züchtung - DSV

dsvsaaten

züchtung - DSV

Die Ermittlung der Energiekonzentration bei

Silomais (MJ NEL/kg T bzw. MJ ME/kg T) in der

Sortenprüfung erfolgt normalerweise mit Hilfe

der Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIRS) anhand

getrockneter Grünmaisproben. Es wird angenommen,

dass diese Werte nicht nur für die

Pflanzen, sondern auch für die Silage gelten.

Mit dem NIRS-Verfahren werden zuerst wichtige

Inhaltsstoffe wie Rohprotein, Rohasche,

Rohfaser und Eigenschaften wie die Enzymlöslichkeit

der organischen Substanz (ELOS) bestimmt.

Aus diesen Werten wird anschließend

die Energiekonzentration der Maissorte berechnet.

Wichtigster Faktor für eine hohe Energiekonzentration

ist eine hohe ELOS, eine gute Gesamtverdaulichkeit.

ZÜCHTUNG

Werden stärkereiche

Silomaishybriden richtig

bewertet?

Dr. Hans Steingaß, Institut für Tierernährung, Universität Hohenheim und Dipl. Ing. agr. Markus Siegel, Maisadour

Deutschland GmbH, Oberlimpurg

In der Praxis wurde in den vergangenen Jahren immer wieder die Erfahrung gemacht,

dass mit stärkereichen Maissorten höhere Tageszunahmen bzw. bessere

Milchleistungen erreicht werden. Am Markt existieren zahlreiche Maissorten, denen

nach dem derzeitigen Verfahren der Versuchsauswertung vergleichbare Energiewerte

zugeschrieben werden, deren Gesamtverdaulichkeit aber unterschiedliche

Grundlagen hat. Auf der einen Seite existieren Sorten mit einer höheren Rohfaser-/

Restpflanzenverdaulichkeit, auf der anderen Seite kann eine gute Gesamtverdaulichkeit

auch durch einen hohen Stärkegehalt erzeugt werden, da Stärke wesentlich

besser verdaulich ist als die Restpflanze.

INNOVATION 1/2002

Um die Unterschiede zwischen den Praxisbeobachtungen

und den Ergebnissen der NIRS-

Untersuchungen zu überprüfen und vergleichen,

wurde am Institut für Tierernährung der

Universität Hohenheim ein Stoffwechselversuch

mit Schafen durchgeführt,

bei dem die Nährstoffverdaulichkeit,

der Gehalt an

umsetzbarer Energie und die

Energieverwertung bei zwei

verschiedenen Maissilagen ge-

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prüft wurden. Zu diesem Zweck wurden eine

Referenzsorte als Stellvertreter der stärkearmen,

restpflanzenbetonten Gruppe und die

Sorte „Probat“ als stärkereiche Variante ausgewählt.

Beide Sorten gehören der mittelfrühen

Reifegruppe an mit vergleichbaren Reifezahlen

von S 240 bzw. S 230.

Versuchsbedingungen für

beide Maissorten gleich

Sie wurden am Standort Neckarmühlbach

unter gleichen Bedingungen angebaut (Aussaat


26. April, Ernte 1. Sept. 2000, Düngung und

Pflanzenschutz ortsüblich, grundwassernaher

Standort ohne Trockenschäden), im Stadium

Ende der Teigreife mit einem Trockenmassegehalt

von knapp über 30 % geerntet und in Fässern

einsiliert. Nach einer Silierdauer

von 60 Tagen fand der

Energie-Bilanzver-

ZÜCHTUNG

such statt. Wie für die Sortenprüfung üblich,

wurden Inhaltsstoffe und Energiewerte der

Grünmaise zum Zeitpunkt der Ernte mittels

NIRS ermittelt (Tab. 1). Die chemisch ermittelte

Rohnährstoff-Zusammensetzung

der Silagen und

deren Verdaulichkeit

beim Schaf sind in

Tab. 2 zusammengefasst.

Bei stark differierendenStärkege

Mit stärkereichen Maissorten werden höhere

Tageszunahmen bzw. bessere Milchleistung

erreicht.

Tab.1: Ergebnisse der Grünmaisproben nach NIRS

Sorte Referenzsorte Probat

Rohprotein (% i.T) 7,8 8,4

Stärke (% i.T) 26,6 31,6

Enzymlösl. d.

org. Substanz (ELOS) (%) 71,4 70,9

Umsetzbare Energie,

ME (MJ/kg T) 10,9 10,8

halten ergab sich nach diesem Verfahren ein

gut vergleichbarer Gehalt an umsetzbarer Energie

und eine ähnliche Enzymlöslichkeit, die Voraussetzungen

entsprechend der Versuchsfragestellung

waren damit gegeben.

Probat in Verdaulichkeit

und Energie überlegen

Die Silagen der beiden Maissorten sind in

ihren Gehalten an Trockenmasse, organischer

Masse und Rohprotein gut vergleichbar. Der

Rohfasergehalt der stärkereichen Sorte „Probat“

war etwas niedriger. Wie bereits in den

Voruntersuchungen bei Grünmais mittels NIRS

erkennbar, differenzieren die Sorten erheblich

im Stärkegehalt. Die Verdaulichkeit der organischen

Masse war bei der Sorte Probat signifikant

um fast 2 % höher, bei der Verdaulichkeit

der Fraktionen Rohfett und Rohfaser sind hingegen

keine Unterschiede erkennbar. Aus den

Daten der verdaulichen Nährstoffe berechnet

sich für die Silage der Referenzsorte ein Gehalt

an umsetzbarer Energie von 10,89 MJ/kg TM

und für „Probat“ von 11,13 MJ.

Dieser Unterschied

INNOVATION 1/2002


Tab. 3: Energiewerte der Maissilagerationen

(ergänzt mit jeweils 7,5 % Sojaextraktionsschrot)

Referenzsorte Probat

Bruttoenergie (MJ/kg T) 18,60 18,50

erweist

Verdauliche Energie (MJ/kg T) 13,61 ± 0,23 sich als

statistisch

gesichert.

Die beiden Maissorten wurden parallel mit

gleicher Menge (1,5-facher Erhaltungsbedarf)

an eine Gruppe von je 4 Hammeln verfüttert.

Als Ergänzung wurden jeweils 7,5 % Sojaetraktionsschrot

beigegeben. Nach einer Vorbereitungsfütterung

wurde in der Respirationskammer

eine exakte Energiebilanz ermittelt. Die Energiewerte

dieser Rationen sind in Tab. 3 wiedergegeben.

Bei vergleichbaren Bruttoenergiegehalten

ist bereits auf der Stufe der verdaulichen

Energie ein gesicherter Unterschied von ca. 0,3

MJ oder 2,3 % zu Gunsten der Ration mit der

stärkereichen Silage gegeben. Dieser Vorsprung

vergrößert sich bei der umsetzbaren Energie,

a 13,93 ± 0,05b Umsetzbare Energie (MJ/kg T) 11,84 ± 0,23a 12,26 ± 0,11b INNOVATION 1/2002

ZÜCHTUNG

Tab. 2: Rohnährstoffzusammensetzung und Verdaulichkeit der Maissilagen

Referenzsorte Probat

(stärkearm, gute (stärkereich, mittlere

Restpflanzenverdaulickkeit) Restpflanzenverdaulicheit)

Gehalt Verdaulichkeit Gehalt Verdaulichkeit

g/kg T % g/kg T %

Trockenmasse (g/kg) 315 326

Organische Masse 960 74,3±1,2a 954 76,2±0,4b Rohprotein 78 49,7±2,9a 84 56,7±3,2b Rohfett 27 77,9±1,4 27 77,8±2,8

Rohfaser 186 58,4±4,4 163 58,6±2,5

N-freie Extr.stoffe 669 81,4±0,3a 679 82,8±0,4b Stärke 301 351

Unterschiedliche Buchstaben kennzeichnen signifikante Unterschiede in der Verdaulichkeit (p

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