pflanzenbau - DSV

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pflanzenbau - DSV

Stärke ist nicht alles, aber ohne Stärke ist alles

nichts. Diese Aussage trifft sicherlich den

Kern der Diskussion bei der Bewertung von Silomaissorten.

Denn es ist gerade die Maisstärke,

die den Wert dieser Futterpflanze entscheidend

mitbestimmt.

Maisstärke ist im Gegensatz zu Getreidestärke

grobkörnig. Damit bietet sie dem Verdau-

INNOVATION 4/2000

PFLANZENBAU

Wie wichtig ist Stärke

bei Silomais?

Peter Lippitsch, DSV · Deutsche Saatveredelung, Schweinerden (Sachsen)

Bei Silomais sind die Qualitätsmerkmale Energiekonzentration und

Stärkegehalt, bezogen auf die Trockenmasse der Gesamtpflanze, von

besonderer Bedeutung. Eine hohe Energiekonzentration des Grundfutters

sorgt für eine hohe Futter- und Energieaufnahme und schafft so die

Voraussetzung für überdurchschnittliche tierische Leistungen. Ein hoher

Stärkegehalt, der tendenziell mit einer hohen Energiekonzentration einhergeht,

hat darüber hinaus ernährungsphysiologische Vorteile gegenüber energetisch

gleichwertigen Maissilagen.

ungsapparat des Rindes weniger Angriffsfläche

und ein Teil der Maisstärke passiert unverdaut

den Pansen, bevor sie schließlich im Darm verwertet

wird. Dadurch werden die Vormägen der

Wiederkäuer entlastet, da sich der ph-Wert stabilisiert.

Dies führt zu einer Verbesserung der

Tiergesundheit und steigert die Produktionsergebnisse

im Hochleistungsbereich.

4

Stärkegehalt

Stärkeertrag

Verdaulichkeit

Energiekonzentration

Standfestigkeit

+ 1,9 %

+ 1,9 %

+ 5,4 %

+ 12,9 % Platz 1

Platz 1*

Platz 1

Platz 1

Platz 1

*Eu-Sorten

Grafik 1: EU-Versuche 1988-99: TOTAL S 220

(blau) relativ zu VR-Sorten (VR-Sorten = 100;

(grün) Symphony, Helix, Arsenal)

Beispiel TOTAL – eine Sorte

mit hohem Stärkegehalt

Ein neuer Züchtungserfolg ist mit der Sorte

Total gelungen. Diese Sorte fiel bereits in den


Vorjahren durch außergewöhnlich gute Stärkeparameter

in den bundesweiten EU-Versuchen

auf. Im Stärkegehalt lag Total im Jahre 1998 mit

35,3 % fast 4 % über den Verrechnungssorten

(VR-Sorten). Im Stärkeertrag übertraf sie mit

102,1 % ebenfalls das Niveau der VR-Sorten. In

1999 setzte sie sich wiederum mit 36,8 % Stärke

(+ 4,7 %) und 108,7 % rel. Stärkeetrag an

die Spitze.

Insgesamt erreichte sie in den Merkmalen

Stärkegehalt, Stärkeertrag, Verdaulichkeit,

Energiekonzentration und Standfestigkeit den

jeweils 1. Platz der neu geprüften Sorten. Aufgrund

dieser herausragenden Daten qualifizierte

sich die Sorte für zahlreiche Landessortenversuche.

Erste Ergebnisse aus diesem Jahr bestätigen

wiederum das hohe Leistungsniveau der

Sorte (Grafik 1).

Was führt Total an die Qualitäts- und Ertragsspitze?

Es sind verschiedene Faktoren, die

näher erläutert werden müssen.

Das frühe

Stärkebildungsvermögen

In der Grafik 2 „Stärkeertrag in Abhängigkeit

vom TS-Gehalt” wird erkennbar, dass Total

bereits bei niedrigen TS-Gehalten den größten

Vorsprung im relativen Stärkegehalt realisiert.

Dieser Vorsprung bleibt bis zum Erreichen hoher

TS-Gehalte absolut erhalten, relativiert sich aber

etwas zu Gunsten der später einlagernden Sor-

PFLANZENBAU

ten. Dieses ist in der Grafik am Verlauf der

Trendlinie Total zur Linie „rel. 100 = VR-Sorten”

gut zu erkennen. Die Verläufe des TS-Gehaltes

von Total und der VR-Sorten sind dabei nahezu

parallel. Der Vorteil für den Landwirt liegt darin,

dass Total nur eine sehr kurze Vegetationszeit

benötigt, um Qualitätssilage zu produzieren.

Der stabil hohe

Stärkegehalt

In der Grafik 3 „Relativer Stärkegehalt in Abhängigkeit

vom Stärkegehaltsniveau des Standortes”

ist zu erkennen, dass Total besonders auf

schwierigen Standorten (leichte Böden, Wasserknappheit,

kurze Vegetationszeit etc.) besonders

hohe Vorteile gegenüber den VR-Sorten

hat. Der relative Stärkegehalt liegt hier weit vor

den Wettbewerbssorten. Mit zunehmendem

Ertragsniveau des Standortes sinkt dieser Vorteil

ab. Beachtenswerterweise aber sinkt der relative

Stärkegehalt von Total in diesen zweijährigen

Betrachtungen nicht unter rel. 101. Damit steht

der Landwirtschaft eine extrem qualitätsstabile

Sorte auch unter Stressbedingungen zur Verfügung

(Grafik 3).

Der hohe Stärkeertrag

Besonders auf schwachen Standorten ist die

Ertragsüberlegenheit von Total deutlich zu erkennen.

Über alle Standorte betrachtet liegt

TOTAL auf 19 von 26 Standorten/Regionen

(73 %) im Stärkeertrag über dem hohen Niveau

der Verrechnungssorten. Im Vergleich der neu

geprüften Sorten belegt er bei diesem Merkmal

deutlich Platz 1.

Besondere Eignung für

Ostdeutschland

Total hat bundesweit ausgezeichnete Leistungen

vorgelegt. Aus den Ergebnissen der

zweijährigen EU-Versuche 1998–99 lässt sich

aus den Faktoren Ertrag, Standfestigkeit und

Abreife eine Bewertung der Sorten ableiten.

Danach wird deutlich, dass Total in Ostdeutschland

den besten Wert erreicht. Noch wichtiger

aber ist die Tatsache, dass sie die einzige Sorte

ist, die in der Beurteilung Ost über den entsprechenden

Werten der anderen Regionen und

auch über dem Wert für Gesamt-Deutschland

liegt.

@

M EHR I NFOS ZUM T HEMA UNTER

www.dsv-saaten.de

5

Stärkeertrag dt/ha rel. bzw. absolut

TOTAL – Die Empfehlung

Der kompakte Wuchstyp und die frühe Reife

kommen dem modernen Körnermaistyp ideal

entgegen. In Landessortenversuchen, Praxisanbauten

und Handelsversuchen konnte die Sorte

auch als Körnermais durch Leistung überzeugen.

Rel. Stärkegehalt der Sorte TOTAL

120

110

100

90

80

70

60

50

40

130

112

Relativertrag der Verrechnungssorten

48

30 % Trockensubstanzgehalt der Sorten

41 %

125

120

115

110

105

100

95

1998/99 Total Stärkegehalt relativ

90

85

Linear 1998/99 Total Stärkegehalt

80

20,0 25,0 30,0 35,0 40,0 45,0

Stärkegehalt der VRS in % an den Standorten

Grafik 3: Qualitätsmais TOTAL S 200 – Relativer Stärkegehalt in Abhängigkeit

vom Stärkegehaltsniveau des Standortes

Total empfiehlt sich daher als hochqualitätsorientierter

Körner- und Silomais. Er ist für alle

Anbaulagen mit breitem Aussaatfenster geeignet.

Weiterhin kann er auch im Zweitfruchtanbau

und bei später Aussaat empfohlen

werden. ◆

Peter Lippitsch

Relativertrag der Sorte TOTAL

Absolutertrag der Verrechnungssorten dt/ha

Grafik 2: Qualitätsmais TOTAL S 200 – Relativer Stärkeertrag in Abhängigkeit

vom TS-Gehalt

Fon: 03 57 96/9 88 26

Fax: 03 57 96/9 88 27

E-Mail: lippitsch@dsv-saaten.de

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