffnen. Zusätzlich wird allen DVPW-Mitgliedern der Zugang

ermöglicht. Parallel zu dieser Öffnung ist auch geplant, die Attraktivität des

öffentlichen Portalbereichs weiter zu erhöhen. Wir möchten Sie deshalb

herzlich bitten, uns Inhalte wie Stellenangebote, Stellengesuche, Tagungen,

Projekte, laufende Dissertationen und Habilitationen mitzuteilen, damit

wir diese umgehend in das Portal einpflegen können. Entsprechende

Inhalte können Sie gerne per Mail an die oben angeführte Adresse senden.

Ab dem Sommersemester 2004 plant PolitikON die Ausweitung seines Angebots.

Allen politikwissenschaftlichen Dozentinnen/Dozenten soll die

Möglichkeit eröffnet werden, das Portal als Kommunikationsplattform für

ihre Lehre zu nutzen. Auf dieser Kommunikationsplattform können Dozentinnen/Dozenten

einem von ihnen definierten Benutzerkreis, i.d.R. Teilnehmer

einer Lehrveranstaltung, Veranstaltungsmaterialien bereitstellen

oder ein Diskussions- und Frageforum einrichten.

Sprecher des Arbeitskreises:

Prof. Dr. Hans Rattinger, Lehrstuhl für Politikwissenschaft II, Universität

Bamberg, Feldkirchenstrasse 21, D-96045 Bamberg, Tel. 0049-951-863-

2605, Fax. 0049-951-863-2606

e-mail: hans.rattinger@sowi.uni-bamberg.de

Arbeitskreis „Politische Psychologie“

Die nächste Jahrestagung ist dem Thema

"Psychoanalyse und Ökonomie"

gewidmet und soll am 8./9. Mai im Sigmund Freud-Institut in Frankfurt/M.

stattfinden.

Informationen:

PD Dr. Hans-Joachim Busch, Sigmund Freud-Institut, "Arbeitskreis Politische

Psychologie", Myliusstraße 20, 60323 Frankfurt am Main, E-Mail: SFI-

S.Kroll@t-online.de

119


Arbeitskreis „Politische Steuerung“

1. DVPW-Kongress in Mainz

Im Rahmen des DVPW-Kongresses in Mainz veranstaltete der AK Politische

Steuerung ein Panel zum Thema "Open Method of Coordination: Politische

Steuerung unter Ausschluss der Öffentlichkeit?", die auf sehr breites Interesse

stieß. Mit Adrienne Héritier (Florenz), Wolfgang Wessels (Köln), Ingeborg

Tömmel (Osnabrück) und Patrizia Nanz (Bremen) konnten ausgewiesene

Experten gewonnen werden, die das Thema aus komplementären analytischen

Perspektiven analysierten.

Adrienne Héritier stellte in ihrem Beitrag die Frager nach der politischen

Kapazität und Effektivität neuer Steuerungskonzepte auf der Ebene der EU.

Ausgehend von verschiedenen theoretischen Erklärungsansätzen, die anhand

empirischer Beispiele illustriert wurden, betonte sie insbesondere die

Bedeutung unterschiedlicher Policy-Typen. So neue Steuerungsformen

wenig effektiv, wenn es um die Lösung von Dilemmata oder um redistributive

Politiken geht. Wesentlich höhere Erfolgschancen bestehen hingegen

bei distributiven und koordinativen Policies.

Wolfgang Wessels betonte zunächst, dass die offene Methode der Koordinierung

keineswegs so neu sei, wie der Begriff suggeriere, sondern sowohl

auf europäischer Ebene als auch in internationalen Organisationen schon

länger gebräuchlich wäre. In der EU sei die offene Methode der Koordinierung

typischerweise ein Zwischenschritt vor der Einführung weiter gehender

Regulierungsmaßnahmen. Auf der Basis empirischer Befunde verwies

Wessels auf drei Defizite der offenen Methode: die häufig fehlende Offenheit

gegenüber gesellschaftlichen Akteuren, das vielfache Ausbleiben der

erhofften Lerneffekte sowie die gegenüber den klassischen Gemeinschaftsverfahren

geringere Legitimität.

Ausgangspunkt des Beitrages von Ingeborg Tömmel war das Spannungsverhältnis

zwischen gemeinschaftlicher Politik und nationaler Autonomie.

Die offene Methode der Koordinierung, so Tömmel, trage diesem Spannungsverhältnis

auf spezifische Weise Rechnung ohne jedoch die grundlegende

Systemstruktur der EU zu verändern. Vielmehr führe die offene Methode

zu einer Ausdifferenzierung und Veränderung politischer Prozesse,

indem die Austragung politischer Konflikte in der Phase der Politikformulierung

auf den gesamten Policy-Prozess (Implementation, Evaluation) verlagert

und ausgeweitet werde.

Patrizia Nanz analysierte die legitimationstheoretischen Implikationen der

offenen Methode der Koordinierung aus der Perspektive dreier Modelle deliberativer

Demokratie (deliberativer Supranationalismus, direct deliberative

polyarchy, prozedurale Theorie öffentlicher Deliberation). Das zentrale

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Ergebnis war, dass die offene Methode in ihrer praktischen Ausgestaltung

keinem dieser normativen Modelle gerecht wird. Offen sei die offene Methode

lediglich im Hinblick auf die zu erwartenden Ergebnisse (Output und

Outcomes), nicht jedoch, was die Erzeugung von Legitimität durch öffentliches

Argumentzieren betrifft.

2. Tagung in Zürich

In Zusammenarbeit mit der Universität Zürich, Institut für Politikwissenschaft,

Abteilung Internationale Beziehungen führte der Arbeitskreis am

10. und 11. Oktober 2003 einen Workshop zum Thema Taking Stock: Potential

and Limits of Selfregulation - Private Actors in Theory and Practice

durch. Im Zentrum standen Fragen des Leistungsvermögens und der Grenzen

freiwilliger, privater Selbstregulierung. Tagungsprogramm:

Introduction

Dieter Ruloff and Dirk Lehmkuhl

Social and Labour Standards

Chair: Eva Senghaas-Knobloch (University Bremen)

Reiner Hengstmann (Puma Global Head Environmental & Social Affairs)

"Puma's Experience With Voluntary Codes of Conduct in Social and Labour

Affairs"

Keith Ewing (Kings College, London)

"The Next Step: Contracts Between Unions and TNCs"

Janelle Diller (ILO) "What Governments Can Do"

Virginia Haufler (University Maryland)

"Pushing the Limits:" The Political Environment for Industry Self-

Regulation"

Environmental Standards

Chair: Dirk Lehmkuhl (University Zurich)

Christian Kornevall (ABB, Head of Sustainability Affairs)

"ABB's Experience With Voluntary Codes of Conduct in Environmental Affairs"

Miriam Behrens (Pro Natura/Friends of the Earth Switzerland)

"A Call for Mandatory Corporate Social Responsibility"

Klaus Dieter Wolf (University Darmstadt)

"Some Normative Considerations on Voluntary Self-Regulation"

121


Finance

Chair: Markus Stierli

Hans-Peter Bauer (Global Head Regulatory Policy UBS)

"The Financial Sector's Impact on Business Self-Regulation"

Franck Amalric (Center for Corporate Responsibility and Sustainability, Uni

Zurich)

"Voluntary Codes: Just One or The Way to Achieve Responsibility and Sustainability"

N. Craig (Financial Times "FT4Good") "Responsibility Rankings"

Concluding Remarks

Dieter Ruloff and Dirk Lehmkuhl

3. Call for Papers

Der Arbeitskreis Politische Steuerung veranstaltet von 23.-25. April 2004

einen internationalen Workshop zum Thema Sources of Cross-national Policy

Convergence. Die Veranstaltung wird in englischer Sprache abgehalten.

Beiträge sollten sich auf die folgenden Fragestellungen beziehen:

In view of growing economic and institutional interlinkages between nation

states, it is generally assumed that there is an overall trend towards increasingly

similar policies across countries. Comparative research on the

domestic impact of globalization and European integration, however, reveals

that policy convergence can hardly be considered as a dominant and

uniform tendency which can be taken for granted. Although a number of

factors have been suggested in order to account for the rather mixed empirical

picture, we still have limited knowledge about the causes and conditions

of cross-national policy convergence. In particular, the central

mechanisms and conditions affecting both degree and level of crossnational

policy convergence are yet not well understood.

It is the objective of the workshop to analyze the degree of policy convergence

across countries and to identify the underlying driving forces. In this

context, the particular emphasis is placed on two aspects: First, to what

extent and in which direction can we empirically observe a convergence of

national policies? If yes, in which areas and for which patterns of policy is

convergence more or less pronounced? Second, what are the major driving

forces of policy convergence in this respect?

Englische Abstracts können bis spätestens 1. März 2004 bei Katharina

Holzinger (holzinger@mpp-rdg.mpg.de) eingereicht werden.

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Kontaktadressen des Arbeitskreises:

PD Dr. Katharina Holzinger

Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern

Poppelsdorfer Allee 45, D- 53115 Bonn

Tel.: 0049 228 9141647

Prof. Dr. Christoph Knill

Universität Jena, Institut für Politikwissenschaft

Ernst-Abbe-Plath 8, D-07749 Jena

Tel.: 49 3641 945450, Fax: 49 3641 945452

Dr. Dirk Lehmkuhl

Universität Zürich; Institut für Politikwissenschaft, Abt. Intern. Beziehungen

Seilergraben 49; CH - 8001 Zürich; Tel: 0041 1 6326364

Email: psw@mpp-rdg.mpg.de

123


Arbeitskreis „Postsozialistische Gesellschaften“

1. Tagungsbericht Während des DVPW-Kongresses in Mainz hat am 24. und 25. September

2003 die Tagung: „Der Einfluss kultureller Faktoren auf die politische und

ökonomische Transformation postsozialistischer Gesellschaften“ stattgefunden.

Organisiert wurde sie von Timm Beichelt, Frank Bönker und Jan

Wielgohs (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder).

Der einleitende Beitrag von Frank Bönker und Jan Wielgohs zeigte auf,

dass die kulturelle Seite von Transformationsprozessen bisher in der Forschung

häufig vernachlässigt wurde. Wenn kulturelle Faktoren einbezogen

werden, dienen sie nicht selten als Residualkategorie und werden überwiegend

als Störfaktoren bewertet. Dabei gibt es nach Meinung der Referenten

durchaus Anlass, kulturelle Faktoren als Quelle für einen „kreativen

Optimismus“ zu betrachten. So waren nicht alle Elemente der sozialistischen

Kultur hinderlich für die Systemtransformation, da beispielsweise in

der defizitären Wirtschaft individuelle Eigeninitiative überlebensnotwendig

war. Auch verkennt die bisher dominierende Sichtweise die Heterogenität

der Kultur in einem Land und zwischen den MOE-Ländern, die schon während

des sowjetsozialistischen Regimes bestand. Schließlich hat der Verlauf

der Systemtransformation selbst in den 90er Jahren zu einer Weiterentwicklung

in der Kultur der einzelnen Länder geführt. Diese Unterschiedlichkeit

der „Kulturen“ auf der Einstellungsebene vergleichend zu erfassen

und in ihrer Wirkung auf verschiedene Dimensionen des Politischen, auch

verschiedene Politikfelder zu untersuchen, war nicht nur das Thema dieser

Tagung, sondern ist gleichzeitig die Zielsetzung eines geplanten interdisziplinären

Forschungsprojekt an der Europa-Universität Viadrina.

In den Beiträgen der Tagung wurden zwei Bereiche näher beleuchtet. Das

erste Panel war dem Wirkungszusammenhang von Kultur und Staat gewidmet.

Die präsentierten Beiträge fassten den Kulturbegriff weiter. Sie

gingen von einem modernisierungstheoretisch begründeten Strukturtyp

aus oder bezogen zusätzlich zur Einstellungsebene die Verhaltensebene

politischer Akteure ein. Martin Brusis untersuchte für Bulgarien, die Tschechische

Republik und Ungarn, wie sich verschiedene institutionelle Kulturen

im Vergleich zu den Variablen Parteiensystem und EU-

Anpassungsdruck auf die Regierungsweise der Exekutive auswirken. Er

kam dabei zu dem Ergebnis, dass der Einfluss der Kultur, verstanden als

patrimonialer oder bürokratischer institutioneller Kulturtyp, relativ wenig

zur Erklärung der Beziehung zwischen Regierung und Verwaltung beiträgt.

Deshalb plädierte Martin Brusis für eine Neufassung auf konzeptioneller

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Ebene und hob verschiedene „Regierungsrollenmodelle“ hervor, die durch

die Typen kommunistischer Herrschaft ebenso wie durch politische Entscheidungen

und Verfassungsreformen am Beginn der politischen Transition

geprägt worden waren. Auch Astrid Lorenz schränkte die Wirkkraft politischer

Kultur auf der Einstellungsebene ein. Trotz einer vergleichsweise

ähnlichen politischen Kultur auf der Einstellungsebene ist es in Weißrussland

im Gegensatz zur Ukraine und Russland zu einem frühen Rückfall in

ein autoritäres Regime gekommen. Vor allem das Verhalten und die Entscheidungen

zentraler politischer Akteure, eine für die Herausbildung von

Pluralismus wenig förderliche gesellschaftliche Homogenität des spätsowjetischen

Weißrussland, das Mehrheitswahlsystem und die zunehmende internationale

Isolierung haben zu dieser Entwicklung geführt. Um die Besonderheiten

nationaler politischer Kulturen ging es auch in dem Beitrag

von Helmut Fehr. Legitimitätskonflikte der neuen Eliten in Tschechien und

Polen stellen für ihn eine Gefahr für die Weiterentwicklung der neuen Demokratien

dar. Die für die postsozialistischen Länder typische verschwommene

Verortung im ideologischen Spektrum von Liberalismus,

Konservatismus und Sozialdemokratie unterhöhlt die Legitimität der Eliten

ebenso wie ihr technokratisches, mehr an Partikularinteressen denn am

Gemeinwohl und anderen ethischen Normen orientiertes Verhalten.

Das zweite Panel kreiste um den Wirkungszusammenhang von Kultur und

Wirtschaft. Auch hier war das Ergebnis im Hinblick auf die Wirkkraft kultureller

Faktoren ambivalent. In einer umfassenden empirischvergleichenden

Analyse postsozialistischer Länder konnte Tatjana Rudi

zeigen, dass der Zusammenhang von sozialem Kapital und Wirtschaftswachstum

weniger eng war als gemeinhin in der Forschungsliteratur angenommen.

Die in Anlehnung an Robert Putnam gewählten Variablen Netzwerke,

soziales Vertrauen und Normen waren in ihren nationalen Ausprägungen

weder kohärent noch ließen sich Unterschiede im BIP und Reformindex

durchgängig mit ihnen erklären. Anschließend ging Heiko Pleines in

einer Fallstudie zur russischen Unternehmensbesteuerung der Frage nach,

inwieweit die jeweilige Wirtschaftskultur ein Hemmnis für die Umsetzung

von Reformen darstellt. Die Demonetarisierung der Steuerzahlungen und

die weit verbreiteten Steuerhinterziehungen waren demnach in Russland

nicht nur das Ergebnis der Wirtschaftskultur, verstanden als Einstellungs-

und Verhaltensmuster auf der Seite der Steuerbeamten wie der Unternehmen.

Vielmehr hat auch der politisch-institutionelle Rahmen entsprechende

Anreize gesetzt.

Die weiteren Beiträge hoben hingegen wiederum die hohe Bedeutung nationaler

kultureller Faktoren auch im Kontext der bevorstehenden EU-

Osterweiterung mit dem einhergehenden Anpassungsdruck hervor. Der

125


polnische Wirtschaftswissenschaftler Jacek Kochanowicz sah als wesentliche

Elemente der politischen Wirtschaftskultur unter anderem eine parochial

anmutende Familienbezogenheit einhergehend mit einer Aversion gegen

große Institutionen, ein Gefühl „moralischer Solidarität“, einen anarchischen

Kollektivismus, die Zwiespältigkeit und damit Heterogenität der

Unternehmerorientierungen. Wie er ging auch der ungarische Sozialwissenschaftler

Janos Matyas Kovacs davon aus, dass sich die nationalen Ökonomien

der erweiterten Europäischen Union zu Hybriden entwickeln

werden, in der alte und neue wirtschaftskulturelle Elemente zusammenwirken.

Entsprechend den unterschiedlichen Akzentsetzungen in den einzelnen

Beiträgen kreisten die Diskussionen um mehrere Aspekte. Umstritten

blieb, wie der Begriff der Kultur zu fassen sei. Für eine Beschränkung des

Kulturbegriffs auf die Einstellungsebene wurde das Argument der besseren

empirischen Nachprüfbarkeit angeführt. Verhalten wird dann als abhängige

Variable bestimmter Einstellungsmuster gesehen. Die Anhänger eines weiter

gefassten Kulturbegriffs hoben dagegen hervor, dass bestimmte Einstellungsmuster

nicht automatisch mit einem entsprechenden Verhalten

von politischen Akteuren oder Individuen einhergehen. Auch lassen sich

bestimmte Aspekte, wie die Einhaltung gesetzter Regeln und damit die

Rechtsstaatlichkeit einer Demokratie nur schwer ohne die Einbeziehung

von Verhalten analysieren. Darüber hinaus kritisierten insbesondere die

Wissenschaftler aus postsozialistischen Ländern die einseitig negative,

moralisierend-abwertende Betrachtung der postsozialistischen Kultur, die

sich mit dem bevorstehenden EU-Beitritt noch verstärkt hat. In engem Zusammenhang

damit wurde mehrfach die im Eingangsvortrag formulierte

Forderung aufgegriffen, die Kulturforschung müsse stärker als bisher die

jeweilige nationale Mischung aus vorsozialistischen und sozialistischen

Traditionen wie aus neueren Entwicklungen im Laufe der Systemtransformation

und damit die Heterogenität der Kulturen in den Blick nehmen.

2 . Neuere und geplante Veröffentlichungen

Susanne Kraatz/Silvia von Steinsdorff (Hrsg.): Parlamente und Systemtransformation

m postsozialistischen Europa, Opladen 2002

Klaus Ziemer (Hrsg.): Wahlen in postsozialistischen Gesellschaften, Opladen

2003

Themenschwerpunkt der Zeitschrift Osteuropa (Heft 5/2003)

Politische Partizipation von Frauen im postsozialistischen Mittel- und Osteuropa,

hg. von Susanne Kraatz, Dorothée de Nève, Silvia von Steinsdorff

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Herbst 2003

Nr. 129


Herbst 2003

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Ergebnisse der Tagung „„Der Einfluss kulturelle r Faktoren auf die politische

und ökonomische Transformation postsozialistischer Gesellschaften“

werden voraussichtlich als Themenschwerpunkt der Zeitschrift Osteuropa

veröffentlicht.

3. Call for papers

Tagung Einfluss informeller Strukturen und nicht legitimierter

Akteure auf die politische und wirtschaftliche Transformation

in Osteuropa

Vorbereitungsteam: Astrid Lorenz, Dorothée de Nève, Dieter Segert, Silvia

von Steinsdorff.

Termin: voraussichtlich Ende Juni/Anfang Juli 2004

Konferenzsprachen Deutsch, Englisch (keine Übersetzung)

Einfluss nicht demokratisch legitimierte Akteure auf Politik und Wirtschaft

/ Zusammenwirkung informelle Strukturen und formale Institutionen im

Systemwechsel / kompensative Wirkung informeller Einflüsse auf Transformationsprozesse

hinsichtlich bestehendee Funktionsdefizite und -

mängel versus delegitimierende oder dysfunktionale Wirkung

- Konzeptionelle Diskussion

In einem ersten Schritt wird es darum gehen, die für das Thema (scheinbar)

zentralen Phänomene begrifflich zu klären und ihre Wirkung auf Transformationsprozesse

beziehungsweise instabile/hybride politische Systeme

zu theoretisch zu diskutieren. Hierzu gehören die Begriffe formelle Institutionen

bzw. informelle institutionelle Arrangements, Klientelismus und

Lobbyismus, Netzwerke, Seilschaften, Korruption, politische Kultur.

- Einfluss auf politi cs

Anschließend soll zweitens das informelle Agieren innerhalb institutioneller

Strukturen (z. B. in Parlamenten) und dessen Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse

in vergleichender Perspektive untersucht werden.

- Einfluss auf policy out comes

Drittens soll anhand ausgewählter Prozesse (z. B. Privatisierung), der Einfluss

nicht legitimierter Akteure auf das policy outcome (von der „verlogenen

Gleichheit“ zur „schreienden Ungleichheit“) untersucht werden.

Die genaue Agenda wird durch die angemeldeten Paper bestimmt, wobei

die Beitragenden sowohl vergleichende als auch case studies vorschlagen

können. Die Vorschläge (ca. 1 Seite) sollen bis spätesten 30. November

2003 an Dorothée de Nève geschickt werden: deneve@politik.uni-halle.de

127


4 . Adressen der Sprecherinnen und Sprecher des Arbeitskreises

Dr. Susanne Kraatz

Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung

Seckenheimer Landstraße 16, 68163 Mannheim

E-Mail: susakraatz@t-online.de

Dr. Dorothée de Nève, Juniorprofessorin

Institut für Politikwissenschaft

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

06099 Halle/Saale

Tel.: 0345/ 55 -242 19

Fax: 0345/ 55 -271 45

E-mail: deneve@politik.uni-halle.de

Home: http://www.politik.uni-halle.de/deneve

PD Dr. Silvia von Steinsdorff

Institut für Sozialwissenschaften

Politikwissenschaften/ Komparatistik – Osteuropa

Humboldt-Universität zu Berlin

Unter den Linden 6, 10117 Berlin

Tel 030/ 2093 -1525 oder -1532

E-mail: silvia.von.steinsdorff@hu-berlin.de

Home: http://www2.rz.hu-berlin.de/osteuropa/

Homepage des Arbeitskreises:

http://www.postsozialistische-gesellschaften.de

SprecherInnen-Wahl:

Im Rahmen der Tagung 2004 werden die nächsten SprecherInnen-Wahlen

des Arbeitskreises stattfinden.

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Arbeitskreis „Systemwechsel“

1. Veröffentlichungen

Zum Winter 2003/2004 werden die Ergebnisse der 8. Tagung des AK vom

Dezember 2002 in Form eines Sammelbandes zum Thema „Wohlfahrtsstaatliche

Politiken in jungen Demokratien“ erscheinen.

„Wohlfahrtsstaatliche Politiken in jungen Demokratien“.

Leske+Budrich, Opladen, 2003.

Inhalt

Aurel Croissant, Gero Erdmann und Friedbert W. Rüb

Wohlfahrtsstaat und Transformation: Einleitung

Manfred G. Schmidt: Wohlfahrtsstaatliche Politik in jungen Demokratie

Mirko Krück & Wolfgang Merkel: Soziale Gerechtigkeit und Demokratie

Mark Arenhövel: Wege aus dem Tal der Tränen – Sozialphilosophische

Überlegungen zu sozialer Gerechtigkeit und Wohlfahrtsstaat im

demokratischen Übergang

Hans-Jürgen Burchhardt: Neue Konturen internationaler Sozialpolitik: Paradigmenwechsel

am Horizont?

Claudia Matthes: Die Reform der Kranken- und Rentenversicherung in

Ostmitteleuropa – Policy-outcomes und politisch-institutionelle Konstellationen

Matthias Freise & Annette Zimmer: Der Dritte Sektor im wohlfahrtsstaatlichen

Arrangement der post-sozialistischen Visegrád-Staaten

Oksana Sinyavskaya: Pensions in Russia

Johannes Jäger: Konzeptionelle Anmerkungen zur Analyse wohlfahrtsstaatlicher

Politik. Lateinamerika im globalen Kontext

Jörg Faust, Hans-Joachim Lauth & Wolfgang Muno: Demokratisierung und

Wohlfahrtsstaat in Lateinamerika: Querschnittsvergleich und Fallstudien

Linda Helfrich: Geschlechtsspezifische Konsequenzen der Privatisierung

sozialer Sicherheit: Das Beispiel der Pensionssystemreformen in ausgewählten

lateinamerikanischen Ländern

Aurel Croissant: Wohlfahrtskapitalismus und Demokratisierung in Ostasien

Siegmar Schmidt: Wohlfahrtspolitik in (Post-) Apartheid’s Südafrika

Gero Erdmann: Wohlfahrtsstaatliche Politik im südliches Afrika: Die Beispiele

Zambia und Malawi

129


Aurel Croissant, Gero Erdmann und Friedbert W. Rüb: Schlussbetrachtungen

2. Tagungen

Für den Herbst 2004 plant der Arbeitskreis eine internationale Tagung mit

Referenten aus dem deutschsprachigen Raum und Nordamerika zum

Thema „30 Years of Third Wave“. Sobald noch offene organisatorische

Fragen geklärt sind, werden die Mitglieder des AK über den Verteiler

informiert.

Außerdem sind die Sprecher der Arbeitskreise „Systemwechsel“ und

„Interkultureller Demokratievergleich“ sowie der Sektion „Vergleichende

Politikwissenschaft“ auf dem DVPW-Kongress in Mainz übereingekommen,

zwei Tagungen zum Thema „Horizontale und vertikale Gewaltenteilung“

durchführen. Dabei sollen westliche Demokratien mit „hybriden“ oder

„defekten“ Systemen und, sofern thematisch sinnvoll und methodisch

möglich, mit Autokratien verglichen werden. Im Jahr 2005 soll mit einer

Tagung zum Thema „Vertikale Gewaltenteilung“ begonnen werden. Dabei

stehen neben theoretischen und konzeptionellen Überlegungen und

methodischen Fragestellungen empirische Studien im Vordergrund.

Willkommen sind dabei auch interkulturell vergleichende Studien. Im

Folgejahr sollen Probleme horizontaler Gewaltenteilung bzw.

Gewaltenhemmung im Vordergrund stehen.

3. Kontaktadressen

Alle Kolleginnen und Kollegen, die sich an der Arbeit des Arbeitskreises

beteiligen möchten und noch nicht in die Mitgliederliste aufgenommen

sind, wenden sich bitte an folgende Kontaktadresse:

Dr. Aurel Croissant

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Institut für Politische Wissenschaft

Marstallstr. 6, 69117 Heidelberg

Tel.: 06221 / 542884, Fax: 06221 / 542896

E-mail: aurel.croissant@urz.uni-heidelberg.de

Internet: www.systemwechsel.com

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Arbeitskreis „Umweltpolitik / Global Change“

Rechenschaftsbericht des Vorstands 2000-2003 (Frank Biermann/Klaus

Jacob)

Frank Biermann, Vrije Universiteit Amsterdam, berichtete während der

Mitgliederversammlung über die Tätigkeit des Vorstands des Arbeitskreises

von 2000-2003. Er betonte (i) die zunehmende Professionalisierung

des AK u.a. durch die Einrichtung einer neuen, englischsprachigen Website

www.environmental-policy.de, (ii) die thematische Verbreiterung des AK

mit Blick auf die weltweite Global-Change-Debatte, was u.a. durch die entsprechende

Umbenennung des AK zum Ausdruck kam; (iii) die wachsende

Internationalisierung durch die Ausrichtung internationaler Tagungen, vor

allem der Berlin Conferences (s.u.); sowie die (iv) Bemühungen um die

Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Hauptschwerpunkte des AK waren im Berichtszeitraum die drei Jahrestagungen,

die als internationale Großkonferenzen konzeptualisiert worden

waren: die “Berlin Conferences on the Human Dimensions of Global Environmental

Change”.

- An der 2001 Berlin Conference zum Thema “Global Environmental

Change and the Nation State” nahmen 166 Teilnehmer aus 28 Ländern

teil. Key notes wurden gehalten von Bundesumweltminister Jürgen Trittin

und dem Direktor des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer. Der

eingeworbene Drittmitteletat war 51.000 EUR.

- An der 2002 Berlin Conference zum Thema “Knowledge for the Sustainability

Transition: The Challenge for Social Science” nahmen 220 Wissenschaftler(innen)

aus 29 Ländern teil. Die Zahl der eingereichten

Abstracts hatte sich gegenüber der vorherigen Konferenz verdoppelt.

Als Keynote speakers konnten mehrere Vorsitzende internationaler

Forschungsprogramme gewonnen werden, u.a. des International Human

Dimensions Programme on Global Environmental Change und des

Intergovernmental Panel on Climate Change.

- Die 2003 Berlin Conference zum Thema “Governance for Industrial

Transformation” wird am 5. und 6. Dezember 2003 stattfinden. Aus

den rund 120 eingereichten Abstracts wurden ca. 70 ausgewählt. Als

Keynote-Sprecher sind u.a. Herr Staatssekretär Baake (BMU) und Prof.

Vellinga (IHDP-IT) gewonnen worden. Weitere Einzelheiten zum Programm

können von der Webseite des AK entnommen werden.

Die Ergebnisse der Berlin Conferences sind auf www.environmentalpolicy.de

abrufbar.

131


Gemeinsam mit dem AK Politik und Technik wurde am 27. und 28.9.2002

an der Universität Lüneburg eine Tagung zum Thema "Energie-, Umwelt-

und Technologiepolitik: Möglichkeiten und Grenzen einer ökologischen

Modernisierung" durchgeführt.

Eine Reihe von weiteren Veranstaltungen wurden vom AK Umweltpolitik/Global

Change unterstützt, so die Hamburger Konferenz „Does Discourse

Matter? Discourse, Power and Institutions in the Sustainability

Transformation“, die von den AK-Mitgliedern Peter H. Feindt und Angela

Oels (beide Universität Hamburg) veranstaltet wurde und vom 11.-13. Juli

2003 stattfand. Aus ca. 60 abstracts wurden 30 Vorträge und 10 Poster

ausgewählt. Die strikt auf 80 begrenzten Teilnehmer aus aller Welt kamen

aus 16 Ländern. Keynote Sprecher waren Maarten Hajer (Universität Amsterdam),

Thomas Risse (FU Berlin), Michael Shapiro (Universit of Hawaii)

und Roger Keil (York University, Toronto). Eine Publikation der Tagungsergebnisse

ist in Vorbereitung. Weitere Informationen sind unter

www.agchange.de abrufbar.

Für die 44. Jahrestagung der International Studies Association (ISA) vom

25.2.-1.3.2003 in Portland (USA) wurden zwei Panels unterstützt, zu den

Themen “Institutions and the Production of Knowledge for Environmental

Governance” und “Knowledge and Institutions: Empirical Evidence from

Marine Systems”.

Insgesamt hat der AK eine erhebliche Mobilisierung erreichen können. Die

Zahl der Mitglieder der Mailingliste des AK stieg im Berichtszeitraum von

80 auf 192.

Im Anschluss an den Rechenschaftsbericht und eine intensive Diskussion

wurde der bisherige Vorstand des AK von den Mitgliedern entlastet. Frank

Biermann erklärte, dass er wegen seiner Berufung auf eine Professur in

Amsterdam den AK nicht weiter als Sprecher vertreten kann, und dankte

den Vorstandsmitgliedern und allen AK-Mitgliedern für ihre Mitarbeit in

den letzten drei Jahren.

Wahl des neuen Vorstands

Die Mitgliederversammlung des AK wählte einen neuen Vorstand für den

Zeitraum von 2003-2006. In der nachfolgenden Wahl wurden von sechs

Kandidat(inn)en fünf in den Vorstand gewählt:

Prof. Dr. Frank Biermann, Vrije Universiteit Amsterdam

Dipl.-Pol. Per-Olof Busch, Freie Universität Berlin

Dr. Peter H. Feindt, Universität Hamburg

Dr. Klaus Jacob, Freie Universität Berlin

Dr. Angela Oels, Universität Hamburg

Dr. Ulrich Brand, Universität Kassel, wurde nicht gewählt.

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In einem getrennten Wahlgang wurde Dr. Klaus Jacob zum verantwortlichen

Sprecher des AK gewählt.

Zu den Schwerpunkten der Arbeit des nächsten Vorstandes gehören:

- die Weiterentwicklung der Berlin Conferences und die weitere Verknüpfung

mit internationalen Forschungszusammenhängen,

- die Durchführung einer Summer School für Doktoranden,

- die Intensivierung der Zusammenarbeit mit anderen Arbeitskreisen der

DVPW, insbesondere eine gemeinsame Tagung mit dem AK Politik und

Technik (voraussichtlich in Hamburg),

- die Herausgabe einer Publikation zu einer Übersicht zum Stand der politikwissenschaftlichen

Forschung im Bereich der Umweltpolitikanalyse.

Die Mitglieder der DVPW bleiben eingeladen, sich an diesen Vorhaben zu

beteiligen und weitere Vorschläge und Kritik zu äußern.

Kontaktinformationen über www.environmental-policy.de oder Klaus Jacob

jacob@zedat.fu-berlin.de oder Telefon ++49 (0)30 83854492.

Bericht von der internationalen Fachtagung ‚Does Discourse Matter?

Power, Discourse and Institutions in the Sustainability Transition’,

11.-13. Juli 2003, Haus Rissen, Hamburg

Vom 11.-13. Juli 2003 fand in Hamburg die internationale Fachtagung

‚Does Discourse Matter? Power, Discourse and Institutions in the Sustainability

Transition’ statt. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

im Rahmen des Programms Sozial-ökologische Forschung finan-

zierte Tagung wurde von Peter H . Feindt und Angela Oels (FSP BIOGUM

bzw. Institut für Politische Wissenschaft der Universität Hamburg) organisiert

und fand in Kooperation mit dem Arbeitskreis Umweltpolitik/Global

Change der DVPW sowie der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome

statt. Auf dem Tagungsprogramm standen neben den Eröffnungsreden und

einer abschließenden Auswertungssession sechs Plenarvorträge, 26

Workshopsvorträge und acht Posterpräsentationen. Die Hälfte der ca. 80

Teilnehmer reiste aus dem Ausland an – die meisten davon aus Großbritannien,

den USA, Australien und Kanada, weitere aus der Schweiz, der

Türkei, Schweden, Norwegen, Italien, Spanien, Portugal, Südafrika und

Brasilien. Die begrenzte Teilnehmerzahl und die Unterbringung aller Teilnehmer

im Haus Rissen sorgte für eine ungewöhnlich intensive, anregende

Arbeitsatmosphäre. Eine Kunstinstallation der Berliner Künstlerin Tina

Schwichtenberg machte das Tagungsthema auch visuell erlebbar.

Im Mittelpunkt der Tagung stand die Auseinandersetzung mit Theorien und

Methoden der Diskursanalyse und ihrem besonderen Beitrag zur Nachhal-

133


tigkeitsforschung. Im ersten Teil der Tagung wurde zunächst eine Klärung

der vielfältigen Diskursbegriffe vorgenommen. Auf dieser Basis wurden die

Möglichkeiten und Grenzen konstruktivistischer Ansätze für die Umweltpolitikforschung

diskutiert. Im Gegensatz zur herkömmlichen Umweltforschung

werden naturwissenschaftliche ‚Fakten‘ hier als historisch kontingente

Realitätskonstruktionen und Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse

thematisiert und die Frage nach den politischen und gesellschaftlichen

Auseinandersetzungen bei der Konstruktion umweltpolitischer Themen

und Politik in den Vordergrund gerückt. Auf der Tagung sollten drei

Fragekomplexe diskutiert werden: Erstens wurde danach gefragt, welche

theoretischen Konzepte geeignet sind, die symbolische und die materielle

Komponente des Diskursbegriffes konzeptionell zu verbinden. Zweitens

wurde nach diskursanalytischen Konzepten gesucht, die dem Wandel des

Politischen von Government in Richtung einer Governance Rechnung tragen

und komplexe Mehrebenenbeziehungen berücksichtigen können. Drittens

wurde nach dem Potenzial der Diskursanalyse für die empirische Politikfeldanalyse

und für die praktische Politikberatung gefragt.

Im Eröffnungsplenum grenzte Maarten Hajer (University of Amsterdam,

Niederlande) Diskursbegriff von den Konzepten der Deliberation (Habermas)

und der Diskussion (Arguing im Gegensatz zu Bargaining im Rational

Choice-Paradigma) ab. Rückblickend zeigte Hajer das Potenzial und die

Perspektiven diskusanalytischer Politikanalyse auf, die insbesondere die

Prozesse der Formation von Präferenzen in Bezug auf Politikinhalte, der

Herausbildung von Politikfeldern und von institutionellen Arrangements in

den Blick nimmt. Haje r zufolge ist es dabei die Stärke der Diskursanalyse,

dass sie auf die Rolle von Sprache/Ideen in der Politik aufmerksam macht,

den Wettstreit um die Deutungshoheit über Begriffe transparent macht und

aufzeigt, wie Sprache/Ideen in soziale Praktiken eingebettet sind. In seiner

Replik fragte Thomas Saretzki insbesondere nach den erkenntnis- und

institutionentheoretischen Voraussetzungen des diskursanalytischen Programms.

Thomas Risse ( Freie Universitä t Berlin) machte in seinem Beitrag

darauf aufmerksam, dass – wo die Überzeugungsarbeit fruchtet – es zu

Lernprozessen kommen kann, die Interessen und vielleicht gar Identitäten

transformieren. Dies könne auch noch von Rational Choice Theorien beschrieben

werden, und hier läge ihm zufolge die Anschlussfähigkeit zu

konstruktivistischen Theorieansätzen. Insbesondere das Konzept der Institution

als ‚geronnene’ Ideen und als Gatekeeper für die Gestaltung von

Diskursen könne Risse zufolge als Bindeglied eines theoretischen Brückenschlages

zwischen Rational Choice und Konstruktivismus dienen.

Cord Jakobeit betonte in seiner Replik demgegenüber die Bedeutung real-

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politischer und ressourcenorientierte Argumente für die Politikanalyse, die

nicht zu kurz kommen dürften.

Eine Reihe von Beiträgen verstand unter Diskurs jedoch im Anschluss an

Foucault eine spezifische Realitätsdeutung und -koproduktion, die sich aus

symbolischen Kategorien und Klassifizierungen einerseits und dabei implizierten

sozialen Praktiken andererseits zusammen setzt. Foucaults dezentrales

Konzept von Macht verortet die Reproduktion von Herrschaftsverhältnissen

nicht zuletzt in der Sphäre alltäglicher Praktikenund betont dabei

die relationale Komponente des Diskurses.

Dass eine diskursanalytische Lesart aber auch neue Perspektiven im Bereich

der Ideengeschichte und der politiusche Theorie eröffnen kann, demonstrierte

Michael J. Shapiro (University of Hawai’i, USA) in seinem Plenarvortrag,

der sich mit der Konstruktion der nordamerikanischen Geographie

in den Schriften der ‚Gründerväter‘, insbesondere Jeffersons auseinander

setzte. Shapiro zeichnete einen Bogen von Jeffersons Programm einer

systematischen Landvermessung als Abstrahierung der vorgefundenen

Landschaft, der Praxis der Enteignung und Vertreibung der eingeborenen

Bevölkerung als deren weiterer Kontext, bis hin zu Bildern und Erzählungen

des Westens im amerikanischen Kino.

Das von Jefferson propagierte Vermessungsprojekt erscheint so als ‚disposession

under the disguise of disinterested science’, die cinematische

Darstellung des Westens als Feld der fortgesetzten Auseinandersetzung

zwischen affirmativen und subversiv resistenten Bild- und Erzählstrategien.

Die Tagung setzte sich an prominenter Stelle mit der Frage auseinender,

wie symbolische und materielle Komponente des Diskurses konzeptionell

zusammen gedacht werden können. Stephen Healy (University of New

South Wales, Australien) und Johannes Dingler (Universitä t Münster) vertraten

dabei überzeugend die These, dass es keine Realität jenseits des

Diskurses geben könne. Sie betonten, dass der strikte Dualismus zwischen

Materie einerseits und Diskurs andererseits Produkt gesellschaftlicher

Machtverhältnisse ist, die sich in Diskursen ausdrücken. Jede Wahrnehmung

der Umwelt sei bereits durch unser Repertoire an Diskursen vorstrukturiert.

Während Dingler jedoch eine radikalkonstruktivistische Position

einnahm, zeichnete Healy die Perspektive einer Verankerung des Diskurskonzepts

in der handlungstheoretisch informierten Analyse von Praktiken.

Dingler stellte demgegenüber heraus, dass ein postmoderner Standpunkt

noch lange nicht Beliebigkeit (anything goes) bedeute noch werde

die Materialität der Natur verneine oder behaupte, die Natur werde erst im

Diskurs produziert. Es gehe lediglich darum, auf die Ko-Produktion der Natur

in gesellschaftlichen Machtverhältnissen aufmerksam zu machen, und

135


nicht mehr als Natur, sondern als gesellschaftliche Naturverhältnisse zu

begreifen.

Die Tagung stellte sich der Frage, wie Diskursanalyse den Mehrebenencharakter

von Politik und Gesellschaft einerseits und die unschärfer werdenden

Grenzen zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Politik andererseits

berücksichtigen könne. Während frühe diskursanalytische Arbeiten

sich vorwiegend der Analyse nationaler Diskurse gewidmet haben, zeichnet

sich nun eine Tendenz ab, neben national vergleichenden Ansätzen

verstärkt auch globale und transnationale Diskurse zu berücksichtigen.

Roge r Keil (York University, Toronto, Kanada) demonstrierte in seinem Plenarbeitrag,

wie die Diskursanalyse die Gleichzeitigkeit und Wechselwirkung

lokaler, nationaler und transnationaler Diskurse berücksichtigen kann, indem

sie alle drei Ebenen untersucht. Lokale Politik wird dabei als Auseinandersetzung

zwischen konkurrierenden Diskurskoalitionen verstanden.

Politikergebnisse kommen als Produkt der Interaktion der drei Diskursebenen

im Raum des Urbanen zustande. Am Beispiel von drei lokalen Fallstudien

von Wasserprivatisierung zeigte Keil, wie der neoliberale Privatisierungsdiskurs

je nach lokalen Diskurskoalitionen spezifisch in lokale Politikergebnisse

übersetzt wird.

Im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit diskursanalytischer Ansätze für die

Politikberatung zeigten die Beiträge und Diskussionen auf, dass sich auch

Diskursanalytiker explizit auf Werturteile beziehen müssen, aus denen sie

Empfehlungen ableiten. So verfolgt beispielsweise Roger Keil explizit die

Frage, welche Produktionen von Natur gerecht und demokratisch sind, und

leitet seine Politikempfehlungen daraus ab. Michael Shapiro warnte davor,

solche Werturteile als absolut darzustellen und auf dieser Basis zu moralisieren.

Dies würde einer orts- und zeitspezifischen Ethik widersprechen,

deren Grundsätze jeweils sozial auszuhandeln seien. Shapiro plädierte dafür,

Kontingenz als Ausgangspunkt des Politischen zu betrachten.

Unterbelichtet blieb leider der Mehrwert von Governmentality Studien zur

Analyse des Übergangs von Government zu Governance und der Beitrag

der Gender Studies.

Erfreulich war hingegen, dass fast alle Vortragenden empirische Fallstudien

aufzuweisen hatten, anhand deren die Debatte um methodologische

Fragen der Diskursanalyse konkret geführt werden konnte. Am Ende der

Tagung denn auch der Wunsch nach einem weiter vertieften Austausch

über konkrete methodische Fragen der Diskursanalyse laut.

Aber was tragen diskursanalytische Beiträge nun zur wissenschaftlichen

Analyse von Umweltpolitik bei? Maarten Hajer zufolge hat eine sozialkon-

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struktivistische Perspektive auf die Konzeption von Umweltpolitik im Kern

vier Implikationen. Erstens wird Umwelt aus Sicht der Diskursanalytiker

nicht als außerhalb der Gesellschaft liegend wahrgenommen, sondern als

diskursiv ko-produziert. Die Art der Beschreibung von Umweltproblemen

impliziert demnach stets viele Annahmen über Ursachen, relevante Akteure

und mögliche Lösungen von Umweltproblemen. Daher könne es keine

‚objektive’ Problembeschreibung geben, sondern jede Beschreibung wird

als Ergebnis gesellschaftlicher Machtverhältnisse verstanden. Dominante

Problemwahrnehmungen können dann in der Diskursanalyse mit marginalisierten

kontrastiert werden. Zweitens solle sich Umweltpolitik nicht auf

wissenschaftlich objektive Notwendigkeiten berufen, da es keine absoluten

‚Grenzen’ der Umwelt außerhalb sozialer Konstruktion geben kann.

Statt dessen müssten die impliziten Werturteile und gesellschaftlichen Prioritätensetzungen

transparent gemacht werden, die Umweltpolitik für

mehr oder weniger erforderlich halten. Drittens ist die Durchsetzung eines

ökologischen Diskurses Hajer zufolge nicht unbedingt ‚besser’, sondern

impliziert ebenfalls Machtverhältnisse und eine veränderte Form der Disziplinierung

der Gesellschaft und des einzelnen, deren Wirkungen z.B. im

Hinblick auf Demokratie und Gerechtigkeit kritisch analysiert werden sollten.

Viertens verlangt also eine sozialkonstruktivistische Perspektive auf

Umweltpolitik, dass die Deutung und Produktion von Umwelt demokratisiert

wird, da es keinen objektiv herleitbaren Standard zum Umgang mit

der Umwelt geben kann und darf.

Peter Feindt, Angela Oels, Hamburg, den18.09.2003

137


VIII. Berichte der Ad-hoc-Gruppen

Ad-hoc-Gruppe “Empirische Methoden der Politikwissenschaft

1. Erfolgreiche Gründungsphase der Gruppe

Die Initiative zur Gründung einer Methodengruppe ist auf erfreulich große

Resonanz gestoßen: Die Mitgliederliste umfasst mittlerweile rund 40 eingetragene

Personen. Auch in Briefen und persönlichen Gesprächen wurde

den Gründern wiederholt signalisiert, dass diese Gruppe in der Tat einen

Bedarf innerhalb der DVPW deckt.

2. Homepage

Kurz nach den ersten Initiativen zur Gründung wurde auf dem Server der

Universität Bamberg eine Homepage eingerichtet (http://www.unibamberg.de/sowi/poltheory/meth/).

Sie enthält neben der Mitgliederliste

(auf der sich Interessenten jederzeit selbst eintragen können!) aktuelle Informationen

zu Tagungen und Veranstaltungen. Zugleich und vor allem

stellt sie aber ein Forum dar, an dem sich die Mitglieder aktiv beteiligen

sollen. Dort werden in offenem Verfahren die Diskussion aktueller Themen,

Rezensionen methodischer Literatur, neue Software, eine Linkliste sowie

interessante methodische Papiere der Öffentlichkeit verfügbar gemacht.

3. Gründungstagung am 16./17. Mai in Bamberg

Zur Gründungstagung der Gruppe kamen über 20 Teilnehmer. Die Themen

der Referate deckten einen breiten Bereich ab, von der Vorstellung und

Diskussion von Software über qualitative Methoden bis zu neueren Verfahren

der Statistik. Der letzte geplante Themenbereich – Didaktik – musste

leider kurzfristig entfallen. Es referierten:

• Ulrich Kohler "Vergleich und Leistungsfähigkeit von STATA und SPSS

für wissenschaftliche Datenanalysen"

• Christian Welzel: "Irrtümer bei der Interpretation des ökologischen

Fehlschlusses: Zur Aussagekraft aggregierter Umfragdaten"

• Werner Reh: "Politikwissenschaftliche Dokumenten- und Kommunikationsanalyse"

• Zoltan Juhasz: "Die Gruppendiskussion als Instrument zur Untersuchung

politischer Einstellungen"

• Thomas Gschwend: "Inhaltliche Interpretation von Multinomialen Logit

Modellen"

• Paul W. Thurner: "Prozesse strategischer Kommunikation bei internationalen

Verhandlungen. Eine Anwendung von 'Multinomial Logit', 'Or-

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dered Logit' und 'Count Regression' anhand von Modellen diskreter

Entscheidungen"

4. Podiumsdiskussion auf der DVPW-Jahrestagung: "Leistungen und Probleme

der Wahl- und Meinungsforschung" am 25. September in Mainz

Am letzten Tag der Jahrestagung in Mainz und in Konkurrenz zu über 20

gleichzeitigen Veranstaltungen erfreute sich die Diskussion regen Zuspruchs.

Rund 30 Zuhörer und Diskutanten fanden sich in dem Seminarraum

ein, und nach den Einführungsstatements der Referenten entspann

sich auf fachlich hohem Niveau eine rege Diskussion über die Praxis und

die Probleme professioneller Meinungsforschung. Diskutanten waren:

• Joachim Behnke, Universität Bamberg

• Thomas Gschwend, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung

(MZES)

• Matthias Jung, Forschungsgruppe Wahlen

• Die Diskussion wurde geleitet von Kai-Uwe Schnapp, Universität Halle

5. Geplante Aktivitäten

• Frühjahrstagung 2004 am 14./15. Mai in Halle: Curriculum und Didaktik

einer politikwissenschaftlichen Methodenlehre

• Herbsttagung 2004: Thema noch offen

Sprecher der Gruppe und Kontaktadressen:

Dr. Joachim Behnke

LS für PolWiss I, Universität Bamberg

Feldkirchenstr. 21, 96045 Bamberg

Tel. 0951/863-2698, joachim.behnke@sowi.uni-bamberg.de

Dr. Nathalie Behnke

LG Allg. PolWiss, FernUniversität Hagen

Universitätsstr. 41, 58084 Hagen

Tel. 02331/987-2163, nathalie.behnke@fernuni-hagen.de

Dr. Kai-Uwe Schnapp

LB Methoden der PolWiss, Universität Halle

Emil-Abderhalden-Str. 7, 06108 Halle

Tel. 0345/5524215, schnapp@politik.uni-halle.de

139


Ad-hoc-Gruppe „Ideelle Grundlagen außenpolitischen

Handelns“

1. Dritte IGAPHA-Arbeitstagung beim DVPW-Kongress in Mainz

Beim diesjährigen DVPW-Kongress in Mainz bot die Ad-hoc-Gruppe "Ideelle

Grundlagen außenpolitischen Handelns" am Vormittag des letzten Kongresstages

eine Veranstaltung mit dem Titel "Wissenschaft in der Außen-

und internationalen Politik - Analysen ihres Einflusses" an. In Anbetracht

der großen Konkurrenz durch zeitgleich 24 parallel laufende Veranstaltungen

fand die Veranstaltung in deutlich kleinerem Kreise als noch drei Jahre

davor in Halle statt.

Nach einem einführenden Referat von Christoph Weller (INEF/Universität

Duisburg-Essen) stellten Anja Jetschke (Universität Freiburg), Birgit Locher

(wiss. Referentin Landtag Baden-Württemberg/Universität Tübingen) und

Stefanie Sifft (Universität Bremen) sehr gut aufbereitet Ergebnisse dreier

abgeschlossener Fallstudien zu Menschenrechtswandel in Indonesien, zur

Thematisierung von Frauenhandel in der EU und zur Umsetzung von EU-

Gleichstellungsrichtlinien in Großbritannien vor. In allen drei Fällen konnten

die Autorinnen einen Einfluss von "Öffentlichkeit" feststellen, wobei allerdings

jeweils unterschiedliche Konzeptualisierungen von Öffentlichkeit

vorlagen. In diesem Zusammenhang plädierte Matthias Ecker-Ehrhardt (Universität

Bremen) in seinem sehr anregenden Kommentar dafür, im Gegensatz

zu den normativen Konzeptualisierungen von Öffentlichkeit etwa in

Anlehnung an Habermas einen eher pragmatischen Begriff von Öffentlichkeit

zu wählen, der sich an die Vorstellung von Öffentlichkeit als einem Forum

anlehnt, in dem Sprecher vor Publikum einem Rechtfertigungsbedarf

nachkommen. Daran anknüpfend stellt sich dann die Frage, wo es relevante

Öffentlichkeiten im Bereich der Internationalen Beziehungen gibt und

wie diese beschrieben und theoretisch konzeptualisiert werden können. Im

Mittelpunkt der Vorträge der Referentinnen und der nachfolgenden Diskussion

stand neben dem bereits erwähnten Problem der theoretischen

Konzeptualisierung vorrangig die Frage, über welche Wirkungsmechanismen

vermittelt Öffentlichkeit einen Einfluss auf politische Prozesse ausüben

kann und wie dieser methodisch nachgewiesen werden kann. In ihren

empirischen Studien hatten die Autorinnen den Weg der Prozessanalyse

verknüpft mit diskursanalytischen Verfahren gewählt, um eine Wirkung

von Öffentlichkeit aufzeigen zu können.

2. Weiterarbeit der Ad-hoc-Gruppe IGAPHA

Nachdem beim DVPW-Kongress nur in kleiner Runde über die Weiterarbeit

der Ad-hoc-Gruppe diskutiert werden konnte, werden sich die SprecherIn-

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nen der Ad-hoc-Gruppe zur Planung der thematischen Ausrichtung weiterer

Arbeitstagungen in den nächsten Wochen ein breiteres Bild verschaffen.

Interessierte werden gebeten Themen-, Paper- und Programmvorschläge

für weitere Arbeitstagungen dieser Ad-hoc-Gruppe an die Sprecherin

oder den Sprecher der Gruppe zu richten.

3. Kontaktadressen:

Dr. Cornelia Ulbert

Freie Universität Berlin

FB Politik- und Sozialwissenschaften

Arbeitsstelle Transatlantische Außen- und Sicherheitspolitik

Ihnestraße 22, 14195 Berlin

E-Mail: culbert@zedat.fu-berlin.de

Dr. Christoph Weller

Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)

Universität Duisburg-Essen

Geibelstr. 41, 47057 Duisburg

E-Mail: weller@uni-duisburg.de

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Ad-hoc Gruppe „Internationale Politische Ökonomie“

Auf dem diesjährigen DVPW Kongress hat sich die Ad-hoc Gruppe Internationale

Politische Ökonomie (IPÖ) gegründet. Die Subdisziplin Internationale

Politische Ökonomie kann dabei als derjenige Bereich der Politikwissenschaft

verstanden werden, der sich mit der internationalen Dimension des

Zusammenwirkens von Politik und Ökonomie beschäftigt. Da dieses Forschungsfeld

in der Schnittmenge verschiedener Subdisziplinen der Politikwissenschaft

angesiedelt ist, versteht sich die Ad-hoc Gruppe auch als

sektionsübergreifendes Forum innerhalb der DVPW, das insbesondere aber

selbstverständlich nicht ausschließlich Mitglieder der Sektionen Internationale

Politik, Politik und Ökonomie sowie Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik

ansprechen soll, die zu den verschiedenen Themen der

IPÖ arbeiten. Das vorrangige Ziel der Ad-hoc Gruppe ist es, die IPÖ in ihrer

theoretisch-methodischen und thematischen Breite in der deutschen politikwissenschaftlichen

Landschaft zu institutionalisieren, den Austausch

zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in diesem Bereich zu

fördern und Forschungsergebnisse national und international sichtbarer zu

machen, da der Forschungsbereich der IPÖ im Unterschied zur angelsächsischen

Tradition in der deutschsprachigen Politikwissenschaft bislang

vergleichsweise wenig etabliert war. Für die nächsten drei Jahre plant die

Gruppe daher eine Reihe von Tagungen und Workshops. Diese sollen zum

einen auf spezifische Themen in der IPÖ ausgerichtet sein. Zum anderen

ist es unser Ziel, einen Überblick bzw. eine Bestandsaufnahme der deutschen

IPÖ Forschung zu ermöglichen. Darüber hinaus wird natürlich ein

Schwerpunkt auf dem Community-building liegen. Hierzu werden als

nächste Schritte eine Mailingliste und eine Webseite eingerichtet. Außerdem

soll um die Jahreswende ein Call for Papers für einen ersten Workshop

im Sommer 2004 veröffentlicht werden. Wir möchten alle Interessierten

herzlich einladen, sich an der Ad-hoc Gruppe zu beteiligen in der Hoffnung,

diesen Bereich der Forschung in seiner ganzen theoretischmethodischen

wie thematischen Bandbreite wiederzuspiegeln.

Als SprecherInnen der Ad hoc Gruppe wurden in Mainz gewählt:

Andreas Busch Jörg Faust Doris Fuchs

Hertford College Deutsches Institut für Ludwig-Maximilians-

Catte Street Entwicklungspolitik Universität München

Oxford OX1 3BW Tulpenfeld 4 Oettingenstr. 67

Grossbritannien 53113 Bonn 80538 München

andreas.busch@politics. faust@politik.uni- doris.fuchs@lrz.uni-

ox.ac.uk mainz.de muenchen.de

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Ad-hoc-Gruppe „Internet und Politik“

Neueste Entwicklung der Ad-hoc-Gruppe

Die Gruppe hat jetzt, seit zwei Jahren bestehend, 57 Mitglieder und bereits

mehrere Arbeits- und Vortragstreffen sowie - völlig aus eigener Kraft - eine

größere Fachtagung (im Juni 2002 in Berlin) veranstaltet. Sie sucht die interdisziplinäre

Vernetzung, um Ihrem Interesse an der Analyse von Querschnittsfragen

noch besser nachgehen zu können (siehe dazu z.B. den

Punkt „Nächste Veranstaltung“ weiter unten in diesem Bericht).

Auf dem Mainzer DVPW-Kongress haben wir ein Panel zum Thema „Öffentlichkeit

über das Internet politisieren“ mit folgenden Beiträgen veranstaltet:

Gerhard Vowe/Martin Emmer: Der Einfluss des Internets auf die individuelle

politische Partizipation und Kommunikation: Ergebnisse einer repräsentativen

Längsschnittuntersuchung – Thorsten Faas:

www.wahlumfrage2002.de. Potenziale des Internets für die politische Einstellungsforschung

– Eun-Jeung Lee: Internet und Präsidentschaftswahlkampf

2002 in Südkorea – Hanno Scholtz: Ineffiziente und effiziente(re)

Aggregation: Das Internet als Rückgrat verbesserter politischer Partizipation

und Willensbildung.

Dabei ergaben sich interessante neue Einsichten zur politischen Wirkung

des Internets. So etwa Hinweise darauf, dass das Internet in bestimmten

Nutzungskontexten tatsächlich mobilisierend oder zumindest politisierend

und wirken - zum Beispiel politisches Bewusstsein erhöhen - kann, während

man in den letzten Jahren eher wieder der These gefolgt war, dass die

politische Nutzung des Internets vorhandene Strukturen und Orientierungen

widerspiegelt oder verstärkt. Ein anderes wichtiges Ergebnis ist, das

die Darstellung politischer Inhalte im Internet zu systematischen Verzerrungen

in der Fremdwahrnehmung eines politischen Systems führen kann.

Die Vorstellung von der deliberativen Demokratie qua Internet muss hier

ganz stark relativiert werden, wenn es darum geht, wie die innenpolitischen

Prozesse eines Staates, vermittelt über das Internet, im Ausland

wahrgenommen werden. Diese Aspekte sollen im Laufe der Arbeit des

kommenden Jahres vertieft werden.

Publikationen

Die Publikation der wichtigsten Ergebnisse unserer Berliner Tagung

„Digitale Demokratie wagen“ konnten leider bisher noch immer nicht

veröffentlicht werden, ohne dass der Sprecher die genauen Gründe dafür

nachvollziehen könnte. Die Publikation ist nach wie vor für demnächst

geplant: Arne Rogg (Hg.): Wie das Internet

die Politik verändert.

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ne Rogg (Hg.): Wie das Internet die Politik verändert. Einsatzmöglichkeiten und Auswirkungen (Opladen: Leske + Budrich).

Der etwas verspätete Band 1/2003 des Kursbuch Internet und Politik beschäftigt

sich nicht mit einer Fragestellung aus dem Kernbereich der Adhoc-Gruppe,

sondern will verschiedene Querschnittsperspektiven von politischer

Kommunikation im Internet darstellen. Er wird ca. Ende des Jahres

erscheinen und u.a. die folgenden Beiträge enthalten:

Alexander Bilgeri/Alexander Siedschlag: Kampagne oder Propaganda? Rolle

und Möglichkeiten des Internets im Rahmen der politischen Kommunikation

– Britta Schemel: Das Internet im Bundestagswahlkampf 2002. Anlass

und Instrument der Parteienmodernisierung – Vito Cecere: Online-

Wahlkampf 2002. Neue Maßstäbe für politische Kommunikation im Internet?

– Gabriele Winker: Fokus Bürgerin. Zur genderbewussten Gestaltung

öffentlicher Räume in kommunalen E-Government-Portalen – Alexander

Wolf: Virtuelle Botschaften in der Berliner Republik – Alexander Bilgeri/David

Rose/Dirk Zander: „Mehr als virtuelle Visitenkarten“. politikerscreen.de

testet die Homepages der ausländischen Botschaften in

Deutschland – Thorsten Faas: Virtuelle Wahlforschung – Akzeptanz und

Ergebnisse einer Online-Umfrage anlässlich der Bundestagswahl 2002.

Der gerade in Vorbereitung stehende Band 2/2003 wird sich im Schwerpunkt

dem Thema Internationale Politik im Netz widmen.

Nächste Veranstaltung

Am 19. Januar 2004 plant der Landesverband Bayern der Deutschen Gesellschaft

für die Vereinten Nationen (DGVN) in Kooperation mit der Adhoc-Gruppe

„Internet und Politik“ eine Veranstaltung in München zum

Thema Der 1. Weltgipfe l zur Informationsgesellschaft im Dezember 2003

in Gen f – Ergebnisse, Folgen, Herausforderungen. Einzelheiten dazu werden

auf unserer Homepage rechtzeitig bekannt gegeben.

Homepage

Über die Tätigkeit der Gruppe, ihre Mitglieder und Publikationen ebenso

wie über weitere Literatur und interessante Internetadressen zum Thema

informiert unsere Homepage www.internet -und-politik.de vu. .

Über das Kursbuch Internet und Politik informiert die Seite www.kursbuchinternet.de.

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Partizipationschancen

Sachlich interessierte neue Mitglieder sind uns stets willkommen. Gerne

vermittelt der Sprecher auch Forschungs- oder Gesprächskontakte. Angebote

interessanter Manuskripte für das Kursbuch Internet und Politik sind

dem Sprecher ebenfalls stets willkommen.

Einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit der Gruppe im Jahr 2004 soll

die Rolle des Internets in der internationalen Politik bilden, so dass wir an

derartigen Themenvorschlägen sowohl für das Kursbuch als auch für Arbeitstreffen

u.Ä. ganz besonders interessiert sind.

Sprecher und Kontaktadresse

PD Dr. Alexander Siedschlag

z.Zt. Hochschule für Politik München

Ludwigstr. 8, 80539 München

Tel. (089) 28 77 88 39

E-Mail: alexander.siedschlag@rz.hu-berlin.de

Internet: www.siedschlag.de.vu

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Ad-hoc-Gruppe „Menschenrechte“

Die Ad-hoc-Gruppe Menschenrechte hat auf dem DVPW-Kongress in Mainz

ihr erstes thematisches Treffen gehabt. Es haben zu folgenden Themen referiert:

Dr. Jutta Joachim, Hannover

Die Konstitutionalisierung der Menschenrechte in Europa

Dr. Anja Mihr, Magdeburg

Forschungs- und Evaluierungsprojekt zur Menschenrechtsbildung in Europa:

Teaching Human Rights in Europe: Purposes, Realization and Consequences

Florian Pfeil, M.A., Trier

Ver(straf-)rechtlichung und Justizialisierung der Menschenrechte - Die internationalen

Tribunale und die Entwicklung des Völkerrechts

Peter Dudy, M.A., Kiel

Menschenrechte in Timor-Leste – Schutzmechanismen im Spannungsfeld

zwischen Recht und Versöhnung

Die Gruppe wird bis zum nächsten DVPW-Kongress workshops vorraussichtlich

in Magdeburg, Duisburg und Hannover abhalten. Das nächste

Treffen wird im Sommer 2004 an der Universität Magdeburg zum Thema

„Entwicklung der Menschenrechte in Europa – Empirisch-methodische

Forschungsfragen“ stattfinden. Paper-Angebote sind willkommen.

Zu Sprecher und Sprecherin der Gruppe wurden gewählt:

Prof. Dr. K. Peter Fritzsche

UNESCO-Lehrstuhl für Menschenrechtsbildung

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Tel: 0391 67 16585

Kpfritzsche@web.de

Dr. Anja Mihr

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Institut für Politikwissenschaft

VW-Forschungsprojekt "Teaching Human Rights in Europe"

Zschokkestr. 32, D-39104 Magdeburg

Tel: 0391-67-16350, Fax: 0391-67-16575

Anja.Mihr@GSE-W.Uni-Magdeburg.de

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Ad-hoc-Gruppe „Politikberatung“

I. Tagungsbericht DVPW-Kongress 2003 in Mainz

Am 25. September 2003 fand im Rahmen des DVPW-Kongresses zwischen

9 und 17.30 Uhr das erste Arbeitstreffen der Ad Hoc-Gruppe statt.

Politikberatung ist sui generis auf die Praxis ausgerichtet und eignet sich

wie kaum eine andere Sub-Disziplin in den Politikwissenschaften, den Dialog

zwischen Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen und der

Praxis voranzutreiben. Die Foren der ad hoc Gruppe zu "Politiberatung" waren

in logischer Folge sowohl mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Fakultäten

als auch mit Vertretern aus universitätsnahen Instituten, Medien,

Stiftungen , Politik und Wirtschaft besetzt. Die von Manuela Glaab (München),

Claus Gierung (München) und Martin Thunert (Michigan) moderierten

Foren zum Thema ‚Politikberatung und Öffentlichkeit’ trafen am Vormittag

und insbesondere am Nachmittag auf regen Zuspruch und wurden

von durchschnittlich 30-40 Personen besucht.

Am Vormittag widmeten sich die ersten drei Beiträge aus unterschiedlichen

wissenschaftlichen Disziplinen theoretischen Fragen der Politikberatung.

Manfred Mai (Universität Duisburg-Essen) diskutierte im Anschluss

an Habermas und Schelsky die "Legitimationprobleme professioneller Expertise

in der modernen Gesellschaft" und plädierte für die institutionalisierte

Einbeziehung der Öffentlichkeit. Isabel Kusche (Universität Bielefeld,

Soziologie) diskutierte Politikberatung und -vermittlung aus systemtheortischer

Sicht und argumentierte mit Luhmann für die Einbeziehung der öffentlichen

Meinung als Medium für die Beobachtung zweiter Ordnung im

politischen System. Karsten Mause und Klaus Heine (Universität Marburg,

Wirtschaftswissenschaften) betrachteten Politikberatung als informationsökonmisches

Problem und zeigten mit dem Instrumentarium der Informationsökonomik

und Public Choice Theorie, dass es im Downs'schen Demokratie

Modell zu einer systematischen Über- oder Unterinvestition in

wissenschaftliche Politikberatung kommen kann. Die folgenden drei Beiträge

im Themenblock "(Politik) Wisssenschaft, politische Praxis und Öffentlichkeit"

widmeten sich der praktischen Form von Politikberatung. Dieter

Rehfeld (Institut Arbeit und Technik, Gelsenkirchen) beschrieb seine

Tätigkeit als einen permanenten Spagat und schloß Überlegungen zur fortschreitenden

Professionalisierung der Beziehung zwischen Wissenschaft

und Praxis an, Karin Esch und Sybille Stöbe-Blossey (Institut Arbeit und

Technik, Gelsenkirchen) stellten das Beratungskonzept der "aktiven Moderation"

vor und mahnten an, Fertigkeiten, die zur Durchführung dieses und

anderer Beratungskonzepte notwendig sind, bereits in das Curriculum der

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universitären Ausbildung zu integrieren. Renate Martinsen (Universität

Konstanz, Soziologie) schließlich stellte die steigende Bedeutung kommunikativer

Politikformen in das Zentrum ihrer Überlegungen und beurteilte

deren partizipative Wirkung aus demokratietheoretischer Sicht.

Bei den am Nachmittag anschliessenden Erfahrungsberichten diskutierten

zunächst Claus Giering (Centrum für angewandte Politikforschung, München)

und Nikolaus Busse (FAZ) zur praktischen Bedeutung von Politikberatung

für den Anbieter und Abnehmer der Beratungsleistungen in den Politikfeldern

Europa, Außen- und Sicherheitspolitik. Giering schilderte die

Strategien von Beratungsanbietern in der Europapolitik und diskutierte auftretende

Beratungshindernisse, aber auch Beratungserfolge, während Busse

aus der Sicht des Redakteurs den grossen Bedarf an mediengerechter

aussen- und sicherpolitischer Expertise bei internationalen Krisen hervorhob

und die geringe Zahl militärstrategischer Fachleute in Deutschland

bemängelte.

Daran anschliessend untersuchte Michael Bauer (Hessische Staatskanzlei,

Wiesbaden) die Frage, ob und weshalb der deutsche Föderalismus als beratungsresistent

zu gelten hat. Werner Eichhorst und Ole Wintermann (Bertelsmann-Stiftung,

Gütersloh) berichteten über Erfahrungen in der Beratung

der Wirtschafts- und Sozialpolitik, sie umrissen Bedingungen für die

Wirksamkeit von Politikberatung und stellten fest, dass das Angebot an

wirtschaftspolitischer Beratung in Deutschland zwar vielfältiger geworden

ist, aber dass die Wirksamkeit noch zu Wünschen übrig lässt. Oliver

Schmidt (Institut für Stadtforschung, Berlin) untersuchte den Einfluss der

Evalutionsforschung auf Politik –und Verwaltungsprozesse in Deutschland

und resümierte, dass diese – abhängig von unterschiedlichen Verwaltungskulturen

– sowohl als Reformmotor als auch als Eindringling angesehen

wird.

Das abschließende Panel des Nachmittags widmete sich internationalen

Erfahrungen mit Politikberatung. Tanja Zinterer (TU München) zeigte am

Beispiel der nicht nur politikberatenden, sondern dezidiert politikgestaltenden

kanadischen Royal Commissions wie politikberatende Kommissionen

unter geschickter Einbeziehung der Öffentlichkeit zu Agenten des Politikwandels

werden können. Michael Pregernig (Universität für Bodenkultur,

Wien) untersuchte die Bedeutung nationaler Politikmuster bei Beratungsprozessen

anhand eines österreichisch-amerikanischen Vergleichs und

hob den kulturgebundenen Charakter der wissenschaftlichen Beratungspraxis

hervor, der einer Übertragbarkeit des auf Öffentlichkeit basierenden

amerikanischen Modells Grenzen setzt.

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II. Mitgliederversammlung

Bei der Ebenfalls in Mainz durchgeführten ersten Mitgliederversammlung

ging es um die Bestellung eines Teams aus Sprecherinnen und Sprecher

sowie um die Grobplanung der künftigen Aktivitäten der Gruppe. Dabei

wurde über die wichtigsten Punkte schnell Einigkeit erzielt:

1. Die Ad-Hoc Gruppe wendet sich nach ihrem Selbstverständnis sowie mit

ihren Aktivitäten außer an Universitätswissenschaftler/innen und Studierende

auch dezidiert an Politikwissenschaftler/innen und andere an Politikberatung

Interessierte ausserhalb des universitären Bereichs. Die Ad

Hoc-Gruppe schliesst sowohl all jene mit ein, die sich schwerpunktmässig

mit wissenschaftlicher Beratung der materiellen Politik (policy advice) beschäftigen,

als auch solche, die sich mit strategischer und kommunkativer

Beratung (political consulting) sowie mit Public Affairs und Political Management

befassen.

2. Bei ihrer nächsten Tagung wird sich die Ad Hoc-Gruppe Grundsatzfragen

der Politikberatung widmen. Zum einen wird es darum gehen, Begriffe,

Theorien und Modelle der Politikberatung aufzuarbeiten, eine Bestandsaufnahme

der wichtigsten Beratungsakteure und Beratungsgremien

in Deutschland und deren Aufgaben vorzunehmen, unterschiedliche Anwendungsbereiche

und Formen der Politikberatung in einzelnen Politikfeldern

zu differenzieren sowie konkrete Fallbeispiele zu analysieren.

Die Arbeit an diesen Themenbereichen, die in eine Grundlagen-Publikation

zum Thema „Politikberatung“ münden soll, in der Theoretiker, Beobachter

und Praktiker zu Wort kommen sollen, wird Gegenstand der nächsten Arbeitstagung

der Ad Hoc-Gruppe Politikberatung sein, die zwischen dem 20.

und dem 22. Mai 2004 am Institut für Arbeit und Technik in Gelsenkirchen

stattfinden wird. (siehe unten)

Eine detaillierte Inhaltsskizze der Tagung, die auch einen Aufruf zur Mitarbeit

enthalten wird, geht allen Interessierten bis spätestens Jahresende zu.

Ausserdem wird sich die Leitung der Ad Hoc-Gruppe vorbehalten, einschlägig

ausgewiesene Praktiker und Fachleute zur Mitarbeit einzuladen.

Interessentinnen und Interessenten können sich aber schon jetzt bei der

Ad-Hoc Gruppe melden. Wer bisher noch nicht auf dem Verteiler der Ad

Hoc-Gruppe steht oder sich in Mainz nicht in die Listen eintragen konnte,

kann dies mit einer entsprechenden e-mail an

politikberatung@hotmail.com nachholen.

Für die Jahre 2004 und 2005 sind Veranstaltungen und Tagungen zu folgenden

Themen geplant, z.T. in Kooperation mit anderen Sektionen der

DVPW und/oder anderen Einrichtungen der Politikberatung/Beratungs-

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forschung wie der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung oder der Erfurt

School of Public Policy:

Politikberatung und Public Affairs/Political Management, Wissenschaft und

Politik in der Außenpolitik, Politikstudium und Ausbildung für das Arbeitsfeld

Politikberatung.

3. Bestellung der Sprecherinnen und Sprecher:

Die Ad-Hoc Gruppe wird in den nächsten drei Jahren von vier Sprecherinnen

und Sprechern geleitet, die jeweils unterschiedliche Bereiche der Beratungsforschung

und der Beratungspraxis repräsentieren.

Dr. Svenja Falk, Accenture Unternehmensberatung, Kronberg,

svenja.falk@accenture.com

Dr. Dieter Rehfeld, Institut für Arbeit und Technik, Gelsenkirchen,

rehfeld@iat.de

PD Dr. Andrea Römmele, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung,

Andrea.Roemmele@mzes.uni-mannheim.de

Dr. habil Martin Thunert, Department of Political Science, University of

Michigan, Ann Arbor, thunert@umich.edu

Generelle Anfragen an die Ad-Hoc-Gruppe bitte unter

politikberatung@hotmail.com

III. Tagungsankündigung:

„Grundlagen und Grundsatzfragen der Politikberatung: Theorien, Modelle

und Formen der Politikberatung, Akteure, Anwendungsbereiche und praktische

Fallbeispiele in unterschiedlichen Politikfeldern“

Ort und Datum: Institut für Arbeit und Technik, Gelsenkirchen,

20.-22.5.2004

Informationen unter politikberatung@hotmail.com

gez .

Martin Thunert, Svenja Falk

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Ad-hoc-Gruppe „Politischer Extremismus“

Die Ad-hoc-Gruppe beschäftigte sich im Rahmen des DVPW-Kongresses in

Mainz am 25. September 2003 mit dem Thema:

Stand und Perspektiven politikwissenschaftlicher Extremismusforschung

Uwe Backes (Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, Dresden)

beleuchtete in seinem Referat „Entwicklung und Elemente des Extremismuskonzepts“

einige weithin unbekannte, für die historisch-politische Relevanz

des Extremismuskonzepts jedoch sehr bedeutsame Kapitel. Auf

diese Weise bestimmte er Inhalt und methodologischen Status des Konzepts

näher. Danach untersuchte er die heutige Position des Konzepts in

der internationalen Forschungslandschaft. Den Abschluss bildete eine Erörterung

der Frage, welche Forschungsperspektiven sich auf dieser Grundlage

entwickeln lassen.

Kai Arzheimers (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz) Thema waren „Ansätze

und Ergebnisse der empirischen Erforschung extremistischer Einstellungen“.

Im ersten Teil des Vortrags stellte er Gegenstand und Methoden

der empirischen Extremismusforschung vor. Darauf folgte eine systematische

Darstellung der gängigen theoretischen Ansätze. Der letzte Teil des

Vortrages widmete sich den wichtigsten Befunden der empirischen Extremismusforschung

zu folgenden drei Themen: 1. Entwicklung extremistischer

Einstellungen in der alten Bundesrepublik; 2. Extremismus bei Jugendlichen

seit der Wiedervereinigung; 3. extremistische Einstellungen und

die Wahl der „Flügelparteien“ seit 1990. Der Vortrag endete mit einem

Ausblick auf Desiderata und Perspektiven der empirischen Extremismusforschung.

Steffen Kailitz (TU Chemnitz) widmete sich „Stand und Perspektiven politikwissenschaftlicher

Extremismusforschung“. Zunächst plädierte er dafür

in der Extremismusforschung zwischen der Ebene der Ideen (demokratisch

vs. extremistisch) und der Ebene der Mittel (legal, nicht-extrem vs. illegal,

extrem) zu unterscheiden. Auf der Ebene der Ideen propagierte er eine

Verfeinerung der Analyseinstrumente. Gemäß Kailitz kann eine Bewegung

mehr oder weniger extremistisch sein. Eine Differenzierung in totalitäre,

semitotalitäre, autoritäre, semidemokratische und demokratischen Ideen

sei sinnvoll. Am Ende seines Vortrags kritisierte Kailitz einige Mängel der

deutschen Extremismusforschung wie Provinzialismus und Aktualitätsfixiertheit

und trat für breit angelegte internationale Vergleiche extremistische

Phänomene und eine Verstärkung der Erforschung der Ursachen extremistischer

Einstellungen wie des Einsatzes extremer Mittel ein.

151


Zu Sprechern des Arbeitskreises wurden gewählt:

Dr. Steffen Kailitz (geschäftsführend)

TU Chemnitz

Professur politische Systeme, politische Institutionen

09107 Chemnitz

Tel. 0371/531 40 86 (d); 0371/521 17 56 (p)

e-mail: steffen.kailitz@phil.tu-chemnitz.de

Dr. Kai Arzheimer

Johannes-Gutenberg-Universität Mainz,

Institut für Politikwissenschaft

55099 Mainz

Tel.: 06131/39-34 50; Fax: 06131/39-29 96

e-mail: arzheimer@politik.uni-mainz.de

In den nächsten beiden Jahren möchte die Ad-hoc Gruppe „Politischer Extremismus“

u.a. Veranstaltungen zum Extremismus in postkommunistischen

Gesellschaften wie zum Islamismus durchführen. Bitte senden Sie

Vortragsvorschläge und Informationswünsche über die Gruppenarbeit an

die beiden Sprecher. Geplant ist in naher Zukunft auch die Einrichtung einer

Internetangebots der Gruppe durch Kai Arzheimer.

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Ad-hoc-Gruppe „ Verfassung und Politik“

Auf ihrer ersten Sitzung wurden André Brodocz und Marcus Llanque als

Gründungsprecher akklamiert. Die förmliche Konstituierung der Gruppe

mit den ersten Sprecherwahlen erfolgt auf der ersten vollständigen Tagung,

die für den Herbst 2004 im Rahmen des Zentrums für interdisziplinäre

Forschung in Bielefeld geplant ist. Die anwesenden Teilnehmer bestimmten

das Problem der „Verfaßbarkeit von Freiheit“ zum Tagungsthema.

Anhand dieses Problems sollen die Beiträge einer normativ wie institutionell

orientierten Politikwissenschaft sowie ihrer Nachbardisziplinen zu

einer modernen Theorie der Verfassung erprobt werden. Unter „Verfassung“

versteht die Gruppe sowohl als Modus der Herrschaftskonstitution

als auch der moralischen Verfassung der Bürgerschaft und nicht zuletzt als

eine hochzivilisatorische Selbststeuerungsleistung der ausdifferenzierten

Gesellschaft.

Call for papers

Für die Tagung zum Thema „Verfaßbarkeit der Freiheit“ möchte die ad hoc

Gruppe Verfassung und Politik zu Beiträgen aufrufen.

„Der Mensch wird frei geboren“. Dieser Satz Rousseaus scheint im modernen

Verfassungsstaat endlich verwirklicht zu sein. Ohne eigenes Zutun

wird der Mensch mit seiner Geburt (und teilweise schon vorher) zum vielfachen

Grundrechtsträger ernannt, um seine Freiheit zu verwirklichen. Es

gilt aber zugleich auch der Folgesatz Rousseaus: „und überall liegt er in

Ketten“. Nur sind es nicht mehr die bleiernen Ketten des Despotismus, die

dem Menschen angelegt sind, sondern die feinmaschigen Ketten der Verfassung,

die sowohl den Staat als Handlungsinstrument der Bürgerschaft

wie dem Individuum selbst angelegt werden. Dem Staat sind sie angelegt

zwecks Einräumung eines individuellen Freiheitsspielraumes, dem Individuum

sind sie angelegt, damit die Freiheit nicht zu große Sprünge macht.

Eine normativ orientierte Politikwissenschaft fragt nach den ideengeschichtlichen

und philosophischen Quellen, aus welchen die Verfassung ihre

Freiheitsidee bezieht. Innerhalb welcher Form von Rationalität werden

diese Normen verarbeitet? Eine institutionell orientierte Politikwissenschaft

arbeitet die Leistung der Verfassung heraus, vorhandene politische Institutionen

zu akzeptieren, sie zu formen, neue Institutionen zu erfinden. Aus

der Schwerkraft dieser Institutionen erwächst eine disziplinierende Wirkung

auf das Individuum, die sich subtil ihrer Freiheit stückweise bemächtigt

(gouvernmentalité), aber zugleich höchst anspruchsvoll Kooperation

ermöglicht. In den Nachbardisziplinen werden diese Fragen ähnlich ge-

153


stellt, aber durch disziplinäre Traditionen und Forschungsperspektiven in

unterschiedlichen Modi aufgeworfen. Die Tagung möchte die Vielfalt der

möglichen Fragestellungen aufarbeiten, diese Vielfalt aber durch Konzentration

auf Freiheit (mit einem besonderen Akzent auf politischer Freiheit)

bündeln und damit die nötigen Vorarbeiten leisten auf dem Weg zu einer

politischen Theorie der Verfassung.

Vorschläge und Papiere können gerichtet werden an die Gründungssprecher

André Brodocz (andre.brodocz/at/mailbox.tu-dresden.de) und Marcus

Llanque (marcus.llanque/at/rz.hu-berlin.de). Der Eingang bis Weihnachten

2003 ist erwünscht.

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IX. Verschiedenes

Am 11. September 2003 wurde Prof. Dr. Volker Rittberger zum Vorsitzenden

des Stiftungsrates und des geschäftsführenden Vorstands der Deutschen

Stiftung Friedensforschung (DSF) gewählt.

Der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-

Württemberg zeichnete Prof. Dr. Volker Rittberger und Herrn Fariborz Zelli,

M.A., mit dem Landeslehrpreis 2003 aus.

ViFaPol - Virtuelle Fachbibliothek Politikwissenschaft

Unter der Adresse baut die Staats- und Universitätsbibliothek

Hamburg (SUB) die Virtuelle Fachbibliothek Politikwissenschaft

auf. Hier kann unter einer Oberfläche auf elektronisch erreichbare

wissenschaftliche Fachinformationen zugegriffen werden:

• der Fachinformationsführer „politics and peace guide“ bietet den Zugang

zu relevanten Internetquellen

• die Aufsatzdatenbank Online Contents liefert Artikel und Aufsätze aus

ca. 800 Zeitschriften

• im Bibliothekskatalog kann themenbezogen nach Neuerscheinungen

recherchiert werden.

Ein Fachinformationsführer („quality controlled subject gateway“) ist ein Internetdienst,

der Verweise zu ausgewählten Internetquellen bereit stellt. Er

unterstützt das systematische Auffinden von Informationen im Internet, indem

er die Quellen beschreibt und die Verweise in sachlich gegliederte

Browsing-Strukturen einbindet. Damit übernimmt er die Aufgabe der traditionellen

Informationsvermittler wie Verlage und Bibliotheken Informationsquellen

zu selektieren, zu klassifizieren und zu katalogisieren. Da die intellektuelle

Bewertung von Internetquellen eine arbeitsintensive Aufgabe derstellt,

wird versucht, möglichst zahlreiche Partner aus dem fachwissenschaftlichen

und bibliothekarischen Umfeld in die Arbeit mit einzubinden.

Für die Aufsatznachweise in der Datenbank Online Contents werden Zeitschrifteninhaltsverzeichnisse

gescannt und durch den Einsatz von Zeichenerkennungssoftware

in Katalogdaten transformiert. Für den Kunden der Virtuellen

Fachbibliothek Politikwissenschaft bedeutet dies, dass zeitnah nach

Eintreffen des aktuellen Heftes das Inhaltsverzeichnis eingesehen und durch

die angeschlossene Orderkomponente sofort eine Bestellung auf alle nach-

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gewiesenen Artikel aufgegeben werden kann. Insgesamt beinhaltet die Datenbank

ca. 800 Zeitschriften.

An den Erfordernissen der akademischen Lehre ausgerichtet wurde mit dem

Online-Kurs "Sozialwissenschaftliche Informationsrecherche" ein propädeutisches

Modul eingefügt, das web-basiert eine grundlegende Einführung in die

Informationsmittel des Fachs bietet – auch unter Einschluß konventioneller

Hilfsmittel. Bei der Entwicklung der Lerneinheiten für unterschiedliche Nutzergruppen

wurde insbesondere auch das web-spezifische Rezipientenverhalten

berücksichtigt.

Das Projekt ist bei der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek angesiedelt,

weil diese - gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

(DFG) - als zuständige Sondersammelgebietsbibliothek exzellente Bestände

im Bereich der Politikwissenschaft besitzt. Der Aufbau des Portals ist Teil einer

Initiative der DFG, die Bibliotheken beim Aufbau Virtueller Fachbibliotheken

unterstützt. Ihr Ziel: mittelfristig für alle akademischen Disziplinen Fachportale

einzurichten, um den Zugang zu Fachinformationen wesentlich zu

verbessern. Einen Überblick über die bereits vorhandenen zahlreichen Angebote

bietet das Internetportal für wissenschaftliche Information in

Deutschland vascoda, zu erreichen unter < http://www.vascoda.de>.

Kontakt:

Jürgen Christof, M.A.

Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky

Von-Melle-Park 3, 20146 Hamburg

Tel. 040 / 42838-2224, Fax 040 / 4134-5073

E-Mail

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X. Schader-Stiftung

Schader-Preis für Hartmut Häußermann und Walter Siebel

Hohe Auszeichnung für deutsche Stadtsoziologen

Darmstadt, 23. Oktober 2003. Die Soziologen Prof. Dr. Hartmut Häußermann

und Prof. Dr. Walter Siebel erhalten gemeinsam den Schader-Preis

2003. Der Schader-Preis gilt als der höchstdotierte deutsche Preis für Gesellschaftswissenschaftler.

Er wird als Auszeichnung für besondere Verdienste

um die Praxisorientierung der Gesellschaftswissenschaften verliehen.

Der Preis wird im November bei einem Festakt in Darmstadt übergeben.

Die beiden Soziologen haben sich seit 1978 zu einer in der deutschen

Wissenschaft ungewöhnlichen Publikations-Partnerschaft zusammengefunden.

Ihr Ertrag besteht in sechs gemeinsamen Büchern nahezu 50 gemeinsamen

Aufsätzen.

Am Beginn stand die Herausgabe von zwei Sonderheften der Zeitschrift

Leviathan, 1978 und 1981, einmal zur „Krise der Stadt", zum anderen zur

Wohnungspolitik. Damit gelang etwas, was im Jahrzehnt zuvor nicht möglich

erschien, nämlich die Dominanz der stadtökologisch orientierten

Stadtsoziologie (in der Bundesrepublik) zu brechen, und zwar durch einen

engen Schulterschluss mit der Lokalen Politikforschung. Es fanden sich

Autoren zusammen, die den Boden bereiteten für eine kritische, thesenförmig

argumentierende und um Vermittelbarkeit bemühte Stadtforschung,

die sich als Teil und Ausdruck gesellschaftswissenschaftlicher Analysen

verstand. Die beiden Herausgeber führten die Autoren und ihre Beiträge

zusammen und verbanden deren Aussagen mit perspektivreichen Rahmentexten.

An den vielen Aufsätzen lässt sich auch ablesen, an wen viele Beiträge adressiert

waren - eben nicht vorrangig an die „scientific community" (die an

der Bindestrich-Soziologie ohnedies relativ wenig Anteil nahm), sondern an

die Kommunalpolitik, an Architekten und Planer, an die Gewerkschaften,

an die Kulturpolitik und (vor allem durch einige wichtige Artikel in der ZEIT)

an die Öffentlichkeit. Dieses Spektrum unterstreicht die Ambition (und Fähigkeit)

der beiden Autoren, ihr Soziologie-Wissen ganz überwiegend für

ein breit gestreutes Publikum ohne fachwissenschaftliche Kenntnisse aufzubereiten.

Gab es 1986 noch einen dritten Mitherausgeber (Jürgen Friedrichs) bei der

seinerzeit weitsichtigen Thematisierung des „Süd-Nord-Gefälles in der

157


Bundesrepublik", erschienen im Anschluss daran einige markante, ja man

kann sagen, fulminante Bücher, drei davon in der Reihe edition suhrkamp.

„Neue Urbanität" (der „Schlager" schlechthin, inzwischen in 6. Auflage),

„Dienstleistungsgesellschaften" (inzwischen in 3. Auflage) und dazwischen

„New York - Strukturen einer Metropole". Hinzu kamen „Festivalisierung

der Stadtpolitik" und „Soziologie des Wohnens" (2. Auflage). Neu wird in

Kürze erscheinen - wiederum in der Reihe edition suhrkamp - ein gemeinsamer

Band mit dem Titel „An den Rändern der Städte: Armut und Ausgrenzung".

Die Arbeiten haben insgesamt wesentlich zur thematischen und konzeptuellen

Ausrichtung der deutschen Stadtsoziologie beigetragen. Über einen

Zeitraum von nahezu 20 Jahren besaßen Häußermann und Siebel die Definitionsmacht

über dieses Feld der Gesellschaftswissenschaften in

Deutschland. Das zeigte sich in der langjährigen Mitwirkung an der Sektion

Stadt- und Regionalsoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

sowie an mehreren Soziologentagen, an zahlreichen erfolgreichen Forschungsprojekten

mit Finanzierung durch VW-Stiftung, Robert-Bosch-

Stiftung, Deutsche Forschungsgemeinschaft u.a., an der Mitgestaltung von

Studiengängen und der Heranführung des wissenschaftlichen Nachwuchses,

an den vielen Nachfragen nach Vorträgen durch Fachverbände, Kommunen

und andere Organisationen.

Mit dem Wechsel von Hartmut Häußermann 1991 an die HUB setzte ein

partiell getrenntes Wirken der beiden Ko-Autoren ein - Siebel wirkte mehrere

Jahre mit an der Internationalen Bauausstellung Emscher-Park, Häußermann

widmete sich konsequent den Umbrüchen und der Transformationsforschung

aus Anlass der deutschen Einheit. Dennoch entstanden auch

seit 1992 nicht weniger als 22 gemeinsame Aufsätze. Dies belegt, was an

dieser Kooperation vor allem hervorzuheben ist: die Ausdauer des Sich-

Verständigens, das ab einem gewissen Zeitpunkt tief verwurzelte gegenseitige

Verstehen und einander Vertrauen, die offensichtlich effiziente Form

der Arbeitsorganisation und Produktionsweise - nicht dagegen das Abschleifen

unterschiedlicher Temperamente und Akzente. Häußermann gilt

als der manchmal schroffe Kritiker, Siebel als der konziliante gatekeeper

und Vermittler, beide zusammen in ihrer komplementären Produktivität

sind ein hier zu rühmender Glücksfall in der praxisbezogenen Sozialwissenschaft.

Hartmut Häußermann ist Professor für Stadt- und Regionalsoziologie Humboldt-Universität

Berlin. Walter Siebel ist Professor am Institut für Soziologie

der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit dem Schwerpunkt

Stadt- und Regionalforschung und Leiter der AG Stadtforschung.

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Herbst 2003

Nr. 129


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Der Schader-Preis wird jährlich von der Schader-Stiftung verliehen, Preisjury

ist das Stiftungs-Kuratorium. Zu den bisherigen Preisträgern zählen

Fritz W. Scharpf (2002), Peter Graf Kielmansegg (2001), Meinhard Miegel

(2000) und Renate Mayntz (1999). Die Darmstädter Schader-Stiftung fördert

den Dialog zwischen Gesellschaftswissenschaften und Praxis.

Kontaktperson: Peter Lonitz

Schader-Stiftung, Karlstraße 85, 64285 Darmstadt

Tel.: 06151/175917 Fax 06151/175925

E-Mail: kontakt@schader-stiftung.de

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XI. Terminplan, Vorankündigungen (ohne Gewähr)

5./6. Dezember 2003 – Berlin

Arbeitskreis “Umweltpolitik/GlobalChange”

Berlin Conference “Governance for Industrial Transformation”

Info: www.environmental-policy.de

19. Januar 2004 – München

Landesverband Bayern der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen

(DGVN) in Koop. mit der Ad-hoc-Gruppe „Internet und Politik“

Tagung – „Der 1. Weltgipfel zur Informationsgesellschaft im Dezember

2003 in Genf – Ergebnisse, Folgen, Herausforderungen“

Info: www.internet-und-politik.de.vu

12. – 14. Februar 2004 – Gästehaus der Universität Hamburg

Arbeitskreis “Politik und Kommunikation” gemeinsam mit der Fachgruppe

„Kommunikation und Politik“ der DGPuK

Tagung - „Krieg als mediatisiertes Ereignis“

Info: www.phil.uni-passau.de/politik/apuk/

12. – 14. März 2004

Jahrestagung des Arbeitskreises “Politik und Geschlecht”

23. – 25. April 2004

Arbeitskreis „Politische Steuerung“

Workshop - „Sources of Cross-national Policy Convergence”

13./14. Mai 2004 – Studienhaus Wiesneck, Buchenbach bei Freiburg

Arbeitskreis „Wahlen und Politische Einstellungen“

Tagung – „Jugend und Politik – zwischen Entfremdung, Anpassung und

Konflikt“

Info: www.wz-berlin.de/zkd/dsl/akwahlen/index.html

8./9. Mai 2004 – Sigmund-Freud-Institut Frankfurt/M.

Arbeitskreis „Politische Psychologie“

Tagung – „Psychoanalyse und Ökonomie“

14./15. Mai 2004 – Halle

Ad-hoc-Gruppe „Empirische Methoden der Politikwissenschaft

Tagung – „Curriculum und Didaktik einer politikwissenschaftlichen Methodenlehre“

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20. – 22. Mai 2004 – Gelsenkirchen

Ad-hoc-Gruppe „Politikberatung“

Tagung – „Grundlagen und Grundsatzfragen der Politikberatung: Theorien,

Modelle und Formen der Politikberatung, Akteure, Anwendungsbereiche

und praktische Fallbeispiele in unterschiedlichen Politikfeldern“

Info: politikberatung@hotmail.com

21./22. Mai 2004 – Universität Bamberg

Arbeitskreis “Handlungs- und Entscheidungstheorien”

Tagung des Arbeitskreises

21./22. Mai 2004 – Hagen oder Kassel

Arbeitskreis „Politik und Technik“

NachwuchswissenschaftlerInnen-Tagung

Info: www.uni-konstanz.de/FuF/Verwiss/Schneider/Akpt/index.html

4./5. Juni 2004 – Universität Siegen

Arbeitskreis “Geschichte und Politik”

Tagung – „Kontroversen über die Vergangenheit als Geschichtspolitik:

theoretische Ansätze und empirische Fallstudien“

2./3. Juli 2004 – Berlin

Arbeitskreise „Soziale Bewegungen“ und „Verbände“, Forschungsjournal

Neue Soziale Bewegungen und das WZB

Kongress – „Dominanz des Nordens? Akteure und Praxisfelder internationaler

Zivilgesellschaft“

Info: www.fjnsb.de; www.wz-berlin.de

Juni/Juli 2004

Arbeitskreis “Politik und Religion”

Tagung – „ Friedensstiftende Religionen? Zum Konfliktlösungspotential von

Religionen in der nationalen und internationalen Politik“

Info: www.phil.uni-erlangen.de/~p1pol/home.html >>Forschung>>DVPWArbeitskreis“Politik

und Religion“

Sommer 2004 – Universität Magdeburg

Ad-hoc-Gruppe „Menschenrechte“

Workshop – „Entwicklung der Menschenrechte in Europa – Empirischmethodische

Forschungsfragen“

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XII. Veröffentlichungen unserer Mitglieder (Selbstanzeigen)

Asbach, Olaf; Die Zähmung der Leviathane. Die Idee einer Rechtsordnung

zwischen Staaten bei Abbé de Saint-Pierre und Jean-Jacques Rousseau

(Politische Ideen, Bd. 15). Berlin, Akademie-Verlag 2002.

Berge, Frank / Grasse, Alexander; Belgien – Zerfall oder föderales Zukunftsmodell?

Der flämisch-wallonische Konflikt und die Deutschsprachige

Gemeinschaft. Opladen 2003, Leske + Budrich, Band 3 aus der Reihe

„Regionalisierung in Europa“.

Bergem, Wolfgang (Hrsg.); Die NS-Diktatur im deutschen Erinnerungsdiskurs,

Leske + Budrich, Opladen 2003, ISBN 3-8100-3706-0.

Bolsinger, Eckard; The Autonomy of the Political: Carl Schmitt`s and

Lenin`s Political Realism, Westport, Greenwood Press 2001.

Brauch, Hans G., et al. (Hrsg.) ; Security and Environment in the Mediterranean.

2003, ISBN 3-540-40107-5.

Bußhoff, Heinrich; Die Zeitlichkeit der Politik. Politik als Mechanismus zur

Verzeitlichung der Zeit (Erfahrung und Denken; 92). Duncker und

Humblot, Berlin 2003.

Butterwegge, Christoph / Hentges, Gudrun (Hrsg.); Zuwanderung im Zeichen

der Globalisierung. Migrations-, Integrations- und Minderheitenpolitik.

Interkulturelle Studien, Band 5. Leske + Budrich 2003, ISBN 3-8100-

3819-9.

Butterwegge, Christoph / Holm, Karin / Zander, Margherita u.a.; Armut

und Kindheit. Ein regionaler, nationaler und internationaler Vergleich.

Leske + Budrich 2003, ISBN 3-8100-3707-9.

Derichs, Claudia / Heberer, Thomas (Hrsg.); Einführung in die politischen

Systeme Ostasiens. VR China, Hongkong, Japan, Nordkorea, Südkorea,

Taiwan. UTB L. 2003, Leske + Budrich, ISBN 3-8100-3534-3.

Dörrenbecher, Christoph; Corporate Reorganisation in the European

Transport and Logistic Sector in the 1990ies. Diversification, Internationalisation

and Integration. Münster u.a., LIT-Verlag 2003.

Dörrenbecher, Christoph (Hrsg.); Modelltransfer in Multinationalen Unternehmen.

Strategien und Probleme grenzüberschreitender Konzernintegration.

Berlin, Edition Sigma.

Ferdowsi, Mir A. (Hrsg.); Internationale Politik im 21. Jahrhundert. Fink-

Verlag, München 2002, UTB 2284

Ferdowsi, Mir A. / Matthies, Volker (Hrsg.); Den Frieden gewinnen. Zur

Konsolidierung von Friedensprozessen in Nachkriegsgesellschaften.

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Dietz-Verlag 2003 (Eine Welt. Texte der Stiftung Entwicklung und Frieden

15).

Foden, David / Hoffmann, Jürgen / Scott, Rob (eds.); Globalisation and

the social contract. Brussels 2001: ETUI, ISBN 2-930143-80-0.

Follmar, Petra / Heinz, Wolfgang S. / Schulz, Benjamin; Zur aktuellen Folterdebatte

in Deutschland. Ein Beitrag des Deutschen Instituts für Menschenrechte,

Berlin 2003.

Gellner, Winand / Robertson, John D. (eds.); The Berlin Republic: German

Unification and a Decade of Changes. London, Frank Cass 2003; auch

als special issue of German Politics 11/3 (December 2002) erhältlich.

Heinz, Wolfgang S. / Schlitt, Stephanie / Würth, Anna; Internationale Terrorismusbekämpfung

und Menschenrechte. Deutsches Institut für Menschenrechte,

Berlin 2003

Heinz, Wolfgang S.; Menschenrechtspolitik in der Europäischen Union. Der

(lange) Weg zu einem effektiven Menschenrechtsschutz. Eurokolleg

(Friedrich-Ebert-Stiftung), Nr. 47, Berlin 2003.

Hoffmann, Jürgen (ed.); The solidarity dilemma – globalisation, europeanisation

and the trade unions. Brussels 2002, ETUI, ISBN 2-930352-08-6.

Hoffmann, Jürgen / Hoffmann, Rainer / Kirton-Darling, Judith / Rampelthammer,

Luitpold (eds.); The Europeanisation of industrial relations in

a global perspective: A literature review. Dublin 2002, European Foundation

for the Improvement of Living and Working Conditions, ISBN 92-

897-0205-2.

Holz, Gerda; Engagement für von Diskriminierung und sozialem Ausschluss

bedrohte Gruppen – Schwerpunkte, Formen, Barrieren, in: Enquete-

Kommission “Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagement” des Deutschen

Bundestages (Hrsg.): „Bürgerschaftliches Engagement und Sozialstaat“.

Leske + Budrich, Opladen 2003, ISBN 3-8100-3247-6.

Holz, Gerda / Skoluda, Susanne; Armut im frühen Grundschulalter. Vertiefende

Untersuchung zu Lebenssituation, Ressourcen und Bewältigungshandeln

von Kindern. ISS-Pontifex 1/2003. Frankfurt/Main 2003, ISBN

3-88493-180-6.

Immerfall, Stefan / Quesel, Carsten / Rother, Lothar (Hrsg.); Europa: Konzepte,

politischer Alltag, pädagogische Entwürfe. Zwischenbilanzen und

Zukunftsperspektiven der Europäischen Integration. Gmünder Hochschulreihe

Nr. 21, 2002, ISBN 3-925555-23-4.

163


Kleinfeld, Ralf / Koentopp, Dirk / Scheffler, Jan; Osnabrücker Bibliografie:

Politik und Gesellschaft in der Niederlande; Osnabrück 2003; Verlag Dirk

Koentopp; ISBN 3-8330-0742-7.

Lange, Stefan; Niklas Luhmanns Theorie der Politik. Eine Abklärung der

Staatsgesellschaft. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2003, ISBN 3-531-

14125-2.

May, Bernhard / Hönicke-Moore, Michaela (eds.); The Uncertain Superpower.

Domestic Dimensions of U.S. Foreign Policy after the Cold War.

Berliner Schriften zur Internationalen Politik, herausgegeben vom Forschungsinstitut

der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Leske

+ Budrich, Opladen 2003.

Meimeth, Michael / Schild, Joachim (Hrsg.); Die Zukunft von Nationalstaaten

in der europäischen Integration. Deutsche und französische Perspektiven.

Opladen 2002, Leske + Budrich.

Minkenberg, Michael / Willems, Ulrich (Hrsg.); Politik und Religion (Sonderheft

33/2002 der Politischen Vierteljahresschrift). Westdeutscher

Verlag / GWV Fachverlage, Wiesbaden 2003, ISBN 3-531-13718-2.

Pickel, Gert; Jugend und Politikverdrossenheit. Zwei politische Kulturen im

Deutschland nach der Vereinigung ? Opladen 2002, Leske + Budrich.

Pickel, Gert / Krüggeler, Michael; Religion und Moral. Entkoppelt oder

Verknüpft?. Opladen 2001, Leske + Budrich.

Pollack, Detlef / Jacobs, Jörg / Müller, Olaf / Pickel, Gert (Hrsg.); Political

Culture in Post-Communist Europe. Attitudes in new democracies. Aldershot:

Ashgate.

Reiche, Danyel (Hrsg.); Handbook of Renewable Energies in the European

Union. Foreword by Hermann Scheer. Frankfurt/Main 2003, ISBN 3-

031-39309-1.

Reiche, Danyel (Hrsg.); Handbook of Renewable Energies in the European

Union II – Case Studies of all Accession States Foreword by Günter Verheugen.

Frankfurt/Main 2003.

Reiche, Danyel; Restriktionen und Erfolgsbedingungen erneuerbarer Energien

in Polen. Mit einem Vorwort von Grzegorz Wisniewski. Frankfurt/Main

2003.

Sack, Detlef / Steffens, Gerd; Gewalt statt Anerkennung ? – Aspekte des

11.9.2001 und seiner Folgen. Frankfurt/Main, Peter Lang Verlag 2003.

Schabedoth, Hans-Joachim (Hrsg.); Vorrang für Arbeit und soziale Gerechtigkeit.

Marburg 2002.

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Herbst 2003

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Herbst 2003

Nr. 129

Schild, Georg; Die bedrohte Supermacht. Die Außen- und Sicherheitspolitik

der USA nach dem Ende des Kalten Krieges. Schriften zur Internationalen

Politik, herausgegeben vom Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft

für Auswärtige Politik, Leske + Budrich, Opladen 2002.

Waschkuhn, Arno; Politische Utopien. Ein politiktheoretischer Überblick

von der Antike bis heute. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München-

Wien 2003, ISBN 3-486-27448-1.

Wilhelmy, Stefan / Diefenbacher, Hans u.a.; Eine-Welt-Bilanz. Aschaffenburg

2003 Hrsg. von: Stadt Aschaffenburg (Umwelt- und Ordnungsamt),

Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. und Nord-

Süd-Forum Aschaffenburg e.V. Aschaffenburg/Heidelberg: Stadt Aschaffenburg/FEST.

Wilhelmy, Stefan / Diefenbacher, Hans / Teichert, Volker; Guidelines. Indicators

for a Local Agenda 21. Editor: Forschungsstätte der Evangelischen

Studiengemeinschaft e.V. Heidelberg: FEST (DD-ROM), 2003.

Willems, Ulrich (Hrsg.); Interesse und Moral als Orientierungen politischen

Handelns (Schriftenreihe der Sektion Politische Theorien und Ideengeschichte

in der DVPW, Bd. 4). Nomos-Verlag, Baden-Baden 2003, ISBN

3-8329-0103-5.

165


XIII. Mitteilungen zur Mitgliedschaft

Neumitglieder Mai 2003

Baumann, Marcel Max, M.A.

Alexanderstr. 4, 10179 Berlin; 030/24 08 56 17 p, 0 17 72 16 09 61 mobil

p, Marcelbaumann@gmx.net

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Internationale Politik";

Dobner, Petra, Dr.

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Politikwissenschaft,

Emil-Aberhalden-Str. 7, 06108 Halle / Saale; 0345/5 52 42 16 d, 0345/5

52 71 45 Fax d, dobner@politik.uni-halle.de

Dommel, Lutz, Dipl. Soz. Wiss.

Blumenstr. 39, 42477 Radevormwald;

DVPW-Aktivitäten: AK "Handlungs- und Entscheidungstheorien"; AK "Integrationsforschung";

Eckardt, Frank, Prof. Dr.

Bauhaus Universität Weimar, Alfred-Dürer-Str. 2, 99421 Weimar;

DVPW-Aktivitäten: AK "Lokale Politikforschung";

Egle, Christoph, M.A.

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Institut für Politische Wissenschaft,

Marstallstr. 6, 69117 Heidelberg; 06221/54 31 28 d, 06221/54 28 96 Fax

d, Christoph.Egle@urz.uni-heidelberg.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Politik und Ökonomie"; Forschungsgebiet(e): 1) Politische

Theorien und Ideengeschichte; 3) Politisches System der Bundesrepublik;

4.08) Politische Parteien

Engert, Stefan, M.A.

Technische Universität Darmstadt, Institut für Politikwissenschaft, Residenzschloss,

64283 Darmstadt; 06151/16 33 83 d, engert@pg.tu-darmstadt.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Internationale Politik"; Forschungsgebiet(e): 8.08)

Theorien der Internationalen Beziehungen; 8.04) Internationale Institutionen/

Organisationen; 8.03) Europäische Integration

Fahrholz, Christian, Dipl. Pol.

www.polwiss.fu-berlin.de/osi/more/coe/fahrholz.htm, fahrholz@zedat.fuberlin.de

DVPW-Aktivitäten: AK "Handlungs- und Entscheidungstheorien";

Feser, Andreas, Dr.

Paplitzer Str. 57, 12307 Berlin; 030/22 75 29 30 p, 030/22 75 64 72 Fax p

DVPW-Aktivitäten: AK "Parteienforschung";

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Herbst 2003

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Herbst 2003

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Frölich-Steffen, Susanne, Dr.

Herzog-Welf-Str. 60, 85604 Zorneding; 08106/24 76 00 p, 08106/21 87

39 Fax p, susanne.froelich@ebe-online.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Vergleichende Politikwissenschaft"; Sek. "Internationale

Politik"; Sek. "Regierungssystem und Regieren in der Bundesrepublik

Deutschland"; AK "Systemwechsel";

Füchtner, Natascha, Dr.

Nonnenrain 10, 99099 Erfurt; 0361/6 01 69 77 p, n.fuechtner@12move.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Regierungssystem und Regieren in der Bundesrepublik

Deutschland"; Sek. "Vergleichende Politikwissenschaft"; AK "Postsozialistische

Gesellschaften"; AK "Politische Steuerung";

Göztepe-Celebi, Ece, Dr. L.L.M.

Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Politikwissenschaft,

Raum 211a, Scharnhorststr. 100, 48151 Münster; 0251/8 32 93 34 d,

0251/8 32 93 56 Fax d, ecelebi@uni-muenster.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Staatslehre und Politische Verwaltung"; AK "Integrationsforschung";

Sek. "Internationale Politik";

Gschwend, Thomas, Ph. D.

Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES), Universität

Mannheim, L/,1, 68131 Mannheim; 0621/1 81 28 09 d, 0621/1 81 28 45

Fax d, Thomas.Gschwend@mzes.uni-mannheim.de

DVPW-Aktivitäten: AK "Wahlen und politische Einstellungen"; Ad-hoc-Gr.

"Empirische Methoden der Politikwissenschaft"; Forschungsgebiet(e): 2) Methoden;

4) Politische Soziologie; 7) Vergleichende Politikforschung

Hannowsky, Dirk, Dr. Dipl.-Volksw., Dipl.-Kfm.

Römerstr. 76, 56073 Koblenz; 0261/983 48 80 p, Dirk.Hannowsky@gmx.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Politik und Ökonomie"; AK "Integrationsforschung";

AK "Verbände";

Hertkorn, Michaela C., Dr.

272 Carroll Street, USA- Brooklyn, NY 11231, USA; 001/718/7 97 57 61 p,

001/718/7 97 57 61 Fax p, mhertkorn@nyc.rr.com

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Internationale Politik"; Sek. "Vergleichende Politikwissenschaft";

Homeyer, Ingmar von, Dr.

Speestraße 26, 54290 Trier; 030/86 88 00 d, 030/86 88 01 01 Fax d,

Ingmar@vonHomeyer.com

DVPW-Aktivitäten: AK "Umweltpolitik/Global Change"; AK "Integrationsforschung";

167


Horst, Patrick, Dr.

Universität Lüneburg, Institut für Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft,

Scharnhorststr. 1, 21332 Lüneburg; 04131/78 25 45 d, 04131/78 25 39

Fax d, horst@uni-lueneburg.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Regierungssystem und Regieren in der Bundesrepublik

Deutschland"; Sek. "Vergleichende Politikwissenschaft"; AK "Politikfeldanalyse

Innere Sicherheit";

Keil, Silke, Dr.

Universität Stuttgart, Institut für Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft I,

Breitscheidstraße 2, 70174 Stuttgart; 0711/1 21 36 43 d, 0711/1 21 23

33 Fax d, silke.keil@po.pol.uni-stuttgart.de

DVPW-Aktivitäten: AK "Politik und Kommunikation"; AK "Wahlen und politische

Einstellungen";

Kellermann, Christian, M.A.

Comeniusstraße 8, 60389 Frankfurt / M.; 069/95 63 61 57 p, Kellermann@em.uni-frankfurt.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Internationale Politik"; Sek. "Politik und Ökonomie";

Kemmerling, Achim, Dipl. rer-pol., M.A.

Jean Monnet Centre, Otto-Suhr-Institut, FU Berlin, Ihnestr. 22, 14195 Berlin;

030/83 85 42 31 d, 030/83 85 23 57 Fax d

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Politik und Ökonomie"; AK "Handlungs- und Entscheidungstheorien";

Kolb, Holger, M.A.

Möserstr. 54c, 49074 Osnabrück;

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Vergleichende Politikwissenschaft"; AK "Migrationspolitik";

König, Frank,

Kaufhausgasse 3, 09599 Freiberg; 03731/77 59 13 p, frank.k.koenig@tonline.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Staatslehre und Politische Verwaltung"; Sek. "Internationale

Politik"; AK "Politische Steuerung";

Kopke, Christoph, Dipl.-Pol.

Postfach 550 241, 10372 Berlin; , ch.kopke@web.de

Laubenthal, Barbara, M.A.

Niederstr. 52, 47829 Krefeld; 02151/57 97 73 p, barbaralaubenthal@web.de

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Herbst 2003

Nr. 129


Herbst 2003

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Lorenz, Astrid, Dr.

Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät III, Institut für Sozialwissenschaften,

Politikwissenschaft, Unter den Linden 6, 10099 Berlin;

030/20 93 14 31 d, 030/20931430 Fax d, astrid.lorenz@sowi.hu-berlin.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Regierungssystem und Regieren in der Bundesrepublik

Deutschland"; Sek. "Vergleichende Politikwissenschaft"; Sek. "Politische

Soziologie"; AK "Systemwechsel";

Lüddecke, Dirk, Dr.

Universität München, Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft,

Oettingenstr. 67, 80538 München; 089/21 80 90 65 d, 089/21 80 90 62

Fax d, dlueddck@gsi.uni-muenchen.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Politische Theorien und Ideengeschichte"; AK "Politik

und Religion";

Messerschmidt, Romy, M.A.

TU Dresden, SFB 537 / Teilprojekt K, Zellescher Weg 17, 01062 Dresden;

0351/46 33 57 21 d, 0351/46 33 77 74 Fax d, Romy.Messerschmidt@mailbox.tu-dresden.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Vergleichende Politikwissenschaft";

Müller, Thorsten, Dr. M.A.

Universität Bremen, SFB 597, Postfach 330 440, 28334 Bremen; 0421/2

18 87 24 d, thorsten.mueller@sfb597.uni-bremen.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Internationale Politik"; AK "Gesamteuropäische Sicherheitspolitik:

OSZE"; AK "Integrationsforschung"; AK "Politikfeldanalyse

Innere Sicherheit";

Ostheim, Tobias, M.A.

Universität Heidelberg, Institut für Politische Wissenschaft, Marstallstr. 6,

69117 Heidelberg; 06221/54 28 78 d, 06221/54 28 96 Fax d, ostheim@uni-hd.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Politik und Ökonomie"; AK "Integrationsforschung";

Patjens, Jan, Dipl.-Pol

Falkenried 73, 20251 Hamburg; 040/46 07 02 27 p, Jan_Patjens@tonline.de

Pfeil, Florian, M.A.

Universität Trier, FB III - Politikwissenschaft, , 54286 Trier; 0651/2 01 21 36

d, 0651/2 01 39 17 Fax d

Forschungsgebiet(e): 8) Internationale Politik und Außenpolitik; 3.03) Grundund

Menschenrechte; 7.1.n) Skandinavien

169


Pritzlaff, Tanja, Dipl.-Pol., M.E.S.

Universität Bremen, Zentrum für Sozialpolitik, Abtg. "Theorie u. Verfassung

des Wohlfahrtsstaates, Parkallee 39, 28209 Bremen; 0421/2 18 40 64 d,

0421/2 18 40 52 Fax d, t.pritzlaff@zes.uni-bremen.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Politische Theorien und Ideengeschichte";

Raupp, Juliana, Dr.

Fichtestr. 33, 10967 Berlin; 030/6930869 d, 030/83 87 07 33 Fax d,

raupp@zedat.fu-berlin.de

DVPW-Aktivitäten: AK "Politik und Kommunikation"; Sek. "Politische Soziologie";

Rensmann, Lars, Dr.

Freie Universität Berlin, FB Politik- und Sozialwissenschaften, Otto-Suhr-

Institut für Politikwissenschaft, Ihnestr. 22, 14195 Berlin; 030/83 85 49 86

d, 030/83 85 46 25 d, 030/83 85 21 01 Fax d, rensmann@zedat.fuberlin.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Politische Theorien und Ideengeschichte"; Sek.

"Vergleichende Politikwissenschaft"; AK "Interkultureller Demokratievergleich";

Schattenmann, Marc, M.A.

Universität Erfurt, Erfurt School of Public Policy, Nordhäuser Str. 63, 99089

Erfurt; 0361/7 37 49 31 d, www.uni-erfurt.de/publicpolicy,

marc.schattenmann@uni-erfurt.de

Schneckener, Ulrich, Dr.

Stiftung Wissenschaft und Politik, Ludwigkirchplatz 3 - 4, 10719 Berlin;

030/88 00 72 77 d, 030/88 00 71 00 Fax d

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Internationale Politik";

Schneider, Ingrid, Dr.

Universität Hamburg, FSP BIOGUM / FG Medizin / Neurowissenschaften,

Falkenried 94, 20251 Hamburg; 040/4 28 03 63 11 d, 040/4 28 03 63 15

Fax d, Ingrid.Schneider@uni-hamburg.de

DVPW-Aktivitäten: AK "Politik und Technik"; AK "Politik und Geschlecht";

Schneider, Silke, Dipl.-Pol.

FU Berlin, Fachbereich Politik- u. Sozialwissenschaften, Arbeitsbereich Historische

Grundlagen der Politik, Ihnestr. 21, 14195 Berlin; 030/83 85 50 51

d, 030/83 85 63 65 Fax d

DVPW-Aktivitäten: AK "Geschichte und Politik"; AK "Politik und Geschlecht";

170

Herbst 2003

Nr. 129


Herbst 2003

Nr. 129

Schöne, Helmar, Dr.

Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd, Abteilung Soziologie / Politikwissenschaft,

Oberbettringer Str. 200, 73525 Schwäbisch Gmünd;

07171/98 33 51 d, 07171/98 33 69 Fax d, Helmar.Schoene@phgmuend.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Regierungssystem und Regieren in der Bundesrepublik

Deutschland"; Forschungsgebiet(e): 3) Politisches System der Bundesrepublik;

4) Politische Soziologie; 9) Politische Bildung

Siegmund, Jörg, M.A.

Landwehrstr. 12, 80336 München; 089/27 31 29 06 p,

joerg.siegmund@gmx.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Regierungssystem und Regieren in der Bundesrepublik

Deutschland"; AK "Verbände"; AK "Politische Steuerung"; Forschungsgebiet(e):

3) Politisches System der Bundesrepublik; 5)

Politikfelder und Politikimplementation; 7) Vergleichende Politikforschung

Spindler, Manuela, Dipl.-Pol., MA

Universität Mannheim, Lehrstuhl für Politische Wissenschaft II, , 68161

Mannheim; 0621/1 81 20 71d, 0621/1 81 20 72 Fax d

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Internationale Politik"; Forschungsgebiet(e): 8.08)

Theorien der Internationalen Beziehungen; 8.06) Internationale Politische

Ökonomie; 8.04) Internationale Institutionen/ Organisationen

Thiele, Ulrich, PD Dr.

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a.M., Fachbereich Gesellschaftswissenschaften,

Institut für vergl. Politikwissenschaft und internationale

Beziehungen, Sekr. Bohländer (Raum 2528), Robert-Mayer-Str. 5,

60554 Frankfurt am Main; 069/79 82 20 46 d, uthiele@hotmail.com

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Politische Theorien und Ideengeschichte";

Wollenweber, Leif-Erik, Dr.

Gerhard-Mercator Universität Duisburg, Lehrstuhl Recht, Institut für strategische

Unternehmensführung, Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Lotharstr.

65, 47048 Duisburg; 02 03/3 79 26 19 d, 0 21 62/35 67 74 p, 02

03/3 79 17 91 Fax d, wollenweber@uni-duisburg.de

DVPW-Aktivitäten: Sek. "Internationale Politik"; AK "Integrationsforschung";

171


172

Angaben für das DVPW-Mitgliederverzeichnis

Sehr geehrtes Mitglied,

sofern Sie für das nächste Mitgliederverzeichnis Änderungen bei den Angaben

zu Ihrer Person wünschen, teilen Sie uns dies bitte auf diesem Blatt

oder auch formlos mit. Bitte tragen Sie Ihren Namen und eventuell gewünschte

Adressenänderungen in die unten stehenden Zeilen ein und geben

Sie gleichzeitig Ihre primären Forschungsgebiete (max. drei) an. Darüber

hinaus benennen Sie bitte die Sektionen und Arbeitskreise, in denen

Sie aktiv mitarbeiten. Damit Ihre Daten für das Mitgliederverzeichnis

2004/2005 aktualisiert werden können, senden Sie Ihre Änderungsmitteilung

bitte spätestens bis zum 31. August 2004 an die Adresse unserer Geschäftsstelle.

Falls Sie mit der Veröffentlichung Ihrer Adresse im Mitgliederverzeichnis

nicht einverstanden sind, teilen Sie uns dies bitte mit. Wir

werden dann lediglich Ihren Namen in das neue Verzeichnis aufnehmen.

Name, Vorname, Titel:

Adresse für das MV:

Forschungsgebiete (max. drei - Bitte Liste aus dem Mitgliederverzeichnis

verwenden!):

Mitarbeit in folgenden Sektionen und Arbeitskreisen der DVPW:

Bitte senden an: DVPW, c/o. Universität Osnabrück, FB 1, 49069 Osnabrück

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