Erneuerbare Energien - DSV

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Erneuerbare Energien - DSV

Erneuerbare Energien Erneuerbare Energien

Regenerative

Energie boomt

Chancen für Landwirte als Energiewirte?

Dr. Karsten Block, Hans-Bernd Hartmann, Stefan Blome, Landwirtschaftskammer NRW

Die Landwirtschaft ist ein großer Verbraucher von Energie. Sie ist aber gleichzeitig eng mit erneuerbaren Energien verbunden, sei es

durch die Bereitstellung von Flächen für die Windkraft, von Dächern für die Photovoltaik oder auch als Produzent von Biomasse, die

stark in den Fokus rückt. Bei all diesen Bereichen besteht derzeit die Möglichkeit, aktiv an erneuerbaren Energien als neues

Geschäftsfeld teilzunehmen, wie der nachfolgende Überblick zeigt.

Wärme aus Biomasse

Es kommen derzeit Überlegungen zu einem

notwendigen Wärmegesetz in die Diskussion,

da Heizung und Warmwasserbereitung mit ca.

40 % Primärenergieverbrauch in Deutschland

den größten Einzelbereich darstellen. Es gibt

Förderprogramme sowohl zur Verbrauchsminderung,

also Isolierung, von Häusern als auch

zur Heizungstechnik, wenn mit CO2-neutralen Anlagen Wärme erzeugt wird. Der Bund hat

dazu die „Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen

zur Nutzung erneuerbarer Energien

als Marktanreizprogramm geschaffen, das

durch Länderförderung ergänzt werden kann.

Das Land NRW hat beispielsweise folgende

ergänzende Förderungen:

HAFÖ (Holzabsatzförderrichtlinie): Sie fördert

automatisch beschickte Kesselanlagen,

die mit Holz betrieben werden und Maßnahmen

zur Bereitstellung von Holz. Die

Anträge werden über das zuständige

Forstamt gestellt.

REN-Programm (Rationelle Energieverwendung

und Nutzung unerschöpflicher

Energiequellen): Es fördert für die Landwirtschaft

speziell Biogasanlagen sowie

Pilot- und Demonstrationsvorhaben. Zu

stellen sind die Anträge im Rahmen der

Breitenförderung an das Institut für Landes-

und Stadtentwicklungsforschung und

Bauwesen des Landes Nordrhein-Westfalen,

Dortmund. Ideen zu Pilot- und Demonstrationsvorhaben

können in die Arbeitsgruppen

der Landesinitiative Zukunftsenergien

NRW eingebracht werden

(www.energieland.nrw.de).

Öffnung des AFP (Agrarinvestitionsförderprogramm)

für alle Bereiche der Erneuerbaren

Energien. Das AFP fördert betriebliche

Maßnahmen im Bereich der Energieeinsparung

und Umstellung auf CO2-neu trale Energieträger. Hier sind neben Energieanlagen

(Heizung, Biogas) auch Rapsölpressen

mit Filteranlagen und Umstellungen

von Schleppern auf Rapsöl als Treibstoff

förderbar.

Ergänzt werden diese Maßnahmen durch vergünstigte

Kredite im Rahmen des CO2-Minde rungsprogramms, die über die Hausbank bei

der KFW beantragt werden können.

Im Bereich der Wärmeerzeugung sind Holz

und strohartige Biomasse bei den steigenden

Energiepreisen ein immer interessanter Energieträger.

Die Landwirtschaft ist nicht nur

Energienutzer, sie kann sich ebenso an dem

Bau und Betrieb von Heizwerken beteiligen

und so in den Markt der Wärmeversorgung

mit einsteigen. Eine andere Zielgruppe mit

kleinen Anlagen können auch Wohngebiete

darstellen. Hier erzielt man den höchsten

Wärmepreis. 15–30 Wohneinheiten können

bei dichter Bebauung über so genannte

Mikronetze verbunden werden. Bei dieser Art

der Energiebereitstellung ist die Dienstleistung

für den Verbraucher ausschlaggebend.

Über die steigenden Energiepreise eröffnen

sich hier immer stärkere Perspektiven für die

Biomassenutzung. Gleichzeitig kann eine breitere

Palette an Biomasse angeboten werden.

Die preiswerteste Biomasse, unbelastete Reststoffe,

wird mit dem Zubau von Holzheizungen

stärker im Markt nachgefragt. Hierdurch

steigt der Erlöspreis so stark, dass derzeit

Waldrestholz in die Wirtschaftlichkeit kommt.

Um Biomasse gezielt anzubauen, ist ein weiter

steigender Energiepreis erforderlich (oder

wie bei Biogas eine entsprechende Einspeisevergütung),

denn die Anbaukosten müssen

auf das Produkt umgelegt werden. Biomasse

hat in der mittelfristigen Prognose die höchsten

Zuwachsraten bei dem Ersatz fossiler Primärenergieträger.

Neben Holz sind Verbrennungs- und Vergasungstechniken

für halmgutartige Biomassen

in der Entwicklung. Stroh hat in etwa das

gleiche Energiepotenzial wie Waldrestholz.

Durch den gezielten Anbau von Energiegetreide,

Miscanthus oder schnellwachsenden

Pappeln und Weiden kann in Zukunft eine

breitere Palette an Energiepflanzen in den

Anbau kommen.

EEG schafft neue

Rahmenbedingungen

Am 1. August 2004 ist das neue EEG (Er-

neuerbare-Energien-Gesetz) in Kraft getreten.

Der Streit um den CO2-Zertifikate-Handel brachte im Kompromiss neue Einspeisevergütungen

für Biomasse, die der Landwirtschaft

zum Teil sehr entgegenkommen und eine

Energieerzeugung mit rein land- und forstwirtschaftlichem

Input ermöglichen. Das EEG

hat insbesondere bei der Bioenergie einen

deutlichen Fortschritt gebracht. Mit ca. 120

Biogasanlagen in NRW und knapp 2.000 Anlagen

in Deutschland ist der Markt für Bioabfälle

weitgehend abgeräumt und ein Preisverfall

ist für diese Stoffe erkennbar. Gerade diese

Abfälle waren in den meisten Fällen zur

Erlangung der Wirtschaftlichkeit unverzichtbar.

Im Gesetz wird mit zwei Maßnahmen

Die neu aufgelegte COUNTRY Broschüre –

Saatgut für den erfolgreichen Futterbau –

ist ab sofort erhältlich.

Auf 32-Seiten sind COUNTRY-Mischungen

für die Bereiche Grünland, Feldgras,

Energy, Horse und Öko dargestellt. Dazu

gehören Mischungszusammensetzungen

sowie Standort- und Nutzungshinweise.

Ergänzt werden die Mischungsangaben

durch spezielle Informationen zur Anlage,

Pflege und Nutzung von Grünland und

Feldgras.

Pferdehaltern bietet diese Broschüre mit

speziellen Pferdeweidemischungen aus

dem COUNTRY Horse Programm und

vielen nützlichen Tipps rund um die

Pferdeweide interessante Aspekte.

Ein Spezial widmet sich den Anforderungen

der Jagd mit unterschiedlichen

nun die Möglichkeit geschaffen, Biogasanlagen

auch mit rein landwirtschaftlichem Input

zu betreiben:

Es gibt eine neue Vergütungsklasse bis zu

einer Leistung von 150 kW und einer Einspeisevergütung

von 11,5 ct/kWh. Diese

Klasse kommt aber nur Neuanlagen zugute,

bei Altanlagen bleibt es bei der Einspeisevergütung,

die bei der Inbetriebnahme

gewährt wurde. Mit dieser Maßnahme

werden die höheren Baukosten kleinerer

Anlagen ausgeglichen.

Neu eingeführt wurde ein Bonus für Anlagen mit rein landwirtschaftlichem

Input. Voraussetzung ist, dass die Anlage nur mit Gülle,

Mist, Pflanzen oder Pflanzenbestandteilen bestückt wird.

COUNTRY Broschüre neu erschienen

Wildackermischungen.

Die Broschüre ist kostenlos

erhältlich unter:

Fon: 02941/296-0,

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01.01. bis 28.02.2005

Infos unter: Fon 0 29 41/2 96-0

oder country@dsv-saaten.de

* Frühbezugsrabatte werden nur bei den COUNTRY

Grünland-, Feldgras- und Energy-Mischungen gewährt.

Neu eingeführt wurde ein Bonus für Anlagen

mit rein landwirtschaftlichem Input. Er

beträgt 6 ct/kWh für Anlagen bis 500 kW

Leistung und 4 ct/kWh für Anlagen bis 5

MW Leistung. Voraussetzung ist, dass in

die Anlage nur Gülle, Mist, „Pflanzen oder

Pflanzenbestandteile, die in landwirtschaftlichen,

forstwirtschaftlichen oder gartenbaulichen

Betrieben oder im Rahmen der

Landschaftspflege anfallen und die keiner

weiteren als der zur Ernte, Konservierung

oder Nutzung in der Biomasseanlage

erfolgten Aufbereitung oder Veränderung

unterzogen wurden“ und Schlempe aus

landwirtschaftlichen Brennereien.

Weitere Maßnahmen dienen der Effizienzsteigerung

und Technikentwicklung. So wird

für die Nutzung von Wärme und den Einsatz

neuer Technologien ein Bonus gewährt. Er

liegt jeweils bei 2 ct/kWh. Bei der Wärmenutzung

wird nur die abgegebene Wärme vergütet,

nicht die benötigte Prozesswärme.

Diese wird mit einem Verstromungsfaktor

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Erneuerbare Energien Erneuerbare Energien

Große Dachflächen können durch Solaranlagen wirtschaftlich genutzt werden

umgerechnet, so dass bei üblichen Wirkungsgraden

etwa 1,2 ct je extern verwertete kWh

Wärme als Zusatzbonus abgerechnet werden

können. Diese sind über einen Wärmezähler

zu belegen.

Neben Biogasanlagen können auch Vergaseranlagen

mit dem beschriebenen land- und

forstwirtschaftlichem Inputmaterial von diesen

Regelungen profitieren. Hier ist die Technik nur

noch nicht so weit, betriebssichere, für die

Landwirtschaft taugliche Anlagen bereitzustellen.

Das Hauptproblem bei der Vergasung liegt

in der Gasreinigung, um ein teerfreies, motorentaugliches

Gas zu erhalten. Einige Entwickler

gehen daher den Weg, das Gas zu verbrennen

und mit der Hitze einen Stirlingmotor

anzutreiben. Aufgrund der verbesserten Einspeisevergütung

wird auch in diesem Bereich

die Entwicklungstätigkeit zunehmen. Prototypen,

die derzeit in Erprobung gehen, werden

daher intensiv beobachtet.

Eine dritte Möglichkeit ist die Energieerzeugung

als Kraft-Wärme-Kopplung mit Rapsöl-

BHKWs. Nach der bestehenden Biomasseverordnung

kann alternativ auch Biodiesel eingesetzt

werden. Auch bei erhöhten Einspeisevergütungen

muss hier genau gerechnet werden.

In sauenhaltenden Betrieben oder auch bei

anderweitiger ganzjähriger Wärmenutzung

kann hier evtl. eine knappe Wirtschaftlichkeit

erreicht werden.

Windstrom von landwirtschaftlichen

Flächen

Seit 1997 sind Windenergieanlagen im

Außenbereich auch privilegiert, wenn sie

nicht einem landwirtschaftlichen Betrieb

untergeordnet dienen. Die Kommunen haben

vielfach ihre Möglichkeiten genutzt, durch

Vorrangzonen im Flächennutzungsplan die

Errichtung von solchen Windenergieanlagen

im übrigen Gemeindegebiet zu verhindern.

Eine Ausschlusswirkung entfalten allerdings

bisher nur die Vorrangzonenausweisungen,

denen eine Untersuchung des gesamten Gemeindegebietes

vorausgegangen ist. Außerdem

rechtfertigen nur städtebauliche Gründe

die Ausweisung von Vorrangzonen. Vielfach

wird vermutet und teilweise auch durch Verwaltungsgerichte

bewiesen, dass Kommunen

durch Höhenbeschränkungen und Ausweisung

von ungeeigneten Standorten den weiteren

Ausbau der Windenergie behindern.

Für die Genehmigung von bis zu zwei Windenergieanlagen

im räumlichen Zusammenhang

ist die Untere Baubehörde zuständig.

Für die Genehmigung von Windfarmen ist

eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung

beim Staatlichen Umweltamt, ab sechs

Windenergieanlagen bei der Bezirksregierung

zu beantragen.

Für Strom aus Windenergieanlagen onshore

beträgt die Vergütung für die Dauer von fünf

Jahren ab Inbetriebnahme mindestens 8,7

Cent pro Kilowattstunde. Für Anlagen, die in

dieser Zeit 150 Prozent des Referenzertrages

nicht erzielt haben, verlängert sich diese Frist

um zwei Monate je 0,75 Prozent des Referenzertrages,

um den ihr Ertrag 150 Prozent

des Referenzertrages unterschreitet. Dann

sinkt die Vergütung auf 5,5 Cent pro Kilowattstunde.

Die Mindestvergütungen nach

Absatz 1 werden beginnend mit dem

1. Januar 2005 jährlich jeweils für nach diesem

Zeitpunkt neu in Betrieb genommene

Anlagen um jeweils zwei Prozent des für die

im Vorjahr neu in Betrieb genommenen Anlagen

maßgeblichen Wertes gesenkt und auf

zwei Stellen hinter dem Komma gerundet.

Landwirte haben von 1991 bis 1996 – das

Stromeinspeisegesetz machte seit 1991 zu-

sammen mit Bundes- und Landeszuschüssen

die Windenergienutzung kalkulierbar – Windenergieanlagen

bis etwa 300 kW Nennleistung

gebaut, die noch immer zur Zufriedenheit

ihrer Eigentümer Strom erzeugen. In der

Folge wuchsen die Nennleistungen schrittweise

über die MW-Grenze auf 1,8 MW. Die Nabenhöhen

kletterten von 30 auf über 100 m.

Die über den Rotorkreis definierte Erntefläche

wuchs von 300 auf 4.700 m2 . Die spezifischen

Investitionskosten sanken von 1.500 8 auf

900 8 je kW Nennleistung. Und immer noch

schaffen einzelne Landwirte mit Hilfe der Beratung

den steinigen Weg zur eigenen Windenergieanlage.

Windenergiefonds erfreuen

sich nach mehreren unterdurchschnittlichen

Windjahren wieder steigender Beliebtheit,

wenn die spezifischen Investitionskosten

0,658 je kWh und je Jahr nicht überschreiten.

Sonnenstrom von landwirtschaftlichen

Dächern

Zum 1. Januar 2004 hat der Gesetzgeber mit

dem Vorschaltgesetz zum novellierten EEG die

Lücke geschlossen, die mit der erfolgreichen

Beendigung des 100.000-Dächer-Solarstromprogramms

im Sommer 2003 auf dem deutschen

Fotovoltaikmarkt geschaffen wurde. Die

Anhebung des Einspeisepreises von 45,7 auf

57,4 ct/kWh Sonnenstrom ab 1.1. 2004 führte

zur Nachfrageexplosion in Deutschland. Insbesondere

Landwirte entdeckten ihre großen

Dächer und Chancen.

Voraussetzungen für die wirtschaftliche Sonnenstromerzeugung

sind optimale Südausrichtung

und Neigung der Module. Die optimale

Neigung liegt in Süddeutschland eher bei 30°

und in Norddeutschland eher bei 40°. Der

Solaratlas Nordrhein-Westfalen gibt für Wuppertal

bei 37° den höchsten Flächenfaktor an.

Auch sollte der Zustand des Daches einen

dauerhaften Betrieb der Fotovoltaikanlage von

bis zu 30 Jahren ermöglichen. Anderenfalls ist

eine vorherige Dachsanierung empfohlen. Die

Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass der

Ertrag hauptsächlich durch folgende Einflüsse

gemindert werden kann. Es kommt immer

noch sehr häufig vor, dass die Auswirkung von

Schattenwürfen auf die Solarmodule durch

Antennen, Gebäudevorsprünge, Kamine, Bäume

etc. unterschätzt wird. Die Leistungsangaben

auf dem Modullabel werden nicht immer

eingehalten. Die Wechselrichter haben teilweise

einen zu geringen Wirkungsgrad und

eine zu hohe Ausfallrate. Die Wechselrichter

werden zu klein ausgelegt und an nicht

optimalen Standorten montiert.

Landwirte können beispielsweise in Nordrhein-Westfalen

bei der Landwirtschaftskammer

einen einkommensabhängigen Zuschuss

von 8 bis 11 % der förderfähigen Investitionssumme

bekommen, wenn die Förderbedingungen

erfüllt sind. Die Sonnenstromerzeugung

ist Gewerbebetrieb. Betreibt eine

Personengesellschaft einen landwirtschaftlichen

Betrieb und eine Sonnenstromanlage,

dann werden auch die landwirtschaftlichen

Einkünfte gewerblich. Die Mehrwertsteuer ist

zunächst monatlich beim Finanzamt anzumelden.

Mit einer Einnahme-Überschussrechnung

werden die Einkünfte ermittelt.

Die Sonnenstromanlage auf dem Dach eines

landwirtschaftlichen Betriebsgebäudes ist

kein Hofvermögen im Sinne der norddeutschen

Höfeordnung und wird daher nach allgemeinem

Erbrecht vererbt.

Wirtschaftliche Investitionskosten gehen bei

höherer Globalstrahlung in Süddeutschland

bis 4.800 8 je kWpeak, in Norddeutschland

bis 4.600 8 je kWpeak. Programmdarlehen

der KFW und der LR fordern langfristig niedrige

Zinsen. So sind Renditen von 6 bis 9 Prozent

nach Steuern zu erwarten.

Dr. Karsten Block,

Hans-Bernd Hartmann

Fon: 0 29 45/98 90

Fax: 0 29 45/98 91 33

E-Mail: Karsten.Block@lwk.nrw.de,

Hans.Bernd.Hartmann@lwk.nrw.de

18 · Innovation 4/2004 Innovation 4/2004 · 19

Stefan Blome

Fon: 0 28 21/99 61 66

Fax: 0 28 21/99 61 59

E-Mail: Stefan.Blome@lwk.nrw.de

Meister Lampe

liebt es bunt!

Im Rahmen des interdisziplinären Projek-

tes „Lebensraum Brache“, das von der

Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)

und den Projektpartnern finanziert wird,

untersucht das Institut für Wildtierforschung

an der Stiftung Tierärztliche

Hochschule Hannover (IWFo) seit dem

Frühjahr 2003 den Einfluss wildtierfreundlich

begrünter Ackerbrachen auf

die Populationsentwicklung von Feldhasen.

Die ersten Ergebnisse dieser Untersuchungen

weisen darauf hin, dass die

Feldhasenbestände in Gebieten mit wildtierfreundlichen

Brachen im Durchschnitt

um etwa 20 % seit Frühjahr 2003 gestiegen

sind. Dem gegenüber steht eine Abnahme

der Feldhasen um etwa 5 % in

den untersuchten Kontrollgebieten, in denen

keine wildtierfreundlich begrünten

Ackerbrachen angelegt wurden. „Der Erfolg

begründet sich nicht zuletzt auf den

Verzicht zu mulchen, wodurch ein Ausmähen

der Jungtiere vermieden wird“,

erklärt Jörg Tillmann, der als wissenschaftlicher

Mitarbeiter am IW-Fo für das

wildbiologische Monitoring verantwortlich

ist. Diese Tatsache wurde auch in der

umstrittenen „Direktzahlungen-Verpflichtungenverordnung“

berücksichtigt, die

künftig das Instandhalten von

Flächen, die aus der landwirtschaftlichen

Erzeugung genommen

wurden, regelt. In dieser

Verordnung hat der Gesetzgeber durch

eine Sperrfrist Pflegemaßnahmen wie

Mahd und Mulchen von Brach- bzw. Stilllegungsflächen

während der Hauptaufzuchtzeit

der Wildtiere vom 1. April bis

15. Juli ausgeschlossen. „Mit Blick auf

die heimischen Wildtiere in unseren

Agrarlandschaften stellt dieser Sperrzeitraum

einen großen Gewinn für den Artenschutz

dar“, so Hilmar Freiherr v.

Tipps und Trends

Münchhausen,

Geschäftsführer

der Deutschen

Wildtier Stiftung.

Weitere

Informationen

zum Projekt „Lebensraum

Brache“

und umfangreichere Hintergrundinformationen

zu den wildbiologischen Untersuchungen

finden Sie unter

www.Lebensraum-Brache.de.

Schauen Sie bei uns rein:

Wenn Sie mehr zur gezielten Begrünung

von Bracheflächen wissen möchten,

unter www.dsv-saaten.de finden

Sie Hinweise zur Anlage sowie eine

Übersicht über die verschiedenen

DSV-Wildackermischungen.

Vorsicht Wildwechsel! –

Praktischer Ratgeber

Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu

50 Menschen bei Unfällen mit Wildtieren,

mehr als 2.500 werden zum Teil

schwer verletzt. Fast eine

halbe Million Wildtiere

werden Opfer des Straßenverkehrs.

Wie kann

man Zusammenstöße

mit Wildtieren vermeiden?

Was ist

zu tun, wenn es

doch passiert ist? Mit dem Ratgeber

„Vorsicht Wildwechsel“ möchte die

Deutsche Wildtierstiftung helfen, Wildunfälle

zu vermeiden und Hinweise geben,

wie man durch richtiges Verhalten weitere

Schäden vermeiden kann. Der Ratgeber

kann kostenlos auf der Homepage

der Deutschen Wildtierstiftung

(http://www.deutschewildtierstiftung.de)

bestellt werden.

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