22 Gute Preisaussichten auf dem Rapsmarkt

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22 Gute Preisaussichten auf dem Rapsmarkt

Gute Preisaussichten

auf dem Rapsmarkt

Thomas Mielke, OIL WORLD, Hamburg

Nach Aussagen des Marktexperten OIL WORLD wird der Weltverbrauch für die

acht wichtigsten Pflanzenöle, zu denen auch Rapsöl gehört, die weltweite

Produktion in den kommenden Monaten deutlich übersteigen. Die Weltproduktion

dieser Gruppe der 8 Öle wird voraussichtlich nur um 1,5 % auf 89,4 Mio. t

in der Saison 2001/02 zunehmen. Dem gegenüber wird der Weltverbrauch auf 90,9

Mio. t geschätzt und liegt damit 3,8 % über Vorjahr. Dies wird voraussichtlich eine

Abnahme der Weltvorräte um 1,5 Mio. t in der Zeit von Oktober 2001 bis September

2002 zur Folge haben.

Die Preise für Pflanzenöle werden innerhalb

der nächsten Monate wegen des Produktionsdefizits

und notwendigen Abbaus der Weltvorräte

stark steigen. Insbesondere die Knappheit

von Sonnenblumensaat und – öl in Europa

und auf dem Weltmarkt wird zu kräftig steigenden

Preisen führen. Davon werden auch die

Rapsproduzenten in Europa profitieren. Es ist

damit zu rechnen, dass wegen der Hausse der

Pflanzenölpreise auch die Verkaufspreise für

Rapssaat im Zeitraum Januar bis Juni 2002 weiter

steigen werden.

Sonnenblumensaat

und -öl knapp

Das weltweite Angebot an Sonnenblumensaat

wird in der neuen Saison auf ein 8-Jahres-

Tief von nur 23,3 Mio. t fallen. Als Folge dessen

wird auch die Saatverarbeitung und die Produk-

INNOVATION 1/2002

tion von Sonnenblumenöl außerordentlich stark

eingeschränkt werden müssen. Das weltweite

Angebot von Sonnenblumenöl wird um ca.

1,35 Mio. t in der Saison 2001/2002 zurückgehen.

Der Weltverbrauch von Sonnenblumenöl

muss um ca. 1,0 Mio. t eingeschränkt werden.

Palmöl-Produktion

und -vorräte rückläufig

Die Weltproduktion von Palmöl wird sich im

Vergleich zum Vorjahr von Oktober 2001 bis

März 2002 um 0,4–0,5 Mio. t reduzieren. Dadurch

werden sich die Palmölvorräte um

0,4 Mio. t im Vergleich zum Oktober bis März

des Vorjahres reduzieren. Die Nachfrage nach

Palmöl wird sich jedoch kontinuierlich von Oktober

2001 bis März 2002 in den produzierenden

und importierenden Ländern erhöhen.

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Der Einbruch beim

Sonnenblumenmarkt

kann teilweise durch

die Steigerung bei

Soja kompensiert

werden

Raps ebenfalls betroffen

Auch die Produktion an Raps wird weltweit

zurückgehen und die Weltvorräte werden sich

schätzungsweise um 1,2 Mio. t reduzieren. Die

globale Produktion von Rapssaat wird in der Saison

2001/02 auf ein 3-Jahres-Tief von voraussichtlich

36,65 Mio. t sinken. Das weltweite Angebot

von Rapsöl wird nach den neuesten Prognosen

von OIL WORLD um ca. 0,5 Mio. t in dieser

Saison zurückgehen.

Sojaöl kann

nur kurzfristig helfen

Das Angebot an Sojabohnen ist momentan

reichlich. Die Weltproduktion wird in dieser Saison

um ca. neun Millionen Tonnen auf einen

neuen Rekord von ca. 183 Mio. t ansteigen.

Wegen der Knappheit anderer Produkte wird

der Weltverbrauch von Sojaöl und –schrot überproportional

steigen müssen. Jedoch wird es

sehr schwer bzw. unmöglich sein, die Knappheit

des weltweiten Angebots an Pflanzenölen

mit Sojabohnen auszugleichen. Deswegen werden

auch die Weltvorräte von Sojaöl zumindest

leicht zurückgehen.


Steigende Preise

In der EU wird der Preis für Sonnenblumenöl

nach Schätzung von OIL WORLD im Durchschnitt

des Zeitraum November/Dezember

2001 bei voraussichtlich 600 $ pro Tonne liegen

(im Vergleich zu $ 388 im Durchschnitt der gleichen

2 Monate im Jahr 2000). Es ist zu erwarten,

dass Palm- und Sojaöl die Preisführer für

den Aufwärtstrend in den nächsten Monaten

sein werden. Auch für Rapssaat und –öl ist mit

steigenden Preisen zu rechnen.

Das starke weltweite Produktionsdefizit von

Pflanzenölen im Januar/März 2002 wird einen

weiteren Rückgang der Vorräte notwendig machen.

Dies wird sehr wahrscheinlich zu einem

weiteren Preisrennen von Januar bis März

führen, das voraussichtlich bis in die Mitte der

kommenden Saison anhalten wird.

Auch 2003

noch hohe Preise

Aus heutiger Sicht ist damit zu rechnen, dass

das weltweite Angebot von Pflanzenölen auch

in der Saison 2002/03 knapp bleiben wird. Die

Hauptgründe liegen in den sehr kleinen Übergangsbeständen

von Pflanzenölen und in der

vermutlich wieder ungenügenden Weltproduktion.

Es ist zwar mit einem Anstieg der Weltproduktion

von Sonnenblumenöl, Rapsöl und Palmöl

zu rechnen, doch wird dieser voraussichtlich

zu klein sein, um ein normales Verbrauchswachstum

zu erlauben. Nach Aussagen von OIL

WORLD wird das größte Versorgungsproblem

bei Palmöl auftreten.

Thomas Mielke

Fon: 040/7610500

Fax: 040/76105090

E-Mail: Thomas.mielke@oilworld.de

Internet: http://www.oilworld.de

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