Ken-David Masur - Collegium Musicum Basel

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Ken-David Masur - Collegium Musicum Basel

60 Jahre

COLLEGIUM

MUSICUM

BASEL

2. Konzert im Abonnement

Freitag, 29. Oktober 2010, 19.30 Uhr

Musiksaal Stadtcasino Basel

Ken-David Masur

Gastdirigent

Martin Fischer, Oboe

Rui Lopes, Fagott

Karin Löffler, Violine

Nebojša Bugarski, Violoncello

Franz Schubert (1797–1828)

Sinfonie Nr. 7 h-moll D759 „Unvollendete“

I. Allegro moderato

II. Andante con moto

Joseph Haydn (1732–1809)

Sinfonia concertante B-Dur Hob. I:105

für Violine, Oboe, Violoncello und Fagott

I. Allegro

II. Andante

III.Allegro con spirito

— Pause —

Felix Mendelssohn (1809–1847)

Sinfonie Nr. 5 D-Dur op. 107 „Reformation“

I. Andante – Allegro con fuoco

II. Allegro vivace

III. Andante

IV. Andante (Choral: Ein‘ feste Burg ist unser

Gott) – Allegro vivace

Konzertmeister: Vahagn Aristakesyan


Zum Programm

Franz Schubert hat nur zwei Sätze der „Unvollendeten“ ausgearbeitet und

1822 sorgfältig in Partitur geschrieben. Das Manuskript endet mit einem

Bruchstück des dritten Satzes, das 9 Takte umfasst. Erst 1968 wurde im

Archiv des Wiener Männergesangvereins die nächste Seite der Partitur,

die Takte 10–20, gefunden. Wer die Seite abgetrennt hat und warum bleibt

ein Rätsel, ebenso wie die Frage, was Schubert davon abgehalten hat, das

Werk zu vervollständigen. Es ist auch nicht klar, warum Musikerfreunde

Schuberts erst 1865 die Uraufführung der „Unvollendeten“ zuliessen. Der

Kritikerpapst Eduard Hanslick schrieb damals begeistert: „Wenn nach den

paar einleitenden Takten Klarinetten und Oboe einstimmig ihren süssen

Gesang über dem ruhigen Gemurmel der Geigen anstimmen, da kennt auch

jedes Kind den Komponisten... Er ist noch kaum eingetreten, aber es ist, als

kennte man ihn am Tritt, an seiner Art, die Türklinke zu öffnen“.

Mehrere Komponisten haben versucht, den dritten Satz weiterzuschreiben,

aber letztlich bleibt nichts anderes übrig, als in der großartigen Musik der

„Unvollendeten“ das Vollendete zu sehen.

Die Sinfonia concertante ist eine sinfonische Gattung für zwei bis neun

solistisch konzertierende Instrumente und Orchester, die in der Hochklassik

1770–1825 sehr geschätzt wurde. Joseph Haydn könnte die sehr erfolgreiche

Aufführung einer Sinfonia concertante seines früheren Schülers Ignaz Pleyel

zum Anlass einer eigenen Komposition genommen haben. Zudem stand

seine Konzertreise nach London bevor; die Uraufführung der in kürzester

Zeit entstandenen Sinfonia fand am 9. März 1792 statt. Der Morning Herald

äusserte sich darüber: „Die letzte Aufführung verdient als einer der reichsten

Genüsse erwähnt zu werden, die diese Saison bisher geboten hat. Eine

neue Concertante von Haydn verband alle Vortrefflichkeit an Musik. Sie war

gründlich, lebhaft, anrührend und originell....“

Haydns Concertante geriet im 19. Jahrhundert in Vergessenheit, sie ist

jedoch heute eine der bekanntesten Werke dieser Gattung.

Dem Protestanten Felix Mendelssohn war es ein Bedürfnis, ein festliches

Werk zum 300. Jahrestag des Augsburger Bekenntnisses zu komponieren. Im

Jubiläumsjahr 1830 verhinderten jedoch Unruhen in Folge der französischen

Juli-Revolution die Aufführung in Leipzig; die Uraufführung fand schliesslich

1833 in Berlin statt.

Die Sinfonie „Reformation“ enthält eine Reihe kirchenmusikalischer Elemente.

Drei Mal erklingt im ersten Satz das „Dresdener Amen“, der vierte

Satz beginnt mit einer grossartigen Paraphrase über den Lutherchoral „Ein

feste Burg ist unser Gott“, der sich durch den ganzen Satz zieht. Im übrigen

ist die Sinfonie ein typisches Werk aus Mendelssohns Feder.


Ken-David Masur

Früh gefördert von verschiedenen Dirigenten

sowie von seinem Vater Kurt Masur absolvierte

Ken-David Masur seine Ausbildung als Sänger

und Dirigent an der Musikhochschule Berlin.

Nach einem Studium an der Columbia University

in New York war er fünf Jahre Meisterschüler bei

Thomas Quasthoff. Ken-David Masur arbeitet

immer wieder in den USA sowie international mit

verschiedenen Orchestern. Mit dem Chor von

Radio France studierte er eine äusserst erfolgreiche Aufführung von Bachs

Matthäus-Passion ein. Mit Aufführungen von Choralwerken von Bach und

Händel gastierte er in Amerika und Deutschland. Zur Zeit ist er Resident

Conductor bei der San Antonio Symphony in Texas, wo er zudem das

Jugendorchester und den Kinderchor leitet.

Martin Fischer

Ausbildung in Stuttgart und an der Staatlichen Hochschule

für Musik in Freiburg bei Hans Elhorst und

Heinz Holliger. Solistische Auftritte in Deutschland,

Frankreich, Italien und der Schweiz. Mitglied mehrerer

Kammermusikensembles, Oboenlehrer an den Musikschulen

Lörrach und Rheinfelden, Dozent an der

Musikhochschule Freiburg. Seit 1983 Solo-Oboist des

Collegium Musicum Basel.

Rui Lopes

Studierte an der Musikakademie seiner Heimatstadt

Santa Maria de Feira (Portugal) zunächst Klavier. Das

Fagottstudium nahm er erst mit 18 Jahren auf. Zahlreiche

Preise und Stipendien. Er tritt als erster Fagottist sowie

als Solist mit zahlreichen internationalen Orchestern

und mit renommierten Dirigenten auf. Rui Lopes ist

Solofagottist des CMB.

Karin Löffler

Geboren in Basel, Studium an den Musikhochschulen

Basel und Zürich. 2002–2004 Mitglied des Sinfonieorchesters

Basel, 2004–2006 Stipendiatin an der

Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker; seit

2006 Mitglied des Sinfonieorchesters des Bayerischen

Rundfunks in München. →


→ Regelmässige solistische Auftritte mit dem Sinfonieorchester Basel,

Collegium Musicum Basel und der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.

Nebojša Bugarski

Der aus Belgrad stammende Cellist ist mehrfacher

Erstpreisträger nationaler Bundeswettbewerbe des

ehemaligen Jugoslawien sowie des ersten internationalen

Cello-Wettbewerbs in Liezen (Österreich,

1992). Auftritte als Solist und Kammermusiker in

Europa, USA, Mexiko, Asien und den Vereinigten

Arabischen Emiraten. Seit 2006 ist Nebojša Bugarski

Solocellist des CMB.

Stets aktuelle Informationen: www.collegiummusicumbasel.ch

Herzlichen Dank für die finanzielle Unterstützung:

Claire Sturzenegger –

Jean Favre Stiftung

Beiträge der Einwohnergemeinden: Aesch, Binningen, Bottmingen,

Muttenz, Pfeffingen sowie des Kulturpools Baselland

Vereinigung der Freunde des Collegium Musicum Basel

Nächstes Konzert:

3. Abonnementskonzert: Freitag, 17. Dezember 2010

Beethoven-Nacht! Geburtstagshommage in drei Teilen

Jardena Flückiger, Sopran; Peter Schröder, Sprecher,

Simon Gaudenz, Leitung

I. 18.15 h: Vorkonzert Sinfonie Nr. 8, Leitung Ulrich Dietsche

II. 19.30 h: Hauptkonzert Sinfonie Nr. 6 „Pastorale“; Egmont op. 84

III. Nocturne: Kammermusik mit Solisten des CMB

Programm: Fr. 3.–

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